Neues aus dem Ausland am Samstag

Neues aus dem Ausland am Samstag

Grubenunglück in Sibirien: Papst betet für tote Bergleute

ROM: Papst Franziskus hat den Menschen in Russland nach der Explosion in einem sibirischen Bergwerk sein Beileid ausgedrückt.

Der Heilige Vater sichere den Toten und Hinterbliebenen seine Gebete zu, hieß es in einem Telegramm des Vatikans an Kreml-Chef Wladimir Putin, das der Heilige Stuhl am Samstagabend veröffentlichte. In dem Bergwerk «Listwjaschnaja» im Westen Sibiriens hatte sich am Donnerstag aus zunächst unbekannter Ursache eine Explosion ereignet. 46 Bergleute und 5 Retter verloren ihr Leben, wie der Gouverneur des Gebiets Kemerowo, Sergej Ziwiljow, am Freitag im Nachrichtenkanal Telegram mitteilte.


«Glückspilz» Semechin und Baus sind Para-Sportler des Jahres

FRECHEN: Tischtennis-Paralympicssieger Valentin Baus und Schwimm-Gold-Gewinnerin Elena Semechin sind Para-Sportler des Jahres. Für Semechin, die bei den Spielen in Tokio noch unter ihrem Geburtsnamen Krawzow angetreten ist, ist dies ein weiterer emotionaler Moment nach extrem bewegenden Monaten.

«Was für ein Jahr: Endlich bin ich Paralympics-Siegerin geworden, endlich habe ich meinen Traummann geheiratet, zum Glück wurde mein Gehirntumor erfolgreich entfernt und nun auch noch die Krönung, dass ich zur Para Sportlerin des Jahres gewählt worden bin», sagte die sehbehinderte Berlinerin Semechin: «Ich bin einfach ein Glückspilz.» Sie siegte mit 19,93 Prozent hauchdünn vor 400-Meter-Paralympicssiegerin Lindy Ave (Greifswald).

Bei den Männern war die Sache zumindest etwas klarer. Der Düsseldorfer Baus, der die Glasknochenkrankheit hat, hatte nach seinem Gold-Triumph von Japan fast zehn Prozent Vorsprung auf Schwimmer Taliso Engel (Leverkusen), der in Tokio ebenfalls Paralympicssieger geworden war. Mit der Wahl habe er aber «wirklich nicht gerechnet», sagte Baus: «Die anderen Jungs hätten es alle genauso verdient.

Mannschaft des Jahres wurden die Rollstuhl-Basketballerinnen, obwohl sie bei den Paralympics als Vierte knapp eine Medaille verpasst hatten. Die für Samstag geplante Gala zur Ehrung der Sportler musste coronabedingt ausfallen.


Umweltschützer blockieren Brücken und Straßen

BELGRAD: Mehrere hundert Umweltschützer haben am Samstag in Belgrad und anderen Städten des Landes Brücken und Straßenzüge blockiert. Aufgerufen zu den ein- bis zweistündigen Aktionen hatte die Organisation «Kreni promeni» (Den Wandel beginnen).

Die Teilnehmer blockierten unter anderen die Gazela-Autobahnbrücke, die Belgrad mit der Vorstadt Neu-Belgrad verbindet, mehrere Straßenzüge im Zentrum von Belgrad, die wichtigste Donau-Brücke in der nordserbischen Stadt Novi Sad und die Save-Brücke in der westserbischen Stadt Sabac.

Die Umweltschützer protestierten damit gegen ein neues Enteignungsgesetz, das große Investoren begünstigt, sowie gegen den geplanten Abbau von Lithium im westserbischen Loznica durch einen australischen Bergbaukonzern. Die Organisatoren kündigten weitere Proteste für den 4. Dezember an.

Umweltthemen spielen in Serbien und anderen Balkanländern zunehmend eine Rolle. Für Unmut sorgen auch die zuweilen unerträgliche Luftverschmutzung in den Städten und die Verbauung naturbelassener Gewässer mit Kleinkraftwerken.


