Neues aus dem Ausland am Sonntag

Neues aus dem Ausland am Sonntag

Auto fährt in Bushaltestelle: Mindestens vier Tote in Bratislava

BRATISLAVA: Im Zentrum der slowakischen Hauptstadt Bratislava ist in der Nacht zu Montag ein Auto in eine Bushaltestelle gefahren und hat dabei mindestens vier Menschen in den Tod gerissen. Nach Angaben von Polizei und Feuerwehr wurden mindestens sieben weitere Personen verletzt. An der Haltestelle am Rand der historischen Altstadt hatten sich zahlreiche Menschen befunden, die auf Linienbusse in Richtung des südlich der Donau gelegenen bevölkerungsreichsten Stadtteils Petrzalka warteten.

Warum das Auto in die wartende Menschenmenge fuhr, war zunächst unklar. Nach von der Polizei nicht bestätigten Medienberichten soll der Fahrer alkoholisiert gewesen sein. Hinweise auf eine terroristische Absicht lagen zunächst nicht vor.


König Charles empfängt im November Südafrikas Präsident Ramaphosa

LONDON: Als ersten offiziellen Staatsbesuch wird der neue britische König Charles III. im November Südafrikas Präsidenten Cyril Ramaphosa und seine Frau empfangen. Der Besuch soll vom 22. bis 24. November erfolgen, teilte das Königshaus am Montag mit. Charles und Camilla werden die Gäste demnach im Buckingham-Palast erwarten. Der Staatsbesuch soll nach Informationen der Nachrichtenagentur PA bereits vor dem Tod von Queen Elizabeth II. in Planung gewesen sein.

Der 73-jährige Charles hat Südafrika, das zum Commonwealth-Staatenbund gehört, in der Vergangenheit mehrfach besucht - unter anderem im Jahr 2011, als er an der Universität in Kapstadt eine Rede zum Klimawandel hielt. Auch bei der Trauerfeier für den früheren südafrikanischen Präsidenten und Freiheitskämpfer Nelson Mandela im Jahr 2013 war Charles - damals noch Prinz von Wales und britischer Thronfolger - mit dabei.


Polizei findet Waffen und Kriegsmaterial bei Deutschem in Tirol

Imst (dpa/lby) - Eine Hausdurchsuchung bei einem 47-jährigen Deutschen hat in Tirol eine Reihe von Waffen und Kriegsmaterial zutage gebracht. Im Zuge einer periodischen Überprüfung von Waffenurkunden und registrierten Waffen seien Unregelmäßigkeiten aufgetreten, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. Deshalb sei die Durchsuchung in Imst angeordnet worden.

Die österreichischen Beamten fanden am Samstag unter anderem mehrere Lang- und Kurzwaffen sowie rund 1300 Schuss Munition. Außerdem besaß der Mann Granaten und Zünder, die vom Entschärfungsdienst des Innenministeriums entsorgt wurden. Unter anderem die Waffen hätte er nicht besitzen dürfen, sagte der Sprecher. Woher in Deutschland der in Imst lebende Mann stammt, gab die Polizei nicht bekannt.


Medienberichte: Verluste für Nationalisten bei Wahl in Bosnien

SARAJEVO: Bei den Wahlen zum dreiköpfigen Staatspräsidium in Bosnien-Herzegowina zeichneten sich örtlichen Medienberichten zufolge Verluste für einige nationalistische Kandidaten ab. Nach Auszählung von 61 Prozent der Stimmen führte im Rennen um den bosniakischen Sitz im Staatspräsidium der Sozialdemokrat Denis Becirovic mit 55 Prozent der Stimmen vor dem Vorsitzenden der muslimisch-nationalistischen SDA-Partei, Bakir Izetbegovic, mit 41 Prozent. Die Berichte beruhten auf Angaben aus den Parteizentralen, denen die Teilergebnisse vorlagen. Mit offiziellen Ergebnissen wurde erst am Montag gerechnet.

Der Sieg von Becirovic würde bedeuten, dass zum ersten Mal seit zwölf Jahren kein SDA-Politiker im Staatspräsidium vertreten wäre. Im Rennen um den kroatischen Sitz dürfte sich den Teilergebnissen zufolge der bisherige Amtsinhaber, der nicht-nationalistische Reformer Zeljko Komsic, durchgesetzt haben. Auf ihn sollen demnach 67 Prozent der Stimmen entfallen sein.

