Neues aus dem Ausland am Sonntag

Neues aus dem Ausland am Sonntag

Hunderte Menschen protestieren gegen hohe Arbeitslosigkeit

BAGDAD: In der irakischen Hauptstadt Bagdad haben Hunderte Menschen gegen die hohe Arbeitslosigkeit und schlechte Arbeitsbedingungen im Land protestiert. Dutzende aufgebrachte Zeitarbeiter drangen am Sonntag in einen Außenbereich des Finanzministeriums vor und forderten laut Augenzeugen feste Anstellungen. Bei ihrem Versuch, in die Büroräume einzudringen, seien Schüsse zu hören gewesen. Drei Demonstranten seien verletzt worden. Die Regierung äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.

Auch in anderen Teilen des Landes kam es zu Protesten. In der Provinz Wasit südöstlich von Bagdad versammelten sich Dutzende Menschen vor einer Universität und forderten Regierungsjobs für Absolventen der Hochschule. In der Provinz Di Kar im Südirak besetzten Zeitarbeiter vorübergehend zwei Brücken - laut Augenzeugen ebenfalls mit der Forderung nach Festanstellungen.

Im Irak kommt es seit dem Herbst 2019 immer wieder zu Protesten. Die Demonstranten fordern unter anderem bessere Chancen auf Jobs. Sie werfen der Regierung Korruption sowie die Verschwendung öffentlicher Gelder vor. Das Land steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise, die durch den niedrigen Ölpreis und die Corona-Pandemie noch verschärft wurde.


Rund 170 Migranten im Meer vor Halbinsel Peloponnes aufgegriffen

ATHEN: Die griechische Küstenwache hat vor der Halbinsel Peloponnes rund 170 Migranten von einem havarierten Boot aufgegriffen. Die Menschen seien von der Besatzung eines vorbeifahrenden Frachters aufgenommen worden, teilte die griechische Küstenwache am Sonntagabend mit. Sie sollen demnach in den südgriechischen Hafen von Kalamata gebracht werden. Der Frachter mit den Migranten an Bord werde von Booten der Küstenwache begleitet. Das Migrantenboot habe zuvor stundenlang wegen eines Motorschadens rund 50 Seemeilen südlich der Peloponnes getrieben, hieß es.

Seit Monaten werden immer wieder Migranten vor Kreta oder der griechischen Halbinsel Peloponnes aufgegriffen. Schleuser versuchen, sie von der türkischen Ägäisküste oder auch aus anderen Staaten im Osten des Mittelmeeres auf dieser sehr gefährlichen Route nach Italien zu bringen. Wegen der langen Fahrt kommt es nach Angaben der griechischen Küstenwache häufig zu Maschinenschäden der in der Regel uralten Boote.


Angreifer töten 16 Soldaten bei Überfall in Niger

NIAMEY: Bei einem Überfall im westafrikanischen Niger hat eine schwer bewaffnete Gruppe von Männern mindestens 16 Soldaten getötet und sechs weitere verletzt. An dem Angriff auf eine Patrouille der Nationalgarde am Samstagabend in der Region Tahoua sollen Männer auf Motorrädern beteiligt gewesen sein, sagte Oberstabsfeldwebel Moussa Sakoye Soumana der Deutschen Presse-Agentur. Auch aufseiten der Angreifer soll es Todesopfer und Verletzte geben. Das Motiv ist derzeit unklar.

Im Niger und anderen Ländern der Sahelregion sind etliche bewaffnete Gruppen aktiv. Einige haben Al-Kaida oder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Treue geschworen. Im Niger mit seinen rund 23 Millionen Einwohnern kommt es vor allem in den Grenzregionen zu Mali immer wieder zu schweren Attacken. Die Regierung hat in den wüstenhaften Weiten außerhalb der Städte wenig Kontrolle - was nicht nur dschihadistische Gruppen, sondern auch kriminelle Netzwerke wie Menschenschmuggler ausnutzen.