Ein Toter und ein Verletzter bei Explosion in Pharmafabrik

RIGA: In Lettland sind bei einer Explosion in der Fabrik eines Pharmaherstellers in Olaine ein Mensch getötet und ein weiterer verletzt worden.

In dem Werk rund 20 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Riga kam es in der Nacht zum Samstag aus noch unbekannter Ursache zu einer Verpuffung und einem Brand. Dies teilten die Rettungskräfte des baltischen EU-Landes mit. Demnach soll nach ersten Informationen eine technische Anlage explodiert sein. Der Brand auf einer Fläche von rund 144 Quadratmetern wurde gelöscht. Nach Angaben eines Unternehmensverantwortlichen wurden von den Behörden Ermittlungen zur Ursache eingeleitet.


Wolf erreicht Großraum Paris

PARIS: Im Großraum Paris ist erstmals ein Wolf gesichtet worden, seitdem die Tiere in Frankreich vor rund 30 Jahren wieder heimisch geworden sind. Die Nationale Behörde für Biodiversität (OFB) habe das gesichtete Tier offiziell als Wolf identifiziert, berichtete die Zeitung «Le Parisien» am Samstag unter Verweis auf die Behörde. Ein Jäger hatte das Tier in Blaru gut 50 Kilometer von der Hauptstadt entfernt entdeckt und fotografiert. In großen Teilen Frankreichs gibt es inzwischen wieder Wölfe, ihre Zahl wird auf rund 600 geschätzt. Um die Region ÎLe-de-France, in deren Zentrum Paris liegt, hatten die Tiere aber noch einen Bogen gemacht.

Die Behörde rief die Bevölkerung zu Gelassenheit auf, wie «Le Parisien» berichtete. Bei Spaziergängen in der Natur brauche man sich nicht vor dem Wolf zu fürchten - die Gefahr, vom Nachbarshund gebissen zu werden, sei erheblich größer. Auch Hundebesitzer müssten kaum etwas fürchten: Einen freilaufenden Hund werde ein Wolf eher als Spielgefährten wahrnehmen denn als Konkurrenten. Konflikte seien aber nicht ganz ausgeschlossen.


Deutschland als Ziel: Österreichische Polizei nimmt 15 Schlepper fest

ST. PÖLTEN: Ein nun aufgedecktes Schleppernetzwerk hat nach Angaben der österreichischen Polizei mehr als 700 Menschen illegal ins Land gebracht. Die meisten davon hätten sich weiter auf den Weg nach Deutschland gemacht, wie ein Polizeisprecher im niederösterreichischen St. Pölten am Samstag berichtete. Innerhalb weniger Tage seien 15 mutmaßliche Schlepper festgenommen worden, die Menschen aus Syrien, dem Libanon und Ägypten transportiert hätten.

Laut den Ermittlern wurde die Schlepper-Operation zerschlagen, nachdem am 16. November ein Transport von 200 bis 300 Personen mit insgesamt 25 Fahrzeugen von der serbisch-ungarischen Grenze aufbrach. Die Route führte über die Slowakei und Tschechien bis nach Niederösterreich, wo vierzehn Fahrzeuge sichergestellt wurden. Die Fahrer waren in Moldawien, der Ukraine und Usbekistan mit Monatslöhnen von bis zu 3000 Euro angeworben worden.

Von den hunderten Migranten hätten rund ein Drittel in Österreich um Asyl angesucht, sagte Polizeisprecher Johann Baumschlager der Deutschen Presse-Agentur. Die aufgegriffen Menschen hätten angegeben, dass sie geplant hatten, selbst nach Deutschland zu gelangen. Die anderen zwei Drittel seien wohl dorthin gereist, sagte Baumschlager.

Dieses Jahr wurden schon mehr als 330 Menschen unter Schlepperverdacht in Österreich festgenommen.


