Neues aus dem Ausland am Sonntag

Neues aus dem Ausland am Sonntag

Biden lässt erneute Präsidentschaftskandidatur 2024 offen

WASHINGTON: US-Präsident Joe Biden lässt offen, ob er bei der Präsidentenwahl 2024 noch einmal antreten wird. «Es ist viel zu früh, um so eine Entscheidung zu treffen», sagte Biden in einem am Sonntagabend (Ortszeit) ausgestrahlten TV-Interview. Er habe immer wieder gesagt, dass er erneut kandidieren würde, sagte der 79-Jährige weiter. «Aber ob es eine feste Entscheidung ist, dass ich wieder kandidiere? Das bleibt abzuwarten.» Er habe großen Respekt vor dem Schicksal und nun müsse man abwarten.

Der Demokrat Biden hatte in der Vergangenheit betont, dass er die Absicht habe, noch einmal für das Amt des US-Präsidenten ins Rennen zu gehen - falls seine Gesundheit es zulasse. Ex-US-Präsident Donald Trump deutet seinen Monaten immer wieder an, noch einmal für die Republikaner kandidieren zu wollen. Offiziell erklärt hat der 76-Jährige seine Kandidatur bisher aber nicht.


Dutzende Verletzte bei starkem Taifun

TOKIO: Bei einem ungewöhnlich heftigen Taifun in Japan sind Dutzende Menschen verletzt worden.

Wie der japanische Fernsehsender NHK am Montag meldete, erlitten auf der stark betroffenen südwestlichen Hauptinsel Kyushu mindestens 43 Bewohner infolge der starken Sturmböen Verletzungen. In rund 300.000 Haushalten fiel zeitweise der Strom aus. Rund vier Millionen Haushalte waren aufgerufen, sich vor den Sturmböen und heftigen Regenfällen in Sicherheit zu bringen. Unterdessen zog der Taifun weiter in nordöstliche Richtung und dürfte auch am Dienstag auf der Hauptinsel Honshu mit der Hauptstadt Tokio für Regen sorgen.


Regierung in Somalia: 45 Islamisten in umkämpfter Provinz getötet

MOGADISCHU: Die somalischen Streitkräfte haben nach Angaben der Regierung weitere 45 Islamisten der radikalen Al-Shabaab in einem umkämpften Teil des Landes getötet. Der Angriff in der Provinz Hiran am späten Sonntagabend sei durch eine von den USA trainierte somalische Spezialeinheit erfolgt. Dabei kamen auch US-Drohnen zum Einsatz, wie ein ranghoher Militärvertreter der Deutschen Presse-Agentur sagte. Bereits am Samstag töteten somalische Soldaten laut Regierung mindestens 30 Kämpfer der islamistischen Terrormiliz Al-Shabaab in derselben Provinz im Zentrum des Landes. Dort hatte es zuletzt vermehrt Kämpfe zwischen Soldaten und Al-Shabaab gegeben.

In einem weiteren Einsatz am Sonntag im Süden des Landes töteten somalische Truppen neun Islamisten. Die Angaben der Regierung zu den Einsätzen ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Die Terrormiliz Al-Shabaab kündigte am Sonntag massive Kämpfe gegen die Regierung von Präsident Hassan Sheik Mohamud an, der seit Mai im Amt ist. Die Islamisten riefen Zivilisten auf, sich nicht in der Nähe von Regierungseinrichtungen und an anderen von Politikern besuchten Orten, etwa Hotels, aufzuhalten. Auf ihrer Propaganda-Plattform zeigten die Extremisten außerdem Videos mit ihren Angaben zufolge Hunderten neu rekrutierten Kämpfern.

Somalia, ein Land am Horn von Afrika mit etwa 16 Millionen Einwohnern, wird seit Jahren von Anschlägen und Gewalt erschüttert. Al-Shabaab kontrolliert weite Teile des Südens des Landes und der Zentralregionen. Die Terrorgruppe verübt immer wieder Angriffe auf Sicherheitskräfte und Zivilbevölkerung.


