Neues aus dem Ausland am Sonntag

Foto: Rüegsegger
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Mexikanische Präsidentschaftskandidatin: «Unterdrückung oder Freiheit»

MEXIKO-STADT: Zwei Wochen vor der Präsidentenwahl in Mexiko hat die oppositionelle Kandidatin Xóchitl Gálvez ihre Anhänger bei einer Großkundgebung im Herzen der Hauptstadt auf eine Richtungswahl eingeschworen. «Ihr wisst, dass es bei diesen Wahlen nicht nur um die Präsidentschaft, den Kongress und neun Gouverneursämter geht», sagte die Unternehmerin am Sonntag auf dem Zócalo-Platz. «Es geht darum, ob wir die nächsten Jahre in Unterdrückung oder in Freiheit leben.»

Knapp Hunderttausend Menschen hatten zuvor nach dem Aufruf der Bewegung «Rosa Welle» auf dem zentralen Platz in Mexiko-Stadt gegen die ständigen Angriffe des linkspopulistischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador auf das unabhängige Wahlamt und die Opposition protestiert. Der amtierende Staatschef verunglimpft immer wieder Journalisten, Aktivisten und Regierungsgegner und hat den Einfluss des Militärs in dem lateinamerikanischen Land erheblich ausgeweitet.

López Obradors Parteifreundin Claudia Sheinbaum gilt als Favoritin bei der Präsidentenwahl am 2. Juni. Die ehemalige Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt hat bereits angekündigt, die Politik ihres politischen Ziehvaters weitgehend fortsetzen zu wollen. Mexiko hat fast 130 Millionen Einwohner und ist das bevölkerungsreichste spanischsprachige Land der Welt.


Rehlinger zu Hochwasser-Todesopfer: «Es tut mir im Herzen weh»

SAARBRÜCKEN: Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger hat bestürzt auf den Tod einer Frau infolge eines Hochwasser-Rettungseinsatzes reagiert. «Es tut mir im Herzen weh, dass eine 67-jährige Frau heute Abend ihren Verletzungen aus einem tragischen Unfall bei einem Rettungseinsatz erlegen ist», erklärte die SPD-Politikerin am Sonntag. Sie sei dankbar für den hochprofessionellen Einsatz aller Rettungskräfte im Saarland. «Sie haben dazu beigetragen, dass wir bislang nur wenige Verletzte hatten. Meine Gedanken sind bei Freunden und Angehörigen der Verstorbenen.»

Die 67-Jährige war bei einem Rettungseinsatz wegen des Hochwassers in Saarbrücken verletzt worden und später in einem Klinikum an den Folgen gestorben, wie die Stadt mitteilte. Sie sei am Freitag von einem Einsatzfahrzeug erfasst worden.


Starkregen und Erdrutsch - Unwetter in Kirn

KIRN: Extremer Starkregen hat am Sonntagnachmittag in der rheinland-pfälzischen Stadt Kirn zu Überflutungen und Erdrutschen geführt. Am stärksten sei der Stadtteil Sulzbach betroffen gewesen, sagte ein Sprecher der Polizei. Demnach liefen dort zahlreiche Keller und Erdgeschosse voll Wasser und Schlamm, der Stadtteil war teilweise nicht mehr zu passieren. Ein Erdrutsch habe zudem die Bundesstraße 41 blockiert, die Straße sei daraufhin gesperrt worden. Wann sie wieder freigegeben werden könne, war zunächst unklar. Verletzt wurde laut dem Polizeisprecher niemand.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte am Sonntag vor Unwettern in Rheinland-Pfalz und dem Saarland gewarnt. In beiden Bundesländern galt am Abend eine Warnung vor extremen Gewittern der höchsten Stufe vier. Es bestand demnach große Gefahr für Leib und Leben unter anderem durch Blitzschlag, umstürzende Bäume, Hochspannungsleitungen und Gerüste sowie verbreitet abgedeckte Dächer und umherfliegende Gegenstände.


Irans Vizepräsident: Hatten Kontakt zu Insassen des Helikopters

TEHERAN: Auf der Suche nach der Unglücksstelle des Hubschraubers mit dem iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi an Bord haben Retter Kontakt zu zwei Insassen herstellen können. In einem Interview des Staatsfernsehens sagte der Vizepräsident für Exekutivangelegenheiten, Mohsen Mansuri, dass mehrfach bereits mit der Besatzung Kontakt aufgenommen worden sei. Nähere Details gab der Politiker am späten Sonntagabend nicht preis.

