Neues aus dem Ausland am Samstag

Neues aus dem Ausland am Samstag

Al-Dschasira-Journalistin bei Protest in Ost-Jerusalem festgenommen

TEL AVIV: Bei einer Demonstration im arabisch geprägten und von Israel annektierten Viertel Scheich Dscharrah in Jerusalem ist am Samstag eine Korrespondentin des katarischen TV-Senders Al-Dschasira (Al-Jazeera) festgenommen worden. Xavier Abu Eid von der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO warf israelischen Polizeikräften vor, sie hätten das Fernsehteam angegriffen und deren Ausrüstung zerstört.

Ein Sprecher der israelischen Polizei teilte hingegen mit, die Frau habe die Truppen während der Auflösung einer Demonstration gemeinsam mit einem Mann physisch angegriffen. Sie habe sich auch geweigert, sich zu identifizieren. Auf Videoaufnahmen von dem Vorfall war allerdings zu sehen, dass die Frau eine Weste mit der Aufschrift «Presse» trug. Sie befinde sich gegenwärtig auf einer Polizeistation, sagte der Sprecher.

Nach Polizeiangaben wurden Sicherheitskräfte bei den Protesten von Einwohnern des Viertels mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen. Drohenden Zwangsräumungen palästinensischer Familien in Scheich Dscharrah hatten zu Spannungen vor der jüngsten Eskalation der Gewalt in der Region beigetragen.

Auch nach der Waffenruhe zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas am 21. Mai dauerten die Proteste in Scheich Dscharrah an. Eine erwartete Gerichtsentscheidung zu den Zwangsräumungen war lediglich aufgeschoben worden.


Rekord-Hochwasser in brasilianischem Amazonasgebiet

MANAUS: Nach heftigen Regenfällen hat der Rio Negro im brasilianischen Amazonasgebiet einen neuen Höchstwert erreicht. Mit einem Pegelstand von 30 Meter in der Metropole Manaus erreichte der Fluss am Samstag den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1902, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete. Über 24.000 Familien in Manaus waren von den Überschwemmungen betroffen.

Der Rio Negro fließt bei Manaus in den Amazonas. Der Fluss unterliegt in der Regen- und Trockenzeit starken Schwankungen. Sein niedrigster Stand waren 13,63 Meter im Jahr 2010.

Im ganzen Bundesstaat Amazonas kam es zuletzt zu heftigen Überschwemmungen. In 48 von 62 Städten wurde der Notstand erklärt. In ländlichen Gemeinden vernichtete das Hochwasser große Teile der Ernte. In anderen Teilen Brasiliens hingegen herrscht derzeit große Trockenheit. Wegen niedriger Pegelstände in Stauseen könnte es zu Problemen bei der Stromversorgung kommen.


Richter kippt Sturmgewehr-Verbot in Kalifornien - Berufung folgt

WASHINGTON: Ein Bundesrichter in Kalifornien hat das seit Jahrzehnten geltende Verbot von Sturmgewehren in dem US-Bundesstaat gekippt. In der Entscheidung, die am Freitag (Ortszeit) veröffentlicht wurde, schrieb der Richter zur Begründung, das Verbot halbautomatischer Waffen sei nicht verfassungsgemäß. Das «beliebte» Sturmgewehr vom Typ AR-15 etwa sei «wie ein Schweizer Messer» - eine «perfekte Kombination» einer Waffe für die häusliche Verteidigung wie für die Heimatschutzverteidigung, «gut für daheim wie auch für den Kampf». Der Bundesstaat hat 30 Tage Zeit, Berufung gegen die Entscheidung einzulegen.

Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta kündigte umgehend an, die Entscheidung anzufechten, und betonte, die geltenden Gesetzesregelungen seien weiter in vollem Umfang in Kraft. Kaliforniens Gouverneur, der Demokrat Gavin Newsom, wertete die Entscheidung als «direkte Bedrohung für die öffentliche Sicherheit und unschuldige Kalifornier». Auf Twitter schrieb Newsom, das AR-15-Gewehr mit einem «Schweizer Messer» zu vergleichen, sei ein «ekelhafter Schlag ins Gesicht für diejenigen, die geliebte Menschen durch Waffengewalt verloren haben». Waffenlobbyisten dagegen bejubelten die Entscheidung des Bundesrichters.

In den USA gehören tödliche Zwischenfälle mit Schusswaffen, die dort leicht zu kaufen sind, zum Alltag. Sturmgewehre wie das AR-15 werden oft bei Amokläufen eingesetzt. Nach mehreren größeren Schuss-Attacken wurde zuletzt auch auf Bundesebene wieder einmal intensiver über ein Verbot solcher Waffen diskutiert. Bislang fanden sich dafür nicht die nötigen Mehrheiten im US-Kongress. Viele Republikaner lehnen eine Verschärfung der Waffengesetze ab. Die Waffenlobby ist in den Vereinigten Staaten sehr mächtig.


