Neues aus dem Ausland am Montag

Neues aus dem Ausland am Montag

Frau beim Wandern in der Schweiz tödlich verunglückt

BERN: Eine 49-Jährige ist am Sonntag beim Wandern in Erstfeld im Schweizer Kanton Uri tödlich verunglückt.

Die Frau, die zu einer fünfköpfigen Wandergruppe aus Deutschland gehörte, habe das Gleichgewicht verloren und sei einen Abhang hinuntergestürzt, berichtete die Polizei nach Angaben der Agentur SDA. Trotz sofortiger Reanimationsversuche sei die schwer verletzte Frau noch am Unglücksort gestorben. Zur Nationalität der 49-Jährigen wollte die Polizei zunächst keine Angaben machen.


Trump geht weiter gegen Herausgabe von Finanzunterlagen vor

WASHINGTON: US-Präsident Donald Trump hat einen weiteren Versuch unternommen, um die Herausgabe von Finanzunterlagen an die Staatsanwaltschaft in Manhattan zu verhindern. Die Anwälte des Präsidenten hielten ein New Yorker Gericht am Montag (Ortszeit) dazu an, eine Aufforderung unter Strafandrohung (Subpoena) für «ungültig und nicht vollstreckbar» zu erklären, wie aus einer Klage hervorging. Die Subpoena der Staatsanwaltschaft sei «wahnsinnig umfassend». Zudem sei sie «in böser Absicht» ausgestellt worden und komme der «Schikanierung» des Präsidenten gleich, heißt es darin.

Trump war im Rechtsstreit um die von Staatsanwalt Cyrus Vance angeforderten Dokumente bei der Buchhalterfirma Mazars bis vor das Oberste US-Gericht gezogen. Der Supreme Court hatte Anfang Juli entschieden, dass Trump auch als Präsident nicht von der Pflicht ausgenommen ist, bei entsprechender Aufforderung Beweise in einem Strafverfahren zu liefern. Damit sprach das Gericht dem Bezirksstaatsanwalt von Manhattan grundsätzlich das Recht zu, im Zuge von Ermittlungen Finanzunterlagen Trumps und dessen Firmen von der Buchhalterfirma Mazars einzusehen, was Trump zu blockieren versucht hatte. Die Einzelheiten müssen nun aber in unterer Instanz geklärt werden, wo die Anwälte vom Recht Gebrauch machten, neue Einwände vorzubringen.

Trumps Rechtsteam forderte das Gericht darüber hinaus auf, der Buchhalterfirma zu untersagen, Informationen herauszugeben. Vance will Steuerunterlagen von Trump und dessen Firmen über einen Zeitraum von acht Jahren einsehen. Bei den Ermittlungen geht es auch um angebliche Schweigegeldzahlungen, die Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen dem Pornostar Stormy Daniels und dem ehemaligen Playmate Karen McDougal gezahlt haben soll. Beide Frauen geben an, Affären mit Trump gehabt zu haben, was dieser dementiert. Trump wehrt sich anders als Präsidenten vor ihm vehement gegen die Herausgabe seiner Finanz- und Steuerunterlagen. Kritiker mutmaßen, er habe etwas zu verbergen.


WWF: Viele Bestände von Süßwasserfischarten deutlich geschrumpft

BERLIN: Betroffen sind etwa Aale und Störe: Zahlreiche Bestände wandernder Süßwasserfischarten haben laut einem Bericht in den vergangenen Jahrzehnten merklich gelitten. Im Zeitraum 1970 bis 2016 seien die gut 1400 untersuchten Bestände um durchschnittlich 76 Prozent zurückgegangen. Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Report der World Fish Migration Foundation, der Zoologischen Gesellschaft London und der Umweltstiftung WWF hervor. In Europa liege der Rückgang bei 93 Prozent, hieß es.

Wandernde Fische sind laut WWF Arten, die darauf angewiesen sind, zum Laichen weite Strecken in Flüssen zurückzulegen. Einige davon leben auch zeitweise im Meer.

Für die Untersuchung wurden knapp 250 Fischarten berücksichtigt. Schwerpunkte sind Europa, Lateinamerika und Karibik sowie Nordamerika. Zur Lage in Europa erklärten die Autoren nach WWF-Angaben, die Entwicklung sei hauptsächlich mit der weit fortgeschrittenen Verbauung und Veränderung der Flüsse verbunden. «Mindestens eine Million Barrieren hindern Europas Flüsse am freien Fließen», erklärte WWF-Süßwasserexperte Philipp Wagnitz. Der Bericht dokumentiert bei einem Teil der Arten auch Zuwächse - aus regional unterschiedlichen und teils auch ungeklärten Gründen.


