Neues aus dem Ausland am Samstag

Neues aus dem Ausland am Samstag

Kroatien wählt neues Parlament

ZAGREB: Im Schatten der Corona-Pandemie wählen die Bürger Kroatiens am Sonntag ein neues Parlament. 3,8 Millionen Wahlberechtigte sind dazu aufgerufen, über die Verteilung der 140 Mandate zu entscheiden. In letzten Umfragen lagen die oppositionellen Sozialdemokraten (SDP) knapp vor der regierenden konservativen Kroatischen Demokratischen Gemeinschaft (HDZ). Keine der beiden Parteien dürfte aber auf eine absolute Mehrheit kommen. Es wird mit einer schwierigen Regierungsbildung gerechnet. Die Wahllokale öffnen um 07.00 Uhr MESZ und schließen um 19.00 Uhr.


Mehr als 30 Tote nach Blitzschlägen in Nordindien

NEU DELHI: Mindestens 32 Menschen sind nach Blitzeinschlägen während der Monsunzeit in Indien ums Leben gekommen. Seit Freitagabend starben 21 Menschen binnen 24 Stunden in acht Bezirken des nordöstlichen Bundesstaats Bihar, wie die Nachrichtenagentur ANI am Samstag unter Berufung auf die Katastrophenschutzbehörde berichtete. Die meisten seien vom Blitz getroffen worden, einige Todesfälle seien nach dem Umsturz von Strohhütten und Bäumen gemeldet worden. Elf weitere Menschen starben nach Behördenangaben bei ähnlichen Vorfällen im benachbarten Bundesstaat Uttar Pradesh.

Die Monsunzeit in Südasien dauert gewöhnlich bis September. Zwar ist der Regen für die Landwirtschaft wichtig - er richtet aber auch immer wieder großen Schaden an.


Taucher stirbt bei Hai-Angriff

CANBERRA: Ein australischer Taucher ist beim Speerfischen von einem Hai angegriffen und tödlich verletzt worden.

Wie die Polizei am Samstag mitteilte, war der 36-jährige Taucher gerade beim Fischen mit einem Speer vor der Küste der Insel Fraser im Osten des Kontinents unterwegs, als der Hai angriff. Ein Arzt und eine Krankenschwester hätten noch an der Küste sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen für den Mann ergriffen, bevor Sanitäter eintrafen. Doch sei er am Ende seinen schweren Verletzungen am Bein erlegen, hieß es. Es war der vierte tödliche Hai-Angriff in diesem Jahr in den Gewässern Australiens.


Tote bei schweren Unwettern

TOKIO: Bei den schweren Unwettern im Südwesten Japans sind mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Vier Menschen in der Provinz Kumamoto würden noch vermisst, berichtete der japanische Fernsehsender NHK am Sonntagmorgen (Ortszeit). Es wurden weitere Todesopfer befürchtet, nachdem mehrere Menschen in der Provinz Kumamoto mit «Herz- und Atemstillstand» diagnostiziert worden waren. Dies ist eine in Japan oft benutzte Formulierung, bevor der Tod von Menschen amtlich bestätigt wird.

Sintflutartige Regenfälle hatten in weiten Gebieten der Provinzen Kumamoto und Kagoshima auf Japans südwestlicher Hauptinsel Kyushu schwere Überflutungen und Erdrutsche ausgelöst. Unterdessen setzten die Einsatzkräfte ihre Rettungs- und Bergungsarbeiten fort. Sie wurden dabei von Soldaten unterstützt.


Proteste in den USA: Demonstranten verbrennen US-Fahnen in New York

NEW YORK: Bei Protesten gegen Rassismus am Nationalfeiertag der USA haben Demonstranten in New York mehrere US-Fahnen verbrannt. Eine Aktion fand in der Nähe des Trump Tower im Zentrum Manhattans statt. Auch in anderen Städten, darunter Chicago und Los Angeles, hielten Demonstranten am Samstag Kundgebungen zum «Independence Day» ab.

US-Präsident Donald Trump hatte am Vortag in South Dakota bei einer Rede zum Unabhängigkeitstag dem linken Flügel des politischen Spektrums vorgeworfen, in den Städten des Landes eine «Welle von Gewaltverbrechen» auslösen zu wollen. Er wollte hart gegen Angriffe auf «unsere großartige Freiheit» vorgehen, sagte Trump vor Anhängern vor der Kulisse des Nationaldenkmals von Mount Rushmore.