Tausende Ungarn demonstrieren gegen von China gesteuertes Uni-Projekt

BUDAPEST: Tausende Ungarn haben am Samstag gegen die von der rechtsnationalen Regierung geplante Einrichtung eines ungarischen Ablegers der chinesischen Fudan-Universität demonstriert. Sie kritisierten, dass damit eine von der Kommunistischen Partei Chinas kontrollierte Einrichtung aus ungarischen Steuergeldern finanziert werden solle.

Empörung löste zudem aus, dass die Fudan-Uni auf einem Gelände in Budapest errichtet werden soll, das ursprünglich für den Bau von billigen Studentenheimen vorgesehen war. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban, Vorsitzender der Partei Fidesz, pflegt sehr gute Beziehungen zu Peking und hat bereits gegen china-kritische EU-Beschlüsse Vetos eingelegt.

Die von der Opposition geführte Stadt Budapest ist gegen das Projekt. «Das Thema Fudan ist der endgültige und vollkommene Selbstmord des Fidesz», sagte Bürgermeister Gergely Karacsony auf der Kundgebung vor dem Parlament in Budapest. Der öko-liberale Rathauschef gilt als wahrscheinlicher Herausforderer Orbans bei der Parlamentswahl 2022.

Karacsony stellte klar, dass sich der Protest weder gegen China noch gegen die Chinesen richte, sondern gegen die von Orban betriebene Beschneidung der Freiheit der Wissenschaft. Er nannte die 2018 von Orban betriebene Vertreibung der von US-Philantropen George Soros finanzierten Zentraleuropäischen Universität (CEU) und die 2020 begonnene politische Vereinnahmung der Budapester Theateruniversität als Beispiele.


Deutscher stürzt in den Tiroler Alpen in den Tod

SCHARNITZ: Ein Mann aus Bonn ist bei einer Solo-Wanderung in den österreichischen Alpen ums Leben gekommen. Nach ersten Erkenntnissen der Tiroler Polizei dürfte der 65-Jährige rund 400 Höhenmeter über schneebedecktes und felsiges Gelände abgestürzt sein. Er wurde am Samstag im Gebiet von Scharnitz nahe der bayerischen Grenze von einem Polizeihubschrauber entdeckt.

Nach Angaben eines Polizeisprechers in Innsbruck war der Wanderer am Dienstag in Scharnitz eingetroffen. Als er am Donnerstag nicht wie erwartet nach Bonn zurückkehrte, wurde er als vermisst gemeldet. Deutsche und österreichische Einsatzkräfte suchten ihn im Bereich der Karwendelspitze. Am Samstag wurde er schließlich leblos unterhalb eines Steges gefunden und mit einem Hubschrauber geborgen. Die Ermittler nehmen an, dass er auf einem Schneefeld ausgerutscht war.


Ermittlungen zu Zeugenbestechung in Libyen-Affäre

PARIS: Im Zusammenhang mit der Affäre um angebliche Wahlkampfgelder aus Libyen für Frankreichs Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy ist ein Ermittlungsverfahren wegen Zeugenbeeinflussung eingeleitet worden. Fünf Verdächtige wurden am Samstag einem Ermittlungsrichter vorgeführt, wie die Finanzstaatsanwaltschaft in Paris mitteilte. Ihnen wird demnach auch vorgeworfen, Teil einer kriminellen Vereinigung für bandenmäßigen Betrug zu sein. Der Finanzstaatsanwaltschaft zufolge waren zuvor sechs Menschen in Gewahrsam gekommen, darunter auch ein Journalist.

Von offizieller Seite gab es keine Informationen darüber, worauf sich die Vorwürfe konkret beziehen. Die französische Nachrichtengenatur AFP stellte einen Bezug zu einem Interview mit dem französisch-libanesischen Geschäftsmann Ziad Takieddine her. Dieser war zunächst Hauptbelastungszeuge, sagte in einem Interview vom November von BFMTV und «Paris Match» aber, dass Sarkozy kein libysches Geld für den Präsidentschaftswahlkampf erhalten habe. Wiederum später sagte Takieddine AFP zufolge, die Aussage sei verfälscht worden.

Die französische Justiz hatte bereits 2018 ein Ermittlungsverfahren gegen den früheren Staatschef Sarkozy eröffnet. Er wurde der Bestechlichkeit, unerlaubter Wahlkampffinanzierung und Beihilfe zur Veruntreuung öffentlicher Gelder Libyens verdächtigt. Hinzu kam im Oktober der Vorwurf der Bildung einer «kriminellen Vereinigung». Hintergrund für das Verfahren waren Hinweise, wonach für Sarkozys Wahlkampf 2007 illegal Geld vom Regime des damaligen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi geflossen sein soll. Sarkozy, der von 2007 bis 2012 im Élyséepalast regiert, hatte die Vorwürfe stets bestritten.


