Neues aus dem Ausland am Sonntag

Neues aus dem Ausland am Sonntag

E-Sport-Team von Paris Saint-Germain und LGD unterliegt bei Dota-WM

BUKAREST: Im Finale der zehnten Dota-2-WM «The International» hat Team Spirit den Favoriten PSG.LGD mit 3:2 geschlagen. Spirit war der Außenseiter im Finale am Sonntag im rumänischen Bukarest und schlug das chinesische Star-Team in einer knappen Best-of-Five-Serie.

Mit dem Sieg kassierte die russische Mannschaft ein Rekord-Preisgeld von über 18 Millionen US-Dollar (rund 15,7 Millionen Euro). Insgesamt wurden bei der WM über 40 Millionen Dollar an Preisgeld ausgeschüttet. Die Zweitplatzierten PSG.LGD, ein E-Sport-Team, das mit dem französischen Fußballclub Paris Saint-Germain kooperiert, erhielt immerhin noch 5 Millionen Dollar.


Außenseiter voraussichtlich Herausforderer von Orban

BUDAPEST: Der konservative und parteilose Außenseiter Peter Marki-Zay wird voraussichtlich als Oppositionskandidat den rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban bei der Parlamentswahl 2022 herausfordern. Bei einer von der Opposition organisierten Vorwahl lag der 49-Jährige nach Teil-Auszählungsergebnissen vom Sonntagabend deutlich vorn.

Eine derartige Vorwahl fand in Ungarn zum ersten Mal statt. Sechs bisher zerstrittene Oppositionsparteien - von links-grün bis rechtskonservativ - sollen den Sieger im Wahlkampf gegen Orban unterstützen.

Nach Auszählung von mehr als der Hälfte der Stimmen kam Marki-Zay auf 59,1 Prozent der Stimmen und seine Gegenkandidatin Klara Dobrev von der sozialdemokratischen Partei DK auf 40,9 Prozent, wie die Vorwahlkommission am Sonntagabend bekannt gab. Dobrev gratulierte bereits und versprach, ihn mit voller Kraft im Parlamentswahlkampf zu unterstützen.

Die Beteiligung an der Vorwahl erreichte eine Rekordhöhe: 662.016 Wähler stimmten binnen sechs Tagen bis zum Samstagabend ab. An der ersten Runde der Vorwahl Ende September hatten sich 633.811 Bürger beteiligt. Schon dieser Wert übertraf die Erwartungen der Organisatoren. Fünf Spitzenkandidaten standen damals zur Auswahl. In der ersten Runde stimmten die Bürger zudem in 94 von 106 Wahlkreisen über die jeweiligen gemeinsamen Direktkandidaten für das Parlament ab.


Hunderte protestieren im Irak gegen Wahlergebnis

BAGDAD: Im Irak haben Hunderte Menschen gegen das Ergebnis der Parlamentswahl protestiert. Auslöser waren deutliche Verluste proiranischer Gruppen. Deren Unterstützer versammelten sich am Sonntag in der Hauptstadt Bagdad sowie in Basra im Süden und zündeten im Protest Autoreifen an, wie Augenzeugen berichteten. Andere blockierten eine Straße zwischen Bagdad und Basra.

Großer Wahlverlierer war die Fatah-Koalition. Sie ist mit schiitischen Milizen im Land verbunden, die wiederum vom Nachbarland Iran unterstützt werden. Die Fatah-Koalition büßte nach ersten Ergebnissen 32 ihrer Sitze ein und kommt damit nur noch auf 15 Mandate. Bei der Parlamentswahl 2018 wurde die sie noch zweitstärkste Kraft. Ein Bündnis aus neun schiitischen Gruppen lehnt die Ergebnisse ab. Aus ihrer Sicht ist es bei der Wahl vor einer Woche zu «großen Unregelmäßigkeiten» gekommen. Die Gruppen haben angekündigt, das Wahlergebnis anfechten zu wollen.

Stärkste Kraft wurde ersten Ergebnissen zufolge erneut die Strömung des schiitischen Geistlichen Muktada al-Sadr. Beobachter hatten damit gerechnet. Die «Sadristen» gewannen demnach 73 der insgesamt 329 Sitze. Wegen Beschwerden könnte sich die Bekanntgabe des offiziellen Ergebnisses noch um Wochen oder gar Monate verzögern.

Die Iraker hatten am Sonntag vor einer Woche unter einem Großaufgebot an Sicherheitskräften über die Parlamentskandidaten abgestimmt. Auch aus Frust über die politische Elite des Landes beteiligten sich gerade einmal 43 Prozent der Wähler, wie die Wahlkommission am Sonntag mitteilte. Das ist die geringste Beteiligung seit dem Sturz des Langzeitherrschers Saddam Hussein im Jahr 2003. Der ölreiche Irak steckt in einer politischen und wirtschaftlichen Krise.


Tausende Menschen demonstrieren in Rotterdam für bezahlbare Wohnungen

ROTTERDAM: Tausende Menschen haben am Sonntag in Rotterdam für bezahlbaren Wohnraum demonstriert. «Wohnen ist ein Recht, kein Geschäftsmodell» oder «Der Wohnungsmarkt ist am Ende und wir stehen Kopf» stand auf den Transparenten der Demonstranten in der niederländischen Hafenstadt. «Wir fordern eine andere Wohnungspolitik und ein Ende der Wohnungskrise», sagte ein Sprecher der Organisatoren zu Beginn des Protestmarsches, wie der öffentliche Rundfunk NOS berichtete. Die Organisatoren schätzten die Zahl der Teilnehmer an der Demonstration unter dem Motto «Häuser für Menschen, nicht für Gewinn» demnach auf rund 8000.

Vergangenen Monat protestierten in Amsterdam bereits 15.000 Menschen für mehr Investitionen in bezahlbare Wohnungen, niedrigere Mieten und eine Beschränkung des freien Marktes im Wohnungssektor. In anderen Großstädten wie Den Haag und Groningen sind weitere Demonstrationen geplant.


