Neues aus dem Ausland am Samstag

Neues aus dem Ausland am Samstag

Streit um weniger EU-Gelder für Ungarn geht in die nächste Runde

BRÜSSEL: Der Streit um die mögliche Kürzung von EU-Mitteln für Ungarn geht in die nächste Runde. Die EU-Kommission berät am Sonntag (8.30 Uhr) über «den Schutz des EU-Haushalts in Ungarn», wie die Behörde mitteilte. Im Anschluss an die an die Sitzung soll der für Haushalt zuständige Kommissar Johannes Hahn die Ergebnisse vorstellen.

Ungarn droht wegen weit verbreiteter Korruption in dem Land und anderer Verstöße gegen den Rechtsstaat Kürzungen in Milliardenhöhe. Einen entsprechenden Vorschlag an die Mitgliedstaaten könnte die EU-Kommission von Ursula von der Leyen am Sonntag beschließen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus EU-Kreisen erfuhr. Es wäre das erste Mal, dass die Behörde wegen rechtsstaatlicher Verstöße die Kürzung von EU-Mitteln vorschlägt.

In einem Bericht der Kommission vom Juli ist die Rede von «einem Umfeld, in dem die Risiken von Klientelismus, Günstlings- und Vetternwirtschaft in der hochrangigen öffentlichen Verwaltung nicht angegangen werden». Nach Ansicht des EU-Parlaments ist Ungarn keine vollwertige Demokratie mehr. Stattdessen hätten sich die Zustände in dem mitteleuropäischen Land so sehr verschlechtert, dass es zu einer «Wahlautokratie» geworden sei, hieß es in einem Bericht, den die große Mehrheit der Abgeordneten am Donnerstag annahm.


Regierung in Somalia spricht von 30 getöteten militanten Islamisten

MOGADISCHU: Spezialeinheiten des somalischen Militärs haben nach Angaben der Regierung mindestens 30 Kämpfer der islamistischen Terrormiliz Al-Shabaab getötet. Bei dem Einsatz in der Nacht zum Samstag seien auch drei Anführer der Gruppe in der Provinz Hiran getötet worden, erklärte die Regierung in Mogadischu. Einwohner hatten den Streitkräften zuvor Hinweise zum Aufenthaltsort der Terroristen gegeben, wie ein ranghoher Militärvertreter sagte.

Die Spezialkräfte wurden von den USA ausgebildet, die in Somalia die Regierung und die lokalen Sicherheitskräfte im Kampf gegen Al-Shabaab unterstützen. Die Angaben der Regierung zu dem Einsatz ließen sich nicht unabhängig überprüfen. In der betroffenen zentralsomalischen Provinz Hiran nördlich der Hauptstadt Mogadischu hatte es zuletzt vermehrt Kämpfe zwischen Soldaten und Al-Shabaab gegeben.

Somalia, ein Land am Horn von Afrika mit etwa 16 Millionen Einwohnern, wird seit Jahren von Anschlägen und Gewalt erschüttert. Al-Shabaab kontrolliert weite Teile des Südens des Landes und der Zentralregionen. Die Terrorgruppe verübt immer wieder Angriffe auf Sicherheitskräfte und Zivilbevölkerung.


21 Tote bei Verkehrsunfall - darunter 19 Kinder

JOHANNESBURG: Bei einem Unfall in Südafrika sind 21 Menschen getötet worden, unter ihnen 19 Schulkinder.

Nach Behördenangaben fuhr ein Laster am Freitag in einen Pick-up in der östlichen Provinz KwaZulu-Natal. Der Pick-up transportierte auf der offenen Ladefläche Passagiere. Viele Menschen nutzen «Bakkies», wie die Fahrzeuge in Südafrika genannt werden, als billiges Transportmittel.


Erste «Bierleiche» auf Oktoberfest versorgt

MÜNCHEN: Trinken bis zum Abwinken: Die erste «Bierleiche» ist auf dem Oktoberfest rund zwei Stunden nach dem Anstich versorgt worden. Um 14.07 Uhr sei eine «volltrunkene» junge Frau aufgenommen worden, sagte der Sprecher der Sanitätsstation Aicher Ambulanz, Markus Strobl, am Samstag. 24 Minuten später sei ein junger Mann Mitte 20 versorgt worden. In anderen Jahren wurden schon Stunden vor dem Anstich die ersten Alkoholopfer vermeldet.

Ansonsten kam in der Ambulanz auch schon das CT-Gerät zum Einsatz, das es dieses Jahr zum ersten Mal zur Entlastung der Krankenhäuser auf dem Festgelände gibt: Ein Franzose sei nicht-betrunken vor einem Bierzelt gestürzt und habe sich am Kopf verletzt, so Strobl.