Der Nationalfeiertag der USA am 4. Juli, der auf die Unabhängigkeitserklärung 1776 zurückgeht, wird traditionell mit Paraden, Partys und Feuerwerk gefeiert. In diesem Jahr steht er unter dem Eindruck der Corona-Pandemie und landesweiten Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd.


Auto rast in Gruppe von Demonstranten in Seattle - zwei Verletzte

WASHINGTON: Ein Mann ist mit seinem Auto in einen wegen Protestaktionen gesperrten Autobahnabschnitt in der US-Großstadt Seattle gerast und hat zwei Frauen erfasst. Eine der Frauen sei mit lebensgefährlichen, die andere mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gekommen, erklärten Polizei und Feuerwehr in der Nacht auf Samstag auf Twitter. Der Fahrer des Wagens sei festgenommen worden. Sein Motiv war zunächst unklar, wie der Polizeibeamte Rick Johnson mitteilte. Auf einem von US-Medien verbreiteten Video ist zu sehen, dass sich mehrere Menschen auf der gesperrten Fahrbahn aufhielten, als das weiße Auto mit hoher Geschwindigkeit auf sie zuraste.

In vielen US-Städten gibt es derzeit Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt. Ausgelöst worden waren sie durch den Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz.


Kolumbianisches Militär tötet einflussreichen Rebellen-Kommandeur

BOGOTÁ: Eineinhalb Jahre nach einem schweren Bombenanschlag auf eine Polizeiakademie in Kolumbien haben die Streitkräfte einen der mutmaßlichen Drahtzieher getötet. Der Kommandeur von zwei Einheiten der linken Guerillaorganisation ELN sei bei einem Militäreinsatz im Department Norte de Santander im Osten des Landes ums Leben gekommen, sagte Präsident Iván Duque am Samstag. Der Guerillero mit den Kampfnamen «Dumar» und «Culebrito» sei in die Planung und Durchführung des Anschlags verwickelt gewesen. Zudem galt er als rechte Hand des ELN-Militärchefs Gustavo Aníbal Giraldo Quinchía alias «Pablito».

Erst vor weniger Tagen nahmen die Sicherheitskräfte acht Verdächtige fest, die ebenfalls in den Anschlag verwickelt sein sollen. Bei der Attacke auf die Polizeischule General Santander im Süden der Hauptstadt Bogotá waren im Januar vergangenen Jahres 22 Menschen ums Leben gekommen. Die Regierung brach die Friedensgespräche mit der ELN daraufhin ab. Die marxistisch-leninistische Nationale Befreiungsarmee (ELN) hat rund 1500 Kämpfer unter Waffen. Sie verübt vor allem im Osten Kolumbiens Anschläge und nimmt Geiseln.


Mindestens 43 Tote bei Kämpfen im Südsudan

JUBA: Bei Kämpfen zwischen Bevölkerungsgruppen im Konfliktland Südsudan sind nach Behördenangaben mindestens 43 Menschen getötet worden. Mitglieder der Gruppe der Murle hätten am Samstag ein Dorf im Bundesstaat Jonglei angegriffen, sagte ein hochrangiger Vertreter der örtlichen Behörde. Bei einem weiteren Angriff kamen demnach vier Menschen ums Leben. Zudem seien Dutzende Rinder gestohlen worden.

Derartige Zusammenstöße zwischen Bevölkerungsgruppen kommen in dem ostafrikanischen Krisenland immer wieder vor, oftmals geht es um Ressourcen wie Land und Vieh. Nach Jahrzehnten der Konflikte im Südsudan sind zudem etliche Menschen bewaffnet. Die UN warnten jüngst, dass derartige Kämpfe das Friedensabkommen zwischen den Bürgerkriegsparteien zunichtemachen könnten. Der 2013 ausgebrochene Bürgerkrieg wurde 2018 mit einem Abkommen formell beendet, die erst im Februar gebildete Übergangsregierung von Präsident Salva Kiir und Rebellenführer Riek Machar ist aber sehr fragil. Millionen Südsudanesen sind auf der Flucht und auf humanitäre Hilfe angewiesen.