Papst fordert vor Reise Solidarität mit Migranten

ROM: Papst Franziskus hat sich vor seiner Reise an die Menschen in Griechenland und Zypern gewandt und zu Solidarität mit Migranten aufgerufen. «Das sind unsere Schwestern und Brüder», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in einer am Samstag veröffentlichten Videobotschaft. «Unser Meer, das Mittelmeer, ist heute ein großer Friedhof.» Er denke an die Menschen, die in diesen Jahren und noch heute vor Krieg und Armut flöhen und an den Küsten des Kontinents und anderswo anlandeten, wo sie statt Gastfreundschaft Feindseligkeit erführen, erklärte der 84-Jährige weiter.

Der Argentinier will am 2. Dezember von Rom in Richtung Larnaka auf Zypern aufbrechen. Auf der geteilten Insel will er unter anderem Migranten treffen. Später ist ein Kurzbesuch bei Flüchtlingen auf der griechischen Insel Lesbos geplant - ein symbolischer Ort für die Migrationskrise. Er wolle dort hin, «in der Überzeugung, dass die Quellen des Zusammenlebens nur in der Geschwisterlichkeit und Integration wieder aufblühen», sagte Franziskus.


Mehr als 100 Festnahmen bei tagelangen Unruhen auf Salomonen

HONIARA: Bei mehrtägigen gewalttätigen Protesten auf den Salomon-Inseln im Südpazifik hat die Polizei mehr als 100 Menschen festgenommen. Sie würden verdächtigt, an Ausschreitungen und Plünderungen beteiligt gewesen zu sein, teilte die Polizei in der Nacht auf Samstag mit. Die Behörde rief dazu auf, die Plünderungen und das Anzünden von Gebäuden zu unterlassen. Andernfalls drohten weitere Festnahmen, hieß es. In der Hauptstadt Honiara hatten Demonstranten seit Mittwoch den Rücktritt von Premierminister Manasseh Sogavare gefordert, den dieser jedoch bislang ablehnte.

Bei Ausschreitungen seien seither zahlreiche Gebäude, darunter das Parlament und Häuser von Regierungsmitgliedern, angegriffen und teils niedergebrannt sowie Geschäfte geplündert worden, berichteten Medien. Am Freitag trafen aus Australien und Papua-Neuguinea entsandte Sicherheitskräfte ein, die die Polizei vor Ort unterstützen sollten. Die Regierung verhängte zudem bis auf Weiteres eine nächtliche Ausgangssperre in Honiara.

Der kleine Inselstaat hatte 2019 mit Taiwan gebrochen und diplomatische Beziehungen mit der Volksrepublik China aufgenommen. Die Entscheidung führte auch vor dem Hintergrund von Investitionen zu innenpolitischen Spannungen.

Im besonders stark betroffenen Stadtteil Chinatown seien drei Leichen in einem ausgebrannten Gebäude gefunden worden, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf einen Polizeisprecher. Die Behörde untersuche derzeit die Todesursache und die Identität der Opfer. Ob ein Zusammenhang mit den Ausschreitungen bestand, blieb zunächst unklar.


Zaev tritt als Chef der Sozialdemokraten zurück

SKOPJE: Nordmazedoniens Ministerpräsident Zoran Zaev ist als Vorsitzender der Sozialdemokraten (SDSM) zurückgetreten. Die Spitzengremien der Partei nahmen die Demission an, berichtete das Nachrichtenportal «plusinfo.mk» in der Nacht auf Samstag unter Berufung auf eine SDSM-Sprecherin. Am 12. Dezember soll ein Nachfolger gewählt werden. Dieser soll Zaev dann auch im Amt des Ministerpräsidenten nachfolgen.