Russischer Botschafter: Rückkehr ausgewiesener BBC-Reporterin möglich

LONDON: Der russische Botschafter in London hat eine Rückkehr der kürzlich ausgewiesenen BBC-Korrespondentin Sarah Rainsford in Aussicht gestellt, sollten russische Journalisten im Gegenzug Visa für Großbritannien erhalten. «Dieser Schritt wurde vollzogen, weil unsere Journalisten hier sehr schlecht behandelt werden», sagte Andrei Kelin in einem BBC-Interview am Sonntag. Russische Journalisten würden ein Jahr zu früh zurückgeschickt, so Kelin weiter. Er fügte hinzu: «Wir erwarten, dass sich diese Situation ändert».

Rainsford sei informiert worden, dass sie zurückkehren könne, sobald ein Korrespondent der Staatsagentur Tass ein Visum erhalte, so Kelin weiter. Zu dem gegenüber Rainsford von Behörden erhobenen Vorwurf, sie habe feindliches Verhalten gegenüber Russland gezeigt, sagte der Diplomat: «Im Allgemeinen ist das, was in Großbritannien in Zeitungen und der Presse über Russland geschrieben wird, sehr schlecht, würde ich sagen.»

Die langjährige BBC-Russland-Korrespondentin Rainsford hatte im August berichtet, ihr Visum werde nicht erneuert und sie werde des Landes verwiesen. «Mir wurde gesagt, dass ich nie wieder zurückkehren kann», sagte sie am damals. Zur Begründung sei ihr mitgeteilt worden, sie stelle ein Risiko für die nationale Sicherheit des Landes dar.

Der Schritt wurde interpretiert als Antwort der russischen Behörden auf die Weigerung Großbritanniens, dem russischen Staatssender RT eine Lizenz zu erteilen. Die BBC verurteilte die Entscheidung als Angriff auf die Pressefreiheit und konstatierte eine zunehmend feindliche Atmosphäre gegenüber ausländischen Journalisten in dem Land.


Rund eineinhalb Tonnen Kokain vor Ecuadors Küste beschlagnahmt

MANTA: Die ecuadorianische Polizei hat vor der Küste des südamerikanischen Landes mehr als eineinhalb Tonnen Kokain beschlagnahmt. Die Drogen waren in einem Schiff versteckt, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Bei dem Einsatz im Pazifik nahe der Hafenstadt Manta wurden demnach auch 16 Verdächtige festgenommen.

Die Drogenkartelle schmuggeln das in den südamerikanischen Andenländern Kolumbien, Bolivien und Peru hergestellte Kokain häufig auf dem Seeweg nach Mittelamerika und dann weiter über Land in die USA.


Genfer Syrien-Gespräche: Arbeit an Verfassungsentwurf soll beginnen

GENF: Vertreter der syrischen Regierung und Opposition sollen in den kommenden Tagen erstmals gemeinsam an einem konkreten Verfassungstext arbeiten. Das gab der UN-Syrien-Beauftragte Geir Pedersen am Sonntag, dem Vorabend der Gespräche in Genf bekannt. Die Bemühungen um eine neue Verfassung für das Bürgerkriegsland laufen seit zwei Jahren. Bei den fünf bisherigen Runden unter UN-Aufsicht kam es jedoch weder zu Textverhandlungen noch zu anderen greifbaren Ergebnissen.

«Das Neue an dieser Woche ist, dass wir einen Entwurfsprozess für die Verfassungsreform in Syrien beginnen werden», sagte Pedersen in einer Pressekonferenz. Laut norwegischem UN-Vermittler verliefen seine vorbereitenden Gespräche mit beiden Seiten am Sonntag «ernsthaft und offen». Er betonte jedoch, dass die Verfassungsgespräche allein «die Syrienkrise nicht lösen können».

Neben je 15 Gesandten von Staatschef Baschar al-Assad und der Opposition nehmen auch 15 Vertreter der syrischen Zivilgesellschaft an der Runde teil. Diese soll bis Ende der Woche dauern. Die Opposition wirft der Regierung in Damaskus vor, die 2019 in Genf begonnenen Verfassungsgespräche zu verschleppen. Nach UN-Schätzungen kontrolliert Assad heute wieder rund 70 Prozent des Landes. Er ließ sich im Mai in einer umstrittenen Wahl für eine vierte Amtszeit wählen.


UN nehmen neuen Anlauf für eine neue Verfassung in Syrien

GENF: Die Vereinten Nationen nehmen am Montag in Genf einen neuen Anlauf, um die festgefahrenen Gespräche über eine neue Verfassung für Syrien wieder in Gang zu bringen. Am europäischen Sitz der Vereinten Nationen kommen Vertreter der Regierung, der Opposition und der Zivilgesellschaft mit dem UN-Syriengesandten Geir Pedersen zusammen. Fernziel ist es, eine neue Verfassung auszuarbeiten, eine Volksabstimmung darüber abzuhalten und Neuwahlen anzusetzen. Dieses Prozedere sieht eine UN-Resolution von 2015 vor.

Seitdem hat sich die Lage in dem Bürgerkriegsland aber deutlich geändert. Zunächst tobte ein jahrelanger Bürgerkrieg, nachdem der Machthaber Baschar al-Assad im März 2011 Proteste gegen seine Regierung gewaltsam niederschlagen ließ. 2015 wendete sich das Blatt aber, als Assad Militärunterstützung von Russland bekam. Auch der Iran steht auf seiner Seite, während die Türkei im Norden Rebellengebiete sichert und die USA die Kurdenmilizen im Osten unterstützen. Nach UN-Schätzungen hat Assad heute wieder rund 70 Prozent des Landes unter Kontrolle. Er ließ sich im Mai in einer umstrittenen Wahl für eine vierte Amtszeit wählen.

Assad macht keine Anstalten, der UN-Resolution 2254 von 2015 Folge zu leisten. Die Opposition wirft der Regierung in Damaskus vor, die 2019 in Genf begonnenen Verfassungsgespräche zu verschleppen. Bei der letzten Gesprächsrunde im Januar gab es keine Fortschritte.


