Neues aus der Film-, Musik- und Promiwelt am Samstag

Foto: Pixabay
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Queen sagt diplomatischen Empfang ab - keine gesundheitlichen Gründe

LONDON: Die britische Königin Elizabeth II. (95) hat einen geplanten Empfang für hunderte Mitglieder des Diplomatischen Korps auf Schloss Windsor am kommenden Mittwoch abgesagt. Wie der Buckingham-Palast am Samstagabend mitteilte, fiel die Entscheidung auf Empfehlung des britischen Außenministeriums.

Gesundheitliche Gründe stecken nicht dahinter, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Palastkreisen erfuhr. Als wahrscheinlicher gilt daher ein Zusammenhang mit dem russischen Einmarsch in die Ukraine. Queen-Enkel Prinz William (39) und seine Frau Herzogin Kate (40) hatten sich am Samstag auf Twitter sehr deutlich positioniert und der Ukraine ihre Solidarität ausgesprochen.

Jede Absage vom Palast ruft derzeit Sorge um die Monarchin hervor. Die Queen war am vergangenen Sonntag positiv auf das Coronavirus getestet worden und litt nach Angaben des Palasts an «milden erkältungsartigen Symptomen». Sie hatte deswegen mehrere virtuelle Audienzen in den vergangenen Tagen abgesagt. Elizabeth II. dürfte mindestens drei Mal gegen Corona geimpft sein. Wegen ihres hohen Alters und gesundheitlicher Probleme in jüngster Zeit gilt eine Infektion bei ihr aber dennoch nicht als unbedenklich. Im vergangenen Jahr hatte sie mehrere Veranstaltungen absagen müssen und bekam von ihren Ärzten Ruhe verordnet.


Wladimir Klitschko appelliert an ganze Welt: «Handelt jetzt!»

KIEW: Ex-Boxstar Wladimir Klitschko hat sich in einem eindringlichen Appell an die Weltgemeinschaft gewandt und Hilfe für die von Russland angegriffene Ukraine gefordert.

«Erst heute wurden Raketen auf Zivilisten gefeuert, Zivilisten werden bei Sonderoperationen getötet - und all das passiert im Herzen Europas», sagte der Bruder des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko in einer Videobotschaft auf Englisch. Es sei nun keine Zeit mehr zu verlieren, betonte Wladimir Klitschko. «Sie müssen jetzt handeln, um die russische Aggression zu stoppen - mit allem, was Sie haben. (...) In einer Stunde oder morgen ist es zu spät. Bitte handelt jetzt!».


Wegen ESC-Ausschluss: Russische Medien verlassen Rundfunkunion

MOSKAU: Als Reaktion auf den russischen Ausschluss vom Eurovision Song Contest (ESC) 2022 verlassen mehrere russische Sender den Veranstalter European Broadcasting Union (EBU). Der Erste Kanal, die staatliche Medienholding WGTRK und das Radiozentrum Ostankino protestierten damit gegen den Schritt. Es handle sich um ein unangemessenes politisches Opfer eines Musikforums, das immer seinen unpolitischen Status betont habe, teilten die Sender am Samstag der Agentur Tass zufolge mit.

Die Entscheidung sei zudem mitnichten das erste Mal, dass die EBU sich politisch beim ESC einmische. Die Sender nannten das Lied «1944», mit dem die ukrainische Sängerin Jamala 2016 den Wettbewerb gewonnen hatte - «ein offenes politisches Manifest» - sowie den Ausschluss von Belarus 2021. «Dies sind nur zwei Beispiele in einer langen Reihe, als die Organisatoren den Begriff «Politik» voreingenommen und wählerisch genutzt haben», hieß es. Die EBU setze damit den Wunsch der EU um, obwohl die meisten Mitglieder der Rundfunkunion gar keine EU-Mitglieder seien.

Die EBU hatte ihre Entscheidung am Freitag damit begründet, dass eine russische Teilnahme den Wettbewerb «in Misskredit bringen könnte». Russland hatte am Donnerstagmorgen mit dem Angriff auf die Ukraine begonnen.


Prinz William und Kate: Stehen an Seite Selenskyjs und der Ukrainer

LONDON: Der britische Prinz William (39) und seine Frau, Herzogin Kate (40), haben ihre Solidarität mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und der ukrainischen Bevölkerung zum Ausdruck gebracht. «Im Oktober 2020 hatten wir das Privileg, Präsident Selenskyj und die First Lady kennenzulernen und von deren Hoffnung und Optimismus für die Zukunft der Ukraine zu erfahren», schrieben die beiden auf Twitter und fügten hinzu: «Wir stehen heute an der Seite des Präsidenten und des gesamten ukrainischen Volkes, die tapfer für diese Zukunft kämpfen.»

Unterzeichnet war der Tweet mit den Initialen des Paares «W & C» - das gilt als Zeichen, dass sie die Nachricht persönlich verfasst haben. Die deutliche Positionierung des Zweiten in der britischen Thronfolge und seiner Frau zu einem militärischen Konflikt im Ausland dürfte als höchst ungewöhnlich gelten. Normalerweise halten sich die britischen Royals in politischen Fragen meist sehr zurück.


