Neues aus dem Ausland am Sonntag

Neues aus dem Ausland am Sonntag

Musk reist nach Israel - Treffen mit Präsident Herzog geplant

TEL AVIV: Der israelische Präsident Izchak Herzog trifft am Montag in Jerusalem Tech-Milliardär Elon Musk.

Bei dem Termin seien auch Vertreter der Familien von in den Gazastreifen verschleppten Geiseln dabei, teilte das Büro Herzogs am Sonntagabend mit. «Sie werden über die Schrecken des Hamas-Terrorangriffs vom 7. Oktober sowie über den anhaltenden Schmerz und die Ungewissheit für die Gefangenen sprechen», hieß es in der Mitteilung. Zudem wolle Herzog bei dem Gespräch die Notwendigkeit betonen, «gegen zunehmenden Antisemitismus im Internet vorzugehen». Unklar war, ob Musk bei seinem Besuch in Israel auch Regierungschef Benjamin Netanjahu trifft.


Freigelassene Geisel schwebt in Lebensgefahr

TEL AVIV: Eine am Sonntag von der islamistischen Hamas freigelassene Geisel schwebt Medienberichten zufolge in Lebensgefahr. Die 84-jährige Frau sei in einem lebensbedrohlichen Zustand in eine israelische Klinik gebracht worden, berichteten mehrere israelische Medien unter Berufung auf das Krankenhaus in Beerscheba.

Mitarbeiter des Roten Kreuzes hatten die Frau zuvor aus dem Gazastreifen zur Grenze nach Israel transportiert. Von dort wurde sie wegen ihres schlechten Zustands mit einem israelischen Hubschrauber direkt ins Krankenhaus geflogen.

Terroristen aus dem Gazastreifen hatten die 84-Jährige am 7. Oktober zusammen mit etwa 240 weiteren Menschen in das Küstengebiet verschleppt. Im Rahmen eines Abkommen zwischen Israel und der Hamas kam sie am Sonntagabend nach mehr als 50 Tagen in Gefangenschaft frei.


Biden: Vier Jahre altes Mädchen mit US-Pass unter geretteten Geiseln

NANTUCKET/WASHINGTON: Unter den am Sonntag von der islamistischen Hamas freigelassenen Geiseln befindet sich nach Angaben von US-Präsident Joe Biden ein vier Jahre altes Mädchen mit US-Staatsbürgerschaft. «Sie ist frei und sie ist jetzt in Israel», sagte Biden bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in Nantucket im US-Bundesstaat Massachusetts. «Was sie ertragen musste, ist unvorstellbar.»

Die Mutter sei bei dem Angriff der Hamas-Terroristen am 7. Oktober vor Augen des Mädchens getötet worden, sagte Biden. Der Vater sei ebenfalls erschossen worden, als er sich schützend über das Mädchen legte. Das Kind sei dann zu den Nachbarn in ihrem Kibbutz gerannt, die ebenfalls als Geiseln genommen wurden. Am vergangenen Freitag habe es ihren vierten Geburtstag in Gefangenschaft verbracht.

Neben dem Mädchen sollen zwei weitere US-Staatsangehörige, zwei Frauen, zu den rund 50 Geiseln gehören, deren Freilassung im Rahmen des Geiselabkommens verhandelt worden war. Auf die Frage, ob auch sie am Sonntag übergeben worden seien, antwortete Biden: «Wir sind voller Hoffnung, aber ich kann Ihnen im Moment noch nichts Genaues sagen.» Am Freitag und Samstag waren sie noch nicht freigekommen.

Insgesamt galten zuletzt zehn US-Staatsangehörige als vermisst. Es ist aber unklar, ob die Verbliebenen alle als Geiseln von der Hamas festgehalten werden. Nach US-Angaben wurden bei den Hamas-Angriffen am 7. Oktober in Israel mehr als 30 US-Bürgerinnen und -Bürger getötet.


Netanjahu erstmals seit Kriegsbeginn im Gazastreifen

TEL AVIV: Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat erstmals seit Kriegsbeginn die Truppen im Gazastreifen besucht.

«Wir unternehmen jede Anstrengung, um unsere Geiseln zurückzubringen, und am Ende werden wir sie alle zurückbringen», sagte Netanjahu am Sonntag laut seinem Büro zu den Soldaten. «Wir werden bis zum Ende weitermachen - bis zum Sieg.» Dabei bekräftigte er erneut Israels Kriegsziele. Es gehe darum, «die Hamas zu beseitigen, alle unsere Geiseln zurückzubringen und sicherzustellen, dass der Gazastreifen nicht wieder zu einer Bedrohung für den Staat Israel wird». Nach Angaben seines Büros schaute er sich bei dem Besuch auch einen von den Soldaten freigelegten Tunnel der islamistischen Hamas an.


