Neues aus dem Ausland am Samstag

Neues aus dem Ausland am Samstag

Libyens Abgeordnete einigen sich auf Sitzungsort des Parlaments

TANGER/TRIPOLIS: 123 von rund 180 Abgeordneten aus Libyens gespaltenem Parlament haben sich auf einen Ort für ein gemeinsames Treffen geeinigt. Die erste offizielle Zusammenkunft soll in der Oasenstadt Ghadames nahe der tunesischen und algerischen Grenze stattfinden, wie Teilnehmer einer viertägigen Gesprächsrunde im marokkanischen Tanger am Samstag in ihrer Abschlusserklärung mitteilten. Dort sollen gemeinschaftlich alle notwendigen Schritte zu Vereinigung des Repräsentantenhauses eingeleitet werden. Die Gruppe verpflichtete sich zudem, baldige Präsidentschafts- und Parlamentswahlen zu unterstützen sowie die Spaltung zu beenden.

Libyen ist seit 2014 in zwei militärische und politische Lager geteilt, die mit Verbündeten um die Macht im Land ringen. In der Hauptstadt Tripolis hat die von den UN anerkannte Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch ihren Sitz. In Tobruk im Osten sitzt das Parlament mit Agila Saleh als Vorsitzendem. Die meisten Abgeordneten des früheren Nationalkongresses, dem 2016 aufgelösten Parlament von Tripolis, sitzen heute im Hohen Staatsrat mit Chalid al-Mischri als Vorsitzendem. Der Rat hat beratende Funktion.

Das Treffen in Tanger markiert die erste Begegnung der Abgeordneten aus der Hauptstadt Tripolis und Tobruk in Ost-Libyen seit Jahren. Bei dem Treffen in Marokko sollte neben dem Ort auch ein Termin für eine erste offizielle Sitzung des vereinten Parlaments in Libyen bestimmt werden. Dazu gab es zunächst keine Informationen. Ziel in den laufenden politischen Verhandlungen unter UN-Vermittlung sind Wahlen in Libyen im Dezember 2021.


Montenegro verweist serbischen Botschafter des Landes

PODGORICA: Die voraussichtlich noch vier Tage im Amt befindliche Regierung Montenegros hat den Botschafter Serbiens zur unerwünschten Person erklärt und des Landes verwiesen. Der Diplomat Vladimir Bozovic habe sich in die inneren Angelegenheiten des Gastlandes eingemischt und damit gegen geltendes Völkerrecht verstoßen, teilte das montenegrinische Außenministerium am Samstag in Podgorica mit.

In Montenegro regiert seit fast 30 Jahren in unterschiedlichen Funktionen Präsident Milo Djukanovic. Er hatte das kleine Balkanland 2006 in die Unabhängigkeit von Serbien und 2017 in die Nato geführt. Im August verlor seine Regierungspartei DPS die Parlamentswahl. Am kommenden Mittwoch soll das Parlament über eine neue Regierung abstimmen, hinter der ein breites Oppositionsbündnis steht.

Dominierende Kraft in dieser Koalition ist die pro-serbische und pro-russische Demokratische Front (DF). Die kleineren Bündnispartner sind pro-westlich ausgerichtet, wollen aber wie das DF die angebliche Allmacht von Djukanovic brechen. In den Koalitionsverhandlungen wurde vereinbart, dass die Nato-Mitgliedschaft und der EU-Beitrittsprozess nicht in Frage gestellt werden sollen.

Djukanovic bemüht sich, eine auf Prinzipien des Bürgerstaats beruhende montenegrinische Identität zu stärken. Serbien versucht demgegenüber immer wieder, das Land in seine Einflusssphäre zu ziehen. Über die serbisch-orthodoxe Kirche, Diplomaten und mediale Interventionen propagiert Belgrad das völkische Konzept der «serbischen Welt», das die ethnischen Serben außerhalb Serbiens zu vereinnahmen trachtet. Bei der Volkszählung 2011 bezeichneten sich 29 Prozent der Bürger Montenegros als Serben.


Rollstuhlbasketballerinnen sind «Para-Mannschaft des Jahrzehnts»

DÜSSELDORF: Die Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Damen ist zur «Para-Mannschaft des Jahrzehnts» gewählt worden. Nach Ehrungen als Mannschaft des Jahres 2011, 2012, 2014 und 2015 setzte sich das Team bei einer Internet-Wahl mit 37,93 Prozent der mehr als 10.000 Stimmen durch. Zweiter wurde die 4x100-Meter-Staffel der Leichtathleten (29,33), Dritter wurden die Goalball-Herren (13,84).

«Diese Mannschaft hat in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich Spitzenerfolge erzielt: viermal Mannschaft des Jahres im deutschen Para Sport, Paralympics-Siegerinnen, zwei EM- und zwei Vize-WM-Titel. Viel mehr kann man kaum erreichen», sagte Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbands (DBS). Bei jedem Großereignis seit 2005 haben die Rollstuhlbasketballerinnen eine Medaille gewonnen. Hervor sticht die goldene bei den Paralympics 2012. Für die nächsten Spiele, die 2021 in Tokio stattfinden sollen, sind sie bereits qualifiziert.