Porsche-Börsengang für 29. September geplant - Preisspanne steht

WOLFSBURG/STUTTGART: Die Porsche AG soll am 29. September an die Börse gehen. Ab dann will die Volkswagen-Tochter einen Teil ihrer Vorzugsaktien zum freien Handel am Finanzmarkt anbieten. Dies beschlossen Vorstand und Aufsichtsrat des VW-Konzerns am Sonntagabend.

Für den Handelsstart in Frankfurt hatten VW und die Dachgesellschaft Porsche SE bisher allgemein Ende September oder Anfang Oktober angepeilt. Einen konkreten Tag hatten sie zunächst nicht genannt - die Entscheidung zum Gang aufs Parkett stand wegen der angespannten weltwirtschaftlichen Lage und Verteuerung von Energie offiziell noch unter Vorbehalt.

Die Wolfsburger Kontrolleure legten nun aber bereits die Preisspanne fest: Die Porsche-AG-Vorzüge werden in einem Korridor zwischen 76,50 und 82,50 Euro angeboten. Geplant ist die Ausgabe von bis zu 113.875 000 Aktien.


Hurrikan «Fiona» trifft in Puerto Rico auf Land

WASHINGTON/MIAMI: Hurrikan «Fiona» ist in Puerto Rico auf Land getroffen. Dies gab das US-Hurrikanzentrum in Miami im Bundesstaat Florida am Sonntag bekannt. «Fiona» erreichte demnach die Südwestküste der Karibikinsel in der Nähe von Punta Tocón mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern. Der Wirbelsturm hatte über dem Atlantik an Kraft gewonnen und war auf dem Weg nach Puerto Rico zu einem Hurrikan hochgestuft worden.

Der Strom auf der Karibikinsel fiel komplett aus. «Das Stromnetz ist aufgrund der Auswirkungen des Hurrikans derzeit außer Betrieb», schrieb Gouverneur Pedro Pierluisi in sozialen Netzwerken. Nach Angaben des Stromanbieters Luma Energy könnte die Wiederherstellung der Stromversorgung mehrere Tage dauern.

Das Hurrikanzentrum warnte für das US-Außengebiet Puerto Rico und die Dominikanische Republik vor sintflutartigen Regenfällen und Schlammlawinen. «Diese Niederschlagsmengen werden in Puerto Rico und Teilen der östlichen Dominikanischen Republik zu lebensbedrohlichen Sturzfluten und Überschwemmungen in den Städten sowie zu Schlammlawinen und Erdrutschen in höher gelegenen Gebieten führen.»

Puerto Rico, eine Insel mit gut drei Millionen Einwohnern, ist während der Hurrikan-Saison oft Stürmen ausgesetzt. Besonders der Hurrikan «Maria» hatte im Jahr 2017 verheerende Folgen und forderte rund 3000 Todesopfer. Die Hurrikan-Saison im Atlantik dauert von Juni bis November.


Regierungssuche : Parlamentspräsident spricht mit Parteien

STOCKHOLM: Nach der Parlamentswahl in Schweden könnte der Konservative Ulf Kristersson zu Wochenbeginn den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten. Parlamentspräsident Andreas Norlén will sich am Montag (ab 10.30 Uhr) jeweils einzeln mit den Spitzen der Reichstagsparteien treffen, um auszuloten, wem er den Auftrag erteilt. Am Nachmittag will er eine Pressekonferenz abhalten, auf der er sich dazu äußern dürfte.

Bei der Wahl am 11. September hatte der Vier-Parteien-Block von Kristersson einschließlich der rechtspopulistischen Schwedendemokraten 176 Mandate erreicht, das linksgerichtete Lager der sozialdemokratischen Ministerpräsidentin Magdalena Andersson 173. Damit dürfte Kristersson der Auftrag zufallen, sich an der Aufstellung einer mehrheitsfähigen Regierung zu versuchen.

Mit Andersson wird Norlén nicht noch einmal sprechen. Die beiden haben sich bereits abgestimmt, als Andersson am Donnerstag ihren Rücktritt eingereicht hatte.


