Neues aus der Film-, Musik- und Promiwelt am Samstag

Foto: Pixabay
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Gitarre mit Botschaft: Harris bekundet beim ESC Ukraine Solidarität

TURIN: Deutschlands Grand-Prix-Vertreter Malik Harris hat bei seinem Auftritt am Samstagabend im italienischen Turin der Ukraine seine Solidarität bekundet. Am Ende seines Auftritts drehte er seine Gitarre um. Auf der Rückseite war eine Ukraine-Fahne zu sehen mit der Aufschrift «Peace» (Frieden). Ende Februar waren russische Truppen in die Ukraine einmarschiert. Der Krieg dauert noch immer an.

Der 24-jährige Harris trat als 13. nach den favorisierten Ukrainern vom Kalush Orchestra («Stefania») auf. In seinem Lied «Rockstars» geht es um die Zeit in der Kindheit, in der Kinder noch die kleinen «Rockstars» sind - bis sie später von den Problemen des Erwachsenenseins eingeholt werden.

Harris' Kulisse war zum überwiegend Teil seinem heimischen Studio nachempfunden, wo der Singer-Songwriter seine Musik macht. Die Teppiche stammen von dort. Seinem Lied sagten die Buchmacher allerdings kaum Chancen auf eine gute Platzierung voraus.


Ukrainer fordert auf der ESC-Bühne Hilfe für sein Land

TURIN: Beim Eurovision Song Contest in Turin haben die Musiker aus der Ukraine am Ende ihres Auftritts ein klares politisches Statement abgegeben. «I ask all of you: Please help Ukraine, Mariupol, help Asov stal - right now», sagte Sänger Oleh Psjuk am Samstagabend (Ich bitte Euch alle: Helft der Ukraine, Mariupol und den Menschen im Asow-Stahlwerk). Das Stahlwerk in Mariupol steht zurzeit unter russischem Beschuss. In einer kämpferischen Geste schlug Psjuk dann mit der Faust seiner rechten Hand auf seine Brust.

Laut Regelwerk sind «Texte, Ansprachen und Gesten politischer Natur» auf der ESC-Bühne explizit verboten. Die Veranstalter äußerten jedoch Verständnis. «Wir verstehen die starken Gefühle, wenn es dieser Tage um die Ukraine geht, und betrachten die Äußerungen des Kalush Orchestra und anderer Künstler zur Unterstützung des ukrainischen Volks eher als humanitäre Geste und weniger als politisch», sagte ein Sprecher der Europäischen Rundfunkunion EBU auf dpa-Anfrage.

Die ESC-Moderatoren reagierten verblüfft und mit ernster Miene. Das Publikum bekundete der Ukraine derweil laut Solidarität. Die Zuschauer applaudierten stehend dem Kalush Orchestra mit ihrem Lied «Stefania». Zu sehen waren zahlreiche ukrainische Fahnen und ein Transparent mit einem Herz. Im Finale stehen insgesamt 25 Länder.

Der Ukraine waren vor dem Wettbewerb hohe Chancen ausgerechnet worden, zu gewinnen. Derzeit könnte das Land aber bei einem Sieg keinen ESC ausrichten, weil in dem Land Kriegsrecht herrscht. Damit sind keine Großveranstaltungen erlaubt; und es gelten etwa nächtliche Ausgangssperren. Die Ukraine steht unter Attacke eines Angriffskriegs von Russland, das wegen der völkerrechtswidrigen Invasion vom ESC ausgeschlossen ist. Ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht.


ESC: Saalpublikum feiert den italienischen Act frenetisch

TURIN: Beim Eurovision Song Contest (ESC) in Turin haben die Italiener Mahmood und Blanco mit ihrem Beitrag «Brividi» die Stimmung zum Kochen gebracht.

Bei der Übertragung am Samstagabend war das lauthals mitsingende Publikum während des gesamten Songs zu hören. Für die beiden Musiker war es quasi eine Art Heimspiel, da der ESC in diesem Jahr in der norditalienischen Stadt Turin ausgetragen wird. In ihrem Lied geht es darum, wie Liebe für einen körperlichen Schauer (Brividi) sorgt. Mahmood und Blanco treten bei dieser 66. Ausgabe des internationalen Musikwettbewerbs an, nachdem im Vorjahr die italienische Rockband Måneskin im niederländischen Rotterdam den ESC gewonnen hat.


