Neues aus dem Ausland am Montag

Neues aus dem Ausland am Montag

Kirgistan und Tadschikistan verkünden Waffenruhe

BISCHKEK/DUSCHANBE: Nach sechs Tagen heftiger Gefechte mit Dutzenden Toten haben die zentralasiatischen Ex-Sowjetrepubliken Kirgistan und Tadschikistan eine Waffenruhe vereinbart. Das Protokoll wurde am Montag von den Chefs der Geheimdienste beider Länder unterzeichnet, wie russische Agenturen meldeten. Truppen und schwere Waffen sollten von der Grenze abgezogen werden, hieß es.

Die Lage in der kirgisischen Grenzregion Batken stabilisiere sich allmählich, sagte der Leiter des Staatskomitees für nationale Sicherheit, Kamytschbek Taschijew. Sein Gegenüber aus Tadschikistan, Sajmumin Jatimow, sagte: «Wir sind überzeugt, dass jetzt echter Frieden einkehrt an unseren Staatsgrenzen.» Ihr Treffen fand an der Grenzübergangsstelle Guliston statt.

Seit Ausbruch der Gefechte am 14. September sind nach offiziellen Angaben auf kirgisischer Seite mindestens 59 Menschen getötet und 164 verletzt worden. Aus dem Krisengebiet in der Provinz Batken mussten demnach 136.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Tadschikistan meldete 41 Tote. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor mehr als 30 Jahren streiten die beiden Hochgebirgsländer an zahlreichen Stellen über den Verlauf ihrer rund 1000 Kilometer langen Grenze.


Schweres Erdbeben erschüttert Mexiko am Jahrestag des Bebens von 2017

MEXIKO-STADT: Ein schweres Erdbeben hat die zentrale Pazifikküste Mexikos erschüttert. Die US-Behörde USGS gab die Stärke mit 7,6 an und das mexikanische Seismologische Institut mit 7,4. Das Zentrum des Bebens lag demnach südöstlich der Stadt Aquila im Bundesstaat Michoacán an der mexikanischen Pazifikküste. Ein Mensch kam nach Angaben von Präsident Andrés Manuel López Obrador in der Hafenstadt Manzanillo im Bundesstaat Colima ums Leben.

Schäden wurden nach Angaben des mexikanischen Zivilschutzes, der Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt, Claudia Sheinbaum, und Präsident López Obrador zunächst nicht gemeldet. Es werde aber noch geprüft, wie die Lage in verschiedenen Regionen ist. Der Sender Televisa dagegen berichtete von Schäden und gefährdeten Gebäuden.

In Mexiko-Stadt wurde ein Erdbebenalarm ausgelöst - kurz, nachdem dort und landesweit am Nachmittag eine Katastrophenschutz-Übung am Jahrestag der schweren Erdbeben von 2017 stattgefunden hatte, wie die mexikanische Zeitung «El Universal» berichtete.

Der 19. September ist in Mexiko ein trauriges Datum. Vor 37 Jahren erschütterte an diesem Tag ein Erdbeben Mexiko-Stadt, bei dem Tausend von Menschen ums Leben kamen. Am 19. September 2017 bebte die Erde in Mexiko wieder - 369 Menschen starben, davon 228 in Mexiko-Stadt.


Kokain im Wert von 278 Millionen US-Dollar in Nigeria sichergestellt

LAGOS: Die nigerianischen Behörden haben nach eigenen Angaben bei einer Razzia 1,8 Tonnen Kokain mit einem geschätzten Verkaufswert von 278 Millionen US-Dollar (277 Millionen Euro) sichergestellt.

Die Drogen seien in einer Lagerhalle in der Stadt Lagos gefunden worden, erklärte der Sprecher der Drogenvollzugsbehörde NDLEA, Femi Babafemi, am Montag. Die Lagerhalle in der westafrikanischen Hafenstadt sei von einem internationalen Drogensyndikat genutzt worden, um Drogen unter anderem auch an Kunden in Europa zu verkaufen, hieß es. Vier Drahtzieher der Gruppe seien festgenommen worden. Der Zugriff sei das Ergebnis jahrelanger Ermittlungsarbeit, erklärte Babafemi weiter.