EU-Außenminister beraten über Entwicklungen in Äthiopien und Tunesien

LUXEMBURG: Die Außenminister der EU-Staaten wollen sich an diesem Montag (9.30 Uhr) bei einem Treffen in Luxemburg mit den jüngsten Entwicklungen in Äthiopien und in Tunesien beschäftigen. In beiden Fällen geht es vor allem um die Frage, wie sich die Europäische Union gegenüber den dortigen Machthabern positionieren soll.

In Äthiopien hat Ministerpräsident Abiy Ahmed im vergangenen Jahr in der Region Tigray eine blutige Militäroffensive gegen die bis dahin dort herrschende Volksbefreiungsfront TPLF begonnen, die zu einer schweren humanitären Krise im Norden des Landes geführt hat.

In Tunesien entmachtete Präsident Kais Saied Ende Juli Regierungschef Hichem Mechichi und das Parlament. Mittlerweile gibt es mit Nejla Bouden zwar wieder eine Ministerpräsidentin, ihre Machtbefugnisse sind allerdings beschränkt.

Weitere Themen beim Außenministertreffen sind die Zusammenarbeit der EU mit Staaten aus der Golfregion und den Ländern der sogenannten Östlichen Partnerschaft wie Georgien und der Ukraine. Zudem soll es auch um die Lage in Afghanistan und auf dem Westbalkan gehen. Für Deutschland wird Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) zu dem Treffen erwartet.


Sea-Watch rettet mehr als 60 Menschen im Mittelmeer aus Seenot

ROM: Einen Tag nach Erreichen ihres Einsatzgebietes hat die deutsche Organisation Sea-Watch mehr als 60 Menschen im Mittelmeer aus Seenot gerettet. Unter ihnen seien viele Kinder gewesen, schrieb Sea-Watch am Sonntag auf Twitter. Das Einsatzgebiet der «Sea-Watch 3» liegt nach Angaben der privaten Seenotretter vor der Küste Libyens. Das Schiff hatte Anfang August mehr als 250 gerettete Bootsmigranten nach Trapani auf Sizilien gebracht.

Zudem kamen nach Meldungen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag 49 Migranten mit mehreren Boot an Sardiniens Küsten an. Weitere 31 Migranten erreichten die italienische Insel Lampedusa und 41 - alle Tunesier - gingen in Sizilien an Land.

Die Menschen versuchen meist von den Küsten Tunesiens oder Libyens über das Mittelmeer in die EU zu gelangen. Sie sind auf der Flucht oder erhoffen sich dort ein besseres Leben. Immer wieder kommt es auf den gefährlichen Überfahrten auch zu Unglücken mit Todesopfern. Mitunter greifen die Küstenwachen der nordafrikanischen Länder die Menschen auf und bringen sie wieder zurück.


Demonstranten fordern Solidarität mit Flüchtlingen

WARSCHAU: Zahlreiche Demonstranten sind in Warschau für einen würdigen Umgang mit Flüchtlingen auf die Straße gegangen. Unter dem Motto «Stoppt die Folter an der Grenze» zogen am Sonntag Hunderte Menschen vor den Sejm, die erste Kammer des Parlaments. Die Teilnehmer forderten ein Ende von Deportationen und lasteten den Behörden sogenannte Pushbacks, also gewaltsame Zurückführungen, an der polnischen Ostgrenze zu Belarus an. Auch in Krakau (Krakow) gab es eine Kundgebung.

Diese Menschen seien nicht aus irgendeiner Laune heraus geflohen, sondern weil sie in ihrem Heimatland nicht mehr leben könnten, sagte die Regisseurin Agnieszka Holland dem Sender TVN24. Die nationalkonservative Regierung in Warschau hat an der Grenze zu Belarus den Ausnahmezustand verhängt und einen Stacheldrahtzaun errichtet, der zu einer dauerhaften Befestigung ausgebaut werden soll. Die Opposition spricht von Plänen für eine «Mauer».

Das Parlament hatte zudem am Donnerstag eine Änderung des Ausländerrechts beschlossen, die es dem örtlichen Grenzschutzkommandanten ermöglicht, illegal eingereiste Menschen des Landes zu verweisen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR zeigte sich zutiefst besorgt darüber, dass das Grundrecht auf Asyl untergraben werde. Die Novelle, die noch von Präsident Andrzej Duda unterzeichnet werden muss, widerspreche der UN-Flüchtlingskonvention.

Die Regierungen in Lettland, Litauen und Polen beschuldigen den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, in organisierter Form Flüchtlinge aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen. Lukaschenko hatte Ende Mai angekündigt, dass Minsk Migranten nicht mehr an der Weiterreise in die EU hindern werde - als Reaktion auf verschärfte westliche Sanktionen gegen sein Land. Seitdem mehren sich Meldungen über versuchte illegale Grenzübertritte an den EU-Außengrenzen zu Belarus.


FDP entscheidet über Aufnahme von Koalitionsverhandlungen

BERLIN: Die Parteigremien der FDP wollen am Montag über die Aufnahme von Koalitionsgesprächen mit SPD und Grünen entscheiden. Die Beratungen sollen am Mittag beginnen. Sollten die Liberalen zustimmen, wäre der Weg für Koalitionsverhandlungen frei. Grüne und SPD haben sich bereits dafür ausgesprochen. Am Freitag hatten die Unterhändler der Ampel-Parteien ihr Sondierungsergebnis gemeinsam vorgestellt.

FDP-Chef Christian Lindner warb am Wochenende erneut für das Ampel-Bündnis. «Im Sondierungspapier sind viele Anliegen der FDP enthalten», sagte Lindner der «Bild am Sonntag». Selten habe es eine größere Chance gegeben, Gesellschaft, Wirtschaft und Staat zu modernisieren. Dass Unionskanzlerkandidat Armin Laschet und der CDU-Politiker Friedrich Merz sich lobend über das Sondierungsergebnis geäußert hätten, zeige, «dass Deutschland aus der Mitte regiert würde», betonte der FDP-Vorsitzende.


