Neues aus dem Ausland am Samstag

Neues aus dem Ausland am Samstag

Erstes digitales Smiley wird in den USA versteigert

DALLAS: Das erste digitale Smiley wird in den USA versteigert. Bis zum 23. September werde das Emoji online versteigert, teilte das Auktionshaus Heritage Auctions im texanischen Dallas mit. Die Zeichenkombination «:-)» hatte der Computerwissenschaftler Scott Fahlman von der Universität Pittsburgh am 19. September 1982 erstmals für die Benutzung in diesem Kontext vorgeschlagen - er gilt nun vielen als Urvater des digitalen Smileys. Das Anfangsgebot für das sogenannte NFT, das die Original-Mitteilung von Fahlman auf einem Online-Universitäts-Mitteilungsbord enthält, liegt laut Heritage Auctions bei 1000 Dollar (etwa 850 Euro). Ein NFT (non-fungible token) ist eine Art digitales Echtheitszertifikat: Es kann zwar beliebig viele identische Kopien des Gegenstands geben, aber nur diese eine kann als das Original gelten.


49 Millionen Euro aus dem Eurojackpot gehen nach Bayern

BERLIN: Der Eurojackpot wurde geknackt: Eine Spielerin oder ein Spieler aus Bayern hat rund 49 Millionen Euro gewonnen. Mit den Gewinnzahlen 2, 14, 18, 23 und 42 und den Eurozahlen 5 und 10 erzielte sie oder er bei der Ziehung am Freitag 49.327 084,70 Euro, wie Westlotto mitteilte. Zwei einstellige Millionengewinne gingen in den Südwesten und Norden: Tipper in Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein kamen auf jeweils 1.170 614,70 Euro. Die Chance, beim Eurojackpot die höchste Klasse zu knacken, liegt bei rund 1 zu 95 Millionen.


Vor sieben Wochen verschwundene Würgeschlange im Keller gefunden

HALDENSLEBEN: Ein vor gut sieben Wochen in Sachsen-Anhalt ausgebüxter Netzpython ist in einem Keller gefunden worden. Eine Bewohnerin habe die Schlange in Haldensleben entdeckt, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Samstag. Das Tier sei in einer sehr schlechten Verfassung gewesen. Nun werde es in einer Schlangenfarm im Landkreis Harz wieder aufgepäppelt. Die Schlange wurde den Angaben zufolge in dem Keller des Nachbarhauses gefunden, der mit dem des Gebäudes, aus dem das Tier am 24. Juli verschwunden war, verbunden ist.


Zehntausende verfolgen Kieler Windjammerparade

KIEL: Mit der traditionellen Windjammerparade hat die Kieler Woche am Samstag ihren maritimen Höhepunkt erlebt. Rund 30.000 Menschen verfolgten das rege Geschehen auf dem Wasser entlang der Förde, wie Stadtsprecherin Kerstin Graupner sagte. Damit habe es sich wie im Vorjahr um die mit Abstand größte Veranstaltung der Regattawoche gehandelt. Angeführt von der 65 Meter langen «Alexander von Humboldt II» reihten sich 120 Traditionsschiffe wie die «Swaensborgh», die «Thor Heyerdahl», «Mare Frisium», «Albert Johannes» und die «Abel Tasman» auf der Kieler Förde. Wie im vergangenen Jahr durften bei der Parade neben Traditionsseglern private Boote aller Art dabei sein.


Premiere nach Liebes-Comeback: Großer Auftritt von Lopez und Affleck

VENEDIG: Auf diese Bilder des Hollywood-Traumpaares haben viele gewartet: Musikerin Jennifer Lopez und Oscarpreisträger Ben Affleck sind gemeinsam und sichtbar verliebt über den roten Teppich beim Filmfest Venedig gelaufen. Seit einiger Zeit war zwar bekannt, dass die 52-Jährige und der 49-Jährige nach längerer Trennung wieder ein Paar sind. Bislang aber gab es nur wenig offizielle Fotos der beiden zusammen. Am Freitagabend wurde der rote Teppich auf der venezianischen Insel Lido ihr erster großer gemeinsamer Auftritt nach dem Liebes-Comeback: Zur Freude von Fotografen und Fans kamen J.Lo und Affleck zur Premiere des Historienspektakels «The Last Duel».


Polnische Gesundheitsbedienstete protestieren in Warschau

WARSCHAU: Ärzte, Krankenschwestern und andere Mitarbeiter des Gesundheitswesens aus ganz Polen haben am Samstag in Warschau gegen niedrige Gehälter und schlechte Arbeitsbedingungen protestiert. Schon von Mittag an waren im TV-Nachrichtensender Menschenmassen auf den Straßen des Stadtzentrums und vor Regierungsgebäuden zu sehen, die auf Transparenten und in Ansprachen vor einem finanziellen Kollaps des polnischen Gesundheitssystems warnten. Viele nahmen in weißer Medizinerkleidung teil. Auf Plakaten forderten sie rasche Rettungsmaßnahmen für das Gesundheitswesen oder informierten über Daten wie «In Polen kommen 24 Ärzte auf 10.000 Einwohner».

Am Abend errichtete ein Teil der Demonstranten in der Nähe des Amtssitzes von Ministerpräsident Mateusz Morawiecki ein Zeltlager mit der Bezeichnung «Weiße Stadt». Dort werde man übernachten und so viele Tage ausharren, bis die wichtigsten Forderungen erfüllt seien, erklärten sie. Gesundheitsminister Adam Niedzielski kündigte für Dienstag Gespräche mit Vertretern des «Protest- und Streikkomitees» an, an denen auch der Regierungschef teilnehmen werde.


Erdgaskonflikt im Mittelmeer: Griechenland rüstet weiter auf

ATHEN: Griechenland will wegen der Spannungen mit der Türkei im östlichen Mittelmeer sechs weitere Rafale-Kampfbomber kaufen. Athen hat bereits 18 dieser Mehrzwecksjets bestellt. «Bald werden sie 24 sein», sagte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis in einer Rede in der Hafenstadt Thessaloniki, die vom griechischen Fernsehen übertragen wurde. Die beiden Nato-Staaten standen vergangenes Jahr kurz vor einer militärischen Auseinandersetzung im östlichen Mittelmeer, wo reiche Erdgasvorkommen vermutet werden.

Athen verhandelt nach Informationen der griechischen Presse zudem über den Kauf von vier neuen Fregatten. Griechenland betont immer wieder, es sei bereit, die Differenzen im Zusammenhang mit dem Erdgaskonflikt mit der Türkei friedlich zu lösen. Wolle die Türkei dies ebenfalls und komme es dennoch zu keiner Einigung, könne man das strittige Thema der Ausschließlichen Wirtschaftszonen (AWZ) vor den Internationalen Gerichtshof bringen.


Impfverweigerer randalieren in Thessaloniki am Rande einer Messe

ATHEN: Hunderte Gegner von Corona-Schutzimpfungen haben am Samstagabend vor dem Eingang des Messegeländes der Hafenstadt Thessaloniki Steine und andere Gegenstände auf die Polizei geschleudert. Die Sicherheitskräfte setzen Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Randalierer auseinander zu treiben, wie das Staatsfernsehen zeigte. Unter den Randaliereren waren nach Berichten von Reportern zahlreiche religiöse Eiferer, die Ikonen trugen sowie nationalistisch und rechtsextremistisch orientierte Menschen.

Zum Zeitpunkt der Ausschreitungen hielt der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis eine Rede in einer Halle des Geländes dieser größten griechischen Handelsmesse über die Wirtschafts-und Finanzpolitik der nächsten Monate in Griechenland. Die Rede wurde nicht gestört.


Krawalle am Jahrestag des Militärputsches

SANTIAGO DE CHILE: Am Jahrestag des Militärputsches in Chile ist es am Rande einer größtenteils friedlichen Demonstration zu Ausschreitungen gekommen. Demonstranten warfen Feuerwerkskörper auf die Polizei und plünderten mehrere Geschäfte in der Hauptstadt Santiago de Chile, wie der Radiosender Cooperativa am Samstag berichtete. Die Beamten feuerten Tränengas in die Menge und setzten Wasserwerfer ein.

Am 11. September 1973 hatte General Augusto Pinochet gegen die demokratisch gewählte sozialistische Regierung von Präsident Salvador Allende geputscht. Während seiner Diktatur bis 1990 folterten und töteten die Militärs zahlreiche politische Gegner. Kritiker bemängeln, dass zahlreiche Täter nie zur Rechenschaft gezogen wurden. Derzeit arbeitet eine Verfassungsgebende Versammlung an einem neuen Grundgesetz, das die aktuelle Verfassung aus der Zeit der Militärdiktatur ersetzen soll.

«Es ist schmerzhaft, dass viele Täter davongekommen sind, dass sie öffentliche Ämter bekleideten, Teil der Regierung waren», sagte die Sprecherin der Opferfamilien, Alicia Lira, am Samstag. Jaime Fuentes, Vertreter der Familien der politischen Häftlinge, sagte: «Wir müssen dafür kämpfen, dass die Menschenrechte ein Pfeiler der neuen Verfassung werden und von allen Amtsträgern respektiert werden, unabhängig von der politischen Richtung.»


