Neues aus dem Ausland am Montag

Neues aus dem Ausland am Montag

Fünf tschadische Blauhelmsoldaten in Mali bei Explosion verletzt

KIDAL: Fünf Blauhelmsoldaten sind in Mali verletzt worden, als ein gepanzertes UN-Fahrzeug auf eine Mine oder eine Sprengvorrichtung gefahren ist. Das teilte die UN-Mission Minusma am Montagabend auf Twitter mit. Der Vorfall ereignete sich demnach am Montagmorgen während einer Patrouille in der Region von Kidal im Nordosten des Landes. Die verletzten Soldaten stammen aus dem Tschad, wie eine Minusma-Sprecherin auf Anfrage mitteilte.

Die UN-Mission Minusma, an der auch rund 900 Bundeswehr-Soldatinnen und Soldaten beteiligt sind, soll den Friedensprozess in Mali unterstützen. In dem westafrikanischen Land sind islamistische Terrorgruppen aktiv. Auch organisierte Kriminalität und grenzübergreifender Schmuggel sind ein Problem in der Region, über die Migrationsrouten nach Nordafrika und weiter Richtung Europa laufen. Die Lage in dem Krisenland hatte sich in den vergangenen Monaten weiter angespannt. Binnen eines Jahreszeitraums gab es zwei Militärputsche, Ende Juni wurden auch deutsche Soldaten bei einem Selbstmordattentat verletzt.

Dabei hatte ein Attentäter nordöstlich der Stadt Gao eine UN-Patrouille mit einer Autobombe angegriffen. Es wurden 13 UN-Soldaten verletzt, zwölf Deutsche und ein Belgier. Die Bundeswehr hält ein Bekennerschreiben der islamistischen Terrorgruppe JNIM, die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbunden ist, für authentisch.


Brasiliens Präsident Bolsonaro empfängt AfD-Vize Storch

BRASÍLIA: Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat die stellvertretende AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch zu einem Treffen empfangen. Die Bundestagsabgeordnete ließ am Montag ein Foto verbreiten, das sie während eines Brasilien-Besuchs zusammen mit dem rechtspopulistischen Staatschef zeigt. Storch schrieb dazu, ihre Partei wolle sich «stärker vernetzen und auf internationaler Ebene für unsere christlich-konservativen Werte einstehen». Das Treffen, an dem auch der Ehemann der AfD-Politikerin teilnahm, fand nach Angaben ihres Bundestagsbüros bereits am Mittwoch vergangener Woche in Bolsonaros Amtssitz statt.

Aus der brasilianischen Opposition kam Kritik: Die Vorsitzende der Arbeiterpartei von Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, Gleisi Hoffmann, schrieb mit Hinweis auf ein vorheriges Treffen Bolsonaros mit dem CIA-Chef und das Treffen mit der AfD-Politikerin: «Bolsonaros internationale Treffen setzen das Land nur herab.» In dem größten Land Lateinamerikas hatte zuvor schon ein Treffen Storchs mit Präsidentensohn Eduardo Bolsonaro Kritik ausgelöst. Das wichtigste Holocaust-Museum des Landes, das Museo do Holocausto in der südbrasilianischen Stadt Curitiba, sprach von einer Belastung für die Demokratie.


IOM: Mindestens 57 Tote bei Schiffsunglück vor Libyen

TRIPOLIS: Mindestens 57 Migranten sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bei einem Schiffsunglück vor der libyschen Küste im Mittelmeer ertrunken. Überlebende hätten gesagt, dass unter den Toten mindestens 20 Frauen und zwei Kinder seien, schrieb eine IOM-Sprecherin am Montag auf Twitter. Wie viele Menschen das Unglück überlebten, sagte sie nicht. Der offizielle Twitter-Account der IOM in Libyen erklärte, die Tragödie unterstreiche die Notwendigkeit staatlicher Rettungs-Kapazitäten auf «dieser gefährlichen Route».

Libyen ist ein wichtiges Transitland für Migranten, die versuchen, nach Europa zu gelangen. Erst am Mittwoch vergangener Woche waren vor der Küste des nordafrikanischen Landes rund 20 Migranten bei dem Versuch einer Überfahrt nach Europa ertrunken. Immer wieder sterben Migranten auf dem Weg über das Mittelmeer - meistens, weil ihre untauglichen Boote in Seenot geraten.

Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge werden Migranten in Libyen in Internierungslagern ausgehungert, gefoltert und ausgebeutet. Die von der EU unterstützte libysche Küstenwache fing zwischen Januar und Juni dieses Jahres rund 15.000 Menschen auf See ab und brachte sie zurück in das nordafrikanische Bürgerkriegsland.


Polen schickt Hochwasserhilfe nach Nordrhein-Westfalen

WARSCHAU: Polen hilft bei den Aufräumarbeiten nach der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen. Man habe ein Feuerwehrteam mit 70 Geräten zum Trocknen von beschädigten Gebäuden nach Deutschland entsandt, teilte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Montag bei Twitter mit. Damit werde ein Hilfsversprechen erfüllt, das er Bundeskanzlerin Angela Merkel gegeben habe, fügte der Politiker der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) hinzu. Der Konvoi sollte noch am Abend aufbrechen.

Bei der Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen waren in der vorvergangenen Woche mindestens 179 Menschen ums Leben gekommen, Dutzende werden noch immer vermisst.


USA besorgt über Lage in Tunesien - Mahnung zur Besonnenheit

WASHINGTON: Die US-Regierung hat sich angesichts der Zuspitzung der politischen Situation in Tunesien «besorgt» geäußert. Es gebe Gespräche des Weißen Hauses und des Außenministeriums mit tunesischen Politikern, «um mehr über die Lage zu erfahren, zu Besonnenheit zu mahnen und tunesische Bemühungen zu unterstützen, entlang demokratischer Prinzipien fortzufahren», sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Montag.

Tunesiens Präsident Kais Saied hatte in einem umstrittenen Schritt Regierungschef Hichem Mechichi abgesetzt und die Arbeit des Parlaments für zunächst 30 Tage eingefroren. Der Präsident hatte versicherte, sich im Rahmen der Verfassung zu bewegen. Kritiker sprechen dagegen von einem Staatsstreich.

In den vergangenen 24 Stunden sei in Tunesien viel passiert, sagte Psaki. Sie antwortete dabei nicht direkt auf die Frage, ob die US-Regierung das Vorgehen in Tunesien als «Putsch» betrachte. Eine solche «rechtliche Feststellung» müsse vom Außenministerium kommen, erklärte sie. Es gebe noch keine dahingehende Schlussfolgerung.

Das US-Außenministerium ermahnte die Verantwortlichen in Tunis angesichts der jüngsten «Entwicklungen» wenig später, sich an den von der Verfassung vorgegebenen Weg der Demokratie zu halten: «Tunesien darf seine Fortschritte bei der Demokratisierung nicht vergeuden.» Auch die Freiheits- und Menschenrechte müssten weiter gewährt bleiben, forderte das Ministerium. Die USA seien «besonders besorgt» infolge von Berichten, wonach die Büros verschiedener tunesischer Medien geschlossen worden seien sollen.