US-Regierung dementiert Bericht über Freikauf von im Iran Gefangenen

TEHERAN/LONDON/WASHINGTON: Das Weiße Haus hat am Sonntag Medienberichte dementiert, wonach die USA vier im Iran gefangene Menschen freigekauft hätten. Der libanesische Nachrichtensender Al-Mayadeen hatte zuvor berichtet, dass insgesamt fünf Menschen freigekauft worden seien. Der Sender bezog sich dabei auf gut informierte Quellen im Iran. Eine offizielle Bestätigung gab es nicht, der Bericht wurde aber auch im iranischen Staatsfernsehen erwähnt. «Leider ist dieser Bericht nicht wahr. Es gibt keine Vereinbarung, diese vier Amerikaner freizulassen», sagte Ron Klain, Stabschef von US-Präsident Joe Biden, dem Sender CBS News.

Bei der fünften Person soll es sich um die britisch-iranische Doppelstaatlerin Nazanin Zaghari-Ratcliffe handeln. Die Projektmanagerin der Thomson Reuters Stiftung war 2016 nach einem Besuch bei ihren Eltern im Südiran verhaftet worden. Der 42-jährigen Britin wurde unter anderem Spionage vorgeworfen. Nach Ende einer fünfjährigen Haftstrafe wurde sie vergangenen Monat erneut verurteilt - wegen angeblicher Teilnahme an einer Demonstration vor zwölf Jahren und wegen eines Interviews mit der im Iran verbotenen persischsprachigen Ausgabe der BBC.

Die britische Regierung spielte den Bericht über ihre bevorstehende Befreiung am Sonntag herunter. «Die rechtlichen Diskussionen gehen weiter», hieß es knapp vom britischen Außenministerium. Die Familie der Inhaftierten hatte zunächst auch noch keine Informationen über eine mögliche Freilassung. «Wir haben nichts gehört», sagte ihr Ehemann Richard Ratcliffe der britischen Nachrichtenagentur PA.


Drei Israelis bei Anschlag im Westjordanland verletzt

TEL AVIV: Bei einem Anschlag im Westjordanland sind am Sonntag drei Israelis verletzt worden, zwei davon nach Angaben von Sanitätern schwer. Nach Angaben der Armee wurde an einer Kreuzung südlich der Palästinenserstadt Nablus aus einem Fahrzeug das Feuer auf sie eröffnet. Der oder die Attentäter konnten zunächst entkommen. Am Morgen hatten israelische Soldaten im südlichen Westjordanland auf eine Palästinenserin geschossen, die nach Armeeangaben mit einem Messer auf sie zugegangen war. Nach Medienberichten wurde die Frau schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

In der Nacht zu Freitag hatte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas die Verschiebung der für den 22. Mai geplanten Wahl in den Palästinensergebieten bekanntgegeben. Seitdem wachsen die Sorgen vor neuer Gewalt. Experten hatten für den Fall eines Aufschubs der Wahl vor großer Frustration unter den Palästinensern gewarnt. Abbas führte den Konflikt mit Israel um Jerusalem für die Verschiebung an. Die islamistische Hamas - zweitgrößte Palästinensergruppe nach der gemäßigteren Fatah von Abbas - kritisierte die Entscheidung.


Vertrauter von IS-Chef Al-Bagdadi in Istanbul festgenommen

ISTANBUL: Ein Vertrauter des getöteten IS-Chefs Abu Bakr al-Bagdadi ist Medienberichten zufolge in Istanbul festgenommen worden. Der Afghane sei bereits am Mittwoch im Bezirk Atasehir im asiatischen Teil Istanbuls aufgegriffen worden, berichteten die Nachrichtenagenturen Anadolu und DHA am Sonntag unter Berufung auf die Polizei. Er werde nun dem Haftrichter vorgeführt. An dem Einsatz sei auch der türkische Geheimdienst beteiligt gewesen.

Der Verdächtige soll Anadolu zufolge Ausbildungslager für den IS organisiert haben und an Entscheidungen beteiligt gewesen sein. Er soll Al-Bagdadi zudem geholfen haben, aus dem Irak nach Syrien zu gelangen und ihn dort zu verstecken. Er sei mit einem gefälschten Pass in die Türkei gelangt, berichtete der Sender NTV.