Estlands mitregierende Rechtspopulisten unter neuer Führung

TALLINN: In Estland hat am Samstag die rechtspopulistische Regierungspartei EKRE Martin Helme zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Der 44 Jahre alte Finanzminister des baltischen EU- und Nato-Land wurde auf einen Parteikongress in Tallinn an die Spitze der Estnischen Konservativen Volkspartei (EKRE) gewählt. Er übernimmt die Partei von seinem Vater und Innenminister Mart Helme (70), der unter der Woche seinen Rückzug von dem Posten ankündigte und künftig als Vizeparteichef der EU- und zuwanderungskritischen Kraft fungiert.

Helme senior hatte EKRE 2012 gegründet und seitdem angeführt. Die Protestpartei gehört seit einem Rechtsruck bei der Parlamentswahl 2019 der Regierung Estlands an - und sorgt mit abfälligen Äußerungen und Provokationen seitdem regelmäßig für Aufsehen und Skandale.


Bislang keine Verhandlungen über Teilnahme bei G7-Gipfel

MOSKAU: Zu einer Teilnahme Russlands bei einem womöglich erweiterten G7-Gipfel im Herbst gibt es nach Angaben aus Moskau bislang keine konkreten Verhandlungen. «Wir haben keine Gespräche dieser Art geführt und führen diese auch nicht», sagte der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow am Samstag in Moskau. Zuvor hatte der US-Botschaft in Moskau, John Sullivan, in einem Interview betont, dass Washington bereits dazu im Kontakt mit dem russischem Außenministerium und anderen Regierungen stehe.

US-Präsident Donald Trump ist in diesem Jahr Gastgeber des Gipfels von sieben Industriestaaten, der eigentlich bereits für Juni geplant war. Er hatte vorgeschlagen, bei dem Ersatztermin im Herbst auch Russland und weitere Staaten einzuladen. Russland wurde 2014 nach der Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim aus der Gruppe ausgeschlossen. Die USA und die EU erließen zudem Sanktionen, die bis heute in Kraft sind.

Das Format der G7 sei sowieso veraltet, sagte der Diplomat Rjabkow der Agentur Tass. Es gebe vielversprechendere und attraktivere Runden. In jedem Fall müsse auch China mit am Verhandlungstisch sitzen. «Ohne China ist es unmöglich, irgendeine Frage in der modernen Welt zu diskutieren.»


Auch Cleveland Indians denken über Vereinsnamen nach

CLEVELAND: Ein zweites Team aus einer großen amerikanischen Sport-Liga erwägt im Zuge der Rassismus-Debatte möglicherweise eine Änderung seines Vereinsnamens. Die Cleveland Indians aus der Baseball-Liga MLB erklärten wie zuvor schon das Football-Team der Washington Redskins, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Indians tragen ihren Namen seit 1915.

In einer Mitteilung vom Freitag (Ortszeit) heißt es, man wolle das Umfeld und die entsprechenden Beteiligten dazu ermutigen, beim Teamnamen den besten Weg nach vorn zu finden. Der Name sei einer der sichtbarsten Wege, auf dem man mit der eigenen Gemeinschaft verbunden sei. Es habe fortlaufende Diskussionen gegeben, die jüngsten sozialen Unruhen hätten nur die Notwendigkeit unterstrichen, sich als Organisation für Themen der sozialen Gerechtigkeit zu verbessern.

Im Zuge der Debatte und der Proteste nach dem Tod des schwarzen US-Bürgers George Floyd in Folge eines Polizeieinsatzes wächst dort auch im Profisport der Druck, Veränderungen herbeizuführen. Die Redskins (auf Deutsch etwa: Rothäute) kündigten am Freitag eine «gründliche» Überprüfung ihres Namens an. Hauptsponsor FedEx hatte vom Club Medienberichten zufolge zuvor eine Namensänderung verlangt. Vertreter amerikanischer Ureinwohner drängen seit langem darauf.


