Neues aus der Film-, Musik- und Promiwelt am Mittwoch

Foto: Pixabay
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Harvey Weinstein wegen Sexualstraftaten in Los Angeles angeklagt

LOS ANGELES: Ex-Filmproduzent Harvey Weinstein, der wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung eine langjährige Haftstrafe absitzt, ist am Mittwoch in Los Angeles wegen weiterer Sexualstraftaten angeklagt worden. Nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft geht es um Vorwürfe von fünf Frauen, darunter Vergewaltigung, in einem Zeitraum von 2004 bis 2013. Weinstein habe vor Gericht auf nicht schuldig plädiert, teilte die Behörde mit. Er muss Ende Juli wieder vor Gericht erscheinen.

Der 69-Jährige war am Dienstag von einem Gefängnis im Norden des US-Bundesstaates New York nach Los Angeles überstellt worden. In New York war der frühere Film-Mogul im Februar 2020 von einer Jury wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung für schuldig befunden und zu 23 Jahren Haft verurteilt worden.


Oscargewinnerin Zhao in der Jury beim Filmfest in Venedig

VENEDIG: Die Regisseurin und diesjährige Oscarpreisträgerin Chloé Zhao («Nomadland») wird Mitglied der internationalen Jury der 78. Filmfestspiele in Venedig. Das gaben die Organisatoren in der italienischen Lagunenstadt am Mittwoch bekannt. Die gebürtige Chinesin wird in dem Gremium über die Preise entscheiden, darunter den Goldenen Löwen für den besten Film. Im vergangenen Jahr hatte Zhao mit ihrem Road-Movie diesen Preis in Venedig geholt.

Die Kino-Biennale soll vom 1. bis zum 11. September laufen. Das Festival ist neben Cannes und Berlin eines der wichtigsten der Welt. Geleitet wird die Jury von dem südkoreanischen Regisseur Bong Joon-ho («Parasite»). Dies war bereits seit Jahresbeginn bekannt, nun verkündeten die Festival-Organisatoren die vollständige Besetzung.

Mit dem US-Drama «Nomadland» schrieb Zhao Filmgeschichte. Das Werk wurde neben dem Goldenen Löwen in Venedig auch mit drei Oscars ausgezeichnet - und Zhao als erst zweite Frau in der Oscar-Geschichte für die beste Regie geehrt.


Künstlerin Karamustafa erhält europäischen Preis

ZÜRICH: Einer der höchstdotierten europäischen Kunstpreise geht in diesem Jahr an die türkische Künstlerin Gülsün Karamustafa. Sie erhält 150.000 Franken (rund 138.000 Euro), wie der Stiftungsrat der Roswitha Haftmann-Stiftung am Mittwoch in Zürich mitteilte.

«Die Künstlerin, deren Werk verschiedene Gattungen wie Malerei, Installation, Video und Performance umfasst, gehört zu den bedeutendsten Kunstschaffenden der Türkei», teilte die Stiftung mit. «Ihr Werk ist von der Ästhetik byzantinischer Ikonen und der Hinterglasmalerei inspiriert, bricht aber mit den Traditionen der kanonischen Kunst.»

Karamustafa wurde 1946 in Ankara geboren. Sie lebt und arbeitet in Istanbul. Sie beschäftigte sich schon in den 1970er-Jahren mit Themen wie Migration, Feminismus, Gender und der Aufarbeitung des Kolonialismus, wie die Stiftung berichtet. Renommierte Institutionen wie die Tate Modern in London, das Guggenheim-Museum in New York oder das Museum Ludwig in Köln hätten Werke von ihr erworben.

Roswitha Haftmann (1924-1998) war Galeristin unter anderem in Zürich. Sie lebte in den 60er Jahren zeitweise in Berlin, wo ihr damaliger Mann Werner Haftmann Gründungsdirektor der Neuen Nationalgalerie war. Der Preis soll am 3. Dezember in Zürich verliehen werden.