Der serbische Sitz dürfte hingegen in den Händen von Nationalisten bleiben. Die Kandidatin der im serbischen Landesteil regierenden SNSD, Zeljka Cvijanovic, soll 60 Prozent der Stimmen auf sich vereinigt haben. Sie ist eine Vertraute des serbischen Separatisten Milorad Dodik, der bislang den serbischen Sitz im Staatspräsidium innehatte. Er kandidierte diesmal für den Präsidentenposten im serbischen Landesteil und lag den Berichten zufolge vorne.

Neben dem Staatspräsidium wählten die Bürger Bosniens am Sonntag auch das Bundesparlament, die Parlamente in den beiden weitgehend selbstständigen Landesteilen, die Präsidentschaft in der Serbischen Republik (RS) und die Kantonsverwaltungen in der bosnisch-kroatischen Föderation (FBiH).


Vereinte Nationen: Keine Einigung über Waffenruhe im Jemen

SANAA: Die Verhandlungen über eine verlängerte Waffenruhe im Jemen sind nach Angaben der Vereinten Nationen vorerst gescheitert. Der UN-Sonderbeauftragte für den Jemen, Hans Grundberg, zeigte sich am Sonntagabend enttäuscht, wollte aber weiter für eine Einigung werben. «Ich werde meine unablässigen Bemühungen fortsetzen, mit den Parteien auf eine rasche Einigung über den Weg vorwärts hinzuarbeiten», teilte er mit. «Eine verlängerte und erweiterte Waffenruhe hätte der Bevölkerung entscheidende Vorteile verschafft.» Grundbergs Mitteilung kam mehrere Stunden nach Ablauf der Waffenruhe.

In dem Land auf der Arabischen Halbinsel kämpft ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis an Seite der Regierung gegen die Huthis, die weite Teile des Nordens samt der Hauptstadt Sanaa kontrollieren. Die Waffenruhe zwischen der Regierung und den Huthis war Anfang April für zunächst zwei Monate in Kraft getreten und im Juni sowie im August verlängert worden. Zuvor hatte es seit 2016 keine Feuerpause im Jemen mehr gegeben.

Grundberg hatte versucht, diesmal eine Verlängerung um sechs Monate zu erreichen und diese an zusätzliche Bedingungen zu knüpfen. Unter anderem geht es um die Öffnung wichtiger Straßen in Tais im Südwesten, Mittel zur militärischen Deeskalation und die Freilassung von Gefangenen. Die Hoffnung war auch, die Feuerpause in einen dauerhaften Waffenstillstand zu verwandeln.


Nach Putsch in Burkina Faso: Gestürzter Präsident Damiba gibt auf

OUAGADOUGOU: Nach dem erneuten Militärputsch im westafrikanischen Burkina Faso hat der gestürzte Präsident Paul-Henri Sandaogo Damiba am Sonntag offiziell auf sein Amt verzichtet. Er wolle damit Zusammenstöße im Land vermeiden, sagten Vertreter einer Vermittlungsmission am Sonntag vor Journalisten. Der neue Machthaber Ibrahima Traoré haben ihm dafür volle Sicherheit und Schutz vor Strafverfolgung zugesagt, erklärten die Vertreter verschiedener Volksgruppen und Religionsgemeinschaften. Weder Traoré noch der gestürzte Damiba waren bei der Pressekonferenz anwesend.

Wo sich Damiba aufhielt, blieb weiter unklar. Er hatte im Januar die Macht in dem armen Sahelstaat mit rund 21 Millionen Einwohnern an sich gerissen. Die Vereinten Nationen verurteilten den erneuten Putsch vom Freitag. Auch die EU, die Afrikanische Union sowie die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) bedauerten den Staatsstreich und forderten, wie vorgesehen spätestens im Juli 2024 zur verfassungsmäßigen Ordnung zurückzukehren.

Der neue Machthaber Traoré ließ am Sonntag eine Mitteilung im nationalen Fernsehsender RTB verlesen, wonach die Situation in Burkina Faso nun unter Kontrolle sei und sich normalisiere. Der Hauptmann rief die Bevölkerung auf, friedlich zu bleiben. Besonders warnte er vor Gewalt und Vandalismus gegenüber französischen Institutionen. Demonstranten hatten am Samstag die französische Botschaft in der Hauptstadt Ouagadougou angegriffen. Frankreich, die frühere Kolonialmacht, verurteilte die Ausschreitungen umgehend.