Neben der Sprint-Staffel und den Goalballern standen auch noch alle anderen Mannschaften des Jahres aus dem vergangenen Jahrzehnt zur Wahl: das Radsport-Team von 2010, die Ski-nordisch-Staffel von 2018 und die Rollstuhlbasketball Herren U22 von 2013.

Zuvor war die ehemalige Monoskifahrerin Anna Schaffelhuber zur «Sportlerin des Jahrzehnts» gewählt worden, Weitsprung-Weltrekordler Markus Rehm gewann bei den Männern. Zudem hatte der kleinwüchsige Kugelstoßer Mathias Mester für seine Medienaktivitäten in der Corona-Krise den Sonderpreis «Besondere Leistung 2020» erhalten.


Neuer Sonntagsprotest gegen Lukaschenko geplant

MINSK: Ungeachtet massenhafter Festnahmen bei Protesten gegen den Machthaber Alexander Lukaschenko ruft die Opposition in Belarus (Weißrussland) zu neuen Aktionen am Sonntag (ab 10.00 Uhr MEZ) auf. Beim «Marsch der Nachbarn» sollen sich die Menschen zunächst in ihren Wohnvierteln versammeln und sich dann zu größeren Protestzügen zusammenschließen.

Am vergangenen Sonntag hatten die Sicherheitskräfte zur Abschreckung Leucht- und Lärmgranaten gezündet. Das Menschenrechtszentrum Wesna sprach von 300 Festnahmen.

In Belarus gibt es seit der umstrittenen Präsidentenwahl am 9. August Streiks und Massenproteste gegen Lukaschenko. Der 66-Jährige hatte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen nach 26 Jahren im Amt erneut zum Sieger erklären lassen. Die Opposition sieht dagegen die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja als wahre Gewinnerin an.

Die Demokratiebewegung fordert seit Wochen Lukaschenkos Rücktritt, ein Ende der Polizeigewalt gegen friedliche Demonstranten, die Freilassung aller politischen Gefangenen und Neuwahlen. Der Langzeitpräsident hatte einen Rücktritt oder eine Machtübergabe bislang stets abgelehnt. Allerdings stellte er eine neue Verfassung in Aussicht, ohne jedoch ein Datum dafür zu nennen.


AfD-Bundesparteitag beschließt sozialpolitisches Konzept

KALKAR: Der AfD-Bundesparteitag hat ein sozialpolitisches Konzept beschlossen und damit eine bislang bestehende programmatische Lücke geschlossen. Ein entsprechender Antrag wurde am Samstag von den mehr als 500 Delegierten nach mehrstündiger Debatte mit fast 89 Prozent der Stimmen verabschiedet. Er enthält Leitlinien zur Gesundheitspolitik und Vorschläge zur Rentenversicherung.

Der Bundesvorsitzende Tino Chrupalla betonte in seiner Rede zur Eröffnung des Parteitags, das AfD-Konzept schaffe es, dass die Leistungsbereitschaft und das Engagement, das ein Mensch in jahrzehntelanger Arbeit für das Land erbringe, im Alter angemessen belohnt werde: «Wir garantieren allen Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, eine auskömmliche Rente.»

Bei der Rente fordert die AfD unter anderem Freiheit beim Zeitpunkt des Renteneintritts, die Abschaffung von Politikerpensionen, eine Altersvorsorge für Selbstständige und eine Stärkung der privaten Vorsorge vor. Die Leitlinien zur Gesundheitspolitik sehen unter anderem vor, die gesetzliche und die private Krankenversicherung zu stärken, die ambulante Versorgung von Patienten zu verbessern, die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel zu senken und die stationäre medizinische Versorgung im ländlichen Raum zu erhalten.


AfD beschließt nicht über Grundeinkommen für Deutsche

KALKAR: Obwohl sich beide Parteivorsitzende dafür ausgesprochen hatten, ist ein Antrag zur Erprobung eines Grundeinkommens auf dem AfD-Bundesparteitag gescheitert. Die Delegierten entschieden am Samstag im nordrhein-westfälischen Kalkar, über den Antrag des sozialpolitischen Sprechers der Bundestagsfraktion, René Springer, für ein «Staatsbürgergeld» nicht abzustimmen.

Das Konzept sieht vor, dass jeder deutsche Staatsangehörige, der sich dauerhaft im Inland aufhält, von Geburt an 500 Euro vom Staat bekommt - und zwar ohne Antrag und Bedarfsprüfung. Wer genug verdient, würde nach diesem Modell am Ende des Jahres weniger Einkommensteuer zahlen anstatt das Geld ausgezahlt zu bekommen - ähnlich wie heute schon beim Kindergeld. Ausländer sollen nach Vorstellungen der AfD-Politiker dagegen weiterhin einen Antrag stellen müssen, um nach einer Bedürftigkeitsprüfung Sozialleistungen zu beziehen.

