Neues aus dem Ausland am Montag

Neues aus dem Ausland am Montag

Getöteter schwarzer US-Jogger Arbery: Mordprozess hat begonnen

WASHINGTON: Mehr als eineinhalb Jahre nach dem gewaltsamen Tod des schwarzen Joggers Ahmaud Arbery im US-Bundesstaat Georgia hat der Mordprozess gegen die drei weißen Angeklagten begonnen. Zum Auftakt startete am Montag in dem Gericht in Brunswick das Auswahlverfahren der Geschworenen, wie US-Medien berichteten. Rund 1000 Kandidaten seien vorgeladen worden. Aus ihnen sollen zwölf Geschworene und vier Vertreter ausgewählt werden, die nicht voreingenommen sind. Der Sender CNN berichtete, alleine die Auswahl könne zwei bis zweieinhalb Wochen dauern. Die Angeklagten plädieren auf nicht schuldig.

Arbery war am 23. Februar vergangenen Jahres beim Joggen in Brunswick erschossen worden. Die Ermittlungen kamen aber erst mehr als zwei Monate später richtig in Gang, als der Fall durch ein verstörendes Handy-Video der Tat breite Aufmerksamkeit erlangte.


Tod von Colin Powell: Flaggen in den USA werden auf halbmast gesetzt

WASHINGTON: Um dem verstorbenen früheren Generalstabschef und Außenminister Colin Powell zu gedenken, werden die Flaggen in den USA bis zum Freitag auf halbmast gesetzt.

Das ordnete US-Präsident Joe Biden am Montag an. Der Erlass gilt für die Flaggen am Weißen Haus, an allen öffentlichen Gebäuden und Militäreinrichtungen im Land sowie für die US-Botschaften und Konsulate weltweit. Powell war am Montag im Alter von 84 Jahren verstorben.


Biden: Powell war «Patriot von unübertroffener Ehre und Würde»

WASHINGTON: US-Präsident Joe Biden hat den verstorbenen früheren US-Außenminister Colin Powell als «zuverlässigen Vertrauten in guten und schweren Zeiten» gewürdigt. First Lady Jill Biden und er seien «zutiefst betrübt über das Ableben unseres lieben Freundes und eines Patrioten von unübertroffener Ehre und Würde», hieß es in einer am Montag vom Weißen Haus verbreiteten Mitteilung des Präsidenten. «Er wird uns als einer unserer großen Amerikaner in Erinnerung bleiben.» Als früherer Generalstabschef und Außenminister habe Powell «die höchsten Ideale sowohl des Kriegers als auch des Diplomaten» verkörpert.

Biden teilte mit Blick auf Powell weiter mit: «Ich bin ihm für immer dankbar für seine Unterstützung meiner Kandidatur für das Präsidentenamt und für unseren gemeinsamen Kampf um die Seele der Nation.» Der Republikaner Powell hatte vor der Wahl im November vor knapp einem Jahr die Kandidatur des Demokraten Biden gegen den damaligen Präsidenten Donald Trump unterstützt. Powell war von 1989 bis 1993 Generalstabschef, von 2001 bis 2005 war er Außenminister unter dem republikanischen Präsidenten George W. Bush.

Auch die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, würdigte Powell. «Heute hat die Nation eine historische Führungspersönlichkeit verloren», teilte sie mit. Sein Tod sei «ein weiteres trauriges Zeichen für den verheerenden Tribut, den das Coronavirus weiterhin in unserem Land fordert».


Prozess um Umfragenaffäre des Élyséepalasts unter Sarkozy begonnen

PARIS: Vertraute des ehemaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy müssen sich vor Gericht wegen des Verdachts auf Vetternwirtschaft und Veruntreuung öffentlicher Gelder verantworten. Vor mehr als zehn Jahren sollen unter ihrer Beteiligung Aufträge für Umfragen aus dem Élyséepalast heraus unrechtmäßig vergeben worden sein. Am Montag startete in Paris der Prozess gegen den damaligen Staatssekretär des Präsidenten, Claude Guéant, mehrere Berater Sarkozys sowie verschiedene Meinungsforschungsinstitute, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Die Affäre geht auf die Amtszeit Sarkozys von 2007 bis 2012 zurück. 2009 bemängelte der Rechnungshof in einem Finanzbericht Unregelmäßigkeiten bei vom Präsidentenpalast in Auftrag gegebenen Umfragen. Verträge über Umfragen seien mit den Firmen zweier Sarkozy-Berater abgeschlossen worden, ohne dass die Aufträge ausgeschrieben worden waren. Auch bei weiteren Vergaben seien Regeln nicht beachtet worden. Insgesamt soll es um mehrere Millionen Euro gehen. Sarkozy selbst sitzt in dem Verfahren nicht auf der Anklagebank. Für seine Amtszeit besitzt er Immunität.

Die Verdächtigen beriefen sich während der Ermittlungen teils auf eine Tradition des Élysées zu Umfrageaufträgen, die vermeintlich losgelöst von Marktregeln seien. Mit dem Rechnungshof hatte eine unabhängige Instanz die Finanzen des Präsidentenpalastes 2009 aber erstmals unter die Lupe genommen. Der Prozess um die Affäre soll bis zum 12. November dauern. Den Angeklagten drohen mehrjährige Haftstrafen und Geldbußen.


EU-Chefdiplomat wirft Nicaraguas Präsident Aufbau einer Diktatur vor

LUXEMBURG: Nicaraguas Präsident Daniel Ortega hat nach Einschätzung des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell «eine der schlimmsten Diktaturen der Welt» errichtet. Ortega und seine als Vizepräsidentin amtierende Frau Rosario Murillo hätten die politische Opposition eliminiert, um sich den Sieg bei der im November anstehenden Wahl zu sichern, sagte Borrell am Montag nach Beratungen der EU-Außenminister in Luxemburg. Die politischen Gegner würden in dem mittelamerikanischen Land einfach eingesperrt. Die bevorstehenden Wahlen seien «Fake-Wahlen, organisiert von einer Diktatur».

Borrell wies zudem auf zahlreiche Todesopfer durch die gewaltsame Unterdrückung von Protesten hin. Seit 2018 seien mindestens 328 Menschen getötet worden, sagte der Spanier.

Der frühere Revolutionär Ortega regiert Nicaragua seit 2007 und hatte die Geschicke des Landes schon von 1979 bis 1990 geführt. Er strebt im November seine vierte Amtszeit in Folge an. Die EU weitete zuletzt im Juli ihre Sanktionen gegen Unterstützer Ortegas aus. Sie will sich nach Angaben von Borrell auch weiter für Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit in Nicaragua einsetzen.


Tödlicher Unfall in Südtirol: Beweissicherung nicht abgeschlossen

BOZEN: Nach dem Verkehrsunfall mit sieben toten Deutschen in Südtirol vom Januar 2020 ist das Beweissicherungsverfahren noch immer nicht abgeschlossen. Der letzte Termin wurde von diesem Montag auf den 13. Dezember vertagt. Das sagte Alessandro Tonon, der Verteidiger des Hauptverdächtigen, der Deutschen Presse-Agentur. Erst nach der vollständigen Beweisaufnahme gehen die Akten in der Causa an die Staatsanwaltschaft, die dann wiederum die Anklage formuliert.

Ein Einheimischer war am 5. Januar in Luttach im Ahrntal betrunken in eine Gruppe von deutschen Skitouristen gerast. Diese waren aus einem Shuttlebus ausgestiegen und hatten die Straße überquert. Sechs Menschen starben noch vor Ort, eine Frau erlag später im Krankenhaus den Verletzungen. Die meisten Opfer kamen aus Nordrhein-Westfalen.


Tschechischem Präsidenten Zeman droht Amtsenthebungsverfahren

PRAG: Dem tschechischen Präsidenten Milos Zeman droht möglicherweise ein Amtsenthebungsverfahren. Senatspräsident Milos Vystrcil teilte am Montag unter Berufung auf einen Bericht des behandelnden Arztes mit, Zeman könne derzeit aus gesundheitlichen Gründen seinen Amtspflichten nicht nachkommen. Die langfristige Prognose sei zudem «äußerst unsicher». Dass der 77-Jährige in den nächsten Wochen seine Arbeit wiederaufnehmen könne, sei demnach «wenig wahrscheinlich», merkte der Chef des Oberhauses an.

Der Präsident kann laut der Verfassung mit einer einfachen Mehrheit in beiden Parlamentskammern auch vorübergehend seiner Amtspflichten enthoben werden. Zeman war am 10. Oktober auf die Intensivstation eines Krankenhauses gebracht worden - einen Tag nach der Parlamentswahl, bei der die liberal-konservative Opposition eine klare Mehrheit von 108 der 200 Sitze im Abgeordnetenhaus erzielte. Der Präsident spielt eine wichtige Rolle nach der Wahl, weil er den Auftrag zur Regierungsbildung erteilt.

Der populistische Ministerpräsident Andrej Babis sprach im Rundfunk von «überraschenden Informationen». Der Leiter des Präsidialamts, Vratislav Mynar, warf Senatschef Vystrcil vor, eigene politische Ziele zu verfolgen und sich wichtigmachen zu wollen. «So viel Heuchelei (...) habe ich in meinem ganzen Leben nicht erlebt», sagte der 54-Jährige. Der Krankenhausaufenthalt sei geplant gewesen, Zeman bei der Einlieferung keineswegs bewusstlos gewesen, wie es Medien berichtet hätten. Im Senat soll am Dienstag über das weitere Vorgehen beraten werden.