Prognose: Bürgerliche GERB bei Parlamentswahl vorne

SOFIA: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Bulgarien ist die prowestliche bürgerliche Oppositionspartei GERB ersten Prognosen zufolge stärkste Partei geworden. Die im April 2021 nach Korruptionsvorwürfen der damaligen Opposition abgewählte GERB soll auf 24,6 Prozent der Stimmen kommen, wie Wählerbefragungen des Meinungsforschungsinstituts Gallup International Balkan nach der Stimmabgabe ergaben. Auf Platz zwei landet demnach mit 18,9 Prozent die zuletzt regierende liberale PP («Wir führen den Wandel fort») von Ex-Regierungschef Kiril Petkow.

Die drei Parteien der zuletzt regierenden Koalition aus PP, Sozialisten und dem konservativ-liberal-grünen Bündnis DB kämen den Angaben zufolge zusammen auf gut 37,2 Prozent. Ins Parlament könnten bis zu acht Parteien einziehen. Unter ihnen ist demnach auch wieder die prorussische und nationalistische Wasraschdane (Wiedergeburt). Die Wahlbeteiligung lag Gallup International Balkan zufolge kurz vor Schließung der Wahllokale bei nur gut 35 Prozent.

Angesichts der prognostizierten Kräfteverhältnisse zeichnete sich eine komplizierte Regierungsbildung ab. Bis die neue Regierung steht, sollen die Amtsgeschäfte von einem Übergangskabinett geführt werden.


Tesla wieder mit Auslieferungsrekord

AUSTIN: Tesla hat im vergangenen Quartal den nächsten Rekordwert bei den Auslieferungen erreicht - aber zugleich noch höhere Erwartungen von Analysten verfehlt. Die Firma von Tech-Milliardär Elon Musk brachte von Juli bis September 343.830 Elektroautos zu den Käufern. Der bisherige Rekordwert lag bei gut 310.000 im ersten Vierteljahr dieses Jahres.

Tesla baut gerade seine Produktion aus, unter anderem werden in den beiden neuen Werken in Grünheide bei Berlin und in Texas die Kapazitäten hochgefahren. Die Produktion erreichte damit im vergangenen Quartal knapp 365.923 Elektroautos - größtenteils von den Volumenmodellen 3 und Y.

Analysten hatten eher mit 358.000 Auslieferungen gerechnet. Tesla verwies in der Mitteilung am Sonntag darauf, dass es insbesondere in der heißen Auslieferungsphase zum Quartalsende schwierig sei, sich Transport-Kapazitäten zu einem angemessenen Preis zu sichern.

Den Auslieferungszahlen von Tesla wird viel Beachtung geschenkt - denn sie sind ein Gradmesser dafür, wie gut sich der Elektro-Vorreiter gegen die zunehmende Konkurrenz etablierter Autokonzerne in dem Geschäft schlägt. Aktuell ist auch die Frage, inwieweit Inflation und Konjunktursorgen den Markt bremsen könnten.


Mann im Westen Belfasts in Räumen von Fußballclub erschossen

BELFAST: Im Westen Belfasts ist ein Mann in den Räumlichkeiten eines lokalen Fußballclubs erschossen worden.

Zwei maskierte Bewaffnete drangen am Sonntagnachmittag in den sogenannten Donegal Celtic FC Social Club ein, während dort Menschen gemeinsam Fußball schauten, wie die BBC berichtete. Der Mann starb noch vor Ort. Informationen über weitere Verletzte gab es zunächst nicht, auch die Hintergründe der Tat sind unklar. Die Polizei war am Nachmittag mit einem Großaufgebot an Kräften im Einsatz, sperrte die umliegende Umgebung ab und nahm Ermittlungen auf.


Vier Migranten tot in Boot vor den Kanaren gefunden - 29 Vermisste

GRAN CANARIA: Vier Tote, 29 Vermisste und nur ein Überlebender: So lautet die schreckliche Bilanz einer Flucht von Migranten aus Nordafrika zu den spanischen Kanaren-Inseln. Ein Frachtschiff habe im Atlantik rund 300 Kilometer südlich von Gran Canaria ein Schlauchboot gesichtet, berichtete der staatliche kanarische TV-Sender RTVC am Sonntag. In dem Boot sei nur ein Überlebender mit starker Unterkühlung gefunden worden. Vier weitere Migranten in dem Boot seien bereits tot gewesen.