Zaev hatte nach der Niederlage der SDSM bei den Kommunalwahlen Ende Oktober seinen Rücktritt als Ministerpräsident und Parteivorsitzender angekündigt. Als Nachfolger nannten Medien in Skopje für beide Ämter Finanzminister Dimitar Kovacevski. Ein Ministerpräsidentenwechsel erfordert die Zustimmung des Parlaments - eine Mehrheit dafür schien zuletzt fraglich.

Zaev war von Mai 2017 bis Januar 2020 und dann wieder seit August 2020 Regierungschef. Sein besonderer Verdienst war die Beilegung des Namensstreits mit dem benachbarten Griechenland. Die Beendigung dieses Konflikts war auch Voraussetzung für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der EU. Deren Beginn wird jedoch derzeit von Bulgarien blockiert.


Mehrere Haftbefehle nach Grubenunglück mit mehr als 50 Toten

KEMEROWO: Nach dem schweren Unglück mit mehr als 50 Toten in einem Kohlebergwerk in Russland haben die Justizbehörden mehrere Haftbefehle gegen die für die Sicherheit Verantwortlichen erwirkt. In Untersuchungshaft kamen am Samstag der Direktor des Kohleschachts «Listwjaschnaja» im Westen Sibiriens, sein Stellvertreter und der Chef des betroffenen Schachtabschnitts sowie zwei leitende Mitarbeiter der staatlichen Aufsichtsbehörde. Das teilten ein Gericht und die Staatsanwaltschaft in Kemerowo mit. Den Männern wird vorgeworfen, für Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften sowie für den Tod von Bergarbeitern und Rettungskräften verantwortlich zu sein.

In dem Bergwerk in dem Ort Belowo war es am Donnerstag zu einer Methangas-Explosion gekommen. Dabei starben 51 Menschen, darunter auch fünf Rettungskräfte, die sich auf die Suche nach den Bergarbeitern begeben hatten. Einsatzkräfte nahmen unterdessen die zeitweilig wegen Explosionsgefahr eingestellten Arbeiten zur Bergung der Toten wieder auf. Das teilte der Gouverneur von Kemerowo, Sergej Ziwiljow, am Samstag im Nachrichtenkanal Telegram mit. «Wir müssen alle herausholen», sagte er.

Es handelt sich um das schwerste Grubenunglück in Russland seit mehr als zehn Jahren. Mehr als 40 Menschen wurden verletzt. Sie werden in Krankenhäusern versorgt. Laut Zivilschutzministerium wurden 239 Arbeiter aus dem Schacht gerettet. Das Bergwerk liegt rund 3000 Kilometer östlich der Hauptstadt Moskau.

Nach Angaben von Ermittlern hatte sich in dem Schacht des berühmten Kusnezker Kohlebeckens (Kusbass) bereits seit Mitte Juni Methan in der Luft angesammelt. Dadurch sei ein explosives Gemisch entstanden, hieß es. Das leicht entzündliche Grubengas Methan wird durch die Arbeiten im Bergbau freigesetzt und sammelt sich bei schlechter Belüftung in den Schächten und Strecken unter Tage an. Die Arbeit in den russischen Kohlebergwerken, die auch Deutschland versorgen, gilt als lebensgefährlich.


Hunderte Iraker verlassen Belarus - Rückflüge von Minsk nach Erbil

MINSK: Nach wochenlangem Ausharren in Belarus an der Grenze zu Polen sind erneut Hunderte Migranten in ihre Heimat Irak zurückgekehrt. Eine Maschine vom Typ Boeing B747-400 der irakischen Fluggesellschaft Iraqi Airways mit Zielort Erbil hob am Samstag vom Flughafen Minsk ab. Eine weitere Maschine nach Erbil war für den Abend angekündigt, wie der Flughafen mitteilte.

Seit Wochen versuchen Tausende Migranten, von Belarus über die EU-Außengrenzen nach Polen oder in die baltischen Staaten zu gelangen. Die EU wirft dem autoritären belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko vor, gezielt Menschen aus Krisenregionen nach Minsk einfliegen zu lassen, um sie dann in die EU zu schleusen. Lukaschenko hatte nach Inkrafttreten immer neuer EU-Sanktionen gegen Belarus erklärt, dass er keine Migranten mehr aufhalte auf ihrem Weg in den Westen.

