Neues aus dem Ausland am Sonntag

Neues aus dem Ausland am Sonntag

Meloni sieht Regierungsauftrag bei Rechtsallianz

ROM: Nach der Parlamentswahl in Italien sieht die Chefin der rechtsradikalen Fratelli d'Italia, Giorgia Meloni, den Regierungsauftrag beim rechten Lager unter Führung ihrer Partei. Auf Grundlage der ersten Hochrechnungen lasse sich sagen, dass die Italiener an den Wahlurnen ein klares Zeichen gesendet hätten, sagte Meloni am frühen Montagmorgen in Rom. Sie sprach von einer «Nacht des Stolzes» und einer «Nacht der Erlösung». Zu ihren Anhängern sagte sie, man sei nicht am Ort der Ankunft, sondern am Ort des Aufbruchs.

Die Fratelli d'Italia waren bei der Parlamentswahl 2018 mit etwas mehr als 4,0 Prozent noch weitgehend unbedeutend gewesen. Hochrechnungen sehen sie nun als klar stärkste Kraft - als Parteichefin könnte Meloni daher die erste Regierungschefin in Italien werden. Mit der rechtspopulistischen Lega und der konservativen Forza Italia dürfte sie auf eine absolute Mehrheit der Sitze im Parlament kommen.


Großes Polizeiaufgebot zum Staatstrauerakt für Japans Ex-Premier

TOKIO: Der umstrittene Staatstrauerakt für Japans ermordeten Ex-Regierungschef Shinzo Abe findet unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen statt. Wie der japanische Fernsehsender NHK am Montag berichtete, wurden rund 20.000 Polizisten für die am Dienstag geplante Veranstaltung in der Kampfsporthalle Nippon Budokan in Tokio mobilisiert. Zu dem staatlichen Trauerakt werden rund 4300 Gäste erwartet, darunter rund 700 ausländische Würdenträger wie US-Vizepräsidentin Kamala Harris sowie die Premierminister Südkoreas, Indiens und Australiens. Umfragen zufolge ist eine große Mehrheit der Japanerinnen und Japaner dagegen, dass der ermordete Abe eine mit Millionen von Steuergeldern finanzierte Staatstrauer erhält.

Abe war am 8. Juli während einer Wahlkampfrede in der Stadt Nara von einem Ex-Militär erschossen worden. Der Attentäter hatte angegeben, Abe aus Hass auf die umstrittene Mun-Sekte ermordet zu haben. Seine Mutter habe die Familie mit horrenden Spenden an die Sekte, zu der Abe Verbindungen hatte, finanziell ruiniert und zerstört.

Abe gilt zwar weltweit als verdienter Staatsmann, im eigenen Land war der Rechtskonservative jedoch mit seiner nationalistischen Agenda und seiner Verstrickung in mehrere Skandale um Vetternwirtschaft umstritten. Hinzu kommen Abes Verwicklungen - und die seiner regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) - in die Mun-Sekte.

Ein Staatstrauerakt für einen Ex-Regierungschef ist seit dem Zweiten Weltkriegs in Japan unüblich. Seither gab es dies nur einmal, 1967 für Shigeru Yoshida. Japans amtierender Regierungschef Fumio Kishida hatte den Staatstrauerakt für seinen Vorgänger Abe ohne vorherige Beratungen im Parlament angekündigt. Angesichts von Protesten gegen den Staatstrauerakt und die Verbindungen von Kishidas Partei zur Mun-Sekte sind die Umfragewerte des Regierungschefs stark gesunken.


Italiens Sozialdemokraten räumen Wahlniederlage ein

ROM: Die italienischen Sozialdemokraten haben ihre Niederlage bei der Parlamentswahl eingestanden und wollen in die Opposition gehen. Das sagte Debora Serracchiani, die Fraktionschefin des Partito Democratico (PD) im Abgeordnetenhaus, in der Nacht auf Montag.

Mit einem Mitte-Links-Bündnis war die bisherige Regierungspartei vom Rechtsblock unter Giorgia Meloni und ihren rechtsradikalen Fratelli d'Italia deutlich abgehängt worden. «Das ist ein trauriger Tag für unser Land», sagte Serracchiani. Ihre Partei habe nun eine «große Verantwortung, und der müssen wir im Parlament gerecht werden».

Laut ersten Hochrechnungen kommt der PD auf rund 20 Prozent der Stimmen. Das wäre etwas mehr als bei der Wahl 2018. Die rechten Fratelli konnten ihr Ergebnis dagegen in etwa versechsfachen, wie die vorläufigen Zahlen nahelegten.


Rechte europäische Politiker beglückwünschen Meloni

ROM: Politiker der deutschen AfD, des rechtsnationalen Rassemblement National aus Frankreich und der polnischen PiS haben Giorgia Meloni zum Wahlsieg in Italien gratuliert. Die Römerin und ihre rechtsradikalen Fratelli d'Italia wurden nach ersten Hochrechnungen klar stärkste Partei bei der Parlamentswahl und holten mit einer Rechtsallianz in den zwei Kammern zudem die absolute Mehrheit der Sitze.