Grabkammer aus Zeiten von Pharao Ramses II. an Israels Küste entdeckt

TEL AVIV: Eine rund 3300 Jahre alte intakte Grabkammer ist in Israel zufällig entdeckt worden. Ein Bagger habe die in Stein gehauene Anlage aus der Zeit des ägyptischen Pharaos Ramses II. bei Bauarbeiten in Palmachim am Mittelmeer aufgedeckt, teilte die israelische Altertumsbehörde am Sonntag mit. Ein Archäologe sei mit einer Leiter in die Kammer hinabgestiegen und habe dort Dutzende unberührter Grabbeigaben gefunden. Darunter seien Tonwaren, Kochtöpfe, Vorratsbehälter sowie Pfeil- und Speerspitzen.

Der israelische Archäologe Eli Jannai sprach von einer «Entdeckung, die man nur einmal im Leben macht». Er sei sich «wie am Set eines Indiana-Jones-Films» vorgekommen. Die Grabkammer sei mehr als drei Jahrtausende lang unberührt gewesen. Daher könne man mit modernen wissenschaftlichen Methoden wichtige Informationen über die dortigen Funde erlangen. «Die Grabkammer kann ein komplettes Bild der Bestattungsbräuche im späten Bronzezeitalter liefern.» In der Zeit sei Kanaan Teil des ägyptischen Reichs gewesen.

Jannai sagte der israelischen Zeitung «Haaretz», die Kammer habe offenbar als Familiengruft gedient. Die dort beigesetzten Leichen seien nicht gut erhalten, DNA-Analysen seien daher nicht möglich. Man könne allerdings davon ausgehen, dass es sich um örtliche Küstenbewohner handelte.

Kurz nach der Entdeckung der intakten Grabkammer sind nach Angaben der Altertumsbehörde mehrere Artefakte gestohlen worden. Inzwischen sei sie wieder versiegelt worden und es liefen Ermittlungen zu dem Raub.


Wahlkampf wird aggressiver - Differenzen bei Mitte-Rechts

ROM: Eine Woche vor den Parlamentswahlen in Italien wird der Ton rauer. Der frühere Ministerpräsident und Zentrumspolitiker Matteo Renzi warf dem Fünf-Sterne-Chef Giuseppe Conte am Wochenende vor, die Anhänger zu Gewalt aufzurufen. «Schäm dich», sagte Renzi auf einer Veranstaltung und nannte Conte, der bis 2021 selbst Regierungschef war, einen «halben Mann». Conte habe Renzi davor aufgefordert, «ohne Begleitschutz nach Palermo zu kommen und den Leuten zu erklären, das Grundeinkommen abzuschaffen». Viele Italiener vor allem im Süden beziehen jenes Bürgergeld, eines der Steckenpferde der Politik der Fünf Sterne, das andere Parteien aber abschaffen wollen.

Zugleich rumort es in der Mitte-Rechts-Allianz, die laut Umfragen vor einem deutlichen Wahlsieg am nächsten Sonntag (25. September) steht. Matteo Salvini von der rechtspopulistischen Lega ging den noch amtierenden Ministerpräsidenten Mario Draghi wegen dessen Aussagen zu angeblicher russischer Wahlbeeinflussung an. Draghi hatte am Freitag gesagt, die italienische Politik lasse sich von ausländischen Feinden und deren «pupazzi prezzolati» nicht bezwingen. Wörtlich bedeutet dies «gekaufte Puppen», kann aber als «angeheuerte Handlanger» verstanden werden. Viele werteten dies als Seitenhieb gegen Salvini.

Dieser pflegte jahrelange enge Beziehungen zu Russland und war ein Bewunderer von Kremlchef Wladimir Putin. Er reagierte prompt auf die Bemerkung: Statt von «pupazzi» zu reden, solle Draghi lieber mehr Hilfen für die Italiener wegen der hohen Energiekosten beschaffen, forderte Salvini. «Ich weiß nämlich nicht, ob er den nationalen Notstand verstanden hat, in dem wir uns befinden.» Dabei hatte die Regierung just am Freitag ein drittes Milliarden-Paket verabschiedet.