US-Außenminister Blinken würdigt verstorbenen Vorgänger Powell

WASHINGTON: US-Außenminister Antony Blinken hat seinen verstorbenen Amtsvorgänger Colin Powell gewürdigt. Powell - der das Ministerium von 2001 bis 2005 führte - sei «eine außergewöhnliche Führungspersönlichkeit und ein großartiger Mensch» gewesen, sagte der Demokrat Blinken am Montag in Washington. «Er war ein Mann der Ideen, aber er war nicht ideologisch. Er hörte ständig zu, lernte, passte sich an. Er konnte Fehler zugeben. Das war nur ein weiteres Beispiel für seine Integrität.» Powells Karriere sei «im weiteren Sinne ein Sieg für den amerikanischen Traum» gewesen: nämlich «für das Prinzip, dass in unserem Land Menschen so weit aufsteigen können, wie ihr Talent, ihre Fähigkeiten, ihre Träume und ihre Disziplin sie tragen».

Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, erklärte: «Mit dem Tod von Colin Powell hat Amerika eine bahnbrechende Führungspersönlichkeit verloren.» Weiter hieß es in der Mitteilung: «Heute gedenken wir eines Mannes, der sein ganzes Leben in den Dienst seines Landes gestellt hat.»


Lavastrom auf La Palma zerstört Bananenplantagen und verlangsamt sich

LA PALMA: Ein zweiter Lavastrom wird auf der kanarischen Vulkaninsel La Palma entgegen ersten Voraussagen am Montag wohl noch nicht das Meer erreichen. Der Strom habe sich deutlich verlangsamt und bewege sich am Rande des Berges La Laguna im Süden La Palmas nur noch mit einer Geschwindigkeit von zwei Metern pro Stunde vorwärts, berichtete der TV-Sender RTVE unter Berufung auf die zuständigen Behörden der spanischen Atlantik-Insel vor der Westküste Afrikas. Die 1270 Grad heiße Masse sei noch 160 Meter vom Meer entfernt. Sie habe am Montag erneut Bananenplantagen zerstört, wurde die Regionalchefin des Geographischen Instituts IGN, María José Blanco, in der Zeitung «El Mundo» zitiert.

Am Sonntag war der Strom noch mit einer Geschwindigkeit von 15 Metern pro Stunde Richtung Meeresklippen geflossen, bevor er sich deutlich verlangsamte. Es gilt aber als sicher, dass er früher oder später den Atlantik erreichen und eine neue Landzunge bilden wird. Der Hauptstrom ergießt sich schon seit gut zwei Wochen ins Meer und lässt dort eine neue Landzunge entstehen, die am Montag bereits mehr als 36 Hektar groß war. Darauf passen rund 50 Fußballfelder.

Am Montag wurde unterdessen der Flugbetrieb auf La Palma nach zweitägiger Unterbrechung wieder aufgenommen. Der Flughafen der Insel war am Wochenende zwar weiter betriebsbereit geblieben, doch wegen einer Zunahme der für Flugzeuge gefährlichen Vulkanasche hatten Airlines wie Binter alle ihre Flüge gestrichen.

Seit der Vulkan am 19. September erstmals nach 50 Jahren wieder aktiv wurde, hat die Lava nach jüngsten amtlichen Angaben vom Montag bereits 1835 Gebäude völlig zerstört. Nach Angaben des europäisches Erdbeobachtungssystems Copernicus waren am Montag fast 790 Hektar von einer meterdicken Lavaschicht bedeckt. Diese Fläche entspricht mehr als tausend Fußballfeldern. Rund 7000 Bewohner mussten seit Ausbruch des Vulkans in Sicherheit gebracht werden.


Schaumiger Start ins Studium: Schottische Studierende feiern in Weiß

FIFE: Zu Beginn des neuen Semesters haben Hunderte Studierende an der schottischen St Andrews-Universität eine riesige Schaumparty gefeiert. Es ist das erste Mal, dass die jahrelange Tradition seit Beginn der Pandemie wieder aufleben kann, wie der Sender Sky News am Montag berichtete. Auf Fotos ist zu sehen, wie sich die Studienanfängerinnen und Studienanfänger in den Armen liegen - fast vollständig eingehüllt in dichten, weißen Schaum.

Der Schaumkampf ist Teil des sogenannten «Raisin Weekends», das den in Deutschland bekannten Orientierungswochen (O-Wochen) ähnelt. Auch Schnitzeljagden und Kennenlernpartys gehören zum Programm. Der Name beruht auf der uralten Tradition, dass neue Studierende ihren Mentoren Rosinen mitbrachten, um sich für die Hilfe beim Start an der Uni zu bedanken.

Die St Andrews-Universität in der schottischen Grafschaft Fife gehört zu den ältesten der Welt. Auch Prinz William und Herzogin Kate lernten sich vor rund 20 Jahren dort kennen.


Debatte um den Rechtsstaat: Polens Premier Morawiecki im EU-Parlament

STRAßBURG: Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki bezieht am Dienstag (9.00 Uhr) im Straßburger Europaparlament Stellung zu den umstrittenen Justizreformen seines Landes. Auch das jüngste Urteil des polnischen Verfassungsgerichts, das den Vorrang von EU-Recht in Frage stellt, dürfte bei der Debatte eine herausgehobene Rolle spielen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen, die das Urteil scharf kritisiert hatte, wird ebenfalls im Parlament erwartet.

Die nationalkonservative PiS-Regierung baut das Justizwesen in Polen seit Jahren um. Kritiker werfen ihr vor, Richter unter Druck zu setzen und ihrer Unabhängigkeit zu berauben. Die EU-Kommission hat deshalb mehrere Verletzungsverfahren gegen Warschau eingeleitet. Zum Teil erklärte der Europäische Gerichtshof die Reformen für rechtswidrig.

Anfang Oktober urteilte das polnische Verfassungsgericht dann, dass Teile des EU-Rechts nicht mit Polens Verfassung vereinbar seien. Diese Entscheidung wird von der EU-Kommission als höchst problematisch angesehen, weil sie der polnischen Regierung einen Vorwand geben könnte, ihr unliebsame Urteile des EuGH zu ignorieren. Die EU-Kommission sieht einen absoluten Vorrang von EU-Recht vor nationalem Recht.

Wie der Konflikt gelöst werden könnte, ist unklar. Aus Sicht von Ländern wie Luxemburg oder der Niederlande müsste Polen eigentlich aus der EU austreten, wenn es sich nicht vollständig an Gemeinschaftsrecht halten will. Morawiecki hatte zuletzt betont, dass ein EU-Austritt seines Landes nicht zur Debatte steht. Auch ein Großteil der Bevölkerung bewertet die EU-Mitgliedschaft positiv.


Mindestens 30 Menschen bei Anschlag auf Markt in Nigeria getötet

LAGOS: Unbekannte Täter haben bei einem Anschlag auf einen Marktplatz im Norden Nigerias mindestens 30 Menschen getötet. Die Angreifer hätten am Sonntagabend wahllos in die Menschenmenge auf dem Markt von Goronyo im Bundesstaat Sokoto geschossen, sagte der Gouverneur von Sokoto, Aminu Tambuwal, am Montag. Augenzeugen berichteten von bis zu 60 Toten. Keine Gruppe reklamierte den Anschlag für sich.

Anfang Oktober kamen bereits 20 Menschen bei einem ähnlichen Angriff auf einen Markt in der Stadt Sabon Gari im gleichen Bundesstaat ums Leben. Im Norden des bevölkerungsreichsten Land Afrikas kommt es häufig zu Anschlägen und Entführungen. Dahinter stecken sowohl islamistische Terroristengruppen wie Boko Haram als auch kriminelle Banden.


Sozialdemokrat Gualtieri wird Bürgermeister von Rom

ROM: Der Sozialdemokrat Roberto Gualtieri wird neuer Bürgermeister von Rom. Der frühere italienische Finanzminister setzte sich in der Stichwahl am Montag deutlich gegen den Mitte-Rechts-Kandidaten Enrico Michetti durch. Nach der Auszählung der meisten Bezirke kam Gualtieri (55) auf rund 60 Prozent der Stimmen. «Ich bin wirklich geehrt von dem Vertrauen, das mit entgegengebracht wurde», sagte er. «Ich werde alles tun, um dem gerecht zu werden.» In der ersten Runde vor zwei Wochen hatte der von den Rechts-Parteien Lega und Fratelli d'Italia unterstützte Michetti knapp vorne gelegen.

Damals scheiterte Amtsinhaberin Virginia Raggi von der Fünf-Sterne-Bewegung klar. Fünf-Sterne-Chef und Ex-Ministerpräsident Giuseppe Conte warb dann - anders als Raggi - bei der Stichwahl für Gualtieri. Der Politiker des Partito Democratico war von 2019 bis 2021 unter Regierungschef Conte eineinhalb Jahre Finanzminister.

Außer in Rom sicherten die Sozialdemokraten sich auch Turin, wo Stefano Lo Russo gegen Paolo Damilano gewann. «Das Ergebnis liegt außerhalb dessen, was wir uns erwartet hatten», sagte der 45 Jahre alte Wahlsieger.

Bereits in der ersten Runde waren Mailand und Neapel an Mitte-Links gegangen. Zusammen mit Palermo, wo Bürgermeister Leoluca Orlando nicht zur Wahl stand, werden die fünf einwohnerstärksten Städte des Landes damit künftig von Bürgermeistern von Mitte-Links regiert.


