Neues aus dem Ausland am Sonntag

Neues aus dem Ausland am Sonntag

Sipri: Rüstungsfirmen verzeichnen Einnahmerückgang trotz Auftragsplus

STOCKHOLM: Die 100 größten Rüstungskonzerne der Welt haben 2022 trotz des Ukrainekriegs weniger Einnahmen verzeichnet. Sie erwirtschafteten laut einem am Montag vom Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri veröffentlichten Bericht 597 Milliarden Dollar (rund 543,4 Milliarden Euro) und damit 3,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig haben die Firmen jedoch deutlich mehr Aufträge akquiriert. Sipri rechnet deshalb für die kommenden Jahre mit beträchtlich höheren Einnahmen.

Sipri erklärte die Entwicklung mit Kapazitätsengpässen vor allem in den USA. Die Firmen brauchten oft lange, um ihre Produktion auszuweiten. Ein Teil ihrer unerledigten Aufträge stamme noch aus der Zeit vor dem Ukrainekrieg. Die 2022 eingegangenen Aufträge würden sich wohl erst in zwei bis drei Jahren in den Bilanzen der Unternehmen niederschlagen, sagte Sipri-Forscher Nan Tian.

Am stärksten zu den Einnahmerückgängen trugen Firmen in den USA und Russland bei. US-Unternehmen verzeichneten laut Sipri Einnahmen von zusammen 302 Milliarden Dollar. Das entsprach einen Rückgang von 7,9 Prozent. Russische Firmen hatten einen Rückgang von 12 Prozent zu verkraften. Die vier deutschen Unternehmen auf der Sipri-Liste meldeten dagegen ein durchschnittliches Plus von 1,1 Prozent und strichen 9,1 Milliarden Dollar ein. Für transeuropäische Unternehmen wie Airbus errechnete Sipri einen Zuwachs von 9,6 Prozent.


ICE von Brüssel nach Frankfurt steckt stundenlang im Tunnel fest

LÜTTICH: Fahrgäste eines ICE-Zuges haben rund drei Stunden lang in einem Tunnel in Belgien ausharren müssen.

Der aus Brüssel kommende Schnellzug ICE 317 habe am Sonntagabend wegen technischen Schwierigkeiten anhalten müssen, teilte ein Sprecher des belgischen Bahnunternehmens SNCB mit. Der Zug, der eigentlich auf dem Weg nach Frankfurt war, stoppte demnach gegen 18.00 Uhr im Tunnel von Soumagne. Insassen berichteten von stundenlangem Sitzen und Warten in einem kalten Zug. Gegen 21.00 Uhr sei der ICE in die belgische Stadt Lüttich gezogen worden, sagte der SNCB-Sprecher. Genauere Angaben zur Ursache für den mehrstündigen Stopp machte er zunächst nicht.


New Yorker ersticht vier Menschen und wird von Polizist erschossen

NEW YORK: Ein Mann in New York soll vier Menschen mit einem Steakmesser erstochen haben, darunter ein elfjähriges Mädchen und ein zwölfjähriger Junge. Kurz danach sei der Mann am Sonntagmorgen (Ortszeit) von der Polizei gestellt und getötet worden, berichteten die Ermittler. Der 38-Jährige soll im Stadtteil Queens die Taten begangen und dann ein Sofa in Brand gesetzt haben, hieß es weiter.

Die Polizei habe von einem mit dem mutmaßlichen Täter verwandten Mädchen im Teenageralter den Anruf bekommen, hieß es. Sie habe am Telefon nach Hilfe gesucht und gesagt, ihr Cousin bringe Familienmitglieder um, berichtete die «New York Daily News».

Als die Polizei eintraf, habe der Mann einem Ermittler ins Gesicht geschlagen und einem anderen zwischen Hals und Brust eine Messerwunde zugefügt. Daraufhin habe ein 28-jähriger Polizist ihn erschossen. Beide Ermittler seien im Krankenhaus und nicht in Lebensgefahr.

Die Tat ereignete sich im Stadtteil Far Rockaway, südlich vom Flughafen John F. Kennedy - etwa eine Autostunde vom Stadtzentrum Manhattans entfernt.


Dutzende Tote nach Erdrutsch in Tansania befürchtet

DARESSALAM: Nach einem Erdrutsch am vierthöchsten Berg Tansanias, dem Mount Hanang, werden örtlichen Medienberichten zufolge Dutzende Tote befürchtet. Der Fernsehsender Jambo TV berichtete von mindestens 47 Toten und 85 Verletzten. Ein gewaltiger Erdrutsch habe in den frühen Morgenstunden die Ortschaft Katesh erreicht. Häuser seien weggerissen worden, eine Straße unterbrochen, was die Rettungsarbeiten erschwere.

Das Tansanische Rote Kreuz veröffentlichte Bilder aus dem Gebiet mit etwa 10.000 Einwohnern, in dem ein Schlammfluss Autos halb begraben hatte. Menschen versuchten, ihre Habe aus zerstörten Häusern in Sicherheit zu bringen.

Dem Erdrutsch am 3420 Meter hohen Mount Hanang war heftiger Regen vorangegangen.


Dreijährige in Hamas-Gewalt tagelang von Familie getrennt

TEL AVIV/GAZA: Ein Angehöriger mehrerer von der Hamas in den Gazastreifen verschleppter Geiseln hat mit einem israelischen Fernsehsender über deren schlimme Erlebnissen gesprochen. Seine drei Jahre alte Enkeltochter sei zehn Tage lang von ihrer Familie getrennt worden, sagte der Mann dem Sender Channel 12 zufolge am Sonntag. Das Mädchen, ihre Zwillingsschwester sowie deren Mutter waren kürzlich im Rahmen eines Abkommens zwischen Israel und der Hamas freigelassen worden. Der Vater der Kinder sowie weitere Verwandte seien noch immer in Gewalt palästinensischer Terroristen im Gazastreifen, sagte er.