Alfred Biolek wird im Familienkreis beigesetzt

KÖLN: Der in der vergangenen Woche gestorbene Entertainer Alfred Biolek soll seine letzte Ruhestätte auf dem Kölner Melatenfriedhof bekommen. Nach der Einäscherung werde zunächst ein Kondolenzbuch neben der Urne ausgelegt werden, sagte sein Adoptivsohn Scott Biolek-Ritchie am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Anschließend werde die Urne nur im Kreis der Familie und enger Wegbegleiter auf dem Melatenfriedhof beigesetzt. Der Tag stehe noch nicht fest.

Biolek war am Freitag 87-jährig in seiner Kölner Wohnung gestorben. Mit Talk-Formaten wie «Bei Bio» und «Boulevard Bio» war er jahrzehntelang auf dem Bildschirm präsent gewesen.

Auf dem in Napoleonischer Zeit begründeten Melatenfriedhof im Kölner Stadtteil Lindenthal ruhen viele Prominente, darunter der Maler Sigmar Polke, der Volksschauspieler Willy Millowitsch, der Komiker Dirk Bach und der frühere Bundesaußenminister und FDP-Politiker Guido Westerwelle.


Lehrer protestieren für mehr Lohn - kein Online-Unterricht

COLOMBO: Die meisten Grundschul- und Oberstufenlehrer auf Sri Lanka protestieren, wodurch ihre Schülerinnen und Schüler seit Tagen keinen Onlineunterricht mehr haben. Präsenzunterricht ist wegen Corona seit Monaten ausgesetzt. Mehr als 200.000 Lehrer protestieren zum einen für eine vom Bildungsministerium angekündete Lohnerhöhung, die aber wegen Geldmangels nicht ausgezahlt werde, wie Gewerkschaftsanführer Joseph Stalin von der Ceylon Teachers Union am Montag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Zum anderen demonstrierten sie gegen ein Bildungsgesetz, über das das Parlament des südasiatischen Inselstaates kommende Woche abstimmen soll.

Kommt das umstrittene Gesetz durch, dürfte das Verteidigungsministerium Militär-Universitäten eröffnen und dort über Lehrplan sowie Dozierende entscheiden. Der Gewerkschaftsführer befürchtet dadurch mehr Macht des Militärs über die Gesellschaft.

Unter der Regierung des jetzigen Präsidenten Gotabaya Rajapaksa wurden viele wichtige Ministeriumsposten mit ehemaligen Militärmitarbeitern besetzt. Rajapaksa war während der Präsidentschaft eines seiner Brüder (2005-2015) im Verteidigungsministerium verantwortlich für einen brutalen Militäreinsatz gegen tamilische Aufständische. Mit der Niederschlagung des Aufstands endete 2009 nach mehr als einem Vierteljahrhundert auf der Insel der Bürgerkrieg.


England: Zwei 14-Jährige wegen Mordes an Teenager schuldig gesprochen

READING: In England hat ein Gericht zwei 14-Jährige wegen des Mordes an einem 13-Jährigen schuldig gesprochen. Die Teenager hätten den Jungen zusammen mit einem 14 Jahre alten Mädchen in einem Park in der Stadt Reading in einen Hinterhalt gelockt, urteilte das Gericht am Montag. Einer der Verurteilten war zum Tatzeitpunkt noch 13 Jahre alt. Das Strafmaß wird zu einem späteren Zeitpunkt verkündet. Den beiden Tätern droht lebenslange Haft.

Die Angeklagten hatten den Mordvorwurf zurückgewiesen. Der Ältere der beiden Jungen und das Mädchen hatten in dem Prozess aber Totschlag eingeräumt. Ein Urteil zu der 14-Jährigen stand noch aus.

Die beiden Täter hatten demnach «Ärger» mit dem Opfer, genauere Angaben zum Motiv gab es zunächst nicht. Das Mädchen soll jede Gewalt gegen den 13-Jährigen, den sie Anfang Januar in den Park führte, als «Karma» bezeichnet haben.

Die Tat am 3. Januar hatte ein Schlaglicht auf die weit verbreitete Messergewalt unter Jugendlichen in Großbritannien geworfen. Fast im Wochentakt gibt es Berichte über Teenager, die von anderen Jugendlichen erstochen werden. Oft spielen dabei Drogen oder Gangkriminalität eine Rolle.


Ex-Ministerpräsident Mikati soll neue Regierung bilden

BEIRUT: Nach einem monatelangen Machtkampf hat der von Krisen geplagte Libanon wieder einen designierten Ministerpräsidenten. Der 66 Jahre alte Nadschib Mikati werde mit der Bildung einer Regierung beauftragt, teilte Präsident Michel Aoun am Montag mit. Mikati, ein Unternehmer mit einem geschätzten Vermögen von 2,7 Milliarden Dollar, diente schon 2005 sowie 2011 als Ministerpräsident des Libanons. Aoun ernannte ihn am Montag zum Regierungschef nach Beratungen mit den verschiedenen Blöcken im Parlament.

Mikati steht nun vor der schwierigen Aufgabe, an der zwei seiner Vorgänger bereits scheiterten. Der designierte Ministerpräsident Saad Hariri gab den Auftrag zur Regierungsbildung Mitte Juli zurück, nachdem er sich mit Aoun trotz mehrerer Anläufe nicht auf ein Kabinett einigen konnte. Vor ihm warf Mustafa Adib ebenfalls wegen interner Machtkämpfe bei der Regierungsbildung ihn. Dessen Vorgänger Hassan Diab war im August nach der verheerenden Explosion am Hafen von Beirut zurückgetreten. Sein Kabinett ist seit der Explosion nur noch geschäftsführend im Amt.

«Die Lage ist schwierig, aber wir müssen alle zusammenarbeiten», sagte Mikati am Montag. Er habe keinen «Zauberstab», dafür aber Zusagen ausländischer Partner, um das Land vor dem wirtschaftlichen Kollaps zu bewahren. Der Libanon stehe vor einer «schwierigen Aufgabe». Die Politiker rief er auf, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten. Mikati ist seit rund 20 Jahren in der Politik. Er pflegt mit Syriens Präsident Baschar al-Assad ein enges persönliches Verhältnis und hat auch gute Beziehungen nach Saudi-Arabien.

Der Libanon leidet seit fast zwei Jahren unter einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise, die sich in den vergangenen Monaten auch wegen der Explosion und der Corona-Pandemie zusehends verschärft hat. Die libanesische Lira hat mehr als 90 Prozent ihres Werts verloren. Die Inflation liegt bei mehr als 100 Prozent. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung lebt in Armut. Weil Devisen für Importe fehlen, leidet das Land unter einem Versorgungsmangel.


Gremium zur Kapitol-Attacke nimmt Arbeit auf - erste Anhörung geplant

WASHINGTON: Der Untersuchungsausschuss zur Aufarbeitung der Attacke auf das US-Kapitol am 6. Januar nimmt am Dienstag (15.30 Uhr MESZ) seine Arbeit auf. Bei der ersten Anhörung sollen nun unter anderem Mitglieder der Polizei, des Kapitols und Beamte der Polizei der Hauptstadt Washington angehört werden. Um das Gremium im Repräsentantenhaus hatte es zuvor heftigen Streit zwischen Demokraten und Republikanern gegeben.