Zudem wächst der Streit im Mitte-Rechts-Lager wegen des Verhältnisses zu Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban. Giorgia Meloni, die Chefin der größten Rechtspartei Fratelli d'Italia und Favoritin auf den Job als Ministerpräsidentin, und Salvini verteidigen Orban offensiv. Dabei werden diesem ganz aktuell von Brüssel Demokratiedefizite vorgeworfen. Silvio Berlusconi drohte den zwei Partnern mit einem Austritt aus der Mitte-Rechts-Allianz, sollten diese nach den Wahlen antiliberal oder antidemokratisch auftreten. «Unser Europa ist nicht jenes von Orban», sagte der Chef von Forza Italia in einem Interview.


Mitgestalter des «Tanzenden Hauses» in Prag gestorben

PRAG: Der tschechische Architekt Vlado Milunic ist tot. Er starb am Samstag nach langer Krankheit im Alter von 81 Jahren, wie der tschechische öffentlich-rechtliche Rundfunk unter Berufung auf seine Angehörigen berichtete. Gemeinsam mit dem US-Stararchitekten Frank Gehry gestaltete Milunic das bekannte «Tanzende Haus» am Prager Moldauufer. Das Gebäude im Stil des Dekonstruktivismus sorgte bei seiner Fertigstellung 1996 für kontroverse Reaktionen und gilt heute als Wahrzeichen und wichtige Touristenattraktion der tschechischen Hauptstadt.

Die Gestaltung erinnert an ein Tanzpaar, was dem Bauwerk den Spitznamen «Fred und Ginger» nach den Musical-Darstellern Fred Astaire und Ginger Rogers einbrachte. Die eine Seite ist eher statisch, die andere dynamisch. «Es sind zwei Teile im Dialog, in Spannung, wie Plus und Minus, wie Yin und Yang, wie Mann und Frau», sagte Milunic einmal in einem Radiointerview.

Milunic wurde am 3. März 1941 in Zagreb geboren. Seine Eltern verließen das damalige Jugoslawien aus Angst vor politischen Säuberungen. Milunic studierte an der Technischen Universität in Prag, wo er später auch unterrichtete. Zu seinen weiteren Werken zählt unter anderem der Wohnkomplex «Hvezda» (Stern) im Stadtteil Prag-Petriny.


Japans Premier stürzt ins Umfragetief - Staatstrauer für Abe belastet

TOKIO: In Japan wird die umstrittene Mun-Sekte und der geplante staatliche Trauerakt für den ermordeten Ex-Regierungschef Shinzo Abe zunehmend zu einer Belastung für Ministerpräsident Fumio Kishida. Massive Kritik an den Beziehungen zahlreicher Politiker seiner Liberaldemokratischen Partei LDP zu der vom verstorbenen Koreaner San Myung Mun gegründeten Sekte haben die Zustimmungswerte für Kishidas Kabinett nach einer Umfrage der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo vom Sonntag auf 40,2 Prozent stürzen lassen. Das ist der niedrigste Wert seit seinem Amtsantritt. 60,8 Prozent der Befragten sprachen sich zudem dagegen aus, dass für Ex-Premier Abe am 27. September ein Staatstrauerakt abgehalten wird.

Abe war am 8. Juli während einer Wahlkampfrede in der Stadt Nara von einem Ex-Militär mit einer selbstgebauten Waffe aus nächster Nähe von hinten erschossen worden. Der Attentäter hatte angegeben, Abe aus Hass auf die umstrittene Mun-Sekte ermordet zu haben. Seine Mutter habe die Familie mit horrenden Spenden an die Sekte, zu der Abe Verbindungen hatte, finanziell ruiniert und zerstört.

Abe gilt zwar weltweit als verdienter Staatsmann, im eigenen Land war der Rechtskonservative jedoch mit seiner nationalistischen Agenda und seiner Verstrickung in Skandale um Vetternwirtschaft umstritten. Einen Staatstrauerakt für einen Ex-Regierungschef ist seit dem Zweiten Weltkrieg in Japan unüblich. Seither gab es dies nur einmal, 1967 für Shigeru Yoshida.