Die Eltern hätten in der Zeit der Trennung nicht gewusst, ob ihr dreijähriges Kind noch am Leben sei, sagte der Großvater weiter. Die Familie sei schließlich an einen neuen Ort gebracht und dort wieder mit dem weinenden Mädchen zusammengeführt worden. Insgesamt seien zwei Töchter und drei Enkeltöchter des Mannes am 7. Oktober entführt und in der vergangenen Woche freigelassen worden, hieß es in dem Bericht weiter.


US-Regierung: Wussten nicht vorab von Hinweisen auf Hamas-Attacke

WASHINGTON: Wie konnte Israel vom verheerenden Angriff der Hamas so überrascht werden? Laut dem Bericht einer US-Zeitung gab es lange zuvor Hinweise auf solche Pläne. Wussten auch amerikanische Geheimdienste davon?

Die US-Regierung ist nach eigenen Angaben nicht vorab über Hinweise auf einen geplanten Großangriff der islamistischen Hamas informiert gewesen. Die «New York Times» hatte vor wenigen Tagen berichtet, Israel hätte mehr als ein Jahr vor dem 7. Oktober Informationen zu einer potenziellen Hamas-Attacke dieser Größenordnung vorgelegen. Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, sagte dazu am Sonntag dem Fernsehsender NBC: «Unsere eigenen Nachrichtendienste haben gesagt, dass sie sich das angesehen haben.» Sie hätten allerdings derzeit keine Hinweise darauf, dass sie vorab Zugang zu einem entsprechenden Dokument gehabt hätten. Sie hätten auch nicht Kenntnis davon gehabt.

Laut «New York Times» gab es einen umfassenden Austausch israelischer Behörden zu einem 40 Seiten langen Dokument mit dem Codenamen «Jericho-Mauer», das einen Gefechtsplan der Hamas skizzierte. Dieser soll bis ins Detail dem Angriff geähnelt haben, den Hamas-Terroristen dann Anfang Oktober aus dem Gazastreifen heraus ausführten, berichtete das Blatt. Jener Entwurf soll demnach bereits mehr als ein Jahr vor dem Angriff in die Hände israelischer Behörden gelangt und dann in Militär- und Geheimdienstkreisen zirkuliert worden sein. Er sei letztlich aber von den Experten als zu anspruchsvoll und in der Ausführung zu schwierig für die Hamas abgetan worden.

Das Dokument, das der Zeitung nach eigenen Angaben übersetzt vorlag, habe zwar kein Datum für einen Angriff enthalten, aber einen genauen methodischen Überfall beschrieben, mit dem die Befestigungsanlagen um den Gaza-Streifen überwunden, israelische Ortschaften eingenommen und wichtige Militärstützpunkte gestürmt werden sollten. Die Hamas sei diesem Entwurf bei der Attacke Anfang Oktober «mit erschreckender Präzision» gefolgt, schrieb die Zeitung.


EU-Verkehrsminister sprechen über neue Führerscheinregeln

BRÜSSEL: Die EU-Verkehrsminister wollen am Montag (ab 9.30 Uhr) ihre Position zu neuen Führerscheinregeln in der EU festlegen. Dabei geht es unter anderem um Vorgaben für ältere Menschen. Zur Debatte steht etwa, unter welchen Voraussetzungen Führerscheine künftig regelmäßig verlängert werden müssen. Die EU-Kommission hatte im März vorgeschlagen, dass Menschen über 70 alle fünf Jahre entweder eine Selbsteinschätzung zur Fahrtauglichkeit ausfüllen sollen oder eine ärztliche Untersuchung durchgeführt werden soll.

Die Entscheidung, ob eine Selbsteinschätzung ausreicht oder ein Check bei einer Ärztin oder einem Arzt nötig ist, liegt laut Kommissionsvorschlag bei den Mitgliedstaaten. Dieser kann aber sowohl von den EU-Staaten als auch vom Europaparlament geändert werden, bevor neue Regeln in Kraft treten. Ziel des Vorhabens ist unter anderem, die Straßen in der EU sicherer zu machen.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte bereits klargestellt, dass er verpflichtende Gesundheitschecks für Senioren ablehnt. In zahlreichen europäischen Ländern wie etwa Irland, Luxemburg oder den Niederlanden sind Untersuchungen ab einem gewissen Alter notwendig, wie aus Angaben der Organisation European Transport Safety Council (ETSC) von 2021 hervorgeht. Neben Deutschland gibt es unter anderem in Frankreich, Dänemark und Österreich grundsätzlich keine verpflichtenden regelmäßigen Checks für Autofahrerinnen und Autofahrer.

Wenn sich die EU-Staaten auf eine Position geeinigt haben, muss das Vorhaben noch mit dem ebenfalls an der Gesetzgebung beteiligten Europaparlament ausgehandelt werden.


Modis Partei bei Regionalwahlen in wichtigen Bundesstaaten Favoritin

NEU DELHI: Die hindunationalistische Partei von Indiens Premierminister Narendra Modi hat laut Prognose gute Chancen, die Regionalwahlen in drei von vier wichtigen Bundesstaaten zu gewinnen. Modis Partei, die BJP, liegt in den Bundesstaaten Chhattisgarh, Madhya Pradesh und Rajasthan klar vorne, wie vorläufige Resultate der Wahlkommission am Sonntagabend (Ortszeit) zeigten. Dies sehen Experten als Trend vor den anstehenden nationalen Wahlen im kommenden Jahr. Modi bedankte sich bereits bei den Wählern. Die Regionalwahlen hatten in den besagten Bundesstaaten im November stattgefunden.

In zwei der drei Bundesstaaten dürfte die BJP sich gegen die Kongress-Partei durchsetzen, die auf nationaler Ebene bei den Wahlen im Jahr 2024 Hauptherausfordererin von Modis Partei sein wird. In einem vierten Bundesstaat Telangana gewann die Kongress-Partei.