«Wir jubeln mit Italien!», schrieb die AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch am späten Sonntagabend bei Twitter. Ihr Parteikollege Malte Kaufmann twitterte: «Ein guter Tag für Italien - ein guter Tag für Europa.» Mit Verweis auf die jüngsten Wahlen in Schweden, bei denen ebenfalls die Rechte erfolgreich war, schrieb von Storch: «Schweden im Norden, Italien im Süden: Linke Regierungen sind so was von von gestern.»

Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki schrieb auf Twitter «Glückwunsch @Giogia Meloni». Der französische Europaabgeordnete Jordan Bardella von Marine Le Pens Rassemblement National (RN) schrieb bei Twitter, dass die Italiener der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen «eine Lektion in Demut» erteilt hätten. Die deutsche Politikerin hatte vorige Woche gesagt, dass ihre Behörde «Werkzeuge» habe, sollte Italien unter einer rechten Regierung die EU-Regeln nicht beachten. «Keine Bedrohung jeglicher Art kann die Demokratie aufhalten», schrieb der Parteivorsitzende von RN. «Die Völker Europas erheben ihre Häupter und nehmen ihr Schicksal wieder in die Hand.»


Hochrechnungen bestätigen Erfolg von Rechtsbündnis

ROM: Erste Hochrechnungen haben den deutlichen Sieg des rechten Lagers um die rechtsradikalen Fratelli d'Italia bei der Parlamentswahl in Italien bestätigt. Die Fratelli Giorgia Melonis erhielten nach Berechnungen des Senders Rai 24,6 Prozent der Stimmen für den Senat und verbesserten das Ergebnis von 2018 erheblich (4,3).

Die Koalitionspartner rutschten in der Wählergunst dagegen deutlich ab: Die rechtspopulistische Lega kam den Hochrechnungen zufolge auf 8,5 Prozent (2018: 17,6), die konservative Forza Italia auf 8,0 Prozent (2018: 14,4). Die bisher veröffentlichten Daten deuten aber übereinstimmend darauf hin, dass die Allianz sowohl im Senat als auch im Abgeordnetenhaus eine absolute Mehrheit der Sitze erreicht.

Bei der Wahl am Sonntag waren mehr als 50 Millionen Italienerinnen und Italiener aufgerufen, sowohl Parteien und Kandidaten für das Abgeordnetenhaus als auch für den Senat zu wählen. Die Stimmen für den Senat wurden zuerst ausgezählt, weswegen dafür zuerst Hochrechnungen vorlagen. Der Senat ist mit 200 Sitzen die kleinere der beiden Kammern. Das Abgeordnetenhaus hat 400 Mitglieder.


EU-Abgeordnete besorgt über Wahlsieg Melonis

BERLIN/BRÜSSEL: Nach der Parlamentswahl in Italien haben führende EU-Abgeordnete vor einer Regierung unter Führung der rechten Politikerin Giorgia Meloni gewarnt. «Giorgia Meloni wird eine Ministerpräsidentin sein, deren politische Vorbilder Viktor Orbán und Donald Trump heißen. Der Wahlsieg des Bündnisses von Rechts-Mitte-Parteien in Italien ist deshalb besorgniserregend», sagte Katharina Barley (SPD), Vize-Präsidentin des EU-Parlaments, der «Welt» (Montag). Melonis «wahlkampftaktisches Lippenbekenntnis für Europa» könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie eine Gefahr für das konstruktive Miteinander in Europa darstelle, meinte die frühere deutsche Justizministerin.

Der Sprecher der deutschen Grünen im EU-Parlament, Rasmus Andresen, sagte, der «beispiellose italienische Rechtsrutsch» werde massive Auswirkungen auf Europa und auf die Europäische Union haben. «Italien als Gründungsmitglied und drittstärkste Wirtschaft der EU steuert auf eine antidemokratische und antieuropäische Regierung zu», sagte Andresen einer Mitteilung zufolge.

Nach ersten Prognosen hat das Bündnis aus Melonis rechtsradikaler Partei Fratelli d'Italia, der rechtspopulistischen Lega und der konservativen Forza Italia eine absolute Mehrheit in beiden Parlamentskammern gewonnen. Damit könnte Meloni die erste Frau an der Spitze der italienischen Regierung in der Geschichte der Republik werden.


Somalisches Militär: Bei Kämpfen 30 Islamisten getötet

MOGADISCHU: Bei Gefechten zwischen dem somalischen Militär und der Terrormiliz Al-Shabaab in Zentralsomalia sind nach Angaben der Regierung weitere 30 Islamisten getötet worden. Der stellvertretende Informationsminister Abdirahman Yusuf Omar teilte am Sonntagabend mit, dass Soldaten gemeinsam mit bewaffneten Zivilisten außerdem vier bislang von Al-Shabaab kontrollierte Dörfer zurückerobert hätten. Auch aufseiten der Regierungstruppen habe es Verluste gegeben, bestätigte Omar. Eine genaue Zahl nannte er nicht.