Touristen aus Finnland zeigen Hitlergruß vor KZ-Gedenkstätte Dachau

DACHAU: Zwei Touristen aus Finnland haben vor der KZ-Gedenkstätte Dachau den Hitlergruß gezeigt. Wie die deutsche Polizei am Montag mitteilte, fotografierten sie sich dabei gegenseitig mit dem Handy.

Die Polizei wurde den Angaben zufolge von Zeugen auf den Vorfall aufmerksam gemacht. Ein 50 und ein 52 Jahre alter Besucher aus Finnland gaben am Sonntag demnach schließlich zu, den Hitlergruß gezeigt und dies als Scherz gemeint zu haben. Ein dritter Mann, der dabei war, habe die beiden anderen fotografiert, hieß es.

Laut Polizei gaben die Männer an, sie hätten nicht gewusst, dass der Hitlergruß in Deutschland verboten ist. «Aber sie hätten vielleicht auf die Idee kommen können, dass das in Deutschland nicht gerne gesehen wird», sagte ein Sprecher. Alle drei Männer erhielten ein lebenslanges Besuchsverbot für die Gedenkstätte. Zudem wurde ein Strafverfahren eingeleitet.


Maas: Russlands Entscheidung zu Nato-Dialog wird Eiszeit verlängern

LUXEMBURG: Bundesaußenminister Heiko Maas hat scharfe Kritik am russischen Beschluss zum Abbruch von Verbindungskanälen zur Nato geübt. «Diese Entscheidung, die in Moskau getroffen worden ist, die wird die schwierige Situation, in der wir uns befinden, die Eiszeit, die schon länger andauert, weiter verlängern», sagte der SPD-Politiker am Montag am Rande eines Treffens mit EU-Kollegen in Brüssel. Gerade bei der Nato, wo es um Militär- und Sicherheitsfragen gehe, sei das alles andere als hilfreich. «Das wird das Verhältnis weiter ernsthaft belasten», sagte Maas.

Russland hatte zuvor angekündigt, die Arbeit seiner Vertretung bei der Nato in Brüssel einzustellen. Zudem sollen auch die Tätigkeit des Nato-Informationsbüros sowie die der Nato-Militärmission in Moskau eingestellt werden. Russland reagierte damit auf eine Entscheidung der Nato, wegen Spionageverdachts acht Mitarbeitern der russischen Nato-Vertretung in Brüssel ihre Akkreditierung zu entziehen. Zudem wurde beschlossen, die Maximalgröße der russischen Vertretung von 20 auf 10 Personen zu reduzieren.

Maas nannte die jüngsten Entwicklungen «mehr als bedauerlich». «Deutschland hat sich innerhalb der Nato in den letzten Jahren immer wieder dafür eingesetzt, dass es einen Dialog mit Russland gibt», sagte er. Nun müsse man einmal mehr zur Kenntnis nehmen, dass Russland anscheinend nicht mehr bereit zum Dialog sei.


Flüchtiger Häftling will Polizeikontrolle entkommen und ertrinkt

NANCY: Ein Häftling auf der Flucht ist in Frankreich bei einer Polizeikontrolle davon gerannt und in einem Fluss ertrunken. Die Beamten versuchten noch, dem Flüchtigen in der Meurthe zu helfen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag von der Staatsanwaltschaft von Nancy erfuhr. Doch der Mann ging unter. Die Feuerwehr fand ihn in der Nacht am Grunde des Flusses in Nordostfrankreich.

Der Mann im Alter von etwa 30 Jahren war im Juli nach einem erlaubten Ausgang nicht mehr in der Haftanstalt in Saint-Mihiel erschienen. Die Behörden suchten ihn mit einem Haftbefehl. Er war wegen mehrerer Delikte bekannt und sollte verschiedene Strafen absitzen.

Am späten Sonntagabend waren die Beamten auf ein Auto aufmerksam geworden, in dem sie den Flüchtigen vermuteten. An einer roten Ampel kontrollierten sie den Wagen. Der Gesuchte zeigte zunächst falsche Papiere und floh dann Richtung Wasser. Untersuchungen sollen nun die Todesursache herausfinden und den Fluchtweg ins Wasser nachzeichnen.


Nato-Streitkräfte trainieren für Schreckensszenario Atomkrieg

BRÜSSEL: Streitkräfte aus Deutschland und 13 anderen Nato-Staaten haben am Montag ihre jährliche Übung zur Verteidigung des Bündnisgebiets mit Atomwaffen begonnen. Nach Angaben aus der Bündniszentrale in Brüssel sind an der Übung mit dem Namen «Steadfast Noon» Dutzende Flugzeuge beteiligt. Darunter seien neben atomwaffenfähigen Kampfjets auch konventionelle Jets sowie Überwachungs- und Tankflugzeuge, hieß es.

Schauplatz der Übung ist in diesem Jahr den offiziellen Angaben zufolge der Luftraum über dem südlichen Bündnisgebiet. Demnach könnte der Einsatz von taktischen US-Atomwaffen vom Typ B61 trainiert werden, die nach offiziell unbestätigten Angaben auf dem Militärflugplatz Ghedi in Norditalien lagern. Nach Flugdatenauswertungen des Nuklearwaffenexperten Hans Kristensen landeten in Ghedi am Montag unter anderem ein deutscher Tornado.

Die sogenannte nukleare Teilhabe der Nato sieht vor, dass in Europa stationierte Atomwaffen der USA im Ernstfall auch von Flugzeugen von Partnerstaaten abgeworfen werden und dann zum Beispiel gegnerische Streitkräfte ausschalten. US-Atomwaffen sollen offiziell unbestätigten Angaben zufolge auch in Belgien, der Türkei sowie in den Niederlanden und im rheinland-pfälzischen Büchel lagern.

Die Nato wollte sich am Montag nicht zu den genauen Übungsorten und anderen Details äußern. In der Mitteilung wurde lediglich auf die jüngste Gipfelerklärung verwiesen. In ihr heißt es: «Angesichts der Verschlechterung des Sicherheitsumfelds in Europa ist ein glaubwürdiges und geeintes nukleares Bündnis von entscheidender Bedeutung.» Zugleich wurde betont, dass die Nato nach dem Ende des Kalten Krieges die Zahl der in Europa stationierten Kernwaffen drastisch reduziert habe.


Äthiopische Armee bombardiert Zivilisten in Tigray

KAPSTADT: Die äthiopische Armee hat am Montag Luftangriffe in Tigrays Hauptstadt Mekelle durchgeführt. Nach Angaben des Zentralkomitees der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) sollen bei den Bombardierungen mindestens drei Menschen gestorben und Dutzende verletzt worden sein. Die äthiopische Luftwaffe teilte am Montagabend laut der staatlichen Nachrichtenagentur Ethiopian Press Agency mit, sie habe «Kommunikationsmasten und -ausrüstung» angegriffen. Es habe «äußerste Sorgfalt gegeben, zivile Opfer zu vermeiden», hieß es.

«Die Luftwaffe von (Ministerpräsident) Abiy Ahmed schickte ihren Bomber, um zivile Ziele in und außerhalb von Mekelle anzugreifen. Montag ist Markttag in Mekelle & die Absicht ist nur allzu greifbar», teilte TPLF-Sprecher Getachew Reda über Twitter mit. Ein weiteres Ziel sei das «Planet Hotel» gewesen, wo zahlreiche humanitäre Organisation bis vor kurzem ihre Mitarbeiter untergebracht hätten, so Reda.

Die Vereinten Nationen sprachen von «alarmierenden Berichten». «Wir sind zutiefst besorgt über die möglichen Auswirkungen auf Zivilisten, die in den betroffenen Gebieten wohnen oder arbeiten», sagte Sprecher Stephane Dujarric in New York. Abiys Regierung äußerte sich nicht zu den Luftangriffen, beschuldigte die TPLF am Montag jedoch ebenfalls, mindestens 30 Zivilisten durch den Einsatz schwerer Artillerie getötet zu haben.

Die Armee hat vergangene Woche eine neue Militäroffensive gegen Rebellen der TPLF begonnen, bei denen es zu schweren Kämpfen mit Artillerie, Drohnen und Kampfflugzeugen gekommen ist. Der militärische Konflikt begann vor elf Monaten, als Abiy anfing, die TPLF, die in Tigray an der Macht war, zu verdrängen. Die TPLF dominierte Äthiopien gut 25 Jahre lang, bis Abiy 2018 an die Macht kam. Viele Menschen in Tigray fühlen sich von der Zentralregierung nicht vertreten und fordern mehr Autonomie. Seit Anfang August hat sich der Konflikt auf die Nachbarregionen Afar und Amhara ausgeweitet. Die Auseinandersetzungen haben zu einer schweren humanitären Krise im Norden des Landes geführt.


Zwischenbilanz: 591 Millionen EU-Covid-Zertifikate ausgestellt

BRÜSSEL: Seit dem offiziellen Start des EU-Impfnachweises Anfang Juli sind der EU-Kommission zufolge 591 Millionen Zertifikate ausgestellt worden. «Das digitale Covid-Zertifikat der EU ist ein Symbol für ein offenes und sicheres Europa», teilte die für Gesundheit zuständige EU-Kommissarin Stella Kyriakides am Montag in Brüssel mit. Die Einführung der international anerkannten Zertifikate sei ein Beispiel für gute Zusammenarbeit in der EU.