Hinzu kommen Abes Verwicklungen - und die seiner regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) - in die umstrittene Mun-Sekte, die seit dem Attentat von Japans Medien aufgedeckt wurden. Die für ihre anti-kommunistische und stark konservative Gesinnung bekannte Organisation treibt nicht nur massiv Spendengelder von Mitgliedern ein, sondern hat vor allem Politikern der LDP Wahlkampfhilfe geleistet. Die auch als Vereinigungskirche bekannte Sekte nennt sich seit 1996 «Familienföderation für Weltfrieden und Vereinigung». Kishida hat zwar erklärt, seine Partei verlange von den Abgeordneten nun, die Beziehungen zu der Sekte zu beenden, aber 77,6 Prozent der von Kyodo befragten Wählerinnen und Wähler glauben nicht daran.


Endgültiges Wahlergebnis bestätigt konservative Mehrheit

STOCKHOLM: Das endgültige Ergebnis der Parlamentswahl in Schweden hat am Sonntag die knappe Mehrheit für das konservativ-rechte Lager sowie ein Rekordresultat der rechtspopulistischen Schwedendemokraten bestätigt. Der Vier-Parteien-Block des Konservativen Ulf Kristersson hat bei der umkämpften Wahl am vergangenen Sonntag demnach 176 Mandate errungen, das linksgerichtete Lager der bisherigen sozialdemokratischen Ministerpräsidentin Magdalena Andersson 173.

Anderssons Sozialdemokraten werden den endgültigen Zahlen zufolge wie erwartet mit 30,3 Prozent klar stärkste Partei. Zweite werden die Schwedendemokraten, die auf ein Rekordergebnis von 20,5 Prozent kommen und somit erstmals die Moderaten von Kristersson als zweitstärkste Parlamentskraft ablösen. Insgesamt schaffen es erneut acht Parteien in den Reichstag von Stockholm - vier davon bildeten das Lager von Andersson, vier den Block von Kristersson. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 84 Prozent.

Andersson hatte sich ihrem Herausforderer bereits am Mittwochabend geschlagen gegeben und am Tag darauf den Rücktritt ihrer Regierung eingereicht. Kristerssons Partei lotet seitdem aus, inwieweit sie sich mit den Schwedendemokraten sowie den Christdemokraten und Liberalen auf eine Regierungsgrundlage einigen kann. Andersson führt eine Übergangsregierung, bis eine neue Regierung gefunden worden ist.


Ministerium: Nicht mehr in Warteschlange einreihen

LONDON: Das britische Kulturministerium hat am Sonntag dazu aufgerufen, sich nicht mehr in der Warteschlange zum Sarg der Queen anzustellen. Im Laufe des Sonntags sollte eine Entscheidung gefällt werden, wann die Schlange geschlossen wird, teilte das Ministerium auf Twitter mit. «Um Enttäuschungen zu vermeiden, fahren Sie nicht mehr los, um sich in die Warteschlange einzureihen», twitterte das Ministerium.

Am Montagmorgen um 6.30 Uhr (Ortszeit) sollte das «Lying-in-State», wie die mehrtägige Aufbahrung der Queen im britischen Parlament in London genannt wird, enden. Am Vormittag steht dann der Staatsakt für die Königin in der Westminster Abbey an, bevor sie am Abend im Kreis ihrer Familie in Windsor beigesetzt wird.

Noch am Tag vor dem Staatsbegräbnis reihten sich Hunderte in die Warteschlange ein, um sich von der am 8. September gestorbenen Königin zu verabschieden. Am Sonntagvormittag betrug die Wartezeit dreizehneinhalb Stunden, wie das Ministerium mitteilte.