Die Parteichefs Jörg Meuthen und Tino Chrupalla hatten sich vor dem Parteitag für eine Erprobung dieses Modells ausgesprochen. Der Bundestagsabgeordnete Albrecht Glaser warnte in Kalkar davor, über ein so komplexes Thema, das in der Programmkommission der AfD bisher nicht besprochen worden sei, zu entscheiden.


Zehntausende demonstrieren gegen umstrittenes Gesetz

PARIS: Nach mehreren Fällen brutaler Polizeigewalt sind in Frankreich Zehntausende Menschen aus Protest gegen ein umstrittenes Gesetz zum Schutz der Polizei auf die Straßen gegangen. Allein in Paris demonstrierten am Samstag etwa 46.000 Menschen, wie die französische Nachrichtenagentur AFP mit Verweis auf das Innenministerium berichtete. Laut Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin wurden in ganz Frankreich insgesamt 37 Polizisten und Gendarmen bei den Protesten verletzt. Er verurteilte die Gewalt via Twitter als inakzeptabel.

Die Pariser Polizei teilte mit, dass neun Personen festgenommen wurden. Zuvor hatte AFP von Ausschreitungen berichtet. Auch in der bretonischen Stadt Rennes war es demnach zu Zusammenstößen gekommen, die Polizei setzte Tränengas ein.

Das Sicherheitsgesetz soll laut Regierung die Polizei besser schützen und Videoaufnahmen von Polizeieinsätzen einschränken. Ein Artikel des Gesetzes sieht vor, die Veröffentlichung von Bildern von Sicherheitsbeamten im Einsatz unter Strafe zu stellen, wenn diese mit dem Ziel erfolgt, die körperliche oder seelische Unversehrtheit der Polizistinnen oder Polizisten zu verletzen. Eine Gefängnisstrafe von einem Jahr oder eine Strafe von 45.000 Euro könnten demnach die Konsequenz sein.

Erst diese Woche waren durch Videos zwei brutale Polizeieinsätze bekannt geworden: am Montag von einer aggressiven Räumung von Zelten von Migranten, am Donnerstag von einem Übergriff auf einen schwarzen Musikproduzenten. Viele sehen wegen des geplanten Gesetzes zudem die Pressefreiheit in Gefahr. Nachdem das Unterhaus dem Vorhaben am Dienstag zugestimmt hat, muss sich nun der Senat mit dem umstrittenen Gesetz auseinandersetzen.


Erneut Proteste gegen Abtreibungsverbot

WARSCHAU: Hunderte Menschen haben in Warschau erneut gegen die Verschärfung des Abtreibungsrechts demonstriert. Die Polizei habe die Demonstranten per Lautsprecher zum Fortgehen aufgefordert und versucht, sie einzukesseln, berichtete die Zeitung «Gazeta Wyborcza» am Samstag. «Wir haben ein Recht zu protestieren», skandierte die Menge demnach. Die Teilnehmer trugen Spruchbänder wie «Schreibt mir nicht vor, wie ich zu leben habe» oder «Weg mit der Regierung der Frauenhasser». Die Polizei habe mehrere Personen in Gewahrsam genommen, berichtete die Nachrichtenagentur PAP.

Die Organisatoren benannten den Roman-Dmowski-Platz im Stadtzentrum mit einem neuen Schild symbolisch in «Platz der Frauenrechte» um. In anderen polnischen Städten wie Krakau (Krakow) und Breslau (Wroclaw) fanden kleinere Kundgebungen statt. Anlass war der 102. Jahrestag der Einführung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts in Polen am 28. November 1918.

Im Oktober hatte das Verfassungsgericht in Warschau entschieden, dass Frauen in Polen selbst dann keine Abtreibung vornehmen dürfen, wenn das ungeborene Kind schwere Fehlbildungen aufweist. Seitdem gibt es Proteste. Das Abtreibungsrecht des stark katholisch geprägten Landes gehört ohnehin zu den strengsten in Europa.


Mehr als 600 Festnahmen in der Türkei wegen Terrorvorwürfen

ISTANBUL: Im Zuge eines großangelegten Anti-Terror-Einsatzes haben die türkischen Sicherheitsbehörden in den vergangenen zwei Tagen insgesamt 641 Verdächtige festgenommen.

Ihnen werden Verbindungen zur als terroristisch eingestuften und verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK nachgesagt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag berichtete. Es habe Razzien in 42 Städten und Provinzen gegeben. Dabei seien Pistolen, Gewehre, PKK-Dokumente und Datenträger sichergestellt worden. Zuletzt haben die türkischen Behörden die Verfolgung mutmaßlicher PKK-Unterstützer verstärkt. Die PKK, auch in Europa und den USA als Terrorgruppe eingestuft, bekämpft den türkischen Staat seit Jahrzehnten.