Finale des Eurovision Song Contest in Italien gestartet

TURIN: Im italienischen Turin hat am Samstagabend das Finale des Eurovision Song Contest (ESC) 2022 begonnen. Zu Beginn wurde der John-Lennon-Klassiker «Give Peace a Chance» (Gib dem Frieden eine Chance) angespielt. 1000 Musiker spielten und sangen den Song auf einem großen Platz in Turins Innenstadt. In der ESC-Halle klatschten und sangen die 7000 Zuschauer den Text dann in einem riesigen Chor.

Grand-Prix-Moderatorin Laura Pausini eröffnete danach auf der Bühne mit einer bunten Lichtshow und einem emotionalen Popsong auf Italienisch den internationalen Gesangswettbewerb.

Der ESC ist in diesem Jahr wegen des Ukraine-Krieges politischer denn je. Der ukrainische Beitrag «Stefania» der Band Kalush Orchestra gilt nicht zuletzt deswegen als heißer Kandidat für den Gesamtsieg. Die sechs Musiker aus der Westukraine sollten als Zwölfte auftreten. Danach war Deutschland mit Malik Harris und «Rockstars» vorgesehen.

Deutschland hat den Eurovision Song Contest bisher zweimal gewonnen: 1982 mit Nicole («Ein bisschen Frieden») und 2010 mit Lena («Satellite»). Im vergangenen Jahr kam Deutschland auf dem vorletzten Platz mit Jendrik und «I Don't Feel Hate». 2021 gewann die italienische Band Måneskin. Deshalb war Italien diesmal Gastgeber.


Buhrufe bei ESC-Generalprobe - Gewinner-Band Måneskin nicht auf Bühne

TURIN: Während der letzten Generalprobe beim Eurovision Song Contest (ESC) vor dem großen Finale am Samstag in Turin ist die italienische Gewinnerband Måneskin von 2021 anders als erwartet nicht aufgetreten. Stattdessen wurde ihr neuer Song «Supermodel» zwar eingespielt, auf der Bühne standen jedoch statt der Bandmitglieder ersatzweise Tänzer. Die ESC-Generalprobe fand vor Publikum statt, das daraufhin buhte und protestierte. Ein Aufnahmeleiter bat auf der Bühne um Verständnis für den Ausfall. Unfälle passierten, sagte er zur Begründung. Sänger Damiano David ging am Freitag noch an einer Krücke, weil er sich am Bein verletzt hatte.

Die Europäische Rundfunkunion (EBU) erklärte auf Nachfrage, Måneskin würden am Nachmittag noch eine nicht-öffentliche Probe haben und im Finale auftreten. Der Auftritt der vierköpfigen Band ist für den späten Samstagabend vorgesehen. Sie sollen spielen, nachdem die 25 Kandidaten bei der 66. Ausgabe des internationalen Musikwettbewerbs ihre Lieder sangen. Måneskin gewannen im vergangenen Jahr im niederländischen Rotterdam den ESC mit dem Rocklied «Zitti e buoni».

In diesem Jahr ist das ukrainische Kalush Orchestra mit «Stefania» klarer Favorit für den Sieg. Deutschland tritt mit Malik Harris und «Rockstars» direkt nach den Ukrainern an.


«Let's Dance»-Finale ohne Amira Pocher

KÖLN: Moderatorin Amira Pocher ist als Viertplatzierte bei der RTL-Show «Let's Dance» ausgeschieden. Die 29-Jährige lag am Freitagabend nach der Jurybewertung noch einen Punkt vor Leichtathlet Mathias Mester (35), am Ende entschied das Publikum jedoch zu Mesters Gunsten. Somit tanzen im Finale nächste Woche der 1,42 Meter große ehemalige paralympische Sportler und seine Tanzpartnerin Renata Lusin, Zirkusartist René Casselly (25) und Kathrin Menzinger sowie Moderatorin Janin Ullmann (40) und Zsolt Sándor Cseke um den Sieg.

In der vorletzten Ausgabe der 15. Staffel hatten die vier Paare je zwei einstudierte Tänze zeigen müssen und einen improvisierten, den sie erst unmittelbar zuvor in der Show erfuhren.