Kramp-Karrenbauer kündigt neuen Freiwilligendienst in Bundeswehr an

BERLIN: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat einen neuen Freiwilligendienst in der Bundeswehr angekündigt. Ab 2021 solle unter dem Titel «Dein Jahr für Deutschland» ein neuer Dienst eingeführt werden, sagte Kramp-Karrenbauer am Samstag in Berlin im Rahmen einer virtuellen CDU-Veranstaltung. Jugendliche, die sich für den Dienst entscheiden, sollen in ihrer jeweiligen Heimat eine sechsmonatige militärische Grundausbildung erhalten und anschließend für sechs Monate heimatnah zu Reservediensten herangezogen werden. 2021 sollten die ersten Freiwilligen einrücken.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, das Konzept solle Ende Juli vorgestellt werden, dann solle auch eine Werbekampagne beginnen. Zuletzt habe gerade die Corona-Pandemie gezeigt, wie wichtig die Hilfe der Bundeswehr und ihrer Reservisten in ganz Deutschland sei. Durch den neuen Dienst wolle die Bundeswehr gleichzeitig ihre Fähigkeiten zur Landes- und Bündnisverteidigung stärken.

Kramp-Karrenbauer erneuerte am Samstag außerdem die Forderung nach einem generellen «Deutschlandjahr» für junge Menschen. Sie ging aber nicht auf Äußerungen der neuen Wehrbeauftragten Eva Högl (SPD) ein, die zuvor eine Debatte über eine Wiedereinführung der Wehrpflicht angestoßen hatte. «Ich halte es für einen Riesenfehler, dass die Wehrpflicht ausgesetzt wurde», sagte Högl den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. «Wir müssen diese Entscheidung sehr kritisch analysieren.»


Lebenslange Haft für IS-Anhängerin wegen Terrorplans in London

LONDON: Wegen eines geplanten Anschlags auf die Londoner St.-Pauls-Kathedrale hat ein Gericht in der britischen Hauptstadt eine Anhängerin der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Die heute 37-Jährige könne frühestens nach 14 Jahren aus dem Gefängnis entlassen werden, teilte das Gericht am Freitag mit.

Laut Gerichtsdokumenten war die Verurteilte 2007 zum Islam konvertiert und hatte später extremistische Ansichten entwickelt. Im Oktober war sie festgenommen worden, nachdem sie zuvor mit verdeckten Polizeibeamten Anschlagspläne besprochen hatte. Einer Undercover-Beamtin hatte sie demnach zwei Taschen gegeben, in dem Glauben, dass sie diese mit Sprengstoff bestückt zurückbekommen würde. In der St.-Pauls-Kathedrale, eine der größten Kirchen der Welt, wollte sie damit an Ostern einen Selbstmordanschlag verüben.

Nach Angaben des Senders BBC begann sie, den Islam zu praktizieren, «nachdem sie die Freundlichkeit einer benachbarten muslimischen Familie beeindruckt hatte». Wegen schwieriger familiärer Verhältnisse, bei denen Drogen- und Alkoholmissbrauch eine Rolle spielten, sei sie teilweise in Heimen aufgewachsen, berichtete der Sender weiter. Die Frau sei selbst früher drogenabhängig gewesen.


Iran will Ursache des Zwischenfalls in Natans vorerst geheim halten

TEHERAN: Der Iran will die Ursache des Zwischenfalls in der Atomanlage Natans vorerst geheim halten. «Die Ursache wurde nach gründlichen Untersuchungen festgestellt, aber aus sicherheitstechnischen Erwägungen werden die Ergebnisse erst zu gegebener Zeit bekanntgegeben», sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats am Freitag. Die Schäden seien jedoch begrenzt, da sich in dem abgebrannten Industrieschuppen kein nukleares Material befand, so Sprecher Kejvan Chosrawi laut Nachrichtenagentur Isna.

Nach Angaben der iranischen Atomorganisation (AEOI) und des Gouverneurs der Stadt Natans war am Donnerstag in einem Industrieschuppen außerhalb der Atomanlage Feuer ausgebrochen. Der Brand habe zwar Schäden angerichtet, hatte jedoch keine Auswirkungen auf die Arbeit in der Atomanlage selbst.