Gefährlicher Taifun bedroht Teile Japans

TOKIO: Ein ungewöhnlich heftiger Taifun bedroht Teile Japans mit starken Sturmböen und Regenfällen. Die japanische Wetterbehörde gab am Samstag eine Sonderwarnung für die auf der südwestlichen Hauptinsel Kyushu gelegene Präfektur Kagoshima aus.

Sie rief die Bewohner zu äußerster Vorsicht vor möglichen Erdrutschen durch Regen und Sturmfluten auf. Der «beispiellos gefährliche» Taifun «Nanmadol» mit Windgeschwindigkeiten von 270 Kilometern in der Stunde dürfte demnach an diesem feiertagsbedingt verlängerten Wochenende auch andere Gebiete des Inselreiches mit starkem Regen überziehen.

Warnungen wie für Kagoshima werden in Japan nur ausgegeben, wenn ein außergewöhnliches Naturereignis vorhergesagt wird, das nur einmal in Jahrzehnten auftritt, meldeten Medien. Es sei die erste derartige Warnung für Gebiete außerhalb der im Süden gelegen Präfektur Okinawa.

Der sich langsam bewegende, große und starke Wirbelsturm könnte nach dem Wochenende Kurs Richtung Nordosten nehmen und auch auf der Hauptinsel Honshu in weiten Gebieten bis zum Norden für starken Regen sorgen, meldete der japanische Fernsehsender NHK am Samstag weiter.


Schlangen vor Bierzelten - noch keine «Bierleiche»

MÜNCHEN: Nieselregen, Kälte und auch noch Warten: Das erste Fass ist auf dem Oktoberfest angezapft, aber in so manches Bierzelt kommt man nur beschwerlich rein. Zum Beispiel bildeten sich vor dem Bräurosl-Zelt und dem Schottenhamel, in dem Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter die erste Maß zapfte, am Samstagmittag lange Schlangen. Wer also nicht reserviert hatte, musste warten. Bei rund neun Grad kein Vergnügen.

Trotz Andrang in den Zelten gab es zumindest bis zum Anstich noch keine «Bierleiche» - so heißen die Menschen, die sich bewusstlos getrunken haben. Ein Sprecher der Aicher Ambulanz auf der Festwiese sagte, man habe bis etwa 13 Uhr lediglich eine Wunde an einem Finger, eine Platzwunde und eine Kopfverletzung behandeln müssen. Dazu sei das CT-Gerät, das es dieses Jahr zum ersten Mal auf dem Festplatz gibt, eingesetzt worden.


Mindestens 17 Tote bei Erdrutschen - Suche nach Vermissten

KATHMANDU: Heftiger Regen hat in einer abgelegenen Bergregion Nepals am späten Freitag Erdrutsche ausgelöst, Häuser verschüttet und Tote sowie Verletzte hinterlassen. Einsatzkräfte hätten mindestens 17 Menschen an drei verschiedenen Orten im Bezirk Achham im Westen des Landes tot geborgen, teilten die Behörden am Samstag mit. Die Suche nach mindestens sechs Vermissten dauerte demnach an.

Seit Beginn der Rettungsarbeiten am Samstagmorgen seien elf Menschen lebend aus den Schlammmassen geborgen worden, sagte der Landrat von Achham, Dipesh Rijal, der Deutschen Presse-Agentur. Drei von ihnen mussten demnach wegen schwerer Verletzungen behandelt werden. In Nepal kommt es wegen des gebirgigen Terrains und der großen Flüsse häufiger zu Naturkatastrophen.


Auch beim Louvre und am Schloss Versailles abends weniger Licht

PARIS: Angesichts der Energieknappheit geht bei der berühmten Pyramide vor dem Pariser Louvre und am Schloss Versailles künftig das Licht abends früher aus. Wie Frankreichs Kulturministerin Rima Abdul Malak am Samstag dem Sender France 2 sagte, werde die Beleuchtung an der Glaspyramide des Louvre bereits ab dem Abend schon um 23 Uhr - statt ansonsten um 1 Uhr nachts - erlöschen. Die Fassade des Prunkschlosses Versailles unweit von Paris wird ab kommender Woche dann nur noch bis 22 Uhr abends - statt bis 23 Uhr - angestrahlt.

Die Stadt Paris hatte zuvor mitgeteilt, die Beleuchtung am Eiffelturm und anderen Gebäuden bald früher auszuschalten. Abdul Malak zufolge muss aber noch mehr geschehen. «Diese symbolischen Schritte reichen nicht aus. Sie sind wichtig, um die Bürger zu mobilisieren. Aber wichtig ist, konkret daran zu arbeiten, wie wir in unseren Museen, unseren Theatern, unseren Kinos und allen französischen Kulturstätten für den ökologischen Übergang handeln können.»