Zweiter Lavastrom auf La Palma rund 200 Meter vom Meer entfernt

LA PALMA: Ein zweiter Lavastrom könnte auf der kanarischen Vulkaninsel La Palma am Montag das Meer erreichen und dort eine neue Landzunge bilden. Die 1270 Grad heiße Masse sei rund 200 Meter vom Meer entfernt, teilte das Vulkanologische Institut der spanischen Region (Involcan) am Sonntagnachmittag mit. Der Lavastrom bewege sich Richtung Meeresklippen mit einer Geschwindigkeit von 15 Metern pro Stunde vorwärts. Der Hauptstrom ergießt sich schon seit rund zwei Wochen in den Atlantik und lässt dort eine neue Landzunge entstehen, die am Sonntag etwa 36 Hektar groß war. Darauf passen rund 50 Fußballfelder. Die Landkarte La Palmas wird neu gezeichnet werden müssen.

Die betroffene Region am Gebirgszug Cumbre Vieja im Süden La Palmas wurde unterdessen am Sonntag erneut von Dutzenden Erdbeben erschüttert. Da die Erdstöße mit Stärken von bis zu 4,6 nach Angaben der Behörden aber weiterhin in Tiefen von mehr 30 Kilometern stattfinden, stellen sie keine bedeutende Gefahr dar. Nach Ansicht von Experten deuten sie allerdings darauf hin, dass der Vulkan noch einige Zeit aktiv bleiben wird. «Das Ende steht wohl noch nicht unmittelbar bevor», sagte am Sonntag auch der Regionalpräsident der Kanaren, Ángel Víctor Torres.

Der Flughafen der Insel war nach Angaben des Betreibers Aena am Sonntag zwar weiter betriebsbereit, doch wegen der für Flugzeuge gefährlichen Vulkanasche wurde La Palma am Sonntag von Airlines wie Binter den zweiten Tag in Folge nicht angeflogen.

Seit der Vulkan am 19. September erstmals nach 50 Jahren wieder aktiv wurde, hat die Lava nach jüngsten amtlichen Angaben vom Sonntag bereits mehr als 1800 Gebäude völlig zerstört. 754 Hektar waren von einer meterdicken Lavaschicht bedeckt. Diese Fläche entspricht mehr als tausend Fußballfeldern. Rund 7000 Bewohner mussten seit Ausbruch des Vulkans in Sicherheit gebracht werden.


Gigantenduell bei Darts-EM: Van Gerwen besiegt Weltmeister Price

SALZBURG: Michael van Gerwen hat bei der Darts-EM ein Zeichen gesetzt und Weltmeister Gerwyn Price besiegt. Der Niederländer bezwang den Waliser am Sonntagnachmittag in Salzburg mit 10:8 und steht damit im Halbfinale. «Mighty Mike», wie van Gerwen genannt wird, stand viele Jahre selbst an der Spitze der Rangliste und gab diesen Platz nach der vergangenen WM ab - an Price. Im Halbfinale bekommt es van Gerwen am Sonntagabend (ab 20.00 Uhr/Sport1 und DAZN) mit dem Engländer Nathan Aspinall zu tun. Auch das Endspiel wird noch am Sonntag ausgetragen.

«Ich mache mir keine Sorgen über Michael, über Peter oder über irgendjemanden. Ich versuche einfach, gut Darts zu spielen und wenn das gelingt, gewinne ich 95 Prozent der Spiele», hatte der extrem selbstbewusste Price vor der Partie noch gesagt. Die deutschen Profis Florian Hempel (Achtelfinale) und Gabriel Clemens (erste Runde) sind bei dem Turnier in Österreich schon ausgeschieden.


15 Jahre altes Mädchen durch Gewehrschuss tödlich verletzt

SAN FELICE DEL BENACO: Ein 15 Jahre altes Mädchen ist in Norditalien von seinem Bruder durch einen Gewehrschuss tödlich verletzt worden.

Der Vorfall habe sich am Samstagnachmittag in San Felice del Benaco, einer Gemeinde am Westufer des Gardasees ereignet, bestätigten die Carabinieri in Brescia am Sonntag. Medienberichten zufolge betätigte der 13-Jährige die Waffe aus Versehen. Zunächst sei der Verdacht auf den Vater gefallen. Dieser sagte jedoch in der Nacht zu Sonntag aus, dass der Junge geschossen habe, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag berichtete. Der Junge ist demnach nicht schuldfähig. Gegen den Vater werde wegen unterlassener Aufsicht seiner Waffen ermittelt.


China testet nuklearfähige Hyperschallrakete

PEKING: China soll im August eine atomwaffenfähige Hyperschallrakete getestet haben. Wie die «Financial Times» unter Berufung auf fünf anonyme Quellen am Samstag berichtete, sei die Rakete bei niedriger Umlaufbahn einmal um den Globus gekreist, ehe sie das anvisierte Ziel um etwa 15 Kilometer verfehlt habe.

Laut der «Financial Times» soll der Test belegen, dass Chinas Militär mit seinem Hyperschallwaffenprogramm bereits weit fortgeschrittener ist, als US-Geheindienste bisher angenommen hatten. Hyperschallwaffen sind besonders schwer abzufangen, da sie mehr als die fünffache Schallgeschwindigkeit erreichen können.

Derzeit arbeiten sowohl die Vereinigten Staaten als auch Russland an Hyperschallraketen. Auch Nordkorea hat im September nach eigenem Bekunden eine Hyperschallrakete getestet.

Das chinesische Verteidigungsministerium in Peking äußerte sich zu dem Medienbericht zunächst nicht.


Bär greift bei Vorstellung in russischem Zirkus Trainerin an

ORJOL: Ein Bär hat während einer Zirkusvorstellung in Russland eine Trainerin angegriffen und verletzt. Die Staatsanwaltschaft der Region Orjol südwestlich von Moskau habe sich eingeschaltet, teilte die Behörde am Sonntag mit. In einem von Zuschauern aufgenommenen Video ist zu sehen, wie das Tier vor Publikum auf den Hinterbeinen läuft, sich dann plötzlich am linken Arm der Frau festkrallt und sie zu Boden reißt. Zwei Mitarbeiter zerren den Bären dann weg. Die Trainerin kam nach dem Vorfall am Samstagabend in ein Krankenhaus.