Weidel bricht TV-Interview ab

BERLIN: Die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel, hat einen Reporter des Fernsehsenders «Phoenix» mitten in einem Live-Interview stehen lassen. Der Reporter hatte Weidel am Samstag am Rande eines Bundesparteitages der AfD im nordrhein-westfälischen Kalkar die Frage gestellt: «Sozialpolitik, da ist sich die AfD ja auch nicht einig, soll es eher in die wirtschaftsliberale, mehr in die sozialpatriotische nennen sie es, andere sagen sozialnationalistische Richtung gehen?»

Weidel entgegnete: «Was bitte, was für eine Richtung?» Der Reporter gab zurück, er habe hier nur aus einem Presseartikel zitiert, ohne sich dessen Inhalt zu eigen zu machen. Sie lehne die Art der Fragestellung trotzdem ab, sagte Weidel. «Das ist eine Unverschämtheit», fügte sie hinzu, bevor sie das Interview schließlich abbrach und grußlos davonstürmte.

Weidel, die dem AfD-Bundesvorstand angehört, hatte vor der Bundestagswahl 2017 eine Talk-Runde vorzeitig verlassen, nachdem sie sich über den Gesprächsverlauf geärgert hatte.


Heftige Unwetter auf Sardinien - mindestens zwei Tote

ROM: Wassermassen in den Straßen, Tote und ein Brückeneinsturz: Auf der italienischen Mittelmeerinsel Sardinien hat ein Unwetter schwere Schäden angerichtet. Nach Angaben der Feuerwehr vom Samstagnachmittag starben zwei Menschen, einer davon im Alter von 90 Jahren in einem schlammbedeckten Haus. Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete unterdessen von drei Toten.

Zudem stürzte laut Feuerwehr eine Brücke bei der Ortschaft Bitti ein. Bis zum Nachmittag zählten die Rettungskräfte 150 Einsätze. Die Suche nach Vermissten gehe weiter.

Die Behörde für zivilen Schutz warnte davor, das Haus zu verlassen, da der Wasserstand sich sehr schnell ändern könne. Für die beliebte Urlaubsinsel Sardinien galt eine rote Wetter-Warnstufe. Auch die Insel Sizilien und die Regionen Kalabrien an der italienischen Stiefelspitze sowie die Basilikata seien von dem Unwetter betroffen, allerdings weniger stark. Die Wetterfront war aus dem Süden von Marokko und der Iberischen Halbinsel herangezogen. Auch für Sonntag mussten die Menschen mit heftigen Unwettern rechnen.

Bereits am vergangenen Wochenende hatten schwere Regenfälle in derselben Region Orte unter Wasser gesetzt und Landstraßen überschwemmt. Besonders dramatisch war die Hochwasserlage im Gebiet um die Stadt Crotone in Kalabrien. Dort waren Helfer mit Schlauchbooten und Amphibienfahrzeugen im Einsatz, um vom Wasser in Autos und Häusern eingeschlossene Menschen zu befreien. Die Feuerwehr sprach von 200 Rettungsaktionen. Verletzte hatte es demnach nicht gegeben.


Deutschland überstellt mutmaßliche Menschenschmuggler an Belgien

BRÜSSEL: Deutschland hat zwei Iraner an Belgien überstellt, die des Menschenschmuggels verdächtigt werden. Ein dritter Verdächtiger werde ebenfalls demnächst ausgeliefert, meldete die Nachrichtenagentur Belga am Samstag. Die drei Personen sollen zu einer Bande gehören, die Migranten auf Schlauchbooten von Frankreich nach Großbritannien schmuggelt.

Die Polizei hatte dem Bericht zufolge bereits im Mai ein in Deutschland zugelassenes Fahrzeug mit zwei Iranern gestoppt, das ein Schlauchboot sowie Rettungswesten und einen Außenbordmotor geladen hatte. In Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden habe sich herausgestellt, dass es sich um ein Netzwerk von Menschenschmugglern handele.

Auf Grundlage europäischer Haftbefehle seien die drei Verdächtigen im Großraum Düsseldorf und Dortmund gefasst worden. Sie sollen in Brügge vor Gericht kommen.


Taliban: Erste Einigung bei afghanischen Friedensgesprächen

DOHA/KABUL: Mehr als zwei Monate nach Beginn der afghanischen Friedensverhandlungen haben die Konfliktparteien nach Angaben der Taliban einen ersten wichtigen Fortschritt erzielt. Unterhändler der militant-islamistischen Gruppe und der Republik hätten in Katar wesentliche Verfahrensfragen für die Verhandlungen geklärt, teilte Talibansprecher Mohammed Naeem am Samstag mit. Kabuls Unterhändler äußerten sich zunächst nicht.