Armee: Dritte Gruppe von Geiseln

GAZA: Die dritte Gruppe freigelassener Geiseln der islamistischen Hamas hat nach Angaben des israelischen Militärs den Gazastreifen verlassen. Vertreter des Roten Kreuzes übergaben 12 Geiseln den Sicherheitskräften am Grenzzaun zu Israel, wie die Armee am Sonntag mitteilte. Eine weitere Geisel sei direkt mit einem Hubschrauber in ein israelisches Krankenhaus gebracht worden.

Parallel dazu seien drei Ausländer sowie ein Israeli zunächst über die Grenze nach Ägypten und weiter nach Israel gebracht worden. Medienberichten zufolge soll es sich um drei Thailänder und einen russisch-israelischen Staatsbürger handeln. Sie waren nicht Teil des von Israel und der Hamas ausgehandelten Abkommens.

Das Rote Kreuz bestätigte die Übergabe der 17 Geiseln.

Im Gegenzug sollten noch am Sonntag für jede freigelassene israelische Geisel jeweils drei palästinensische Häftlinge aus der israelischen Haft entlassen werden. Palästinensischen Berichten zufolge handelt es sich um 39 männliche Jugendliche unter 19 Jahren.


Steinmeier setzt Besuch fort - Treffen mit Netanjahu

JERUSALEM: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier setzt am Montag seinen zweitägigen Besuch in Israel fort. Er wird sich in Jerusalem mit Premierminister Benjamin Netanjahu treffen und die aktuelle Lage im Nahost-Konflikt erörtern. Vorgesehen ist auch eine Fahrt in ein Kibbuz und ein Besuch des Auguste-Viktoria-Krankenhauses in Ost-Jerusalem. In ihm werden fast 100 palästinensische Patienten behandelt. Steinmeier hatte sich nach seiner Ankunft am Sonntag mit Angehörigen entführter Geiseln getroffen und politische Gespräche mit Israels Präsident Izchak Herzog geführt.

Der Bundespräsident wird von Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) begleitet. Der gemeinsame Besuch der beiden höchsten Repräsentanten des deutschen Staates soll die besondere Solidarität mit Israel nach dem Terrorüberfall durch die islamistische Hamas zeigen. Steinmeier hatte schon vor dem Abflug in Berlin das Selbstverteidigungsrecht Israels gegen die Hamas betont. Das Land kämpfe um seine Existenz, sagte er in einer Videobotschaft. Er rief aber auch zum Einhalten humanitärer Regeln wie dem weitestmöglichen Schutz der Zivilbevölkerung auf.


Faeser trifft Amtskollegen aus Mittel- und Osteuropa in Ungarn

SZEGED: Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) trifft an diesem Montag in der südungarischen Grenzstadt Szeged ihre Amtskollegen aus Ungarn, Österreich, Tschechien, der Slowakei und Polen.

Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die Begrenzung irregulärer Migration, die Bekämpfung der Schleuserkriminalität und der Grenzschutz. In der Nähe von Szeged verläuft der Grenzzaun, den Ungarn 2015 am 160 Kilometer langen Grenzabschnitt zu Serbien errichtet hat. Die Sperranlage soll irreguläre Migration abwenden.


Polens Präsident will chancenloses Kabinett von Morawiecki vereidigen

WARSCHAU: Trotz des Siegs der Opposition bei der Parlamentswahl in Polen will Präsident Andrzej Duda am Montag (16.30 Uhr) ein neues Kabinett des früheren Regierungschefs Mateusz Morawiecki vereidigen. Dieser Anlauf der nationalkonservativen PiS zur Regierungsbildung ist chancenlos und ein taktisches Manöver, um den Machtwechsel zu verzögern. Morawiecki muss innerhalb von 14 Tagen nach der Vereidigung die Vertrauensfrage im Parlament stellen. Dort hat er jedoch keine Mehrheit.

Bei der Wahl am 15. Oktober hatten drei proeuropäische Parteien unter Führung des ehemaligen EU-Ratspräsidenten Tusk eine deutliche Mehrheit von 248 der 460 Sitze errungen. Mittlerweile steht auch schon ein Koalitionsvertrag. Die PiS kam auf 194 Sitze und hat keinen Koalitionspartner. Doch auch angesichts der Mehrheitsverhältnisse hatte Präsident Duda, der selbst aus den Reihen der PiS stammt, den PiS-Politiker Morawiecki am 13. November mit der Regierungsbildung beauftragt. Vertreter der Opposition werfen Duda vor, er wolle so die Wende über Wochen hinausziehen.