Schauspieler Halmer und die schrulligen Alten

MÜNCHEN: Günther Maria Halmer («Lang lebe die Königin») hadert mit manchen Rollen für Schauspieler jenseits der 50. «Entweder spiele ich den schrulligen Alten oder den dementen Alten. So sehen Drehbuchautoren ältere Menschen», sagte der 78-Jährige im Interview der «Süddeutschen Zeitung» vom Mittwoch. Manche Rollen erforderten aber auch einen gewissen Masochismus, etwa die eines Demenzkranken im Kinofilm «Die Vergesslichkeit der Eichhörnchen», der am Donnerstag startet. «Wenn der sich in die Hosen macht, denkt man sich: So möchte ich auch im Alter nicht sein.»


Maren Kroymann: «Altersmäßig jenseits von Gut und Böse»

BERLIN: Maren Kroymann ist durch die Corona-Zwangspause für die Bühnen auf den Gedanken gekommen, sich künftig jedes Jahr eine Auszeit zu nehmen. «Diese Pausen benötige ich dringend - demnächst geht es also aufs Land in Bayern, zum Digitalfasten und Innehalten», sagte Kroymann in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Die schwierige Zeit der Pandemie hat die beliebte Fernseh-, Film- und Theaterschauspielerin nach eigenen Worten bislang gut überstanden: «Viele von uns, die vor der Kamera stehen durften, hatten da einfach Glück. Umso wichtiger ist es, dass wir alle, die diesem Berufsstand angehören, zusammenhalten, uns gemeinsam artikulieren, gegenseitig unterstützen und uns weiterhelfen», sagte die Berlinerin.


«Sisi»-Regisseur Bohse: Die Serie wird ein «gigantisches Spektakel»

RIGA: Bei der Streamingserie «Sisi» können sich die Zuschauer nach den Worten von Regisseur Sven Bohse auf «ein gigantisches Spektakel rund um die Kaiserin von Österreich» freuen. «Wir versuchen es natürlich schon so zeitgeistig und modern wie möglich zu erzählen», sagte Bohse der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Dreharbeiten für die TVnow-Produktion in Lettlands Hauptstadt Riga. «Das soll jetzt keine nostalgische Serie für die Mütter und Großmütter und Väter und Großväter werden, sondern eher auch für ein jüngeres Publikum zugänglich.» Messlatte seien Produktionen auf Netflix oder Amazon Prime, aber auch große historische Serien auf den öffentlich-rechtlichen Sendern.


Riccardo Simonetti wehrt sich gegen Morddrohungen nach TV-Auftritt

BERLIN: Der Influencer und Entertainer Riccardo Simonetti wehrt sich gegen Beleidigungen und Morddrohungen nach seinem jüngsten TV-Auftritt im «ZDF-Fernsehgarten». Seit der Ausstrahlung der Sendung am Sonntag hätten ihn und sein Management «zahlreiche Morddrohungen erreicht, die sehr explizit und grausam waren», schrieb der 28-Jährige am Dienstag auf Instagram. «Leider ist das keine Seltenheit und eigentlich nur ein trauriges Armutszeugnis, mit dem man als geschminkter Mann heute auch noch leben muss. Mir ist besonders wichtig zu betonen, dass all diese Nachrichten mit homophoben Absichten geschrieben wurden.» Er habe sich vorgenommen, jede dieser Nachrichten bei der Polizei zur Anzeige zu bringen. «Das Internet ist kein rechtsfreier Raum und die Handlungen, die man hier unternimmt, haben auch im echten Leben Konsequenzen», kündigte Simonetti an.


Jan Böhmermann isst am liebsten Spargel mit Sauce Hollandaise

KÖLN: Moderator Jan Böhmermann (40, «ZDF Magazin Royale») isst am liebsten Spargel. «Tun wir nicht so, als sei unsere kulinarische Tradition auf Erdnusssoße und Chili aufgebaut. Spargel mit Sauce Hollandaise ist mein absolutes Lieblingsgericht», sagte der Satiriker der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich sei er aber auch jahrelang daran gescheitert, die berühmte Buttersauce selbst zuzubereiten. Zehn Jahre lang sei er daran gescheitert. «Jahrelang hat es mich zur Weißglut gebracht, wenn die Emulsion gekippt ist», so Böhmermann. Erst jetzt, nach vielen Versuchen, habe er endlich alles herausgefunden: die korrekte Herd-Einstellung, die korrekte Zeit, die korrekte Würzung. Böhmermann bekommt eine eigene Kochshow.