Die Staatsanwaltschaft wollte nun prüfen, wie die Tiere in dem Zirkus gehalten werden. Seit Jahren stößt die Haltung von Zirkustieren weltweit auf wachsende Kritik. Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen. Tierschützer fordern daher ein Verbot solcher Auftritte. Wildtiere würden oftmals in kleinen Käfigen gehalten und mit Gewalt dressiert, moniert etwa die Tierrechtsorganisation Peta.


«Haus der Ideen»: Chipperfield über Pläne für Ex-Goethe-Institut

NEW YORK: Der britische Stararchitekt David Chipperfield will die ehemaligen Räume des Goethe-Instituts in New York im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland zu einer interaktiven Begegnungsstätte umbauen. «Ich denke, es ist ein sehr wichtiges Projekt, denn welche Art von Institution könnte in diesem Moment wichtiger sein als ein Haus der Ideen und des Dialogs?», sagte Chipperfield am Samstag bei einer Vorstellung seiner Pläne in New York. Er wolle das sechsgeschossige Gebäude im Beaux-Arts-Stil auf der 5th Avenue als Haus der Lehre und der Gelehrten wiederbeleben.

Chipperfield hatte eine Ausschreibung Berlins gewonnen und renoviert das Palais in bester Lage gegenüber dem Metropolitan Museum am Central Park in den kommenden Jahren für 20 Millionen Euro. Dabei will er mit der Substanz des Gebäudes vorsichtig umgehen, es aber offener gestalten: «Es braucht keine weiteren, radikalen Ideen», sondern gehe vielmehr darum, die Raumstruktur im Inneren interaktiver zu machen. Dazu gehöre auch ein neuer Eingangsbereich, der sich mit dem kleinen Platz vor den Türen verbindet: «Was wir tun, ist, diese Lobby zu schaffen, die sich so anfühlt wie eine Erweiterung des Äußeren».

Das Haus mit hellgrauer Fassade und grünem Kupferdach steht an der Fifth Avenue im Herz der Upper East Side von Manhattan und wurde 1955 von der Bundesrepublik gekauft. Das repräsentative Gebäude mit der Hausnummer 1014 diente lange als Hauptsitz des Goethe-Instituts in New York. Nach dem Umzug des Goethe-Instituts ins südlichere Manhattan fehlte es an überzeugenden Konzepten. Teure Unterhaltskosten und Brandschutzvorgaben aus Deutschland machten das lange Zeit kaum genutzte Gebäude zu «Deutschlands teuerstem Spukschloss».

Nun soll ein Zentrum für transatlantische Begegnungen daraus erwachsen. Denn in 1014 5th Avenue trafen sich vom damaligen Kanzler Willy Brandt bis zum früheren US-Außenminister Henry Kissinger viele Mächtige der Welt. Das Auswärtige Amt will daran anknüpfen und dabei andere transatlantische Player in New York einbinden. Künftig sollen Stipendiaten und Forscher an dem Ort leben und arbeiten, der zugleich als Veranstaltungsort dient.


Nach Attentat: Toxische britische Politikkultur in der Kritik

LONDON: Nach dem tödlichen Attentat auf den konservativen Abgeordneten David Amess wird zunehmend Kritik an einer toxischen politischen Kultur in Großbritannien laut. Unterhauspräsident Lindsay Hoyle forderte in einem Gastbeitrag im «Observer» am Sonntag einen höflicheren und respektvolleren Umgang im politischen Diskurs. «Der Hass, der diese Angriffe antreibt, muss aufhören», schrieb Hoyle.

Die außenpolitische Sprecherin der Labour-Partei, Lisa Nandy, verurteilte sowohl die Wortwahl ihrer eigenen Vize-Parteichefin Angela Rayner als auch Äußerungen des konservativen Premierministers Boris Johnson. Konkret bezog sich Nandy auf eine Äußerung Rayners beim Labour-Parteitag im vergangenen Monat, bei dem die Vize-Parteichefin konservative Politiker als «Abschaum» bezeichnet hatte. Johnson habe die Brexit-Gegner während des Ringens um den EU-Austritt in den vergangenen Jahren immer wieder als «Verräter» dargestellt, die er der «Kapitulation» oder des «Betrugs» bezichtigte, so Nandy weiter.

Sie mache niemand anderen für das Attentat an Amess verantwortlich als den Attentäter selbst, betonte Nandy im Gespräch mit den Sender «Times Radio». Sie fügte jedoch hinzu: «Ich denke, dass entmenschlichende Sprache ein Problem ist». Das schaffe eine vergiftete Atmosphäre, in der Leute dazu ermutigt würden, in Parlamentariern keine menschlichen Wesen mehr zu sehen.

Der Konservative David Amess wurde am Freitag während einer Bürgersprechstunde in seinem Wahlkreis in dem Ort Leigh-on-Sea in der Grafschaft Essex von einem Angreifer erstochen. Ein 25 Jahre alter Mann wurde unmittelbar nach der Tat festgenommen. Die Polizei geht von einem islamistisch-terroristischen Hintergrund aus.


13-Jähriger in Alabama zu Hause durch Fenster erschossen

TUSCALOOSA: Ein 13-Jähriger ist im US-Bundesstaat Alabama durch das Fenster seines Zimmer erschossen worden.

Der Junge starb noch am Ort, wie die zuständige Polizei der Stadt Tuscaloosa am Wochenende mitteilte. Er gehe nicht von einem Unfall aus, sagte Ermittler Marty Sellers einem örtlichen Fernsehsender. Wahrscheinlich sei aber nicht das Kind Ziel der Attacke gewesen. Vor dem Haus der Familie seien nach dem Vorfall am Freitagabend zahlreiche Patronenhülsen gefunden worden. Es gebe einige mögliche Verdächtige, so Sellers. Man benötige nun aber vor allem die Hilfe von Zeugen.