Beide Konfliktseiten einigten sich den Taliban zufolge auf 21 Grundsätze für die eigentlichen inhaltlichen Verhandlungen. Die Vereinbarung sei am 15. November in der katarischen Hauptstadt Doha ausgehändigt worden.

Berichte des afghanischen Senders Tolonews über einen Durchbruch hatte die Regierungsseite jüngst noch dementiert. Regierungssprecher Sedik Sedikki sagte am Mittwoch, dass einige Forderungen der Taliban nicht mit der Verfassung vereinbar seien. Details nannte Sedikki nicht.

Seit dem 12. September sprechen die Taliban mit Vertretern der afghanischen Republik über Frieden. Der Prozess war im Streit um die Verfahrensfragen ins Stocken geraten. Eine Waffenruhe lehnen die Taliban weiter ab. Das Gastgeberland Katar hatte die Rolle eines Vermittlers eingenommen. Der Konflikt im Land geht brutal weiter.


Schottische Regierungschefin: Unabhängigkeit ist in Sichtweite

EDINBURGH: Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat sich auf einem Online-Parteitag erneut für eine Unabhängigkeit ihres Landes vom Rest Großbritanniens stark gemacht. «Schottland ist ein Land, das kurz davor ist, Geschichte zu schreiben», sagte Sturgeon am Samstag auf dem Online-Event ihrer Scottish National Party (SNP). «Die Unabhängigkeit ist in Sichtweite - wenn wir gemeinsam zielstrebig und bescheiden sind und hart arbeiten, war ich mir niemals so sicher, dass wir es erreichen können.»

Noch immer brodelt das Bedürfnis vieler Schotten nach Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich - erst Recht nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU. In Umfragen zeichnete sich bereits ab, dass bei einem neuen Unabhängigkeitsreferendum die Mehrheit der Schotten für eine Abkoppelung vom Rest Großbritanniens stimmen würde. 2014 war das Votum dagegen ausgefallen.

Im kommenden Mai wird in Schottland ein neues Parlament gewählt. Im Fall eines Wahlsiegs ihrer Partei will Sturgeon danach ein neues Unabhängigkeitsreferendum erzwingen. Der britische Premier Boris Johnson hingegen will ein solches Votum unbedingt verhindern.


«The Toilet of England» - Anti-Brexit-Aktivisten bekleben Schilder

KENT: Wenige Wochen vor dem Ende der Brexit-Übergangsphase haben Anti-Brexit-Aktivisten in der britischen Grenzregion Kent mit beklebten Verkehrsschildern auf das drohende Chaos hingewiesen. «Welcome to Kent - The Toilet of England» («Willkommen in Kent - der Toilette Englands») lesen Autofahrer seit Ende der Woche an rund 30 Ortseingangsschildern, die von Aktivisten mit Stickern beklebt wurden. Normalerweise werden Ankommende auf den Schildern in Kent als «Garden of England» begrüßt.

Mit der neuen Bezeichnung will die pro-europäische Aktivistengruppe auf die langen Lkw-Staus aufmerksam machen, die nach dem Jahreswechsel in der Grenzregion drohen. Weil die Brexit-Übergangsphase zum Jahreswechsel endet, werden neue Kontrollen und Formalitäten notwendig. Prognosen zufolge könnten sich Tausende Lastwagen vor der Grenze ansammeln und Fahrer bis zu zwei Tage im Stau stehen. Die britische Regierung bereitet sich mit großen Mengen mobiler Toiletten darauf vor.

Von der Polizei in Kent hieß es, man sei sich der «kriminellen Beschädigungen» bewusst und führe Ermittlungen. Ein Sprecher der Aktivisten sagte jedoch am Samstag der Nachrichtenagentur PA zufolge, die Klebesticker seien leicht zu entfernen. «Wir hoffen, dass die Polizei in Kent Besseres mit ihrer Zeit zu tun hat - etwa herausfinden, wie die Menschen in Kent noch reisen können, wenn Tausende Lastwagen in der Region im Stau stecken.»


Maas ruft nach Tod von iranischem Atomphysiker zu Besonnenheit auf

TEHERAN/BERLIN: Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat nach einem tödlichen Angriff auf einen iranischen Atomwissenschaftler Besonnenheit angemahnt. Man rufe «alle Beteiligten eindringlich auf, von Schritten abzusehen, die zu einer weiteren Eskalation der Lage führen könnten», sagte er am Samstag den Zeitungen der Funke Mediengruppe mit Blick auf mögliche Verhandlungen zu Irans Atomprogramm. Zwar habe man noch keine eigenen Erkenntnisse zu dem Vorfall, klar sei aber, «dass die Tötung von Mohsen Fachrisadeh die Lage in der Region erneut zuspitzt - in einer Zeit, in der wir gerade eine solche Eskalation überhaupt nicht gebrauchen können».

Irans Außenminister Dschawad Sarif hatte auf Twitter insbesondere die Europäer aufgerufen, «ihre beschämenden Doppelstandards aufzugeben und diesen Akt des Staatsterrors zu verurteilen». Darauf ging Maas nicht ein.