Langjähriger Premier von Barbados Owen Arthur gestorben

BRIDGETOWN: Der frühere Premierminister von Barbados Owen Arthur ist tot. Er starb in der Nacht zum Montag im Alter von 70 Jahren, wie die Regierung des Karibikstaates mitteilte. Sie erklärte drei Tage Staatstrauer ab Montag. Zur Todesursache gab es zunächst keine Angaben. Arthur war Medienberichten zufolge vergangene Woche mit Herzproblemen in einem Krankenhaus aufgenommen worden. Der Politiker der Barbados Labour Party hatte den Inselstaat als fünfter Premierminister seit der Unabhängigkeit von Großbritannien von 1994 bis 2008 regiert.

In einer Ansprache an die Nation betonte Premierministerin Mia Mottley, die unter Arthur mehrere Kabinettspositionen innehatte, die Verringerung der Arbeitslosigkeit unter Arthur sowie seine Bemühungen um die Schaffung eines Binnenmarktes der karibischen Staaten. Zuletzt war Arthur Vorsitzender der karibischen Fluggesellschaft Liat, deren Auflösung infolge der Corona-Krise vor einem Monat verkündet wurde.


Trump schlägt Oberst a.D. als US-Botschafter in Berlin vor

WASHINGTON: US-Präsident Donald Trump will einen ehemaligen Heeresoffizier, Oberst a.D. Douglas Macgregor, als Nachfolger von Richard Grenell als US-Botschafter nach Berlin schicken. Das geht aus einer Mitteilung des Weißen Hauses am Montag hervor. Der Vorschlag für den Botschafterposten muss vom US-Senat bestätigt werden.

Macgregor sei als «Experte für Streitkräfteplanung» bekannt, erklärte die Regierungszentrale. Der Veteran wird bei Fox News - der als einer von Trumps bevorzugten Fernsehsendern gilt - immer wieder als Experte zu US-Militäreinsätzen im Ausland herangezogen. Grenell, ein enger Vertrauter des US-Präsidenten, war im Juni nach gut zwei Jahren als US-Botschafter in Deutschland zurückgetreten.


IWF unterstützt Südafrika mit 4,3 Milliarden Dollar

WASHINGTON: Im Kampf gegen die Corona-Krise unterstützt der Internationale Währungsfonds (IWF) Südafrika mit einem Hilfspaket in Höhe von rund 4,3 Milliarden US-Dollar (3,8 Milliarden Euro). Die Finanzierung werde Südafrika bei der Überwindung der Krise helfen, erklärte der Fonds am Montag. Die Ausbreitung des Virus und die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hätten Südafrika in eine «schwere wirtschaftliche Rezession» gestürzt, hieß es weiter.

Der IWF hatte im Juni prognostiziert, dass die Wirtschaft des G-20-Mitglieds Südafrika in diesem Jahr wegen der Pandemie um 8 Prozent einbrechen werde. Seither hat die Zahl der Neuinfektionen in Südafrika aber nochmals deutlich zugenommen. Daten der Universität Johns Hopkins zufolge gibt es dort inzwischen knapp 450.000 bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 - mehr als in jedem anderen Land Afrikas.

Der in Washington ansässige IWF unterstützt wegen der Pandemie zahlreiche Entwicklungs- und Schwellenländer, oft mit einer Mischung aus Nothilfen und Krediten. Rund 100 Länder haben sich beim IWF nach Unterstützung erkundigt, Dutzende haben bereits Mittel beantragt.


Garmin bestätigt Cyberattacke

OLATHE: Der Navigations-Spezialist Garmin ist Opfer einer Cyberattacke geworden, die in den vergangenen Tagen diverse Online-Dienste lahmlegte. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Angreifer sich dabei Zugang zu irgendwelchen Kundendaten verschaffen konnten, teilte das Unternehmen am Montag mit. Bereits am Wochenende hatte es im Netz Berichte gegeben, dass die Ausfälle von Garmin-Diensten auf eine Lösegeld-Schadsoftware zurückgingen.

Das bestätigte Garmin nun. Ein Teil der Systeme sei am Donnerstag verschlüsselt worden. Die Erpressungs-Software verschlüsselt Computer und verlangt Lösegeld für eine Entsperrung. Neben Privatleuten waren von solchen Attacken bereits unter anderem Krankenhäuser und lokale Behörden betroffen. Bei Garmin fielen unter anderem der Kundendienst und Website-Funktionen dadurch aus. Während der Betrieb wiederhergestellt werde, könne es noch zu Verzögerungen kommen, warnte Garmin.


Ägyptische Influencerinnen wegen Tiktok-Videos verurteilt

KAIRO: Wegen der «Verletzung von Familienwerten» sind in Ägypten zwei bekannte Influencerinnen und drei weitere Angeklagte verurteilt worden. Die beiden jungen Frauen Mauada al-Adham und Hanin Hossam seien jeweils zu zwei Jahren Haft und einer Geldstrafe in Höhe von 300.000 Ägyptischen Pfund (ca. 16.000 Euro) verurteilt worden, hieß es am Montag aus Justizkreisen. Drei weitere Angeklagte, deren Identitäten nicht näher benannt wurden, seien wegen Komplizenschaft zur gleichen Strafe verurteilt worden, berichteten lokale Medien. Es ist das erste Urteil eines ägyptischen Gerichts dieser Art, nachdem zuletzt mehrere junge Frauen verhaftet wurden, die durch die sozialen Medien bekannt geworden sind.