Bulgariens Staatschef Radew kündigt Neuwahl am 14. November an

PLEWEN: Die Bürger Bulgariens sollen am 14. November zum dritten Mal in diesem Jahr ein Parlament wählen. Der bulgarische Staatspräsident Rumen Radew verkündete am Samstag den Termin für die Neuwahl, nachdem keine der beiden Wahlen 2021 eine regierungsfähige Mehrheit ergeben hatte. «Ich werde das Parlament so schnell wie möglich auflösen und eine doppelte Wahl ausschreiben», sagte Radew nach Angaben der Nachrichtenagentur BTA in der Stadt Plewen. Das Parlament hatte bereits zu Monatsbeginn die nächste turnusmäßige Präsidentenwahl für den 14. November angesetzt.

In der bulgarischen Innenpolitik herrscht eine Pattsituation. Die bürgerliche GERB von Ex-Ministerpräsident Boiko Borissow, die Sozialisten (Ex-Kommunisten) sowie drei populistische Parteien sahen sich jeweils außer Stande, Partner für eine tragfähige Koalition zu finden. Seit Mai regiert in Sofia ein Übergangskabinett, das Radew eingesetzt hatte.

Der 58 Jahre alte frühere Kampfjetpilot und Luftwaffenchef war 2016 als Kandidat der Sozialisten ins höchste Staatsamt gewählt worden. Sein Mandat endet im Januar 2022. Radew gilt als russlandfreundlich und will sich für eine zweite Amtszeit bewerben.


IAEA-Chef Grossi reist zu Atomgesprächen nach Teheran

WIEN/TEHERAN: Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) unternimmt einen neuen Versuch, Bewegung in den festgefahrenen Atomstreit mit dem Iran zu bringen. IAEA-Chef Rafael Grossi traf am Samstagabend in Teheran ein, um sich am Sonntag mit Irans neuem Atomchef Mohammad Eslami und voraussichtlich auch mit Außenminister Hussein Amirabdollahian zu treffen. Es ist der erste Teheran-Besuch des IAEA-Chefs seit dem Amtsantritt von Präsident Ebrahim Raisi im vergangenen Monat. Grossi will sich nach seiner Rückkehr am Sonntagabend in Wien zu den Ergebnissen äußern.

Hintergrund ist der Streit um das Atomprogramm des Irans. Aus dem jüngsten Bericht der IAEA, den die Aufsichtsbehörde vor wenigen Tagen vorgelegt hatte, ging hervor, dass Teheran die Menge an hoch angereichertem Uran noch einmal aufgestockt hat. Damit verstößt der Iran weiterhin ganz deutlich gegen Auflagen des Wiener Atomabkommens von 2015, das ihn am Bau einer Atombombe hindern sollte. Teheran behauptet seit jeher, dass sein Atomprogramm nur zivilen Zwecken diene.

Der Iran hatte zuletzt allerdings seinen Willen bekräftigt, die Verhandlungen zur Wiederbelebung der Vereinbarung in Wien fortsetzen zu wollen. Ein Termin dafür wurde nicht genannt. Die seit April laufenden Verhandlungen über die Rettung des Atomabkommens wurden nach dem Regierungswechsel im Iran unterbrochen. Die verbliebenen Partner der Vereinbarung - China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland - bemühen sich um die Rückkehr der USA zu dem Deal. Gleichzeitig soll auch der Iran seine Auflagen wieder einhalten.


Russland wirft USA Einmischung in bevorstehende Parlamentswahl vor

MOSKAU: Russland hat den USA eine Einmischung in die russische Parlamentswahl in rund einer Woche vorgeworfen. Die App «Smarte Abstimmung» des inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny etwa sei «auf die ein oder andere Art mit dem Pentagon verbunden», sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Samstag im Staatssender Radio Rossii.

Über die «smarte Abstimmung» rufen Nawalnys Unterstützer die Russen bei der Wahl vom 17. bis zum 19. September zur Protestabstimmung gegen die Kremlpartei Geeintes Russland auf. Die dazugehörige Homepage ist seit einigen Tagen in Russland blockiert. Die Behörden haben zudem den Internet-Suchmaschinen Google und Yandex untersagt, den Begriff «Smarte Abstimmung» in Suchergebnissen anzuzeigen.

Die Politologin Tatjana Stanowaja wertete Sacharowas Aussagen als Versuch, die «smarte Abstimmung» zu einem Thema nationaler Sicherheit zu machen. So könnten die russischen Behörden längerfristig weitreichender gegen die Protestwahl-Aufrufe von Nawalnys Team vorgehen, schrieb Stanowaja auf Telegram.

Sacharowa verwies außerdem auf ein Gespräch zwischen Russlands Vize-Außenminister Sergej Rjabkow und dem US-Botschafter in Moskau, John Sullivan, am Freitag. Sullivan sei erklärt worden, dass die russische Seite «unwiderlegbare Beweise» für Gesetzesverstöße durch US-amerikanische Internetriesen im Zusammenhang mit der bevorstehenden Dumawahl habe, hieß es in einer Mitteilung. Von US-Seite gab es zunächst keine Reaktion auf die Vorwürfe.


Tausende demonstrieren in Sarajevo wegen unaufgeklärter Verbrechen

SARAJEVO: Tausende Bürger haben am Samstag in Bosnien-Herzegowinas Hauptstadt Sarajevo wegen unaufgeklärter Gewaltverbrechen an jungen Menschen demonstriert. Sie forderten «Gerechtigkeit für Dzenan und David», berichtete das Nachrichtenportal «klix.ba». Die Fälle von Dzenan Memic aus Sarajevo und David Dragicevic aus Banja Luka stellen die prominentesten mutmaßlichen Morde dar, die nach Ansicht der Angehörigen wegen Behördenkorruption nicht aufgeklärt oder sogar von der Polizei selbst begangen worden sein sollen.

Dzenan Memic (21) wurde 2016 in Sarajevo unter bis heute nicht geklärten Umständen getötet. Erst in diesem Jahr verhafteten die Behörden mutmaßliche Täter. Zuvor sollte sein gewaltsamer Tod mit Hilfe korrupter Polizisten als Verkehrsunfall kaschiert werden. David Dragicevic (21) starb 2018 den Angehörigen zufolge nach seiner Festnahme unmittelbar in Polizeigewahrsam. Seine Leiche wurde später in einem Flussbett gefunden.

Im Fall Dragicevic blockierten Polizei und Staatsanwaltschaft in Banja Luka, der Hauptstadt des serbischen Landesteils in Bosnien, substanzielle Ermittlungen. Erst vor wenigen Monaten zog die zentrale Staatsanwaltschaft in Sarajevo den Fall an sich.

An der Demonstration in der bosnischen Hauptstadt nahmen am Samstag auch zahlreiche Menschen aus Banja Luka teil. Nach 2018 hatte die bosnisch-serbische Polizei immer wieder große Proteste wegen David brutal niedergeschlagen. Bei den Lokalwahlen vor knapp einem Jahr wurde ein Aktivist der Gerechtigkeit-für-David-Bewegung, Drasko Stanivukovic, überraschend zum Bürgermeister von Banja Luka gewählt. Seitdem steht im Zentrum der Stadt ein Mahnmal für David.


Ex-Präsident Bush: 11. September war ein Tag gemischter Gefühle

SHANKSVILLE: Ex-Präsident George W. Bush hat den Tag der Anschläge vom 11. September als einen Tag extrem gemischter Gefühle beschrieben. Es habe Entsetzen geherrscht «angesichts des Ausmaßes der Zerstörung» und «der Kühnheit des Bösen», gleichzeitig habe es wegen des Heldenmutes der Einsatzkräfte, des Militärs und der plötzlichen Solidarität und gegenseitigen Hilfe unter Amerikanern «Dankbarkeit» und «Ehrfurcht» gegeben, sagte Bush am Samstag bei einer Gedenkveranstaltung. «Wir waren stolz auf unser verwundetes Land», sagte Bush, der zum Zeitpunkt der Anschläge Präsident war.

Bei der Veranstaltung in Shanksville im Bundesstaat Pennsylvania dankte Bush ausdrücklich allen, die seit den Anschlägen im Dienst des US-Militärs gegen den Terrorismus und für den Schutz des Landes gekämpft hätten. «Sie haben ihre Mitbürger vor Gefahren geschützt», sagte Bush. «Sie sind für diese Welt eine Kraft des Guten gewesen.»


Le Pen gibt Vorsitz des Rassemblement National vorläufig auf

FRÉJUS: Die rechtspopulistische französische Partei Rassemblement National bekommt an diesem Sonntag vorübergehend eine neue Führung. Parteichefin Marine Le Pen will ihr Amt bei einem Treffen im südfranzösischen Fréjus interimsweise an den bisherigen Vize-Vorsitzenden Jordan Bardella übergeben. Die 53-Jährige tritt bei den Präsidentschaftswahlen im Frühjahr 2022 als Herausforderin von Amtsinhaber Emmanuel Macron an. In den kommenden Monaten will sie sich ausschließlich dem Wahlkampf widmen.