Morawiecki hatte in den vergangenen Wochen für eine «Koalition der polnischen Angelegenheiten» geworben und versucht, einzelne Gruppierungen aus dem Lager der Opposition auf seine Seite zu ziehen. Alle Parteien erteilten ihm jedoch eine Absage. Voraussichtlich am 11. Dezember wird er nun im Parlament die Vertrauensfrage stellen und damit scheitern. Erst danach wäre die bisherige Opposition am Zug, ihrerseits eine Regierung zu bilden.


Autogipfel im Kanzleramt zum Ausbau der Elektromobilität

BERLIN: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will am Montag (13.00) mit der Autobranche über den weiteren Ausbau der Elektromobilität auf deutschen Straßen beraten. Zu dem Spitzentreffen in Berlin erwartet werden Vertreter von Herstellern und Zulieferern, Gewerkschaften und Betriebsräten sowie auch von Energiebranche, Wissenschaft und Umweltverbänden. Thema des Austauschs soll sein, wie das Ziel von 15 Millionen Elektro-Pkw bis 2030 zu erreichen und ein weiterer Markthochlauf batteriegetriebener Modelle zu unterstützen ist.

Die Bundesregierung hatte vorab deutlich gemacht, dass E-Fahrzeuge konkurrenzfähig sein und den Durchbruch auf dem Markt schaffen sollten. Im Blick stehen dafür auch die Reichweiten und günstigere Preise. Derzeit sind in Deutschland gut eine Million reine Elektro-Autos zugelassen - bei insgesamt mehr als 48 Millionen Pkw.


Erstmals US-Staatsangehörige unter freigelassenen Geiseln

WASHINGTON: Unter den am Sonntag von der islamistischen Hamas im Gazastreifen übergebenen Geiseln ist übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge erstmals eine US-Staatsangehörige.

Es handle sich um ein vier Jahre altes Mädchen, berichtete unter anderem der Sender CNN unter Berufung auf US-Regierungsbeamte. Bei dem Terrorangriff am 7. Oktober waren beide Eltern des Kindes von Hamas-Terroristen getötet worden. Das Mädchen wurde in den Gazastreifen verschleppt. Am Freitag wurde es vier Jahre alt.


Tausende marschieren in London gegen Antisemitismus

LONDON: Tausende Menschen sind in London gegen Antisemitismus auf die Straße gegangen. Auch der britische Ex-Premierminister Boris Johnson beteiligte sich an der Demonstration, die am Sonntag am Gerichtsgebäude Royal Courts of Justice begann. Aufgerufen hatte die Initiative Campaign Against Antisemitism, die bis zu 50.000 Teilnehmer erwartete.

Am Samstag hatten erneut Zehntausende Menschen in der britischen Hauptstadt auf einer propalästinensischen Kundgebung für einen andauernden Waffenstillstand demonstriert. Dabei blieb es fast ausschließlich friedlich. Zahlreiche Polizisten waren am Wochenende im Einsatz.


Israel greift erneut Flughafen von Damaskus an

DAMASKUS: Die israelische Armee hat nach Angaben Syriens erneut den Flughafen von Damaskus angegriffen. Israelische Raketen hätten den Flughafen sowie Ziele nahe der Hauptstadt anvisiert, berichtete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf Militärkreise. Die Luftabwehr habe die Raketen abgewehrt und die meisten davon zerstört. Am Flughafen sei Schaden entstanden.

Der Flughafen sei nach vorigen Angriffen Israels einen Monat nicht in Betrieb gewesen und habe erst am Samstag wieder geöffnet, teilte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag mit. Israel habe die Landebahnen wieder bombardiert, weshalb der Flughafen erneut habe schließen müssen. Auch am Militärflughafen von Damaskus seien Explosionen zu hören gewesen. Israels Armee kommentierte die Berichte wie üblich nicht.

Israels Luftwaffe bombardiert immer wieder Ziele im benachbarten Syrien. Israel will damit verhindern, dass sein Erzfeind Iran und mit ihm verbündete Milizen ihren militärischen Einfluss in Syrien ausweiten. Der Iran ist einer der wichtigsten Verbündeten Syriens. Die Angriffe haben sich seit dem Ausbruch des Gaza-Krieg ausgeweitet. Die Beobachtungsstelle, die seit 2011 die Opfer des syrischen Bürgerkrieges dokumentiert, zählte dieses Jahr 55 Angriffe Israels auf Ziele in Syrien, darunter 40 Luftangriffe. Sie hätten etwa Waffenlager, Kommandozentren und Fahrzeuge getroffen.