Die beiden Influencerinnen waren im April und Mai verhaftet worden. Ihre Verhaftung hatte in Ägypten für Aufsehen gesorgt, weil die Frauen mehrere Millionen Fans in den sozialen Netzwerken haben. Internetnutzer wunderten sich damals über die Verhaftung von Mauada al-Adham, da die 22-Jährige für unpolitische Beiträge bekannt ist. Vor ihrer Verhaftung posierte sie mit blau gefärbten Haaren in einem teuren Luxusauto und in einem Hai-Kostüm. In Ägypten kommt es immer wieder zu Verhaftungen von Künstlern, Aktivisten und Journalisten. Die Urteile gegen die beiden Frauen sind noch nicht rechtskräftig.


Opel-Mutterkonzern PSA legt Halbjahreszahlen vor

PARIS: Der Opel-Mutterkonzern PSA wird am Dienstag (07.30 Uhr) in Vélizy-Villacoublay bei Paris seine Geschäftszahlen für das erste Halbjahr vorlegen. Der Hersteller mit den Stammmarken Peugeot und Citroën hatte bereits mitgeteilt, dass der Absatz von Fahrzeugen von Januar bis Ende Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 45,7 Prozent eingebrochen war. Grund war vor allem die Corona-Krise.

PSA will mit dem italienisch-amerikanischen Hersteller Fiat Chrysler (FCA) fusionieren und den viertgrößten Autokonzern der Welt bilden. Das neue Unternehmen soll dann «Stellantis» heißen. Die EU-Wettbewerbshüter hatten Bedenken geltend gemacht und eine vertiefte Prüfung eingeleitet, die sich bis 22. Oktober hinziehen könnte. Die Fusion soll nach Plänen der Unternehmen Anfang des kommenden Jahres abgeschlossen werden.


Bundesgerichtshof klärt weitere wichtige Fragen im VW-Dieselskandal

KARLSRUHE: Der Bundesgerichtshof (BGH) verhandelt am Dienstag (9.00 Uhr) die nächsten zwei Schadenersatz-Klagen von Diesel-Käufern gegen Volkswagen. Es ist davon auszugehen, dass die Karlsruher Richter weitere wichtige Fragen klären. In dem einen Fall geht es darum, ob VW erfolgreichen Klägern zum geschuldeten Schadenersatz noch Zinsen für die Zeit seit Kauf des Autos zahlen muss (Az. VI ZR 397/19). Die andere Frage ist, ob Diesel-Besitzer auch dann Ansprüche gegen den Konzern haben können, wenn sie ihr Auto erst nach Auffliegen des Dieselskandals im Herbst 2015 gekauft haben (Az. VI ZR 5/20). Ob am Dienstag schon ein Urteil verkündet wird, ist offen.

Die grundsätzliche Linie hat der BGH mit seinem ersten Diesel-Urteil vom 25. Mai bereits vorgegeben. Darin ist festgestellt, dass der Wolfsburger Autobauer seine Kunden bewusst getäuscht hat und deshalb prinzipiell haftet. Bei der Berechnung der Schadenersatz-Summe müssen sich Kläger aber die gefahrenen Kilometer anrechnen lassen.


US-Börsenaufsicht warnt Under Armour vor Strafe wegen Bilanztäuschung

BALTIMORE: Der Adidas-Rivale Under Armour und sein Top-Management müssen sich nach Bilanztäuschungsvorwürfen auf juristische Konsequenzen gefasst machen. Die US-Börsenaufsicht SEC hat Konzernchef Kevin Plank und Finanzvorstand David Bergman vergangene Woche bereits auf rechtliche Konsequenzen eingestellt, wie das Unternehmen am Montag in einer Pflichtmitteilung offenlegte.

Die Behörde verschickte demnach eine sogenannte Wells Notice, dabei handelt es sich um einen Warnhinweis bezüglich drohender Strafen. Konzerne erhalten dadurch die Gelegenheit, noch einmal Stellung zu Vorwürfen zu beziehen, bevor die SEC abschließend über rechtliche Maßnahmen entscheidet. Under Armour steht unter Verdacht, sein Umsatzvolumen durch Bilanztricks künstlich aufgebläht zu haben.

Der Sportartikelhersteller hatte bereits im November Ermittlungen eingeräumt und den Behörden volle Kooperation zugesichert. «Das Unternehmen hat im Juli 2017 begonnen, auf Anfragen nach Dokumenten und Informationen zu reagieren, die sich hauptsächlich auf seine Rechnungslegung und die damit verbundenen Offenlegungen beziehen», hieß es damals. Under Armour sei sich aber keiner Schuld bewusst.