Mohsen Fachrisadeh war am Freitag nach Angaben der iranischen Regierung in seinem Auto angeschossen und so schwer verletzt worden, dass er kurz darauf in einem Krankenhaus starb. Der Iran macht Israel und die USA für den Mordanschlag verantwortlich.

US-Präsident Donald Trump hatte ein internationales Abkommen mit dem Iran über das iranische Atomprogramm aufgekündigt und Wirtschaftssanktionen gegen Teheran verhängt. Iranische Beobachter sahen in dem Anschlag auch einen Versuch Israels und der abgewählten Regierung Trumps, einen Neuanfang der Beziehungen zwischen Teheran und Washington unter Trumps designiertem Nachfolger Joe Biden zu torpedieren. Wer hinter dem tödlichen Angriff steckt, ist noch unklar.


Rätselraten um Klimts lange verschollenes Frauen-Bildnis

PIACENZA: Ein Kunstkrimi um ein Gemälde von Gustav Klimt geht in eine neue Runde: Vor fast einem Jahr hatte die Wiederentdeckung des Werks «Bildnis einer Frau» in einem Müllsack international Schlagzeilen gemacht. Am Samstag stellte das Museum Ricci Oddi im norditalienischen Piacenza das Porträt der dunkelhaarigen Schönheit in einer Internetpräsentation der Öffentlichkeit wieder vor. Das Bild stelle heute einen Teil der Identität Piacenzas dar, sagte der Präsident des Museums. Aus der Galerie war das Werk des österreichischen Jugendstil-Malers vor mehr als zwei Jahrzehnten gestohlen worden. Dort war es dann im Dezember 2019 in einem überwucherten Gartengebäude plötzlich wieder aufgetaucht. «Endlich ist das Werk an seine Kommune und an Italien zurückgegeben worden», sagte Italiens Kulturminister, Dario Franceschini.

Viele Einzelheiten des Kriminalfalls gelten als mysteriös. Auch die Kunstwelt konnte noch nicht alle Geheimnisse des Frauenbildes lösen, das 1916/17 entstanden sein dürfte. Was mit dem Gemälde zwischen dem Verschwinden im Februar 1997 und dem Fund durch Gärtner 2019 passierte, ist bisher nicht öffentlich bekannt. Anfang 2020 meldeten sich zwei mutmaßliche Diebe. Die Ermittlungen zur Tat liefen noch, sagte eine Sprecherin des Museums kurz vor der Neu-Präsentation.

Kunstexperten sind nach Angaben der Galerie auch einem anderen Rätsel weiter auf der Spur: Gustav Klimt (1862-1918) hatte danach im Jahr 1910 erst ein jüngeres Mädchen gemalt. Es sei in der Form unter dem Titel «Backfisch» 1912 in Dresden gezeigt worden. Einige Zeit vor seinem Tod habe der Künstler das Gemälde mit der aktuellen Frau übermalt. Nach dem Grund dafür suchen Fachleute noch. Klimt schuf in dieser Phase eine Serie von Damenporträts.

Über das Kunstwerk und seine Geschichte ist in Italien vor kurzem ein Roman erschienen: «La modella di Klimt» (etwa: Klimts Model) lautet der Titel des Buches von Gabriele Dadati. Weil in dem Land alle Museen und Galerien wegen der Corona-Pandemie geschlossen sind, kann man das «Bildnis einer Frau» zunächst nicht als Besucher aus der Nähe sehen.


Gewalt im britischen Straßenverkehr deutlich gestiegen

LONDON: Im britischen Straßenverkehr ist die Zahl der gewalttätigen Angriffe einem Bericht zufolge deutlich gestiegen. Polizeibehörden verzeichneten dem Bericht von Sky News zufolge im vergangenen Jahr mehr als 3500 solcher Vorfälle - das sei ein Anstieg von mehr als 15 Prozent im Vergleich zum Jahr 2018. Der Sender berief sich am Samstag auf offizielle Zahlen der britischen Polizeibehörden, die unter dem Informationsfreiheitsgesetz angefordert worden seien. Die Opfer der Angriffe wurden demnach geschlagen, getreten, gebissen, angespuckt oder sogar mit Messern verletzt.

Vergleicht man die aktuellsten Zahlen der Gewalttaten mit 2017, liegt der Anstieg sogar bei mehr als einem Drittel (39 Prozent), wie es hieß. Es sei von einer recht hohen Dunkelziffer auszugehen, da nicht von allen Polizeibehörden Daten vorlägen.

Im Jahr 2020 gab es dem Bericht zufolge zwischen Januar und Oktober bereits 2300 gewalttätige Angriffe im Straßenverkehr in Großbritannien - obwohl pandemiebedingt weniger Menschen auf den Straßen unterwegs waren.