Royal Opera House sagt Gastauftritte des Bolschoi-Theaters ab

LONDON/MOSKAU: Als Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine hat das Royal Opera House in London möglichen Gastauftritten des weltberühmten Moskauer Bolschoi-Theaters eine Absage erteilt. «Eine Sommersaison des Bolschoi-Balletts am Royal Opera House war in den letzten Zügen der Planung», teilte das Konzerthaus mit. «Angesichts der aktuellen Umstände können die Auftritte leider nicht wie geplant stattfinden.»

Das Bolschoi betonte am Samstag, es habe ohnehin keinen Vertrag gegeben, da wegen der Corona-Pandemie unsicher gewesen sei, ob Tourneen möglich sind. Daher seien die Pläne bisher auch nie veröffentlicht worden, zitierte die Agentur Interfax eine Theaterquelle. «In der aktuellen Situation wird es noch schwieriger, die Ankunft und Auftritte unseres Teams in Großbritannien zu organisieren.»


Starkoch José Andrés hilft ukrainischen Flüchtlingen

MADRID: Der spanische Starkoch José Andrés hilft mit seiner Organisation World Central Kitchen (WCK) ukrainischen Flüchtlingen. Die Hilfsaktion an der Grenze zu Polen sei am späten Freitagabend angelaufen, berichtete WCK in den sozialen Netzwerken. 1700 warme Mahlzeiten mit Huhn, Reis und Gemüse seien ausgegeben worden. «Der Grenzübergang ist 24 Stunden geöffnet und die Flüchtlinge aus der Ukraine strömen die ganze Nacht hindurch. Diese Mahlzeiten sind erst der Anfang unserer Bemühungen vor Ort - bald werden weitere folgen.»

Auf Twitter verurteilte José Andrés den russischen Angriff. «Ich bin bestürzt», sagte er in einem Video. Man könne ja Differenzen haben. «Aber da bombardiert man doch nicht gleich ein ganzes Land und tötet dabei Kinder, Männer und Frauen.» Man werde bald auch an der Grenze zwischen der Ukraine und Rumänien Hilfsaktionen starten. «Wir müssen uns als Kraft für das Gute zusammenschließen!», forderte der Spanier, der Kremlchef Wladimir Putin als «Bully» (Tyrann, Rüpel) bezeichnete.

José Andrés wohnt und arbeitet seit etwa 30 Jahren vorwiegend in den USA, wo er als Chef bereits seit vielen Jahren erfolgreich ist. In die Schlagzeilen kam er in den vergangenen Jahren aber vor allem aufgrund seines sozialen Engagements. Der 52-Jährige wurde für den Friedensnobelpreis nominiert und 2021 mit dem angesehenen Prinzessin-von-Asturien-Preis ausgezeichnet. WCK versorgt Menschen in Katastrophengebieten mit Mahlzeiten. Der Gastronom, der mit vollem Namen José Ramón Andrés Puerta heißt, gründete die Nichtregierungsorganisation 2010 nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti.


Unesco-Kommissionen zeigen sich solidarisch mit der Ukraine

BONN: Die Unesco-Kommissionen von mehr als 25 Staaten haben die russische Invasion in die Ukraine «auf das Schärfste» verurteilt. «Wir bringen unsere Solidarität mit den Einwohnerinnen und Einwohnern der Ukraine zum Ausdruck, einschließlich der Journalistinnen und Journalisten, die aus dem Kriegsgebiet berichten, sowie mit den Lehrkräften, Studierenden und Schülerinnen und Schülern, die das Recht auf Bildung in Frieden haben», hieß es in einer gemeinsamen Erklärung, die die deutsche Unesco-Kommission am Samstag veröffentlichte.

Die jüngsten Ereignisse stellten «einen Wendepunkt für die Ukraine, Europa und die ganze Welt» dar, hieß es weiter. Die Unesco fordere die Wahrung der Informationsfreiheit, den Schutz von Medienschaffenden und die Einhaltung der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten. In der Ukraine befänden sich sieben Unesco-Welterbestätten.

Die Unesco ist die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation. Die Stellungnahme wurde getragen von den Kommissionen von Albanien, Andorra, Belgien (Flandern), Bulgarien, Deutschland, Estland, Färöer, Finnland, Frankreich, Island, Italien, Kanada, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Schweden, Schweiz, Türkei, Ungarn und dem Vereinigten Königreich.


Sean Penn: Ukrainisches Volk ist Symbol für Mut und Prinzipien

LOS ANGELES/KIEW: Oscar-Preisträger Sean Penn (61, «Mystic River») hat den russischen Angriff auf die Ukraine als einen «brutalen Fehler» bezeichnet, der Menschenleben gekostet und Herzen gebrochen habe. «Wenn er nicht einlenkt, wird Herr Putin meiner Meinung nach einen schrecklichen Fehler für die gesamte Menschheit begangen haben», schrieb Penn in einem Statement.

Penn arbeitet in Kiew an einer Dokumentation über den Ukraine-Krieg. Das ukrainische Präsidialamt hatte auf Facebook mitgeteilt, dass er die Ereignisse in der Ukraine aufzeichnen wolle, um «der Welt die Wahrheit über Russlands Invasion» zu zeigen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte auf Instagram ein Video geteilt, in dem er sich mit Penn unterhält.

Penn erklärte in dem Statement weiter: «Präsident Selenskyj und das ukrainische Volk sind zu historischen Symbolen für Mut und Prinzipien geworden.» Die Ukraine sei die Speerspitze des demokratischen Ideals der Träume und Hoffnungen. «Wenn wir es zulassen, dass sie alleine kämpft, ist unsere Seele als Amerika verloren.»

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