Le Pen führt die Partei, die bis 2018 Front National hieß, seit 2011. Zuvor war ihr Vater Jean-Marie Le Pen jahrzehntelang deren prägende Figur. Bardella, der am Sonntag 26 Jahre alt wird, gilt als Hoffnungsträger der Rechtsaußen-Partei. Er sitzt seit 2019 im Europaparlament. Nach aktuellen Umfragen ist es wahrscheinlich, dass es im Mai 2022 im entscheidenden zweiten Wahlgang zu einem Duell zwischen Macron und Le Pen kommt.


Papst Franziskus besucht Ungarn und Slowakei

ROM: Papst Franziskus beginnt an diesem Sonntag einen Besuch in Ungarn und dann in der Slowakei. Für den 84-Jährigen ist es die zweite Auslandsreise in diesem Jahr - und die 34. insgesamt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche will in der ungarischen Hauptstadt Budapest eine Messe zum Abschluss des internationalen Eucharistischen Kongresses feiern und am selben Tag nach Bratislava in die Slowakei reisen.

In Budapest trifft Franziskus auch Ungarns Regierungschef Viktor Orban. Mit seinem Einsatz für Flüchtlinge ist er gewissermaßen ein Gegengewicht zum konservativen Orban. Später will der Argentinier eine Messe auf dem Heldenplatz feiern. Auch eine Rundfahrt im Papa-Mobil ist geplant. Anschließend macht sich Franziskus auf den weg nach Bratislava. Am Abend will er Vertreter der Ökumene in der Slowakei und Mitglieder der Jesuiten treffen. Der Papst kehrt am Mittwoch nach Rom zurück.


Peruanischer Rebellenführer Guzmán in Haft gestorben

LIMA: Der ehemalige Anführer der peruanischen Guerillaorganisation «Sendero Luminoso» (Leuchtender Pfad) ist tot. Abimael Guzmán sei im Alter von 86 Jahren im Hochsicherheitsgefängnis auf dem Marinestützpunkt Callao gestorben, teilte die Gefängnisverwaltung am Samstag mit. Der Gesundheitszustand des früheren Rebellenführers hatte sich in den vergangenen Monaten immer weiter verschlechtert. Er aß kaum noch und wurde zwischenzeitlich im Krankenhaus behandelt.

Guzmán arbeitete in den 1960er Jahren zunächst als Professor für Philosophie an der Universität von Ayacucho. Später ging er in den Untergrund und gründete die Rebellenorganisation Leuchtender Pfad. 1992 wurde er in Lima verhaftet und wegen Terrorismus zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Gefängnis heiratete er die Vizechefin des Leuchtenden Pfads, Elena Iparraguirre.

Bei Auseinandersetzungen zwischen dem Sendero Luminoso und staatlichen Sicherheitskräften kamen zwischen 1980 und 2000 fast 70.000 Menschen ums Leben. Im Gegensatz zu vielen anderen Bürgerkriegen in der Region war in Peru die Guerilla für einen Großteil der Toten verantwortlich. Heute widmen sich die verbliebenen Einheiten des Leuchtenden Pfads vor allem dem Drogenhandel.


Merkel verurteilt «hybride Attacken» durch Belarus

WARSCHAU: Bei ihrem Besuch in Warschau hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Umgang der belarussischen Führung mit Flüchtlingen aus Krisenregionen kritisiert. Wehrlose Menschen aus anderen Ländern würden als Subjekte «hybrider Attacken» benutzt, sagte Merkel am Samstag nach einem Gespräch mit Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. «Ich halte das für vollkommen inakzeptabel.» Die Kanzlerin appellierte an Belarus, den an der polnisch-belarussischen Grenze festsitzenden Flüchtlingen humanitäre Hilfe zukommen zu lassen.

Die Regierung in Warschau beschuldigt den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, in organisierter Form Flüchtlinge an die EU-Außengrenze zu bringen. Lukaschenko hatte Ende Mai angekündigt, dass Minsk Migranten nicht mehr an der Weiterreise in die EU hindern werde - als Reaktion auf verschärfte westliche Sanktionen gegen die autoritär regierte ehemalige Sowjetrepublik.

Polen hat nun mit einem Andrang von Migranten aus dem Nahen Osten über seine 418 Kilometer lange Grenze zu Belarus zu kämpfen. Das Land hat deshalb den Ausnahmezustand in der Grenzregion ausgerufen und mit dem Bau eines Zauns begonnen.


Fünf Soldaten bei Gefecht mit ELN-Rebellen getötet

ARAUQUITA: Bei Gefechten mit Kämpfern der linken Guerillaorganisation ELN sind im Osten Kolumbiens fünf Soldaten ums Leben gekommen. Sechs weitere wurden verletzt, als sie nahe der Ortschaft Arauquita an der Grenze zu Venezuela angegriffen wurden, wie die Streitkräfte des südamerikanischen Landes am Samstag mitteilten. Präsident Iván Duque verurteilte den Angriff. «In Gedenken an unsere Helden werden wir den Narco-Terrorismus weiter bekämpfen», schrieb der Staatschef auf Twitter. Erst vor wenigen Tagen hatte die ELN in der Region zwei Soldaten entführt.

Die marxistisch-leninistische Nationale Befreiungsarmee (ELN) hat rund 5000 Kämpfer. Sie verübt vor allem im Osten Kolumbiens Anschläge und nimmt Geiseln. Nach dem Friedensvertrag mit der größeren Guerillaorganisation Farc nahm die Regierung auch mit der ELN Friedensgespräche auf. Die Verhandlungen wurden allerdings abgebrochen, nachdem die ELN im Januar 2019 einen Bombenanschlag auf eine Polizeiakademie in der Hauptstadt Bogotá mit 22 Toten verübt hatte.


UN-Gesandter will Verfassungsgespräche voranbringen

DAMASKUS: Der Syrien-Gesandte der Vereinten Nationen, Geir Pedersen, hat sich bei einem Besuch in Damaskus um eine Wiederbelebung der festgefahrenen Gespräche über eine neue Verfassung für das Bürgerkriegsland bemüht. Pedersen traf am Samstag mit Außenminister Faisal al-Mikdad zusammen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete. Der Diplomat war zuletzt im Februar nach Damaskus gereist.

Vor fast zwei Jahren hatte in Genf ein Ausschuss seine Arbeit aufgenommen, der unter UN-Vermittlung eine neue Verfassung ausarbeiten soll. Nach mehr als zehn Jahren Bürgerkrieg soll damit ein Weg aus der Krise geebnet werden. Besetzt ist das Gremium mit Vertretern der Regierung, Opposition und Zivilgesellschaft. Bislang gibt es jedoch keinerlei Fortschritte.

Pedersen zeigte sich nach dem Ende der bislang letzten Verhandlungsrunde Ende Januar angesichts des völligen Stillstands enttäuscht. Zugleich kündigte er an, ein neues Treffen sei erst dann möglich, wenn es eine Einigung auf ein Verfahren gebe. Die Opposition wirft der Regierung in Damaskus vor, die Gespräche zu verschleppen.

Der Bürgerkrieg in Syrien dauert seit März 2011. Mittlerweile kontrollieren die Anhänger von Machthaber Baschar al-Assad wieder rund zwei Drittel des Landes. Unterstützt werden sie von Russland und dem Iran. Alle diplomatischen Bemühungen um eine friedliche Lösung sind bislang erfolglos.


Merkel: Streit mit Polen um Justiz durch Gespräche lösen

WARSCHAU: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei einem Besuch in Warschau dafür plädiert, den Streit zwischen der EU-Kommission und Polen ums dortige Justizsystem durch Gespräche zu lösen. «Politik ist doch mehr, als nur zu Gericht zu gehen», sagte Merkel am Samstag nach einem Treffen mit Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. Möglicherweise gebe es solche Gespräche schon, andernfalls werde sich Deutschland dafür einsetzen.

Brüssel und Warschau streiten seit längerem über Reformen des polnischen Justizsystems. Kritiker werfen der nationalkonservativen PiS-Regierung vor, die Unabhängigkeit der Justiz zu untergraben. Derzeit prüft das polnische Verfassungsgericht ob polnisches Recht Vorrang vor EU-Recht hat.

Die EU-Kommission hatte am Dienstag beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) finanzielle Sanktionen gegen Polen beantragt. Hintergrund ist die fortgesetzte Tätigkeit der polnischen Disziplinarkammer zur Bestrafung von Richtern. Der EuGH hatte in einer einstweiligen Anordnung den Stopp der Tätigkeit dieser Kammer angeordnet.


Geisterfahrerin fährt 60 Kilometer auf Autobahn

ANCENIS: Als Geisterfahrerin hat eine 71-Jährige unversehrt rund 60 Kilometer auf einer französischen Autobahn zurückgelegt.

Die Frau sei in der Nacht zu Samstag bei Ancenis im Westen Frankreichs auf die A11 aufgefahren - allerdings in die falsche Richtung, wie die Regionalzeitung «Ouest France» berichtete. Gendarmen auf Motorrädern nahmen dem Bericht zufolge die Verfolgung auf, auf der Strecke wurde sogar eine Schranke geschlossen. Dennoch gelang es erst knapp eineinhalb Stunden nach Beginn der gefährlichen Autobahnfahrt, die Frau zu stoppen. Zu einem Unfall kam es nicht. Die Gendarmen bereiteten derzeit Ermittlungen gegen die Frau vor, hieß es.