Diese Resultate lassen die Kongress-Partei, die jahrzehntelang die indische Politik dominierte, zu einem wichtigen Zeitpunkt schwach aussehen, wie Experten sagen. Modi ist seit 2014 Premierminister und es wird erwartet, dass er eine Wiederwahl anstrebt. Kritiker sagen, dass es unter ihm weniger Demokratie in Indien gebe. Die BJP gewann 2019 mehr als 300 der 543 Sitze im Unterhaus und regiert in rund der Hälfte der indischen Bundesstaaten.


Beschuss an israelisch-libanesischer Grenze - Verletzte

TEL AVIV/BEIRUT: An der Grenze zwischen dem Libanon und Israel hat es erneut Beschuss gegeben. Aus dem Libanon seien mehrere Raketen Richtung Israel abgefeuert worden, teilte das israelische Militär am Sonntag mit. Mehrere Soldaten seien bei einem Raketenangriff auf ein Armeefahrzeug im Norden des Landes verletzt worden. Medien berichteten unter Berufung auf eine behandelnde Klinik von zwölf Verwundeten. Demnach wurden sie von Granatsplittern getroffen. Der von der proiranischen Hisbollah-Miliz geführte libanesische Fernsehsender Al-Manar meldete den Beschuss auf das israelische Militärfahrzeug von libanesischem Boden aus.

Israels Armee reagierte eigenen Angaben zufolge mit Gegenbeschuss und griff Ziele der Hisbollah im Nachbarland an.

Seit Beginn des Gaza-Krieges nach dem Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober kommt es immer wieder zu Konfrontationen zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah in der Grenzregion. Auf beiden Seiten gab es bereits Todesopfer. Es ist die schwerste Eskalation seit dem zweiten Libanon-Krieg im Jahre 2006. Es besteht die Sorge, dass sich der Krieg auf andere Staaten ausweiten könnte.

Die Hisbollah hat Verbindungen zur islamistischen Hamas im Gazastreifen, gilt aber als einflussreicher und schlagkräftiger.


Hamas-Behörde: Zahl der Toten in Gaza steigt auf mehr als 15.500

TEL AVIV/GAZA: Die Zahl der im Gazastreifen getöteten Palästinenser ist seit Kriegsbeginn vor rund acht Wochen nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums auf 15.523 gestiegen. 41.316 Menschen seien zudem verletzt worden, wie ein Sprecher am Sonntag mitteilte. Unter den Toten sollen demnach 6600 Kinder und Jugendliche sein. Zudem würden 7500 Menschen vermisst. Die Zahlen lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Es handelt sich den Angaben nach um die mit Abstand höchste Zahl getöteter Palästinenser während eines Kriegs in der Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts.

Am Freitagmorgen war eine einwöchige Kampfpause zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas ausgelaufen. Nach Darstellung der Hamas-Behörde sollen seitdem bei israelischen Angriffen Hunderte getötet worden sein.

Auslöser des jüngsten Gaza-Kriegs war das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels, das Terroristen der Hamas sowie anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober in Israel nahe der Grenze zum Gazastreifen verübt hatten. Auf israelischer Seite wurden mehr als 1200 Menschen getötet, darunter mindestens 850 Zivilisten. Die Hamas wird von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft.


Selenskyj verurteilt russische Angriffe auf Cherson in der Südukraine

KIEW: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die jüngsten russischen Angriffe auf die südukrainische Stadt Cherson als «reine Terroranschläge» verurteilt. «Insgesamt gab es allein an diesem Tag mehr als 20 russische Angriffe in der Region Cherson», sagte Selenskyj am Sonntag in seiner allabendlichen Videoansprache. «Brutale Schläge, in der ganzen Stadt - Häuser, Straßen, Krankenhäuser.» Bei den Artillerieangriffen auf Cherson wurden nach offizieller Darstellung mindestens zwei Menschen getötet und sieben weitere schwer verletzt.

Kampfhandlungen seien auch von anderen Frontabschnitten gemeldet worden. «An Dutzenden von Orten entlang der gesamten Frontlinie wird weiterhin heftig gekämpft», sagte Selenskyj. «Am schwierigsten sind die Gebiete Marijinka, Awdijiwka und Bachmut.» Details nannte er nicht.


Burkina Faso verbietet Verbreitung der Zeitung «Le Monde»

OUAGADOUGOU: Die Regierung des westafrikanischen Krisenstaates Burkina Faso hat die Verbreitung der französischen Tageszeitung «Le Monde» bis auf weiteres verboten. Die seit einem Putsch im Jahr 2022 amtierende Regierung warf dem Blatt tendenziöse Berichterstattung über einen Angriff des Militärs auf mutmaßliche Islamisten vor.

Das Verbot in dem frankophonen Land ist kein Einzelfall - in der Vergangenheit hatte die Regierung bereits unter anderem die Verbreitung der Zeitschrift «Jeune Afrique», des Senders Radio France International und des Fernsehsenders France24 verbieten lassen. Auch hier wurden ähnliche Gründe angeführt. Die Medien sollen Terroristen eine Stimme gegeben haben oder Informationen verbreitet haben, die den Regierungsgegnern zugute kämen, so der Vorwurf.

Andere französische Medien wie zum Beispiel der Fernsehsender TV5 Monde können in Burkina Faso bislang weiter empfangen werden.

In Burkina Faso haben sich wie in den Nachbarstaaten Mali und Niger Terrorgruppen ausgebreitet, von denen einige mit Al-Kaida und der Terrormiliz Islamischer Staat verbündet sind. Die Regierung soll nur noch etwa die Hälfte des Staatsgebiets kontrollieren.


Protest auf Klimakonferenz für Feuerpause im Gaza-Krieg

DUBAI: Auf der Weltklimakonferenz in Dubai haben mehrere Dutzend Teilnehmer am Sonntag für eine sofortige Feuerpause im Gaza-Krieg demonstriert. Verlesen wurden die Namen von palästinensischen Kindern, die bei israelischen Militäreinsätzen im Gazastreifen getötet wurden. Einige Teilnehmerinnen weinten währenddessen, wie auf Videos zu sehen war.