Nancy Pelosi, die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, hatte zwei von fünf vorgeschlagenen Republikanern für den Ausschuss abgelehnt. Daraufhin drohte der Führer der Republikaner in der Kongresskammer, Kevin McCarthy, mit Boykott und zog alle fünf Namen zurück. Pelosi berief zum großen Ärger der Republikaner stattdessen zwei ausgewiesene Kritiker des ehemaligen Präsidenten Donald Trump in das Gremium: die republikanischen Kongressabgeordneten Liz Cheney und Adam Kinzinger. Cheney war auf Trumps Druck hin zuvor aus einem Führungsamt in ihrer Fraktion abgewählt worden.

Der Ausschuss soll die Hintergründe des Angriffs auf das Kapitol untersuchen. Anhänger Trumps hatten am 6. Januar den Sitz des US-Kongresses in Washington erstürmt. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist.


Mehr als 190 Tote nach Monsunregen

NEU DELHI: Die Zahl der Toten bei Erdrutschen und anderen Zwischenfällen nach heftigem Monsunregen in Indien ist auf mindestens 192 gestiegen. 25 weitere Personen würden noch vermisst, 99 seien verletzt worden, teilten Behörden des betroffenen Bundesstaates Maharashtra am Montag mit. Nach Informationen örtlicher Medien handelt es sich um den heftigsten Regen, den der Bundesstaat je in einem Juli in den vergangenen 40 Jahren erlebt hat.

Einige Experten warnten, dass Extremereignisse wie Überschwemmungen, Zyklone und Dürren mit dem Klimawandel zunehmen. Indien hatte in den vergangenen Monaten mehrere solche Ereignisse erlebt.

375.000 Menschen seien den Behördenangaben zufolge aus den derzeit überfluteten Gebieten in Sicherheit gebracht worden. Zehntausende seien ohne Strom und Trinkwasser. Fernsehbilder zeigten Menschen, die auf Dächern warteten, während ihre Umgebung völlig überflutet war. Der heftige Regen hat auch Brücken und Gebäude zerstört, Telekommunikationsmasten beschädigt sowie Straßen und Gleise überflutet.

Die Monsunzeit dauert in Südasien gewöhnlich von Juni bis September. Dabei kommt es häufig zu viel Regen, heftigen Überflutungen und Erdrutschen. Die Schäden sind oft groß, es gibt immer wieder Tote - aber der Regen ist für die Landwirtschaft, von der ein Großteil der Bevölkerung lebt, auch wichtig.


Urteil gegen mutmaßlichen deutschen IS-Unterstützer in London

LONDON: Ein Londoner Gericht spricht am Dienstag (ab 11.00 Uhr MESZ) das Urteil im Prozess gegen einen mutmaßlichen Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus Nordrhein-Westfalen. Der 23-jährige Deutsche soll IS-Videos geteilt haben und wird verdächtigt, einer Gruppe von IS-Anhängern aus Ratingen anzugehören. Laut «Spiegel» lief Florian F. bei den deutschen Sicherheitsbehörden bereits als Prüffall - der Vorstufe von Gefährder.

Der Mann aus Düsseldorf war am 12. Oktober 2020 am Londoner Flughafen Stansted festgenommen worden, als er nach mehreren Monaten in Großbritannien, wo er Arbeit suchte, zurück nach Deutschland fliegen wollte. Er bekannte sich im Prozess in mehreren Anklagepunkten für schuldig. Die Urteilsverkündung, die mehrmals verschoben worden war, kann mehrere Stunden dauern.


Biontech will Malaria-Impfstoff entwickeln

MAINZ: Das Mainzer Unternehmen Biontech will in den kommenden Jahren einen mRNA-Impfstoff gegen Malaria entwickeln. Man plane den Start einer klinischen Studie bis Ende 2022, teilte das Unternehmen am Montag mit. Ein mRNA-Impfstoff enthält den Bauplan für einen Teil des Erregers, der Körper kann so einen Impfschutz aufbauen. Das Kürzel mRNA steht für Boten-Ribonukleinsäure.

Man wolle einen sicheren und hochwirksamen mRNA-Impfstoff mit länger anhaltender Immunität zur Vorbeugung von Malaria entwickeln, kündigte Biontech an. Darüber hinaus prüfe man Möglichkeiten, in Afrika Produktionsanlagen aufzubauen, die mRNA-basierte Impfstoffe herstellen können. Das Projekt wird unterstützt von der Europäischen Kommission, der Weltgesundheitsorganisation WHO, der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung sowie anderen Organisationen. «Wissenschaft, Zusammenarbeit und Technologietransfer sind entscheidend bei diesem Projekt», sagte Biontech-Vorstandschef Ugur Sahin.

Malaria zählt weltweit zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten: Im Jahr 2019 registrierte die WHO 229 Millionen Erkrankungen und mehr als 400.000 Todesopfer, die meisten von ihnen Kinder unter fünf Jahren. Seit Jahrzehnten suchen Forscher nach einem zuverlässigen Impfstoff - bislang ist jedoch kein Präparat zugelassen. «Die mRNA-Technologie könnte eine Wende bedeuten», sagte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen.


Entscheidung über Aufnahme des Donaulimes in Welterbeliste vertagt

FUZHOU: Die Entscheidung über die Aufnahme des Donaulimes als Teil der Grenze des antiken Römischen Reiches in die Welterbeliste ist aufgeschoben worden. Das Komitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (Unesco) entschied am Montag in seiner Sitzung im chinesischen Fuzhou, dass eine Arbeitsgruppe das weitere Vorgehen in den kommenden Tagen besprechen soll.

In seinem bayerischen Abschnitt erstreckt sich der Donaulimes von Bad Gögging im Landkreis Kelheim über Regensburg und Straubing bis nach Passau.

In den langen Diskussionen war von einem «beispiellosen Fall» die Rede, nachdem Ungarn kurzfristig aus dem gemeinsamen Antrag mit Deutschland, Österreich und der Slowakei ausgestiegen war. Der Internationale Rat für Denkmalpflege (Icomos) wies in der Debatte darauf hin, dass ohne Ungarn rund 400 Kilometer und damit mehr als die Hälfte der Grenze aus dem Antrag herausgenommen worden seien. Es liege damit keine gültige Bewertung des Projektes vor, ob es sich um eine Stätte von «herausragendem universellen Wert» handele, was die Grundlage für eine Einstufung als Weltkulturerbe sei.

Unter den Mitgliedsländern herrschte Uneinigkeit, ob die übrigen Teile des Donaulimes dennoch ohne weitere Evaluierung in die Welterbeliste aufgenommen werden sollten. Gastgeber China unterbreitete schließlich den Vorschlag, eine Arbeitsgruppe einzurichten. Es wurde mit einer Entscheidung noch in dieser Woche gerechnet.