Seit mehreren Monaten geht die Regierung in Mogadischu mit einer militärischen Offensive gegen Al-Shabaab vor. Die islamistischen Terroristen kontrollieren weite Teile der Region Zentralsomalia sowie den Süden des Landes. Erst mit Unterstützung von bewaffneten Clans und Zivilisten konnte das somalische Militär zuletzt große Gebietsgewinne gegen Al-Shabaab erreichen.

Al-Shabaab teilte am Sonntag über seinen Propaganda-Radiosender Andalus mit, mindestens zwölf Soldaten und Clanmitglieder getötet zu haben. Außerdem bekannte sich die Gruppe zu einem Selbstmordanschlag am Sonntagmorgen vor einer Militärbasis in der Hauptstadt Mogadischu. Nach Regierungsangaben wurden dabei acht Menschen getötet. Vor der Kaserne hatten Jugendliche gewartet, um sich für den Militärdienst zu melden.


Atomverhandlungen hindern USA nicht an Reaktion auf Gewalt im Iran

WASHINGTON: Die Atomverhandlungen mit dem Iran halten die US-Regierung nach eigen Angaben nicht davon ab, deutlich auf die gewaltsame Niederschlagung regimekritischer Proteste in dem Land zu reagieren. «Die Tatsache, dass wir mit dem Iran über sein Atomprogramm verhandeln, hat keinerlei Auswirkungen auf unsere Bereitschaft und unsere Vehemenz, uns zu dem zu äußern, was auf den Straßen des Iran geschieht», sagte der nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, dem Sender CBS News am Sonntag. Die USA hätten «konkrete Schritte» unternommen, um die Sittenpolizei zu sanktionieren und den Iranern den Zugang zum Internet zu erleichtern.

Im Iran sind bei andauernden Protesten gegen das islamische Herrschaftssystem und die systematische Diskriminierung von Frauen auch am Wochenende Tausende Menschen auf die Straße gegangen - dabei wurden laut Medienberichten 41 Menschen getötet und viele verletzt. Laut Augenzeugen in Teheran nimmt die Gewaltbereitschaft sowohl vonseiten der Sicherheitskräfte als auch unter den Demonstranten stark zu. Auslöser ist der Tod der 22 Jahre alten Iranerin Mahsa Amini, die von der Sittenpolizei wegen eines Verstoßes gegen die strenge islamische Kleiderordnung festgenommen worden war.

Die USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien verhandeln mit dem Iran über eine Wiederherstellung des Atomabkommens von 2015, mit dem das Land am Bau einer Atombombe gehindert werden soll. Es liegt seit dem Austritt der USA 2018 auf Eis. Ziel der laufenden Gespräche ist, US-Sanktionen gegen den Iran aufzuheben und Teherans Atomprogramm wieder einzuschränken. Zuletzt schien der Streit erneut festgefahren. Die Verhandlungen würde die USA «in keiner Weise davon abhalten, gegen die brutale Unterdrückung der iranischen Bürger und Frauen vorzugehen und unsere Stimme zu erheben», betonte Sullivan.


Mit Kohlegrill geheizt, um Strom zu sparen - Kohlenmonoxid-Vergiftung

MÜHLDORF AM INN: Das Heizen der Wohnung mit einem Holzkohlegrill ist mehreren Menschen in Oberbayern zum Verhängnis geworden. Sie kamen am Wochenende mit Kohlenmonoxid-Vergiftungen ins Krankenhaus. Ein 50-jähriger Mann aus Mühldorf am Inn hatte nach eigener Aussage den Grill benutzt, «weil die Stromrechnung so teuer sei», teilte die Polizei mit. Der Mann habe am Sonntagmorgen erst seine Ehefrau in ein Krankenhaus gefahren, die über Kopfschmerzen und Schwindelgefühle klagte. Anschließend wählte der Mann den Notruf, weil auch sein 34 Jahre alter Neffe bewusstlos in der Wohnung lag. Der Neffe kam ebenfalls mit einer Kohlenmonoxid-Vergiftung ins Krankenhaus.


Passagierschiff in Bangladesch gekentert: Mindestens 23 Tote

DHAKA: Bei einem Schiffsunglück in Bangladesch sind mindestens 23 Menschen gestorben. Insgesamt hätten sich mehr als 100 Menschen auf dem Passagierschiff befunden, das am Sonntagnachmittag auf dem Fluss Karatoya im nördlichen Distrikt Panchagarh sank, wie die Zeitung «Daily Star» unter Berufung auf Polizeiangaben berichtete. Das Schiff sei auf dem Weg zu Feierlichkeiten des hinduistischen Festes Durga Puja in einem Tempel gewesen, hieß es. Etwa 80 Menschen seien gerettet worden, zehn seien in ein Krankenhaus gebracht worden.