Al-Bagdadi war im Herbst 2019 bei einem Einsatz von US-Spezialkräften in Syrien getötet worden.


Parlament feuert Oberste Richter und Generalstaatsanwalt

SAN SALVADOR: Das neu gewählte Parlament in El Salvador hat in seiner ersten Sitzung die Entlassung der Verfassungsrichter sowie des Generalstaatsanwalts des mittelamerikanischen Landes beschlossen. Zur Begründung hieß es am Samstagabend (Ortszeit), die Richter und der Generalstaatsanwalt hätten im Amt private Interessen verfolgt.

Die Opposition warf dem Präsidenten Nayib Bukele hingegen vor, nach der Abgeordnetenkammer nun auch die Justiz auf Regierungslinie bringen zu wollen. «Das ist ein klarer Staatsstreich - hier wird ein Verfassungsorgan zerlegt», sagte Enrique Anaya vom Iberoamerikanischen Institut für Verfassungsrecht der Zeitung «La Prensa Gráfica».

Bukeles Partei Nuevas Ideas (Neue Ideen) war bei der Parlamentswahl im März aus dem Stand stärkste Kraft geworden. Gemeinsam mit der verbündeten Gana-Partei hat sie eine Zweidrittelmehrheit in der Nationalversammlung. Zuletzt war der Staatschef mehrfach mit den Verfassungsrichtern aneinandergeraten, weil sie mehrere seiner Dekrete zur Bekämpfung der Corona-Pandemie kassiert hatten.

Kritiker werfen Bukele schon länger vor, einen autoritären Regierungsstil zu pflegen. «Bukele bricht mit dem Rechtsstaat und will alle Macht in seinen Händen vereinen», schrieb der Regionalchef der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, José Miguel Vivanco, auf Twitter.


Viele Verletzte bei Explosion einer Tankstelle in Zentralasien

DUSCHANBE: Bei der Explosion einer Tankstelle in Tadschikistan in Zentralasien sind fast 30 Menschen verletzt worden.

Der Gesundheitszustand von zwei Verletzten sei ernsthaft, teilten die Behörden am Sonntag mit. Videos zeigten, wie am Samstagabend eine gewaltige Feuersäule in der Hauptstadt Duschanbe aufstieg. Zuvor war an der Tankstelle aus noch ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Viele Verletzte hätten bei der Explosion Verbrennungen erlitten. Ein in der Nähe gelegener Kindergarten wurde den Angaben zufolge beschädigt. Zu diesem Zeitpunkt hielt sich dort aber niemand auf. Die Feuerwehr brauchte Stunden, um die Flammen zu löschen.


Kolumbiens Regierung zieht Steuerreform nach Protesten zurück

BOGOTÁ: Nach tagelangen Protesten gegen eine umstrittene Steuerreform hat die kolumbianische Regierung die Initiative zurückgezogen. «Ich bitte den Kongress, dass vom Finanzministerium eingebrachte Projekt zu den Akten zu legen und schnellstmöglich ein neues Projekt zu bearbeiten, um finanzielle Unsicherheit zu vermeiden», sagte Präsident Iván Duque am Sonntag. Zuletzt war es in zahlreichen Städten des südamerikanischen Landes zu teilweise gewalttätigen Protesten gegen die geplante Steuerreform gekommen. Die Demonstranten steckten Busse in Brand und plünderten Geschäfte. Es gab zahlreiche Verletzte und offenbar auch Tote.

Die Regierung wollte unter anderem die steuerlichen Freibeträge senken, die Einkommenssteuer für bestimmte Gruppen erhöhen und die Befreiung von der Mehrwertsteuer für eine Reihe von Waren und Dienstleistungen abschaffen. Damit sollten die von der Corona-Krise verursachten Defizite im Staatshaushalt ausgeglichen werden. Angesichts der heftigen Krawalle hatte Duque in der Nacht auf Sonntag auch den Einsatz des Militärs zur Unterstützung der Polizei genehmigt.