Frankreich: Besseres Atomdeal-Angebot an Iran wird es nicht geben

NEW YORK: Angesichts der festgefahrenen Verhandlungen um das iranische Atomabkommen hat Frankreich den Druck auf Teheran erhöht. Das Zeitfenster für eine Einigung schließe sich, sagte Außenministerin Catherine Colonna am Montag in New York. «Wir sagen immer wieder, dass es keinen besseren Deal auf dem Tisch geben wird», Die bisherige Antwort des Iran auf das aktuelle Angebot sei nicht ausreichend.

Das internationale Atomabkommen mit dem Iran von 2015, mit dem das Land an der Entwicklung einer Atombombe gehindert werden sollte, liegt seit dem Austritt der USA 2018 auf Eis. Ziel der laufenden Gespräche des Iran mit Deutschland, den USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien ist, US-Sanktionen gegen den Iran aufzuheben und Teherans Atomprogramm wieder einzuschränken.

Vor gut einer Woche hatte der Iran einen neuen Vorschlag zur Beendigung des Streits vorgelegt - als Antwort auf einen Kompromissvorschlag der EU. Details dazu wurden nicht bekannt. Die Vereinten Nationen mahnten derweil an, dass die Verhandlungspartner «Flexibilität» zeigen sollten, um weiter zu kommen.


UN starten mit neuem Wandgemälde in Vollversammlungswoche

NEW YORK: Pünktlich zum Start der Vollversammlungswoche ziert ein neues Wandgemälde die Zentrale der Vereinten Nationen in New York. Das 350 Quadratmeter große Werk des brasilianischen Künstlers Eduardo Kobra zeigt eine Weltkugel, mit Südamerika im Fokus, auf den Händen getragen von einem Mädchen und einem Mann. Es ziert eine seitliche Außenwand des Hauptquartiers an der Ostseite Manhattans und ist von der First Avenue aus sichtbar.

«Die Botschaft handelt von dem Planeten, den wir der nächsten Generation übergeben», wurde Kobra von den Vereinten Nationen zitiert. «Wie kümmern wir uns um unseren Planeten? Denn die Zukunft ist jetzt. Die Zukunft hat schon begonnen und wir sind alle dafür verantwortlich.»

Am Sitz der Vereinten Nationen beginnt am Dienstag die 77. Generaldebatte der UN-Vollversammlung, zu der mehr als 140 Staats- und Regierungschefs erwartet werden, darunter auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD).


Nach Queen-Aussegnung: Prinzessin Beatrice verlässt weinend Kirche

WINDSOR: Die Queen-Enkelin Prinzessin Beatrice hat nach dem Aussegnungsgottesdienst ihrer Großmutter am Montag in Windsor unter Tränen die Kirche verlassen. Der Sarg Elizabeths II. war zuvor in die königliche Gruft unter der St.-Georges-Kapelle auf dem Gelände von Schloss Windsor hinuntergelassen worden. Auf Fernsehbildern war Beatrice gemeinsam mit ihrer Mutter, Sarah Ferguson, sowie mit ihrem Mann Edoardo Mapelli Mozzi nach Verlassen der Kirche zu sehen. Für einen Moment ließ die 34-jährige Tochter des zweitältesten Sohns der Queen, Prinz Andrew, dabei ihren Gefühlen freien Lauf.

Auch andere Royals zeigten am Ende des Gottesdiensts in Windsor, der den Abschluss eines langen Tages voller Prozessionen, Gottesdienste und Zeremonien bildete, Emotionen. Prinz Harry blies die Backen auf und kickte in die Luft, als er sich nach Verlassen der Kirche auf die Rückbank eines Wagens fallen ließ. Seine Frau Meghan biss sich mit tieftrauriger Miene auf die Lippen.


Friedensnobelpreisträgerin Yousafzai warnt vor «Bildungs-Notfall»

NEW YORK: Die Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai hat vor den Vereinten Nationen vor einem weltweiten «Bildungs-Notfall» gewarnt. Unter anderem Kriege, Konflikte, Dürren und Überflutungen hielten derzeit an vielen Orten der Welt Kinder aus den Schulen fern, sagte die 25-Jährige am Montag bei einem UN-Bildungsgipfel in New York. In Afghanistan verhinderten zudem die militant-islamistischen Taliban den freien Zugang zu Bildung für Mädchen aller Altersstufen.