Unterdessen suchten Retter nach Einbruch der Dunkelheit bei schlechten Wetterverhältnissen zu Fuß weiter nach dem Unglücksort. Unter Regierungsanhängern bestand die Sorge, dass der neunköpfigen Besatzung mit Präsident Ebrahim Raisi und Außenminister Hussein Amirabdollahian an Bord etwas zugestoßen sein könnte. Der Hubschrauber verunglückte am Sonntag im Nordwesten des Landes nach einem Treffen zwischen Raisi mit dem Präsidenten des Nachbarlandes Aserbaidschan, Ilham Aliyev.


US-Truppen sollen bis Mitte September aus dem Niger abziehen

WASHINGTON/NIAMEY: ? Die US-Regierung und die Militärjunta im Niger wollen den bereits begonnenen Abzug der US-Streitkräfte aus dem westafrikanischen Krisenstaat bis Mitte September beendet haben. Darauf habe man sich nach mehrtägigen Gesprächen geeinigt, teilte das US-Verteidigungsministerium am Sonntag mit. Im Niger waren nach US-Informationen vom vergangenen Jahr mehr als 1100 amerikanische Soldaten stationiert.

Mit dem Abzug geht die Regierung von US-Präsident Jo Biden auf eine Forderung der Militärjunta ein, die im Niger seit Juli 2023 an der Macht ist und Mitte März ein militärisches Kooperationsabkommen mit den USA gekündigt hatte. Der Abzug der US-Truppen aus dem Niger wird nach Angaben der US-Regierung nicht die Fortsetzung der Entwicklungsbeziehungen zwischen beiden Ländern beeinflussen.

Der Niger war für das US-Militär zuletzt eine Drehscheibe für den Antiterrorkampf in der Sahelzone. Vor der Machtübernahme der Junta galt das Land als letzter demokratischer Partner europäischer Staaten und der USA in der Region. Der Niger war ein enger Verbündeter im Kampf gegen Terrorismus und gegen illegale Migration nach Europa. Der Umsturz löste eine schwere diplomatische Krise in der Region aus. Auch die Nachbarländer Mali und Burkina Faso haben sich von den USA und Europa abgewandt und nähern sich dafür Russland an.


Unglück : Teenager kommt in Fluss ums Leben

OVINGHAM: Bei einem Unglück in Nordengland ist ein Teenager in einem Fluss ums Leben gekommen. Ein zweiter Junge schwebt in Lebensgefahr, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Die Ermittler waren am Samstag alarmiert worden, weil Sorge um die beiden Jungen bestanden habe, die nahe einer Brücke im Fluss Tyne gewesen seien.

Rettungsdienste wurden losgeschickt und ein 13-Jähriger wurde aus dem Wasser gerettet. Der Junge wurde in ein Krankenhaus gebracht. «Traurigerweise wurde die Leiche des 14-Jährigen später im Wasser gefunden», teilte die Northumbria Police mit. Die Ermittler gehen davon aus, dass er im Fluss in Schwierigkeiten geraten war.

«Das ist ein absolut tragischer Fall und unsere Gedanken sind bei den Familien beider Jungen in dieser schwierigen Zeit», teilte die Polizei auf der Plattform X mit.


Fico-Angreifer war vielleicht doch kein Einzeltäter

BRATISLAVA: Der Mann, der am Mittwoch den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico lebensgefährlich verletzt hat, ist möglicherweise vielleicht doch kein Einzeltäter.

Es gebe dafür Indizien, sagte Innenminister Matus Sutaj Estok am Sonntag vor Journalisten in Bratislava. «Wir haben ein Ermittlerteam zusammengestellt, das auch mit der Version arbeiten wird, dass es sich nicht um einen einsamen Wolf handelte.» Eins der Indizien sei, dass Inhalte auf der Facebook-Seite des Täters zu dem Zeitpunkt gelöscht worden seien, als dieser in den Händen der Polizei war. Er habe in diesem Augenblick selbst keinen Zugang zu der Seite gehabt.


Retter setzen Suche nach Irans Präsidenten zu Fuß fort

TEHERAN: Nach Einbruch der Dunkelheit und bei Regen haben Retter ihre Suche nach dem Unglücksort des Helikopters mit dem iranischen Präsidenten an Bord zu Fuß fortgesetzt. Die Stelle vermuteten die Rettungsdienste am späten Sonntagabend (Ortszeit) in bergigem Terrain, wie ein Reporter im Staatsfernsehen sagte. Die Route sei matschig und fern von Straßen, daher würden die Retter zu Fuß weitersuchen.