Der Überlebende, ein 27-Jähriger, habe gesagt, ursprünglich seien insgesamt 34 Menschen aus Ländern südlich der Sahara an Bord gewesen. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt.

Trotz der Lebensgefahr wagen immer wieder Menschen in kleinen, oft gar nicht seetüchtigen Booten die Überfahrt über den offenen Atlantik aus Nordafrika zu den Kanaren und damit in die EU. Seit Jahresbeginn starben dabei nach Informationen von RTVC mindestens 800 Menschen.


Hurrikan «Orlene» gewinnt an Stärke und steuert auf Mexikos Küste zu

MAZATLÁN: Der Hurrikan «Orlene» hat vor der mexikanischen Pazifikküste deutlich an Kraft gewonnen. Das Zentrum des Hurrikans der zweitstärksten Kategorie 4 lag am Sonntagmorgen (Ortszeit) rund 170 Kilometer südwestlich von Cabo Corrientes im Bundesstaat Jalisco, wie der mexikanische Wetterdienst mitteilte. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 215 Kilometern pro Stunde bewege sich «Orlene» Richtung Norden. Der Hurrikan dürfte zunächst über die Islas Marías hinwegziehen und dann voraussichtlich am Dienstag zwischen San Blas und Mazatlán an der Pazifikküste auf das Festland treffen.

Es wurde erwartet, dass der Hurrikan in den kommenden Tagen an Stärke verliert. Nach der Prognose des mexikanischen Wetterdienstes dürfte er als Hurrikan der Kategorie 1 auf Land treffen. Die Behörde warnte vor starkem Regen und hohen Wellen in den Bundesstaaten Jalisco, Colima, Sinaloa und Nayarit.

Die Hurrikansaison im Pazifik dauert vom 15. Mai bis zum 30. November und im Atlantik vom 1. Juni bis zum 30. November. Im vergangenen Jahr wurden im östlichen Pazifik 19 Hurrikans und Tropenstürme registriert, im Atlantik gab es 21 tropische Wirbelstürme.


EU-Beauftragter fordert Aufklärung nach Gewalt-Video an Armeniern

ERIWAN: Nach der Veröffentlichung eines Videos über eine mutmaßliche Hinrichtung von armenischen Kriegsgefangenen fordert der EU-Sonderbeauftragte Toivo Klaar Aufklärung. «Falls sich dieses Video als authentisch erweist, dann handelt es sich um ein Kriegsverbrechen, das untersucht und die Täter bestraft werden müssen», schrieb er am Sonntag im Kurznachrichtendienst Twitter. Der armenische Regierungschef Nikol Paschinjan machte das Nachbarland Aserbaidschan dafür verantwortlich, ohne Belege vorzulegen. «Die internationale Gemeinschaft sollte dieses Kriegsverbrechen scharf verurteilen (...) und geeignete Maßnahmen ergreifen», forderte er.

Die beiden Ex-Sowjetrepubliken bekriegen einander seit Jahrzehnten wegen des Gebiets Berg-Karabach. Erst Mitte September hatte es bei einem Angriff Aserbaidschans mehr als 200 Tote auf beiden Seiten gegeben. Das autoritär geführte Land begründete das mit einer angeblich vorausgegangenen armenischen Provokation. Dieses Mal wurde laut Angaben aus Eriwan allerdings nicht die Konfliktregion angegriffen, sondern Regionen im Kernland Armenien.

Schon früher gab es Berichte über Videos mit grausamen Szenen. Das armenische Verteidigungsministerium wollte das Video nun prüfen. An der Authentizität gebe es aber keinen Zweifel, hieß es. Aserbaidschan wollte laut Medienberichten die Echtheit der Aufnahmen überprüfen.