Die Rückführungen erfolgen nach Angaben der Betroffenen freiwillig, weil sie keinen Weg einer Aufnahme in der EU mehr sehen. Zuletzt gab es bereits mehrere solcher Flüge. In einer Notunterkunft in einem Logistikzentrum in Brusgi an der polnischen Grenze harren aber weiter viele Menschen aus, die vor allem nach Deutschland streben.


Polen verhindert erneut Grenzübertritte aus Belarus

WARSCHAU: Der Grenzschutz in Polen hat am Freitag mehr als 200 Versuche von Migranten registriert, von Belarus aus illegal die Grenze des EU-Mitgliedstaats zu überschreiten. Dies sei vereitelt worden, teilte die Behörde am Samstag bei Twitter mit. Sechs Ausländer aus Georgien und Russland seien festgenommen worden. An einem Abschnitt bei Bialowieza hätten die Beamten «eine Attacke auf die Grenze» durch eine Gruppe von rund 100 Personen abgewehrt.

Da Polen weder Journalisten noch Hilfsorganisationen in das Grenzgebiet lässt, können die Angaben nicht unabhängig überprüft werden. Ein Sprecher des Innenministers und Geheimdienstkoordinators Mariusz Kaminski begründete dies im Fernsehsender Polsat damit, dass die Lage in der Grenzregion unruhig und zeitweise auch gefährlich sei. Man bereite eine neue Regelung für die Anwesenheit von Medienvertretern vor.

Seit Wochen versuchen Tausende Migranten, von Belarus über die EU-Außengrenzen nach Polen oder in die baltischen Staaten zu gelangen. Die EU wirft dem autoritären belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko vor, gezielt Menschen aus Krisenregionen nach Minsk einfliegen zu lassen, um sie dann in die EU zu schleusen.


Sturm fegt über Großbritannien - Stromausfälle und Verkehrschaos

MANCHESTER: Sturm und Schneefall haben in Großbritannien in der Nacht zum Samstag zu Verkehrschaos und Stromausfällen in Tausenden Haushalten geführt. Auf einer Autobahn im Nordwesten von England steckten rund 120 Lastwagen mehrere Stunden lang im Schnee fest, wie die North West Motorway Police auf Twitter mitteilte.

Im Norden Englands war in mehreren Zehntausend Haushalten die Stromversorgung unterbrochen. Der Versorger Northern Powergrid sprach von 55.000 betroffenen Kunden, vor allem in den nördlichen Regionen Northumberland und County Durham. In Schottland waren mehrere Zugverbindungen unterbrochen. Das Unternehmen ScotRail rief seine Kunden auf, Reisen wenn möglich zu vermeiden.

Rettungsdienste berichteten von einer großen Zahl an Einsätzen, etwa wegen umgefallener Bäume oder beschädigter Dächer. Mindestens zwei Menschen kamen durch umgestürzte Bäume ums Leben.

Dem Wetterdienst Met Office zufolge erreichte der Sturm namens «Arwen» zeitweise fast 100 Meilen pro Stunde (fast 160 Stundenkilometer). Die höchste Warnstufe wurde mittlerweile aufgehoben, am Samstag bestanden aber weiterhin Wetterwarnungen.


Verletzte bei Brand in russischer Sprengstofffabrik

DSERSCHINSK: Bei einem Brand in einer russischen Sprengstofffabrik sind in der Stadt Dserschinsk mindestens zwei Menschen verletzt worden. In dem Werk rund 400 Kilometer östlich von Moskau kam es am Morgen aus zunächst unbekannter Ursache zu einem Brand und zu Verpuffungen, wie die Stadt im Gebiet Nischni Nowgorod mitteilte. In sozialen Netzwerken berichteten Bewohner, sie hätten Explosionen gehört.