Tod in Moria: Migrant im Camp bei Messerstecherei ums Leben gekommen

ATHEN: Im mit Migranten völlig überfüllten Registrierungslager von Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist ein 21-jähriger Mann von einem 19-Jährigen erstochen worden. Wie die Polizei der Insel am Montag mitteilte, seien der mutmaßliche Täter und zwei andere junge Männer als mutmaßliche Mittäter festgenommen worden, berichtete das Staatsradio (ERT). Im und um das Lager von Moria kommt es immer wieder zu Schlägereien und Messerstechereien zwischen Migranten verschiedener Nationalitäten. Vor allem im wegen der Überfüllung des Hauptlagers von Moria gebildeten Satellitencamp, das die Migranten als «Dschungel» (The Jungle) bezeichnen, herrscht Gesetzlosigkeit. Immer wieder kommt es dort zu Gewalttaten, die in den vergangenen fünf Jahren mehrere Menschen das Leben gekostet haben.

Athen hat seit Jahresbeginn mehr als 14.000 Migranten von der Insel Lesbos aufs Festland gebracht. Das soll zur Entlastung des restlos überfüllten Flüchtlingslagers beitragen. Zurzeit harren rund 14.000 Migranten im berüchtigten Lager von Moria auf Lesbos aus. Ende März hatten dort noch knapp 19.000 Migranten gelebt. Hilfsorganisationen sehen das Problem der Überfüllung des Lagers noch nicht gelöst. Denn eigentlich ist das Camp Moria für nur 2757 Menschen ausgelegt.


Dutzende Migranten mit falschen Pässen festgenommen

ATHEN: Die griechische Polizei hat 56 Migranten festgenommen, die mit gefälschten Pässen und Ausweisen in andere EU-Staaten reisen wollten. An den kretischen Flughäfen von Heraklion und Chania zeigten die 25 Männer und 31 Frauen gefälschte Reisedokumente vor, um nach Deutschland, Italien, Frankreich, Polen, in die Schweiz und die Niederlande zu kommen, teilte die griechische Polizei am Montag mit.

Während der Feriensaison werden in griechischen Flughäfen fast täglich Migranten mit gefälschten Dokumenten kurz vor dem Abflug gestoppt. Dies ist auch in dieser Saison so - trotz der wegen der Corona-Pandemie deutlich kleineren Zahl von Ferienflügen. Schleuser machten damit nach der weitgehenden Schließung der Balkanroute gute Geschäfte. Ein gefälschtes Reisedokument koste am Schleusermarkt je nach Qualität zwischen 500 und 3000 Euro, heißt es in Polizeikreisen.


EU-Kommission: Gewalt gegen Frauen hat in der EU keinen Platz

BRÜSSEL: Angesichts des möglichen Austritts Polens aus der Istanbul-Konvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen hat die EU-Kommission den Stellenwert des Abkommens hervorgehoben. Gewalt gegen Frauen habe in der EU keinen Platz und müsse weiter bekämpft werden, sagte ein Sprecher der Brüsseler Behörde am Montag. Es handele sich um eine wichtige Konvention.

Der polnische Justizminister Zbigniew Ziobro hatte zuvor angekündigt, dem zuständigen Familienministerium einen Vorschlag zum Austritt Polens aus dem Abkommen zu unterbreiten. Allerdings betonten führende Politiker der Regierungspartei PiS, dass die Regierung in der Sache noch keine Entscheidung getroffen habe. Polen hatte die Konvention 2012 unterzeichnet und 2015 auch ratifiziert.

Der Sprecher der EU-Kommission sagte am Montag, der EU-Beitritt zur Istanbul-Kommission habe für die Behörde Priorität. Die EU habe das Abkommen im Juni 2017 unterzeichnet. Sie arbeite nun mit den EU-Staaten zusammen, um den Beitrittsprozess abzuschließen.


Frankreichs Parlament billigt Überwachung von Terror-Verurteilten

PARIS: Die französische Nationalversammlung hat einen umstrittenen Gesetzesentwurf verabschiedet, der ermöglicht, dass wegen Terrorismus Verurteilte nach ihrer Haftentlassung überwacht werden. Das Unterhaus des französischen Parlaments billigte den Gesetzesentwurf am Montag per Handabstimmung. Der Präsident der Nationalversammlung, Richard Ferrand, kündigte jedoch umgehend an, dass die Gesetzesnovelle dem Verfassungsrat zur Prüfung vorgelegt werde. Der Senat hatte dem Entwurf bereits vergangene Woche zugestimmt; zuvor war er im Vermittlungsausschuss beider Kammern behandelt worden.

