Neues aus der Raumfahrt am Dienstag

Foto: Pixabay
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Japan will noch in diesem Jahrzehnt Astronauten zum Mond schicken

TOKIO: Die Hightech-Nation Japan will in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts eigene Astronauten zum Mond schicken. Das sieht ein überarbeiteter Basisplan zur Weltraumforschung vor, wie der japanische Fernsehsender NHK nach Beratungen des zuständigen Strategiezentrums am Sitz von Ministerpräsident Fumio Kishida berichtete. «In der zweiten Hälfte der 2020er Jahre wollen wir die Mondlandung japanischer Astronauten realisieren», erklärte Kishida und konkretisierte damit die bereits seit längerem bestehenden Pläne für die Erforschung des Mondes. Japan beteiligt sich auch an der «Artemis»-Mission der USA und will Ausrüstung für eine Mondstation und Transportgefährte für die Mondoberfläche entwickeln.

Die asiatische Hightech-Nation hatte sich zuvor schon zum Ziel gemacht, künftig Wasserstoff als Treibstoff zu verwenden, den die Japaner aus den Eisvorkommen des Mondes gewinnen wollen. So soll um 2035 eine Treibstofffabrik am Südpol des Mondes errichtet werden. Ziel ist nach früheren Angaben der japanischen Raumfahrtagentur Jaxa, damit ein wiederverwendbares Raumschiff zu versorgen. Auch soll damit in Zukunft ein Transportfahrzeug auf dem Mond angetrieben werden.


Beinahe-Kollisionen im All: China erhebt Vorwürfe gegen SpaceX

PEKING: China hat den USA Verantwortungslosigkeit vorgeworfen, weil zwei Satelliten des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX der chinesischen Raumstation «Tiangong» gefährlich nahe gekommen sein sollen. Die Raumstation habe sowohl im Juli als auch im Oktober ihren Kurs ändern müssen, weil sich jeweils ein «Starlink»-Satellit des Unternehmens von Elon Musk auf Kollisionskurs befunden habe, so ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums am Dienstag.

China habe bereits Beschwerde bei den Vereinten Nationen eingelegt. Es sei gegen geltende Weltraumverträge verstoßen worden. Die US-Seite müsse unverzüglich Maßnahmen ergreifen, um die Wiederholung solcher Vorfälle zu verhindern und das Leben von Astronauten im Orbit zu schützen. Während beider Vorfälle hätten sich chinesische Astronauten in der Raumstation befunden, weshalb Notfallmaßnahmen zur Kollisionsvermeidung ergriffen wurden.

SpaceX und der US-Autobauer Tesla, der ebenfalls von Milliardär Elon Musk gegründet wurde, gerieten nach Berichten über die Vorfälle in chinesischen sozialen Medien unter Druck. Viele Nutzer machten ihrem Ärger über die Beinahe-Kollisionen Luft. Auch wurden Boykottaufrufe gegen Tesla und SpaceX verbreitet.

Das US-Außenministerium wollte sich zu den Vorwürfen nicht weiter äußern. Die USA hätten alle Länder mit Raumfahrtprogrammen dazu ermutigt, verantwortungsbewusst zu handeln, sagte der Sprecher des Ministeriums, Ned Price, am Dienstag lediglich. Konkreteres könne er dazu nicht sagen.

Der Bau der chinesischen Raumstation «Tiangong» (Himmelspalast) hatte in diesem Jahr begonnen. Die Station, die bisher nur aus dem Modul «Tianhe» (Himmlische Harmonie) besteht, soll 2022 fertiggestellt werden.

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