In dem Werk wird Sprengstoff vor allem für militärische Zwecke hergestellt, aber auch für den industriellen Gebrauch. Es bestehe nach ersten Erkenntnissen keine Gefahr für die Menschen, teilte die Stadtverwaltung weiter mit. Der Brand auf einer Fläche von rund 900 Quadratmetern werde gelöscht.

Augenzeugen berichteten von einer schwarzen Rauchwolke über dem Werk und von mehreren Explosionen. Wegen Verstößen gegen elementare Sicherheitsvorschriften kommt es in russischen Fabriken immer wieder zu schweren Unglücken. Im August 2018 starben in dem nun betroffenen Werk bei einer Explosion in einer Halle für Minen sechs Menschen, fünf weitere wurden verletzt.


Skicrosser Wilmsmann bei Weltcup-Auftakt Fünfter - Maier Sechste

ZHANGJIAKOU: Der deutsche Skicrosser Florian Wilmsmann hat beim Weltcup-Auftakt in China den fünften Platz belegt. Der 25-Jährige vom TSV Hartpenning schied auf dem Kurs im Secret Garden, auf dem auch die Rennen der Olympischen Winterspiele im Februar ausgetragen werden, am Samstag im Halbfinale aus. Danach gewann er das kleine Finale um die Plätze fünf bis acht. Teamkollege Tobias Müller (SC Fischen) wurde Achter, Tim Hronek (SC Unterwössen) Elfter. Daniel Bohnacker (SC Gerhausen) und Niklas Bachsleitner (SC Partenkirchen) belegten die Ränge 19 und 29.

Bohnacker war in seinem Achtelfinal-Run gestürzt und mit Verdacht auf eine leichte Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht worden. Die Untersuchungen dort brachten laut einem Sprecher des Deutschen Skiverbandes (DSV) aber Entwarnung.

Bei den Damen wurde Daniela Maier (SC Urach) im ersten Weltcup-Rennen nach ihrem Kreuzbandriss Sechste. Sie knackte damit auf Anhieb die deutsche Norm für die Spiele in Peking - genau wie Wilmsmann und Müller. Die Siege beim Saisonstart gingen an den Russen Sergei Ridzik und die Schwedin Sandra Näslund.


Mann greift Bus im Kosovo an - drei Tote

DECANI: Ein maskierter Täter hat nahe der Stadt Decani im Westen des Kosovos am Freitagabend in einem Autobus den Fahrer und zwei Jugendliche erschossen. Ein dritter Schüler wurde verletzt, berichteten Medien im Kosovo in der Nacht zum Samstag. Die Polizei leitete eine Großfahndung nach dem flüchtigen Täter ein, teilte der kosovarische Landespolizeidirektor Samedin Mehmeti mit.

Bei den getöteten Jugendlichen handelte es sich um eine Schülerin und einen Schüler im Alter von 17 beziehungsweise 16 Jahren. Zum Zeitpunkt der Bluttat hatten sich nach Angaben von Zeugen etwas weniger als zehn Personen in dem Bus befunden, der zwischen den Städten Djakovo und Decani verkehrte. Der Täter griff in der Nähe des Dorfes Glodjane an. Die Polizei gehe derzeit nicht von einem terroristischen Hintergrund aus, hieß es.

Staatspräsidentin Vjosa Osmani und Ministerpräsident Albin Kurti erklärten, sie seien schockiert. Zugleich forderten sie Polizei und Justiz dazu auf, den Täter schnell zu fassen und vor Gericht zu stellen. Innenminister Xhelal Svecla brach wegen des Vorfalls einen Besuch im Nachbarland Albanien ab.