Weniger Gäste auf Glühwein-Wiesn - Kein «Fremdeln» nach Corona-Pause

MÜNCHEN: Weniger Gäste, weniger Alkohol, weniger Patienten auf der Sanitätsstation: Das Oktoberfest hat nach zwei Jahren Pandemie-Pause einen ruhigen Neustart hingelegt. Rund drei Millionen Gäste und damit 300.000 weniger als bei der letzten Wiesn vor der Pandemie besuchten bis zur Halbzeit das Fest. Grund war laut Festleiter Clemens Baumgärtner (CSU) vor allem das miese Wetter. Damit sich die Gäste innerlich wärmen können, gibt es seit Sonntag Glühwein.


Wirbelsturm «Fiona» richtet in Kanada schwere Schäden an

HALIFAX: Mit heftigen Regenfällen und Sturmfluten hat Wirbelsturm «Fiona» entlang Kanadas Ostküste schwere Schäden angerichtet. In einigen Gebieten wurde der Notstand ausgerufen. Hunderttausende Menschen waren ohne Strom. Der kanadische Premier Justin Trudeau kündigte am Samstag rasche Hilfe für die betroffenen Regionen an. Auch das Militär sollte bei den Aufräumarbeiten eingesetzt werden. Stark betroffen war etwa der Küstenort Port aux Basques in der Provinz Neufundland und Labrador, wo mehrere Häuser von hohen Wellen weggerissen wurden.

Die documenta ist zu Ende, die Debatte bleibt

Die Antisemitismus-Debatte hat die documenta fifteen bis zu ihrem letzten Tag begleitet. Kurz vor Abschluss der 100-tägigen Weltkunstschau in Kassel am Sonntagabend zog das Internationale Auschwitz-Komitee eine verheerende Bilanz. «Am Ende der documenta fifteen ist das trotzige Beharren vieler Verantwortlicher und der Rückzug hinter die Mauern der eigenen Arroganz zur traurigen Realität dieses Kunstfestes geworden», sagte Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner.


Zwischenstand: Italien vor historisch niedriger Wahlbeteiligung

ROM: In Italien zeichnet sich bei der Parlamentswahl am (heutigen) Sonntag eine historisch niedrige Wahlbeteiligung ab. Um 19.00 Uhr und damit vier Stunden vor Schließung der Wahllokale hatten in dem Mittelmeerland nur rund 51 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie das Innenministerium bekanntgab.

Bei den Wahlen im Jahr 2018 waren es zu dem Zeitpunkt rund 59 Prozent gewesen. Dabei hatte Italien damals am Ende mit knapp 73 Prozent die niedrigste Wahlbeteiligung seiner Nachkriegszeit registriert - dieser Wert könnte nun noch einmal deutlich unterschritten werden.

Besonders schwach war der Zulauf laut der Auswertung im Süden des Landes in den Regionen Kalabrien, Apulien, Kampanien und Basilikata sowie auf den Inseln Sizilien und Sardinien mit teils deutlich unter 40 Prozent.


FDP-Militärexpertin warnt: Russland würde Machtvakuum in Mali füllen

BERLIN: Die FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann warnt vor einem schnellen Abzug westlicher Truppen aus dem afrikanischen Krisenstaat Mali. «In dem Augenblick, in dem sich westliche Truppenkontingente komplett zurückziehen, füllen russische Soldaten das entstandene Vakuum», sagte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestags dem Nachrichtenportal watson. Und die Russen seien nicht dort, um Frieden zu stiften. «Russland hat Interesse, dass Terror und Migrationsströme Europa erreichen, um unter anderem auch Deutschland zu destabilisieren.» Sie fügte an: «Wenn die Sahelzone kippt, müssen wir davon ausgehen, dass dies unmittelbar Auswirkungen auf Europa haben wird, weil es dann zu großen Fluchtbewegungen Richtung Norden kommen kann.»

Die Union hatte in dieser Woche wegen andauernder Spannungen mit den malischen Militärmachthabern eine Überprüfung des deutschen Einsatzes in Mali gefordert. In dem Land mit seinen rund 20 Millionen Einwohnern sind etwa 1200 deutsche Soldaten in einem Einsatz, der als der aktuell gefährlichste der Vereinten Nationen gilt.

Mali hat seit 2012 drei Militärputsche erlebt und gilt als politisch äußerst instabil. Seit dem jüngsten Putsch im Mai 2021 wird das Land von einer militärischen Übergangsregierung geführt. Europäische Staaten kritisieren deren militärische Zusammenarbeit mit Russland.

Zum künftigen Umgang mit den Machthabern in Mali sagte Strack-Zimmermann: «Wir müssen darauf vertrauen, dass das Militär am Ende gegen den Terror kämpft und nicht Teil davon wird.»