«Wenn Sie ernsthaft an einer sicheren und nachhaltigen Zukunft für Mädchen interessiert sind, dann seien Sie ernsthaft im Hinblick auf Bildung», sagte die in Großbritannien lebende Pakistanerin. «Sie dürfen keine kleinen, geizigen, kurzfristigen Versprechungen machen, sondern müssen versprechen, das Recht auf komplette Bildung einzuhalten und die Finanzierungslücken für immer zu schließen.»

An die Staats- und Regierungschefs gewandt sagte Yousafzai, die 2014 für ihren Einsatz für das Recht aller Kinder auf Bildung als bislang jüngste Preisträgerin überhaupt den Friedensnobelpreis erhalten hatte: «Wie viele weitere Generationen sind Sie bereit zu opfern? Wie lange wollen Sie uns darauf warten lassen, Ihre Versprechen einzulösen?» Yousafzai hatte im Oktober 2012 ein Attentat überlebt, nachdem Taliban-Kämpfer im Norden Pakistans ihren Schulbus gestoppt hatten. Sie hatte sich zuvor für den Schulbesuch von Mädchen stark gemacht.

Zum Auftakt des Bildungsgipfels hatte bereits UN-Generalsekretär António Guterres von den militant-islamistischen Taliban den freien Zugang zu Bildung für Mädchen gefordert. Seit der erneuten Machtübernahme der islamistischen Taliban in Afghanistan im August 2021 wird Mädchen die Schule jenseits der sechsten Klasse weitgehend verwehrt. Die Taliban hatten eigentlich angekündigt, dass unter Auflagen auch Mädchen weiterführender Schulen ab der 7. Klasse wieder am Unterricht teilnehmen dürfen - dazu gehöre, dass Mädchen den islamischen Hidschab tragen und in separaten Gebäuden von weiblichen Lehrkräften unterrichtet werden müssten.


Nutzfahrzeug-IAA öffnet - über 1400 Aussteller in Hannover

HANNOVER: In Hannover wird am Dienstag (10.00 Uhr) die IAA Transportation eröffnet.

Die Chefin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, will anschließend mit Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) einen Rundgang über die international wichtigste Nutzfahrzeug-Messe machen. Am Montag hatten viele der rund 1400 Aussteller aus 42 Ländern bereits Fachbesuchern und Journalisten ihre Neuheiten gezeigt - nun wird die Ausstellung für das gesamte Publikum zugänglich. Sie dauert bis zum Sonntag (25. September). Der Dienstag ist auch der erste von vier Thementagen der Nutzfahrzeug-IAA. Zunächst geht es um die Zukunft der Logistik.


EuGH entscheidet über Vorratsdatenspeicherung in Deutschland

LUXEMBURG: Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entscheidet am Dienstag (9.30 Uhr) über die hoch umstrittene deutsche Regelung zur Vorratsdatenspeicherung. Geklagt hatten zwei Telekommunikationsanbieter. Ihrer Meinung nach ist das deutsche Gesetz, das seit 2017 auf Eis liegt, mit dem EU-Recht unvereinbar.

Um die Vorratsdatenspeicherung wird seit Jahren gerungen. Die Unternehmen sind dabei gesetzlich verpflichtet, Telefon- und Internetverbindungsdaten der Nutzer zu sichern, so dass Ermittler später bei Bedarf darauf zugreifen können. Während Sicherheitspolitiker in ihr ein zentrales Instrument im Kampf gegen organisierte Kriminalität und Terrorismus sehen, halten Bürgerrechtler und Verbraucherschützer sie für riskant und überzogen.

Der EuGH hatte der anlasslosen Speicherung bereits in vergangenen Urteilen enge Grenzen gesetzt. Die Linie der Richter war dabei recht eindeutig: Das anlasslose Speichern von Kommunikationsdaten verstößt demnach grundsätzlich gegen EU-Recht. Eine Ausnahme gilt bei einer akuten Bedrohung der nationalen Sicherheit. In diesem Fall kann eine zeitlich begrenzte, begründete Datenspeicherung zulässig sein.


UN-Chef fordert von Taliban Zugang zu Bildung für Mädchen

NEW YORK: UN-Generalsekretär António Guterres hat von den militant-islamistischen Taliban den freien Zugang zu Bildung für Mädchen gefordert. «Von dieser Plattform aus appelliere ich an die Behörden in Afghanistan: Heben Sie unverzüglich alle Beschränkungen für den Zugang von Mädchen zur Sekundarschulbildung auf», sagte Guterres am Montag zum Auftakt eines Bildungsgipfels der Vereinten Nationen in New York.