Starker Taifun sucht Süden Japans heim - Millionen Haushalte gewarnt

TOKIO: Ein ungewöhnlich heftiger Taifun mit starken Sturmböen und schweren Regenfällen hat den Süden Japans heimgesucht. Rund vier Millionen Haushalte waren aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen, wie der Fernsehsender NHK in der Nacht zum Montag (Ortszeit) berichtete. Der Zug- und Flugverkehr war beeinträchtigt.

Am Sonntagabend (Ortszeit) sei der 14. Taifun der Saison auf der südwestlichen Hauptinsel Kyushu bei der Stadt Kagoshima auf Land getroffen, gab die nationale Wetterbehörde bekannt. NHK meldete bereits vereinzelte Verletzte, Berichte über größere Schäden oder Todesopfer gab es jedoch zunächst nicht. Die Wetterbehörde warnte vor der Gefahr durch «beispiellos» starke Sturmböen, hohen Wellengang und Erdrutsche in Folge der heftigen Niederschläge.

Für die auf Kyushu gelegene und besonders stark betroffene Präfektur Kagoshima hatte die Behörde zuvor die höchste Taifunwarnung ausgegeben. Tausende suchten dort am Sonntag Notunterkünfte auf, so auch in der Nachbarpräfektur Miyazaki. In Zehntausenden von Haushalten auf Kyushu fiel vorübergehend der Strom aus. Der sich langsam fortbewegende Wirbelsturm dürfte nach dem feiertagsbedingt langen Wochenende Kurs Richtung Nordosten nehmen und auch auf der Hauptinsel Honshu mit der Hauptstadt Tokio für starken Regen sorgen.


Erster Wiesnabend ruhig - viele Patienten mit zu viel Alkohol

MÜNCHEN: Der erste Oktoberfestabend ist ohne größere Zwischenfälle verlaufen. Die Polizei berichtete am Sonntagmorgen, es habe eine sexuell motivierte Tat gegeben. Deshalb werde gegen einen Mann ermittelt. Zudem sei ein Wiesnbesucher mit Drogen ertappt worden.

Viel los war am späteren Abend auf der Wiesn-Sanitätsstation. Dort mussten die Teams im Minutentakt ausrücken, wie ein Sprecher sagte. Hunderte Patienten mussten versorgt werden, sehr viele wegen überhöhten Alkoholkonsums. Es gab aber auch Kopfverletzungen und Schnittwunden. «Ab 21.00 Uhr waren wir auf dem Stand von 2019», sagte der Sprecher. In einem Fall habe ein Betrunkener unvermittelt auf zwei Sanitäter eingeschlagen. Diese wurden am Kopf verletzt und konnten ihren Dienst nicht fortsetzen. Der Mann wurde von der Polizei abgeführt.

Bereits am Samstagvormittag hatten Tierschutz-Aktivisten versucht, den Einzug der Festwirte zu stören und sich aus Protest gegen den hohen Fleischkonsum auf dem Volksfest auf die Straße gesetzt. Sie wurden von der Polizei weggetragen.

Das Oktoberfest hatte am Samstag begonnen, trotz schlechten Wetters lockte die erste Wiesn seit Beginn der Pandemie zahlreiche Besucher an.


Erdbeben der Stärke 6,8 erschüttert Taiwan - mindestens ein Toter

TAIPEH: Ein Erdbeben der Stärke 6,8 hat in Taiwan Häuser einstürzen lassen und weitere Schäden verursacht. Ein Arbeiter kam in einem Zementwerk ums Leben, als er von einem herabstürzenden Staubfilter getroffen wurde, wie das Krisenzentrum in Taipeh am Sonntag mitteilte. Das Epizentrum lag 42 Kilometer nördlich von Taitung im Südosten Taiwans, wie die Behörden berichteten. Häuser und Straßen wurden beschädigt. In Yuli stürzte eine Brücke ein.

Mehrere Menschen wurden in einem eingestürzten dreistöckigen Supermarkt im östlichen Landkreis Hualien eingeschlossen. Vier konnten verletzt geborgen und ins Krankenhaus gebracht werden. Erdrutsche blockierten Straßen. Der Bahnverkehr wurde vorübergehend ausgesetzt. Ein Zug entgleiste in Taitung, nachdem eine Plattform eingestürzt war. Aufzüge in hohen Gebäuden stoppten.