Elf Zivilisten bei Bombenanschlag getötet

KABUL: Bei einem Bombenanschlag im Nordwesten Afghanistans sind mindestens elf Zivilisten getötet worden, unter ihnen auch Kinder. In der Provinz Badghis zerstörte eine am Straßenrand deponierte Bombe einen Lieferwagen, in dem die Menschen saßen, wie ein lokaler Behördenvertreter am Samstag sagte. Er machte die militant-islamistischen Taliban für den Anschlag verantwortlich - auch wenn sich zunächst niemand dazu bekannte.

Anschläge mit am Straßenrand deponierten Bomben werden häufig von den Taliban verübt. Eigentlich wollen sie so Konvois der afghanischen Streitkräfte angreifen, meist werden aber Zivilisten getroffen. Seit Beginn des offiziellen Abzugs der US- und anderer Nato-Truppen Anfang Mai sind mindestens sieben Bezirke an die Islamisten gefallen. Bis spätestens 11. September sollen alle internationalen Soldaten aus dem Land sein.

Nach Angaben der Vereinten Nationen ist die Zahl der zivilen Opfer in Afghanistan im ersten Quartal dieses Jahres deutlich gestiegen - trotz der Friedensgespräche zwischen den Kriegsparteien. Die UN verzeichneten in diesem Zeitraum 573 zivile Tote und 1210 Verletzte. Das entspricht einem Anstieg von 29 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2020. Die Zahl der getöteten und verletzten weiblichen Zivilisten stieg im ersten Quartal um 37 Prozent, die der getöteten und verletzten Kinder um 23 Prozent, wie es in dem Bericht heißt.


Größte Wahl in Mexikos Geschichte - Dutzende Politiker getötet

MEXIKO-STADT: Mehr Ämter standen an einem Wahltag in Mexiko noch nie auf dem Spiel: Die Bürger des lateinamerikanischen Landes entscheiden am Sonntag über mehr als 20.000 Posten. Besetzt werden unter anderem alle 500 Sitze in Mexikos Parlamentsunterhaus, der Abgeordnetenkammer, sowie 15 der 31 Gouverneursstellen. Der Großteil der restlichen Posten ist auf Gemeindeebene, darunter knapp 2000 Bürgermeisterämter.

Seit dem Wahlkampfstart im September wurden nach Zahlen der Beraterfirma Etellekt mindestens 89 Politiker, darunter 35 Kandidaten, sowie Dutzende ihrer Angehörigen und Mitarbeiter getötet. Nach einem Bericht des Thinktanks International Crisis Group ist die Gewalt auf einen Konkurrenzkampf zwischen kriminellen Gruppen um Einfluss auf die korrupten Institutionen des Staats zurückzuführen.

Beobachter werten die Wahlen auch als Referendum über die Arbeit des Staatspräsidenten Andrés Manuel López Obrador nach knapp der Hälfte seiner sechsjährigen Amtszeit. Die Gewalt im sogenannten Drogenkrieg hat er bislang nicht in den Griff bekommen. Auch ist Mexiko eines der am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Länder.

Dennoch genießt López Obrador vor allem dank seiner volksnahen Eigendarstellung in Umfragen Zustimmungswerte um die 60 Prozent. Der Populist pflegt aber auch einen paternalistisch anmutenden Regierungsstil und greift Kritiker und unabhängige Institutionen an.


Marxist oder Rechtspopulistin: Peruaner wählen neuen Präsidenten

LIMA: Bei der Präsidentenwahl in Peru kommt es am Sonntag zu einem Kräftemessen der politischen Extreme. Die Peruaner haben die Wahl zwischen dem marxistischen Dorfschullehrer Pedro Castillo und der Rechtspopulistin Keiko Fujimori, Tochter des früheren autoritären Präsidenten Alberto Fujimori. In den letzten Umfragen vor der Stichwahl lagen die beiden Bewerber fast gleichauf.

Castillo will im Fall eines Wahlsiegs einen sozialistischen Staat aufbauen, die Medien stärker kontrollieren und das Verfassungsgericht abschaffen. Fujimori steht für eine neoliberale Wirtschaftspolitik und eine Sicherheitsstrategie der harten Hand. In den vergangenen Jahren war sie allerdings selbst mehrfach in Untersuchungshaft. In einem laufenden Korruptionsverfahren droht ihr eine langjährige Freiheitsstrafe.

Ihr Vater Alberto Fujimori verbüßt wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen eine 25-jährige Haftstrafe. In seiner Amtszeit (1990-2000) ließ Fujimori Sicherheitskräfte rigoros gegen linke und angeblich subversive Kräfte vorgehen, das Parlament wurde entmachtet. Zudem wurden Zehntausende indigene Frauen zwangssterilisiert. Keiko Fujimori will im Falle eines Wahlsiegs ihren Vater begnadigen.