Sänger Alvaro Soler erinnert sich an Jugend in Olympia-Stadt Tokio

BERLIN: Musiker Alvaro Soler (30) verbindet mit der Olympia-Stadt Tokio viele positive Erinnerungen aus der Jugend. «Für mich ist Japan ein bisschen wie zuhause. Ich habe die Zeit dort sehr genossen», sagte Soler im Interview der Deutschen Presse-Agentur anlässlich der Olympischen Spiele in Tokio. Soler ist mit seiner Familie im Alter von zehn Jahren nach Japan gezogen und besuchte dort eine deutsche Schule. «Die Japaner sind schon verrückt. Auf der einen Seite halten sie sich streng an Regeln und können nicht aus ihrer Haut. Aber wenn sie nach der Arbeit feiern gehen, sind sie nach einem Bier betrunken und liegen um zehn Uhr abends auf dem Boden», erinnert sich der Sänger mit deutschen und spanischen Wurzeln. «Aber ich finde das auch wichtig, weil es beweist, dass wir einfach nur Menschen sind.»


Promis stärken Starkoch Schuhbeck den Rücken nach Insolvenz-Meldung

MÜNCHEN: Starkoch Alfons Schuhbeck (72) erhält nach der Ankündigung seiner Insolvenz Unterstützung von prominenten Freunden und Gästen. «Es bedrückt mich sehr, dass Alfons jetzt in dieser nicht einfachen Situation ist», sagte der Schauspieler Elmar Wepper der «Bild»-Zeitung vom Mittwoch, der Schuhbeck als zuverlässigen Freund lobte, auch in der Not. «Ich halte ihm die Treue», meinte Wepper. Moderatorin Verena Kerth zeigte sich zuversichtlich: «Alfons ist ein Kämpfer. Ich weiß, er hat die Kraft, sein Lebenswerk fortzusetzen.» Schuhbeck hatte am Wochenende mitgeteilt, dass er beim Amtsgericht München Insolvenz angemeldet hat.


Leute kompakt

Britney Spears will nicht mehr schweigen

LOS ANGELES: Britney Spears will nach eigenen Worten noch lange nicht damit aufhören, sich öffentlich über ihre Vormundschaft zu äußern. «Ich werde nie in der Lage sein, loszulassen und weiterzumachen, bis ich alles gesagt habe, was ich sagen musste... und ich bin nicht annähernd so weit!», schrieb die 39-Jährige am Dienstag (Ortszeit) auf Instagram. Dazu teilte sie ein Foto von mehreren Würfeln, die den Satz «Ein Tag nach dem anderen» legen. «Mir wurde so lange gesagt, dass ich über Dinge schweigen soll, und ich habe endlich das Gefühl, anzukommen», fuhr Spears fort. Ihren Post beendete sie mit drei Friedenstauben-Emojis. Am vergangenen Wochenende hatte die Sängerin in einem langen Instagram-Post deutliche Kritik an der Vormundschaft, ihrem Umfeld und ihrer Familie geübt.


Coldplay: Neues Album «Music Of The Spheres» kommt im Oktober

BERLIN: Die britische Band Coldplay hat ihr neuntes Studioalbum angekündigt. «Music Of The Spheres» erscheint am 15. Oktober, wie die Band am Dienstag (Ortszeit) mit einer handgeschriebenen Notiz auf Instagram bekanntgab. Als Vorgeschmack veröffentlichten die Briten den Videotrailer «Overtura», eine animierte Reise durch ein buntes Planetensystem. Dazu werden Ausschnitte der neuen Songs angespielt, allen voran die Single «Higher Power», die Anfang Mai veröffentlicht wurde.