China schickt Vizepräsident Wang Qishan zu Staatsbegräbnis der Queen

PEKING: Der chinesische Vizepräsident Wang Qishan wird am Staatsbegräbnis der gestorbenen Königin Elisabeth II. teilnehmen. Das teilte am Samstag das Außenministerium in Peking mit.

Die Ankündigung folgte auf Medienberichte, wonach der britische Parlamentspräsident Lindsay Hoyle chinesische Regierungsvertreter davon ausgeschlossen haben soll, den aufgebahrten, geschlossenen Sarg der Queen in der Westminster Hall im britischen Parlament sehen zu können.

Der Grund sind Sanktionen Chinas gegen mehrere britische Parlamentarier, nachdem Großbritannien zunächst Strafmaßnahmen gegen Verantwortliche für die Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren in der Region Xinjiang verhängt hatte. Parlamentschef Hoyle hat auf dem Parlamentsgelände das Hausrecht.

In einer Reaktion in Peking hatte eine Außenamtssprecherin darauf nur gesagt, China gehe davon aus, dass die britische Seite «sicher mit diplomatischem Protokoll und angemessenem Verhalten beim Empfang von Gästen vertraut sei».


Indien siedelt wieder Geparden an - Acht Tiere aus Afrika angekommen

NEU DELHI: Vor rund sieben Jahrzehnten sind die letzten in Indien lebenden Geparden gestorben - nun versucht das Land, die Raubkatzen wieder anzusiedeln. Premierminister Narendra Modi ließ am Samstag, an seinem 72. Geburtstag, acht Geparden aus Namibia in ein Quarantänegehege in einem Nationalpark im Bundesstaat Madhya Pradesh frei, wie Videoaufnahmen im indischen Fernsehen zeigten. Dort sollen die Tiere zunächst bleiben und überwacht werden. Sie kamen am Samstagmorgen mit einem Flugzeug auf dem Luftwaffenstützpunkt in Gwalior in Madhya Pradesh an und wurden anschließend per Hubschrauber zu ihrem neuen Zuhause gebracht.

Es sei das erste Mal, dass Geparden von einem Kontinent auf einen anderen umgesiedelt würden, sagte Yadvendradev Jhala, der für Indien an dem Projekt mitarbeitet. In den kommenden Jahren wolle Indien weitere Geparden ins Land holen. Die importierten Geparden aus Namibia sind zwar optisch identisch mit der asiatischen Geparden-Unterart. Sie unterscheiden sich aber genetisch etwas. Die asiatische Geparden-Unterart gibt es - anders als die Geparden im südlichen Afrika - kaum noch.


TÜV Süd in weiterem Prozess wegen Dammbruch in Brasilien

BRUMADINHO/MÜNCHEN: Das Landgericht München I verhandelt am Montag in einem weiteren Verfahren zu Forderungen gegen den TÜV Süd zum Staudammunglück im brasilianischen Brumadinho. Eine Sprecherin des Gerichts bestätigte am Freitag den Termin. Insgesamt gebe es inzwischen rund 35 Verfahren zu diesem Themenkomplex, teilweise mit einer Vielzahl an Klägern. Zuvor hatte der «Spiegel» über das Verfahren berichtet. Dem Nachrichtenmagazin zufolge soll es in ihm um Forderungen in Höhe von 12,75 Millionen Euro gehen. Bei den weit über 100 Klägern handelt es sich um Angehörige von Opfern und Überlebende.

Zwei Vorstandsmitglieder der Vereinigung der Familien der Opfer (Avabrum) aus Brumadinho wollen die Verhandlung in München vor Ort begleiten. «Das Unternehmen Vale und der TÜV Süd waren vor den Risiken gewarnt worden, aber sie stellten den Profit über alles», sagte die Avabrum-Vorsitzende Alexandra Andrade einer Mitteilung zufolge. Die 41-Jährige verlor bei dem Dammbruch den Bruder und den Cousin, die in der Mine Córrego do Feijão arbeiteten. Jeder kenne jemanden, der bei dem Dammbruch ums Leben gekommen sei, in der Stadt herrsche eine tiefe Trauer. «Brumadinho, die Überlebenden und die Familien der Opfer haben echte Gerechtigkeit verdient.»

In den Verfahren geht es um den Bruch des Rückhaltebeckens einer Eisenerzmine des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale am 25. Januar 2019. Eine Schlammlawine ergoss sich damals über eine Landschaft im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Sie wälzte sich über Teile der Mine und benachbarte Siedlungen und riss Menschen und Tiere, Häuser und Gerätschaften mit. Mindestens 260 Menschen starben.

Eine Tochtergesellschaft des TÜV Süd hatte den Damm erst ein halbes Jahr zuvor geprüft und für sicher befunden. Der TÜV Süd hat in der Vergangenheit eine rechtliche Verantwortung für den Dammbruch zurückgewiesen, weil der Bergbaukonzern Vale Vorgaben nicht eingehalten habe.

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