Rekordbeteiligung an Vorwahl der Opposition

BUDAPEST: In Ungarn hat die Beteiligung an der Vorwahl der Opposition für die Parlamentswahl im Frühjahr 2022 Rekordhöhe erreicht: 662.016 Wähler stimmten bis Samstagabend binnen sechs Tagen über den gemeinsamen Oppositionskandidaten ab, der den rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban herausfordern soll. Das teilte die Vorwahlkommission am Sonntag auf ihrer Facebook-Seite mit. Eine derartige Vorwahl fand in Ungarn zum ersten Mal statt.

Das Endergebnis der Auszählung wurde frühestens am späten Sonntagabend erwartet.

Zur Wahl standen die Sozialdemokratin Klara Dobrev von der Partei DK (Demokratische Koalition) sowie der konservative, parteilose Außenseiter Peter Marki-Zay. Sechs bisher zerstrittene Oppositionsparteien - von links-grün bis rechtskonservativ - sollen den Sieger der Vorwahl den Plänen zufolge im Wahlkampf gegen Orban unterstützen.

An der ersten Runde der Vorwahl Ende September hatten sich 633.811 Bürger beteiligt. Schon dieser Wert hatte die Erwartungen der Organisatoren weit übertroffen. Fünf Spitzenkandidaten hatten dabei zur Auswahl gestanden. Dobrev kam dabei auf Platz eins, der Budapester Bürgermeister Gergely Karacsony auf Platz zwei und Marki-Zay auf Platz drei. Ursprünglich hätten diese drei in der Endrunde kandidieren sollen, jedoch zog sich der links-grüne Karacsony zugunsten von Marki-Zay zurück. In der ersten Runde hatten die Bürger zudem in 94 von 106 Wahlkreisen über die jeweiligen gemeinsamen Direktkandidaten für das Parlament abgestimmt.


Sczuka-Preise für Hörspiel an zwei Klangkünstler verliehen

DONAUESCHINGEN: Karl-Sczuka-Preise für zwei Klangkünstler: Nach der coronabedingten Absage im vergangenen Jahr hat der Südwestrundfunk (SWR) am Sonntag zweimal die Ehrung für Hörspiel als Radiokunst verliehen. SWR-Intendant Kai Gniffke überreichte sie im Rahmen der Donaueschinger Musiktage an die schwedische Komponistin und Performerin Hanna Hartman (2021) und an den französischen Komponisten Frédéric Acquaviva (2020). Die Auszeichnung ist jeweils mit 12.500 Euro dotiert.

Hartman erhielt die Ehrung für ihr Hörstück «Fog Factory», das sich nach Ansicht der Jury durch eine eigene akustische Sprache voller Poesie auszeichnet. Das Stück wurde im Oktober 2020 in Wien uraufgeführt. Die 1961 in Schweden geborene Künstlerin, die in Berlin lebt, erhält den renommierten Preis schon zum zweiten Mal. Hartman komponiert Werke für Radio, elektroakustische Musik, Ensembles und Klanginstallationen und führt ihre Performances weltweit auf.

Acquaviva bekam den Preis für sein Werk «ANTIPODES for voices and dead electronics». Die freie Autorenproduktion wurde als Webstream uraufgeführt. Die Jury sah in der vielschichtigen Arbeit, die ihre Inspirationen aus der klassischen Avantgarde bezieht, ein provokantes Zeichen vor dem Hintergrund der heutigen Hörlandschaft.

Der Preis, der seit 1955 vergeben wird, gilt als international wichtigste Auszeichnung für avancierte Werke der Radiokunst. Karl Sczuka (1900-1954) war Hauskomponist des damaligen Südwestfunks (SWF) in Baden-Baden. Preisträger waren unter anderem Heiner Goebbels, Mauricio Kagel, Friederike Mayröcker und Caroline Wilkins. Die Donaueschinger Musiktage, die in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag feierten, gelten als das weltweit älteste und bedeutendste Festival für Neue Musik.


Papst betet für Anschlagsopfer - Bischofsweihe im Petersdom

ROM: Papst Franziskus hat für die Opfer der Anschläge in Norwegen, Afghanistan und Großbritannien gebetet. In der zurückliegenden Woche hätten verschiedene Attentate zahlreiche Todesopfer und Verletzte gefordert, sagte das 84 Jahre alte Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag vor zahlreichen Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom. «Ich drücke den Familien der Opfer meine Nähe aus.» Franziskus forderte, den Weg der Gewalt aufzugeben, denn sie erzeuge immer nur weitere Gewalt.

Am Samstag forderte Franziskus in einer Videobotschaft die Waffenhersteller und -händler auf, ihre Aktivität einzustellen. Sie schürten damit Gewalt und Krieg. Der Argentinier verlangte außerdem, ein bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen, damit sich alle auf der Welt die nötigsten Dinge zum Leben leisten könnten. Eine andere Möglichkeit wäre ihm zufolge, die tägliche Arbeitszeit zu reduzieren, da so mehr Menschen Zugang zum Arbeitsmarkt bekämen.

Vor dem sonntäglichen Angelus-Gebet auf dem Petersplatz spendete Franziskus seinem früheren Zeremonienmeister Guido Marini in einer Messe die Bischofsweihe. Ende August ernannte er den 56-Jährigen zum Bischof der norditalienischen Diözese Tortona. Unter Papst Benedikt XVI. war Marini 2007 Zeremonienmeister geworden. Neben ihm weihte der Papst im gut gefüllten Petersdom auch den Sekretär der vatikanischen Kleruskongregation, den Chilenen Andrés Gabriel Ferrada Moreira, zum Bischof. Während der Kirchenfeier legten sich die beiden traditionell flach auf den Boden.

Franziskus mahnte sie in seiner Predigt, in ihrem Amt zu dienen und nicht zu herrschen. Er erinnerte zudem daran, die Nähe im Gebet zu Gott, zu den anderen Bischöfen, aber vor allem zu den Priestern und zur Glaubensgemeinde nicht zu vernachlässigen.


Nach Ausschreitungen: Zehntausende bei Demo gegen Faschismus in Rom

ROM: Eine Woche nach dem Angriff auf den Sitz der Gewerkschaft CGIL in Rom haben Zehntausende Menschen in der italienischen Hauptstadt gegen Faschismus demonstriert. «Nie mehr Faschismus: für Arbeit, Mitbestimmung und Demokratie» lautete das Motto der Veranstaltung organisiert von den Gewerkschaftsbünden CGIL, CISL und UIL. Zur Kundgebung kamen nach Angaben der Gewerkschaft 200.000, Medien zufolge nach Angaben der Stadt 60.000 Menschen.