Seit der erneuten Machtübernahme der islamistischen Taliban in Afghanistan im August 2021 wird Mädchen die Schule jenseits der sechsten Klasse weitgehend verwehrt. Die Taliban hatten eigentlich angekündigt, dass unter Auflagen auch Mädchen weiterführender Schulen ab der 7. Klasse wieder am Unterricht teilnehmen dürfen - dazu gehöre, dass Mädchen den islamischen Hidschab tragen und in separaten Gebäuden von weiblichen Lehrkräften unterrichtet werden müssten.


US-Präsident Biden verlässt London nach Staatsakt für Queen

LONDON: US-Präsident Joe Biden und First Lady Jill reisen nach der Trauerfeier für die Queen in der Westminster Abbey wieder aus Großbritannien ab.

Der US-Präsident und seine Ehefrau stiegen am Montagnachmittag auf dem Flughafen London-Stansted in Bidens Flugzeug Air Force One. Das Paar war am Samstag in London eingetroffen und hatte der Queen dort auch am aufgebahrten Sarg seinen Respekt erwiesen. Am Montag nahmen beide gemeinsam mit etwa 2000 Gästen am Gottesdienst im Rahmen des Staatsbegräbnisses teil. Dem Weißen Haus zufolge reist der US-Präsident nun zurück in die US-Hauptstadt Washington.


Israels Geheimdienst deckt Hamas-Netzwerk im Westjordanland auf

TEL AVIV: Israels Geheimdienst hat nach eigenen Angaben ein Netzwerk der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas im Westjordanland aufgedeckt.

In diesem Monat seien im Bereich der Städte Nablus und Hebron sieben mutmaßliche Hamas-Mitglieder von Sicherheitskräften festgenommen worden, teilte Schin Bet am Montag mit. Sie seien an der Planung von Anschlägen auf Israelis beteiligt gewesen. Außerdem seien Waffen sowie Materialien zur Herstellung von Sprengsätzen sichergestellt worden. Die jungen Männer seien über soziale Netzwerke von einem militanten Hamas-Mitglied im Gazastreifen angeworben worden, hieß es in der Mitteilung. Seit einer Terrorwelle in Israel im Frühjahr macht Israels Armee im Westjordanland verstärkt Razzien.


Konservativer Ulf Kristersson erhält Sondierungsauftrag

STOCKHOLM: Der Konservative Ulf Kristersson darf sich nach der knappen Parlamentswahl in Schweden an der Regierungsbildung versuchen. Der Parlamentspräsident Andreas Norlén erteilte dem Parteivorsitzenden der Moderaten am Montag den Sondierungsauftrag, um die Möglichkeiten auszuloten, eine neue Regierung zu bilden. Das gab Norlén am Montag nach Gesprächen mit den Spitzen der schwedischen Reichstagsparteien auf einer Pressekonferenz in Stockholm bekannt.

Kristersson setzt als Moderaten-Chef auf eine knappe Mandatsmehrheit eines Vier-Parteien-Blocks. Zu diesem Lager zählen erstmals nach einer Schweden-Wahl auch die einwanderungsfeindlichen Schwedendemokraten. Sie hatten bei der Reichstagswahl vor rund einer Woche ein Rekordergebnis von 20,5 Prozent erzielt und somit die Moderaten erstmals als zweitstärkste Partei im Land hinter den Sozialdemokraten abgelöst. Ob sich die vier Parteien auf eine Regierungsgrundlage einigen können, ist jedoch noch ebenso offen wie die künftige Rolle der Rechtspopulisten in solch einer Konstellation.


UN-Chef: «Moment großer Gefahr» gefährdet Entwicklung

NEW YORK: Zahlreiche Krisen und die instabile Weltlage gefährden UN-Generalsekretär António Guterres zufolge die globale Entwicklung. «Wir treffen uns in einem Moment großer Gefahr für unsere Welt. Konflikte und die Klimakatastrophe. Misstrauen und Spaltung. Armut, Ungleichheit und Diskriminierung. Steigende Lebensmittel- und Energiekosten», zählte Guterres am Montag bei einer Rede in New York auf. Diese weltweite Entwicklung bringe auch die selbst gesteckten Ziele zur nachhaltigen Entwicklung an den Rand des Scheiterns. Noch seien die UN-Nachhaltigkeitsziele aber zu retten.