Tunesiens Präsident entlässt Minister für Justiz und Verteidigung

TUNIS: Tunesiens Präsident Kais Saied hat nach Regierungschef Hichem Mechichi auch die Minister für Justiz und Verteidigung entlassen. Saied habe am Montag einen entsprechenden Erlass verabschiedet, teilte das Präsidialamt mit. Damit müssen Verteidigungsminister Ibrahim Bartaji und die amtierende Justizministerin Hasna Ben Slimane ihren Posten räumen. Die Ministerien sollen vorerst von nachrangigen Beamten geführt werden.

Saied hatte in einem umstrittenen Schritt am Sonntagabend Ministerpräsident Mechichi per Dekret abgesetzt und die Arbeit des Parlaments für zunächst 30 Tage eingefroren. Die Immunität aller Abgeordneten wurde aufgehoben. Er selbst werde die Amtsgeschäfte künftig mit Mechichis Nachfolger führen, kündigte Saied in einer etwa zehnminütigen Ansprache an. Neben einem neuen Ministerpräsidenten will Saied auch die neuen Mitglieder der Regierung ernennen.

In Tunesien liefert sich Präsident Saied seit Monaten einen Machtkampf mit der islamisch-konservativen Ennahda-Partei, zu der der abgesetzte Regierungschef Mechichi und Parlamentspräsident Rached Ghannouchi gehören. Dabei geht es unter anderem um eine Verteilung der Macht zwischen Präsident, Regierung und Parlament.

Saieds Kritiker, darunter die Ennahda-Partei, sprechen von einem Putsch. Der frühere Juraprofessor Saied beteuert dagegen, sich im Rahmen der 2014 in Kraft getretenen Verfassung zu bewegen. Diese räumt ihm in Artikel 80 das Recht ein, bei drohender «Gefahr für Einheit, Sicherheit und Unabhängigkeit des Landes» außergewöhnliche Maßnahmen zu ergreifen. Allerdings muss er sich dafür mit dem Regierungschef beraten. Ein Recht zur vollständigen Auflösung des Parlaments sieht Artikel 80 nicht vor.


Sandsturm verursacht Massenkarambolage in Utah - Sieben Tote

WASHINGTON: Bei einer Massenkarambolage wegen eines Sandsturms sind im US-Bundesstaat Utah mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen.

Starke Winde hatten am Sonntagabend (Ortszeit) Sand aufgewirbelt und die Sicht auf der Autobahn in Millard County behindert, wie es in einer Mitteilung der Behörden hieß. Rund 20 Fahrzeuge seien in die Serie von Unfällen verwickelt gewesen. Mehrere Menschen wurden mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Bilder von der Unfallstelle zeigten mehrere Lastwagen und schwer beschädigte Autos. Trümmer lagen meterweit verstreut.


Protestdemonstration in Teheran nach erneutem Stromausfall

TEHERAN: Wegen eines erneuten Stromsausfalls haben Menschen am Montag in der iranischen Hauptstadt Teheran protestiert. Wie die Nachrichtenagentur Isna am Montag weiter berichtete, war der Auslöser ein Stromausfall in der Alaeddin Passage, wo hauptsächlich elektronische Geräte verkauft werden. Die Lage habe sich in der Zwischenzeit wieder beruhigt. Stundenlange Stromausfälle in den letzten Wochen haben landesweit viele Geschäftszentren kurzfristig lahmgelegt.

Die Nachrichtenagentur Fars veröffentlichte auf Twitter ein Video der Demonstration in Teheran, bei der auch regimekritische Parolen zu hören sind. «Weder Gaza, noch Libanon, unser Leben opfern wir nur für den Iran», riefen Demonstranten. Mit diesem Slogan kritisieren Iraner die finanzielle Unterstützung der Regierung für arabische Bewegungen. Das nationale Einkommen sollte für die Bedürfnisse des eigenen Volkes ausgegeben werden und nicht für arabische Milizen.

Wegen Wasserknappheit und Stromausfällen in der südwestlichen Provinz Chusetsan gibt es seit Tagen immer wieder Proteste gegen die Regierung. Dabei ist es auch zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Offiziellen Angaben zufolge gab es Tote unter den Demonstranten als auch bei der Polizei.

In der iranischen Regierung gab es von vornherein Befürchtungen, dass die Proteste in Chusestan außer Kontrolle geraten und sich auf andere Provinzen des Landes ausweiten könnten. Um dies zu verhindern, haben sowohl die Regierung als auch Justizbehörde und Parlament Delegationen nach Chusestan entsandt.


Polizei stürmt Büro von Fernsehsender Al-Dschasira

TUNIS: Inmitten der politischen Krise in Tunesien hat die Polizei das Hauptstadtbüro vom Fernsehsender Al-Dschasira gestürmt. Mindestens zehn bewaffnete Beamte hätten das Büro in Tunis betreten und alle Journalisten aufgefordert, das Gebäude zu verlassen, berichtete der Sender am Montag. Die Polizisten hätten Telefone und anderes Gerät beschlagnahmt und erklärt, auf Anweisung der Justiz zu handeln. Durchsuchungsbefehle hätten sie nicht gehabt. Ihren persönlichen Besitz durften die Mitarbeiter nicht mitnehmen.

In Tunesien bahnt sich nach umstrittenen Maßnahmen von Präsident Kais Saied eine schwere politische Krise an. Saied hatte am Sonntagabend Regierungschef Hichem Mechichi abgesetzt und die Arbeit des Parlaments für zunächst 30 Tage eingefroren. Er selbst werde die Amtsgeschäfte mit Mechichis noch zu bestimmenden Nachfolger führen, kündigte Saied nach einer Sitzung mit Militärvertretern an. Saied erklärte, sich im rechtlich zulässigen Rahmen der Verfassung zu bewegen. Kritiker sprechen dagegen von einem Putsch.

Der populäre Nachrichtenkanal Al-Dschasira wird von der Regierung Katars finanziert. Nach Ansicht von Kritikern bietet er Muslimbrüdern und anderen Islamisten zu viel Raum. Der Sender beharrt darauf, ausgewogen zu berichten und ein breites Spektrum an Meinungen abzubilden. In Tunesien liefert sich Präsident Saied seit Monaten einen Machtkampf mit der islamisch-konservativen Ennahda-Partei.


Erstes Wohnhaus aus dem 3D-Drucker eröffnet

BECKUM: In Beckum im Land Nordrhein-Westfalen ist das nach Behördenangaben erste Wohnhaus Deutschlands aus dem 3D-Drucker offiziell eröffnet worden. Nordrhein-Westfalens Bauministerin Ina Scharrenbach lobte zu dem Termin die «weitreichende Vorbildfunktion» des Pilotprojektes.

Das neue Bauverfahren verspreche Zeitgewinn und eine «Verschlankung der Bauabläufe». Dies sei vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in der Branche ein entscheidender Vorteil. Zudem könnten bisher besonders aufwendige Formen wie Rundungen leichter umgesetzt werden. In mehreren anderen Ländern, etwa in den USA oder Belgien, stehen bereits Gebäude aus dem Drucker.