Pressefreiheit ist Grundpfeiler demokratischer Gesellschaften

BRÜSSEL: Zum internationalen Tag der Pressefreiheit an diesem Montag hat die Europäische Union an den Stellenwert unabhängiger Medien erinnert. «Pressefreiheit ist ein Grundpfeiler demokratischer Gesellschaften, die nur gedeihen können, wenn Bürger Zugang zu verlässlichen Informationen haben und informierte Entscheidungen treffen können», sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Sonntag im Namen aller 27 EU-Staaten. In einer Zeit, in der unabhängige und freie Medienberichterstattung wichtiger denn je seien, sei die Pressefreiheit weiterhin bedroht.

Doch kritisieren Nichtregierungsorganisationen zunehmenden Druck auf Journalisten und unzureichende Unabhängigkeit der Medien auch in einigen EU-Staaten. So besäßen in Bulgarien einige wenige Unternehmer «einen Großteil der Medien und bestimmen die Redaktionslinie in enger Abstimmung mit führenden Politikern», beklagt Reporter ohne Grenzen. In Ungarn hätten Ministerpräsident Viktor Orban und seine Regierungspartei Fidesz «die Medien Schritt für Schritt unter ihre Kontrolle gebracht».

Borrell sagte nun im Namen aller EU-Staaten, dass Informations- und Redefreiheit überall gefördert und geschützt werden müssten. Die EU sei entschlossen, mehr zu tun - innerhalb und außerhalb Europas. Vor allem geschlechtsbezogene Gewalt gegen Journalistinnen sei Grund zur Sorge.


Zwei Eindringlinge auf Grundstück der Queen in Windsor festgenommen

WINDSOR: Die englische Polizei hat in der vergangenen Woche zwei Eindringlinge auf einem Grundstück von Queen Elizabeth II. in Windsor festgenommen. Die 29-jährige Frau und der 31-jährige Mann aus London seien am 25. April festgenommen worden, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Der Nachrichtenagentur PA zufolge waren die beiden auf dem Grundstück der Royal Lodge im Windsor Great Park entdeckt worden, wo die Queen selbst gerne spazieren geht. Mittlerweile wurden die Eindringlinge wieder freigelassen, während die Polizei weiter ermittelt. Der Buckingham-Palast wollte das Ereignis nicht kommentieren.

Laut PA war der Zwischenfall bereits der zweite auf dem Gelände der Royal Lodge seit der Beerdigung von Prinz Philip am 17. April. Zuvor soll bereits eine andere Frau dort eingedrungen sein und ihre Anwesenheit mit dubiosen Erklärungen begründet haben.


Papst betet für Opfer auf Meron-Berg - Start des Gebetsmarathons

ROM: Papst Franziskus hat der Opfer der Massenpanik auf dem Meron-Berg in Israel gedacht. «Mit Trauer drücke ich meine Nähe zum israelischen Volk für den Vorfall am vergangenen Freitag auf dem Meron-Berg aus», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag nach dem Gebet Regina Caeli vor einigen Tausend Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom. Der 84-Jährige sicherte zu, für die Opfer und ihre Familien zu beten.

Bei der Massenpanik in dem Wallfahrtsort im Norden Israels waren 45 Männer und Jungen ums Leben gekommen. Rund 150 Menschen wurden verletzt. Sie hatten sich dort anlässlich des jüdischen Feiertags Lag Baomer versammelt.

Am Samstag hatte Papst Franziskus einen weltweiten Gebetsmarathon für das Ende der Corona-Pandemie eingeläutet, der den gesamten Mai dauern soll. Mit der Initiative soll auch der Menschen gedacht werden, die schwer von der Krise getroffen wurden. Am Abend hielt Franziskus in einer Kapelle des Petersdoms vor mehr als 150 Gläubigen die erste Rosenkranz-Andacht der Initiative.

Jeden Tag soll an einem anderen Marienwallfahrtsort auf der Welt die Gebetsfeier abgehalten werden. Mit dabei ist nach Angaben des Heiligen Stuhls am 28. Mai nach derzeitigen Plänen auch die Gnadenkapelle im bayerischen Wallfahrtsort Altötting, allerdings ohne persönliche Teilnahme des Papstes. Am 31. Mai will der Pontifex in den Gärten des Vatikans den Gebetsmarathon abschließen.