Brasiliens Savannen: Hälfte des Cerrados bereits verloren

RIO DE JANEIRO: Noch stärker als der Amazonas-Regenwald sind die brasilianische Savannen im Zentrum des Landes von Abholzung und Brandrodung bedroht. Die Hälfte der ursprünglichen Fläche des Cerrados sei bereits verloren, sagte die Wissenschaftlerin Mercedes Bustamante von der Universität von Brasília (UnB) anlässlich des Nationalen Tags des Cerrados am Samstag dem Nachrichtenportal G1. Damit ist die Savannenlandschaft noch deutlich stärker bedroht als der Regenwald im Amazonasgebiet, der bislang etwa 20 Prozent seiner Fläche verloren hat. Der Cerrado ist die wichtigste Wasserquelle für die meisten Regionen Brasiliens.

Seit Anfang des Jahres registrierte die Weltraumagentur Inpe im Cerrado so viele Brände wie seit 2012 nicht mehr. «Die fortschreitende Entwaldung im Cerrado ist eine besorgniserregende Realität. Der Anbau von Agrarprodukten in diesen Regionen hat erhebliche Auswirkungen auf die Natur und die dort lebenden traditionellen Völker und Gemeinschaften», sagte die Wissenschaftlerin Terena Castro vom Institut für Gesellschaft, Bevölkerung und Natur (ISPN).

Für die brasilianische Regierung steht der Umweltschutz derzeit nicht im Fokus. Der rechte Präsident Jair Bolsonaro sieht das Amazonasgebiet und den Cerrado vor allem als ungenutztes wirtschaftliches Potenzial und will noch mehr Flächen für Landwirtschaft, Bergbau und Energiegewinnung erschließen. Kritiker werfen ihm vor, ein gesellschaftliches Klima geschaffen zu haben, in der sich Bauern auch zur illegalen Landnahme für landwirtschaftliche Nutzung ermutigt fühlen.


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New York gedenkt mit Schweigeminute des 11. September

NEW YORK: Im Beisein von US-Präsident Joe Biden hat New York am Samstag an die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 erinnert. Um 8.46 Uhr (Ortszeit) begann eine Schweigeminute an dem Ground Zero genannten Anschlagsort im Süden Manhattans - genau zu der Zeit, an der islamistische Terroristen vor 20 Jahren das erste von vier entführten Flugzeugen in den Nordturm des World Trade Centers in New York gesteuert hatten. Insgesamt kamen bei den Anschlägen fast 3000 Menschen ums Leben.

Zur Trauerfeier an der heutigen Gedenkstätte kamen neben dem Präsidenten und First Lady Jill Biden auch zahlreiche Angehörige von Opfern sowie Überlebende. Auch die ehemaligen Präsidenten Barack Obama und Bill Clinton waren mit ihren Ehefrauen anwesend. Vor der Schweigeminute hatte ein Chor die US-Nationalhymne gesungen.

Bei den Angriffen ein weiteres Flugzeug in den Südturm des World Trade Centers. Beide Türme stürzten dann in sich zusammen. Eine dritte Maschine lenkten die Terroristen in den südwestlichen Teil des US-Verteidigungsministeriums nahe Washington. Flugzeug Nummer vier stürzte in Pennsylvania ab, nachdem die Passagiere Widerstand gegen die Entführer geleistet hatten. Der Drahtzieher der Anschläge, Osama bin Laden, wurde 2011 von US-Spezialeinheiten getötet.


Frauen in Kabul demonstrieren verschleiert für Taliban

KABUL: In Afghanistans Hauptstadt Kabul haben Dutzende Frauen bei einer Demonstration ihre Unterstützung für die Regierung der militant-islamistischen Taliban ausgedrückt. Sie zogen am Samstag über das Gelände einer Universität und versammelten sich dann in einem Hörsaal, wie in Videos zu sehen ist. Auf Bannern, die sie mit sich trugen, stand: «Wir sind mit der islamischen Einstellung und dem Verhalten der Mudschaheddin zufrieden.» Die Frauen waren praktisch von Kopf bis Fuß schwarz verschleiert.

Der Marsch wurde von Sicherheitskräften der Taliban begleitet. Journalisten waren offiziell eingeladen, über die Demonstration zu berichten. Nach mehreren Protesten diese Woche in Kabul und anderen Städten - gegen Pakistan und indirekt auch gegen die Herrschaft der Taliban - hatte das Innenministerium Demonstrationen verboten und erklärt, Proteste müssten künftig vorab angemeldet werden. Journalisten, die von den Protesten berichteten, wurden teils für mehrere Stunden festgenommen und dabei schwer misshandelt.

Viele der Frauen der Demonstration in der Universität waren auf eine Weise verschleiert, wie das in Afghanistan in den vergangenen Jahren nie zu sehen war: Sie trugen bodenlange schwarze Gewänder und auch schwarze, kapuzenähnliche Kopfbedeckungen. Auch ihre Gesichter waren komplett schwarz verhüllt. Eine derartige Verschleierung sei nicht Teil der Kultur Afghanistans, kommentierte die ehemalige Bürgermeisterin der Stadt Maidan Schahr, Sarifa Ghafari, die Bilder auf Twitter. Man solle den Frauen des Landes nicht die Kultur des Islamischen Staates (IS) aufdrängen.


Taliban sollen Bruder von Ex-Vizepräsident Saleh getötet haben

KABUL: Die militant-islamistischen Taliban sollen den Bruder des ehemaligen Vizepräsidenten Amrullah Saleh getötet haben. Das teilte sein Neffe Schuresch Saleh am Samstag der Deutschen Presse-Agentur mit. Demnach holten Taliban-Kämpfer den Bruder namens Rohullah Asisi bei einem Kontrollpunkt in der Provinz Pandschir, die diese Woche von den Islamisten erobert wurde, aus dem Auto und erschossen ihn. Von den Taliban gab es zunächst keine Stellungnahme.

Saleh hatte sich im vergangenen Monat nach der Flucht von Präsident Aschraf Ghani ins Ausland zum rechtmäßigen amtierenden Staatschef erklärt. Nach dem Fall der Hauptstadt Kabul und der Machtübernahme der Taliban Mitte August baute er im Pandschir-Tal Widerstand auf. Sein genauer aktueller Aufenthaltsort ist nicht bekannt.

In den vergangenen Tagen gab es aus dem Pandschir-Tal Videos, die zeigten, dass Hunderte Familien versuchten, mit ihrem Hab und Gut das Tal zu verlassen. Es war zunächst unklar, wieso. Die Telefonverbindungen funktionieren nicht. Die humanitäre Situation hatte sich unter anderem zugespitzt, weil die Taliban seit Beginn ihrer militärischen Offensive keine Lebensmittellieferungen mehr zulassen. Am Samstag kursierte zudem ein Video, das zeigen soll, wie Taliban das Feuer auf eine festgenommene Person eröffnen.


45 weitere Deutsche aus Afghanistan ausgeflogen

KABUL/BERLIN: Mit einem zweiten Passagierflug der Gesellschaft Qatar Airways sind am Freitag auch 45 Bundesbürger mit Familienangehörigen aus der afghanischen Hauptstadt Kabul gebracht worden. Das teilte das Auswärtige Amt am Samstag in Berlin mit. Bereits am Donnerstag konnten 15 Deutsche mit dem ersten zivilen Evakuierungsflug von Afghanistan ins arabische Emirat Katar gebracht werden. Es werde intensiv an weiteren Ausreisemöglichkeiten gearbeitet, sagte ein Sprecher.

Nach Angaben der US-Regierung wurden mit den beiden von Katar organisierten Flügen seit Donnerstag mehr als 250 ausländische Staatsbürger in Sicherheit gebracht. Mit Militärmaschinen waren nach der Machtübernahme der Taliban Mitte August zuvor schon mehr als 120.000 Menschen ausgeflogen werden. Die Bundeswehr brachte etwa 5300 Menschen außer Landes.

Seit Ende der militärischen Evakuierungsmission in Kabul mit dem Abzug der letzten US-Soldaten bemühen sich westliche Länder, ihren Staatsangehörigen und früheren afghanischen Ortskräften weiterhin die Ausreise zu ermöglichen. Dazu sollen zunehmend auch der Landweg und Flüge aus Nachbarländern genutzt werden.

Pakistan kündigte ebenfalls an, den Flughafen Kabul wieder nutzen zu wollen, um Menschen aus Afghanistan zu bringen. «Wir sind bestrebt, den kommerziellen Flugbetrieb nach Kabul aufzunehmen, aber es könnte noch einige Zeit dauern», sagte ein Sprecher der staatlichen Fluggesellschaft Pakistan National Airlines der Deutschen Presse-Agentur. Die Fluggesellschaft sei von Organisationen wie UN, EU und Weltbank angesprochen worden.


Kataloniens Separatisten fordern Selbstbestimmung

BARCELONA: Wenige Tage vor Gesprächen zwischen Spaniens Zentralregierung und der katalanischen Regionalregierung haben Sprecher der Separatisten am Samstag Selbstbestimmung verlangt. Sie wollen die Unabhängigkeit und Abspaltung ihrer Region von Spanien. Die Zentralregierung will höchstens mehr Autonomie zugestehen.