Lula beschwört am Wahltag gesellschaftlichen Frieden

SÃO BERNARDO DO CAMPO: Angesichts der extremen politischen Spaltung in Brasilien hat Präsidentschaftskandidat Luiz Inácio Lula da Silva am Wahltag für gesellschaftlichen Frieden geworben. «Die Mehrheit der Gesellschaft will keine Konfrontation, sie will Frieden. Die Leute wollen keine Waffen verkaufen, sie wollen Bücher vertreiben. Die Menschen werden in Frieden leben», sagte er laut einem Bericht des Nachrichtenportals UOL am Sonntag, nachdem er in São Bernardo do Campo seine Stimme abgegeben hatte. «Wenn die Leute sich nicht daran halten wollen und das Gesetz missachten, dann ist das ihr Problem. Aber ich denke, es wird uns leicht fallen, Demokratie und Frieden in diesem Land wiederherzustellen.»

Der linke Ex-Präsident Lula (2003-2010) trat am Sonntag gegen den rechten Amtsinhaber Jair Bolsonaro an. Beide hatten sich im Wahlkampf scharf attackiert, die politischen Lager stehen sich unversöhnlich gegenüber. In den Umfragen liegt Lula deutlich vorn. Bolsonaro streute zuletzt allerdings immer wieder Zweifel am Wahlsystem und deutete an, das Ergebnis möglicherweise nicht anzuerkennen. «Worauf es ankommt, sind saubere Wahlen ohne Probleme», sagte der Staatschef am Sonntag nach seiner Stimmabgabe in Rio de Janeiro.


Tesla: Wochenproduktion in Grünheide bei 2000 Autos

AUSTIN/BERLIN: Tesla hat im Werk Grünheide bei Berlin gut ein halbes Jahr nach dem Start eine wöchentliche Produktion von 2000 Fahrzeugen erreicht. Der Elektroauto-Hersteller gab die Marke am Wochenende bei Twitter bekannt. Dazu gab es ein Foto von Mitarbeitern neben einem Tesla mit dem aufgeklebten Schriftzug «2000» - wie schon bei Erreichen der 1000er-Marke Mitte Juni.

Das im März eröffnete Werk ist die einzige europäische Fabrik von Tesla-Chef Elon Musk. Das Unternehmen will dort einmal mit 12.000 Mitarbeitern 500.000 Elektroautos im Jahr herstellen. Die Produktion ist weiterhin im Aufbau. Nach dpa-Informationen wird für das erste Quartal 2023 die Marke von 5000 Fahrzeugen pro Woche angepeilt.


56 Migranten im Mittelmeer aus Seenot gerettet

ATHEN: Vor der griechischen Halbinsel Peloponnes sind am Sonntag 56 Migranten von einer in Seenot geratenen Segeljacht gerettet worden. Unter den Migranten waren auch acht Kinder. Alle Menschen seien wohlauf und wurden in den westgriechischen Hafen von Igoumenitsa gebracht, teilte die griechische Küstenwache mit. Die Migranten hatten demnach am Vortag bei starkem Wind im Ionischen Meer zwischen Griechenland und Italien ein Notsignal gesendet. Aus welchen Staaten sie stammen, blieb zunächst offen.

Im östlichen Mittelmeer werden immer wieder Migranten aufgegriffen. Schleuserbanden organisieren Reisen von der türkischen Ägäisküste oder auch aus anderen Staaten im Osten des Mittelmeers nach Italien. Wegen der langen Fahrt und starken Seegangs im offenen Meer kommt es nach Angaben der griechischen Küstenwache häufig zu Maschinenschäden oder anderen Havarien der in der Regel uralten Boote.


Bandenkrieg in Marseille fordert 26. Opfer in diesem Jahr

MARSEILLE: Mit einem Sturmgewehr haben im südfranzösischen Marseille zwei Männer von einem Motorroller aus einen 21-Jährigen erschossen. Zwei weitere Männer wurden bei dem Angriff am Samstagabend verletzt, berichtete die Zeitung «La Provence» am Sonntag. Das Opfer, das noch versuchte, sich in eine Bar zu retten, wurde von zwei Schüssen in den Hals getroffen. Am Tatort fanden die Fahnder 36 Patronenhülsen, vermutlich schossen die Täter mit einer Kalaschnikow. Die Hintergründe sind noch unklar, der 21-Jährige war polizeibekannt. Er ist das 26. Todesopfer im Raum Marseille in diesem Jahr bei Bandenkriegen, die sich meist um Drogengeschäfte drehen.