Die Staats- und Regierungschefs der Welt hatten die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs), also Nachhaltigkeitsziele, 2015 beschlossen. Bis 2030 sollen die insgesamt 17 Ziele erreicht werden, darunter das Ende extremer Armut und des Hungers und die Verbesserung der globalen Bildung. Zudem geht es um den Kampf gegen die Klimakrise und gegen das Wohlstandsgefälle.


Infektionswelle überrollt Pakistan mit Rekordflut

ISLAMABAD: Mit den Rekordfluten in Pakistan hat eine Infektionswelle das Land überrollt. Wie Behörden am Montag meldeten, wurden seit Beginn der Flutkatastrophe allein in der besonders betroffenen Region Sindh 2,6 Millionen Menschen wegen Krankheiten behandelt, die sich im Wasser ausbreiten. Darunter seien fast eine halbe Millionen Kinder. Mehr als 300 Menschen seien in Sindh an Krankheiten wie Malaria, Cholera oder dem Dengue-Fieber bereits gestorben. Die Weltgesundheitsorganisation warnte mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen am Wochenende vor einer «zweiten Katastrophe». Grund für die schnelle Ausbreitung sei der Mangel an sauberem Wasser und sanitären Anlagen, verursacht durch die Fluten.

Seit Mitte Juni leidet Pakistan unter ungewöhnlich starken Regenfällen, die zu der schlimmsten je aufgezeichneten Flutkatastrophe in dem südasiatischen Land geführt haben. Ein Drittel des Landes steht unter Wasser, 1545 Menschen haben bereits ihr Leben verloren. Insgesamt sind nach offiziellen Angaben 33 Millionen Menschen von den Fluten betroffen. Vielen Menschen wurde die Lebensgrundlage genommen, da die Wassermassen landwirtschaftliche Flächen zerstört und Vieh getötet haben.

Experten machen den Klimawandel für die steigende Anzahl an Naturkatastrophen in Pakistan verantwortlich. Pakistanische Politiker kündigten bereits an, Reparationszahlungen für die durch die Fluten verursachten Schäden zu verlangen. Pakistan gehört zu den Ländern, die am meisten von der Klimakrise betroffen sind, obwohl es kaum zu den weltweiten Emissionen beigetragen hat.


Afghanischer Drogenbaron aus US-Haft entlassen - US-Geisel frei

KABUL: Die USA haben den führenden afghanischen Drogenbaron Bashir Nursai aus dem Gefängnis entlassen. Nursai wurde nach seiner Freilassung von den Taliban am Montagmorgen Ortszeit in der afghanischen Hauptstadt Kabul empfangen. Im Gegenzug ließen die Taliban die US-amerikanische Geisel Mark Frerichs frei.

Bashir Nursai hatte die Taliban während ihrer ersten Herrschaft in den 90er Jahren mit Waffen beliefert und ließ sich in den frühen 2000er Jahren von den USA als Geheimagent anwerben. Zuvor waren die USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in Afghanistan einmarschiert. 2005 wurde Nursai in den Staaten jedoch wegen Heroinschmuggels festgenommen und 2008 zu lebenslanger Haft verurteilt. Laut dem FBI galt er zu diesem Zeitpunkt als einer der mächtigsten und gefährlichsten Drogenbosse der Welt. Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses betonte, dass Nursai im Gegensatz zu anderslautenden Bericht niemals im Gefangenenlager Guantánamo in Haft gesessen habe.

Auch nach dem Friedensvertrag von 2020 zwischen den USA und den Taliban in Doha wurden Tausende Talibankämpfer und -unterstützer aus dem Gefängnis entlassen. Nicht zuletzt deswegen stieß der Friedensvertrag auf scharfe Kritik in Afghanistan. Nach Ansicht vieler Afghanen ebnete dieser den Siegeszug für die Taliban. Im August 2021 - nach dem chaotischen Rückzug der Nato-Truppen - übernahmen die militanten Islamisten wieder die Macht in Afghanistan. Ohne die Taliban wäre seine Freilassung «unmöglich» gewesen, sagte Nursai am Montag.