Die Präsidentin der separatistischen Bürgerbewegung Katalanische Nationalversammlung (ANC), Elisenda Paluzie, rief am katalanischen Nationalfeiertag, der so genannten Diada, alle Separatisten zur Einigkeit auf. Diese sind über den Weg zur Unabhängigkeit zerstritten: Einige wollen den Zentralstaat bewegen, einem Referendum zuzustimmen; andere halten dies für aussichtslos.

Die Diada (Feiertag) wird jedes Jahr am 11. September begangen. Eher ungewöhnlich wird dabei eine Niederlage gefeiert: An diesem Tag wurde 1714 Barcelona von den Truppen des spanischen Königs Philipp V. erobert, nachdem die Katalanen im Spanischen Erbfolgekrieg dessen Gegenspieler unterstützt hatten. Katalonien verlor damit seine Selbstverwaltung. Zum Höhepunkt der Diada in Barcelona war wie jedes Jahr eine Großkundgebung geplant - mit Beginn um 17.14 Uhr.

Eine Volksabstimmung über die Abtrennung vom Königreich Spanien ist nach der spanischen Verfassung nicht zulässig. Am 1. Oktober 2017 hatten die Separatisten dennoch eigenmächtig ein Referendum organisiert. In der Folge wurde Katalonien zeitweise unter direkte Verwaltung der Zentrale gestellt. Der damalige Regionalregierungschef Carles Puigdemont und einige Mitstreiter flohen ins Ausland. Andere Separatisten wurden zu langer Haft verurteilt, im Juni allerdings begnadigt.


Ägypten verspricht Verbesserungen bei Menschenrechten

KAIRO: Die ägyptische Regierung hat Verbesserungen zur Einhaltung der Menschenrechte in dem nordafrikanischen Land versprochen. Bei einer Zeremonie in der neuen Verwaltungshauptstadt östlich von Kairo gab sie am Samstag den Startschuss für eine «nationale Strategie für Menschenrechte», die auf fünf Jahre angelegt sein soll. Ägypten unter Präsident Abdel Fattah al-Sisi steht seit langem wegen massiver Verstöße gegen grundlegende Menschenrechte international in der Kritik.

Mit der neuen Strategie solle unter anderem das Recht auf politische Teilhabe sowie Gründung politischer Parteien und Nichtregierungsorganisationen gewährleistet werden, sagte Ägyptens Vertreter bei den Vereinten Nationen in Genf, Ahmed Ihab Gamal Eddin. Auch Gesetze zur Meinungsfreiheit will die Regierung demnach überarbeiten. Die Strategie setze zudem die Bemühungen des Staates fort, «Journalisten und Medienmitarbeiter zu schützen», erklärte er.

Menschenrechtsorganisationen stellen der Regierung seit langem ein verheerendes Zeugnis aus. Unter al-Sisi erlebe Ägypten die «schlimmste Menschenrechtskrise in Jahrzehnten», schreibt Human Rights Watch. Zehntausende Regierungskritiker säßen in Haft, auch Journalisten. Mit besonders harter Hand geht die Regierung gegen die islamistischen Muslimbrüder vor. Presse- und Meinungsfreiheit sind massiv beschnitten. Die Regierung rechtfertigt die Maßnahmen immer wieder mit einem «Kampf gegen den Terror».


Kokain mit dreistelligem Millionenwert auf Luxusjacht beschlagnahmt

LONDON: Vor der Küste Großbritanniens sind mehr als zwei Tonnen Kokain im Wert von umgerechnet fast 190 Millionen Euro sichergestellt worden. Sechs Männer wurden an Bord einer Luxusjacht rund 80 Meilen von der südenglischen Hafenstadt Plymouth entfernt festgenommen, darunter ein Brite und fünf Männer aus Nicaragua, wie die nationale Kriminalbehörde NCA am Samstag mitteilte. An der Operation seien auch Beamte der australischen Bundespolizei sowie des Grenzschutzes beteiligt gewesen. Die aus der Karibik kommende Jacht wurde nach den Festnahmen am Donnerstagabend an Land gebracht, wo die große Menge Drogen gefunden wurde.


Laschet gibt sich trotz «nicht optimalem Wahlkampf» kämpferisch

NÜRNBERG: Unionskanzlerkandidat Armin Laschet hat Fehler im Wahlkampf eingestanden. «Natürlich ist nicht alles optimal gelaufen, wissen wir ja selbst», sagte der CDU-Chef am Samstag auf dem Parteitag der CSU in Nürnberg. Es gehe aber im Wahlkampfendspurt jetzt nicht darum, wer den «smarteren Auftritt» habe, denn «wir wissen auch, dass es jetzt Spitz auf Knopf steht».

«Wir wissen auch, dass viele, viele in diesen Tagen unentschlossen sind. Wir wissen auch, dass viele morgen auf das Triell schauen», betonte Laschet. Die Union müsse die kommenden zwei Wochen bis zur Wahl nutzen, um denen, die zögerten, die sagten, «so doll habt ihr das jetzt nicht gemacht in den letzten Wochen», zu erklären, es gehe jetzt um die «Kernfragen».

Die Union müsse den Menschen erklären, dass es bei der Wahl eines Kanzlers darum gehe, wer in den entscheidenden Momenten der deutschen Geschichte für den richtigen Kurs stehe. CDU und CSU stünden für den richtigen europäischen Kurs. Und aus dieser Absicht heraus «will ich Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland werden», sagte Laschet.


Merkel gedenkt zum Auftakt von Polen-Besuch Kriegsopfern

WARSCHAU: Zum Auftakt ihres Besuchs in Polen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel der Opfer des Zweiten Weltkriegs gedacht. Die CDU-Politikerin legte am Samstag in Warschau am Grabmal des Unbekannten Soldaten, Polens zentraler Gedenkstätte, einen Kranz nieder. Der deutsche Überfall auf Polen 1939 war der Beginn des Zweiten Weltkriegs mit mindestens 55 Millionen Toten - andere Schätzungen kommen auf bis zu 80 Millionen. Genaue Zahlen gibt es nicht. Allein in Polen kamen nach Schätzungen bis zu sechs Millionen Menschen ums Leben.

Im Mittelpunkt von Merkels eintägigem Besuch steht ein Treffen mit Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. Thema ist unter anderem die Lage an Polens Grenze zu Belarus. Die Regierung in Warschau beschuldigt den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, in organisierter Form Flüchtlinge an die EU-Außengrenze zu bringen. Außerdem soll es um die Zukunft der EU und die bilateralen Beziehungen sehen.


Engels-Haus in Wuppertal mit Enthüllung eröffnet

WUPPERTAL: Vorhang auf für Friedrich Engels: Mit einer Kunstaktion ist das Engels-Haus in Wuppertal am Samstag offiziell eröffnet worden. Blechbläser des Wuppertaler Sinfonieorchesters spielten eine Fanfare, als am Vormittag eine künstlerische Verhüllung fiel und den Blick auf das sanierte Haus freigab. Vor dem Haus hatte die Wuppertaler Künstlerin Valentina Manojlov eine Plane mit Schwarz-Weiß-Porträts von 200 Wuppertalerinnen und Wuppertalern aufspannen lassen. Das Engels-Haus ist die zentrale Gedenkstätte für den in Wuppertal geborenen Mitbegründer des Kommunismus Friedrich Engels (1820-1895).

«Ich freue mich sehr darüber, dass das Engels-Haus nun endlich offiziell eröffnet wird», sagte Wuppertals Oberbürgermeister Uwe Schneidewind (Grüne). Das historische Fachwerkhaus war für 4,8 Millionen Euro restauriert worden und rund fünf Jahre geschlossen. Im Haus gibt es eine neu zusammengestellte Ausstellung zum Leben des Sozialrevolutionärs. Zur Wiedereröffnung hatten Besucher nach der Enthüllung am Samstag und Sonntag freien Eintritt, sie mussten aber online ein Ticket buchen. Mehr als 300 Gäste waren nach Angaben einer Stadtsprecherin dabei, als die Verhüllung fiel.

Viele Wuppertaler hatten sich mit persönlichen Botschaften für Engels an der Kunstaktion unter dem Motto «Inside out Engels» beteiligt. «Danke für Deinen unermüdlichen Kampf gegen Ausbeutung und für mehr Gerechtigkeit! Hättest Du mich gefragt, ich wäre sofort mit Dir ausgegangen», schrieb etwa eine Jasmin V. «Ich würde ihm wünschen, dass er mal mit der Schwebebahn am Engelshaus vorbeischweben könnte», das hätte Engels sicher gefallen, schrieb die Wuppertalerin Simone L..


Laschet attackiert SPD und Grüne auf CSU-Parteitag - Scholz im Fokus

NÜRNBERG: In seiner Rede auf dem CSU-Parteitag hat Unionskanzlerkandidat Armin Laschet SPD und Grüne scharf angegriffen. «Steuererhöhungen und mehr Bürokratie werden den Wohlstand gefährden», sagte der CDU-Chef am Samstag in seiner Rede auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg. Das zarte Pflänzchen Wachstum nach der Corona-Pandemie dürfe nicht gefährdet werden. «Es ist nicht egal, wer in der nächsten Bundesregierung sitzt.»