Peru leidet besonders stark unter der Corona-Pandemie: Es gehört zu den Ländern mit der höchsten Sterblichkeitsquote weltweit, zudem brach die Wirtschaft im vergangenen Jahr um 12,9 Prozent ein.


Landtagswahl in Sachsen-Anhalt als Stimmungstest

MAGDEBURG: Im ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt wird am Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Die Wahl ist das letzte Kräftemessen der deutschen Parteien vor der Bundestagswahl Ende September.

Die meisten Umfragen sagen einen Sieg der Christdemokraten von Ministerpräsident Reiner Haseloff voraus. In einer einzigen Befragung hatte die AfD die Nase vorn. Diese steht in Sachsen-Anhalt wegen Rechtsextremismus-Verdachts im Visier des Verfassungsschutzes.

Haseloff regiert in Magdeburg in einer sogenannten «Kenia»-Koalition mit Sozialdemokraten und Grünen, die er, je nach Umfrage, fortsetzen könnte. Auch andere Dreier- oder auch ein Viererbündnis sind denkbar. Im neuen Parlament werden voraussichtlich sechs Parteien vertreten sein. Bündnisse mit der AfD schließen alle anderen Parteien aus.

Insgesamt sind in dem recht kleinen Bundesland 1,8 Millionen Bürger zur Wahl aufgerufen. Mit ersten Prognosen der Fernsehsender zum Wahlausgang wird gleich mit Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr gerechnet, mit ersten Hochrechnungen bald danach. Das vorläufige amtliche Endergebnis dürfte gegen Mitternacht vorliegen.


Bürgermeisterkandidat vor Mega-Wahl erschossen

CAZONES DE HERRERA: Wenige Stunden vor der Parlaments- und Kommunalwahl in Mexiko ist im Osten des Landes ein weiterer Kandidat getötet worden. René Tovar Tovar sei im Bundesstaat Veracruz erschossen worden, berichtete die Zeitung «Milenio» am Samstag. Der Lokalpolitiker von der Partei Movimiento Ciudadano bewarb sich bei der Wahl am Sonntag für das Amt des Bürgermeisters in der Ortschaft Cazones de Herrera.

«Wir verurteilen diesen schrecklichen Mord an unserem Kandidaten», schrieb der örtliche Parteichef Sergio Gil Rullán auf Twitter. «Wir rufen die Regierung auf, ihre Arbeit zu erledigen und Frieden und Sicherheit zu garantieren.»

Bei der Wahl am Sonntag werden mehr als 20.000 Posten vergeben. Alle Parlamentarier der Abgeordnetenkammer werden neu gewählt sowie 15 der 31 Gouverneure. Zudem werden zahlreiche Ämter auf regionaler und lokaler Ebene neu besetzt. Im Wahlkampf wurden bereits Dutzende Kandidaten sowie Angehörige und Mitarbeiter getötet. Hinter den Anschlägen stehen meist kriminelle Gruppen oder politische Konkurrenten.


Fünf Tote und mehrere Verletzte bei Messerattacke

PEKING: Ein Mann hat im Osten Chinas Behörden zufolge Passanten mit einem Messer angegriffen und fünf getötet.

Weitere 15 seien bei dem Vorfall am Samstagnachmittag in einer Fußgängerzone in Anqing in der Provinz Anhui verletzt worden, teilte das Sicherheitsbüro der Stadt mit. Polizisten nahmen den Angreifer demnach vor Ort fest. Das Motiv des Mannes war zunächst nicht bekannt. Auf Fotos war der mutmaßliche Täter mit einem an dem Kopf befestigten weißen Stoff zu sehen.


Drosten: Plausibelste Quelle für Corona ist Chinas Pelzindustrie

ZÜRICH/BERLIN: Der Berliner Virologe Christian Drosten sieht unter den verschiedenen Hypothesen zur Herkunft von Sars-CoV-2 den Weg über die Pelzindustrie als plausibelste an. «Ich habe dafür keinerlei Belege, außer die klar belegte Herkunft von Sars-1, und das hier ist ein Virus der gleichen Spezies. Viren der gleichen Spezies machen die gleichen Sachen und haben häufig die gleiche Herkunft», sagte Drosten dem Schweizer Online-Magazin «Republik». In den Jahren 2002 und 2003 hatte eine von China ausgehende Infektionswelle weltweit zu etwa 800 Todesopfern geführt. Die Erkrankung wurde Schweres Akutes Atemwegssyndrom (Sars) genannt. Der Ende 2019 erstmals nachgewiesene Erreger Sars-CoV-2 ist mit dem damaligen Virus sehr eng verwandt.