Der Fahrradverband Cycling UK bezeichnete die Zahlen als «alarmierend» und forderte die Polizei zu «null Toleranz gegenüber aggressivem Verhalten auf den Straßen» auf.


Frühe Hitzewelle - über 40 Grad in Sydney

SYDNEY: Eine frühe Hitzewelle bringt die Menschen im Osten Australiens ins Schwitzen. In der Küstenmetropole Sydney überschritten die Temperaturen nach Angaben der Meteorologiebehörde BoM am Samstag die 40 Grad, im Landesinneren in den Bundesstaaten New South Wales, Queensland und Victoria sowie in South Australia erreichten sie 42 Grad. Die Behörden in New South Wales warnten vor einem hohen Risiko von Buschfeuern.

Der Sommer auf der Südhalbkugel der Erde beginnt zeitgleich mit dem Winter im Norden. Im «schwarzen Sommer» 2019/2020 hatten verheerende Buschbrände auf dem fünften Kontinent mehr als zwölf Millionen Hektar Land verwüstet. Mehr als 30 Menschen und unzählige Tiere kamen um. Am vorigen Donnerstag prognostizierte die BoM allerdings für diese Saison einen eher nassen Sommer mit geringerer Brandgefahr.

Nach einer Mitte November veröffentlichten Studie erwärmt sich Australien stärker als der Durchschnitt des Planeten. Im sechsten Klimareport der Wissenschaftsbehörde Csiro und der BoM heißt es, das australische Klima habe sich seit 1910 durchschnittlich um 1,44 Grad Celsius erwärmt. Die Länge der Buschbrand-Saison nehme bereits seit den 1950er Jahren zu.


Eissturm - Tausende Menschen noch ohne Strom

WLADIWOSTOK: Rund zehn Tage nach einem Eissturm im äußersten Südosten Russlands sind noch immer Tausende Menschen ohne Strom. Angespannt ist die Lage vor allem auf der Insel Russki nahe der Großstadt Wladiwostok am Pazifik. Die Reparatur der Stromleitungen laufe unter Hochdruck, teilten die Behörden am Samstag mit. Die Bewohner vieler Dörfer dort sollten an diesem Wochenende wieder Licht einschalten können.

Der für den Fernen Osten zuständige Minister Alexej Tschekunkow hatte zuvor von insgesamt rund 4000 Menschen in der Region Primorje gesprochen, die seit Tagen im Dunkeln sitzen. Zu Spitzenzeiten seien 180.000 Bewohner ohne Strom gewesen. In der Region waren zudem zeitweise Tausende Menschen ohne Heizung. In Wladiwostok wurden am Samstag minus vier Grad Außentemperatur gemessen.

In der Region war in der vergangenen Woche gefrorener Regen niedergegangen. Auf Bäumen und Autos lag eine dicke Eisschicht. Viele Stromleitungen rissen unter der Last. Viele Bewohner der betroffenen Gebiete werden noch immer mit Wasser und warmem Mahlzeiten versorgt. Weiterhin gesperrt ist eine wichtige Brücke zur Insel Russki, weil Eisbrocken auf Autos fallen und Menschen verletzen könnten.

In Wladiwostok beteiligten sich am Samstag Tausende Menschen freiwillig an Aufräumarbeiten und befreiten etwa Wege von Eis.


Norwegen liefert terrorverdächtigen Bürger an Frankreich aus

OSLO: Norwegen will einen Terrorbeschuldigten mit norwegischem Pass wegen eines Angriffs auf ein jüdisches Restaurant vor fast 40 Jahren an Frankreich ausliefern. Der aus den palästinensischen Autonomiegebieten stammende Mann ist seit 1997 norwegischer Staatsbürger. Die norwegische Regierung wies einen Einspruch des 61-Jährigen am Freitag ab, womit dem norwegischen Inlandsgeheimdienst PST zehn Tage bleiben, um ihn den französischen Behörden zu übergeben. Das bestätigte der PST am Samstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur, nachdem zunächst der norwegische Rundfunksender NRK darüber berichtet hatte.

In Frankreich ist der Mann wegen seiner Beteiligung an dem Anschlag auf ein jüdisches Restaurant in Paris im August 1982 angeklagt. Damals hatte ein Terrorkommando das Restaurant «Jo Goldenberg» im Pariser Viertel Marais mit einer Handgranate und Maschinenpistolen überfallen.

Auf der Flucht schossen die Terroristen in der belebten Rue des Rosiers im jüdischen Viertel auf Passanten und entkamen durch Seitenstraßen. Bei dem Angriff wurden sechs Menschen getötet und 22 verletzt. Die Tat wurde später der mittlerweile aufgelösten palästinensischen Terrorgruppe Abu Nidal zugeschrieben.

Frankreich hat dazu mehrere Haftbefehle ausgestellt. Der 61-Jährige war im September vom norwegischen Geheimdienst festgenommen worden. Er bestreitet, an dem Angriff beteiligt oder überhaupt in Paris gewesen zu sein.