Steinmeier zu Herzog: Unsere Solidarität mit Israel gilt

JERUSALEM: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dem von der Terrororganisation Hamas angegriffenen Israel die unverbrüchliche Unterstützung Deutschlands zugesagt. «Unsere Solidarität mit Israel gilt», sagte Steinmeier am Sonntag in Jerusalem bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Israels Staatspräsident Izchak Herzog. «Sie gilt nicht nur mit dem Israel als Opfer des Terrors. Unsere Solidarität gilt auch mit dem Israel, das sich wehrt, das kämpft gegen eine existenzielle Bedrohung.»

Noch nie sei Israel so tief verwundet worden wie am 7. Oktober, sagte Steinmeier. Das Land kämpfe um seine Existenz. «Israel hat jedes Recht, sich selbst zu verteidigen und seine Existenz zu sichern», betonte der Bundespräsident. «Die Terrororganisation Hamas darf ihr erklärtes Ziel, nämlich die Auslöschung Israels, dieses Ziel darf sie nie erreichen.»

Islamistische Terroristen aus dem Gazastreifen waren am 7. Oktober nach Israel eingedrungen und hatten dort mehr als 1200 Menschen getötet. Etwa 240 Geiseln wurden verschleppt, auch mehrere Deutsche. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen, einer Blockade des Gazastreifens und begann Ende Oktober eine Bodenoffensive.

Herzog nannte Steinmeier einen «wahren Freund». Beide Staatsoberhäupter kennen sich seit vielen Jahren. «Ihr Besuch ist Ausdruck des festen Bündnisses zwischen unseren Ländern», sagte Herzog, der die Hamas als «Bestie» und «Ungeheuer» bezeichnete. Er dankte Steinmeier und der Bundesregierung für die «klare Haltung» zum Recht Israels sich zu verteidigen. Herzog zeigte sich zuversichtlich, dass Israel den Krieg gegen die Hamas gewinne. «Das israelische Volk wird siegen. Wie ein Phoenix werden wir aus der Asche wieder auferstehen.»


Drogengewalt - Querschläger tötet Familienvater

DIJON: Unbekannte haben in der ostfranzösischen Großstadt Dijon ein Wohngebäude nahe eines Umschlagplatzes für Drogen unter Beschuss genommen und einen 55 Jahre alten Familienvater getötet. Wie mehrere französische Medien unter Verweis auf die Ermittler berichteten, wurde der offenbar Unbeteiligte in der Nacht zum Sonntag von einem Querschläger in seiner Wohnung im zweiten Stock getroffen. Der Mann sei nach bisherigem Stand der Ermittlungen überhaupt nicht das Ziel der beiden flüchtigen Angreifer gewesen, berichtete der Sender France Info. Diese hätten mit Maschinenpistolen auf das Gebäude geschossen, berichtete die Zeitung «Le Parisien».

Demnach sammelten die Fahnder rund 60 Patronenhülsen an dem Gebäude ein. Die nächtlichen Schüsse hätten mehrere Fenster durchschlagen, ohne weitere Menschen zu verletzten. Unter Verweis auf die erwachsene Tochter des Opfers berichtete «Le Parisien», dass der 55-Jährige im Schlaf getötet worden sei. Die Staatsanwaltschaft wollte am Nachmittag in Dijon über den Stand der Ermittlungen informieren.

Im südfranzösischen Marseille und in anderen Großstädten häufen sich in letzter Zeit gewalttätige Abrechnungen im Drogenmilieu. Oft mit Kalaschnikows schießen junge Angreifer um sich und treffen auch Unbeteiligte. In Marseille wurde eine Studentin in ihrem Zimmer tödlich getroffen, als Kriminelle mit einem Sturmgewehr blindlings auf eine Fassade feuerten. In Nîmes starb ein Zehnjähriger nach Schüssen auf der Rückbank des Autos seines am Drogenhandel vollkommen unbeteiligten Onkels.