Auch Klima- und Entwicklungsorganisationen solidarisierten sich mit dem Protest auf dem von den UN kontrollierten Gelände, der sogenannten Blauen Zone. So schrieb die Direktorin des Climate Action Network in Kanada, Caroline Brouillette, auf X, ehemals Twitter: «Ohne Menschenrechte gibt es keine Klimagerechtigkeit. Die COP28 findet nur 2500 Kilometer von Gaza entfernt statt, wo die Feuerpause beendet wurde und die Bombenangriffe und schreckliche Gewalt wieder aufgenommen wurden - und immer noch andauern. Feuerpause jetzt.»

Die Nahost-Regionaldirektorin von Oxfam, Sally Abi Khalil, zeigte ein Schild mit der Aufschrift «Ceasefire now» (etwa: «Feuerpause jetzt») und schrieb dazu auf X (ehemals Twitter): «Während sich Delegierte auf der COP28 treffen, erleiden die Menschen im Gazastreifen katastrophale und massive Verluste von Leben.»


Nach tödlichem Angriff in Paris drei Menschen in Gewahrsam

PARIS: Nach der tödlichen Attacke auf einen Deutschen in Paris sind Medienberichten zufolge drei weitere Menschen in Polizeigewahrsam genommen worden. Es handle sich um Personen aus dem Umfeld des mutmaßlich islamistischen Täters, wie Medien am Sonntag übereinstimmend berichteten. Darunter sollen auch die Eltern des 1997 geborenen Mannes sein.

Am Samstagabend wurde ein Deutscher in Paris mutmaßlich von einem Islamisten getötet, zwei Menschen wurden verletzt. Der mutmaßliche Täter saß bereits im Gefängnis wegen der Planung eines früheren Anschlags und hatte nach Angaben des Innenministers erhebliche psychische Probleme. Er wurde noch am Abend festgenommen.


Region in Nordwestengland nach Schneefall im Ausnahmezustand

CARLISLE: Ungewöhnlich starker Schneefall hat im Nordwesten Englands am Wochenende zu Chaos auf den Straßen und Stromausfall geführt. Die Polizei in der Grafschaft Cumbria hatte am Samstagabend deswegen einen Ausnahmezustand erklärt. Autofahrer wurden aus steckengebliebenen Fahrzeugen geholt. Tausende waren von der Stromversorgung abgeschnitten. Die Menschen in Cumbria wurden aufgerufen, von unnötigen Reisen abzusehen. Besucher wurden gebeten, nicht anzureisen.

Auch in anderen Teilen Großbritanniens hatte heftiger Schneefall Verkehrsbehinderungen zur Folge. So stellte der Flughafen in Glasgow seinen Flugbetrieb am Samstag zeitweise komplett ein.

Der britische Wetterdienst Met Office hatte für Sonntag Warnungen für weite Teile Mittelenglands sowie für den Osten Schottlands ausgegeben.


Russland, Saudi-Arabien und Irak lehnen Ausstieg aus Fossilen ab

DUBAI: Auf der Weltklimakonferenz in Dubai stemmen sich die Öl- und Gasexporteure Saudi-Arabien, Russland und Irak nach Angaben von Aktivisten dagegen, dass die Staatengemeinschaft dort einen kompletten Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas beschließt. Die Länder hätten in ersten Verhandlungen ihre Ablehnung offen geäußert, sagte Catherine Abreu von der Umweltorganisation Destination Zero am Sonntag. Dies wurde der Deutschen Presse-Agentur auch von einer weiteren Quelle einer Nichtregierungsorganisation bestätigt.

Abreu sagte, auch der Chef des Öl-Konzerns Exxon Mobil, Darren Woods, habe sich kritisch über den Fokus der COP28 auf den von inzwischen mehr als 100 Staaten geforderten Ausstieg aus den Fossilen geäußert. Daraus folge aus ihrer Sicht vor allem, dass Vertreter und Lobbyisten der Öl-Industrie auf den UN-Klimakonferenzen nicht länger geduldet werden sollten.

Der weltweite Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas ist eines der strittigsten Themen in Dubai. Die Emirate und mehrere andere Länder wollen weiter auf fossile Energien setzen und Technologien wie CO2-Speicherung oder -Abscheidung nutzen. Diese werden von Experten jedoch als wissenschaftlich umstritten, sehr teuer und nicht zeitnah im größeren Maßstab einsetzbar bewertet.


Südafrikanischer Grenzschutz: Schleusung von 400 Kindern gestoppt

PRETORIA: Der südafrikanische Grenzschutz hat nach eigenen Angaben in der Nacht zu Sonntag die Schleusung von mehr als 400 Kindern aus dem Nachbarland Simbabwe nach Südafrika gestoppt. Zusammen mit anderen Sicherheitsbehörden seien in der Nacht 42 Busse am Grenzübergang Beitbridge durchsucht worden, sagte Mike Masiapato, der Leiter der Grenzschutzbehörde, am Sonntag. Die 443 Kinder seien unter acht Jahren alt und ohne Eltern oder sonstige Erziehungsberechtigte unterwegs gewesen.

Zu den Hintermännern der Aktion gab es zunächst keine Angaben. In der Vergangenheit gab es wiederholt Berichte zu Kindern, die als Opfer von Menschenhändlern nach Südafrika gebracht wurden.


Unicef-Sprecher: Angriffe in Gaza «unmoralisch» und «sicher illegal»

GAZA: Der Pressesprecher des UN-Kinderhilfswerks Unicef, James Elder, hat die israelischen Angriffe im Gazastreifen während eines Besuchs scharf kritisiert. Dort finde ein «Blutbad» statt, das «unmoralisch» sei und das mit «mit Sicherheit als illegal verstanden werden wird», sagte Elder dem Nachrichtensender Al-Dschasira am Sonntag während eines Besuchs in Chan Junis. Wer das hinnehme, mache sich selbst schuldig. «Schweigen ist Mittäterschaft», sagte der sichtlich erschütterte Elder, der teils mit zitternder Stimme sprach.