Mit dem digitalen Zertifikat können EU-Bürger europaweit Impfungen, Tests und Genesungen nachweisen. Vom Sommerurlaub bis zu kleineren Ausflügen in benachbarte Länder können so viele Freizeitaktivitäten vereinfacht werden. Laut der Brüssler Behörde hat vor allem die Luftfahrt- und Reisebranche von dem Nachweis profitiert.

43 Länder von vier Kontinenten seien mittlerweile an die nötige Technik angeschlossen - weitere sollen in den kommenden Monaten folgen. Der Kommission zufolge haben insgesamt 60 Drittstaaten ihr Interesse bekundet, ebenfalls die EU-Zertifikate nutzen zu wollen.

Die Regeln, wofür Nachweise gebraucht werden, unterscheiden sich von Land zu Land. So können Reisende mit einem Nachweis, etwa über eine Impfung, mancherorts nicht nur eine Quarantäne nach Ankunft vermeiden. In 20 der 27 EU-Staaten werden sie auch abseits des Reisens, etwa für Besuche von Restaurants, Clubs oder Kulturveranstaltungen, benötigt.


Litauen will Frankreich im Anti-Terror-Kampf unterstützen

VILNIUS: Litauen will sich an der Seite Frankreichs am Kampf gegen Islamisten in der Sahelzone beteiligen. Bis zu 30 Soldaten sollen im westafrikanischen Mali an der französisch geführten Militäroperation «Takuba» teilnehmen. Das baltische EU- und Nato-Land will zudem ein Transportflugzeug mit Besatzung entsenden. Dies beschloss der Nationale Sicherheitsrat am Montag in Vilnius. Das litauische Parlament muss dem noch zustimmen.

«Wir haben die Bedürfnisse und Wünsche Frankreichs berücksichtigt und ein Mandat für diese Operation erteilt», sagte Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas der Agentur BNS zufolge nach der Sitzung des Gremiums. Demnach soll der französische Präsident Emmanuel Macron im vergangenen Sommer in einem Brief an seinen litauischen Amtskollegen Gitanas Nauseda um Unterstützung gebeten haben.

In der Sahelzone, die sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt, sind etliche bewaffnete Gruppen aktiv. Die frühere Kolonialmacht Frankreich führt in Westafrika einen Anti-Terror-Kampf, zu deren Unterstützung 2020 eine europäische Eingreiftruppe «Takuba» gegründet wurde. Litauische Soldaten sind in Mali bereits im Zuge von UN- und EU-Missionen im Einsatz.


Polizei: Fünf Todesopfer wohl mit Stichwaffen getötet

KONGSBERG: Der mit Pfeil und Bogen ausgestattete Angreifer in Norwegen hat nach Polizeiangaben alle fünf Todesopfer mutmaßlich mit Stichwaffen getötet. Der bisherige Ermittlungsstand deute darauf hin, dass der Täter zunächst eine Reihe von Pfeilen abgefeuert habe, um Menschen zu verletzen, sagte Polizeiinspektor Per Thomas Omholt am Montag auf einer Pressekonferenz in Kongsberg. Pfeile und den Bogen habe er später wahrscheinlich nicht mehr bei sich gehabt. In einer Straße habe er dann die fünf Menschen mit zwei Stichwaffen getötet - manche in ihren eigenen vier Wänden, andere draußen im Freien. Die Ermittlungen befänden sich aber weiterhin in einer frühen Phase.

In der Kleinstadt im Süden des skandinavischen Landes hatte der Mann am vergangenen Mittwoch fünf Menschen getötet und drei weitere verletzt. Vorläufig deute alles darauf hin, dass alle Opfer zufällig ausgewählt worden seien, sagte Omholt. Um was für Stichwaffen es sich handelte, ließ er offen, um Zeugen nicht zu beeinflussen.

Es sei weiterhin die wahrscheinlichste Hypothese, dass sich das Motiv des Täters auf eine psychische Erkrankung zurückführen lasse, sagte Omholt. Rund 60 Zeugen seien mittlerweile befragt worden, insgesamt habe man mit etwa 140 Menschen gesprochen.

Ein 37-jähriger gebürtiger Däne hat eingeräumt, am Mittwochabend im Zentrum von Kongsberg fünf Menschen getötet zu haben. Die norwegische Polizei veröffentlichte am Samstag die Namen der Opfer, darunter vier Frauen und ein Mann. Unter ihnen ist auch eine Frau aus Deutschland, wie das Auswärtige Amt am Wochenende bestätigt hatte.


Letzter Jude in Afghanistan verlässt sein Land - Ankunft

ISTANBUL: Der letzte verbliebene Jude in Afghanistan hat Medienberichten zufolge sein Land verlassen und ist nun in der Türkei. Er sei am Sonntag in Istanbul angekommen und habe zunächst ein Visum für 90 Tage erhalten, berichteten türkische Medien. Nach Angaben der «Jerusalem Post» wird er in den nächsten Tagen in Israel erwartet.

Sabolon Simantow hat es als letzter Vertreter der jüdischen Gemeinschaft zu Bekanntheit in Afghanistan gebracht. Er lebte alleine in der einzigen Synagoge Kabuls und wachte über sie. Trotz unruhiger Zeiten wollte er seinen Posten nie aufgeben. «Ich werde diesen Ort nie verlassen», hatte er im Jahr 2008 bei einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in Kabul gesagt. Was ihn nun bewegte, aus Afghanistan auszureisen, war zunächst nicht bekannt. Mitte August hatten die militant-islamistischen Taliban die Macht in Afghanistan übernommen.

Simantows Frau von der er laut israelischen Medien inzwischen geschieden ist, wanderte mit den beiden Töchtern schon in den 90er Jahren nach Israel aus. Sie hatten Angst vor der unsicheren Lage im Land, sagte Simantow im Interview damals. Das Regime der Taliban, die von 1996 bis 2001 schon einmal in Afghanistan herrschten, sei das Schlimmste gewesen.

Simantow wurde 1959 in Herat geboren worden. In der westafghanischen Stadt lebten damals noch verhältnismäßig viele Juden. Im Laufe der Jahre nahm ihre Zahl allerdings ab, immer mehr von ihnen wanderten nach Israel oder in die USA aus. In Afghanistan sind wie auch in der Türkei 99 Prozent der Bevölkerung Muslime.


Plattform Airbnb: 80 Prozent weniger Adressen in Amsterdam

AMSTERDAM: Nach Einführung strengerer Regeln für private Zimmervermieter hat die Vermittlungsplattform Airbnb in Amsterdam etwa 80 Prozent ihrer Adressen verloren. Das bestätigte ein Sprecher der Stadt gegenüber der Nachrichtenagentur ANP. Seit dem 1. Oktober gilt in Amsterdam eine Registrierungspflicht. Wer seine Wohnung an Touristen vermieten will, muss das vorher anmelden. Daraufhin war die Zahl der Anzeigen bei allen Online-Zimmervermittlern drastisch zurückgegangen, beim Marktführer Airbnb von mehr als 16.200 im Frühjahr auf nun auf etwa 2900.

Amsterdam hatte zuvor bereits mehrfach versucht, die private Zimmervermietung einzudämmen, vor allem um der großen Wohnungsnot in der niederländischen Hauptstadt entgegenzutreten und den Massentourismus einzudämmen. Ab Oktober müssen Vermieter nun eine Registrierungsnummer in ihre Anzeige aufnehmen. Dadurch wird es für die Behörden deutlich einfacher, illegale Vermieter aufzuspüren.

Airbnb entfernte alle Anzeigen, die diese Nummer nicht hatten. Die Plattform erwartet aber, dass mehr Touristen Unterkünfte am Rande der Stadt suchen würden.


Zwei Australier überleben tagelang ohne Wasser im Outback

ALICE SPRINGS: Zwei junge Australier haben tagelang ohne Wasser und Verpflegung im Outback überlebt. Ein 21-Jähriger und sein 14-jähriger Begleiter waren nach Polizeiangaben am vergangenen Dienstag als vermisst gemeldet worden, nachdem sie von einem Wochenendausflug in die entlegene Region von Arlparra im Northern Territory nicht in ihre Heimatgemeinde Hermannsburg zurückgekehrt waren. Die Sorgen wuchsen, als die Einsatzkräfte den Wagen der beiden 50 Kilometer südöstlich von Arlparra entdeckten - festgefahren und verlassen. Die Behörden leiteten eine großangelegte Suche ein - auch aus der Luft.

Schließlich seien die Vermissten am Freitag und Samstag getrennt voneinander lebend gefunden worden, berichtete der australische Sender ABC am Montag. «Wir glauben, dass sie am Dienstag zuletzt etwas zu trinken hatten», sagte die örtliche Polizeichefin Kirsten Engels und sprach von einem «absoluten Wunder».

Die jungen Männer seien dehydriert und klagten wegen ihres langen Fußmarsches über schmerzende Füße, aber sie seien sonst gesund, hieß es. Im dürren und riesigen Outback des australischen Nordens herrschen derzeit Tagestemperaturen von bis zu 40 Grad.

Australische Medien verwiesen darauf, dass es bei einer Autopanne im Outback sinnvoll sei, im Fahrzeug zu bleiben. Dieses biete nicht nur Schutz vor den Elementen, sondern sei auch für Suchtrupps leichter zu finden als Einzelpersonen.