Balkongeländer reißt ab - Fünf Menschen stürzen in die Tiefe

FÜRSTENAU: Fünf Männer sind von einem Balkon eines Einfamilienhauses in Fürstenau bei Osnabrück in die Tiefe gestürzt. Zwei von ihnen wurden lebensgefährlich, drei schwer verletzt, sagte ein Polizeisprecher der Polizeiinspektion Osnabrück am Sonntagabend der Deutschen Presse-Agentur. «Die Verletzten sind in verschiedene Krankenhäuser gekommen.» Das Unglück geschah demnach, als die Männer sich gegen das hölzerne Balkongeländer lehnten, das plötzlich abriss.

Der Balkon selbst sei aber nicht abgestürzt, erläuterte der Sprecher. In einer Mitteilung der Polizei hatte es zuvor geheißen, Menschen seien von Trümmerteilen getroffen oder verschüttet worden.


Uganda: Zahl der Ebola-Toten auf 19 gestiegen

KAMPALA: Die Zahl der Toten nach einem erneuten Ebola-Ausbruch in Uganda ist auf 19 gestiegen. Darüber hinaus gebe es weitere 15 bestätigte Infektionen, teilte das Gesundheitsministerium des ostafrikanischen Landes am Samstagabend mit.

Die Ursache des Ausbruchs war zunächst nicht bekannt. Das Zentrum lag im Bezirk Mubende, dessen wichtigste Stadt an einer Schnellstraße in die Hauptstadt Kampala liegt. Anfang der vergangenen Woche wurde bekannt, dass ein 24-jähriger Mann an den Folgen einer Ebola-Infektion gestorben war.

Ebola wird durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten einer infizierten Person oder über kontaminierte Gegenstände übertragen. Die ersten Symptome wie Fieber und Muskelschmerzen ähneln anderen häufigen Krankheiten wie Malaria.

Seit einem schweren Ebola-Ausbruch im Jahr 2000, bei dem im Norden Ugandas über 200 Menschen starben und Hunderte weitere infiziert wurden, hat Uganda mehrere Ausbrüche erlebt. Erst im vergangenen Monat hatte Ugandas Nachbarland Kongo einen erneuten Ebola-Ausbruch gemeldet.


SAP und Abu Dhabi wollen stärker zusammenarbeiten

ABU DHABI: Der Softwarekonzern SAP und die Regierung von Abu Dhabi wollen enger zusammenarbeiten. Am Rande der Reise von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in die Vereinigten Arabischen Emirate unterzeichneten beide Parteien am Sonntag eine entsprechende Absichtserklärung. Das Emirat Abu Dhabi ist das größte der insgesamt sieben Emirate des Landes.

Bei der Absichtserklärung geht es laut SAP um eine Industriestrategie zur Transformation der Wirtschaft Abu Dhabis. Unter anderem soll nachhaltiges Wachstum vorangetrieben, das Ökosystem für lokale Händler gestärkt und der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft gefördert werden.

SAP will unter anderem Unternehmen der Fertigungsindustrie in ihren digitalen Kompetenzen schulen. Auch ein Programm zur Talententwicklung ist geplant. Einzelne Branchen will der Mannheimer Konzern darüber hinaus bei der Einführung von Technologien zur intelligenten Vernetzung von Maschinen unterstützen.


Ausbruch von Untersee-Vulkan: Insel in Südseestaat Tonga entstanden

NUKU'ALOFA: Im Südpazifikstaat Tonga ist durch den Ausbruch eines Unterwasservulkans eine neue Insel entstanden. Der Vulkan mit dem Namen Home Reef stößt seit dem 10. September Lavaströme aus, wie der Geologische Dienst von Tonga am Sonntag auf Facebook mitteilte. Elf Stunden nach Beginn des Ausbruchs habe sich etwa 250 Kilometer nördlich der Hauptinsel Tongatapu eine etwa 4000 Quadratmeter große Insel über der Wasseroberfläche gebildet, hieß es. In den Tagen nach dem Ausbruch wuchs die Insel rasch weiter, wie aus Messungen des Geologischen Dienstes hervorgeht. Zehn Tage nach Beginn der Eruption habe sich die Fläche der Insel bereits verachtfacht.


Labour zeigt sich siegessicher für britische Parlamentswahl

LIVERPOOL: Zum Auftakt ihres Parteitags hat sich die wichtigste britische Oppositionspartei Labour siegessicher gezeigt. «Die Hoffnung auf eine Labour-Regierung hat sich in einen Glauben an eine Labour-Regierung gewandelt», sagte Parteichef Keir Starmer am Sonntag der BBC. Die Lokalwahlen im Mai hätten gezeigt, dass seine Partei Stimmen von den Konservativen zurückgewonnen hätten. Zugleich kündigte Starmer an, er werde den Spitzensteuersatz von 45 Prozent, den Finanzminister Kwasi Kwarteng abschaffen will, wieder einführen. Die nächste Parlamentswahl muss spätestens im Januar 2025 stattfinden. In Umfragen liegt Labour deutlich in Führung.