Beim ersten Sars-Virus seien die Übergangswirte Marderhunde und Schleichkatzen gewesen, sagte Drosten. «Das ist gesichert.» In China würden Marderhunde nach wie vor in großem Stil in der Pelzindustrie verwendet. Dabei würden immer wieder auch wilde Marderhunde in die Zuchtbetriebe gebracht, die zuvor Fledermäuse - die als wahrscheinlichster Ursprung von Sars-CoV-2 gelten - gefressen haben können. «Marderhunden und Schleichkatzen wird lebendig das Fell über die Ohren gezogen», erklärte der Charité-Virologe. Die stoßen Todesschreie aus und brüllen, und dabei kommen Aerosole zustande. Dabei kann sich dann der Mensch mit dem Virus anstecken.»

Für ihn sei überraschend gewesen, dass diese Zucht überhaupt noch einmal als möglicher Ausgangspunkt einer Pandemie infrage kommen würde - bis vor kurzem habe er «in der naiven Vorstellung» gelebt, dass Schleichkatzen und Marderhunde als bekannte potenzielle Übergangswirte inzwischen kontrolliert würden. «Für mich war das eine abgeschlossene Geschichte. Ich dachte, dass diese Art von Tierhandel unterbunden worden sei und dass das nie wieder kommen würde. Und jetzt ist Sars zurückgekommen.»


Macron kündigt Reformprozess zu Frankreichs Justizsystem an

PARIS: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat einen großen Reformdialog über das Justizwesen im Land angekündigt. Der Prozess soll im Herbst starten, wie die Deutsche Presse-Agentur am Samstag vom Élyséepalast in Paris erfuhr. Neben Staatsanwälten, der juristischen Gemeinschaft, Frankreichs oberstem Straf- und Zivilgericht und Sicherheitskräften soll auch die Zivilgesellschaft an dem Austausch beteiligt werden. Frankreichs Justizminister Éric Dupond-Moretti soll den Dialog steuern.

Über mehrere Wochen hinweg sollen Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Gruppen dann unter anderem über die Prioritäten, Mittel und das Bild der Justiz beraten. Auch welchen Stellenwert die Justiz innerhalb der französischen Gesellschaft einnimmt, soll Thema sein. Es gehe dabei um eine systematische Reform des Justizwesen, hieß es aus dem Präsidentenpalast.

Macron folgt mit der Ankündigung einer Bitte der Präsidentin und des Generalstaatsanwalts des Kassationsgerichts, Frankreichs oberstem Gericht in Straf- und Zivilsachen. Sie hatten beklagt, dass die Justiz an Sinn verliere und das System von Grund auf neu gedacht werden müsse, wie es aus dem Élysée hieß. Macron hatte die beiden am Freitagabend getroffen.


Protest in Minneapolis nach Tod von Afroamerikaner bei Polizeieinsatz

MINNEAPOLIS: In der US-Stadt Minneapolis ist es nach dem Tod eines Afroamerikaners durch die Polizei erneut zu Protesten gekommen. Am Freitagabend (Ortszeit) versammelten sich Menschen zu der Mahnwache für den Mann, der am Donnerstag bei einer Festnahmeaktion von Beamten erschossen worden war. Laut US-Medienberichten gerieten einzelne Demonstranten dabei mit der Polizei aneinander. Auf Bildern war zu sehen, wie Mülltonnen brannten.

Nach Angaben der Polizei hatten Beamte den Mann am Donnerstag in einem Parkhaus wegen eines ausstehenden Haftbefehls festnehmen wollen. Beamte hätten bei der Festnahme auf ihn geschossen, er sei noch vor Ort gestorben. Nach bisherigen Ermittlungen habe der Mann aus dem Auto geschossen, erklärte die Polizei weiter. Eine Untersuchung laufe. US-Medien zufolge handelt es sich bei dem Toten um einen 32 Jahre alten Afroamerikaner, Vater von drei Kindern.

In Minneapolis war vor einem Jahr, am 25. Mai 2020, der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz getötet worden. Der Fall löste damals landesweite Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt aus. Auf Videos ist dokumentiert, wie Polizisten den Unbewaffneten zu Boden drückten. Der weiße Ex-Polizist Derek Chauvin presste sein Knie gut neun Minuten lang auf Floyds Hals, bis dieser starb. Chauvin wurde verurteilt. Das Strafmaß steht noch aus.


Mindestens 100 Menschen sterben in Burkina Faso bei Angriff auf Dorf

OUAGADOUGOU: Bei einem Überfall im westafrikanischen Burkina Faso sind mindestens 100 Menschen getötet worden. Der «barbarische Angriff» habe sich in der Nacht von Freitag auf Samstag ereignet, sagte der Präsident Roch Kabore am Samstag auf Facebook. Bewaffnete hätten das Dorf Solhan in der nördlich gelegenen Sahel-Region angegriffen, hieß es weiter. Er habe eine dreitägige Staatstrauer angeordnet, sagte Kabore. Sicherheitskräfte seien bereits unterwegs um die Täter der «schändlichen» Tat aufzuspüren.