Spaniens Regierungschef will Unantastbarkeit des Königs abschaffen

MADRID: Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez hat sich für die Abschaffung der sogenannten Unantastbarkeit des Königs ausgesprochen. «Ich glaube nicht, dass dieser Status für das Staatsoberhaupt nötig ist», sagte der sozialistische Politiker am Montag in einem Interview des Radiosenders «Cadena Ser». Er wolle deshalb «eine Debatte zur Aktualisierung der Verfassung» anstoßen. Die Unantastbarkeit sei «in einer nach mehr als 40 Jahren konsolidierten Demokratie» nicht mehr zeitgemäß, sagte Sánchez.

Die spanische Verfassung gewährt dem Monarchen komplette juristische Immunität. Immer mehr Menschen fordern aber die Abschaffung des entsprechenden Artikels 56, nachdem in den vergangenen Jahren immer mehr mutmaßliche Verfehlungen des im Juni 2014 abgedankten Königs Juan Carlos bekannt geworden sind. Zu den schärfsten Kritikern der Monarchie gehört auch Unidas Podemos, der Juniorpartner der Sozialisten in der Regierungskoalition.

Der Schutz von Juan Carlos wurde nach der Abdankung eingeschränkt. Seither kann der 83 Jahre alte Vater von König Felipe VI. zwar juristisch zur Rechenschaft gezogen werden - allerdings nur vom Obersten Gerichtshof und nur für strafbare Handlungen, die nachweislich nach der Abdankung begangen wurden. Felipe genießt weiter totale Immunität. Anders als sein Vater hat sich der 53-Jährige bisher aber keiner Straftat verdächtig gemacht.

Juan Carlos lebt seit über einem Jahr im Emirat Abu Dhabi im Exil. Er hatte am 3. August 2020 seine Heimat heimlich verlassen, um - wie es in einem später veröffentlichten Brief hieß - die Arbeit Felipes vor dem Hintergrund der Vorwürfe zu «erleichtern». Die Behörden leiteten gegen ihn seitdem mehrere Ermittlungen ein. Es geht unter anderem um den Verdacht der Geldwäsche und des Steuerbetrugs, um mutmaßliche Schmiergeldzahlungen beim Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke in Saudi-Arabien, um angeblich nicht deklarierte Spendeneinnahmen und auch um geheime Bankkonten im Ausland. Stellungnahmen der «Casa Real» gab es dazu nicht.


Archie vertreibt Charlie aus der Top Ten der englischen Babynamen

LONDON: Die Namen des royalen Nachwuchses sind als britische Babynamen weiter hoch im Kurs: Archie hat im vergangenen Jahr in England und Wales Charlie aus der Top-Ten-Liste für Jungennamen vertrieben. Während Archie - der Name des Sohnes von Prinz Harry und Herzogin Meghan, Platz Neun erreichte - sackte Charlie, bei manchen Eltern wohl in Anlehnung an Thronfolger Prinz Charles gewählt, auf Platz Zwölf ab, wie das britische Statistikamt am Montag mitteilte. Noch beliebter ist mit Platz Zwei der Name George, auf den auch der älteste Sohn von Prinz William und Herzogin Kate getauft ist.

Doch nicht nur die Royals inspirieren die Britinnen und Briten bei der Namenswahl: «Popkultur liefert weiterhin viel Inspiration für Babynamen, ob es nun Charaktere aus einer Serie oder aufsteigende Promis sind», sagte der Statistiker Siân Bradford vom Office for National Statistics. «Maeve und Otis, Charaktere aus der beliebten Serie «Sex Education» sind 2020 deutlich beliebter geworden.» Otis erreichte mit Platz 96 die Top 100 und stieg im Jahresvergleich um 28 Plätze auf. Auch Maeve landete bei den Mädchennamen in den Top 100.


Regierungspartei gewinnt Kommunalwahlen

TALLINN: Bei den Kommunalwahlen in Estland hat sich die linksgerichtete Zentrumspartei durchgesetzt. Trotz Verlusten wurde die Regierungspartei nach dem vorläufigen Endergebnis wie vor vier Jahren stärkste politische Kraft. Nach Angaben der Wahlkommission in Tallinn erhielt die Zentrumspartei am Sonntag bei der Abstimmung in dem baltischen EU- und Nato-Land knapp ein Viertel der Stimmen. Nach gut 15 Jahren verlor sie aber ihre absolute Mehrheit in der Hauptstadt Tallinn und kann dort nicht mehr allein regieren.

Knapp dahinter folgten verschiedene regionale Wahlbündnisse vor der wirtschaftsliberalen Reformpartei von Regierungschefin Kaja Kallas. Größter Wahlgewinner waren die rechtspopulistische Ekre und die erstmals bei der Kommunalwahl antretende liberale Partei Eesti 200. Dagegen verloren besonders die Sozialdemokraten, aber auch andere etablierte Parteien erhielten weniger Stimmen als noch 2017.

Eine Besonderheit der Wahl war die Abstimmung im Internet, die Estland als erstes Land in Europa eingeführt hat. Mehr als 270.000 der fast 1,1 Millionen Wahlberechtigten - darunter auch Staatschef Alar Karis - stimmten mittels dem sogenannten E-Voting ab - ein Rekord. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,7 Prozent. Insgesamt waren Mandate in 79 Städten und Gemeinden Estlands zu besetzen.


OSZE: Separatisten behindern Arbeit von Beobachtern in Ostukraine

KIEW/DONEZK: Mitarbeiter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sind nach eigenen Angaben in der Ostukraine an ihrer Arbeit gehindert worden. In Horliwka im Donezker Separatistengebiet seien die Fahrzeuge der Organisation am Hotelparkplatz blockiert worden, teilte die OSZE in der Nacht zum Montag mit. Zudem sei am Sonntag einer OSZE-Patrouille die Fahrt ins Donezker Gebiet verweigert worden. Im Luhansker Teil habe sich die OSZE jedoch normal bewegen können, teilte die Organisation der Deutschen Presse-Agentur mit.

Hintergrund für die Spannung ist die Festnahme eines Offiziers der Luhansker Separatisten, der den Waffenstillstand kontrolliert hat, in einem entmilitarisierten Frontabschnitt bei dem Ort Solote am vergangenen Mittwoch. Der ukrainische Geheimdienst SBU begründete dies damit, dass der Mann verlassene Positionen der ukrainischen Armee ausspioniert habe. Den Luhansker Separatisten zufolge wurden in dem Gebiet Vorbereitungen für die geplante Eröffnung eines Straßenübergangs zwischen Regierungs- und Rebellengebiet getroffen.

Teile der Gebiete Donezk und Luhansk entlang der russischen Grenze werden seit 2014 von durch Russland unterstützte Separatisten kontrolliert. UN-Schätzungen nach sind infolge der Kämpfe über 13.000 Menschen getötet worden. Ein Friedensplan liegt auf Eis.


Zwei Kinder und ältere Frau bei Gewalttat verletzt

STOCKHOLM: Wenige Tage nach dem tödlichen Angriff mit Pfeil und Bogen im benachbarten Norwegen sind bei einer Gewalttat in Schweden drei Menschen verletzt worden. Darunter befinden sich zwei Kinder im Alter von unter zehn Jahren sowie eine Frau um die 75 Jahre, wie die Polizei nach dem Vorfall in der nordschwedischen Gemeinde Lycksele am Montag mitteilte. Wie schwer ihre Verletzungen waren, war zunächst nicht klar. Ein Mann im Alter von rund 50 Jahren sei festgenommen worden - ihm werde dreifacher Mordversuch vorgeworfen.

Die beteiligten Personen hätten eine Beziehung zueinander, wie die Polizei mitteilte. Nähere Umstände der Tat blieben zunächst unklar. Nach Informationen des Fernsehsenders TV4 hatte der Täter eine Axt und eine Brechstange verwendet. Das blieb bis zum frühen Nachmittag unbestätigt. Lycksele liegt etwa 700 Kilometer nördlich von Stockholm.


Profi-Fußballer soll Tod vorgetäuscht haben: Angeklagter schweigt

ESSEN: Ein ehemaliger Profi-Fußballer soll seinen Tod vorgetäuscht haben, damit seine Frau 1,2 Millionen Euro aus einer Lebensversicherung erhält. Im Betrugsprozess vor dem Essener Landgericht will der 35-Jährige schweigen.

Am Essener Landgericht hat am Montag der Betrugsprozess gegen einen ehemaligen Profi-Fußballer aus Marl begonnen. Der 35-jährige Kongolese soll Anfang 2016 vorgetäuscht haben, bei einem Autounfall in Kinshasa ums Leben gekommen zu sein. Laut Anklage hatten er und seine Frau erst wenige Monate zuvor eine Lebensversicherung über 1,2 Millionen Euro abgeschlossen. Die Summe soll Ende 2016 an die Ehefrau ausgezahlt worden sein. Die 41-Jährige muss sich daher ebenfalls wegen Betruges vor Gericht verantworten.

Während die Frau über ihren Verteidiger erklärte, sie habe zu keiner Zeit «strafrechtlich relevantes Verhalten an den Tag gelegt», möchte der ehemalige Profi-Fußballer vor Gericht überhaupt keine Angaben machen. Der Mann war 2018 überraschend in der deutschen Botschaft in Kinshasa erschienen und hatte erklärt, er sei zwei Jahre lang von Unbekannten entführt worden.