Erneut kritisierte Laschet das Verhalten von SPD-Kanzlerkandidat und Bundesfinanzminister Olaf Scholz nach der Durchsuchung seines Ministeriums durch die Staatsanwaltschaft. «Bei der Finanzaufsicht hätte ich mir etwas mehr Sorgsamkeit bei mehreren Fällen gewünscht», sagte Laschet. Zudem wäre es nach der Durchsuchung richtig gewesen, der Staatsanwaltschaft Unterstützung zuzusichern und nicht Zweifel am Rechtsstaat zu säen.

Bei Ermittlungen gegen Verantwortliche der Financial Intelligence Unit (FIU), einer Geldwäsche-Spezialeinheit des Zolls, hatte die Staatsanwaltschaft Osnabrück am Donnerstag das Bundesfinanzministerium und -justizministerium durchsuchen lassen. Dabei wurden auch Unterlagen beschlagnahmt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Staatsanwälte gehen seit vergangenem Jahr einem Verdacht auf Strafvereitelung im Amt durch die FIU nach. Die Zentralstelle, die im Geschäftsbereich des Finanzministeriums liegt, soll Hinweise von Banken auf Geldwäsche nicht an Polizei und Justiz weitergeleitet haben. Der Zoll ist dem Bundesfinanzministerium unterstellt.

Scholz sagte dazu später der «Welt», die Ermittlungen richteten sich gegen unbekannte Mitarbeiter in Köln. In diesem Zusammenhang seien Fragen an die zwei Ministerien aufgetaucht. Diese «hätte man schriftlich stellen können», sagte Scholz. Er führte weiter aus: «Nun sind sie auf andere Weise gestellt worden. Das mag jeder für sich selbst bewerten.»


Laschet: Scholz hält sich Hintertür für Rot-Rot-Grün offen

NÜRNBERG: Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) hat seinem SPD-Kontrahenten Olaf Scholz vorgeworfen, sich eine Hintertür für eine Koalition mit der Linken offenzuhalten. Scholz weigere sich, eine klare Absage an Rot-Grün-Rot zu erteilen, sagte Laschet am Samstag auf dem Parteitag der CDU-Schwesterpartei CSU in Nürnberg. Er bringe eine Absage nicht auf die Beine.

Die Union habe sich dagegen klar gegen die radikale Linke ebenso abgegrenzt, wie gegen rechts, betonte Laschet. «Wir werden nie mit der AfD reden. Die müssen raus aus den Parlamenten», sagte der CDU-Vorsitzende.

Eine Regierungsbeteiligung der Linken sei gefährlich für Deutschland, betonte Laschet. Die Linke sage außenpolitisch Nein zur Nato, habe jeden der wesentlichen EU-Verträge abgelehnt und nicht einmal dem heiklen Bundeswehreinsatz zur Rettung deutscher Staatsbürger aus Afghanistan zugestimmt.

Es gehe nicht darum, eine neue Rote-Socken-Kampagne aufzulegen, erklärte Laschet - obwohl diese 1994 sehr erfolgreich gewesen sei. Heute gehe es nicht um Personen, sondern um Inhalte. Die Linke akzeptiere grundlegende Prinzipien in Deutschland nicht.


CSU-Parteitag empfängt Laschet mit viel Jubel und langem Applaus

NÜRNBERG: Mit viel Jubel und langem Applaus hat die CSU am Samstag Unionskanzlerkandidat Armin Laschet in Nürnberg auf ihrem Parteitag begrüßt. «Ich weiß nicht, ob du überall so euphorisch begrüßt wirst, bei uns wirst du es», sagte CSU-Chef Markus Söder nach dem minutenlangen Einzug mit Laschet in die Messehalle. «Wir wollen, dass du Kanzler der Bundesrepublik Deutschland wirst. Die Bühne gehört dir», sagte Söder zu Laschet.

In der CSU hatte es in den vergangenen Wochen immer wieder viele kritische Töne gegen Laschet gegeben. Am Donnerstag hatte noch CSU-Generalsekretär Markus Blume in einem Interview erklärt, mit Söder stünde die Union in den Wahlumfragen «natürlich» besser da.

In den Umfragen liegen CDU und CSU derzeit klar hinter der SPD und kommen nur auf Werte von 20 bis 25 Prozent.


Von der Leyen erinnert an Opfer vom 11. September

BRÜSSEL: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat zum 20. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 auf die USA an die Opfer und Helfer von damals erinnert. «Am 11. September gedenken wir derer, die ihre Leben verloren haben, und würdigen die, die alles riskiert haben, um ihnen zu helfen,» schrieb die deutsche Politikerin am Samstag auf Twitter. Die Europäische Union stehe an der Seite der Vereinigten Staaten, um Freiheit und Mitgefühl gegen Hass zu verteidigen. EU-Ratspräsident Charles Michel versicherte ebenfalls die Solidarität der EU.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell nannte die Ereignisse vom 11. September einen «Wendepunkt in der Geschichte». Die EU selbst führe heute noch fünf Einsätze mit dem Mandat, den Terrorismus zu bekämpfen. Am 11. September 2001 hatten islamistische Terroristen drei gekaperte Flugzeuge in das World Trade Center in New York und das Pentagon bei Washington gesteuert. Ein weiteres entführtes Flugzeug stürzte in Pennsylvania ab. Den Anschlägen fielen etwa 3000 Menschen zum Opfer.


Mann will Frauenleiche per Taxi transportieren - Festnahme

PEKING: Bei dem Versuch, eine Frauenleiche in einem Koffer per Taxi zu transportieren, ist ein Verbrecher in China überführt worden. Der Taxifahrer rief die Polizei, als er dem Mann helfen wollte, dessen Koffer in sein Taxi zu laden. Dabei entdeckte der Fahrer verdächtige Blutspuren, wie die Polizei von Taihe in der südostchinesischen Provinz Jiangxi nach dem Vorfall vom Dienstag mitteilte. Laut Medienberichten floh der Mann, als der Fahrer die Polizei rief. Die herbeigeeilten Polizisten entdeckten daraufhin die Leiche einer 19-Jährigen in dem Koffer. Der 32-jährige Flüchtige wurde am Mittwoch festgenommen.

Das Opfer war laut Medienberichten eine Kollegin des Mannes aus einer örtlichen Karaoke-Bar, wo der Mann bis August als Manager gearbeitet hatte. Die Hintergründe und das Motiv der Tat waren zunächst unklar.


Johnson: Demokratie durch 11. September nicht erschüttert

LONDON: Die Attentäter der Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA haben es nach Worten des britischen Premierministers Boris Johnson nicht geschafft, den Glauben an Freiheit und Demokratie zu untergraben. Mit den Angriffen auf die «größte Demokratie der Welt» hätten die Terroristen versucht, das Vertrauen freier Menschen in aller Welt in offene Gesellschaften zu zerstören, sagte Johnson in einer Videobotschaft zum 20. Jahrestag. Die Menschen hätten jedoch weder ihre Werte aufgegeben noch lebten sie in dauerhafter Angst.

Die britische Königin Elizabeth II. schrieb in einer Nachricht an US-Präsident Joe Biden, sie sei mit Gedanken und Gebeten bei den Opfern, Überlebenden, betroffenen Familien und Rettungskräften. Am 11. September 2001 hatten islamistische Terroristen drei gekaperte Flugzeuge in das World Trade Center in New York und das Pentagon bei Washington gesteuert. Ein weiteres entführtes Flugzeug stürzte im Bundestaat Pennsylvania ab. Den Anschlägen fielen etwa 3000 Menschen zum Opfer.


CSU-Parteitag beschließt Leitantrag für Wahlkampfoffensive

MÜNCHEN: Einstimmig hat die CSU auf ihrem Parteitag am Samstag den Leitantrag des Vorstands für eine Offensive im Wahlkampfendspurt beschlossen. Mit einer Zuspitzung zur Schicksalsentscheidung und der Betonung von konservativen Themen wollen die Christsozialen das Umfragetief hinter sich lassen und insbesondere verunsicherte Stammwähler an sich binden. «Die Bundestagswahl ist für jeden Einzelnen eine echte Richtungsentscheidung», heißt es im Leitantrag des Parteitags in Nürnberg.

Im Zentrum des Antrags steht wie in fast allen Wahlkampfreden der Union die Kritik an den Hauptkonkurrenten, die um den Wahlsieg und die Regierungsbildung kämpfen: «Die Folgen eines Linksrutsches wären verheerend. Schon die Umsetzung einzelner Wahlziele von SPD, Grünen und Linken gefährdet den Wohlstand unseres Landes. Betroffen wären alle Bürgerinnen und Bürger, gerade auch künftige Generationen», heißt es weiter.

Eine Regierung ohne die Union führe zu einer Schuldenkrise, Steuererhöhungen und Einbußen bei der Sicherheit - alles Kernthemen, die gerade bei bürgerlichen Stammwählern ein hohes Mobilisierungsmaß haben. In die gleiche Kerbe schlägt die CSU mit ihren Warnungen an die Landwirte vor einem «Öko-Diktat» und an Rentner vor finanziellen Einbußen, sollte die Union die Wahl verlieren.