Mit Fahnen und Bannern zogen die Gewerkschaftsanhänger und verschiedene linke Gruppen durch die Straßen um den Veranstaltungsort an der Piazza di San Giovanni in Laterano unweit des Kolosseums. Nach den Ausschreitungen eine Woche zuvor während der Demonstration gegen die erweiterten Corona-Regeln in Italien waren zahlreiche Polizeieinheiten und Hubschrauber im Einsatz. Am Rande hatten damals unter anderem Mitglieder der rechtsradikalen Partei Forza Nuova den CGIL-Sitz attackiert und Einrichtungen zerstört. Bei den Protesten gab es mehrere Verletzte.

Italiens Politik diskutiert derzeit über die Auflösung der Partei. CISL-Generalsekretär Luigi Sbarra forderte auf der Kundgebung, schnell beim Auflösen neofaschistischer und neonazistischer Organisationen voranzuschreiten. Italien gedachte am Samstag auch einer Razzia durch die Nazis vor 78 Jahren in Rom, in deren Folge mehr als 1000 Juden in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurden.


Stichwahl - Ringen um Bürgermeisterposten in Rom

ROM: Rund fünf Millionen Wahlberechtigte in Italien sind zur zweitägigen Stichwahl in 65 Kommunen aufgerufen worden. Am Sonntagmorgen öffneten die Wahllokale. Die Menschen können bis Montagnachmittag (15.00 Uhr) ihre Stimmen abgeben. Auch die Bürger in der Hauptstadt Rom und den norditalienischen Städten Turin und Triest sollten ein weiteres Mal an die Wahlurnen.

Das Stechen stand in Kommunen mit mehr als 15.000 Einwohnern an, in denen die Kandidaten bei der Wahl vor zwei Wochen nicht die Schwelle von 50 Prozent der Stimmen erreicht hatten. Wer abstimmen wollte, musste dafür im Wahllokal nicht den sogenannten Grünen Pass vorzuzeigen - also einen Corona-Impfnachweis, negativen Test oder Genesungsnachweis. Es galt jedoch, den Mindestabstand einzuhalten, eine Maske zu tragen und sich die Hände zu desinfizieren.

In Rom und Turin war im Vorfeld kaum absehbar, wer von den beiden Kandidaten Bürgermeister werden könnte. In der Hauptstadt standen der Kandidat Enrico Michetti, unterstützt von der konservativen Forza Italia, der Lega und der Rechtspartei Fratelli d'Italia, und der frühere Finanzminister und Sozialdemokrat Roberto Gualtieri zur Wahl. In Turin kämpften der Mitte-Links-Kandidat Stefano Lo Russo und sein Mitte-Rechts-Rivale Paolo Damilano um den Bürgermeisterposten.

Vor zwei Wochen gewann Mitte-Links landesweit Bürgermeisterposten hinzu, schnitt stark ab und konnte auch die Wahl in der Metropole Mailand sowie den Städten Bologna und Neapel für sich entscheiden. In Rom erreichte die bisherige Amtsinhaberin Virginia Raggi von der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung nicht genügend Stimmen und wurde abgewählt. Bei ihrer Wahl 2016 galt sie als Hoffnungsträgerin der Anti-Establishment-Partei, sie stand jedoch unter anderem wegen nicht gelöster Probleme in der Stadt in der Kritik.


Mindestens zehn Tote nach Unwettern in Südindien

NEU DELHI: Nach ungewöhnlich heftigen Regenfällen sind im Süden Indiens mindestens zehn Menschen bei Überschwemmungen und Erdrutschen ums Leben gekommen. Elf Menschen würden im Bundesstaat Kerala noch vermisst, unter ihnen fünf Kinder, meldete der staatliche Sender All India Radio. Am härtesten betroffen waren die Distrikte Idukki und Kotayyam.

«Die Lage ist in einigen Teilen des Staats wirklich ernst. Wir werden alles, was möglich ist, tun, um Leben zu retten», sagte Keralas Regierungschef Pinarayi Vijayan der Zeitung «Hindustan Times». Die für die Jahreszeit - nach der Monsunsaison - ungewöhnlichen Regenfälle wurden von einem Tiefdruckgebiet über dem benachbarten Arabischen Meer verursacht. Die Wallfahrt zum Sabarimala-Heiligtum, die bedeutendste in Kerala, wurde wegen des Wetters verschoben.


Macron: Massaker von Paris 1961 unverzeihliches Verbrechen

COLOMBES: 60 Jahre nach dem blutigen Massaker an Algeriern in Paris hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Taten als unentschuldbar verurteilt. «Die Verbrechen, die in dieser Nacht (...) begangen wurden, sind für die Republik unverzeihlich», hieß es in einem Schreiben des Élyséepalastes vom Samstag. Frankreich erkenne seine eindeutige Verantwortung an. Macron hatte zuvor an einer Gedenkveranstaltung in Colombes bei Paris teilgenommen. Laut Élysée ist er der erste Präsident, der einem solchen Gedenken beiwohnte.

Frankreich hatte gen Ende des Algerienkriegs, in dem die damalige französische Kolonie Algerien von 1954 bis 1962 für ihre Unabhängigkeit kämpfte, eine Ausgangssperre für die sogenannten muslimischen Franzosen aus Algerien verhängt. Zum 17. Oktober 1961 riefen sie zum Boykott auf, der systematisch niedergeschlagen wurde. Die Polizei nahm etwa 12.000 Algerier fest, prügelte etliche zu Tode und erschoss weitere. Einige Leichen wurden später in der Seine gefunden. Die genaue Opferzahl ist bis heute unbekannt. Schätzungen gehen teils von etwa 200 aus. Das Pariser Museum für Immigrationsgeschichte spricht von der tödlichsten Unterdrückung in Westeuropa nach 1945. Bereits 2012 hatte der damalige Präsident François Hollande das Verbrechen anerkannt.