500 Meter lange Fußgänger-Hängebrücke eingeweiht

LISSABON: Portugal hat eine neue Touristenattraktion, die wohl nichts für ängstliche Gemüter sein dürfte: Im Norden des Landes wurde eine 516 Meter lange Fußgänger-Hängebrücke eingeweiht, die in 175 Meter Höhe über die Schlucht des Flusses Paiva führt. An der Eröffnungszeremonie am Sonntag im Geopark Arouca rund 50 Kilometer südöstlich von Porto nahm unter anderem die Ministerin für Territorialen Zusammenhalt Ana Abrunhosa teil. Nach Angaben des Geoparks und der Bürgermeisterin Aroucas, Margarida Belém, handelt es sich um die längste Fußgänger-Hängebrücke der Welt.

Die im Mai 2017 im Harz eröffnete «Titan RT» am Rappbodetal galt mit einer Länge von 483 Metern kurzzeitig als Spitzenreiterin. Seit Juli 2017 beanspruchte dann aber die 494 Meter lange Brücke «Charles Kuonen» auf dem Europaweg an der östlichen Talseite des Mattertals diesen Titel für sich.

Einige der knapp 3200 Einwohner der Kleinstadt Arouca hatten bereits am Donnerstag das 2,1 Millionen Euro teure Bauwerk testen dürfen. «Ich zittere noch, ich spüre, wie meine Beine zittern», sagte Olivia Teixeira dem TV-Sender SIC nach ihrem Gang. Andere sprachen von einem «einmaligen Erlebnis». Führer des Parks empfehlen den unter Höhenangst leidenden Besuchern, beim ersten Mal lieber geradeaus und nicht auf den 1,20 breiten Metallgitterweg zu schauen, der einen guten Blick in die Tiefe, auf das grüne Tal mit vielen gelben Blumen und einen Wasserfall gestattet.

Für das Publikum wird «516 Arouca» am Montag eröffnet. Wer den mutigen Gang über die Brücke wagen möchte, die von dicken Stahlseilen und auf jeder Seite von je zwei massiven Türmen gehalten wird, muss zwölf Euro zahlen. Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 7 und 17 Jahren, Menschen, die bereits ihren 65. Geburtstag gefeiert haben und auch Studenten zahlen nur zehn Euro. Im Preis inbegriffen ist ein Besuch der spektakulären, zirka 8,5 Kilometer langen Holzsteg-Wanderwege Passadiços do Paiva in den Wäldern des bis 1100 Metern hohen Gebirgszuges Serra da Freita.


Riesenseeadler Grobi sicher im Budapester Zoo

REMSCHEID/ÖRSÉG: Der Riesenseeadler Grobi aus Remscheid ist seit Sonntagmorgen im Zoo von Budapest. Das mächtige Tier sei im Nationalpark Örség «eingeholt» und in den Zoo gebracht worden, sagte Falknerin Carola Schossow am Sonntag auf Anfrage. Sie zeigte sich sehr erleichtert, dass der große Vogel gesichert werden konnte - und es ihm gut geht.

Grobi war am 12. April aus der Falknerei Bergisch Land in Remscheid entflogen und am Samstag in dem rund 1000 Kilometer entfernten ungarischen Nationalpark nahe der österreichischen Grenze gesichtet worden. Ranger hatten von dort die Falknerei Bergisch Land informiert. Zunächst habe der ausgehungerte Riesenseeadler ein Huhn zu fressen bekommen, sagte die Falknerin. Später war es gelungen, den Vogel erneut anzulocken und ihn an seinen Lederriemen zu sichern.

Ein Tierarzt im Zoo von Budapest habe den Adler untersucht und gesagt, dass er zwar sehr dünn, aber unversehrt sei. Carola Schossow und ihr Team wollen nun sobald wie möglich nach Ungarn reisen, um Grobi nach Hause zu holen.


Afrikaluft bringt Hochsommer nach Griechenland: 37 Grad auf Kreta

ATHEN: Warme Luftmassen aus Afrika haben am Wochenende in Griechenland für hochsommerliche Temperaturen gesorgt.