Ermordung von Physiker wird Atomprogramm nicht aufhalten

TEHERAN: Die Ermordung des Kernphysikers Mohsen Fachrisadeh wird nach Worten des iranischen Atomchefs den Fortschritt des Atomprogramms im Land weder aufhalten noch beeinträchtigen. «Der Weg Fachrisadehs wird jetzt erst recht noch intensiver fortgesetzt», sagte Atomchef Ali-Akbar Salehi am Samstag. Ähnlich äußerte sich auch Kommunikationsminister Mohamed Dschawad Asari Dschahromi. «Für die eine herausgerissene Blume werden Tausende nachwachsen», twitterte der Minister.

Der Geheimdienst und die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben bereits die Ermittlungen nach den Attentätern aufgenommen. Die iranische Führung hat sich jedoch bereits festgelegt, dass «Agenten des zionistischen Regimes hinter dem Terroranschlag stecken». Fakhrisadeh habe schon seit Jahren auf der schwarzen Liste Israels gestanden. Außerdem würde auch nur Irans Erzfeind vom Tod des Physikers profitieren, so die Argumentation in Teheran.

Fachrisadeh wurde am Freitag in Ab-Sard, einem Vorort östlich der Hauptstadt Teheran, erschossen. Das Verteidigungsministerium in Teheran sprach bei Bekanntgabe der Nachricht von einem «Märtyrertod». Der Kernphysiker war Mitglied der IRGC und ein Experte für die Herstellung von Raketen. Zuletzt leitete Fachrisadeh die Abteilung für Forschung und technologische Erneuerung im Verteidigungsministerium.

Viele Beobachter sahen in dem Anschlag auch einen Versuch Israels und der Regierung von US-Präsident Donald Trump, einen Neuanfang der Beziehungen zwischen Teheran und Washington zu torpedieren. «Das war nicht nur ein Anschlag auf den Professor, sondern auf die bevorstehenden diplomatischen Bemühungen beider Länder nach der Amtsübernahme von Joe Biden», twitterte der Politologe Mohsen Milani. Ähnlich sieht es auch die prominente iranische Journalistin Sahra Asghari. «Der Anschlag war der Preis, den der Iran für Trumps Wahlniederlage bezahlen musste.»


Mehrheit befürwortet Schließung von Skigebieten

AUGSBURG: Eine große Mehrheit in Deutschland würde laut einer Umfrage eine europaweite Schließung von Skigebieten befürworten. 73,8 Prozent der Befragten gaben bei einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der «Augsburger Allgemeinen» (Samstag) an, es sei «eindeutig» oder «eher richtig», zur Eindämmung der Corona-Pandemie alle europäischen Skigebiete vorerst zu schließen. 19,5 Prozent der Befragten hielten dies für «eher» oder «eindeutig falsch».

In Bayern, wo Skigebiete bis 20. Dezember nicht öffnen dürfen, sprachen sich der Umfrage zufolge rund zwei Drittel der Befragten (68,6 Prozent) «eindeutig» oder «eher» für eine europaweite Schließung aus. Etwa ein Viertel der Befragten (25,4 Prozent) hielt das für «eher» oder «eindeutig falsch».

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sprach sich für ein Verbot aus. «Ski-Regionen wollen natürlich, dass die Saison nicht ausfällt. Aber ein zweites Ischgl können wir uns in diesem Winter nicht erlauben, sonst besteht die Gefahr, dass wir europaweit in einer Lockdown-Situation landen, aus der wir nicht mehr hochkommen», sagte Hans dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). «Am besten wäre ein europaweites Skiverbot zumindest bis zum 10. Januar, dem Ende der Winterferien.» Hans begrüßte zudem die bayerische Regelung, wonach auch Tagestouristen, die zum Skifahren nach Österreich reisen, anschließend zehn Tage in Quarantäne müssen.


Ex-Präsident Zelaya mit zu viel Bargeld festgehalten

TEGUCIGALPA: Der frühere honduranische Präsident Manuel Zelaya ist am Flughafen von Tegucigalpa mit 18.000 US-Dollar Bargeld in seiner Tasche festgehalten worden. Das Geld, das etwa 15.100 Euro entspricht, gehöre nicht ihm, schrieb Zelaya am Freitag bei Twitter. Er habe nach Mexiko zu einem Seminar der dortigen Arbeitspartei fliegen wollen. Nach honduranischem Recht darf man bis zu 10.000 Dollar beim Verlassen des Landes dabei haben.

Es kam zu Protesten am Toncontín-Flughafen der Hauptstadt des mittelamerikanischen Landes. Nach Medienberichten setzte die Polizei Tränengas gegen die Demonstranten ein.

Der frühere Holzunternehmer Zelaya war 2009 nach gut drei Jahren aus dem Amt des Staats- und Regierungschefs von Honduras geputscht worden. Derzeit ist er Vorsitzender der linken Partei Libre.

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