Eine neue Single mit dem Titel «Coloratura» soll am Freitag (23. Juli) erscheinen, eine weitere Single-Auskopplung wird es laut Coldplay im September geben. «Danke fürs Zuhören oder für die Teilnahme an Konzerten oder für jeden anderen Weg, auf dem wir uns durch Musik getroffen haben», schrieb die Band.


Nach All-Ausflug von Bezos: Blue Origin kündigt weitere Flüge an

VAN HORN: Nach dem Kurztrip von Amazon-Gründer Jeff Bezos ins All hat seine Raumfahrtfirma Blue Origin noch für dieses Jahr mindestens zwei weitere Flüge angekündigt. «Die Nachfrage ist sehr hoch», sagte der 57-Jährige nach der Landung am Dienstag bei einer Pressekonferenz. «Wir gehen auf 100 Millionen Dollar in Ticketverkäufen zu.» Nach den zwei Flügen noch in diesem Jahr müsse man sehen, wie es im nächsten Jahr weitergehe.

Auch er selbst würde sofort wieder ins All fliegen, sagte der nach Angaben des «Forbes»-Magazins reichste Mensch der Welt. «Selbstverständlich! Wie schnell können wir das Ding wieder betanken?», witzelte Bezos. Zuvor hatte er gemeinsam mit seinem Bruder Mark («dem lustigsten Menschen, der je im Weltall war»), einer 82 Jahre alten früheren US-Pilotin und einem 18-jährigen Niederländer an Bord des Raumschiffs «New Shepard» einen insgesamt rund zehnminütigen All-Ausflug unternommen.

Bereits rund zehn Tage zuvor hatte mit dem Briten Richard Branson ein anderer Milliardär sein eigenes Raumschiff getestet. Auch Branson erhofft sich einen Einstieg in das Geschäft mit dem Weltraum-Tourismus. Kritiker werfen den Milliardären allerdings vor, ohne Rücksicht auf das Klima und weitgehend ohne wissenschaftliche Forschungsinteressen sehr viel Geld zu verschwenden.

Der Chef des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (UN), David Beasley, beispielsweise gratulierte Bezos zum All-Ausflug - rief ihn per Twitter aber auch erneut dazu auf, sich für die Hunger leidenden Menschen auf der Erde einzusetzen. «Wie du vom Weltraum aus gesehen hast, ist die Erde ein ganz besonderer Ort. 41 Millionen Menschen stehen an der Schwelle zur Hungersnot. Ich brauche deine Hilfe. Wir brauchen deine Hilfe.»


Matt Damon und Adam Driver kämpfen in «The Last Duel»-Trailer

LOS ANGELES: Die Hollywood-Stars Matt Damon («Jason Bourne» und Adam Driver («Marriage Story») zeigen ihre kämpferische Seite: In dem am Dienstag veröffentlichen Trailern für «The Last Duel» treffen sie als Ritter im Frankreich des 14. Jahrhunderts im brutalen Zweikampf aufeinander. «Gladiator»-Regisseur Ridley Scott (83) holte für sein aufwendig gedrehtes Historienepos auch Oscar-Preisträger Ben Affleck und die britische Schauspielerin Jodie Comer («Killing Eve») vor die Kamera.

Der Kampf der beiden Ritter um Leben und Tod beruht auf einer wahren Begebenheit, als 1386 in Frankreich das letzte, offizielle Duell ausgetragen wurde, um so einen Gerichtsstreit zu entscheiden. Marguerite de Carrouges (Comer), die Frau des Ritters Jean de Carrouges (Damon), hatte den Knappen Jacques Le Gris (Driver) der Vergewaltigung beschuldigt.

Der Trailer wurde in wenigen Stunden im Netz mehr als 1,3 Millionen mal angeklickt. Der Film nach einem Drehbuch von Damon, Affleck und Nicole Holofcener soll Mitte Oktober in die Kinos kommen.

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