Abkommen mit Hamas: Israel entlässt 39 Palästinenser aus Gefängnissen

TEL AVIV: Die israelische Gefängnisbehörde hat als Teil eines Abkommens zwischen Israel und der islamistischen Hamas erneut eine Gruppe von 39 Palästinenser freigelassen. Sie wurden im Laufe des Abends aus mehreren Gefängnissen entlassen, wie die israelische Gefängnisbehörde am Sonntagabend mitteilte. Palästinensischen Berichten zufolge handelte es sich um 39 männliche Jugendliche unter 19 Jahren.

Unter ihnen war den Angaben nach auch ein Häftling aus dem Gazastreifen. Er wurde der Gefängnisbehörde zufolge am Grenzübergang Kerem Schalom entlassen. Die restlichen Freigelassenen wurden in Ost-Jerusalem und dem Westjordanland erwartet. In Ramallah versammelte sich eine große Menschenmenge, um sie in Empfang zu nehmen.

Katar hatte gemeinsam mit Ägypten und den USA zwischen Israel und der islamistischen Hamas eine viertägige Feuerpause und den Austausch von 50 zivilen Geiseln gegen palästinensische Gefangene vermittelt. Die bislang freigekommenen Häftlinge waren unter anderem wegen Messerattacken auf Israelis, Brandstiftung sowie Attacken mit Brandbomben oder Steinen verurteilt worden.


Auch Frankreichs Außenministerin für Verlängerung der Gaza-Feuerpause

PARIS/TEL AVIV/GAZA: Neben US-Präsident Joe Biden hat sich auch die französische Außenministerin Catherine Colonna für eine Verlängerung der Feuerpause im Gaza-Krieg ausgesprochen. Es wäre «gut, hilfreich und notwendig», die Waffenruhe zu verlängern, bis alle Geiseln, darunter auch französische Staatsangehörige, freigelassen seien, sagte Colonna am Sonntag in einem Interview des Fernsehsenders «BFM TV», wie andere französische Medien in der Nacht zum Montag berichteten. Ähnlich hatte sich auch Biden geäußert.

Die von Katar vermittelte Kampfpause zwischen Israel und der islamistischen Hamas war für zunächst für vier Tage angesetzt. Sie war am Freitagmorgen in Kraft getreten und soll laut Abkommen bis zu zehn Tagen verlängert werden können. Ob es eine Übereinkunft zwischen der Terrororganisation und Israel geben wird, war zunächst unklar. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu signalisierte am Sonntagabend grundsätzlich Bereitschaft dazu. Auch die Hamas strebt nach eigener Darstellung eine Verlängerung an, um im Austausch gegen Geiseln mehr palästinensische Häftlinge aus Israel zu bekommen.


Grüne beschließen Europawahlprogramm: Keine Änderungen zu Asyl

KARLSRUHE: Die Grünen haben ein Programm für die Europawahl beschlossen, das den Schwerpunkt auf Sozialstandards und Menschenrechte legt.

Mehrere Vorschläge, die sich gegen die Linie der Bundesregierung bei den Verhandlungen über eine Reform des Europäischen Asylsystems richteten, fanden bei den rund 800 Delegierten in der Schlussabstimmung am Sonntag jeweils keine Mehrheit. In der Sozialpolitik wollen die Grünen sich dafür stark machen, dass die Europäische Union verbindliche Standards setzt für Löhne, die Stärkung von Gewerkschaften sowie gegen Willkür und Ausbeutung.


Steinmeier beginnt zweitägigen Solidaritätsbesuch

JERUSALEM: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat einen zweitägigen Besuch in Israel begonnen. Er traf am Sonntagnachmittag zusammen mit Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) in Tel Aviv ein. Dass die beiden höchsten Repräsentanten des deutschen Staates mitten im Gaza-Krieg in das von der terroristischen Hamas angegriffene Land reisen, soll ein besonderes Zeichen der Solidarität setzen.

Sie folgen einer Einladung des israelischen Präsident Izchak Herzog. Die beiden Staatsoberhäupter und ihre Frauen sind eng miteinander befreundet. Steinmeier wird auch von seiner Frau Elke Büdenbender begleitet. Sie werden anschließend Oman und Katar besuchen. Noch für den Sonntag waren politische Gespräche Steinmeiers mit Herzog geplant.

In einer Videobotschaft hatte der Bundespräsident am Samstag das Selbstverteidigungsrecht Israels gegen die Hamas betont. Er rief aber auch zum Einhalten humanitärer Regeln auf. Jede Vorkehrung, Zivilisten aus der Schusslinie zu bekommen, sei notwendig. Hinzu komme ihre Versorgung mit dem Lebenswichtigsten. «Das verlangt das humanitäre Völkerrecht, und das erwarten auch wir Deutschen.»