Während seines Besuchs habe er überall Kinder mit schweren Verbrennungen, mit Verletzungen durch Granatsplitter, Gehirnverletzungen und mit Knochenbrüchen gesehen. Man sehe Mütter um ihre Kinder weinen, die wohl «Stunden vor dem Tod» stünden.

Die jüngsten Angaben über sogenannten «sicheren Zonen» für die Bevölkerung in Gaza bezeichnete Elder als «Falschdarstellung». Die Menschen würden dabei zu «winzigen Flecken Land bewegt», dort gebe es nur Sand, kein Wasser, keine Sanitäranlagen und keinen Schutz vor dem Wetter. «Das sind keine sicheren Zonen, das werden Todeszonen sein», sagte Elder. «Wir müssen es als das bezeichnen, was es ist».

Israels Armee hatte die Kämpfe gegen die islamistische Hamas nach Ablauf der Feuerpause wieder aufgenommen. US-Vizepräsidentin Kamala Harris und Verteidigungsminister Lloyd Austin forderten Israel am Samstag auf, Zivilisten besser zu schützen. Der israelische Regierungsberater Mark Regev sagte der britischen BBC am Sonntag: «Wir unternehmen maximale Anstrengungen, vielleicht sogar nie dagewesene in ähnlichen Umständen.» Israel habe spezifische Viertel ausgewiesen, die zum Ziel von Angriffen würden und warne die Zivilisten dort vorab, sie zu verlassen, so Regev.


Regev: Schützen Gazas Zivilbevölkerung mit nie dagewesenen Maßnahmen

LONDON/TEL AVIV: Der israelische Regierungsberater Mark Regev hat Vorwürfe zurückgewiesen, sein Land würde im Kampf gegen die Hamas zu wenig unternehmen, um die Zivilbevölkerung in Gaza zu schützen. «Wir unternehmen maximale Anstrengungen, vielleicht sogar nie dagewesene in ähnlichen Umständen», sagte Regev der BBC am Sonntag. Israel habe spezifische Viertel ausgewiesen, die zum Ziel von Angriffen würden und warne die Zivilisten dort vorab, sie zu verlassen, so Regev.

Die Verantwortung für den Gaza-Krieg und die Wiederaufnahme der Kämpfe nach einer mehrtägigen Feuerpause wies Regev ausschließlich der Hamas zu. Zudem verstecke die Organisation «ihre militärische Terrormaschine» in Wohnvierteln, unter Krankenhäusern und in Moscheen. Die Schuld für zivile Todesopfer liege daher bei der islamistischen Organisation. Israel tue alles dafür, um zwischen Kombattanten und Zivilisten zu unterscheiden.

Regev zweifelte zudem die von der Hamas-Gesundheitsbehörde herausgegebene Zahl der zivilen Toten in Gaza an. Das werde nach dem Ende des Kriegs deutlich werden, sagte er. «Wenn man vergleichen wird, was Israel in Gaza getan hat und, sagen wir, Großbritannien und andere westliche Mächte im Kampf gegen den IS in Syrien und dem Irak getan haben, werden Sie sehen, dass es uns durch unsere Maßnahmen gelungen ist, die Zahl der zivilen Opfer sehr, sehr niedrig zu halten», so Regev.

Bei den israelischen Angriffen auf Gaza sind nach Hamas-Angaben bisher bereits weit über 15.000 Menschen getötet worden, unter ihnen viele Zivilisten. Die Zahlen lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Auslöser des Kriegs war das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels, das Terroristen der Hamas sowie anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober in Israel nahe der Grenze zum Gazastreifen verübt haben. Auf israelischer Seite wurden mehr als 1200 Menschen getötet, die meisten davon Zivilisten.


Papst bedauert Ende der Waffenruhe in Gaza

ROM: Papst Franziskus hat sein Bedauern über das Auslaufen der Waffenruhe im Gazastreifen ausgedrückt und zu einem Ende der Feindseligkeiten aufgerufen. «Ich hoffe, dass alle diejenigen, die da involviert sind, dazu beitragen können, einen Waffenstillstand zu finden, indem sie versuchen, mutige Wege des Friedens zu gehen», sagte das Oberhaupt der Katholischen Kirche nach seinem traditionellen Angelus-Gebet am Sonntag im Vatikan. Franziskus erinnert zugleich an das Schicksal der Geiseln. «Viele Geiseln sind befreit worden, aber viele sind auch noch in Gaza. Denken wir an sie, an ihre Familien», sagte er.

Der Pontifex wirkte nach seiner jüngsten Erkrankung geschwächt. Anders als beim Angelus üblich, stand er nicht am Fenster des Apostolischen Palastes, sondern saß an einem Tisch in seiner Residenz Santa Marta im Vatikan. Die an diesem Sonntag vergleichsweise wenigen Gläubigen auf dem Petersplatz konnten ihn auf Großleinwänden sehen. Der Papst sprach nur wenig selbst, sondern ließ den größten Teil seiner Worte von dem Geistlichen Monsignore Paolo Braida vorlesen, laut Nachrichtenagentur Ansa der erste seiner Redenschreiber. Franziskus hatte vorige Woche schon seine Reise zur Klimakonferenz COP28 in Dubai abgesagt.

Der Papst erinnerte außerdem an die Opfer eines Bombenanschlags am Sonntag bei einer Messe auf den Philippinen. «Ich bin dem Volk von Mindanao nahe, das schon so viel erlitten hat», sagte er.


Renommierter Umweltaktivist nach sechs Jahren freigelassen

TEHERAN: Der renommierte iranische Umweltaktivist Sam Radschabi ist nach Ende seiner sechsjährigen Haftstrafe aus dem berüchtigten Ewin-Gefängnis in Teheran freigelassen worden. Das gaben die Webseite der Tageszeitung Shargh sowie seine Familienangehörige am Sonntag bekannt. Wegen angeblicher Zusammenarbeit mit ausländischen Geheimdiensten waren 2017 Radschabi und sieben weitere Umweltaktivisten und Tierschützer verhaftet und zu hohen Haftstrafen verurteilt worden.