Die Freilassung der US-amerikanischen Geisel Frerichs sei der Höhepunkt jahrelanger unermüdlicher Arbeit, reagierte US-Präsident Joe Biden. Die Verhandlungen hätten «schwierige Entscheidungen, die ich nicht auf die leichte Schulter genommen habe,» erfordert. Frerichs, einstiger US-Soldat und als Bauingenieur in Afghanistan, war im Jahr 2020 verschwunden. Er soll von dem zu den Taliban gehörenden Haqqani-Netzwerk gefangen genommen worden sein. Das Weiße Haus sagte, sein Gesundheitszustand sei stabil.


Prinz Andrew und Prinz Harry kommen in zivil

LONDON: Prinz Andrew und Prinz Harry sind wie erwartet nicht in Uniform zum Staatsbegräbnis für die Queen gekommen.

Dabei waren beide im Militäreinsatz - Andrew im Falklandkrieg und Harry in Afghanistan. Allerdings sind sie keine aktiven Mitglieder der Royal Family mehr: Queen-Sohn Andrew wegen seiner Verwicklung in den Missbrauchsskandal um Jeffrey Epstein, und Enkel Harry hatte seine royalen Pflichten freiwillig aufgegeben. Beide Männer trugen am Montag ihre Medaillen und Cutaway, den Anzug für solche Anlässe. Bei der Totenwache in der Westminster Hall waren beide zuvor ausnahmsweise in Uniform erschienen.


Regierungssuche - Kristersson beim Parlamentspräsidenten

STOCKHOLM: Der schwedische Parlamentspräsident Andreas Norlén hat am Montag damit begonnen, einen Kandidaten für die Bildung einer neuen Regierung zu finden. Acht Tage nach der Reichstagswahl und dem knappen Mandatsvorsprung für einen konservativ-rechten Parteienblock traf er sich am Vormittag zunächst mit dem Konservativen Ulf Kristersson, dem die größten Chancen auf den Auftrag zur Regierungsbildung zugeschrieben werden.

Danach wollte Norlén mit den Vorsitzenden der rechtspopulistischen Schwedendemokraten, der Zentrumspartei, Linken, Grünen, Christdemokraten und Liberalen sprechen. Mit der Sozialdemokratin und bisherigen Ministerpräsidentin Magdalena Andersson wird er sich dagegen nicht treffen - die beiden stimmten sich bereits am Donnerstag ab, als sie ihren Rücktritt einreichte. Am Nachmittag wollte Norlén eine Pressekonferenz abhalten, auf der er sich dazu äußern dürfte, wen er damit beauftragt, die Bildung einer neuen Regierung zu versuchen.

Bei der Schweden-Wahl am 11. September hatte Kristerssons Moderate Partei das schlechteste Ergebnis seit 20 Jahren erzielt. Sein Vier-Parteien-Block einschließlich der rechtspopulistischen Schwedendemokraten gewann jedoch 176 Mandate, das linksgerichtete Lager von Andersson 173. Ob sich die Moderaten mit den Christdemokraten, Liberalen und den Schwedendemokraten auf eine Regierungsgrundlage einigen können und welche Parteien davon in eine Koalition eintreten werden, wird sich erst noch zeigen.


Irans Präsident löst mit Holocaust-Äußerung Kritik aus

TEL AVIV/TEHERAN: Irans Präsident Ebrahim Raisi hat mit Äußerungen zum Holocaust scharfe Kritik in Israel ausgelöst. In einem am Montag veröffentlichten Interview mit dem US-Fernsehsender CBS sagte Raisi auf die Frage, ob er an die Echtheit des Holocausts glaube: «Es wurde in der Geschichte ein Ereignis beansprucht, und es existieren auch Zeichen, dass es geschehen ist.» «Es muss erlaubt sein, dass Wissenschaftler diese Themen erforschen», sagte Raisi laut einer Mitschrift, die Irans Präsidialamt veröffentlichte. «Egal, was Historiker zu diesem Thema sagen, die Geschichte kann in dieser Angelegenheit nicht geleugnet werden», sagte Raisi weiter.

In Israel lösten die Äußerungen scharfe Kritik aus. «Einige Anzeichen», schrieb Regierungschef Jair Lapid bei Twitter und stellte historische Aufnahmen von Holocaust-Opfern dazu. Der israelische Generalstabschef Aviv Kochavi, der am Montag das Vernichtungslager Auschwitz besucht hatte, sagte nach Armeeangaben: «Man muss kein Historiker oder Wissenschaftler sein, um die Gräuel des Holocausts zu verstehen. Man muss ein Mensch sein.»