Japan löste vorübergehend eine Tsunami-Warnung für Okinawa und andere südlich gelegene Inseln aus. Das Beben trat in nur sieben Kilometer Tiefe auf, wodurch die Intensität verstärkt wurde. Es war bereits das zweite in zwei Tagen. Am Samstag hatte es in Taiwan schon Erdstöße der Stärke 6,4 gegeben, mehrere Nachbeben folgten. Die Insel ist besonders erdbebengefährdet.


Bus überschlägt sich auf Autobahn: 27 Tote

PEKING: Bei einem Busunglück in Südwestchina sind 27 Menschen ums Leben gekommen.

Nach Angaben der Polizei überschlug sich das Fahrzeug am Sonntag auf der Autobahn in der Präfektur Qiannan zwischen Guiyang, der Hauptstadt der Provinz Guizhou, und der Stadt Libo. Zum Zeitpunkt des Unglücks seien 47 Insassen an Bord gewesen. 20 seien verletzt worden. Rettungsdienste seien zur Unglücksstelle geeilt. Die Ursache des Unglücks war zunächst nicht bekannt.


Test : 55 Richter und Staatsanwälte freiwillig im Gefängnis

BRÜSSEL: Skurriles Experiment in Belgien: 55 Richter und Staatsanwälte haben sich freiwillig in einem neuen Gefängnis bei Brüssel einsperren lassen. «Einerseits kann das Personal der Strafvollzugsanstalt sich auf die tatsächliche Eröffnung des Gefängnisses vorbereiten und andererseits erhalten die Richter und Staatsanwälte einen Einblick in den Alltag der Häftlinge und die Funktionsweise eines Gefängnisses», zitierte die belgische Nachrichtenagentur Belga den Justizminister Vincent Van Quickenborne. «Dies wird ihnen zweifellos dabei helfen zu beurteilen, ob der Freiheitsentzug die beste Lösung für einen Menschen ist, der einen Fehler begangen hat.»

Die belgischen Richter und Staatsanwälte waren am Samstagvormittag - auf freiwilliger Basis - für anderthalb Tage eingesperrt worden. Sie würden wie normale Häftlinge behandelt, berichtete Belga unter Berufung auf das Justizministerium. So dürften sie beispielsweise ihre Handys nicht benutzen. Sie müssten unter anderem in der Küche und in der Wäscherei arbeiten, dürften aber auch Familienbesuch empfangen. Um 22 Uhr würden die Lichter ausgeschaltet. Das Gefängnis in Haren, einer Gemeinde der Hauptstadt Brüssel, soll am 30. September eröffnet werden. Es bietet Platz für knapp 1200 Insassen.

Laut Belga handelt es sich bei dem Komplex in Haren um eine Art Gefängnisdorf. In ihm befinden sich kleinere Gebäude und Wohneinheiten, die jeweils etwa 30 Plätze umfassen. Auf diese Weise sollen die Insassen je nach ihrem Profil und Alter entsprechend untergebracht werden.


Trachten- und Schützenzug zum Oktoberfest

MÜNCHEN: Stets am ersten Wiesn-Sonntag ziehen die Trachten- und Schützenvereine durch München zur Theresienwiese. Mit rund 9000 Teilnehmern und sieben Kilometern Länge ist der Trachtenumzug einer der größten der Welt. Alljährlich reisen auch viele Trachtler aus dem Ausland an.

Erstmals gab es das Spektakel im Jahr 1835. Damals zogen Trachtler und Schützen zur Silberhochzeit von König Ludwig I. und Therese von Bayern durch die Stadt. Die Hochzeit des Paares hatte 25 Jahre zuvor 1810 das Oktoberfest in München begründet. Seit 1950 ist der Trachtenumzug fester Bestandteil des Festes.

Manche Teilnehmer tragen historische Gewänder, die dem Mittelalter, der Rokokozeit oder dem Biedermeier nachempfunden sind. Fahnenschwinger, Spielmannszüge und Schützen sind traditionell dabei.