Sea-Watch rettet weitere Migranten im Mittelmeer - Schiff «sehr voll»

ROM: Die privaten Seenotretter der Organisation Sea-Watch haben innerhalb kurzer Zeit mehr als 300 Menschen im Mittelmeer aus Seenot gerettet. Am frühen Montagmorgen habe die Crew der «Sea-Watch 3» Menschen von drei Booten an Bord geholt, teilte die in Berlin ansässige Organisation per Twitter mit. Am Nachmittag traf sie demnach auf Migranten in einem Holzkahn sowie in einem Schlauchboot, das zu sinken drohte.

Bereits am Sonntag hatten die freiwilligen Helfer zwei Rettungen durchgeführt. Insgesamt befänden sich nach etwa einem Tag und insgesamt sieben Einsätzen bereits rund 410 Menschen an Bord, darunter viele Kinder und Jugendliche. Das Schiff sei damit sehr voll, erklärte eine Sprecherin auf Nachfrage. Man wolle nun einen sicheren Hafen ansteuern und stehe mit den Behörden in Kontakt.

Die Migranten legen meist von den Küsten Libyens oder Tunesiens mit dem Ziel Europa ab. Sie steuern oft Italien an. Am Montag berichtete die Nachrichtenagentur Ansa von mehreren Booten mit insgesamt rund 220 Menschen, die seit der zurückliegenden Nacht die Insel Lampedusa erreicht hatten. Das italienische Eiland liegt zwischen Malta und Tunesien.

Die Überfahrt ist gefährlich. Immer wieder wird von Unglücken mit Toten berichtet. Laut Zahlen der Vereinten Nationen wurden Stand Montag in diesem Jahr fast 1180 Migranten im zentralen Mittelmeer vermisst oder galten als tot.


Mindestens 35 Tote nach viel Regen in Kerala

NEU DELHI: Im Zusammenhang mit viel Starkregen sind im indischen Bundesstaat Kerala mindestens 35 Menschen während der vergangenen Tage gestorben. Die meisten von ihnen starben am Wochenende bei zwei Erdrutschen, die Häuser wegrissen und Leute unter viel Matsch und Trümmern begruben, wie örtliche Medien berichteten. Einige Menschen seien demnach auch von den Fluten bei Überschwemmungen mitgerissen worden und ertranken.

Fernsehbilder zeigten dramatische Bilder - etwa wie ein zweistöckiges Haus in einen Fluss mit Hochwasser stürzte, wie Straßen und Brücken zerstört und Bäume entwurzelt wurden. Von mehreren Dämmen kam die Warnung, dass sie voll seien und Gefahr bestünde. Inzwischen würde das Dammwasser langsam herausgelassen und Tausende Menschen von tief gelegenen Gebieten in Flussnähe würden zeitweise in Camps in Sicherheit gebracht, hieß es in einer Mitteilung des Büros von Keralas Regierungschef Pinarayi Vijayan. Der Wetterdienst warnte vor mindestens drei weiteren starken Regentagen ab Mittwoch.


Bahn baut neues ICE-Instandhaltungswerk in Dortmund

DORTMUND: Die Deutsche Bahn baut für 400 Millionen Euro ein neues ICE-Instandhaltungswerk in Dortmund. Dadurch entstehen in der Ruhrgebietsstadt 500 neue Arbeitsplätze, wie der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) und Bahnvorstand Ronald Pofalla am Montag in Düsseldorf mitteilten. Das Werk auf Gelände des 2007 stillgelegten Güterbahnhofs Westfalia in der Nachbarschaft des Dortmunder Hafens soll 2027 in Betrieb gehen.

Hintergrund des Neubaus ist die geplante Aufstockung der Zahl der ICE-Züge von aktuell 335 auf rund 600. Die Werkstattkapazitäten müssten deshalb erweitert werden, sagte Bahnvorstand Berthold Huber. Zurzeit werde etwa alle drei Wochen ein neuer ICE 4 auf die Gleise gebracht. Dortmund habe sich als Standort angeboten, weil dort viele Bahnverbindungen beginnen oder enden. In dem neuen Werk können täglich 17 Züge gewartet werden.


Litauen schickt mehr Soldaten an Grenze zu Belarus

VILNIUS: Angesichts eines anhaltenden Zustroms von Migranten verstärkt Litauen weiter seine Grenze zu Belarus. Innenministerin Agne Bilotaite kündigte am Montag in Vilnius eine Aufstockung der Truppen zur Unterstützung von Grenzschutzbeamten an - so sollen täglich bis zu 64 Soldaten zusätzlich eingesetzt werden. «Wir müssen reagieren und auf den schlimmsten Fall vorbereitet sein», wurde Bilotaite in einer Mitteilung zitiert.

Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas betonte, die litauische Arme habe «im Kontext der hybriden Aggression» Unterstützung geleistet und werde dies auch weiterhin tun. «Wir sind dafür bereit», sagte er. Wie viele Soldaten bereits an der Grenze zu Belarus im Einsatz sind, wurde von den beiden Ministerien nicht mitgeteilt

Die Regierungen in Lettland, Litauen und Polen beschuldigen den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, in organisierter Form Flüchtlinge aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen. Lukaschenko hatte Ende Mai angekündigt, dass Minsk Migranten nicht mehr an der Weiterreise in die EU hindern werde - als Reaktion auf verschärfte westliche Sanktionen gegen sein Land. Seitdem mehren sich Meldungen über versuchte illegale Grenzübertritte an den EU-Außengrenzen zu Belarus.

Litauen hat mit einem verstärktem Schutz der Grenze und mit dem Bau von Hunderten Kilometern Grenzzaun reagiert. Seit Anfang August weist der litauische Grenzschutz Migranten ab. Seitdem sind nach Angaben des Innenministeriums mehr als 4000 Personen von einem illegalen Übertritt der Grenze zu Belarus abgehalten worden.


EU-Parlamentspräsident Sassoli wegen Fieber nicht in Straßburg

BRÜSSEL: EU-Parlamentspräsident David Sassoli kann diese Woche krankheitsbedingt nicht persönlich an der Parlamentstagung in Straßburg teilnehmen. «Der Präsident konnte nicht anreisen, nachdem er am Wochenende Fieber bekommen hatte», teilte sein Sprecher am Montag mit. Die Sitzungen des Präsidiums sowie mit den Fraktionschefs werde der Italiener aus der Ferne leiten.

Der 65-Jährige erholt sich derzeit in Rom von einer Lungenentzündung, wie eine Sprecherin sagte. Corona-Tests seien negativ ausgefallen. Vor rund einem Monat war Sassoli wegen einer Lungenentzündung im Krankenhaus behandelt worden.


Iran will vor Atomverhandlungen weitere Beratungen mit EU in Brüssel

TEHERAN: Der Iran will vor dem Beginn neuer Atomverhandlungen in Wien mit der Europäischen Union in Brüssel beraten. «Bei den letzten Verhandlungen in Wien (zwischen April und Juni) gab es Differenzen, die wir im Vorfeld der erneuten Gesprächsrunde mit der EU noch klären müssen», sagte Außenamtssprecher Said Chatibsadeh am Montag. Daher sollen die verbliebenen Streitthemen in den kommenden Tagen in Brüssel vom Vize-Außenbeauftragten der EU, Enrique Mora, mit dem iranischen Vizeaußenminister Ali Bagheri besprochen werden. Bereits letzte Woche trafen sich Mora und Bagheri in Teheran; konkrete Ergebnisse wurden nicht erzielt.

Chatibsadeh bestritt jedoch Spekulationen, dass die Wiederaufnahme der Atomgespräche ins Stocken geraten sei. Auf die Differenzen ging er nicht ein. Er kritisierte lediglich erneut die USA, die seinen Worten nach Sanktionen, das internationale Wirtschaftssystem und den Dollar als Kriegswaffen einsetzen würden. Der Iran habe zwar keine Vorbedingungen für die Atomverhandlungen, erwarte von US-Präsident Joe Biden jedoch, dass er bei dem Thema anders handele als sein Vorgänger Donald Trump.

Die im April wiederaufgenommenen Verhandlungen über die Wiederherstellung des Wiener Abkommens wurden nach der Präsidentenwahl im Juni und dem Regierungswechsel in Teheran unterbrochen. China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland bemühen sich um die Rückkehr der USA zu dem Abkommen. Der Iran soll zudem technische Verpflichtungen eingehen.

Der Wiener Deal sollte den Bau iranischer Atomwaffen verhindern; im Gegenzug sollten die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. Der damalige US-Präsident Trump hatte die Vereinbarung 2018 aufgekündigt und Wirtschaftssanktionen gegen den Iran erneuert. Die Sanktionen sind mitverantwortlich für die die bislang schlimmste Wirtschaftskrise des Landes. Als Reaktion auf die US-Sanktionen begann Teheran 2019, die ihm im Abkommen auferlegten technischen Beschränkungen zu überschreiten. Unter anderem erhöhte das Land die Urananreicherung von den erlaubten 3,67 auf 60 Prozent.


Häuser von Hindus nach Gerüchten niedergebrannt

DHAKA: Ein Mob hat mindestens 20 Häuser von Hindus im mehrheitlich muslimischen Bangladesch niedergebrannt. Kurz zuvor hätten Gerüchte über einen antimuslimischen Facebook-Post eines Hindus die Runde gemacht, sagte ein Polizeisprecher am Montag.

Insgesamt hätten Hunderte Menschen Sonntagnacht Häuser und einen Tempel von Hindus in einem Fischerdorf im Norden des Landes angegriffen. Polizisten hätten sie schließlich mit Schüssen und Tränengas auseinandergetrieben. Ein hinduistischer Einwohner sagte der Zeitung «Prothom Alo», dass der Mob «Allahu akbar» (Gott ist groß) gerufen und sein Blechdach-Haus geplündert sowie in Brand gesteckt habe. Nach Polizeiangaben wurden Dutzende Verdächtige festgenommen.