Auch aus den USA kam prompt Kritik. «Diese Aussage des iranischen Präsidenten ist empörend und sollte allgemein verurteilt werden», schrieb der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, auf Twitter. Die US-Antisemitismus-Beauftragte und Holocaust-Forscherin Deborah Lipstadt bezeichnete Raisis Aussage als «eine Form der Holocaust-Leugnung und eine Form des Antisemitismus».

Bereits in der Vergangenheit hatten iranische Politiker mit ihren Äußerungen zum Holocaust scharfe Reaktionen hervorgerufen. Vor allem Ex-Präsident Mahmud Ahmadineschad hatte mehrfach Zweifel am Holocaust geäußert. Seit der islamischen Revolution 1979 betrachten sich Israel und der Iran als Erzfeinde.


Polen will sich Kürzung von EU-Mitteln für Ungarn widersetzen

WARSCHAU: Polen will gegen die von der EU-Kommission geplante Kürzung von EU-Mitteln für Ungarn Widerstand leisten. «Polen wird sich mit voller Kraft jeder Maßnahme der europäischen Institutionen widersetzen, die darauf abzielt, einem Mitgliedstaat unrechtmäßig Mittel zu entziehen - in diesem Fall insbesondere Ungarn», sagte Regierungschef Mateusz Morawiecki am Sonntag im schlesischen Kamienica. Allerdings gebe es Signale aus Budapest und aus Brüssel, dass an einer Lösung in dem Streit gearbeitet werde.

Wegen Korruption und anderer Verstöße gegen den Rechtsstaat in Ungarn hatte die EU-Kommission am Sonntag vorgeschlagen, dem Land Zahlungen in Höhe von rund 7,5 Milliarden Euro aus dem EU-Haushalt zu kürzen. Es ist das erste Mal, dass die EU-Kommission diesen Schritt aufgrund von Mängeln im Rechtsstaat eines EU-Landes vorschlägt. Um dem Land tatsächlich Geld aus dem EU-Haushalt zu kürzen, müssten dem Vorschlag nun mindestens 15 Länder mit mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung zustimmen.


Mindestens zwei Tote und Dutzende Verletzte bei Taifun

TOKIO: Japaner leben seit jeher mit Naturgewalten wie Erdbeben und Taifunen. Ein besonders heftiger Taifun hat in dem Inselstaat für schwere Regenfälle und starke Stürme gesorgt. Es gibt Verletzte und Schäden.

Bei dem ungewöhnlich heftigen Taifun «Nanmadol» sind in Japan mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen, Dutzende weitere Bewohner wurden verletzt. Mindestens eine weitere Person galt am Montag als vermisst, wie örtliche Medien berichteten. In Hunderttausenden Haushalten fiel zeitweise der Strom aus, der Bahn- und Flugverkehr war beeinträchtigt. Mehr als vier Millionen Haushalte auf der schwer betroffenen südwestlichen Hauptinsel Kyushu und im Westen Japans waren aufgerufen, sich vor den Sturmböen und heftigen Regenfällen in Sicherheit zu bringen. Der 14. Taifun der Saison dürfte am Dienstag entlang der Hauptinsel Honshu mit der Hauptstadt Tokio Richtung Nordosten weiter ziehen, teilte die Wetterbehörde mit.

Sie stufte eine am Wochenende ausgegebene Sonderwarnung für die Präfekturen Kagoshima und Miyazaki auf Kyushu vor «beispiellosen» Sturmböen und Wellen wieder herab, warnte jedoch die Bewohner in West- und Nordjapan vor weiteren heftigen Winden, Fluten und Erdrutschen. Japanische Fernsehsender zeigten aus Kyushu im Südwesten Bilder von umgestürzten Bäumen, beschädigten Hausfassaden und überschwemmten Straßen. In der Präfektur Miyazaki auf Kyushu wurde ein Mann in einem Acker bewusstlos aus seinem überschwemmten Auto geborgen und später für tot erklärt, wie lokale Medien meldeten. In der Präfektur Fukuoka brach demnach ein Mann auf dem Weg in eine Schutzunterkunft zusammen. Auch für ihn kam jede Hilfe zu spät.