Steinmeier plädierte langfristig für eine Zwei-Staaten-Lösung, in der Israelis und Palästinenser friedlich nebeneinander leben könnten. Die Chance hierfür sei in der Vergangenheit auch durch die Ausweitung israelischer Siedlungen im Westjordanland vertan worden, kritisierte Steinmeier.


Wegen Erkrankung: Papst Franziskus hält Gebet von Wohnsitz aus ab

ROM: Papst Franziskus hat wegen einer Atemwegserkrankung das traditionelle Angelus-Gebet am Sonntag in der Kapelle seines Wohnsitzes im Vatikan abgehalten. «Heute kann ich nicht am Fenster stehen, weil ich dieses Problem der Entzündung an der Lunge habe», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche mit heiserer Stimme. Er zeigte sich für das Gebet nicht wie üblich am Fenster des Apostolischen Palastes, sondern in einer Live-Übertragung aus seinem Wohnsitz. Außerdem ließ er das Gebet von einem Priester vorlesen.

Der 86-jährige Argentinier wirkte erschöpft und hustete während des Gebets gelegentlich. Er saß neben dem Priester in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses Santa Marta, in dem Franziskus auch wohnt. An seiner rechten Hand trug er ein Pflaster und etwas, das wie eine Kanüle aussah. Den Segen am Ende des Gebets spendete er allerdings selbst. Auch seine Reise am nächsten Wochenende nach Dubai für die Klimakonferenz (COP28) bestätigte er laut vorgelesenem Text.

Am Samstag teilte der Heilige Stuhl überraschend mit, dass der Pontifex wegen einer Erkrankung alle Termine absagen lassen musste. Begründet wurde dies mit einer «leichten Grippe». Später wurde mitgeteilt, dass Franziskus sich in einer Klinik in Rom einer Computertomographie (CT) unterzogen habe, um Komplikationen auszuschließen. Der Papst konnte in den Vatikan zurückkehren.

Seit einiger Zeit macht Franziskus die Gesundheit deutlich zu schaffen. Er wurde dieses Jahr bereits zwei Mal in einer Klinik behandelt. Zunächst wegen einer Lungenentzündung; später musste er unter Vollnarkose am offenen Bauch operiert werden. Auf Rückfragen zu seinem Gesundheitszustand betonte er zuletzt oft: «Ich lebe noch!»


Bewaffneter Hamas-Arm bestätigt Tod von vier Kommandeuren

GAZA/TEL AVIV: Der bewaffnete Arm der islamistischen Hamas hat am Sonntag den Tod von vier seiner Kommandeure im Gaza-Krieg vor der Feuerpause bestätigt.

Darunter sei auch Ahmed al-Ghandur, Kommandeur der Brigade Nord-Gaza und Mitglied des Hamas-Militärrats, teilten die Kassam-Brigaden am Sonntag bei Telegram mit. Die israelische Armee hatte bereits vor zehn Tagen mitgeteilt, Al-Ghandur sowie Aiman Siam, verantwortlich für die Raketenangriffe, seien bei dem Bombardement unterirdischer Tunnel im Gazastreifen getötet worden. Die Hamas bestätigte ihren Tod sowie den zweier weiterer Kommandeure nun erstmals offiziell.


Handy fällt aus Auto - Frau stirbt bei Suche auf Autobahn in Holland

BATHEM: Auf der Suche nach einem aus dem Auto gefallenen Handy ist eine Frau auf einer Autobahn in den Niederlanden überfahren und getötet worden. Der Fahrer habe den Wagen in der Nacht zum Sonntag auf der A1 bei Bathem im Zentrum des Landes gestoppt, nachdem das Gerät herausgefallen war, teilte die Polizei mit. Eine Frau stieg aus dem Auto und machte sich auf die Suche. Dabei wurde sie von einem anderen Wagen erfasst und tödlich verletzt.

Der Fahrer des Wagens wurde festgenommen. Die Polizei vernahm Zeugen, die teils bereits vor dem Unfall gestoppt hatten, um zu helfen. Ihnen wurde auch psychologische Hilfe angeboten.


Überschwemmungen in der Türkei nach Sturm

ISTANBUL: In der türkischen Küstenmetropole Izmir sind Uferbereiche nach einem Sturm überschwemmt worden. Straßen und Gebäude seien überflutet worden, sagte der Bürgermeister Tunc Soyer am Sonntag. Bilder zeigten Läden, die unter Wasser standen, die Feuerwehr versuchte, das Wasser wieder abzupumpen. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, Musiker seien in einer Bar von Wasser eingeschlossen worden. Die Feuerwehr habe sie in Schlauchbooten in Sicherheit gebracht.