Das Gesetz ist äußerst umstritten. Es soll der Justiz ermöglichen, Menschen, die wegen Terrorismus zu mehr als fünf Jahren Haft verurteilt wurden, nach Strafverbüßung mehrere Jahre besonders zu überwachen. So kann ihnen zum Beispiel der Wohnort vorgeschrieben oder der Kontakt mit bestimmten Personen untersagt werden. Mit Zustimmung des Verurteilten kann durch das Gesetz auch das Tragen eines elektronischen Armbands zur Überwachung zum Einsatz kommen.

Kritiker sehen darin einen Verstoß gegen die Menschen- und Bürgerrechte. Der französische Verfassungsrat müsse nun entscheiden, ob die Einschnitte in die Privatsphäre zum Wohle der allgemeinen Sicherheit gerechtfertigt seien, erklärte Ferrand in einer Mitteilung.


WHO-Chef Tedros über den Kampf gegen das Coronavirus

«Zu den grundlegendsten Bestandteilen, um dieses Virus zu stoppen, gehören Entschlossenheit und der Wille, auch harte Entscheidungen zu treffen, um uns selbst und andere zu schützen.»

(WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in Genf zum Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2)


Medienfreiheit in Ungarn: EU-Kommission prüft Beschwerden

BRÜSSEL: Mit Blick auf die Medienvielfalt in Ungarn prüft die EU-Kommission zwei Beschwerden gegen staatliche Subventionen. Ein Einspruch von 2016 beziehe sich auf den ungarischen Rundfunk, der zweite von 2019 auf staatliche Hilfen für regierungsnahe Medien, wie die Kommission am Montag mitteilte. Allerdings läuft die Prüfung zur ersten Beschwerde bereits seit vier Jahren ohne Ergebnis. Details zu den Verfahren nannte die Brüsseler Behörde nicht.

Kritiker werfen dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban vor, die Medienfreiheit in dem EU-Staat einzuschränken. Erst vergangene Woche hatten Tausende Menschen in Budapest dagegen protestiert. Anlass war die Entlassung des Chefredakteurs des beliebten Internet-Portals «index.hu», die auf Druck der Orban-nahen Eigentümers des Portals geschehen sein soll. Daraufhin reichten die gesamte Führung des Portals sowie wie fast alle Mitarbeiter ihre Kündigung ein.

EU-Kommissionssprecherin Dana Spinant betonte, Medienvielfalt in der EU sei sehr wichtig, «vor allem in Ungarn». Dazu habe die zuständige Vizepräsidentin Vera Jourova auch immer wieder entschieden Stellung bezogen. In Ungarn gibt es außer «index.hu» kaum mehr reichweitenstarke Medien, die nicht von Orban und seinen Gefolgsleuten kontrolliert werden.


Kinder randalieren in deutscher Schule - 150.000 Euro Schaden

BISSENDORF: Drei Kinder haben in einer Schule in Bissendorf im deutschen Land Niedersachsen 150.000 Euro Sachschaden angerichtet und unter anderem acht zerstörte Klassenzimmer hinterlassen.

Wie die Polizei am Montag mitteilte, randalierten die polizeibekannten Jungen im Alter von elf und zwölf Jahren am Sonntagabend in dem Schulgebäude. Sie brachen Waschbecken von Wänden, zerschlugen Fensterscheiben und beschmierten Türen und Wände mit Farbe. Passanten hatten die drei Schüler auf dem Dach beobachtet und die Polizei verständigt.

Bereits aus einiger Entfernung hätten die Jungen identifiziert werden können, hieß es: Seit Mai hätten sie bei 25 weiteren Taten schon einen Schaden von zusammen rund 50.000 Euro verursacht. Die Jungen ergriffen am Sonntagabend zwar die Flucht, sie wurden aber kurze Zeit später von der Polizei aufgegriffen. Einer der Jungen wurde in einem Maisfeld gestoppt, die beiden anderen in der Nähe ihres Zuhauses. Belangt werden können die strafunmündigen Jungen nicht, die Polizei steht nach eigenen Angaben im engen Austausch mit den Jugendämtern.


Schwere Überschwemmungen nach Regenfällen im Süden Pakistans

ISLAMABAD: Starke Regenfälle haben Straßen der Hafenstadt Karatschi im Süden Pakistans überflutet. Mindestens fünf Menschen seien in den Fluten bereits ums Leben gekommen, sagte ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde der Provinz am Montag. Fernsehbilder zeigten Szenen der überschwemmten Millionenmetropole.

Immer wieder gerät die Verwaltung der Stadt mit mehr als 15 Millionen Einwohnern während der Monsunzeit in die Kritik. Die überwiegende Mehrheit der Bewohner lebt in Slums, die Entwässerungssysteme sind schlecht ausgebaut. Wetterextreme wie Sturzfluten, Bodenerosion und Dürren haben in Pakistan in den vergangenen Jahren zugenommen.

Der meteorologische Dienst in Pakistan sagte für diese Monsunzeit bereits 20 Prozent mehr Regen und Überschwemmungen in den Städten voraus und bat die Behörden, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Klimaexperten beobachten in Pakistan seit Jahren eine Zunahme der Wetterextreme durch die globale Erwärmung. Die nächsten schweren Regenfälle werden wieder für Anfang August erwartet.