Burkina Faso liegt in der Sahelzone - einem Gebiet, das sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt. Dort sind bewaffnete Gruppen aktiv, von denen einige dem Islamischen Staat (IS) oder Al-Kaida die Treue geschworen haben. Burkina Faso blieb lange von Attacken verschont, doch stieg ihre Zahl seit 2015 deutlich an. Ende April wurden zwei Spanier und ein Ire bei einem Anschlag auf einen Militärkonvoi getötet.


Teile Italiens Rechter denken über Partei-Zusammenschluss nach

ROM: In Italiens Mitte-Rechts-Block kursiert die Idee über eine Verschmelzung der konservativen Partei Forza Italia (FI) von Silvio Berlusconi und der rechten Lega von Matteo Salvini. Die rechtsradikale Partei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) von Giorgia Meloni will laut Medienberichten vom Samstag nicht mit einsteigen. In Berlusconis Partei soll es Widerstand geben, aus Angst davor, dass die FI damit gewissermaßen verramscht werden könnte. Aus Lega-Kreisen hieß es, es gehe nicht um eine «Annektierung», sondern um eine Zusammenarbeit für Italien. Mitte kommender Woche soll es weitere Gespräche geben.

FI und Lega sind Teil der aktuellen, von vielen Parteien unterstützten Regierung aus Experten und Politikern unter Ex-EZB-Chef Mario Draghi. Giorgia Meloni ist in einer Mini-Opposition. Umfragen zufolge erhielten die drei Parteien zuletzt wieder mehr Zustimmung und könnten zusammen auf deutlich mehr als 40 Prozent der Wählerstimmen kommen.

Die Pläne folgen etwa eine Woche nach der Gründung der neuen Mitte-Rechts-Fraktion «Coraggio Italia» (Mut Italien) im italienischen Parlament. «In einem gemeinschaftlichen Klima haben wir die Hypothese eines Bundes von Mitte-Rechts-Kräften bewertet», twitterte Berlusconi, der sich derzeit zu Hause von den Folgen seiner Corona-Infektion erholt, am Freitag nach einem Video-Parteigipfel.

Ex-FI-Mitglied und Mitbegründer von «Coraggio Italia» Giovanni Toti bewertete die Idee einer vereinten Partei im Interview der Zeitung «La Repubblica» (Samstag) als «sehr ambitioniert». Die Idee fällt auch in eine laufende Debatte, in der die Rechten um Kandidaten für anstehende Bürgermeisterwahlen etwa in Rom und Mailand streiten.


Flughafen in Goma soll nach Vulkanausbruch wieder Betrieb aufnehmen

GOMA: Nach dem verheerenden Ausbruch des Vulkans Nyiragongo im Osten der Demokratischen Republik Kongo soll der Flughafen der Millionenstadt Goma den Betrieb wieder aufnehmen. Dies gab der Minister für Transport Chérubin Okende am Samstag in einer Mitteilung bekannt. Messungen hätten ergeben, dass die Zahl und Stärke der Erdstöße abgenommen habe, hatte das vulkanologische Institut in Goma am Freitag mitgeteilt.

Vor genau zwei Wochen, am 22. Mai, war der 3470 Meter hohe Nyiragongo, der als einer der aktivsten Vulkane der Welt gilt, ausgebrochen. Sein Krater erhebt sich kaum 20 Kilometer nördlich von Goma. Ein Teil der Lava hatte sich Richtung Goma gewälzt, stoppte aber 300 Meter vor dem Flughafen der Grenzstadt.

Goma, die Hauptstadt der Provinz Nord-Kivu, war teilweise zwangsgeräumt worden, mehr als 400.000 Bewohner flohen vor Lavaströmen und andauernden Erdbeben in das Umland. Nach Angaben von Hilfsorganisationen leben seither viele Menschen in Notquartieren, in überfüllten Schulen, Kirchen oder bei Gastfamilien. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind mindestens 1000 Gebäude in Goma beschädigt worden und müssen repariert werden.


Deutscher Junge bei Sturz aus Hotel auf Mallorca schwer verletzt

PALMA: Ein Junge aus Deutschland hat sich bei einem Sturz aus dem zweiten Stockwerk eines Hotels auf Mallorca schwere Kopfverletzungen zugezogen.

Der Zehnjährige sei am Freitagabend aus noch ungeklärter Ursache aus dem Hotel in Cala Millor im Osten der Insel in die Tiefe gestürzt, bestätigte die Polizei einen Bericht der Zeitung «Crónica Balear». Der Junge sei ins Krankenhaus gebracht worden und werde dort auf der Intensivstation behandelt. Sein Zustand sei ernst, aber stabil, teilte das Krankenhaus am Samstag mit. Woher der Junge in Deutschland kommt, wurde zunächst nicht bekannt.