Die Spionagevorwürfe gegen Radschabi wurden zwar wieder zurückgezogen, dennoch musste er seine sechsjährige Haftstrafe bis zum Ende absitzen. Während der Inhaftierung verstarb seine Mutter, ein letztes Treffen mit ihr wurde Radschabi jedoch verweigert. Erst nach ihrem Tod durfte er an der Beisetzungszeremonie teilnehmen.

Die acht Aktivisten hatten die jahrelange Wasserknappheit im Land kritisiert und den zuständigen Behörden Missmanagement der Wasserressourcen vorgeworfen. Die Wasserkrise ist für Beobachter im Iran das größte Problem des Landes, das jedoch bislang von den islamischen Machthabern nicht ausreichend ernstgenommen worden sei. Ihrer Ansicht nach sollte die Regierung mehr für neue Wasserressourcen im Land investieren als für das Atom- oder Raketenprogramm.

Für heftige Kritik und Empörung sorgte 2018 der Tod einer der Aktivisten im Ewin-Gefängnis. Laut offizieller Version soll der 65-jährige Kawus Sejed-Emami damals Selbstmord begangen haben, aber an dieser Version bestehen auch fünf Jahre später immer noch Zweifel.


Polizisten nach Schüssen in kritischem Zustand

WROCLAW: Zwei Polizisten sind in Polen angeschossen und lebensgefährlich verletzt worden. Das sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Wroclaw (Breslau) der Agentur PAP zufolge am Sonntag. Die beiden 47 Jahre alten Polizisten hatten demnach in der südpolnischen Stadt am Freitagabend einen per Haftbefehl gesuchten Mann festnehmen wollen. Dieser habe unvermittelt mit einer Handfeuerwaffe geschossen und beide Polizisten im Kopfbereich getroffen.

Der Mann floh zunächst, konnte aber am Samstagmorgen gefasst werden, wie es weiter hieß. Er hätte demnach eine sechsmonatige Haftstrafe wegen Betrugs verbüßen sollen. Nun müsse er sich voraussichtlich wegen versuchten Mordes in zwei Fällen verantworten, was mit einer lebenslangen Haftstrafe geahndet werden könne.

Die Universitätsstadt Wroclaw ist Sitz der Woiwodschaft Niederschlesien und liegt rund 230 Kilometer östlich von Dresden.


Drei Tote und zwei Schwerverletzte nach Geisterfahrer-Unfall

AMERSFOORT: Bei einem schweren Unfall mit einem Geisterfahrer sind in den Niederlanden zwei Kinder und ein junger Mann ums Leben gekommen. Die Eltern der getöteten Kinder wurden schwer verletzt, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Demnach war ein 19-jähriger Mann mit seinem Auto am späten Samstagabend bei Amersfoort in die falsche Richtung gefahren und frontal mit dem entgegen kommenden Wagen der Familie aus Hilversum zusammengestoßen. Die beiden Kinder der Familie im Alter von 12 und 14 Jahren starben, die Eltern wurden schwer verletzt. Ihr Zustand sei besorgniserregend, teilte die Polizei mit. Der 19 Jahre alte Geisterfahrer wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht und starb dort wenig später.

Der Unfall ereignete sich beim Autobahnkreuz Hoevelaken östlich von Amsterdam. Viele Hilfskräfte waren eingesetzt worden, die A1 war in beide Richtungen für Stunden gesperrt. Warum der 19-Jährige in die falsche Richtung fuhr, war zunächst unklar.


Grubenunglück in Sambia - 30 oder mehr Tote befürchtet

LUSAKA/CHINGOLA: Ein Erdrutsch nach schweren Regenfällen hat in Sambia zum Einsturz einer Mine geführt. Die Rettungsarbeiten zur Bergung von etwa 30 verschütteten Bergleuten gestalten sich schwierig. Die Aussicht, sie noch lebend zu bergen, schwindet.

Nach einem Grubenunglück in Chingola im Kupfergürtel von Sambia sind vermutlich etwa 30 Bergleute eingeschlossen oder verschüttet worden. Es wird befürchtet, dass sie in der Mine ertrunken sind. «Unsere Gebete sind mit den Familien der Toten», sagte der sambische Präsident Hakainde Hichilema, der den Rettungskräften für ihren Einsatz an der Unglücksstelle dankte. Dem Grubeneinsturz am Freitag waren schwere Regenfälle vorausgegangen.

Der Bergbauminister des Landes im südlichen Afrika, Elisha Matambo, informierte sich vor Ort über die Rettungsarbeiten. Er kündigte eine Stellungnahme an, wenn alle Opfer geborgen seien. Unbestätigten Berichten zufolge könnte es sogar mehr als 40 Tote geben. Innenminister Jack Mwiimbu hatte am Freitag von mehr als 30 Verschütteten gesprochen; am Sonntag war von 31 Namen vermisster Bergleute die Rede, die bisher bekannt seien.

Bei dem Tagebau handelt es sich um eine illegale Grube, in der ohne Lizenz gearbeitet wird - Angaben über die Zahl der dort Arbeitenden gibt es daher nicht.


Bahn: Reisende sollten auch Montag nicht nötige Fahrten verschieben

MÜNCHEN/BERLIN: Die Deutsche Bahn bittet Reisende wegen des heftigen Wintereinbruchs in Süddeutschland, auch am Montag nicht dringend notwendige Fahrten zu verschieben. Man werde auch zum Wochenstart nicht alle Verbindungen im Fernverkehr anbieten können, sagte eine Bahn-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. Wie bereits angekündigt, werde es auch am Montag zu starken Beeinträchtigungen im Bahnverkehr kommen. Aktuell sei man dabei, die Strecken zu erkunden. Man prüfe für jede einzelne betroffene Strecke, ob man den Betrieb wieder aufnehmen könne, sagte die Sprecherin.

Nach einem starken Wintereinbruch war der Verkehr am Samstag vor allem in Bayern lahmgelegt - etwa wegen vereister Oberleitungen. Auch Straßen- und Luftverkehr waren kaum oder gar nicht mehr möglich.