In der Atomanlage Natans in Zentraliran werden sowohl Uran angereichert als auch neue Zentrifugen getestet. Daher gab es diverse Spekulationen darüber, was am Donnerstag wirklich in der Anlage vorgefallen war. Nach Einschätzung von Beobachtern wurde die Anlage entweder Ziel einer Cyberattacke, oder bei den Tests der neuen Zentrifugen war es zu einer Explosion gekommen.


Sicherheitsgesetz: Kanada beendet Auslieferungsabkommen mit Hongkong

OTTAWA: Die kanadische Regierung hat wegen der restriktiven Sicherheitsgesetzes Chinas für Hongkong das Auslieferungsabkommen mit der eigentlich autonomen Metropole beendet. Das Sicherheitsgesetz stelle eine Verletzung internationaler Verpflichtungen dar und sei in einem «geheimen Prozess» und ohne Einbeziehung Hongkongs beschlossen worden, kritisierte der kanadische Außenminister Francois-Philippe Champagne am Freitag in einer Mitteilung.

Als weitere Konsequenz stoppte Kanada mit sofortiger Wirkung Exporte von Rüstungsgütern nach Hongkong. Angesichts des vergleichsweise geringen Werts von exportierten Rüstungsgütern und Technologien, der sich 2018 auf umgerechnet rund 13.500 Euro belief, dürfte dies vor allem symbolischen Wert haben. Die USA hatten bereits am Montag angekündigt, Exporte von Rüstungsgütern nach Hongkong künftig den gleichen Beschränkungen zu unterziehen wie denen nach China.

Trotz weltweiter Kritik hatte China das kontroverse Gesetz zum Schutz der nationalen Sicherheit in Hongkong am Dienstag erlassen. Es ist der bisher weitestgehende Eingriff in die Autonomie der chinesischen Sonderverwaltungsregion. Kritiker befürchten ein Ende des Grundsatzes «ein Land, zwei Systeme», nach dem die frühere britische Kronkolonie seit der Rückgabe 1997 unter chinesischer Souveränität regiert wird. Mit dem Gesetz umging Peking das Hongkonger Parlament.


Nach Protesten in Äthiopien: UN-Generalsekretär ruft zu Ruhe auf

NEW YORK/ADDIS ABEBA: Nach blutigen Protesten in Äthiopien hat UN-Generalsekretär António Guterres zur Ruhe aufgerufen. Er ermahnte alle Beteiligten, die Spannungen in dem Land nicht zu schüren, wie sein Sprecher Stephane Dujarric am Donnerstagabend (Ortszeit) sagte. Auch begrüßte Guterres demnach die Verpflichtung der äthiopischen Regierung, die Verantwortlichen für den Tod des prominenten Sängers und Aktivisten Hachalu Hundessa zur Rechenschaft zu ziehen. Die äthiopischen Staatsmedien berichteten am Abend von insgesamt 200 Festnahmen im Zusammenhang mit den Unruhen. Demnach ging die Regierung von einem koordinierten Versuch aus, Unruhe zu schüren.

Hachalu, der für seine politischen Lieder bekannt ist und von vielen Oromo als Verfechter der Bevölkerungsgruppe angesehen wird, wurde am Montag getötet. Daraufhin gab es blutige Protesten in der Hauptstadt Addis Abeba und der Oromia-Region. Nach Angaben der Behörden starben mehr als 90 Menschen. Bei Hachalus Beerdigung am Donnerstag in Oromia wurden zudem zwei Menschen getötet, wie die regierungsparteinahe Nachrichtenseite Walta Info berichtete. Obwohl das Internet auch am Freitag weiter abgeschaltet war, kehrte das öffentliche Leben in der Hauptstadt Addis Abeba weitgehend wieder zurück zur Normalität.

Die Oromo - die größte ethnische Gruppe in Äthiopien - fühlen sich seit Jahren marginalisiert. Andauernde Proteste führten 2018 zum Rücktritt des Regierungschefs und Amtsantritt von Abiy Ahmed. Der Friedensnobelpreisträger gilt als Reformer und viele hofften, dass er auch die ethnischen Konflikte in dem Vielvölkerstaat befrieden kann. Allerdings sind diese während seiner Amtszeit angestiegen.