Seenotretterschiff «Sea-Eye 4» in Palermo festgesetzt

PALERMO: Die italienischen Behörden haben das Schiff der deutschen Seenotretter Sea-Eye im Hafen der sizilianischen Stadt Palermo festgesetzt. Man wisse nicht, für wie lange die «Sea-Eye 4» dort bleiben müsse, sagte der Sprecher der Organisation, Gorden Isler, der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Als Grund hatten die Behörden ihm zufolge unter anderem angeführt, dass zu viele Menschen auf dem Schiff transportiert wurden.

Dies begründeten die Behörden laut Isler damit, dass das Schiff nicht als Rettungsschiff klassifiziert ist und deshalb andere Regeln zum Beispiel beim Abwassersystem oder der erlaubten Zahl von Menschen an Bord gelten. Das Problem für die Organisation sei, dass es unter der deutschen Flagge die von den italienischen Behörden verlangte Rettungsschiff-Klassifizierung nicht gebe. Sea-Eye fordert deshalb Unterstützung aus Deutschland.

Die «Sea-Eye 4» hatte bei ihrem zurückliegenden Einsatz im Mai nach eigenen Angaben 408 Bootsmigranten aus dem zentralen Mittelmeer gerettet und sie nach Pozzallo auf Sizilien gebracht. Von dort setzte die Crew der privaten Organisation für die Zeit der Quarantäne und zur Wartung des Schiffes später nach Palermo über. Der Bürgermeister der Stadt ernannte die Schiffscrew am Freitagabend wegen ihres Engagements zu Ehrenbürgern.


Voranhörung im Fall um Sohn von Fünf-Sterne-Gründer

TEMPIO PAUSANIA: Im Fall einer mutmaßlichen Vergewaltigung durch den Sohn des Gründers der italienischen Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) hat die Staatsanwaltschaft auf Sardinien Anklage beantragt. Das berichteten mehrere italienische Medien am Samstag. Dem Sohn von Beppe Grillo und drei Freunden wird vorgeworfen, im Juli 2019 eine junge Frau vergewaltigt zu haben. Es soll auch Bilder davon geben, wie es in den Berichten hieß. Der Fall und eine hitzige Videobotschaft von Vater Grillo hatten in Italien für eine Debatte gesorgt.

Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete am späten Freitagabend, die Voranhörung sei für den 25. Juni angesetzt. Damit will das Gericht etwa mit Blick auf die vorliegenden Beweise feststellen, ob es zu einem Prozess kommen kann. Die Angeklagten hatten sich laut Medien gegen die Vorwürfe gewehrt.

Im April hatte Berufskomiker und M5S-Gründer Beppe Grillo seinen Sohn in einer Videobotschaft verteidigt. Er hatte damals gesagt, es sei eigenartig gewesen, dass die Frau damals die Anzeige erst nach acht Tagen erstattet habe. Wenn sein Sohn ein Vergewaltiger wäre, hätte man ihn sofort festnehmen und verhören müssen.

Das Video sorgte für Empörung in Italien. «Opfer zu verunglimpfen und sie lächerlich zu machen ist eine alte Herangehensweise», hatte die Anwältin Giulia Bongiorno, die die Frau vertritt, damals gesagt. Politiker anderer Parteien hatten Grillo unter anderem vorgeworfen, die Glaubwürdigkeit des Opfers damit in Frage stellen zu wollen.


Ruhr Games: BMX, Klettern, Live-Kunst einer Fußball-Olympiasiegerin

BOCHUM: Ihren größten sportlichen Erfolg feierte Josephine Henning 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Mit den deutschen Fußball-Frauen gewann sie die Goldmedaille. Zwei Jahre später beendete Henning ihre aktive Laufbahn und verschrieb sich zu 100 Prozent ihrer Leidenschaft, der Kunst. Ein Schwerpunkt ihres Schaffens ist das «Live Painting». «Live-Painting ist eine echte Herausforderung. Wenn ich mit dem Bild beginne, habe ich noch keine Vorstellung, was am Ende dabei herauskommen wird», sagte die 31-Jährige «dfb.de» im Frühjahr am Rande ihrer Ausstellung im Sport- und Olympiamuseum in Köln.

Am Wochenende demonstriert Josephine Henning ihre Kunst bei den 4. Ruhr Games in Bochum, dem größten Jugendsport-Festival Europas mit 5600 Athleten aus 16 Sportarten und einem umfangreichen Kulturprogramm. Henning fing als ein Top-Act am Freitag und Samstag die Radartisten im Rahmen der BMX-EM und die Finals im Speed-Klettern ein. Die Atmosphäre, die sie ansonsten gewohnt ist, fehlte natürlich, weil Zuschauer wegen der Corona-Pandemie nicht zugelassen waren. «Ich male oft vor einem großen Publikum, das mir direktes Feedback gibt. Das kann positiv oder negativ sein, es darf mich beim Malen aber nicht beeinflussen», erklärt Henning.