Auf der Insel Kreta zeigten die Thermometer 37,3 Grad an. In Mittelgriechenland, etwa in Athen, gab es Tropennächte: Die Werte fielen auch nach Sonnenuntergang nicht unter 20 Grad. Die Hitze dürfte wohl bis Montagabend andauern, teilte das Meteorologische Amt (EMY) am Sonntag mit. Die hohen Temperaturen sind eine Folge von Südwinden aus Afrika, die warme Luft mit sich bringen. Vielerorts war es diesig, weil die Sahara-Winde auch feinste Sandkörner mit sich führten.


Millionen orthodoxe Christen feiern Osterfest

MOSKAU: Millionen orthodoxe Christen haben weltweit Ostern gefeiert - einen Monat später als die westlichen Kirchen. Anders als noch zu Beginn der Corona-Pandemie vor einem Jahr durften die Gläubigen vielerorts wieder die Gottesdienste besuchen. In Russlands Hauptstadt Moskau sagte das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill, in der Nacht zum Sonntag: Er wünsche sich, dass sein Volk bald und vollständig von dem Virus befreit werde. Das Osterfest gebe Hoffnung, dass die Pandemie überwunden werden könne.

Viele Gläubige in der Erlöserkathedrale in Moskau - der Hauptkirche des russisch-orthodoxen Christentums - trugen eine Maske. In vielen Ländern ließen die Geistlichen Gottesdienste im Internet und im Fernsehen übertragen, um ein Ansteckungsrisiko zu minimieren.

Den Gottesdienst in Moskau besuchte auch Kremlchef Wladimir Putin, ohne Mund-Nasen-Schutz. Er hatte sich kürzlich gegen das Virus impfen lassen. Der Präsident dankte dem Kreml zufolge der Kirche, dass sie «drängende soziale Probleme» löse sowie Ideale und Familientraditionen in der Gesellschaft fördere. Kritiker werfen der orthodoxen Kirche eine zu große Nähe zum russischen Staat vor.

Das Osterfest der orthodoxen Kirche richtet sich nach dem julianischen Kalender, der von der Zeitrechnung des allgemein geltenden gregorianischen Kalenders abweicht. Weil Ostern am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond des Frühlings gefeiert wird, ergibt sich in manchen Jahren ein wochenlanger Zeitunterschied. In der Orthodoxie gilt die Auferstehung Jesu als das größte Fest des Jahres.


Weshalb der 3. Mai 1921 als Geburtsstunde Nordirlands gilt

BELFAST: Der 3. Mai 1921 ist von Historikern als offizielle Geburtsstunde Nordirlands auserkoren worden. An diesem Datum sei vor 100 Jahren das Gesetz in Kraft getreten, das die Teilung Nordirlands und dem Rest der irischen Insel manifestiert habe, erklärten die Historiker einem BBC-Bericht zufolge. Die extra von der britischen Regierung eingesetzte Kommission hatte sich mit den mindestens sieben verschiedenen Daten auseinandergesetzt, die als Entstehungsdaten gehandelt werden. Manche sehen etwa die erste Wahl in Nordirland oder den Antritt der ersten nordirischen Regierung als Geburtsstunde an.

Mit dem «Government of Ireland Act», der Anfang Mai 1921 in Kraft trat, wurde erstmals eine Grenze auf der irischen Insel gezogen - der südliche und der nördliche Teil sollten jeweils eine eigenständige Regierung bilden. Anders als Irland, das sich 1922 zur unabhängigen Republik abspaltete, blieb Nordirland seitdem Teil des Vereinigten Königreichs.

Die Frage, ob das Land zum Vereinigten Königreich gehören oder sich mit der Republik Irland wiedervereinigen sollte, führte zu einem jahrzehntelangen, blutigen Bürgerkrieg und sorgt auch noch heute für Spannungen. Die mehrheitlich protestantischen Unionisten wünschen sich eine möglichst enge Bindung an Großbritannien und einen Verbleib im Königreich, während die überwiegend katholischen Republikaner sich mit Irland wiedervereinigen wollen.