Mexikos Präsident droht Kartellen: «Nicht ein Schritt zurück»

MEXIKO-STADT: Angesichts einer Welle der Gewalt in Mexiko hat Präsident Andrés Manuel López Obrador die mächtigen Verbrechersyndikate des lateinamerikanischen Landes gewarnt. «Wir werden nicht einen Schritt zurückweichen», sagte der Staatschef am Freitag. Im Gegensatz zu den Vorgängerregierungen werde er keine Absprachen mit den Drogenkartellen treffen, um sich Ruhe zu erkaufen. «Wir paktieren nicht mit dem Verbrechen», sagte der Linkspopulist. «Nicht mit dem gemeinen Verbrechen, nicht mit dem organisierten Verbrechen und nicht mit dem Wirtschaftsverbrechen.»

Damit verschärfte López Obrador seine Rhetorik. Zuvor hatte er oft davon gesprochen, Verbrecher mit «Umarmungen statt Schüssen» zur Abkehr von der Kriminalität bewegen zu wollen. In den vergangenen Wochen wurde das Land von einer Reihe schwerer Gewalttaten erschüttert. Im Bundesstaat Guanajuato wurden fünf Polizisten getötet, wie die Behörden am Freitag mitteilten. Am Mittwoch erschossen Angreifer 27 Menschen in einer Entzugsklinik in der Stadt Irapuato. Zuvor wurde der Polizeichef von Mexiko-Stadt bei einem Attentat verletzt und ein Richter im Bundesstaat Colima getötet.

Zahlreiche Gewalttaten dürften auf das Konto der Verbrechersyndikate Cártel Jalisco Nueva Generación und Santa Rosa de Lima gehen, die im Zentrum des Landes um die Kontrolle ringen. Die Gewalt in Mexiko nimmt seit Jahren zu. Im vergangenen Jahr wurden fast 100 Mordopfer pro Tag registriert. Zudem gelten mehr als 60.000 Menschen als verschwunden. Die meisten Verbrechen werden nie aufgeklärt.


Nach Beratertreffen: Planungen für Ukraine-Gipfel ziehen sich hin

KIEW/MOSKAU: Die Planungen für einen neuen Ukraine-Gipfel ziehen sich auch nach einem Arbeitstreffen auf Beraterebene in Berlin weiter hin. Der ukrainische Chefunterhändler Andrej Jermak betonte, dass das mehr als zehn Stunden dauernde Treffen den Gipfel einen Schritt näher gebracht habe. Die Ukraine sei in ihrer Position von den vermittelnden Vertretern Deutschlands und Frankreichs unterstützt worden, teilte das Präsidentenbüro in Kiew am Samstag mit. Aus Moskauer Sicht habe es aber keinen Durchbruch gegeben, sagte der russische Vertreter Dmitri Kosak.

Deutschland und Frankreich vermitteln zwischen der Ukraine und Russland, das die Separatisten im Bergbaurevier Donbass im Osten unterstützt. Nach UN-Schätzungen sind seit Beginn der Kämpfe 2014 mehr als 13.000 Menschen getötet worden. Beim letzten Gipfel Ende 2019 trafen sich Kremlchef Wladimir Putin und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Paris zum ersten Mal persönlich.

Der russische Chefunterhändler Kosak betonte der Agentur Tass zufolge, dass es in grundsätzlichen Fragen zu einem Sonderstatus für die seit 2014 abtrünnige Region noch immer keine Fortschritte gebe. Das sieht ein 2015 ausgehandelter Friedensplan vor. Deshalb sei es für einen Gipfel noch zu früh. Man habe aber versucht, einen Termin auszuloten.


Achtjähriger Junge in Einkaufszentrum erschossen

WASHINGTON: Im US-Staat Alabama ist am Freitag ein achtjähriger Junge in einem Einkaufszentrum erschossen worden. Drei weitere Menschen, darunter ein minderjähriges Mädchen, seien mit Verletzungen in Krankenhäuser gebracht worden, teilte die Polizei in Hoover am Freitagabend (Ortszeit) mit. Polizei-Chef Nicholas Derzis sprach von einem «tragischen Vorfall».

In der Shopping-Mall seien am Nachmittag aus noch unbekannten Gründen mehrere Schüsse gefallen, hieß es. Zu dem Motiv oder den möglichen Tätern machte die Polizei zunächst keine Angaben. Die Ermittlungen würden andauern.

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