Macrons Worte zu dem Massaker vor 60 Jahren stießen auf ein geteiltes Echo. Während der Schritt einerseits als historisch gewertet wurde, wurden andererseits Forderungen laut, noch weiter zu gehen und die Ereignisse des 17. Oktobers 1961 als Staatsverbrechen anzuerkennen.

Die Gedenkveranstaltung in Colombes fand am Fuße der Pont de Bezons statt. Zahlreiche Algerier seien 1961 von Colombes aus zu den Boykott-Demonstrationen aufgebrochen, hieß es vom Élysée. Demnach wurden hier auch später mehrere Leichen aus der Seine geborgen. Im Dabeisein von Angehörigen der Opfer und Engagierten legte Macron eine Schweigeminute ein. Auch ein Kranz wurde in Gedenken niedergelegt. Angehörige warfen weiße Rosen in die Seine. Mit Didier Lallement legte nach Angaben der Pariser Polizei am Sonntag erstmals auch ein Polizeipräfekt einen Kranz in Andenken an die Opfer nieder.


Skandinavische Fluggesellschaften schaffen regional Mundschutz ab

OSLO: Bei Flügen innerhalb Skandinaviens muss ab Montag kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden. Die Fluggesellschaften SAS, Norwegian, Widerøe und Flyr einigten sich darauf, von Reisenden zwischen Dänemark, Norwegen und Schweden den Infektionsschutz nicht mehr zu verlangen. «Der norwegische Leitfaden zur Infektionskontrolle verlangt von Passagieren im Inland nicht mehr, Gesichtsmasken zu tragen, daher entfällt diese Anforderung an Bord von Widerøes Flügen», sagte Sprecherin Silje Brandvoll dem norwegischen Rundfunk.

Bei Flügen in andere Länder im Ausland müsse jedoch weiterhin ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Auf dem Flughafen Gardermoen, nahe der norwegischen Hauptstadt Oslo, wurde die Maskenpflicht bereits am Freitag aufgehoben.


Nach Attentat: Labour und Liberale wollen nicht zu Nachwahl antreten

LONDON: Nach dem tödlichen Attentat auf den britischen Tory-Abgeordneten David Amess wollen die Labour-Partei und die Liberaldemokraten auf Kandidaten zur Nachwahl in dessen Wahlbezirk verzichten. Das berichtete die Nachrichtenagentur PA am Samstagabend.

Die beiden Oppositionsparteien folgen damit dem Beispiel der Nachwahl nach dem Mord an der Labour-Abgeordneten Jo Cox, die 2016 von einem Rechtsextremisten getötet worden war. Auch damals hatten die anderen Parteien von einer Kandidatur abgesehen.

Der Konservative David Amess wurde am Freitag während einer Bürgersprechstunde in seinem Wahlkreis in dem Ort Leigh-on-Sea in der Grafschaft Essex von einem Angreifer erstochen. Ein Termin für die Wahl eines Nachfolgers stand zunächst noch nicht fest.


Venezuelas Regierung unterbricht Dialog mit Opposition

CARACAS: Die venezolanische Regierung hat den Dialog mit der Opposition nach der Auslieferung eines Vertrauten von Präsident Nicolás Maduro an die USA vorerst abgebrochen. «Aus Protest gegen die Aggression werden wir an der für morgen geplanten Verhandlungsrunde nicht teilnehmen», sagte Delegationschef Jorge Rodríguez. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass Alex Saab von den Kapverdischen Inseln in die Vereinigten Staaten abgeschoben worden war.

Der kolumbianische Geschäftsmann war dort im Juni vergangenen Jahres festgenommen worden, als sein Privatjet auf dem Weg in den Iran auftanken musste. Nach Angaben der venezolanischen Regierung war er auf einer humanitären Mission. Saab soll der venezolanischen Regierung für mehrere Millionen US-Dollar Lebensmittel für deren umstrittenes Sozialprogramm Clap verkauft haben.

In den Vereinigten Staaten und in Kolumbien wird Saab unter anderem wegen Geldwäsche gesucht. Nach Einschätzung der US-Ermittler dürfte Saab zudem über umfangreiche Informationen über illegale Geschäfte der Maduro-Familie und hochrangiger Funktionäre in Venezuela verfügen. Zuletzt hatte die venezolanische Regierung Saab zum Delegierten bei den Verhandlungen mit der Opposition in Mexiko gemacht.

Offenbar als Vergeltung für die Auslieferung von Saab nahmen venezolanische Sicherheitskräfte nach Medienberichten sechs US-Ölmanager fest. Die sogenannten «Citgo 6» waren erst vor einigen Monaten im Zuge einer zögerlichen Entspannungspolitik aus dem Gefängnis in den Hausarrest entlassen worden.


Hempel bei Darts-EM raus - Viertelfinale mit Price vs. van Gerwen

SALZBURG: Für den deutschen Darts-Spieler Florian Hempel ist die Europameisterschaft in Salzburg beendet. Der 31 Jahre alte Bezwinger von Titelverteidiger Peter Wright verlor am Samstagabend im Achtelfinale mit 9:10 gegen den Österreicher Mensur Suljovic. Neuling Hempel, dessen Erstrunden-Erfolg über den Schotten Wright einer Sensation glich, legte zwar nach 6:9-Rückstand ein starkes Comeback hin, musste sich aber im entscheidenden Leg geschlagen geben. Der zweite deutsche Teilnehmer, Gabriel Clemens, war am späten Freitagabend gegen den Australier Damon Heta ausgeschieden.

Am Sonntag stehen die Viertelfinals, Halbfinals und das Endspiel auf dem Programm. Gleich in der Runde der letzten Acht kommt es zu einem Aufeinandertreffen der Giganten: Weltmeister Gerwyn Price aus Wales bekommt es mit dem langjährigen Weltranglistenersten Michael van Gerwen (Niederlande) zu tun. Die Partie gilt als vorgezogenes Endspiel. Weitere Titelanwärter sind die Engländer Joe Cullen und Nathan Aspinall sowie der Portugiese José de Sousa.

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