Katar will sich für Olympische Spiele 2032 bewerben

DOHA: Das arabische Golfemirat Katar will sich um die Austragung der Olympischen Spiele 2032 bewerben. Katar habe einen offiziellen Brief an das Internationale Olympische Komitee (IOC) geschrieben, um das Interesse an einer Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele ab 2032 zu bekunden, teilte Katars Nationales Olympisches Komitee am Montag mit.

Katar wäre damit ein möglicher Gegenkandidat einer deutschen Bewerbung um die Spiele. Derzeit positioniert sich die Rhein-Ruhr-Region für die Sommerspiele 2032. Als besonders aussichtsreichster Interessent gilt Brisbane/Australien. Auch Indien hat bereits Interesse an einer Austragung angemeldet.

«Niemals zuvor haben Olympische Spiele im Nahen Osten stattgefunden», hieß es in der Mitteilung des NOK von Katar. «Seit vielen Jahren ist der Sport ein entscheidender Faktor für die Entwicklung unserer Nation.» Das reiche Golfemirat ist Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2022. Im vergangenen Jahr wurde bereits die Leichtathletik-WM in Katar ausgetragen. Die Veranstaltung hatte 2019 international viel Kritik hervorgerufen angesichts des anfangs leeren Stadions und der hohen Temperaturen, die die Wettbewerbe der Geher und Marathonläufer beeinträchtigt hatten.


Eisschnelllauf: Niemann-Stirnemann und Behr neue Team-Koordinatoren

BERLIN: Die beiden Erfurter Trainer Gunda Niemann-Stirnemann und Andreas Behr sind von der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft zu neuen Team-Koordinatoren berufen worden. Sie werden künftig die Trainingssteuerung für alle Mannschaftswettbewerbe übernehmen. Erklärtes Ziel der neuen Verbandsführung unter Leitung des kommissarischen Präsidenten Matthias Große ist es, möglichst bei allen internationalen Rennen wieder mit Team-Trios zu starten. Die Team-Koordinatoren arbeiten künftig direkt dem neuen Bundestrainer zu. Nach der Kündigung von Erik Bouwman soll die Stelle bis zum Verbandstag am 19. September neu besetzt werden.

Als Teamkapitäne wurden die Berlinerin Claudia Pechstein und der Erfurter Patrick Beckert benannt. Beckert, der bei der WM in Salt Lake City über 10.000 Meter mit Bronze die einzige Medaille für das deutsche Team erkämpfte, wird sich künftig wieder an Verfolgungsrennen beteiligen. «Aufgrund meiner Leistungen hat Präsident Matthias Große mir zugesichert, dass er mich und meinen Bruder Pedro zu 100 Prozent unterstützt. Ich stehe zu 100 Prozent hinter ihm als Präsidenten», erklärte der 30-jährige Thüringer in einer Mitteilung des Verbandes.

Erfreut zeigte sich die dreimalige Olympiasiegerin Gunda Niemann-Stirnemann über die neue Aufgabe. «Endlich stellen wir bei Frauen und Männern wieder Teams auf. Wir dürfen keine Scheu zeigen, wenn wir international dabei sind und wieder eine Rolle spielen wollen», sagte die 54-Jährige, deren 18 Jahre alte Tochter Victoria erstmals zum Team gehört. «Nie zuvor bin ich in einem Team gelaufen, das sich aus mehreren Generationen zusammensetzt», meinte die 48-jährige Pechstein, die ihre achte Teilnahme an Olympischen Winterspielen anpeilt.


Archäologen suchen nach Barockgarten im Dresdner Zwinger

DRESDEN: Archäologen wollen den Innenhof des berühmten Dresdner Zwinger erforschen. Sie hoffen auf weitere Nachweise, dass der von Barockbaumeister Matthäus Daniel Pöppelmann geplante Garten auch existierte, wie Projektleiter Hartmut Olbrich vom Landesamt für Archäologie sagte.

Der Gebäudekomplex in der ostdeutschen Stadt an der Elbe aus dem frühen 18. Jahrhundert gehöre zu den imposantesten Bauwerken des Barocks, heißt es auf der Homepage Dresdner Zwinger. Auftraggeber und Initiator bei der Planung und Umsetzung war August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen.

Vom Herbst an wird der Zwinger mit einem kleinen Team schrittweise und vom Frühjahr 2021 an parallel zu den Bauarbeiten die über 12.000 Quadratmeter große Fläche erkunden. Der Zwingerhof wird nach Angaben der Staatlichen Bauverwaltung bis Ende 2023 instandgesetzt. Die Kosten liegen nach Angaben eines Sprechers bei zehn Millionen Euro.