Erst wenige Tage davor hatten Hunderte radikale Muslime in Bangladesch einen hinduistischen Tempel angegriffen; in der Folge waren mindestens drei Menschen getötet worden. Vor diesem Angriff sollen im Internet Bilder kursiert sein, auf denen ein Koran auf dem Knie einer hinduistischen Götterstatue bei einem Fest zu sehen war.


Klimakrise: Südkorea erhöht Ziele zur Schadstoffreduktion

SEOUL: Südkorea möchte seine Treibhausgasemissionen deutlich rascher reduzieren als bisher geplant. Wie Präsident Moon Jae In während einer Rede am Montag bekanntgab, sollen die Schadstoffe bis zum Jahr 2030 um 40 Prozent reduziert werden. Im Vorjahr war als Ziel lediglich eine Reduktion um 26,3 Prozent ausgegeben worden. Beide Zahlen beziehen sich auf das Emissionsniveau von 2018.

«Die Klimakrise ist keine Angelegenheit in der fernen Zukunft, sondern eine Frage der Gegenwart», sagte Moon. Die Schadstoffreduktion um 40 Prozent beweise den «starken Willen des Landes zur CO2-Neutralität und die Verantwortung gegenüber der internationalen Gemeinschaft». Ebenfalls bekräftigte der 68-Jährige sein bereits zuvor abgegebenes Versprechen, CO2-Neutralität bis zum Jahr 2050 erreichen zu wollen.

Laut Schätzungen des Umweltministeriums in Seoul betrugen die Treibhausgasemissionen Südkoreas im Vorjahr 648,6 Millionen Tonnen, rund 7,3 Prozent weniger als noch 2019. Zum ersten Mal seien damit die Emissionen des Landes im zweiten Jahr in Folge zurückgegangen.


Krise : Tausende Soldaten bei Manöver in Tadschikistan

DUSCHANBE: Angesichts der Spannungen in Afghanistan hat am Montag im Nachbarland Tadschikistan ein Militärmanöver mit 4000 Soldaten begonnen. Bis zum kommenden Samstag würden Einsätze etwa bei bewaffneten Grenzkonflikten trainiert, teilte das Militärbündnis der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit mit. Bei der Übung sollten Soldaten zudem trainieren, wie sie illegale Grenzübertritte verhindern könnten. Tadschikistan hat eine 1400 Kilometer lange Grenze mit Afghanistan.

In der von Russland dominierten Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit haben sich sechs frühere Sowjetrepubliken zusammengeschlossen. In den vergangenen Monaten gab es wiederholt Militärmanöver in der Region. Die Länder in dem Bündnis befürchten nach der Machtübernahme durch die militant-islamistischen Taliban in Afghanistan Auswirkungen auf die Sicherheitslage in Zentralasien.

Die Taliban hatten nach dem Abzug der internationalen Nato-Truppen weite Teile des Landes erobert. Am 15. August zogen sie kampflos in die Hauptstadt Kabul ein und regieren seitdem. Ihre Regierung sieht sich mit zahlreichen Problemen konfrontiert. Es zeichnet sich eine schwere humanitäre Krise ab, die UN sehen die Wirtschaft kurz vor dem Kollaps und radikale Sunniten des Islamischen Staats verüben Anschläge auf Schiiten. Eine Dürre in dem Land und der anstehende Winter mit steigenden Treibstoffpreisen verschärften die Lage weiter.


Afghanistan-Konferenz in Teheran

TEHERAN: Der Iran wird nächste Woche in der Hauptstadt Teheran eine Konferenz über die politische Zukunft und die Bildung einer neuen Regierung Afghanistans veranstalten. «An der Konferenz am Mittwoch nächster Woche (27. Oktober) werden die Außenminister der Nachbarstaaten sowie ein Vertreter Russlands teilnehmen», sagte Außenamtssprecher Said Chatibsadeh am Montag.

Der Iran wird laut Chatibsadeh in dem Treffen für eine Regierung eintreten, in der alle politischen Gruppen, «auch die Taliban», vertreten sind. Teheran werde auch an den Beratungen in Moskau über die Lage in Afghanistan teilnehmen. Was der Iran in Afghanistan wolle sei Frieden, was er nicht wolle sei Gewalt und Terrorismus. Auf diesem Weg sollten alle Nachbarstaaten dem afghanischen Volk zur Seite stehen, so der Sprecher auf einer Pressekonferenz in Teheran.

Im Iran gibt es weiterhin Differenzen über den Umgang mit den militant-islamistischen Taliban. Einige politischen Kreise in Teheran sind der Auffassung, dass die Taliban sich verändert haben und nicht mehr die islamistische Bewegung der letzten Jahre seien. Andere jedoch sagen, dass die jüngsten Entwicklungen genau das Gegenteil bewiesen haben. Außerdem bleibe der schiitische Iran für die sunnitischen Taliban-Extremisten stets ein religiöser Erzfeind.

Eine von Teheran befürchtete neue Flüchtlingswelle wie nach der sowjetischen Invasion 1979 in Afghanistan ist bislang ausgeblieben. Gründe sind laut Beobachtern die akute Wirtschaftskrise im Iran sowie die strikte Kontrollen wegen der Corona-Pandemie. Auch die provisorische Pufferzonen, die an den drei Grenzübergängen im Nord- sowie Südosten des Landes eingerichtet wurden, sollen bislang leer geblieben sein.


Familie des getöteten Tory-Abgeordneten: «Niemand sollte so sterben»

LEIGH-ON-SEA: Die Familie des getöteten britischen Abgeordneten David Amess will die Anliegen des Politikers weiterverfolgen. «Wir sind am Boden zerstört, aber wir werden überleben und im Namen dieses wunderbaren und inspirierenden Mannes weitermachen», schrieben die Angehörigen in einer Erklärung, die die Metropolitan Police am Sonntagabend veröffentlichte.

Amess war am Freitag während einer Bürgersprechstunde in den Räumen einer Methodisten-Kirche im Küstenort Leigh-on-Sea erstochen worden. Ein 25-Jähriger Mann wurde unmittelbar nach der Tat vor Ort unter Mordverdacht festgenommen, inzwischen wird er wegen Terrorverdachts festgehalten.

«Niemand sollte so sterben. Niemand», hieß es in den Zeilen der Familie. Man versuche noch zu verstehen, was passiert sei. Die Familie will verschiedene Hilfsorganisationen, mit denen Amess zusammengearbeitet hatte, unterstützen und seine Bemühungen, Southend zu einer eigenständigen Stadt zu machen, weiter vorantreiben. Die Angehörigen riefen die Öffentlichkeit auf, dies ebenfalls zu tun.

Amess hinterlässt eine Frau und fünf Kinder. Der gläubige Katholik galt als erzkonservativer Brexit-Befürworter, der sich gegen das Recht auf Abtreibung und für Tierrechte einsetzte. Amess saß seit 1983 für die Tories im britischen Parlament.


«El Economista»: Neuwahl in Japan kein Grund zur Beunruhigung

MADRID: Zu den Neuwahlen in Japan nach der Auflösung des Parlaments durch Regierungschef Fumio Kishida schreibt die spanische Zeitung «El Economista» am Montag:

«Im Oktober werden die Japaner wieder einen Premierminister wählen. Es wird der dritte Regierungschef innerhalb eines einzigen Jahres sein. In vielen Ländern wäre dies ein beunruhigendes Anzeichen politischer Ungewissheit. Aber im Falle Japans wäre es verfrüht, diese Schlussfolgerung zu ziehen. Obwohl die Liberaldemokratische Partei (LDP), die Japan seit dem Zweiten Weltkrieg fast ohne Unterbrechung regiert, gerade nicht ihre beste Zeit erlebt, deutet alles darauf hin, dass sie wieder gewinnen wird. Wenn man die wirksame Bekämpfung der Pandemie und die Fortschritte der japanischen Wirtschaft in den vergangenen zehn Jahren betrachtet, ist es kaum verwunderlich, dass die Analysten ein größeres Engagement am japanischen Aktienmarkt empfehlen, auch wenn dieser bereits sehr teuer ist. Die Anleger sollten jedoch bedenken, dass die strukturellen Probleme, die Japan seit den 1990er Jahren hat, insbesondere die chronische Deflation und das im Vergleich zu anderen Industrieländern sehr viel niedrigere Wachstum des BIP, nach wie vor in vollem Umfang bestehen.»


Sechstklässler feuert zwei Schüsse in Schule ab

PERM: Vier Wochen nach dem Amoklauf an einer Universität in der russischen Stadt Perm am Ural hat in der selben Region ein Sechstklässler in einer Schule um sich geschossen. Er habe am Montag zwei Schüsse in die Decke und in eine Wand abgefeuert, teilten die Behörden mit. Es sei dadurch niemand getötet worden. Ein Schüler sei leicht verletzt worden. Der Jugendliche wurde demnach festgenommen.

Die 300 Schüler und 30 Lehrer hätten das Gebäude im Dorf Sars selbstständig verlassen können. Medien schrieben, dass die Direktorin den bewaffneten Zwölfjährigen zum Aufgeben bewegt habe. Die Waffe soll er heimlich seinem Vater weggenommen haben.