Bürgermeister Soyer sagte, die Klimakrise sei an der Ägäis angekommen. Die Region sei sowohl von starker Hitze und Trockenheit als auch von Überschwemmungen durch Regenfälle und Meerwasser bedroht.

Auch in der Millionenmetropole Istanbul stürmte es. Der Wind habe das Dach eines Hauses weggerissen, meldete die Nachrichtenagentur DHA. Verletzte oder Tote habe es nicht gegeben.

Die Meteorologische Generaldirektion sprach am Sonntag Unwetterwarnungen für ein Großteil der 81 Provinzen des Landes aus. Am Montag sollte sich die Wetterlage wieder beruhigen.


Millionengelder der Hamas im Gaza-Krieg beschlagnahmt

TEL AVIV/GAZA: Die israelische Armee hat im Krieg mit der islamistischen Hamas im Gazastreifen umgerechnet rund 1,2 Millionen Euro beschlagnahmt. Eine Sprecherin des israelischen Verteidigungsministeriums teilte am Sonntag mit, das Bargeld in israelischer Währung (Schekel) sei «in Hamas-Stützpunkten und in den Häusern gesuchter Personen, in denen die Hamas aktiv war», gefunden worden. Darüber hinaus seien irakisches und jordanisches Geld sowie US-Dollar beschlagnahmt worden. Die Beträge sollten nun in die israelische Staatskasse eingezahlt werden.

Israel wirft der Hamas vor, ihre Terroraktivitäten mit den Geldern zu finanzieren. Zu welchem Zweck die Finanzmittel nun Israel dienen soll, konnte die Sprecherin zunächst nicht sagen.

Der Finanzausschuss des israelischen Parlaments hatte vor einer Woche ein Budget von 1,15 Milliarden Schekel (281 Millionen Euro) für den Wiederaufbau der am 7. Oktober zerstörten israelischen Grenzorte bewilligt.

Auslöser des jüngsten Gaza-Kriegs war das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels, das Terroristen aus dem Gazastreifen am 7. Oktober in Israel nahe der Grenze begangen hatten. Dabei wurden mehr als 1200 Menschen getötet. Etwa 240 Geiseln wurden nach Gaza verschleppt. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen, einer Blockade des Gazastreifens und begann Ende Oktober eine Bodenoffensive. Dabei wurden nach Angaben der islamistischen Hamas fast 15.000 Menschen getötet. Vor allem der Norden des Gazastreifens ist in weiten Teilen zerstört.


Sechs Palästinenser bei Einsätzen Israels im Westjordanland getötet

RAMALLAH/TEL AVIV: Bei israelischen Militäreinsätzen im Westjordanland sind nach palästinensischen Angaben in der Nacht zum Sonntag sechs Palästinenser getötet worden. Das palästinensische Gesundheitsministerium teilte mit, bei einem Drohnenangriff auf ein Haus in dem Flüchtlingsviertel von Dschenin im nördlichen Westjordanland seien fünf Personen im Alter von 17 bis 33 Jahren getötet worden. Ein sechster Palästinenser sei in einem Dorf südlich von Nablus bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten getötet worden, die zu einer Razzia in den Ort eingedrungen seien.

Die israelische Armee teilte mit, Soldaten und Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet seien zu einem «Anti-Terror-Einsatz» in dem Flüchtlingsviertel von Dschenin gewesen. Dabei sei ein Palästinenser festgenommen worden, der verdächtigt werde, für einen tödlichen Anschlag im August verantwortlich zu sein. Bei dem Anschlag damals in Huwara waren ein israelischer Vater und sein Sohn an einer Tankstelle erschossen worden.

Der bewaffnete Tatverdächtige sei in einer Wohnung in Dschenin festgenommen worden. Er habe sich dort mit anderen gesuchten Personen aufgehalten, hieß es in der Armee-Mitteilung. Das Militär veröffentlichte ein Bild von einem Sturmgewehr und zwei Magazinen, die in der Wohnung gefunden worden seien.

Seit den Massakern von Terroristen der islamistischen Hamas und anderer Gruppen am 7. Oktober hat sich die Sicherheitslage in dem von Israel besetzten Westjordanland massiv verschlechtert. Bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten, aber auch Attacken von israelischen Siedlern wurden seither 228 Palästinenser getötet, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Seit Jahresbeginn wurden demnach im Westjordanland insgesamt schon 424 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, Konfrontationen oder eigenen Anschlägen getötet.