In Bochum waren es Fotografen oder Teilnehmer, die ihre Performance mit großem Interessen verfolgten und einfingen. Josephine Henning kann auch mit ihrer Leidenschaft nach dem Sport Geld verdienen - einfach ist das aber nicht immer: «Manchmal fällt es mir schwer, mich von meinen Bildern zu trennen. Mir ist es wichtig, dass meine Werke bei dem neuen Besitzer weiterleben und den Menschen Freude bereiten. Wenn das gewährleistet ist, kann ich gut loslassen.»


Abholzung des Amazonaswaldes geht auf Rekordniveau weiter

RIO DE JANEIRO: Im brasilianischen Amazonasgebiet sind allein im Mai 1180 Quadratkilometer Regenwald abgeholzt worden - also etwas mehr als die Gesamtfläche Hongkongs. Dies ist eine Steigerung um 41 Prozent im Vergleich zum Mai vergangenen Jahres und der dritte Monat hintereinander, in dem die Abholzung des Amazonaswaldes Höchstwerte erreicht, wie aus Daten des Nationalen Instituts für Weltraumforschung (Inpe) am Freitag hervorging. Zudem wurde im Mai erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen eine Fläche von über 1000 Quadratkilometern abgeholzt.

Der Anteil Brasiliens am Amazonasgebiet, das sich über neun brasilianische Bundesstaaten erstreckt und als wichtiger CO2-Speicher gilt, entspricht flächenmäßig der Größe Westeuropas. Dem südamerikanischen Land wird deshalb eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz zugeschrieben. Der US-Klimabeauftragte John Kerry hatte Brasilien im Kampf gegen den Klimawandel und zum Erhalt des Amazonasgebiets zuletzt in die Pflicht genommen.

«Die vorläufigen Daten zur Abholzung verdeutlichen noch mehr, wie sehr eines der größten Reservate der Biodiversität des Planeten Tag für Tag Risiken ausgesetzt wird», hieß es in einer Mitteilung von Greenpeace Brasilien. Für die Klima-Denkfabrik «Observátorio do Klima» sind die Mai-Daten umso besorgniserregender, als die Trockenzeit im Amazonasgebiet erst beginnt: «Wenn sich die Tendenz in den kommenden zwei Monaten fortsetzt, könnte die Entwaldungsrate 2021 mit einem beispiellosen Hoch enden.» Die Rate bezieht sich auf den Zeitraum von August bis Juli.

Beide Organisationen kritisierten auch Staatspräsident Jair Bolsonaro und Umweltminister Ricardo Salles, bei dem die Bundespolizei Hausdurchsuchungen wegen des Verdachts auf mutmaßlichen illegalen Holzexport vornahm. Bolsonaro befürwortet die Öffnung Amazoniens für die wirtschaftliche Ausbeutung. Ihm wird vorgeworfen, ein Klima geschaffen zu haben, in dem sich Farmer immer mehr zur Landnahme für agrarwirtschaftliche Nutzung ermutigt fühlen. Zugleich wurden Umwelt- und Kontrollbehörden geschwächt. Auch zerstört der illegale Goldabbau zunehmend indigene Gebiete. Er steht häufig am Beginn einer Kette, in der dann Holzfäller und Viehzüchter folgen.


EU setzt Luftraum-Sperre für Flugzeuge aus Belarus in Kraft

BRÜSSEL: Fluggesellschaften aus der ehemaligen Sowjetrepublik Belarus dürfen seit Samstagmorgen nicht mehr in den Luftraum der EU fliegen und damit auch nicht mehr auf Flughäfen in den EU-Staaten starten oder landen. Mit der um Mitternacht in Kraft getretenen Strafmaßnahme reagiert die EU darauf, dass belarussische Behörden vor rund zwei Wochen eine Ryanair-Passagiermaschine auf dem Weg von Athen nach Vilnius zur Zwischenlandung in Minsk zwangen und einen an Bord befindlichen Regierungskritiker und dessen Freundin festnahmen. Der Blogger Roman Protassewitsch und seine Partnerin Sofia Sapega sind seitdem in Haft.

In dem Sanktionsbeschluss der EU heißt es, der Vorfall mache die Unzuverlässigkeit der belarussischen Luftfahrtbehörden deutlich und stelle einen weiteren Schritt zur Repression der Zivilgesellschaft und der demokratischen Opposition in Belarus dar. Unter Verweis auf eine von Belarus behauptete Bombendrohung gegen die Ryanair-Maschine ist von gefälschten Beweisen die Rede.

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