Am Freitag hatte der Parteitag CSU-Chef Markus Söder in seinem Amt bestätigt. Er erhielt 87,6 Prozent der Stimmen.


US-Sondergesandter: Mehr als 250 Ausländer konnten Kabul verlassen

KABUL: Mit den ersten Passagierflügen aus Kabul seit Ende der chaotisch verlaufenen militärischen Evakuierungsflüge haben mehr als 250 Ausländer Afghanistan verlassen können. Binnen drei Tagen seien mehr als 250 ausländische Staatsbürger - darunter Dutzende US-Amerikaner - ausgeflogen worden, teilte der US-Sondergesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, am Samstag auf Twitter mit.

Zugleich dankte er dem arabischen Emirat Katar für Hilfe bei den Flügen und begrüßte die Zusammenarbeit der militant-islamistischen Taliban bei diesen «wichtigen Bemühungen». Die Vereinigten Staaten nähmen die Regierung von Katar, die Taliban und andere weiter in die Pflicht, um die sichere Ausreise von Menschen, die das Land verlassen wollten, zu gewährleisten.

Im Rahmen des ersten Evakuierungsflugs seit Ende August waren am Donnerstag nach einem CNN-Bericht mehr als 100 ausländische Staatsbürger ausgeflogen worden. Darunter befanden sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes auch 15 Bundesbürger. An Bord eines zweiten Fluges aus Kabul am Freitag waren nach Angaben des Weißen Hauses 19 US-Bürger.

Seit Ende der militärischen Evakuierungsmission in Kabul mit dem Abzug der letzten US-Soldaten bemühen sich westliche Länder, ihren Staatsangehörigen und früheren afghanischen Ortskräften die Ausreise zu ermöglichen. Dazu sollen zunehmend auch der Landweg genutzt werden und Flüge aus Nachbarländern starten. Die Taliban haben seit Mitte August wieder die Macht in dem Land.


Thunberg rechnet mit brasilianischer Umweltpolitik ab

BRASÍLIA: Klimaaktivistin Greta Thunberg geht mit Brasiliens Umweltpolitik hart ins Gericht. «Was die führenden Politiker Brasiliens heute in Bezug auf die Natur und die indigenen Völker machen, ist absolut beschämend», sagte die Schwedin am Freitag (Ortszeit) in einer Video-Anhörung des brasilianischen Senats zum jüngsten Bericht des Weltklimarats (IPCC). Thunberg verwies auf Studien, wonach das Amazonasgebiet mehr klimaschädliches Kohlendioxid abgibt als es aufnimmt. «Und das alles geschieht, während wir zusehen. Es wird sogar direkt von Ihrer Regierung angeheizt.»

In weiten Teilen Brasiliens herrschen derzeit Wassermangel und Trockenheit. Zudem verzeichnet das brasilianische Amazonas-Gebiet die schlimmste Abholzung und die schlimmsten Brände seit Jahren. Kritiker werfen dem rechten Präsidenten Jair Bolsonaro vor, eine Stimmung geschaffen zu haben, in der sich Bauern zur Landnahme für landwirtschaftliche Nutzung ermutigt fühlen. Der Oberste Gerichtshof Brasiliens berät derzeit über den Anspruch indigener Völker auf ihr angestammtes Land.

Thunberg sagte weiter: «Die Welt kann nicht den Preis für den Verlust des Amazonas zahlen. Wenn wir den Amazonas verlieren, verlieren wir wahrscheinlich auch alle Chancen, das Pariser Abkommen zu erreichen.» Das bedeute ein «Todesurteil» für unzählige Menschen und unzählige Teile der Welt, nicht zuletzt für Brasilien. Ein großer Teil des 6,7 Millionen Quadratkilometer großen Amazonasbeckens liegt in Brasilien.


Vier Palästinenser nach Flucht aus Gefängnis gefasst

TEL AVIV: Knapp eine Woche nach der Flucht aus einem israelischen Hochsicherheitsgefängnis sind vier von sechs militanten Palästinensern wieder gefasst worden. Zwei Männer wurden am Freitagabend in Nazareth im Norden Israels unweit der Haftanstalt festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Nach Medienberichten hatte eine Anwohnerin die Sicherheitskräfte alarmiert, nachdem die beiden sie um Nahrung gebeten hatten. Stunden später wurden auf einem Lastwagen-Parkplatz in der Umgebung zwei andere entkommene Häftlinge gestellt.

Die Nachricht von den Festnahmen löste umgehend Demonstrationen im Westjordanland aus, wie die Zeitung «Times of Israel» berichtete. Militante Palästinenserorganisationen hatten die Flucht als Demütigung Israels gefeiert. Zu den vier Gefassten gehört der frühere Palästinenserführer Sakaria Subeidi, der zu Zeiten des zweiten Palästinenseraufstands («Intifada») von Israels Sicherheitsapparat gejagt worden war, 2007 aber vorübergehend Amnestie gewährt bekam. Zwei Palästinenser waren am Samstag noch auf der Flucht.

Die Häftlinge waren in der Nacht zum Montag durch einen Tunnel aus dem Gilboa-Gefängnis entkommen. Medienberichten zufolge saßen sie wegen tödlicher Anschläge auf Israelis hinter Gittern. An der Suche seien Polizeikräfte, der Inlandsgeheimdienst Schin Bet sowie Spezialeinheiten der Armee beteiligt, hieß es. Nach einem Bericht der «Jerusalem Post» wurden insgesamt 200 Straßensperren aufgestellt. Außerdem habe die Armee mehrere Angehörige der Geflüchteten festgenommen und verhört.


Umweltschützer: Waldbrände in Russland haben historisches Ausmaß

JAKUTSK: Bei den historisch größten Wald- und Flächenbränden in Russland ist bislang eine Fläche halb so groß wie Deutschland vernichtet worden. Nach Einschätzung der Umweltorganisation Greenpeace verbrannten in den vergangenen Monaten landesweit mehr als 17,6 Millionen Hektar Wald und Steppe. Damit sei der Negativrekord aus dem Jahr 2012 mit rund 16 Millionen Hektar gebrochen worden. Greenpeace stützt sich nach eigenen Angaben auf öffentlich zugängliche Daten aus der Weltraumüberwachung und beklagte zuletzt, dass diese Satellitendaten der Fortschutzbehörde nicht mehr verfügbar gewesen seien. «Die Lage ist deshalb schwer einzuschätzen», sagte Grigori Kuksin von Greenpeace. Dem russischen Umweltaktivisten zufolge zeichnet sich noch kein Ende ab.


Mehrere Tote bei Gasexplosion in Wohnhaus in Russland

MOSKAU: Bei einer Gasexplosion in einem Wohnhaus in Russland sind mehrere Menschen gestorben, darunter ein Kind. Es seien drei Leichen aus den Trümmern nahe der Stadt Jelez rund 350 Kilometer südlich von Moskau geborgen worden, meldeten mehrere Agenturen unter Berufung auf die Ermittler. Unter den Toten war demnach ein elf Jahre altes Mädchen. Sechs Menschen wurden bei dem Unglück in der Nacht zum Samstag verletzt. Rettungskräfte setzten auch am Tag die Suche nach möglichen weiteren Opfern fort. Fotos und Videos in sozialen Netzwerken zeigten, dass ein Teil des mehrstöckigen Gebäudes komplett in sich zusammengesackt war. Zum Zeitpunkt der Explosion sollen sich 25 Menschen in dem Haus aufgehalten haben.


Skoda-Chef beklagt Chipmangel - 100.000 Autos werden nicht gebaut

AUGSBURG: Die Volkswagen-Tochter Skoda kann nach den Worten von Spartenchef Thomas Schäfer wegen fehlender Halbleiter in diesem Jahr 100.000 Autos nicht bauen. «Der Chipmangel schmerzt enorm, auch weil die Nachfrage nach unseren Autos weiterhin sehr hoch ist», sagte Schäfer der «Augsburger Allgemeinen» (Samstag). Er hoffe, dass sich die Lage in den kommenden Wochen etwas entspannt, nachdem in Malaysia wieder mehr Chips produziert werden könnten. «Die Chipkrise wird sich noch in das kommende Jahr hineinziehen, aber hoffentlich nicht mehr in der Stärke wie 2021», sagte Schäfer.

Der Volkswagen-Konzern, dessen Tochter Skoda 2020 etwa 940.000 Fahrzeuge baute, hat wie viele andere Hersteller mit einem Mangel an elektronischen Bauteilen zu kämpfen. Hintergrund sind etwa gestiegene Corona-Zahlen in Produktionsländern wie Malaysia. Zudem waren Chiphersteller wegen der Krise im vergangenen Jahr auf Firmen aus der Unterhaltungselektronik- oder IT-Branche umgestiegen.


Experte: Merkel zeigt «strategische Geduld» im Umgang mit Polen

WARSCHAU: Kanzlerin Angela Merkel hat nach Einschätzung eines Experten im Laufe ihrer Amtszeit einen überwältigenden Einfluss auf das deutsch-polnische Verhältnis gehabt. «Sie hat das, was man strategische Geduld nennt» sagte Janusz Reiter, früherer Botschafter Polens in Deutschland, der Deutschen Presse-Agentur. Diese Geduld und Merkels Zielstrebigkeit seien für das komplizierte Verhältnis der beiden Länder sehr wichtig gewesen.