Generalsekretärin Anneliese Dodds kritisierte vor den Mitgliedern in Liverpool den politischen Gegner scharf. «Nach zwölf Jahren Filz, Skandalen und Inkompetenz sind die Konservativen ideenlos, aus der Bahn geworfen - und aus der Zeit gefallen», sagte Dodds. «Nur Labour kann das Land vereinen, die Politik ausmisten und eine fairere, grünere Zukunft schaffen, auf die alle in Großbritannien stolz sein können.» Parteivize Angela Rayner kündigte an, die Partei werde für faire Löhne und Arbeitsbedingungen und eine gerechtere Verteilung sorgen sowie das Streikrecht verteidigen. «Anti-Arbeitnehmer-Gesetze» der konservativen Regierung würden wieder aufgehoben, sagte Rayner.

Zum Auftakt des viertägigen Parteitags hielten die Mitglieder eine Schweigeminute für die gestorbene Queen Elizabeth II. und sangen erstmals die Nationalhymne. Der Schritt galt als riskant für Starmer, da einige Kräfte in der Partei die Abschaffung der Monarchie fordern. Es gab aber keine Störungen.


Stabschef von Truss ist nicht bei der Regierung angestellt

LONDON: Der wichtigste Berater der neuen britischen Premierministerin Liz Truss ist nicht bei der Regierung angestellt. Stabschef Mark Fullbrook sei von seiner eigenen PR-Firma abgestellt worden, teilte die zentrale Regierungsbehörde Cabinet Office am Sonntag der Zeitung «Sunday Times» mit. Kommentatoren wiesen darauf hin, dass damit unklar ist, wie viel Gehalt Fullbrook bezieht und wem er verpflichtet ist. Der 60-Jährige hatte früher hohe Ämter in der Konservativen Partei inne, bevor er sich einem Lobbyunternehmen anschloss. In diesem Jahr machte Fullbrook sich selbstständig und leitete die Wahlkampagne von Truss.

Das Cabinet Office teilte weiter mit, die Ethik-Abteilung habe die Personalie geprüft und nicht beanstandet. Dass Regierungsmitarbeiter von anderen Unternehmen abgestellt würden, sei nicht ungewöhnlich. Anfallende Steuern würden an Fullbrooks Unternehmen gezahlt.


Erstes Bild von Queen-Grabplatte - ​Stein aus schwarzem Marmor

WINDSOR: Wenige Tage vor der Wiedereröffnung von Schloss Windsor für Besucher ist erstmals ein Bild der neuen Grabplatte von Queen Elizabeth II. und ihrer engsten Familie veröffentlicht worden. Der Stein besteht aus handgeschnitztem schwarzen belgischen Marmor, um zum Vorgänger zu passen, wie der Palast am Samstag mitteilte.

Buchstaben und Zahlen aus Messing verkünden die Lebensdaten der Königin, ihrer Eltern, Königsgemahlin Elizabeth («Queen Mum») und König George VI., sowie ihres Ehemanns Prinz Philip. In der Mitte prangt das Wappen des Hosenbandordens, dem alle vier Royals angehörten. Das Foto zeigt das Grab in der kleinen König-George-VI.-Gedenkkapelle auf dem Gelände von Schloss Windsor von Blumenkränzen umgeben.

Die königliche Residenz öffnet am 29. September wieder für Besucher, die dann auch die Grabstätte besichtigen können. Die Queen war am 8. September im Alter von 96 Jahren gestorben und am 19. September auf Schloss Windsor beigesetzt worden. In derselben Seitenkapelle, die zur großen St.-Georges-Kapelle gehört, ist auch die Urne der jüngeren Schwester der Queen, Prinzessin Margaret, untergebracht.


Parlamentswahlen begonnen - Wahllokale bis 23.00 Uhr offen

ROM: In Italien haben die Parlamentswahlen begonnen. Am Sonntagmorgen um 7.00 Uhr öffneten die Wahllokale in dem Mittelmeerland, bis 23.00 Uhr kann über die Zusammensetzung des neuen Parlaments abgestimmt werden. Gut 51,5 Millionen Italienerinnen und Italiener sind zur Wahl aufgerufen.

Große Favoriten auf den Sieg sind die Rechtsparteien. Laut Umfragen könnten sie klar die absolute Mehrheit der Sitze in den beiden Kammern Senat und Abgeordnetenhaus erreichen. Giorgia Meloni von der extrem rechten Partei Fratelli d'Italia hat gute Chancen, neue Ministerpräsidentin zu werden. «Lasst uns gemeinsam Geschichte schreiben», twitterte sie am Sonntagmorgen.


