Neues aus dem Ausland am Montag

Neues aus dem Ausland am Montag

USA wollen wegen Engpass bei Säuglingsnahrung mehr Pulver importieren

WASHINGTON: Wegen dramatischer Engpässe bei Säuglingsmilchnahrung in den USA will die Regierung mehr Importe dieser Produkte zulassen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA kündigte am Montag (Ortszeit) an, geltende Regeln für die Einfuhr zu diesem Zweck flexibler zu gestalten. FDA-Chef Robert Califf sagte: «Wir hoffen, dass dieser Aufruf an den Weltmarkt erhört wird und dass internationale Unternehmen die Gelegenheit nutzen, um die Versorgung mit Produkten zu verbessern, die für viele Kleinkinder die einzige Nahrungsquelle darstellen.»

Hintergrund der Engpässe ist der Ausfall einer Fabrik des größten Herstellers von Säuglingsmilchnahrung in den USA, Abbott. Der Produzent hatte mehrere Produktlinien zurückgerufen, nachdem womöglich wegen bakterieller Verunreinigungen vier Säuglinge erkrankt und zwei gestorben waren. Die Produktion in einem Werk der Firma im Bundesstaat Michigan wurde vorerst komplett gestoppt. Die FDA einigte sich nach eigenen Angaben mit dem Hersteller nun auf diverse Vorkehrungen für eine Wiedereröffnung der Fabrik, wie die Behörde weiter mitteilte. Bis die Produktion dort aber wieder anlaufe und Säuglingsmilchnahrung in den Handel ausgeliefert werden könne, werde es mehrere Wochen dauern, teilte das Unternehmen mit.

Wegen des Mangels an Babymilchpulver im Land hatte sich zuletzt US-Präsident Joe Biden eingeschaltet und die Regierung angewiesen, dafür zu sorgen, dass Säuglingsmilchnahrung verfügbar ist. Laut FDA werden normalerweise 98 Prozent der verbrauchten Säuglingsnahrung in den USA selbst hergestellt. Importe stammten bislang hauptsächlich von Handelspartnern in Mexiko, Irland und den Niederlanden, hieß es.


USA lockern Kurs gegenüber Kuba etwas - Mehr Visa und Reisen

WASHINGTON: Die US-Regierung lockert ihren Kurs gegenüber Kuba etwas. Das US-Außenministerium kündigte am Montagabend (Ortszeit) an, unter anderem sollten Konsulardienste und die Visa-Bearbeitung in der US-Botschaft in Havanna wieder hochgefahren werden, um mehr Kubanern die Einreise zu Verwandten in die USA zu ermöglichen. Die bislang geltende Obergrenze für Überweisungen von Geld aus den USA an Verwandte in Kuba werde aufgehoben. Insgesamt sollten wieder etwas mehr Reisen zwischen beiden Ländern ermöglicht werden. Außerdem solle der kubanische Privatsektor einen besseren Zugang zu amerikanischen Internetdiensten und E-Commerce-Plattformen bekommen.

Ende April hatten die USA und Kuba erstmals seit vier Jahren auf hoher diplomatischer Ebene direkte Gespräche über Migration geführt. Es ging dabei unter anderem um die Umsetzung bestehender Einwanderungsabkommen - auch angesichts zuletzt gestiegener illegaler Migration aus dem sozialistischen Karibikstaat in die USA. Das kubanische Außenministerium hatte unter anderem kritisiert, die USA hielten sich nicht an ein bilaterales Abkommen, das jährlich 20.000 Visa für Kubaner garantiere. Ein hochrangiger US-Regierungsbeamter sagte nun, diese Größenordnung solle möglichst bald erreicht werden.

Das Personal an der US-Botschaft in Havanna war vor Jahren wegen des «Havanna-Syndroms» auf ein Minimum reduziert worden. Dutzende in der kubanischen Hauptstadt lebende US-Diplomaten und ihre Angehörigen hatten ab 2016 über rätselhafte Kopfschmerzen, Hörverlust, Schwindel und Übelkeit geklagt. Später wurden anderswo auf der Welt ähnliche Beschwerden gemeldet. In einem Bericht der US-Geheimdienste hieß es im Februar, manche Fälle des «Havanna-Syndroms» könnten gezielt durch eine Art elektromagnetische Strahlung ausgelöst worden sein.