Das zweigeschossige Einfamilienhaus hat rund 160 Quadratmeter Wohnfläche. Beim Bau trägt der 3D-Drucker aus einer Düse Spezialmörtel und Beton digital gesteuert in jeweils zentimeterdicken Schichten auf. Der Drucker sei flexibel einsetzbar und schneller, weil nicht mehr Stein auf Stein gesetzt werden müsse. Er schaffe einen Quadratmeter in fünf Minuten, so das Ministerium.

Nordrhein-Westfalen hat das Projekt nach Einzelprüfungen genehmigt und es mit knapp 200.000 Euro gefördert. «Jetzt gilt es, Erfahrungen mit dem Bauwerk zu sammeln und den Herstellungsprozess auf dem Markt zu etablieren, denn nur mehr Wohnraum sorgt für günstige Mieten», sagte Scharrenbach. Das Landesministerium erhofft sich von dem Projekt Erfahrungen, die beispielgebend für die gesamte Baubranche sein dürften.


Extremwetter im Fokus: Weltklimarat tagt zu neuem Sachstandsbericht

GENF: Die jüngsten Überschwemmungen in Deutschland und andere Extremwetterereignisse haben die Auftaktsitzung des Weltklimarats (IPCC) dominiert. Alle Redner erwähnten am Montag die Tragödien, verbunden mit dem Aufruf: Die Welt muss aufgerüttelt durch die Ereignisse dringend handeln, um den Klimawandel abzumildern. Am 9. August erscheint der erste Teil des 6. Klima-Sachstandberichtes. Zu erwarten sei etwa «eine bessere Zuordnung von Extremwetter zum Klimawandel», sagte der Vorsitzende des Weltklimarates, Hoesung Lee.

Der Inhalt des Berichts ist noch streng geheim. Regierungsvertreter gehen bis Ende kommender Woche die in den vergangenen drei Jahren erarbeiteten Vorlagen der Wissenschaft durch. Sie müssen die Veröffentlichung freigeben. Die Sitzung findet hinter verschlossenen Türen statt. «Die Welt wartet darauf, was der Weltklimarat zu sagen hat», meinte Lee. Eine große Rolle sollen auch regionale Vorhersagen zum Klimawandel spielen.

Der neue Bericht sei eine wichtige Vorlage für die Weltklimakonferenz im November in Glasgow, sagte Petteri Taalas, Generalsekretär der Weltwetterorganisation (WMO). Es seien noch ehrgeizigere Klimaschutzziele nötig als bisher von Regierungen geplant. «Wir können nicht Jahrzehnte warten», sagte Taalas. Positiv sei, dass sich immer mehr Länder und Industrien zum Klimaschutz verpflichten und der Privatsektor klimafreundliche Investitionen fördert.

Weitere Teile des 6. Sachstandsberichts kommen 2022 heraus. Der 5. Bericht erschien 2013/2014. Der Weltklimarat forscht nicht selbst. Er beauftragt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Studien zu allen Aspekten des Klimawandels sichten und bewerten. An dem neuen Bericht sind mehr als 230 Experten beteiligt.


Nach Unwetter sagt Londoner Klinik geplante Operationen ab

LONDON: Nach Schäden durch heftige Regenfälle und Überschwemmungen in London hat ein Krankenhaus alle geplanten Operationen und ambulanten Termine abgesagt. Krankenwagen würden zu anderen Kliniken umgeleitet und die betroffenen Gebäudebereiche gereinigt, sagte eine Sprecherin des Krankenhausbetreibers am Montag. Die Notaufnahme sei aber geöffnet.

Das Unwetter am Sonntag hatte in London zahlreiche Straßen, U-Bahn-Stationen und Unterführungen unter Wasser gesetzt, Busse und Autos steckten fest, Passagiere mussten die Fahrzeuge verlassen. In Teilen der britischen Hauptstadt fiel innerhalb weniger Stunden soviel Regen wie sonst in einem ganzen Monat. Auch in einem zweiten Krankenhaus konnten Patienten wegen der Wassermassen nur eingeschränkt versorgt werden.

Der Wetterdienst warnte am Montag vor weiterem Starkregen in Südostengland sowie Gewittern auch in Mittelengland und Wales.


Armenien und Aserbaidschan werfen sich gegenseitig Beschuss vor

BAKU/ERIWAN: Die beiden Südkaukasusrepubliken Armenien und Aserbaidschan haben sich gegenseitig Schüsse in der Grenzregion vorgeworfen. Aserbaidschans Verteidigungsministerium beschuldigte armenische Soldaten, in der Nacht zum Montag das Feuer auf Streitkräfte im Gebiet Kelbadschar im Konfliktgebiet Berg-Karabach eröffnet zu haben. Armenien dementierte das und erklärte wiederum, Aserbaidschan habe die Waffenruhe an zwei Orten unweit der Grenze gebrochen.

Beide Staaten betonten, selbst nur «Vergeltungsmaßnahmen» ergriffen zu haben. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. Trotz eines Waffenstillstands kommt es immer wieder zu Scharmützeln, für die sich Armenien und Aserbaidschan gegenseitig verantwortlich machen. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Informationen kaum.

Die beiden Ex-Sowjetrepubliken hatten zuletzt vom 27. September bis zum 9. November um Berg-Karabach gekämpft. Aserbaidschan holte sich dabei weite Teile des Anfang der 1990er Jahre verlorenen Gebiets zurück. Mehr als 6500 Menschen starben.


Frankreich gedenkt eines von Terroristen ermordeten Priesters

ROUEN: Frankreich hat am fünften Jahrestag eines islamistischen Terroranschlags des ermordeten Priesters Jacques Hamel gedacht. Die Terroristen hätten bei dem Anschlag in der Kirche die Seele Frankreichs und alle Franzosen getroffen, sagte Innenminister Gérald Darmanin am Montag bei einer Gedenkfeier in Saint-Étienne-du-Rouvray. Premierminister Jean Castex schrieb auf Twitter, die Nation halte an dem Jahrestag gedenkend inne. Präsident Emmanuel Macron schrieb, man werde gegen den islamistischen Terrorismus nicht klein beigeben.

Zwei Angreifer hatten am 26. Juli 2016 in einer katholischen Kirche in Saint-Étienne-du-Rouvray bei Rouen während der Morgenmesse zunächst Geiseln genommen. Dann ermordeten sie kaltblütig den damals 85 Jahre alten Priester Hamel. Beide Angreifer wurden von der Polizei erschlossen. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte damals die Tat für sich. Frankreich wird seit Jahren von islamistischem Terror erschüttert. Dabei wurden mehr als 250 Menschen getötet.


Früherer deutscher Radio-Vatikan-Chef Hagenkord gestorben

MÜNCHEN: Der deutsche Jesuit und langjährige Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan, Pater Bernd Hagenkord, ist tot. Der Journalist, der später auch Vatican News leitete, starb am Montag in einem Krankenhaus in München, wie die Provinz der Jesuiten in Zentraleuropa mitteilte.