Möglicher neuer Hurrikan braut sich in der Karibik zusammen

MIAMI: Nach dem Durchzug von Hurrikan «Fiona» hat sich in der Karibik bereits der nächste starke Sturm geformt. Er wurde «Ian» getauft und war am Samstag mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von bis zu 75 Stundenkilometern im Zentrum der Karibik unterwegs, wie das US-Hurrikanzentrum NHC mitteilte. Es werde erwartet, dass «Ian» an Kraft gewinne und spät am Sonntag (Ortszeit) oder in der Nacht zum Montag nahe der Cayman-Inseln zum Hurrikan werde. Voraussichtlich ziehe der Tropensturm am Sonntag an Jamaika vorbei und nähere sich den Cayman-Inseln und dem Westen Kubas. Die zu erwartenden großen Regenmengen könnten Sturzfluten verursachen.


Südkorea: Nordkorea feuert erneut Rakete Richtung Meer ab

SEOUL: Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs am Sonntag erneut eine ballistische Rakete in Richtung offenes Meer abgeschossen. Das berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Militär. Die nicht näher beschriebene Rakete sei in Richtung des Japanischen Meers (koreanisch: Ostmeer) geflogen. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt gegeben. Am Freitag hatte der Flugzeugträger «USS Ronald Reagan» in der südkoreanischen Küstenstadt Busan angelegt, um an einem geplanten Seemanöver beider Länder vor der koreanischen Halbinsel teilzunehmen. Das Manöver soll demnach auch als Abschreckung gegen Nordkorea dienen.

UN-Resolutionen untersagen Nordkorea die Erprobung von ballistischen Raketen jeglicher Reichweite, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf befördern können. Zuletzt hatte Nordkorea im Juni acht ballistische Kurzstreckenraketen von mindestens vier verschiedenen Orten in Richtung offenes Meer im Osten abgefeuert. Zudem bereitet Nordkorea Berichten zufolge den Abschuss einer ballistischen U-Boot-Rakete vor.

Die Spannungen in der Region haben nach einer Reihe von Tests mit atomwaffenfähigen Raketen durch Nordkorea in diesem Jahr zugenommen. Zuletzt hatte das Parlament des weithin abgeschotteten Landes ein Gesetz zu seiner Nuklearpolitik verabschiedet. Dieses sieht unter anderem den Einsatz von Atomwaffen nicht nur bei einem Angriff feindlicher Kräfte, sondern schon bei einem drohenden Angriff auf die Führung vor. Die Verhandlungen zwischen den USA und Nordkorea kommen seit einem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen beiden Ländern im Februar 2019 in Vietnam nicht mehr voran.


Lawrow: Bewohner der Ostukraine wollen zu Russland gehören

NEW YORK: Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat Kritik an den Scheinreferenden in mehreren besetzten ostukrainischen Gebieten zurückgewiesen. Der «Wutausbruch» des Westen sei unbegründet, sagte Lawrow am Samstag bei der laufenden Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York. Die Bewohner der Regionen nähmen nur «ihr Land mit, in dem ihre Vorfahren seit Hunderten von Jahren leben.»

Russland hatte das Nachbarland Ende Februar überfallen. Seit Freitag wird in den vier russisch besetzten Gebieten Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja in Scheinreferenden über einen Beitritt zu Russland abgestimmt. UN-Generalsekretär António Guterres hatte eine mögliche Annexion der Gebiete zuletzt als Verletzung des Völkerrechts bezeichnet.


Erstes Bild von Queen-Grabplatte - Stein aus schwarzem Marmor

WINDSOR: Wenige Tage vor der Wiedereröffnung von Schloss Windsor für Besucher ist erstmals ein Bild der neuen Grabplatte von Queen Elizabeth II. und ihrer engsten Familie veröffentlicht worden. Der Stein besteht aus handgeschnitztem schwarzen belgischen Marmor, um zum Vorgänger zu passen, wie der Palast am Samstag mitteilte.

Buchstaben und Zahlen aus Messing verkünden die Lebensdaten der Königin, ihrer Eltern, Königsgemahlin Elizabeth («Queen Mum») und König George VI., sowie ihres Ehemanns Prinz Philip. In der Mitte prangt das Wappen des Hosenbandordens, dem alle vier Royals angehörten. Das Foto zeigt das Grab in der kleinen König-George-VI.-Gedenkkapelle auf dem Gelände von Schloss Windsor von Blumenkränzen umgeben.

Die königliche Residenz öffnet am 29. September wieder für Besucher, die dann auch die Grabstätte besichtigen können. Die Queen war am 8. September im Alter von 96 Jahren gestorben und am 19. September auf Schloss Windsor beigesetzt worden. In derselben Seitenkapelle, die zur großen St.-Georges-Kapelle gehört, ist auch die Urne der jüngeren Schwester der Queen, Prinzessin Margaret, untergebracht.