Ausgangssperre in Sierra Leone nach Überfall auf Waffenlager

FREETOWN: Nach einem Überfall auf ein Waffenlager des Militärs hat die Regierung im westafrikanischen Sierra Leone eine landesweite Ausgangssperre verhängt. In dem Waffenlager, das sich in der Nähe der Residenz von Präsident Julius Maada Bio in der Hauptstadt Freetown befindet, war es in den frühen Morgenstunden zu Schusswechseln gekommen, sagte das Informationsministerium am Sonntag. Die Situation sei demnach unter Kontrolle; nach den Tätern werde gefahndet, hieß es.

Ende Juni war Bio trotz einer schweren Wirtschaftskrise in dem kleinen Küstenstaat mit 8,8 Millionen Einwohnern wiedergewählt worden. Einen Monat später nahm die Polizei mehrere ranghohe Offiziere wegen der Vorbereitung eines Aufstands fest. Sierra Leone, das von der Fläche etwa Bayern entspricht, erlebte von 1991 bis 2002 einen der schlimmsten Bürgerkriege Afrikas mit Zehntausenden Toten. 2014 stürzte ein Ebola-Ausbruch das Land in eine weitere jahrelange Krise. Die Wirtschaft hat sich seitdem nicht erholt. Viele Menschen vor allem auf dem Land leben unter extremer Armut.

Bio, der 1996 zwei Monate nach einem Militärputsch regierte und zum Übergang zu den ersten freien Wahlen seit Jahrzehnten beitrug, wird von vielen als «Vater der modernen Demokratie» des Landes verehrt. Seine seit 2018 amtierende Regierung führte kostenlose Schulbildung ein, förderte Gleichberechtigung, Wissenschaft und die Infrastruktur des Landes. Gleichzeitig steht Bio auch wegen seines Vorgehens gegen Gegner in der Kritik. Bei der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten durch staatliche Sicherheitskräfte waren im August mehr als 20 Demonstranten und sechs Polizisten ums Leben gekommen.


Am Sonntag sollen 13 weitere Gaza-Geiseln freikommen

TEL AVIV/GAZA: Am dritten Tag der Feuerpause zwischen Israel und der islamistischen Hamas sollen einem Medienbericht zufolge 13 weitere Geiseln der Hamas freikommen. Wie die Nachrichtenseite «Ynet» am Sonntagmorgen unter Berufung auf israelische Beamte berichtete, hat die Hamas Israel eine Liste von 13 Geiseln vorgelegt, die am Sonntag freigelassen werden sollen. Demnach sei zu erwarten, dass sich diesmal auch amerikanische Staatsbürger darunter befinden, hieß es. Am Vorabend war eine zweite Gruppe von 17 Geiseln freigekommen, darunter vier deutsche Doppelstaatler. Im Gegenzug wurden 39 palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen entlassen.

Das Büro von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am frühen Sonntagmorgen mitgeteilt, man habe eine Liste mit den Namen weiterer Geiseln erhalten, die am Sonntag freikommen sollen. Um wie viele Geiseln es sich handelt, war jedoch nicht gesagt worden. Nach Informationen von «Ynet» sollen dieses Mal Familienmitglieder nicht getrennt werden, wie es bei der zweiten Gruppe der Fall gewesen sei. Nachdem am Freitag eine erste Gruppe von Geiseln freigekommen war, befinden sich jetzt noch rund 200 Geiseln in den Händen der Hamas.


Kollision auf Autobahn 5 - drei Verletzte

Offenburg (dpa/lsw) - Bei der Kollision von zwei Autos auf der A5 bei Offenburg sind drei Menschen verletzt worden. Ein Schweizer Autofahrer war am Samstagabend in Richtung Norden unterwegs, als er vermutlich beim Einscheren nach einem Überholvorgang ein vor ihm fahrendes Auto berührte, wie die Polizei mitteilte. Beide Wagen kamen von der Straße ab und landeten in einem angrenzenden Acker.

Die beiden Frauen, die in dem touchierten Kleinwagen aus Polen fuhren, erlitten bei dem Unfall schwere Verletzungen. Der Unfallverursacher wurde leicht verletzt. Durch Trümmer auf der Fahrbahn wurden mindestens zwei nachfolgende Autos beschädigt. Die Autobahn in Fahrtrichtung Karlsruhe war für etwa vier Stunden teilweise gesperrt. Weitere Details zu den Unfallbeteiligten waren zunächst nicht bekannt.

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