Josef Haslinger zum PEN-Übergangspräsidenten gewählt

GOTHA: Der Schriftsteller Josef Haslinger wird übergangsweise als Präsident das deutsche PEN-Zentrum führen. Der 66-Jährige wurde am Samstag auf der Mitgliederversammlung in Gotha mit großer Mehrheit interimsmäßig an die Spitze der Schriftstellervereinigung gewählt. Er soll bis zur Neuwahl der Führungsriege auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in einigen Monaten die Schriftstellervereinigung führen.

Haslinger war bereits einmal von 2013 bis 2017 PEN-Präsident. Er wolle den Neustart vorbereiten, sagte Haslinger. Der PEN-Notvorstand wurde notwendig, da in Gotha das komplette, erst im Oktober gewählte Präsidium zurückgetreten war. Zunächst hatte am Freitag der Journalist Deniz Yücel nach nur knapp überstandener Abwahl überraschend seinen Rücktritt erklärt.

Hintergrund war ein interner Machtkampf. Bei den Querelen ging es im Kern um den Führungsstil, Mobbingvorwürfe und den Umgangston.


Todkranke BBC-Moderatorin freut sich über Besuch von Prinz William

LONDON: Die im Endstadium an Krebs erkrankte britische Radiomoderatorin Deborah James, die kürzlich von der Queen geadelt wurde, hat ihren Ritterorden persönlich von Prinz William (39) überreicht bekommen.

Auf Bildern, die James am Freitagabend auf ihren Instagram-Account stellte, war der Zweite in der britischen Thronfolge mit der 40 Jahre alten James und Angehörigen im Garten der Familie zu sehen. «Prinz William ist tatsächlich zu unserem Zuhause gekommen heute!», schrieb James. Sie fügte hinzu: «Ich fühle mich sehr geehrt, dass er für einen Afternoon Tea und Champagner bei uns war (...)». William habe nicht nur viel Zeit mit der Familie verbracht, sondern auch ihren Orden mitgebracht, der ihr den Titel «Dame» verschafft, dem weiblichen Gegenstück zu «Sir».

James hatte sich einen Namen gemacht mit einem BBC-Podcast über Krebs, in dem sie sehr offen über ihre eigene Darmkrebs-Erkrankung sprach. Vor wenigen Tagen offenbarte sie, dass sie inzwischen im Endstadium ist und nur noch eine sehr begrenzte Zeit zu leben hat. Mit einem Spendenaufruf zugunsten der Krebsforschung gelang es ihr nach eigenen Angaben, seitdem mehr als 5 Millionen Pfund (5,9 Mio Euro) zu sammeln.


PEN setzt Tagung fort - Neuausrichtung nötig

GOTHA: Nach dem überraschenden Rücktritt des PEN-Präsidenten Deniz Yücel hat die Schriftstellervereinigung am Samstag ihre Jahrestagung in Gotha fortgesetzt. Das deutsche PEN-Zentrum steht vor einem personellen Neuanfang. Die Neuwahl der vakanten Präsidiumsposten muss nach PEN-Angaben auf einer nach der in Gotha folgenden Mitgliederversammlung stattfinden. Bis dahin muss ein Interimspräsident die Geschäfte übergangsweise führen, hieß es. Die nächste reguläre Mitgliederversammlung steht 2023 voraussichtlich in Tübingen an.

Der Journalist Yücel hatte am Freitagabend sein Präsidentenamt hingeschmissen und seinen Austritt aus der «Bratwurstbude» PEN erklärt. Zuvor war sein Abwahlantrag - der ein Novum in der jüngeren Vereinsgeschichte war - nur knapp gescheitert. Zugleich hatten die Mitglieder in Gotha den Yücel-Vertrauten im Präsidium, Schatzmeister Joachim Helfer, abgewählt.

Der Führungsstil der erst im Oktober gewählten Spitzenriege hatte zu heftigen internen Querelen und einer tiefen Spaltung der Vereinigung geführt. Dabei ging es unter anderem um Beleidigungen, Mobbingvorwürfe und den Umgangston. Auch in Gotha wurde bei der Jahresversammlung über Stunden hitzig und in teils sehr unversöhnlichem Ton debattiert.

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