Letztes Jahr kamen bei 35 Auseinandersetzungen im Drogenmilieu in Marseille 30 Menschen ums Leben. Wie die Zeitung «Le Monde» am Samstag unter Verweis auf die Staatsanwaltschaft berichtete, werden die Opfer immer jünger. 2021 lag deren Alter im Schnitt bei 26, in diesem Jahr bei 25 Jahren. Bei Kämpfen um Drogenverkaufspunkte an den Hochhaussiedlungen am Stadtrand sind Schützen schon ab 10.000 Euro bereit, ein Mitglied der Gegenseite auszuschalten, berichtete «Le Monde». Zwei Ganoven von außerhalb, die im Geschäft in Marseille mitmischen wollten, wurden vor drei Wochen in ihrem kugeldurchsiebten Wagen auf der Stadtautobahn gefunden, ein dritter konnte angeschossen flüchten.

Mit einem massiven Polizeivorgehen versuchten die Behörden kürzlich, den Drogenhandel in Frankreichs zweitgrößter Stadt effektiver zu bekämpfen. Mit elf zusätzlichen mobilen Einheiten will das Innenministerium auch in anderen Metropolen schon bald mit mehr Nachdruck gegen Drogenhandel und andere Kriminalität vorgehen.


IS-Zelle plante Anschlag auf Schule in Nazareth - wegen Sexualkunde

TEL AVIV: Eine Zelle von Anhängern der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) wollte dem israelischen Geheimdienst zufolge einen Anschlag auf ein muslimisches Gymnasium im Norden Israels verüben, weil dort Sexualkunde unterrichtet wird. Ein Sprecher des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet bestätigte am Sonntag entsprechende Berichte. Sechs mutmaßliche Mitglieder der Zelle im Alter von 18 bis 25 Jahren seien in der Stadt Nazareth festgenommen worden, teilte Schin Bet mit. Die Festnahmen der israelischen Araber seien bereits vor einigen Wochen erfolgt. Gegen alle sechs Männer solle Anklage erhoben werden. Die Männer hätten verschiedene Anschläge geplant, darunter auch auf das muslimische Gymnasium in Nazareth, weil dies in ihren Augen auf «ungläubige» Weise geführt werde.

Die Festnahme der Männer sei bedeutsam und werfe ein Licht auf den Einfluss des IS in Israel. Im Namen der Organisation seien im März Anschläge auf israelische Bürger in Beerscheva, Chadera und Jerusalem verübt worden. Allein bei diesen Anschlägen wurden sieben Menschen getötet, sie waren Teil einer Terrorwelle in Israel. «Die Terrororganisation arbeitet weiter hartnäckig daran, ihre Ideologie unter israelischen Bürgern zu verbreiten», erklärte Schin Bet weiter zum Islamischen Staat.


Bundestagsdelegation in Taiwan sieht «Überreaktion» aus Peking

TAIPEH: Nach dem chinesischen Protest gegen den Besuch von Bundestagsabgeordneten in Taiwan hat der Leiter der Delegation von einer überzogenen Reaktion gesprochen. Der CDU-Politiker Klaus-Peter Willsch sagte am Sonntag in Taipeh, die Parlamentariergruppe pflege außenpolitische Beziehungen zum taiwanischen Parlament, wozu in unregelmäßigen Abständen auch gegenseitige Besuche gehörten. «Nicht die friedliche Reise zu einer Demokratie ist das Problem. Sondern die völlige Überreaktion einer nervösen Diktatur, die auf Worte mit Raketen und militärischer Aggression reagiert», sagte Willsch.

«Ein Austausch von Parlamentariern darf weder als Vorwand für ein säbelrasselndes Verhalten der chinesischen Kommunisten noch als Entschuldigung für eine weitere Verletzung von Taiwans See- und Luftraum dienen», sagte der CDU-Politiker auch mit Blick auf die heftige Reaktion Chinas auf die Visite der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, im August in Taiwan. Aus Protest hatte China großangelegte Manöver gestartet und hält seither mit verstärkten Einsätzen von Kriegsschiffen und Flugzeugen in der Nähe von Taiwan den militärischen Druck aufrecht.

Die chinesische Führung betrachtet Taiwan als Teil der Volksrepublik und lehnt offizielle Kontakte anderer Länder zu Taipeh ab. Auch droht Peking mit einer Eroberung. Taiwan hingegen sieht sich schon lange als unabhängig an.