«Mit Bernd Hagenkord ist viel zu früh ein Mitbruder von uns gegangen, der vielen Menschen inner- und außerhalb des Jesuitenordens fehlen wird.» Der 52-jährige Jesuit litt an einer schweren Krankheit.

Hagenkord hatte im November 2009 die Leitung der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan übernommen - in vielen deutschen Medien erklärte er auf seine analytische und auch humorvolle Art das Geschehen im Kirchenstaat und das Wirken des Papstes.

Im September 2019 ging er von Rom nach Deutschland. In München übernahm er die Leitung des Berchmanskollegs der Jesuiten und wirkte beim Synodalen Weg mit. Dabei geht es um Themen wie die Stellung der Frau in der katholischen Kirche, den Umgang mit Macht, die katholische Sexualmoral und die priesterliche Ehelosigkeit.


Politiker Gerhart Baum und Organisation Wjasna erhalten Dönhoff-Preis

HAMBURG: Der deutsche Politiker und Jurist Gerhart Baum sowie die belarussische Menschenrechtsorganisation Wjasna werden in Deutschland mit dem Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung und Versöhnung ausgezeichnet.

Die Jury habe Baum als Träger des Hauptpreises gewählt, weil der heute 88-Jährige sein politisches Leben dem Kampf für die Freiheit gewidmet habe, teilte die Zeit-Verlagsgruppe am Montag in Hamburg mit. Baum war unter anderem deutscher Innenminister (1978-1982/FDP). Als Leiter der deutschen Delegation bei der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen habe er sich für den Schutz der Menschen in Kriegs- und Krisengebieten eingesetzt, hieß es weiter.

Der Förderpreis geht an die Menschenrechtsorganisation Wjasna, weil sie sich «in herausragender Weise» für die Förderung von Demokratie und Bürgerrechten in Belarus (früher Weißrussland) einsetze. «Ohne Organisationen wie Wjasna gäbe es keine Hoffnung auf eine freiheitliche Entwicklung in Belarus», sagte Matthias Naß, Juryvorsitzender und Internationaler Korrespondent der Wochenzeitung.

Die von der «Zeit», der «Zeit»-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius sowie der Marion-Dönhoff-Stiftung verliehenen Preise sind mit jeweils 20.000 Euro dotiert und sollen am 28. November in Hamburg verliehen werden.


Lage angespannt - Parlament von Soldaten umstellt

TUNIS: In Tunesien ist die Lage nach der Entmachtung von Ministerpräsident Hichem Michichi gespannt. Das Parlament in der Hauptstadt Tunis war am Montag von Sicherheitskräften umstellt. Aufgebrachte Demonstranten zogen dorthin und forderten Zugang. Einige versuchten, über das Tor zu klettern. Zuvor hatte Präsident Kais Saied den Regierungschef gefeuert und die Arbeit des Parlaments für zunächst 30 Tage eingefroren. Zudem werde die Immunität aller Abgeordneten werde zudem aufgehoben, kündigte Saied am Sonntagabend nach einem Treffen mit Militärvertretern an.

Der ehemalige Juraprofessor versicherte, sich im Rahmen der Verfassung zu bewegen. Kritiker sprechen hingegen von einem Putsch. In dem nordafrikanischen Land kommt es wegen stark steigender Corona-Zahlen und der anhaltenden Wirtschaftskrise seit Tagen zu Protesten.

Das Militär hielt in der Nacht auch Parlamentspräsident Rached Ghannouchi davon ab, das Gebäude zu betreten. Der Chef der Ennahda-Partei rief Anhänger auf, mit ihm vors Parlament zu ziehen. Hingegen feierten Unterstützer von Präsident Saied nachts auf den Straßen. Sie zündeten teils Leuchtfeuer und Feuerwerk und schwenkten Fahnen. Einige sangen die Nationalhymne. Auf Videos waren auch Militärfahrzeuge zu sehen, die durch klatschende Gruppen fahren.

Auch Saied zeigte sich in der Nacht im Zentrum von Tunis und begrüßte seine Unterstützer. Es handle sich um keinen Staatsstreich, versicherte der seit 2019 amtierende Präsident. «Wie kann ein Putsch auf dem Gesetz beruhen?» Saied beteuert, sich innerhalb des rechtlichen Rahmens zu bewegen. Mit Blick auf mögliche Unruhen sagte er: «Ich will keinen einzigen Tropfen Blut vergießen lassen.» Gewalt werde aber umgehend mit Gewalt der Sicherheitskräfte beantwortet.


Griechische Meteorologen warnen vor gewaltiger Hitzewelle

ATHEN: Griechenland fürchtet die bevorstehende Hitzewelle. Von Dienstag an sollen die Temperaturen tagsüber auf bis zu 44 Grad steigen und auch nachts nicht unter 30 Grad fallen. Sowohl der griechische Wetterdienst als auch der Zivilschutz sprechen bereits jetzt Warnungen aus, weil die Hitze bis zum 8. August anhalten soll, also außergewöhnlich lang. Sinken die Temperaturen auch nachts nicht, ist das für den menschlichen Körper enorm anstrengend, weil er sich nicht erholen kann. Je länger das extreme Wetter anhält, desto gefährlicher ist das für die Gesundheit. Weil auch starke Winde erwartet werden und es seit Wochen trocken ist, könnten sich Brände zudem schnell ausbreiten.

Griechenland hat böse Erinnerungen an extreme Hitzewellen. 1987 starben bei einer ähnlichen Hitze-Phase geschätzte 4000 Menschen. Damals gab es nur wenige Klimaanlagen und Stadtwohnungen wurden vor allem für ältere Menschen zur Todesfalle. Bei einer weiteren Hitzewelle mit starkem Wind verbrannten 2007 auf der Halbinsel Peloponnes große Flächen, Dutzende Menschen kamen damals ums Leben. Jetzt wird befürchtet, dass die angekündigte Welle das alles noch in den Schatten stellen könnte.


Langzeit-Premier von Samoa erkennt Wahlniederlage nach Monaten an

APIA: Nach monatelangem politischen Tauziehen im Südseestaat Samoa hat Langzeit-Premierminister Tuilaepa Sailele Malielegaoi seine Wahlniederlage öffentlich eingestanden. Der 76-Jährige war fast 23 Jahre ununterbrochen an der Macht und damit einer der am längsten amtierenden Regierungschefs der Welt. In der vergangenen Woche hatte ein Berufungsgericht entschieden, dass die neu gegründete FAST-Partei unter Führung von Fiame Naomi Mata'afa die Abstimmung von Anfang April gewonnen hat - und in Samoa damit erstmals eine Frau die Regierung führt.

Bei der Wahl hatte die FAST-Partei eine knappe Mehrheit errungen. Das war eine Art politisches Erdbeben in dem kleinen Pazifikstaat mit knapp 200.000 Einwohnern, wo seit fast 40 Jahren die «Partei zum Schutz der Menschenrechte» (HRPP) von Premier Malielegaoi regierte. Als Mata'afa im Mai eingeschworen werden sollte, ließ ihr Widersacher sie kurzerhand aus dem Parlament ausschließen. Die Politikerin wurde daraufhin in einer eigenen Vereidigungszeremonie in einem großen Zelt im Garten des Parlaments ins Amt eingeführt. Die Justiz entschied jetzt, dass diese Vereidigung rechtmäßig war.