Schon zur Königshochzeit 1810 huldigten Vertreter aller bayerischen Volksgruppen der königlichen Familie. Eine Gruppe von 16 Kinderpaaren in den verschiedenen Landestrachten zog mit Blumen und Früchten zum Königspavillon. Nicht ohne Hintersinn, sollten sich doch vier Jahre nach der Proklamation des Königreichs alle Volksstämme im neuen, größeren Bayern - dem nun auch große Teile Frankens und Schwabens angehörten - einbezogen fühlen. Ein Versuch der Integration, bei der Eigenarten geachtet werden sollten, ja sogar erwünscht waren.


Streit um weniger EU-Gelder für Ungarn geht in die nächste Runde

BRÜSSEL: Der Streit um die mögliche Kürzung von EU-Mitteln für Ungarn geht in die nächste Runde. Die EU-Kommission berät am Sonntag (8.30 Uhr) über «den Schutz des EU-Haushalts in Ungarn», wie die Behörde mitteilte. Im Anschluss an die Sitzung soll der für Haushalt zuständige Kommissar Johannes Hahn die Ergebnisse vorstellen.

Ungarn droht wegen weit verbreiteter Korruption in dem Land und anderer Verstöße gegen den Rechtsstaat Kürzungen in Milliardenhöhe. Einen entsprechenden Vorschlag an die Mitgliedstaaten könnte die EU-Kommission von Ursula von der Leyen am Sonntag beschließen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus EU-Kreisen erfuhr. Es wäre das erste Mal, dass die Behörde wegen rechtsstaatlicher Verstöße die Kürzung von EU-Mitteln vorschlägt.

In einem Bericht der Kommission vom Juli ist die Rede von «einem Umfeld, in dem die Risiken von Klientelismus, Günstlings- und Vetternwirtschaft in der hochrangigen öffentlichen Verwaltung nicht angegangen werden». Nach Ansicht des EU-Parlaments ist Ungarn keine vollwertige Demokratie mehr. Stattdessen hätten sich die Zustände in dem mitteleuropäischen Land so sehr verschlechtert, dass es zu einer «Wahlautokratie» geworden sei, hieß es in einem Bericht, den die große Mehrheit der Abgeordneten am Donnerstag annahm.


Bundeswehr fehlt erneut eine Überfluggenehmigung in Mali

BERLIN: Eine fehlende Überfluggenehmigung behindert erneut den Bundeswehr-Einsatz im westafrikanischen Mali. Lande- und Überflüge zur medizinischen Evakuierung für das deutsche Einsatzkontingent für die UN-Mission Minusma seien derzeit ausgesetzt, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Schwielowsee bei Potsdam am Samstag auf Anfrage. Die Rettungskette sei also unterbrochen. Weil deswegen die Sicherheit der Soldaten nicht gewährleistet werden könne, fänden derzeit keine Operationen statt. Der NDR hatte zuvor berichtet, dass die Bundeswehr ihre Aufklärungsflüge in dem westafrikanischen Land erneut aussetze.

In der ersten Septemberhälfte habe die nötige Überfluggenehmigung noch vorgelegen, seit diesem Freitag dann nicht mehr, hieß es vom Einsatzführungskommando. Zuletzt hatte es verstärkt Spannungen zwischen den Machthabern und der UN-Mission, für die Deutschland Soldaten stellt, gegeben. Die malische Regierung verweigerte der Bundeswehr wiederholt Überflugrechte für Militärmaschinen. Am 12. August setzte Deutschland den Einsatz aus, nahm die Aufklärungsmission Anfang September aber wieder auf.

Mali mit seinen rund 20 Millionen Einwohnern hat seit 2012 drei Militärputsche erlebt und gilt als politisch äußerst instabil. Seit dem jüngsten Putsch im Mai 2021 wird das Land von einer militärischen Übergangsregierung geführt. Europäische Staaten kritisieren deren militärische Zusammenarbeit mit Russland.

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