Experten kritisieren Gesundheitserklärung auf Klimakonferenz

DUBAI: Gesundheitsexperten haben eine von etlichen Staaten verabschiedete Erklärung auf der Weltklimakonferenz als zu schwach kritisiert. «Fossile Energien werden nicht einmal erwähnt, obwohl sie die Hauptschuld am Klimawandel und damit auch an den Gesundheitsauswirkungen tragen», sagte Expertin Jess Beagley von der Climate and Global Health Alliance, eines Zusammenschlusses von Gesundheitsorganisationen aus aller Welt, am Sonntag in Dubai. Auch andere Fachleute kritisierten die Verlautbarung.

Die vom Gastgeber der Klimakonferenz - den Vereinigten Arabischen Emiraten - herausgegebene Erklärung, der sich mehr als 120 Länder angeschlossen haben, will zwar Forschung und Maßnahmen stärken, die gesundheitsgefährdende Folgen des Klimawandels verhindern - doch die Worte «fossile Energieträger» oder «Ausstieg aus fossilen Energien» sucht man in dem Text vergebens. Ob sich die Klimakonferenz im Ölstaat auf den weltweiten Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas einigen kann, gilt als einer der strittigsten Punkte auf der Klimakonferenz.

Die Weltgesundheitsorganisation und mehr als 40 Medizinerinnen und Mediziner aus aller Welt riefen in Dubai dazu auf, den Ausstieg aus den Fossilen zu beschleunigen. Staatliche Regierungen sollten die Ankündigungen, die sie in Sachen Klimaschutz gemacht hätten, auch in die Tat umsetzen. Die Gesundheitsexperten warnten vor «gefährlichen Ablenkungen» wie CO2-Speicherung oder Geoengineering, auf die einige Staaten ihre Hoffnung im Kampf gegen die Klimakrise setzen. Tatsächlich gelten diese Technologien jedoch als wissenschaftlich umstritten, sehr teuer und kaum im großen Maßstab skalierbar.

«Tatsache ist, dass die Klimakrise und die Gesundheitskrise ein und dasselbe sind», sagte der US-Sondergesandte John Kerry in Dubai. «Sie sind völlig miteinander verbunden.»


Weitere Ausländer und Doppelstaatler verlassen Gazastreifen

KAIRO/GAZA: Die Ausreisen von Ausländern und Palästinensern mit zweitem Pass aus dem Gazastreifen gehen weiter. Mehr als 600 von ihnen sollten den Grenzübergang Rafah am Sonntag überqueren und nach Ägypten einreisen. Das ging aus einer am Sonntag veröffentlichten Liste der Grenzbehörde auf palästinensischer Seite hervor. Darunter waren mehr als 300 Landsleute aus den USA und Kanada sowie mehrere Deutsche, Norweger, Griechen, Türken und Philippiner.

Der Sprecher des griechischen Außenministeriums, Stratos Efthymiou, erklärte in Athen jedoch, es seien keine griechischen Staatsbürger ausgereist.

Seit Ablauf der Feuerpause am Freitag sei der Grenzübergang für fast 900 Ausländer und Doppelstaatler geöffnet worden, teilte das UN-Nothilfebüro OCHA in der Nacht zum Sonntag mit. Zudem hätten 13 Verletzte mit ihren Begleitern den Gazastreifen verlassen.


Beschuss aus Syrien auf Golanhöhen - Israelische Gegenangriffe

TEL AVIV: Aus Syrien ist am Sonntag nach israelischen Militärangaben eine Rakete auf die Golanhöhen abgefeuert worden. Ein weiteres Geschoss aus dem Nachbarland sei auf offenem Gelände eingeschlagen, teilte Israels Armee mit. Israel habe in beiden Fällen die Orte angegriffen, von denen aus die Geschosse abgefeuert worden seien. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London feuerten Milizen, die mit der Hisbollah im Libanon zusammenarbeiten, ein Geschoss von Syrien aus in Richtung des von Israel besetzten Teils der Golanhöhen ab.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs nach dem Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober kommt an den nördlichen Grenzen Israels immer wieder zu Konfrontationen zwischen der israelischen Armee und Milizen wie der Hisbollah. Die proiranische Gruppierung hat Verbindungen zur islamistischen Hamas, gilt aber als einflussreicher und schlagkräftiger.

Die Hisbollah und der Iran sind auch Verbündete der syrischen Regierung. Um zu verhindern, dass Israels Erzfeind Iran und mit ihm verbündete Milizen ihren militärischen Einfluss im Zuge des Bürgerkriegs in Syrien ausweiten, bombardiert Israels Luftwaffe häufig Ziele im Nachbarland.


Papst ruft zum Kampf der Religionen gegen Klimawandel auf

ROM: Papst Franziskus hat die Vertreter der Weltreligionen zum gemeinsamen Einsatz gegen den Klimawandel aufgerufen. «Gehen wir als Vertreter der Religionen mit gutem Beispiel voran, um zu zeigen, dass ein Wandel möglich ist, um einen respektvollen und nachhaltigen Lebensstil zu bezeugen», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in einer am Sonntag vom Vatikan verbreiteten Videobotschaft. Anlass war die Einrichtung eines religiösen Pavillons bei der Klimakonferenz COP28 in Dubai.

Der Papst hatte eine geplante Reise nach Dubai wegen einer Erkrankung kurzfristig absagen müssen. «Es ist dringend erforderlich, dass die Religionen, ohne in die Falle des Synkretismus zu tappen, mit gutem Beispiel vorangehen und zusammenarbeiten: nicht für die eigenen Interessen oder die einer Partei, sondern für die Interessen unserer Welt», sagte er am Sonntag in der Videobotschaft.