Nach Irrfahrt ins Elsass mehrjährige Haftstrafen für Kidnapper

STUTTGART: Nach der Entführung einer Frau ins Elsass sind zwei Männer am Montag im süddeutschen Stuttgart zu Haftstrafen von fünf Jahren sowie drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden.

Die beiden 52 und 24 Jahre alten Polen hatten die Ex-Partnerin des älteren Angeklagten Anfang Juni 2019 nach einer Irrfahrt mit einem Wohnmobil über die Grenze zu Frankreich ins Elsass verschleppt. Dort befreite die französische Polizei die Geisel nach acht Tagen aus der Gewalt der beiden Männer.


Unbekannte legen Feuer in Moschee im Westjordanland

RAMALLAH: Unbekannte haben palästinensischen Medienberichten zufolge in einer Moschee im Westjordanland Feuer gelegt.

Teile des Gotteshauses wurden demnach bei dem Brand in der Nacht zum Montag beschädigt. An die Wände des Gebäudes in der Stadt Al-Bire nahe Ramallah wurden zudem Slogans geschmiert. Auf Hebräisch stand dort unter anderem zu lesen: «Das Land Israels ist für die Bürger Israels». Der Bürgermeister Al-Bires, Assam Ismail, sagte der israelischen Tageszeitung «Haaretz», die Moschee liege nur wenige hundert Meter entfernt von einer israelischen Siedlung. Es werde vermutet, dass die Täter von dort gekommen seien. Der palästinensische Ministerpräsident Mohammed Schtaje verurteilte die Brandstiftung. Zu Beginn einer Kabinettssitzung in Ramallah sprach er von einer «kriminellen und rassistischen Tat».


Nach schwerem Unfall in Berlin: Geländewagen-Fahrer wieder frei

BERLIN: Nach dem schweren Unfall am Berliner Bahnhof Zoo mit sechs Verletzten ist der Fahrer des Geländewagens wieder auf freiem Fuß. Es werde nicht mehr wegen versuchten Totschlags ermittelt, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Die Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr gingen aber weiter.

Der 24-Jährige war nach dem Unfall am Sonntagmorgen festgenommen worden, er blieb unverletzt. Der Fahrer hatte die Kontrolle über den Geländewagen verloren und war in eine Menschengruppe gerast. Drei obdachlose Männer wurden sehr schwer verletzt, drei Passanten erlitten leichtere Verletzungen.

Es gebe bislang keine Erkenntnisse, dass der Fahrer vom Unfallort flüchten wollte, sagte der Polizeisprecher. Es lägen auch keine Hinweise vor, dass er in Suizid-Absicht mit dem Wagen in die Gruppe krachte. Ein Atemalkoholtest bei dem 24-Jährigen hatte etwa 0,7 Promille ergeben. Der Wagen wurde beschlagnahmt. Es gebe auch keine Anhaltspunkte für politische oder religiöse Motivation, hieß es.


Magier Siegfried Fischbacher: «Ich vermisse Roy unendlich»

BERLIN: Fast drei Monate nach dem Tod des «Siegfried & Roy»-Magiers Roy Horn (1944-2020) hat sich Siegfried Fischbacher erneut zum Verlust seines Partners geäußert. «Ich vermisse Roy unendlich. Aber ich fühle, dass er von da oben auf mich aufpasst. Die Erinnerungen an unsere schöne gemeinsame Zeit tragen mich», sagte der 81-Jährige der «Bild»-Zeitung. An eine Rückkehr von seinem Alterssitz in Las Vegas nach Deutschland denke Fischbacher demnach nicht: «Ich habe doch hier in «Little Bavaria» das Paradies! Und alles erinnert mich an Roy. Das möchte ich nicht zurücklassen.»

Roy Horn war am 8. Mai in einem Krankenhaus in Las Vegas an den Folgen von Covid-19 gestorben - der Krankheit, die durch das Coronavirus ausgelöst wird. Er wurde 75 Jahre alt. Der in Nordenham bei Bremen geborene Dompteur und sein Partner Fischbacher waren als «Siegfried & Roy» für ihre Auftritte mit weißen Tigern und Löwen weltbekannt. Die Karriere des Duos in Las Vegas war im Oktober 2003 geendet, als ein Tiger Roy Horn bei einer Vorstellung schwer verletzte. Von dem starken Blutverlust, Schlaganfällen und einer Gehirnoperation nach dem Unfall konnte er sich Horn nie mehr vollständig erholen.


Nackte Kinder am Strand gefilmt - Drei Männer in Istrien gefasst

ZAGREB: Weil sie nackte Kinder am Strand fotografiert und gefilmt haben sollen, sind in der kroatischen Küstenstadt Rovinj auf der Halbinsel Istrien innerhalb weniger Tage drei Männer festgenommen worden.