Der Inselstaat Samoa liegt zwischen Neuseeland und Hawaii im Pazifik. Seit 1962 ist die Rugby-verrückte Nation unabhängig.


Feuerwehr kämpft weiter gegen Flammen auf Urlaubsinsel Sardinien

ORISTANO: Auf der italienischen Insel Sardinien kämpfen die Einsatzkräfte weiter gegen Brände im Westen. In der Provinz Oristano laufe der Einsatz ohne Pause, teilte die Feuerwehr am Montag auf Twitter mit. 60 Einheiten kämpfen demnach auf dem Boden gegen die Flammen. Außerdem seien fünf Löschflugzeuge im Einsatz. Griechenland und Frankreich schickten laut italienischer Zivilschutzbehörde je zwei Flieger, um beim Löschen aus der Luft zu unterstützen.

Seit wenigen Tagen lodern die Flammen im Westteil der Insel. Hunderte Menschen mussten ihre Häuser verlassen, und Tausende Hektar Land verbrannten bislang, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Montag berichtete. Starke Winde trugen demnach zur Ausbreitung der Flammen bei. Es sei «schrecklich», berichtete eine Frau aus der Gegend der Deutschen Presse-Agentur. In der Luft rieche es überall verbrannt, Feuer und Qualm seien auch vom Strand aus zu sehen - auch von beliebten Touristenorten aus. Eine Betreiberin von Ferienwohnungen in dem Ort Bosa erzählte, die verbrannte Gegend gleiche einer Hölle. Viele Bauernhöfe seien von den Flammen betroffen.

Der Agrarverband Coldiretti sprach von einer «Katastrophe» und erheblichen Schäden für die Landwirtschaft. Weiden, Wälder und in einigen Fällen auch Tiere seien verloren worden, hieß es. In der Nacht zu Montag drückte Italiens Regierungschef Mario Draghi den Menschen auf Sardinien seine Solidarität aus. Viele Politiker in Italien zeigten sich auf Twitter entsetzt von den Bildern aus Sardinien.


Mali: Attentäter nach Inhaftierung gestorben

BAMAKO: Nach einer gescheiterterten Messerattacke auf den Übergangspräsidenten des westafrikanischen Krisenstaats Mali ist der Attentäter kurz nach der Inhaftierung gestorben.

Die Regierung teilte am späten Sonntagabend mit, sein Gesundheitszustand habe sich während des Verhörs verschlechtert. Der Mann sei dann im Krankenhaus gestorben, wo eine Autopsie angeordnet wurde. Er hatte am Dienstag Übergangspräsident Assimi Goita nach dem Gebet anlässlich der Feierlichkeiten zum Opferfest Eid al-Adha in der Hauptstadt Bamako mit einem Messer attackieren wollen, war aber von Sicherheitskräften überwältigt worden. Über die Identität oder das Motiv des Angreifers ist bislang nichts bekannt.


Sechs Menschen binnen 24 Stunden in Schottland ertrunken

GLASGOW: In Schottland sind innerhalb von 24 Stunden bei verschiedenen Vorfällen insgesamt sechs Menschen ertrunken, darunter vier Jungen. Ein weiterer Junge liegt mit schweren Verletzungen im Krankenhaus, wie der Sender Sky News am Montag berichtete. Bei einem Familienausflug am Nordende des größten schottischen Sees Loch Lomond ertranken am späten Samstagnachmittag ein Neunjähriger, seine 29 Jahre alte Mutter sowie ein 41 Jahre alter Freund. Dessen neunjähriger Sohn kam mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus. Die Umstände des Unglücks waren zunächst unklar.

Bereits am Freitagabend ertrank am Südende des Loch Lomond ein 16-Jähriger. Am Samstagnachmittag starb ein Elfjähriger südöstlich von Glasgow, nur wenige Kilometer entfernt konnte ein 13-Jähriger nur noch tot aus einem Fluss geborgen werden.

Die Behörden warnten vor Gefahren. «Das warme Wetter lädt zum Schwimmen und Paddeln im offenen Wasser ein, aber es ist extrem gefährlich, selbst für die erfahrensten Schwimmer oder beaufsichtigte Kinder», sagte Mark Williams von der Polizei. «Die Bedingungen können sich sehr schnell ändern, und es gibt oft versteckte Risiken wie tieferes Wasser und starke Strömungen.» Regierungschefin Nicola Sturgeon sprach den Angehörigen ihr Beileid aus, es handele sich um «herzzerreißende» Unglücke. «Wir haben in Schottland einige der schönste Seen und Flüsse der Welt - aber bitte passen Sie auf, wenn Sie darin schwimmen», twitterte Sturgeon.


Brasiliens Präsident Bolsonaro empfängt AfD-Vize Storch

BRASÍLIA: Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat die stellvertretende AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch zu einem Treffen empfangen. Die Bundestagsabgeordnete ließ am Montag ein Foto verbreiten, das sie während eines Brasilien-Besuchs zusammen mit dem rechtspopulistischen Staatschef zeigt. Storch schrieb dazu, ihre Partei wolle sich «stärker vernetzen und auf internationaler Ebene für unsere christlich-konservativen Werte einstehen».

Das Treffen, an dem auch der Ehemann der AfD-Politikerin teilnahm, fand nach Angaben ihres Bundestagsbüros bereits am Mittwoch vergangener Woche in Bolsonaros Amtssitz statt. In Brasilien hatte zuvor schon ein Treffen Storchs mit Präsidentensohn Eduardo Bolsonaro Kritik ausgelöst. Das wichtigste Holocaust-Museum des Landes, das Museo de Holocausto in der südbrasilianischen Stadt Curitiba, sprach von einer Belastung für die Demokratie.


Israel beschießt nach Angriffen mit Brandballons Hamas-Stützpunkt

GAZA/TEL AVIV: Nach Angriffen militanter Palästinenser mit Brandballons hat Israels Armee eine Militärbasis der im Gazastreifen herrschenden Hamas beschossen. Kampfjets hätten den Stützpunkt angegriffen, der für Terroraktivitäten genutzt worden sei, teilte das Militär in der Nacht zum Montag mit. Israel habe damit auf Angriffe aus dem Gazastreifen mit Brandballons reagiert, hieß es in der Mitteilung. Militante Palästinenser lassen von dort immer wieder Ballons, die mit Spreng- und Brandsätzen beladen sind, nach Israel fliegen. Regelmäßig kommt es dabei zu Bränden auf Feldern.

Israel hatte sich im Mai einen elftägigen Schlagabtausch mit militanten Palästinensern im Gazastreifen geliefert. Dabei starben in Gaza nach Angaben des Gesundheitsministeriums 255 Menschen. In Israel gab es nach offiziellen Angaben 13 Todesopfer. Ägypten vermittelte schließlich eine Waffenruhe. Die islamistische Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft. Im Gazastreifen - einem Gebiet direkt am Mittelmeer - leben etwa zwei Millionen Menschen, davon ein Großteil nach Angaben von Hilfsorganisationen unter sehr schlechten Bedingungen.