Unterdessen stieg die Sorge, dass der neunköpfigen Besatzung mit Präsident Ebrahim Raisi und Außenminister Hussein Amirabdollahian an Bord etwas zugestoßen sein könnte. Stunden nach dem Unglück gab es immer noch keine Informationen über ihr Schicksal. Der Hubschrauber verunglückte am Sonntag im Nordwesten des Landes nach einem Treffen zwischen Raisi mit dem Präsidenten des Nachbarlandes Aserbaidschan, Ilham Aliyev.

Wie iranische Medien berichteten, liegt der Unglücksort in der Nähe von Dscholfa - mehr als 600 Kilometer von der Hauptstadt Teheran entfernt, nahe der Grenze zu Aserbaidschan. 40 Rettungsteams suchten nach dem genauen Unglücksort.


Militär: Putschversuch im Kongo abgewendet

KINSHASA: ? Die Streitkräfte der Demokratischen Republik Kongo (DRC) haben nach eigenen Angaben einen Putschversuch abgewehrt. Kongolesische und «ausländische» Kämpfer seien an dem versuchten Staatsstreich am Sonntagmorgen beteiligt gewesen, sagte Armeesprecher Sylvain Ekenge in einer live übertragenen Ansprache im Staatsfernsehen. Verteidigungs- und Sicherheitskräfte hätten den Angriff auf den Präsidentenpalast in der Hauptstadt Kinshasa umgehend niederschlagen können. Dabei seien einige der Putschisten sowie ihr Anführer «außer Gefecht gesetzt» worden, sagte Ekenge ohne zu erklären, ob damit eine Festnahme oder Tötung der Täter gemeint sei.

Früher am Sonntag hatten unbekannte Angreifer die Residenz des stellvertretenden Ministerpräsidenten und Wirtschaftsministers in Kinshasa umstellt. In Militäruniform gekleidete Bewaffnete hätten um 4.30 Uhr Ortszeit (5.30 Uhr MESZ) versucht, in die Residenz von Vital Kamerhe einzudringen, teilte Kamerhes Sprecher auf der Plattform X mit. Bei der darauffolgenden Auseinandersetzung seien zwei Sicherheitskräfte und ein Angreifer getötet worden. Kamerhe und seine Familie seien demnach unverletzt. Die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Residenz seien verschärft worden.

Kamerhe kandidiert in dem zentralafrikanischen Land für den Posten des Parlamentspräsidenten. Seine Kandidatur stößt in Teilen der Regierungspartei auf scharfe Kritik. Der 65-Jährige ist als Politiker nicht unumstritten: 2020 wurde er wegen Unterschlagung von rund 50 Millionen Euro verurteilt. Nach zwei Berufungen wurde Kamerhe 2022 jedoch freigesprochen. Seitdem ist er wieder Mitglied der Regierungspartei und ein enger Vertrauter von Präsident Félix Tshisekedi.


Kongo: Residenz des stellvertretenden Ministerpräsidenten angegriffen

KINSHASA: ? Unbekannte Angreifer haben am Sonntagmorgen Regierungsangaben zufolge die Residenz des stellvertretenden Ministerpräsidenten und Wirtschaftsministers der Demokratischen Republik Kongo angegriffen. In Militäruniform gekleidete Bewaffnete hätten um 4.30 Uhr Ortszeit (5.30 Uhr MESZ) versucht, in die Residenz von Vital Kamerhe in der Hauptstadt Kinshasa einzudringen, teilte Kamerhes Sprecher auf der Plattform X mit. Bei der darauffolgenden Auseinandersetzung seien zwei Sicherheitskräfte und ein Angreifer getötet worden. Kamerhe und seine Familie seien unverletzt. Die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Residenz seien verschärft worden.

Kamerhe kandidiert für den Posten des Parlamentspräsidenten. Seine Kandidatur war in Teilen der Regierungspartei auf scharfe Kritik gestoßen. Der 65-Jährige ist als Politiker nicht unumstritten: 2020 wurde er wegen Unterschlagung von rund 50 Millionen Euro verurteilt. Nach zwei Berufungen wurde Kamerhe 2022 jedoch freigesprochen. Seitdem ist er wieder Mitglied der Regierungspartei und ein enger Vertrauter von Präsident Félix Tshisekedi.

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