Ein 44-jähriger Deutscher habe seine Opfer mit einer Kamera in einem Kugelschreiber gefilmt, berichtete die Online-Nachrichtenseite 24sata am späten Sonntag unter Berufung auf die örtliche Polizei. Bei einem 38-jährigen Österreicher wiederum seien gleich drei Armbanduhren und Kulis mit integrierter Kamera entdeckt worden. Ein 46 Jahre alter Italiener habe für seine Aufnahmen unbekleideter Kinder sein Smartphone benutzt.

Die Männer müssen sich jetzt wegen des Missbrauchs von Kindern für pornografische Zwecke verantworten.


Ehemaliger Kanzlerreferent wird DBS-Generalsekretär

FRECHEN: Torsten Burmester wird zum 1. September 2020 Generalsekretär des Deutschen Behindertensportverbandes. Burmester, der von 2002 bis 2005 persönlicher Referent von Bundeskanzler Gerhard Schröder war, folgt auf Thomas Urban. Er verlässt nach vier Jahren den Verband und kehrt laut DBS in seine bayerische Heimat zurück.

Der 57 Jahre alte Burmester ist aktuell Abteilungsleiter Wirtschaftsrecht im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. Zuvor war er unter anderem auch stellvertretender Abteilungsleiter Sport im Bundesministerium des Innern (BMI).

«Wir verlieren einen sehr guten und engagierten Geschäftsführer, der die Entscheidung getroffen hat, eine andere berufliche Aufgabe zu übernehmen», sagte DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher: «Umgekehrt freuen wir uns auf den riesigen Erfahrungsschatz von Torsten Burmester, mit dem wir unsere erfolgreiche Arbeit für den Behindertensport in Deutschland nahtlos fortsetzen können.»


«The Times»: Urlauber müssen mit Möglichkeit einer Quarantäne rechnen

LONDON: Tausende Briten müssen nach ihrem Sommerurlaub in Spanien in eine zweiwöchige Quarantäne. Dazu meint die Londoner «Times» am Montag:

«Ob Reisende, die in Großbritannien ankommen, in eine Quarantäne müssen oder nicht, hängt vom Risiko einer Covid-19-Infektion in dem Land ab, aus dem sie kommen. Bei mehr als 50 Ländern geht man davon aus, dass sie hinreichende Maßnahmen getroffen haben, das Risiko einer Infektion einzudämmen und die daher von der Quarantäne-Pflicht ausgenommen werden können. Zu diesen Ländern mit «Luftbrücken» nach Großbritannien gehören viele populäre Ziele britischer Urlauber.

Spanien wurde wegen eines erheblichen und raschen Anstiegs der Covid-19-Fälle aus dieser Liste der von der Quarantänepflicht ausgenommenen Länder gestrichen. Fast 1000 neue Fälle wurden in Spanien innerhalb von zwei Tagen gemeldet. Außenminister Dominic Raab hat eine Entschuldigung bei den Reisenden verweigert, die von dieser neuen Maßnahme betroffen sind. Vielleicht wäre sie politisch bequem gewesen, doch er hätte damit einen schlechten Präzedenzfall geschaffen. (...) Die Urlauber hatten zwar nicht erwartet, dass die Quarantäne-Politik umgesetzt wird und sie verdienen daher Mitgefühl. Doch das ist nicht dasselbe wie eine Entschuldigung, ganz zu schweigen von Entschädigungen. So etwas kann nun einmal passieren in Zeiten eines Gesundheitsnotstands.»


Frist zur Schließung des US-Konsulats in Chengdu abgelaufen

CHENGDU: Chinas Frist zur Schließung des amerikanischen Konsulats in Chengdu im Südwesten des Landes ist am Montagmorgen abgelaufen. Sicherheitskräfte in Uniform und Zivil riegelten die Straßen um die Vertretung weiträumig ab. Weder Journalisten noch Schaulustige durften sich nähern. Am Morgen war die US-Flagge auf dem Gebäude eingeholt worden. Nach chinesischen Medienberichten haben Lastwagen vorher noch Container weggefahren. Am Vortag hatten sich vor dem Gebäude viele Schaulustige versammelt.

Als Vergeltung für die überraschende Entscheidung der USA vergangene Woche, das chinesische Konsulat in der texanischen Stadt Houston zu schließen, hatte Chinas Regierung ihrerseits die USA aufgefordert, den Betrieb ihrer Vertretung in Chengdu einzustellen und ihre Diplomaten von dort abzuziehen. Es wurde als «legitime und notwendige Reaktion auf das unvernünftige US-Vorgehen» beschrieben.

Beide Seiten werfen sich gegenseitig gesetzwidrige Handlungen, Spionage und Einmischung in innere Angelegenheiten vor. Es ist eine weitere Eskalation in den ohnehin angespannten Beziehungen. Die Großmächte liegen auch wegen Chinas Umgang mit dem Ausbruch des Coronavirus, des Handelskrieges und dem harten chinesischen Vorgehen in Hongkong und in Xinjiang im Streit. Das Verhältnis ist so schlecht wie seit Aufnahme der diplomatischen Beziehungen 1979 nicht mehr.

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