PiS-Chef Kaczynski: Polen wehrt sich gegen «deutsche Vorherrschaft»

WARSCHAU: Vor dem Besuch von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) in Polen hat der Chef der nationalkonservativen Regierungspartei PiS, Jaroslaw Kaczynski, die nach seiner Ansicht «deutsche Vorherrschaft» in der EU gerügt. «Was jetzt geschieht, ist der Versuch, einen europäischen Staat mit Deutschland an der Spitze zu schaffen», sagte Kaczynski am Sonntag im Ostseebad Kolobrzeg. Polen sei damit nicht einverstanden, dies habe er auch dem CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz kürzlich gesagt.

Baerbock reist am Montag nach Warschau. Dort will die Grünen-Politikerin am Abend zunächst an den Feierlichkeiten der Deutschen Botschaft zum Tag der deutschen Einheit teilnehmen und eine Rede halten. Am Dienstagmorgen trifft Baerbock ihren polnischen Kollegen Zbigniew Rau zu einem Gespräch im Außenministerium.

Die PiS-Regierung hat mit Blick auf die kommende Parlamentswahl im Herbst 2023 ihre antideutsche Rhetorik verschärft. Anfang September legte eine Parlamentskommission in Warschau ein Gutachten vor, in dem die Weltkriegsschäden in Polen auf mehr als 1,3 Billionen Euro beziffert werden. Kaczynski hatte gleichzeitig die Forderung nach Entschädigungszahlungen erneuert. Das Thema dürfte auch bei dem Treffen zwischen Baerbock und Rau eine Rolle spielen.

Die Bundesregierung lehnt die Forderung nach Reparationen ab. Sie beruft sich dabei auf den Zwei-plus-Vier-Vertrag von 1990 über die außenpolitischen Folgen der deutschen Einheit.


Geheimdienst: Sechs mutmaßliche IS-Anhänger in Nazareth festgenommen

TEL AVIV: Israels Geheimdienst hat nach eigenen Angaben im Norden des Landes eine Zelle von Anhängern der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) aufgedeckt. In der Stadt Nazareth seien sechs israelische Araber im Alter von 18 bis 25 Jahren festgenommen worden, teilte Schin Bet am Sonntag mit. Die Festnahmen der mutmaßlichen IS-Anhänger seien bereits vor einigen Wochen erfolgt. Gegen alle sechs Männer solle Anklage erhoben werden. Die Männer hätten verschiedene Anschläge geplant, unter anderem auf ein muslimisches Gymnasium in Nazareth, weil dies in ihren Augen auf «ungläubige» Weise geführt werde.

Die Festnahme der Männer sei bedeutsam und werfe ein Licht auf den Einfluss des IS in Israel. Im Namen der Organisation seien im März Anschläge auf israelische Bürger in Beerscheva, Chadera und Jerusalem verübt worden. Allein bei diesen Anschlägen wurden sieben Menschen getötet, sie waren Teil einer Terrorwelle in Israel. «Die Terrororganisation arbeitet weiter hartnäckig daran, ihre Ideologie unter israelischen Bürgern zu verbreiten», erklärte Schin Bet weiter zum Islamischen Staat.


Die deutschen Bundesländer und ihre Regierungschefs

BERLIN: An der Spitze der 16 deutschen Bundesländer stehen derzeit 12 Männer und 4 Frauen. Eine Übersicht:

Baden-Württemberg: Winfried Kretschmann (Grüne) Bayern: Markus Söder (CSU) Berlin: Franziska Giffey (SPD) Brandenburg: Dietmar Woidke (SPD) Bremen: Andreas Bovenschulte (SPD) Hamburg: Peter Tschentscher (SPD) Hessen: Boris Rhein (CDU) Mecklenburg-Vorpommern: Manuela Schwesig (SPD) Niedersachsen: Stephan Weil (SPD) Nordrhein-Westfalen: Hendrik Wüst (CDU) Rheinland-Pfalz: Malu Dreyer (SPD) Saarland: Anke Rehlinger (SPD) Sachsen: Michael Kretschmer (CDU) Sachsen-Anhalt: Reiner Haseloff (CDU) Schleswig-Holstein: Daniel Günther (CDU) Thüringen: Bodo Ramelow (Linke)


Volkswagen und Vollblüter - das Bundesland Niedersachsen

HANNOVER: Niedersachsens Wappentier ist ein Pferd. Das sich aufbäumende Sachsenross ist seit dem Mittelalter in Siegeln und Wappen nachweisbar. Auch heute noch gibt es im deutschen Nordwesten bedeutende Pferdezuchtbetriebe. Wichtiger für die Volkswirtschaft des Bundeslandes sind aber Pferdestärken: In Wolfsburg, 80 Kilometer östlich der Landeshauptstadt Hannover, ist der Volkswagen-Konzern zuhause, Europas größter Autobauer.