WTO verschiebt Ministerkonferenz wegen Corona-Einreisehürden

GENF: Wegen neuer Corona-Reisebeschränkungen wird die Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) nächste Woche in Genf nicht stattfinden. Das wichtige Treffen werde auf unbestimmte Zeit verschoben, gab die WTO in der Nacht zum Samstag bekannt. Zuvor hatten die Schweiz und andere europäische Länder die Einreise aus dem südlichen Afrika erschwert, um den Import der neu entdeckten Virusvariante B.1.1.529 (Omicron) zu verhindern.

Die Handelsminister hatten vorgehabt, ab Dienstag über mehrere drängende und umstrittene Themen zu verhandeln. Dazu gehören die Lockerung von Impfstoff-Patenten, die Beseitigung schädlicher Fischerei-Subventionen sowie Reformen in der WTO.

Das Treffen wurde nun schon zum zweiten Mal wegen der Pandemie verschoben. Es hätte ursprünglich im Juni 2020 stattfinden sollen. «Es ist besser, auf Nummer sicher zu gehen», sagte WTO-Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala. Die Genfer Konferenz war als hybride Veranstaltung geplant, doch viele Delegierte wollten trotzdem persönlich in Genf mitverhandeln. Sie wären durch die neuen Regeln benachteiligt worden, argumentierte Okonjo-Iweala.


Paris will den Spatz retten

PARIS: Die Stadt Paris macht sich für die Rettung des Spatzen stark, denn zunehmend verschwindet der kleine Vogel von Dächern, Grünflächen und Balkonen. Seit dem Jahr 2000 habe der Bestand um 70 Prozent abgenommen, teilte die französische Hauptstadt mit. Gemeinsam mit 153 anderen Vogelarten sei der Spatz nach dem jüngsten Naturatlas der Stadt dort sogar in seiner Existenz bedroht. In vier sogenannten «Spatzen-Vierteln» sollen die Lebensbedingungen für die Vögel nun gezielt verbessert werden, damit die Spatzenkolonien wieder wachsen. Anwohner und Ladenbesitzer sollen dabei unter Anleitung des Vogelschutzbundes tatkräftig mithelfen.

So werden Nistkästen und Samen verteilt und Pflanzen gepflanzt, die für Spatzen besonders geeignet sind. Mit Erkundungsspaziergängen sollen Bewohner und Geschäftsleute der «Spatzen-Viertel» geschult und sensibilisiert werden. Die Hoffnung sei, dass sich danach im gesamten Stadtgebiet «Spatzen-Viertel» etablieren. Mit einem Biodiversitätsplan, der bis 2024 reicht, kümmert Paris sich auch in anderen Bereichen um die Artenvielfalt.


Bus kracht gegen Haus - mindestens 21 Tote

JOQUICINGO: Bei einem Unfall eines Fernbusses in Mexiko sind mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen und 30 weitere Personen verletzt worden. Im kleinen Ort San José el Guarda, etwa 100 Kilometer südwestlich von Mexiko-Stadt, prallte der Bus am Freitag gegen ein Wohnhaus, wie die Regierung des Bundesstaates Mexiko mitteilte. Die Bremsen hatten demnach versagt.

Die Verletzten, unter denen auch Minderjährige waren, wurden in verschiedene Krankenhäuser gebracht - manche per Hubschrauber. Der Bus war den Angaben zufolge vom Nachbarbundesstaat Michoacán zur Kirche des Ortes Chalma unterwegs. Diese gehört mit ihrem Bild eines «schwarzen Christus» zu den beliebtesten katholischen Wallfahrtszielen des Landes. Bei den Passagieren des Busses handelte es sich offenbar um Pilger.

Mexikanische Medien berichteten, Busse und Lastwagen führen häufig durch San José el Guarda - das diene als Abkürzung zwischen zwei Abschnitten einer Autobahn. Weil dies gefährlich sei, forderten Anwohner, die Straße durch den Ort zu sperren, berichtete der Sender TV Azteca. Die Bewohner des betroffenen Hauses blieben demnach unverletzt.

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