Sea-Watch rettet erneut Bootsmigranten - Warten auf sicheren Hafen

ROM: Nach einer weiteren Rettungsaktion im zentralen Mittelmeer wartet die Organisation Sea-Watch darauf, einen Hafen von den Behörden zugewiesen zu bekommen. An Bord der «Sea-Watch 4» seien mittlerweile 455 gerettete Bootsmigranten, teilte die in Berlin ansässige Organisation auf Twitter in der Nacht zu Sonntag mit. Samstagabend hatten die freiwilligen Helfer demnach bei einem sechsten Einsatz rund 50 Menschen aus Seenot gerettet.

Seit Donnerstag brachten die Seenotretter täglich Flüchtlinge in Sicherheit, die in kleinen Holz- und Schlauchbooten auf dem Weg in Richtung Europa waren. Das Schiff «Ocean Viking» legte nach Angaben der Organisation SOS Mediterranee am Samstag im Hafen der italienischen Stadt Augusta auf der Insel Sizilien an und brachte 236 gerettete Bootsmigranten an Land.

Die privaten Seenotretter kritisieren, dass die libysche Küstenwache Bootsmigranten immer wieder abfange und zurück in das Bürgerkriegsland bringe, wo ihnen Menschenrechtsverletzungen drohten. Außerdem fordern sie von der EU ein europäisches Such- und Rettungsprogramm.

Politisch sind die Aktionen der privaten Seenotretter umstritten. Auf der italienischen Insel Lampedusa landeten zuletzt wieder mehr Migranten als sonst in Booten an, wie der Bürgermeister am Samstag im italienischen Fernsehen gesagt hatte. Nach Zahlen des italienischen Innenministeriums kamen in diesem Jahr (Stand 30. April) bislang etwas mehr als 9000 Bootsmigranten in Italien an. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es demnach rund 3450.


Irans Außenminister entschuldigt sich für Kritik an Politsystem

TEHERAN: Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hat sich für seine kritischen Bemerkungen über das politische System und insbesondere über die Revolutionsgarden (IRGC) entschuldigt. «Ich möchte mich bei allen entschuldigen», schrieb Sarif am Sonntag auf seiner Instagram-Seite. Konkret bezog er sich auf seine Äußerungen über den ehemaligen Top-General Ghassem Soleimani. Wenn er gewusst hätte, dass seine Aussagen durchsickern würden, hätte er sie nie gemacht.

Sarif hatte das politische System, die einflussreichen Revolutionsgarden und Soleimani kritisiert. Ein Audio-Mitschnitt des Gesprächs wurde angeblich von «internen Kreisen» gestohlen und Teile davon auch von persischsprachigen Nachrichtensendern im Ausland veröffentlicht. Die Hardliner im Parlament wollen eine Klage gegen Sarif einleiten, da er in dem Interview Soleimani beleidigt habe.

Soleimani war im Januar 2020 durch einen US-Luftangriff in der Nähe des internationalen Flughafens von Bagdad getötet worden. Seitdem hat er im Iran einen Legendenstatus als Märtyrer.

Sarif sagte, er habe kein «klassisches Interview» gegeben, sondern einen «theoretischen Meinungsaustausch» mit der strategischen Abteilung des Präsidialamts geführt. Präsident Hassan Ruhani glaubt, dass die Hardliner mit der Aktion den Druck auf seine Regierung und die Reformer vor den Präsidentenwahlen im Juni erhöhen wollen. Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, kritisierte Sarif am Sonntag in einer Fernsehansprache für seine Äußerungen. «Wenn jemand für die Präsidentschaft kandidieren will, muss die Person die iranische Verfassung und deren islamischen Prinzipien befolgen, sonst ist er für den Posten nicht geeignet», sagte er. Sarif gilt als einer der potenziellen Kandidaten der Reformer bei der Präsidentenwahl.