Als Reaktion auf die neuen Angriffe hatte Israel am Sonntag bereits die Fischereizone vor dem Gazastreifen eingeschränkt. Sie wurde nach Angaben der zuständigen Behörde von zwölf Seemeilen (rund 22 Kilometer) auf sechs Seemeilen (rund 11 Kilometer) verringert.


China sieht Beziehungen mit USA in «ernsthaften Schwierigkeiten»

PEKING: China hat die USA dazu aufgefordert, ihre Politik der «Dämonisierung» und Stimmungsmache gegen die Volksrepublik zu beenden. «Wir fordern die Vereinigten Staaten auf, ihre höchst fehlgeleitete Denkweise und gefährliche Politik zu ändern», sagte der zuständige chinesische Vize-Außenminister Xie Feng am Montag anlässlich eines Treffens mit der stellvertretenden US-Außenministerin Wendy Sherman in der ostchinesischen Metropole Tianjin. Es scheine, dass eine Kampagne im Gange sei, um China zu Fall zu bringen.

China sei in den Köpfen der Amerikaner zu einem «imaginären Feind» geworden. Die Hoffnung könnte sein, dass die USA durch die «Dämonisierung» der Volksrepublik von ihren eigenen strukturellen Problemen ablenken wollen, so Xie Feng weiter. Die Beziehungen beider Staaten befänden sich in «ernsthaften Schwierigkeiten».

Sherman ist die bisher ranghöchste Vertreterin der US-Regierung seit dem Amtsantritt von Präsident Joe Biden, die nach China gereist ist. Auf ihrem Programm standen auch Gespräche mit Chinas Außenminister Wang Yi. Als Vorsichtsmaßnahme wegen der Pandemie werden die Gespräche nicht in Peking, sondern in der 130 Kilometer von der Hauptstadt entfernten Stadt Tianjin geführt.

Das Verhältnis zwischen China und den USA ist angespannt. Es gibt Streit um Handelsfragen, Hackingvorwürfe, Menschenrechtsverstöße, Hongkong und Chinas Territorialansprüche.


Erstmals homosexuelle Partnerschaft amtlich registriert

PODGORICA: Im Balkan- und Adrialand Montenegro ist erstmals eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft amtlich registriert worden. Das berichtete am Sonntagabend das montenegrinische Staatsfernsehen unter Berufung auf einen Tweet der Ministerin für Verwaltung, Digitales und Medien, Tamara Srzentic. Einzelheiten über das Paar teilte die Ministerin nicht mit.

«Heute ist ein bedeutender Tag für die LGBTIQ-Community in der Flagge von Montenegro und ich bin stolz, dass in unserem Land die erste Lebenspartnerschaft von Menschen des gleichen Geschlechts geschlossen wurde», wurde Srzentic zitiert. «Ich freue mich, dass die Umsetzung des Lebenspartnerschaftsgesetzes offiziell begonnen hat und wünsche den Partnern viel Glück und Liebe für ihr gemeinsames Leben.»

Das Gesetz, das gleichgeschlechtliche Partner mit der Ehe zwischen Mann und Frau nahezu gleichstellt, war im Juli 2020 gegen massiven Widerstand der Serbisch-Orthodoxen Kirche vom Parlament in Podgorica beschlossen worden. Lediglich die Adoption von Kindern bleibt gleichgeschlechtlichen Paaren verwehrt.

Der pro-westliche Präsident Milo Djukanovic sowie Ministerpräsident Zdravko Krivokapic versuchen das Nato-Land Montenegro, ehemals Teil Jugoslawiens, auf Westkurs zu halten. Sie wollen zudem ihr Land in die EU führen.


Migranten an Belarus-Grenze: Litauen will härteres Vorgehen der EU

VILNIUS/BRÜSSEL: Litauens Außenminister Gabrielius Landsbergis hat angesichts der stark steigenden Zahl illegal Einreisender in sein Land über Belarus ein strikteres Vorgehen der Europäischen Union gefordert. «Wenn die Migrationssituation in Litauen sich weiter zuspitzt, muss es neue und härtere europäische Sanktionen gegen Belarus geben», sagte Landsbergis der «Welt» (Montag). «Das habe ich bereits im Rat vorgeschlagen. Das hier ist keine Flüchtlingskrise, sondern eine «hybride Kriegsführung» gegen uns.»

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat der EU wiederholt damit gedroht, als Reaktion auf die gegen sein Land verhängten Sanktionen Flüchtlinge aus Kriegsgebieten passieren zu lassen. Besonders stark davon betroffen ist Litauen, das eine fast 680 Kilometer lange Grenze zu Belarus hat. In den vergangenen Wochen hatten mehrere Hundert Migranten illegal die Grenze überschritten. Litauen hatte deshalb jüngst seine Asylregelungen verschärft.

«Wir müssen unsere Anstrengungen in Europa bündeln, um das Schmuggelnetzwerk von Lukaschenko zu zerschlagen», so Landsbergis. Das Regime in Belarus bereichere sich, Gabrielius nannte es ein «profitables Geschäft» für das Land. «In den Herkunftsländern sind belarussische Firmen aktiv, die die Reisen organisieren. Von einem unserer Nachbarländer also werden für 7000 oder 8000 Euro Tickets vertrieben, mit denen Menschen illegal in die EU gelangen sollen.» Für die Migranten sei der Weg zudem attraktiv, weil er keine Gefahren berge.


Verkehrschaos durch heftigen Regen in London - Straßen überflutet

LONDON: Heftige Regenfälle und Gewitter haben am Sonntag in London für Verkehrschaos gesorgt. Mehrere Straßen, U-Bahn-Stationen und ein Tunnel wurden wegen Überflutung geschlossen, wie unter anderem die BBC berichtete. Eine Bahnstation der Docklands Light Railway in Stratford stand tief unter Wasser, wie auf Bildern des Senders «Sky News» zu sehen ist. Etliche Videos zeigen außerdem, wie Busse und Autos von Wassermassen ausgebremst wurden. In vielen Bereichen der Stadt führte das zu großen Verzögerungen im Verkehr.

Die Feuerwehr sprach bereits am frühen Abend von mehreren Hundert Anrufen wegen vollgelaufener Keller oder überfluteter Straßen. Die Behörden warnten für mehrere Regionen im Südosten Englands vor weiteren Überflutungen, Bürgermeister Sadiq Khan rief dazu auf, nicht durch die Fluten zu fahren oder zu laufen.

Zwei Krankenhäuser im Osten Londons erklärten im Laufe des Abends, ihre Notaufnahmen seien vom Unwetter beeinträchtigt. Patienten sollten nach Möglichkeit auf andere Kliniken ausweichen.

Ein 28-jähriger Radfahrer sagte der britischen Nachrichtenagentur PA, er sei in London geboren und aufgewachsen, habe aber so etwas noch nie in der Stadt gesehen.

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