Wenn es hart auf hart komme, setze Merkel aber auch deutsche Interessen gegen die Kritik und Bedenken anderer durch, sagte Reiter weiter. Dies habe sich im Fall der deutsch-russischen Gaspipeline Nord Stream 2 gezeigt. In Polen stoße dieses Projekt parteiübergreifend auf Ablehnung.

Merkel reist am Samstag nach Warschau. Geplant ist dort ein Gespräch mit Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. Ein Schwerpunkt des Treffens wird nach Angaben der polnischen Regierung die Situation an Polens Grenze zu Belarus sein. Die Regierungen von Polen, Litauen und Lettland beschuldigen den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, in organisierter Form Flüchtlinge an die EU-Außengrenze zu bringen.


Generalsekretär Guterres legt Vorschläge zur Verbesserung der UN vor

NEW YORK: UN-Generalsekretär António Guterres hat Vorschläge zur Verbesserung der Vereinten Nationen und der internationalen Zusammenarbeit vorgelegt. «Unsere Welt geht auf einen neuen, nicht normalen Zustand zu: chaotischer, unsicherer und gefährlicher für uns alle», sagte Guterres bei der Vorstellung des Berichts «Our Common Agenda» am Freitag vor Journalisten in New York. «Wir bewegen uns in die falsche Richtung und sind an einem Schlüsselmoment. Die Entscheidungen, die wir jetzt treffen, könnten uns auf den Weg zu Zusammenbruch und Dauerkrise führen, oder zu einem Durchbruch und einer grüneren, sichereren Welt.»

In dem Bericht schlägt Guterres unter anderem einen globalen Zukunftsgipfel in zwei Jahren vor, bei dem über Themen wie Klimaschutz und Friedenssicherung gesprochen werden soll. Außerdem solle es bei den UN ein neues Reaktionssystem für Krisen geben sowie einen speziellen Beauftragten, der die Interessen zukünftiger Generationen im Blick behält.


New Yorker Brooklyn Museum feiert Mode-Designer Christian Dior

NEW YORK: Mit einer großen Ausstellung feiert das Brooklyn Museum in New York den französischen Mode-Designer Christian Dior (1905-1957). Die opulente Schau, die bis Februar 2022 zu sehen sein soll, zeigt Kleidungsstücke und Accessoires sowie Zeichnungen, Fotos und Filme. Schon zur Eröffnung am Freitag strömten viele Menschen in die Ausstellung, die in vorherigen Versionen unter anderem bereits in Paris und London gezeigt wurde. Noch bis Sonntag läuft in New York auch die Fashion Week.

Das 1887 eröffnete Brooklyn Museum ist das zweitgrößte Ausstellungshaus der Millionenmetropole New York. Es beherbergt sowohl naturwissenschaftliche und ethnologische Sammlungen als auch Design und Kunst des 19., 20. und 21. Jahrhunderts.

Derzeit zeigt das Museum auch für einige Wochen die berühmten Porträts des früheren US-Präsidenten Barack Obama und seiner Frau Michelle, gemalt von Kehinde Wiley und Amy Sherald. Die Bilder hängen normalerweise in der National Portrait Gallery in Washington, sind aber momentan auf Tour durch die USA. Vor New York waren sie bereits in Chicago zu sehen, geplant sind noch Stationen in Los Angeles, Atlanta und Houston.


Biden zum Gedenken an den 11. September: Einheit ist Stärke der USA

WASHINGTON: Anlässlich des Gedenkens an die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA hat Präsident Joe Biden die nationale Einheit als größte Stärke der Vereinigten Staaten bezeichnet. In den Tagen nach den Anschlägen sei heldenhaftes Handeln, Widerstandskraft und «ein wahres Gefühl der nationalen Einheit» demonstriert worden, sagte Biden in einer am Freitagabend veröffentlichten Videobotschaft. «Im Kampf um die Seele Amerikas ist Einheit unsere größte Stärke. Einheit bedeutet nicht, dass wir an das Gleiche glauben müssen. Wir müssen einen grundlegenden Respekt und Vertrauen haben», sagte Biden.

Der Präsident wollte am Samstag, dem 20. Jahrestag der Anschläge mit rund 3000 Toten, die drei damaligen Tatorte besuchen. Biden wollte zunächst Ground Zero in New York besuchen, dann die Absturzstelle des vierten entführten Flugzeugs bei Shanksville (Pennsylvania) und schließlich das Pentagon bei Washington. Er werde dabei keine Rede halten, sondern die Orte besuchen, um den Opfern seinen Respekt zu erweisen, hieß es.

Die Anschläge hätten eine Generation dazu motiviert, dem Land zu dienen und es auch gegen Terrorismus zu schützen, sagte Biden weiter. Jeder, der den USA Schaden zufügen wolle, müsse Folgendes wissen: «Wir werden Dich jagen, fassen und Dich zur Rechenschaft ziehen.» Dies gelte heute, morgen und für immer, betonte er.

Biden kritisierte, nach den Anschlägen seien auch «die dunkleren Kräfte der menschlichen Natur» zum Vorschein gekommen, nämlich «Angst und Wut». Es habe etwa Vorurteile und Gewalt gegen amerikanische Muslime gegeben, gegen «wahre und gläubige Anhänger einer friedlichen Religion», sagte Biden. Das Land dürfe sich aber nicht spalten lassen. «Die Einheit ist das, was uns ausmacht - Amerika von seiner besten Seite.»


Nato leitet umfassende Untersuchung zu Afghanistan-Einsatz ein

BRÜSSEL: Die Nato hat nach Angaben von Generalsekretär Jens Stoltenberg «eine umfassende Untersuchung» zum desaströs geendeten Afghanistan-Einsatz eingeleitet. «Die Ereignisse der letzten Wochen waren tragisch für die Afghanen und erschütternd für alle, die sie unterstützen», schrieb Stoltenberg in einem Gastbeitrag für die «Welt am Sonntag». Es gebe viele schwierige Fragen bezüglich des Nato-Engagements, die man sich nun ehrlich stellen müsse. «Wir müssen Lehren daraus ziehen.»

Zugleich machte Stoltenberg deutlich, dass sich das Militärbündnis nicht vollständig zurückziehen will. «Afghanistan wird nicht die letzte Krise sein, in der Nordamerika und Europa gemeinsam, mithilfe der Nato, handeln müssen», erklärte der frühere norwegische Regierungschef. «Es wird immer jemanden geben, der uns schaden will. Das haben wir am 11. September (2001) und seitdem noch bei vielen anderen Terroranschlägen gesehen.»

In Afghanistan hatten zuletzt kurze Zeit nach dem Ende des Nato-Militäreinsatzes in dem Land die militant-islamistischen Taliban die Macht zurückerobert. Ziel des knapp zwei Jahrzehnte dauernden Einsatzes war es eigentlich gewesen, genau das zu verhindern.


Weltnaturschützer billigen Indigenen-Antrag für Schutz des Amazonas

QUITO/MARSEILLE: Indigene Gruppen aus Südamerika haben die Annahme ihres Antrags auf einen höheren Schutz des Amazonasgebiets beim Weltnaturschutzkongress als wichtigen Schritt begrüßt. Der Kongress der Weltnaturschutzunion (IUCN) stimmte am Freitag in Marseille für die Vorlage der Indigenen, zum Schutz von 80 Prozent des Amazonasgebiets bis 2025 aufzurufen um so den sogenannten Kipppunkt zu vermeiden, ab dem sich das Amazonasgebiet in Steppe verwandele.

Damit sind der Generaldirektor und die Mitgliedsländer der IUCN dazu aufgerufen, das Ziel zu unterstützen und beispielsweise dafür einzutreten, dass Indigene neu geschützte Gebiete selbst verwalten können. Die 1948 gegründete Weltnaturschutzunion vereint staatliche und private mit dem Naturschutz befasste Akteure aus aller Welt und gibt unter anderem die internationale Rote Liste bedrohter Arten heraus. Experten aus über 160 Ländern beraten derzeit eine Woche lang unter anderem über den Schutz von Wasserreserven und Anpassung an Klimaveränderungen.

Der Antrag war unter anderem vom Dachverband der indigenen Gruppen im Amazonasbecken (Coica) eingebracht worden. Coica-Koordinator José Gregorio Diaz Mirabal rief zu Maßnahmen auf, die «der Besonderheit und Vielfalt der Ökosysteme und der Menschen, die sie bewohnen, Rechnung tragen.» Die Indigenen seien gekommen, um ihre Heimat zu verteidigen und damit auch den Planeten zu schützen.

Die Coica mit Sitz in Quito vertritt mehr als zwei Millionen Indigene in Südamerika. Sie beruft sich auf wissenschaftliche Studien, unter anderem der Welternährungsorganisation, die zuletzt gezeigt haben, dass Indigene die besten «Hüter des Waldes» im Kampf gegen Umweltschäden und Klimawandel sind. Dem Amazonasbecken kommt eine Schlüsselrolle für das Weltklima zu.

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