6 Verletzte bei Großbrand in iranischer Chemiefabrik

TEHERAN: In der Nähe der zentraliranischen Stadt Ghom ist es am frühen Sonntagmorgen zu einem Großbrand in einer Chemiefabrik gekommen. Ein Sprecher der örtlichen Feuerwehr sprach von sechs Verletzten, ein Feuerwehrmann schwebe in Lebensgefahr. Über 100 Feuerwehrleute waren in der Industriezone Schokuhiehe im Einsatz. Die Lage sei unter Kontrolle und Schlimmeres, insbesondere ein Übergreifen des Feuers auf die benachbarten Wohngenbiete, habe verhindert werden können, so der Sprecher im Staatsfernsehen.

Die Behörden in Ghom warnten jedoch weiterhin davor, dass Schadstoffe austreten und es zu einer Vergiftungsgefahr kommen könnte. Daher baten sie auch die iranischen Revolutionsgarden um Hilfe. Ghom gilt als heilige Stadt, sie liegt 120 Kilometer südlich der Hauptstadt Teheran. Die Stadt hat über 1,2 Millionen Einwohner und wegen der zahlreichen Islam-Zentren leben dort auch viele Kleriker.


Mindestens zehn Tote bei Überschwemmungen im Jemen

SANAA: Bei erneuten Überschwemmungen nach schweren Regenfällen im Jemen sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei Kinder. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen. In vergangenen Tagen regnete es in mehreren Teilen des Landes samt der Hauptstadt Sanaa stark. Den Kreisen zufolge wurden Häuser und Ernten schwer beschädigt. Die Fluten hätten auch Autos davongetragen und Straßen stundenlang unbefahrbar gemacht.

Die Regenzeit im Jemen dauert normalerweise von April bis August. Schon im vergangenen Sommer waren bei Überschwemmungen im Zuge der starken Regenfälle landesweit etwa 150 Menschen ums Leben gekommen und Dutzende weitere verletzt worden. Es gab auch Berichte über Landminen und andere Sprengsätze aus dem laufenden Bürgerkrieg, die vom Wasser in andere Gebiete getragen wurden.

In dem seit 2014 laufenden Bürgerkrieg kämpft die Regierung zusammen mit einem von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnis gegen die Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden. Der Konflikt hat das ohnehin bitterarme Land in die schwerste humanitäre Krise weltweit gestürzt. Millionen leiden Hunger und haben keinen oder nur schlechten Zugang zu ausreichender Gesundheitsversorgung und sauberem Wasser. Hinzu kommt die Corona-Pandemie. Die neuen Überschwemmungen haben das Leid der Bevölkerung noch vergrößert.

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Rolf W. Schwake 03.05.21 15:55
Die Geburtsstunde Nordirlands...
... ist eigentlich historisch nicht so wichtig - vielmehr sollte das Sterben Irlands betrachtet werden. Irland war eine katholische Insel. Erst der Nachfolger der Königin Elisabeth I. (und schottischer Sohn von Mary Stuart) wollte Anfang des 17. Jahrhunderts das durch Heinrich VIII zwangsanglikanisierte England wieder "re-katholisieren" und verbannte daher die gläubigsten Mitglieder der englischen (anglikanisch-protestantischen) Staatskirche nach Notrdirland. Das wiederum ließen sich die Iren nicht gefallen und bekämpften England solange, bis sie 1921 wenigstens Dreiviertel ihrer Insel wieder ihr Eigen nennen konnten, Das die englischen Invasoren sie bis zum heutigen Tage als "Terroristen" bezeichnen, kennzeichnet einmal mehr die Verrücktheit unserer Erde, einer tausendfach erzählten Lüge mehr zu glauben als einer einzigen Wahrheit - auch wenn das manche Menschen nicht gern hören. Es gilt leider immer noch die Definitionsmacht des Stärkeren. Jedenfalls wünsche ich den Nordiren eine klare Entscheidung darüber, was für sie besser ist: Ein Verbleib beim reaktivierten Kunstgebilde Groß-Britannien, was auch immer das bedeutet - oder sich mit Irland dem vereinten Europa anzuschließejn, egal was es kostet. Denn jeder Mensch sollte sich darüber im Klaren sein, welchen Preis er für den Frieden zu bezahlen bereit ist. Ich bin als Nachkriegs-Europäer jedenfalls dankbar und glücklich darüber, hier leben zu dürfen.