In einem Grußwort hat den religiösen Pavillon rief das Pontifex zu einer Änderung der Lebensweise im Interesse der Umwelt auf. «Wir müssen unsere Lebensführung ändern und deshalb zu einer einfachen und geschwisterlichen Lebensweise erziehen. Das ist für die Religionen, die auch zur Kontemplation hinführen sollen, ein unverzichtbares Handeln», schrieb der Papst. Er verband dies mit einem Friedensappell. «Es ist offensichtlich, wie Kriege und Konflikte die Umwelt schädigen und die Nationen spalten und so ein gemeinschaftliches Engagement für gemeinsame Anliegen wie den Schutz des Planeten behindern», beklagte der Papst.


Israels Bodentruppen im Süden des Gazastreifens im Einsatz

TEL AVIV/GAZA: Israels Armee ist örtlichen Medienberichten zufolge mit Bodentruppen in den Süden des Gazastreifens vorgerückt. Das Militär habe dort am Boden Einsätze begonnen, meldeten mehrere israelische Medien am Sonntag unter Berufung auf die Armee. Das israelische Militär kommentierte die Berichte auf Anfrage nicht.

Augenzeugen hatten der Deutschen Presse-Agentur zuvor berichtet, israelische Bodentruppen seien in ein Gebiet östlich der Stadt Chan Junis im Süden des Gazastreifens vorgerückt. Die Berichte ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Israelische Bodentruppen sind bereits seit Wochen im Norden des Gazastreifens im Einsatz. Das Militär führte eigenen Angaben zufolge seit dem Ende der mehrtägigen Feuerpause am Freitag im Süden massive Luftangriffe durch.

Hunderttausende Palästinenser sind auf Anweisung des israelischen Militärs aus dem umkämpften Norden des abgeriegelten Küstengebiets in den Süden geflohen. Rund 80 Prozent der rund 2,2 Millionen Einwohner im Gazastreifen sind nach UN-Angaben inzwischen Binnenflüchtlinge.


Hauptbahnhof München weiterhin gesperrt

MÜNCHEN: Nach dem starken Wintereinbruch in Bayern ist im Münchner Hauptbahnhof der Zugverkehr auch am Sonntagmorgen weiter unterbrochen. Einer DB-Sprecherin zufolge sollte die Sperrung bis mindestens 10.00 Uhr am Sonntag andauern. Die Bahn wolle den Betrieb zumindest auf vereinzelten Strecken und mit reduziertem Angebot baldmöglichst anrollen lassen - ab wann, lasse sich aber noch nicht sagen. Reisende müssten noch bis Montag mit massiven Einschränkungen im Bahnverkehr rechnen, sagte die Sprecherin am frühen Morgen.

Es sollten zunächst Kontrollflüge von Helikoptern entlang der Strecken stattfinden. Diese seien auf Tageslicht angewiesen. Unter der Schneelast zusammengebrochene Bäume hatten in der Nacht zum Samstag Bahnstrecken blockiert.

Massiver Schneefall und Eisglätte hatten seit der Nacht zum Samstag weite Teile insbesondere Süddeutschlands lahmgelegt. Der Flughafen München stellte den Flugbetrieb ein, seit Sonntagmorgen läuft der Luftverkehr wieder. Es sei aber weiterhin mit Einschränkungen zu rechnen, hieß es. Auf den Straßen hatte sich die Lage am Sonntagmorgen entspannt. Weiterer Neuschnee soll am Sonntag laut Deutschem Wetterdienst (DWD) weitgehend ausbleiben.


Großbritannien hilft Israel bei Suche nach Geiseln

LONDON: Großbritannien unterstützt Israel bei der Suche nach den noch im Gazastreifen in den Händen der Terrororganisation Hamas verbliebenen Geiseln. «Zur Unterstützung der laufenden Geiselbefreiungsaktion wird das britische Verteidigungsministerium Überwachungsflüge über dem östlichen Mittelmeer durchführen und dabei auch im Luftraum über Israel und Gaza operieren», teilte die britische Regierung am Samstagabend mit. Die Überwachungsflugzeuge seien unbewaffnet und dienten ausschließlich der Ortung von Geiseln. Es würden an die zuständigen Behörden nur Informationen weitergegeben, die sich auf die Geiselbefreiung bezögen, hieß es.

Unter den von der Hamas am 7. Oktober aus Israel entführten 240 Menschen befinden sich auch britische Staatsangehörige. Vorige Woche hatten Israel und die Hamas unter Vermittlung Katars, Ägyptens und der USA erstmals eine Feuerpause vereinbart, die zwei Mal kurz verlängert wurde. In der Zeit ließ die Hamas 105 Geiseln frei, darunter 14 Deutsche, und Israel im Gegenzug 240 palästinensische Häftlinge. Israel geht davon aus, dass insgesamt noch 137 Geiseln in dem Küstenstreifen festgehalten werden. Unter ihnen sind laut israelischem Verteidigungsminister Joav Galant noch 15 Frauen und zwei Kinder.

Die Hamas will nach eigenen Angaben Verhandlungen über die Freilassung weiterer Geiseln erst nach Ende des Gaza-Kriegs fortsetzen. Die einwöchige Kampfpause war am Freitagmorgen ausgelaufen. Seitdem sind die Kämpfe wieder entbrannt.


Bewaffnete greifen Mine an - neun Tote

TAYABAMBA: Bei einem Angriff auf eine Mine in Peru sind neun Menschen ums Leben gekommen. Bewaffnete seien am Samstag in eine Grube in der Provinz Pataz eingedrungen, teilte das Innenministerium des Andenlandes mit. Die Kriminellen hätten die Sicherheitskräfte des Bergbauunternehmens Poderosa angegriffen, vier Geiseln genommen und Explosionen ausgelöst. Es gebe 15 Verletzte, sieben Menschen seien festgenommen worden. Die Polizei brachte den Angaben zufolge die Lage unter Kontrolle.

Nach Medienberichten hatten die Angreifer vermutlich Verbindungen zum illegalen Bergbau. Die Präfektin der Region La Libertad, Carolina Velasco, sagte der Zeitung «La República», es handle sich mutmaßlich um Auftragskiller, die als Vergeltung für das Vorgehen der Behörden gegen den illegalen Goldabbau angeheuert worden seien.

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