Auch wenn die Region auf eine lange Geschichte zurückblickt, ist das Land noch recht jung. Es entstand nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Vereinigung der früheren preußischen Provinz Hannover mit den Freistaaten Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe. Mit knapp 48.000 Quadratkilometern Fläche ist es das zweitgrößte deutsche Bundesland nach Bayern, bei der Einwohnerzahl rangiert es mit acht Millionen auf Platz vier. In Niedersachsen gibt es auch Erdgasvorkommen, die sechs Prozent des deutschen Bedarfs decken. In Lingen ist eines der letzten drei deutschen Atomkraftwerke in Betrieb.

Beliebte Reiseziele sind die Ostfriesischen Inseln, der Harz und historische Städte wie Goslar, Celle oder Lüneburg. Aus Niedersachsen stammen bekannte deutsche Politiker wie Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) oder EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU).


Tote und Verletzte bei Gasexplosion

BARRANCABERMEJA: Bei einer Explosion bei einem Gashändler im Norden Kolumbiens sind Berichten zufolge mehrere Menschen getötet und mehr als zwanzig verletzt worden.

In einem Lager in der Stadt Barrancabermeja seien mehrer Gaszylinder explodiert, berichteten kolumbianische Medien in der Nacht zum Sonntag. Es brach ein Feuer aus. Die Ursache der Explosion war zunächst nicht bekannt.


Bosnien-Herzegowina wählt Parlamente und Präsidenten

SARAJEVO: In Bosnien-Herzegowina haben am Sonntag landesweite Wahlen begonnen. Rund 3,3 Millionen Menschen sind dazu aufgefordert, die dreiköpfige Staatsspitze, das Bundesparlament und die Parlamente in den beiden weitgehend selbstständigen Landesteilen zu wählen. Das kleine Balkanland leidet unter den Gegensätzen zwischen seinen Volksgruppen, die zum Teil ihre jeweils nationalistischen Parteien unterstützen. Etwa die Hälfte der Bevölkerung sind muslimische Bosnier, ein Drittel orthodoxe Serben und rund 15 Prozent katholische Kroaten. In der Zahl der Wahlberichtigten sind auch viele Staatsbürger eingerechnet, die derzeit nicht im Land leben.

Bosnien war von 1992 bis 1995 Schauplatz eines von Serbien gestarteten blutigen Kriegs. Rund 100.000 Menschen wurden getötet, an die zwei Millionen vertrieben.

Der serbische Landesteil strebt unter seiner gegenwärtigen Führung die Abspaltung von Bosnien an. Die serbischen Nationalisten genießen die Unterstützung Russlands, Serbiens und des EU-Landes Ungarn. Die kroatischen Nationalisten arbeiten gleichfalls an der Schwächung des bosnischen Gesamtstaats. Sie werden von Kroatien sowie einigen westlichen Diplomaten unterstützt. Die Wahlen entscheiden auch darüber, ob nicht-nationalistische Parteien zulegen können. Die Wahllokale öffnen um 7.00 Uhr und schließen um 19.00 Uhr. Mit ersten Ergebnissen wird nicht vor Mitternacht gerechnet.


Biden besucht Florida nach Hurrikan-Schäden

WASHINGTON: US-Präsident Joe Biden wird kommende Woche nach Florida und Puerto Rico fliegen, um sich ein Bild von den Hurrikan-Schäden der vergangenen Tage zu machen.

Das kündigte das Weiße Haus in der Nacht zum Sonntag an. Zunächst werde Biden am Montag in das vom Hurrikan «Fiona» heimgesuchte Puerto Rico reisen. Am Mittwoch werde Florida folgen, wo Hurrikan «Ian» schwere Zerstörungen angerichtet hatte. In Florida waren noch am Wochenende mehrere Hunderttausend Haushalte ohne Strom.

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