Zu den Hintergründen machten die Behörden zunächst keine Angaben. Als eines der Motive gelte Mobbing an der Schule, meldete die Agentur Interfax. Der Unterricht wurde am Montag abgesagt.

In der rund 1200 Kilometer östlich von Moskau entfernten Stadt Perm hatte erst vor einem Monat ein Jurastudent mit einem Jagdgewehr um sich geschossen, sechs Menschen getötet und rund 20 verletzt.


US-Politiker: Bericht über Chinas Hyperschallrakete ist Weckruf

WASHINGTON: Ein Abgeordneter im US-Kongress hat den Bericht über einen chinesischen Test einer nuklearfähigen Hyperschallrakete als Weckruf gewertet. «Dieser Test sollte als Aufruf zum Handeln dienen», teilte der Republikaner Mike Gallagher am Sonntag (Ortszeit) mit. «Wenn wir an unserem derzeitigen untätigen Kurs festhalten, (...) werden wir den Neuen Kalten Krieg mit dem kommunistischen China innerhalb dieses Jahrzehnts verlieren.»

Wie die «Financial Times» unter Berufung auf fünf anonyme Quellen am Samstag berichtete, soll Peking im August eine atomwaffenfähige Hyperschallrakete getestet haben. Sie sei bei niedriger Umlaufbahn einmal um den Globus gekreist, ehe sie das anvisierte Ziel um etwa 15 Kilometer verfehlt habe. Der Test soll dem Bericht zufolge belegen, dass Chinas Militär mit seinem Hyperschallwaffenprogramm bereits weit fortgeschrittener ist, als US-Geheindienste bisher angenommen hatten. Hyperschallwaffen sind besonders schwer abzufangen, da sie mehr als die fünffache Schallgeschwindigkeit erreichen können.

Nach Einschätzung Gallaghers verfügt China zunehmend über Fähigkeiten, die Raketenabwehr der USA zu untergraben und gar mit Atomschlägen zu bedrohen. Der Republikaner vertritt den US-Bundesstaat Wisconsin im Repräsentantenhaus und sitzt dort im wichtigen Ausschuss zu den US-Streitkräften.

Derzeit arbeiten sowohl die Vereinigten Staaten als auch Russland an Hyperschallraketen. Auch Nordkorea hat im September nach eigenem Bekunden eine Hyperschallrakete getestet. Das chinesische Verteidigungsministerium in Peking äußerte sich zu dem Medienbericht zunächst nicht.


Keine Maskenpflicht mehr bei innerskandinavischen Flügen

OSLO: Bei Flügen innerhalb Skandinaviens muss seit Montagmorgen kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden. Die Fluggesellschaften SAS, Norwegian, Widerøe und Flyr einigten sich darauf, von Reisenden zwischen Dänemark, Norwegen und Schweden den Infektionsschutz nicht mehr zu verlangen.

«Der norwegische Leitfaden zur Infektionskontrolle verlangt von Passagieren im Inland nicht mehr, Gesichtsmasken zu tragen, daher entfällt diese Anforderung an Bord von Widerøes Flügen», sagte die Sprecherin Silje Brandvoll jüngst dem norwegischen Rundfunk. Bei Flügen in andere Länder im Ausland müsse jedoch weiterhin ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Auf dem Flughafen Gardermoen bei Oslo wurde die Maskenpflicht bereits am Freitag aufgehoben.


Ausschuss zur Kapitol Attacke - Vorladung Trumps wäre «Zirkus»

WASHINGTON: Ein Mitglied des Untersuchungsausschusses zur Aufarbeitung der Attacke auf das US-Kapitol am 6. Januar hat eine Vorladung von Ex-Präsident Donald Trump nicht ausgeschlossen. «Wenn wir plötzlich den ehemaligen Präsidenten vorladen, wissen wir, dass das ein ziemlicher Zirkus werden wird, also ist das nicht unbedingt etwas, was wir im von vornherein tun wollen», sagte der Republikaner Adam Kinzinger dem Sender CNN am Sonntag (Ortszeit). «Aber wenn er Informationen hat, die wir brauchen, werden wir das sicher tun.» Kinzinger sprach auch eine Warnung an all jene aus, die einer Vorladung des Gremiums nicht nachkommen. Sie sollten nicht denken, dass man sie schon vergessen werde.

Der ehemalige Trump-Berater Steve Bannon hatte die Vorladung des Ausschusses missachtet und sich dabei auf das Vorrecht des Präsidenten berufen, dem Kongress oder Gerichten gewisse Informationen vorzuenthalten. Beobachter argumentieren aber, dass Bannon während der Kapitol-Attacke gar nicht mehr für das Weiße Haus gearbeitet hatte. Anfang der Woche will das Gremium darüber abstimmen, ob strafrechtlich gegen ihn vorgegangen werden soll. Erste Schritte hat der Vorsitzende Bennie Thompson bereits eingeleitet.

Der Ausschuss im US-Repräsentantenhaus soll die Hintergründe des Angriffs auf das Kapitol untersuchen. Anhänger Trumps hatten am 6. Januar den Sitz des US-Kongresses in Washington erstürmt. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist. Über den Ausschuss hatte es heftigen Streit zwischen Republikanern und Demokraten gegeben. Liz Cheny und Kinzinger sind die einzigen republikanischen Mitglieder. Beide sind Trump-Kritiker.


Entführung von Missionaren - FBI eingeschaltet

WASHINGTON/PORT-AU-PRINCE: Nach der Entführung von Missionaren aus den USA und Kanada in Haiti ist auch die US-Bundespolizei FBI in den Fall involviert. «Das FBI ist Teil der koordinierten Bemühungen der US-Regierung, die betroffenen US-Bürger in Sicherheit zu bringen», sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Montag in Washington. Die US-Botschaft in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince stehe in Kontakt mit den örtlichen Behörden und den Familien der Entführten. US-Präsident Joe Biden erhalte regelmäßig Informationen über die Bemühungen des Außenministeriums und des FBI.

Das Außenministerium hatte am Sonntagabend bestätigt, dass 16 US-Bürger und eine Person aus Kanada am Samstag in der Region Port-au-Prince entführt wurden. «Das Wohlergehen und die Sicherheit von US-Bürgern im Ausland ist eine der höchsten Prioritäten des Außenministeriums», hieß es in einer Mitteilung.

Die Hilfsorganisation Christian Aid Ministries hatte zuvor erklärt, dass zwölf Erwachsene und fünf Kinder von Kriminellen verschleppt worden seien. Nach einem Bericht des Fernsehsenders CNN war die Gruppe am Samstag auf dem Weg von einem Waisenhaus in Croix des Bouquets am Ostrand von Port-au-Prince nach Titanyen nördlich der haitianischen Hauptstadt gewesen, als sie von Mitgliedern einer bewaffneten Bande verschleppt wurden.

Haiti, das ärmste Land des amerikanischen Kontinents, wird seit Jahren von politischem Chaos und krimineller Gewalt geplagt. Anfang Juli wurde Staatspräsident Jovenel Moïse in seiner Residenz erschossen, die Hintergründe sind bis heute ungeklärt. Das Bandenunwesen versetzt Bewohner wie Besucher in Angst und Schrecken. Die Region, in der die Missionare verschleppt wurden, werde von der Bande 400 Mawozo kontrolliert, berichtete die Zeitung «Le Nouvelliste» unter Berufung auf Polizeikreise. Die Gang hatte im April zehn Priester, Nonnen und Familienmitglieder eines Geistlichen verschleppt. Später wurden die Entführten freigelassen.


Leichtes Erdbeben erschüttert Albanien

TIRANA: Ein Erdbeben der Stärke 4,8 hat am Sonntagabend Albanien erschüttert und viele Menschen in Angst und Schrecken versetzt.

Das Zentrum des Bebens lag nach Angaben der Seismologie-Zentrums ESMC knapp 55 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Tirana. Der Erdstoß war nach Medienberichten auch in Lezha, Shkodra und Puka zu spüren. Viele Bewohner der größeren Städte verließen aus Angst vor weiteren Beben ihre Häuser und Wohnungen. Über Schäden lagen zunächst keine Berichte vor, hieß es in der Zeitung «Gazeta Shqiptare».


Sieg über van Gerwen: Rob Cross holt Titel als Darts-Europameister

SALZBURG: Der frühere Darts-Weltmeister Rob Cross hat sich mit dem Titel als Europameister eindrucksvoll zurückgemeldet. «Voltage», wie der Engländer genannt wird, bezwang am Sonntagabend in Salzburg Michael van Gerwen aus den Niederlanden im Endspiel mit 11:8 und sicherte sich damit seinen zweiten EM-Titel nach 2019. In der Folge war Cross immer weiter abgerutscht, der Triumph bei einem der bedeutendsten Turniere kam daher überraschend. Zuvor hatte Cross am Sonntag Landsmann Joe Cullen (11:3) und den Portugiesen José de Sousa (10:5) bezwungen. Van Gerwen hatte am Nachmittag den Weltranglistenersten Gerwyn Price aus Wales mit 10:8 besiegt.

Cross war vor vier Jahren als Quereinsteiger in die Darts-Weltspitze gestoßen und sicherte sich bei der WM 2018 den Titel - damals im Finale gegen Rekordchampion Phil Taylor, der danach seine Karriere beendete. Die deutschen Profis Florian Hempel (Achtelfinale) und Gabriel Clemens (erste Runde) waren bei dem Turnier in Österreich schon vor dem Finaltag ausgeschieden.

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