Die Behörden riefen Bewohner in Gebieten in 14 Präfekturen, wo etwa 9,7 Millionen Menschen leben, auf, sich in Sicherheit zu bringen. Ministerpräsident Fumio Kishida verschob derweil seine Abreise zur UN-Vollversammlung in New York um einen Tag auf Dienstag, um sich um die Lage nach dem Taifun zu kümmern. Der Taifun war als beispiellos gefährlich eingestuft worden. In den vergangenen Wochen hatten wiederholt starke Niederschläge weite Teile des fernöstlichen Inselreiches heimgesucht und teils schwere Überschwemmungen verursacht. Infolge der globalen Klimaerwärmung erlebt Japan zunehmend heftigere Regenfälle. Dadurch kommt es in dem sehr bergigen Inselstaat auch immer häufiger zu Erdrutschen.


James Cromwell lässt sich für Tierrechte gerne festnehmen

LOS ANGELES: Hollywood-Schauspieler James Cromwell hält nach eigenen Worten Festnahmen bei seinen Tierschutz-Protestaktionen für «keine große Sache». «Wir wurden einige Male festgenommen und es scheint einen Unterschied zu machen. Es würde ansonsten nicht so viel Spaß machen», sagte der 82-Jährige, der sich im Mai in einer Starbucks-Filiale am Tresen festgeklebt hatte, dem US-Magazin «Variety». «Und es gibt Fortschritte.»

Er sehe seine weiße Hautfarbe als Privileg, dem er vermutlich verdanke, dass ihm Festnahmen nicht in schlimmerer Erinnerung sind, erklärte der Schauspieler. Dennoch habe auch bei ihm schon einmal ein Polizist die Handschellen beim Anlegen «richtig reingegraben»: «Sie waren sauer auf uns, weil zur selben Zeit die Beerdigung eines Polizisten stattfand und sie dachten, wir hätten unsere Aktion bewusst in diese Zeit gelegt.» Auf dem Rücksitz des Polizeiwagens, mit den Händen hinter dem Rücken und keinem Platz für seine Knie, habe er «verdammte Schmerzen» gehabt, berichtete Cromwell.

Der Schauspieler, der in «L.A. Confidential», «The Green Mile» und «The Artist» mitgespielt hat und für seine Rolle als warmherziger Bauer in «Ein Schweinchen namens Babe» (1995) für einen Nebendarsteller-Oscar nominiert worden war, hatte im Mai gegen die Preise für vegane Milch bei Starbucks protestiert. Weil er das Café schließlich selbst wieder verließ, war er der Festnahme entgangen. Die Aktion, bei der er seine Hand mit Sekundenkleber an der Theke des Cafés fixiert hatte, habe «überhaupt nicht wehgetan», erzählte Cromwell. Das Aceton, mit dem er sich wieder befreit hat, «ist vermutlich nicht das Beste, was du dir auf die Haut tun kannst» - «es hat etwa zehn Minuten gedauert, bis ich das los war.»


Biden über bei Trump gefundene Dokumente: «Das ist unverantwortlich»

WASHINGTON: US-Präsident Joe Biden hat die Lagerung diverser streng geheimer Dokumente im Anwesen seines Vorgängers Donald Trump im US-Bundesstaat Florida als «unverantwortlich» bezeichnet. Er habe sich gefragt, welche Informationen in den Dokumenten enthalten seien, die Quellen kompromittieren könnten, sagte Biden in einem am Sonntagabend (Ortszeit) ausgestrahlten TV-Interview. Biden betonte, er wisse nicht genau, was in den beschlagnahmten Unterlagen stehe. «Ich habe nicht nach den Einzelheiten dieser Dokumente gefragt, weil ich mich nicht in die Diskussion darüber einmischen möchte, ob das Justizministerium bestimmte Maßnahmen ergreifen sollte oder nicht.»

Anfang August hatte die Bundespolizei FBI Trumps Villa in Florida durchsucht. Das FBI beschlagnahmte diverse Verschlusssachen, einige mit höchster Geheimhaltungsstufe. Dieses Material hätte dem Gesetz nach eigentlich an das Nationalarchiv gegeben werden müssen. Da Trump nach seiner Amtszeit die Unterlagen in seinem privaten Anwesen aufbewahrte, könnte er gegen das Gesetz verstoßen haben. Dies wird nun untersucht. Die Frage ist, ob das Justizministerium Anklage gegen den Ex-Präsidenten erhebt. Trump behauptet immer wieder, die Ermittlungen seien politisch motiviert und spricht von einer Hexenjagd.

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