Iran meldet Angriffe auf kurdische Stützpunkte in Nordirak

TEHERAN: Die iranischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben Stützpunkte kurdischer Separatistengruppen im benachbarten Nordirak angegriffen. Die Attacken der Revolutionsgarden am Samstag wurden als «legitime Reaktion» auf vorherige Angriffe kurdischer Gruppen auf iranische Militärbasen im Grenzgebiet gerechtfertigt, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Irans Innenminister Ahmad Wahidi hatte zuvor einigen kurdischen Gruppen vorgeworfen, an den regierungskritischen Protesten der vergangenen Tage im Iran beteiligt zu sein. Angeblich soll laut Regierung auch kurdische Waffenlieferungen an iranische Demonstranten in den Kurdengebieten gegeben haben.

Auslöser der regierungskritischen Proteste im Iran war der Tod der 22-jährigen Iranerin Mahsa Amini im Polizeigewahrsam letzte Woche. Da Amini kurdische Wurzeln hatte und mit ihrer Familie in der Provinz Kurdistan lebte, gab es besonders in etlichen kurdischen Städten heftige Proteste sowie Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Das iranische Innenministerium hat mehrmals Spekulationen über Polizeigewalt im Fall Amini zurückgewiesen und behauptet, dass die junge Frau auf der Polizeiwache an einem Herzversagen gestorben sei. Diese Version aber konnte die Kritiker bislang nicht überzeugen. Ihrer Ansicht nach wurde Amini nach ihrer Verhaftung durch die Sittenpolizei auf den Kopf geschlagen und sie ist an einer Hirnblutung gestorben. Die junge Frau war verhaftet worden, weil sie ihr Kopftuch nicht den strengen Vorschriften entsprechend getragen hatte und ein paar Haarsträhnen zu sehen waren.


Eisschnelllauf-Olympiasieger Swings gewinnt Inline-Marathon in Berlin

BERLIN: Eisschnelllauf-Olympiasieger Bart Swings hat zum achten Mal den Inliner-Marathon in Berlin gewonnen. Der Belgier lief nach 56:45 Minuten durch das Ziel am Brandenburger Tor und verbesserte damit seinen eigenen Streckenrekord aus dem Jahr 2015 um vier Sekunden.

Hinter Swings, der bei den Olympischen Winterspielen in Peking im Gold im Massenstart geholt hatte, kam sein Trainingskollege Felix Rijhnen aus Darmstadt in 58:37 Minuten als Zweiter ins Ziel. Dritter wurde der ebenfalls aus Belgien stammende Jason Suttels in 59:47 Minuten.

Bei den Frauen gab es ein Foto-Finish. Die Französin Marie Dupuy holte Gold, Lianne van Loon aus den Niederlanden sicherte sich Silber, Bronze ging an die Spanierin Sara Arregui. Alle fuhren nach 1:11:19 Stunden über die Ziellinie - am Ende entschieden Zehntelsekunden.

Insgesamt hatten sich 4153 Skater für den Berlin-Marathon angemeldet. Am Sonntag (9.15 Uhr/ARD und RBB) startet das Läuferfeld. Insgesamt rechnen die Veranstalter mit 70.000 Teilnehmenden.


Arizona kann jahrzehntealtes Abtreibungsverbot wiederbeleben

WASHINGTON: Im US-Bundesstaat Arizona kann ein jahrzehntealtes Gesetz wieder in Kraft gesetzt werden, das Schwangerschaftsabbrüche in fast allen Fällen verbietet. Eine Richterin am Obersten Gericht des Bundesstaates gab am späten Freitagabend (Ortszeit) ihre Entscheidung bekannt, eine einstweilige Verfügung von 1973 gegen das Gesetz aufgehoben zu haben. Das deutlich ältere Gesetz erlaubt Abtreibungen nur, wenn das Leben der Mutter gefährdet ist. In allen anderen Fällen, also auch bei Vergewaltigung oder Inzest, sind Abtreibungen verboten.

Das Gesetz, das seine Ursprünge im Jahr 1864 hat, wurde 1973 blockiert als der Oberste Gerichtshof in der Rechtssache Roe v. Wade entschied, dass Frauen ein verfassungsmäßiges Recht auf Abtreibung haben. Die Richterin argumentierte nun, dass mit der Aufhebung dieses Urteils durch den Obersten Gerichtshof im Juni dieses Jahres auch die Verfügung gegen das Gesetz aufgehoben werden müsse. Die Entscheidung kann noch angefochten werden. Noch unklar ist, ob das Gesetz tatsächlich Anwendung finden wird.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, bezeichnete das Urteil am Samstag als «katastrophal, gefährlich und inakzeptabel», es werde die Frauen in Arizona «um mehr als ein Jahrhundert zurückwerfen». Wenn die Entscheidung Bestand habe, drohten Ärztinnen und Ärzten, die Abtreibungen durchführten, «bis zu fünf Jahre Haft für die Erfüllung ihrer Fürsorgepflicht». Die «rückwärtsgewandte Entscheidung» stehe «beispielhaft für den beunruhigenden Trend im Land», dass Republikaner versuchten, Frauen ihrer Rechte zu berauben.

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