Der frühere US-Präsident Donald Trump hatte in seiner Amtszeit eine von seinem Vorgänger Barack Obama eingeleitete Annäherung an Kuba zurückgefahren. Nun schwenkt Trumps Nachfolger, Joe Biden, wieder etwas um. Der Regierungsbeamte betonte, es gebe keinen Zusammenhang zwischen den aktuellen Plänen und dem im Juni in Los Angeles anstehenden Amerika-Gipfel - einer Zusammenkunft der Staaten aus Nord-, Mittel- und Südamerika. Mehrere Staatschefs hatten zuletzt ihre Teilnahme an dem Gipfel infrage gestellt, sollten Kuba oder andere Länder wegen Kritik an deren politischer Führung nicht eingeladen werden. Der Regierungsbeamte betonte, die Entscheidungen zu den Einladungen seien noch nicht abgeschlossen.


Zahl der Verschwundenen überschreitet 100.000

MEXIKO-STADT: In Mexiko werden inzwischen mehr als 100.000 Menschen vermisst. Die Zahl im Nationalregister verschwundener Personen des mexikanischen Innenministeriums, die ständig aktualisiert wird, überstieg am Montag erstmals diese Marke. Dies spiegelt die Gewalt wider, die das nordamerikanische Land im sogenannten Drogenkrieg seit 2006 erlebt. Diesem sind seitdem nach Schätzungen mehr als 350.000 Menschen zum Opfer gefallen. Im vergangenen Jahr gab es in Mexiko im Schnitt 94 Morde pro Tag.

«Das organisierte Verbrechen ist zu einem der Hauptverursacher des Verschwindenlassens von Personen in Mexiko geworden, mit einem unterschiedlichen Maß an Beteiligung, Duldung oder Unterlassung seitens öffentlicher Bediensteter», hieß es im April in einem Bericht des UN-Komitees gegen das Verschwindenlassen. Angesichts der «fast absoluten Straflosigkeit» in dem lateinamerikanischen Land sei dies ein perfektes Verbrechen. Zu den Opfern zählten unter anderem Aktivisten, Journalisten und Migranten. Das Verschwindenlassen nehme in Mexiko alarmierend zu, besonders bei Jugendlichen und Frauen. Am meisten betroffen seien allerdings Männer zwischen 15 und 40 Jahren.

Nach Angaben von Organisationen, die nach Verschwundenen suchen, erstatten viele Familien wegen Missvertrauens gegen die Behörden keine Anzeige, wenn sie Angehörige vermissen. Die wahre Zahl der Verschwundenen sei daher noch weit höher als die offizielle.


Autohersteller fordern verbindliche Ziele für Ladeinfrastruktur

BRÜSSEL: Große Autohersteller und Unternehmen anderer Branchen haben die EU in einem offenen Brief aufgefordert, nationale Ziele für die Ladeinfrastruktur für Elektroautos festzulegen. Ein Vorschlag der EU-Kommission sieht vor, dass ab 2035 EU-weit nur noch emissionsfreie Neuwagen zugelassen werden dürfen. «Die politischen Entscheidungsträger der EU müssen auch verbindliche nationale Ziele für eine nahtlose elektrische Ladeinfrastruktur festlegen, die der wachsenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen gerecht wird», sagte Stuart Rowley, Chef von Ford Europa.

Den Vorschlag der EU-Kommission zu emissionsfreien Wagen unterstützen die 27 unterzeichnenden Unternehmen, zu denen unter anderem Ford, Volvo, Uber und Vattenfall gehören, ausdrücklich. Das Europäische Parlament und die EU-Regierungen entscheiden voraussichtlich im Juni über ihre Positionen zum Vorschlag der Kommission. Ein endgültiges Gesetz könnte im Herbst verabschiedet werden, zuvor müssen sich die Gesetzgeber aber noch auf einen Kompromiss einigen.


Ein Toter und mindestens 85 Verletzte bei Zugunglück

BARCELONA: Bei dem Zusammenstoß eines Vorortzuges mit einem Güterzug bei Barcelona ist der Lokomotivführer des Passagierzuges ums Leben gekommen. Weitere 85 Menschen hätten bei dem Unglück in der Station von Sant Boi westlich von Barcelona überwiegend leichte Verletzungen erlitten, teilte der Zivilschutz am Montag auf Twitter mit. Neun von ihnen seien in nicht lebensbedrohlichem Zustand in Krankenhäuser gebracht worden.

Der Zusammenstoß habe sich ereignet, als einige der Wagen des Güterzuges entgleisten und mit dem auf einem Parallelgleis entgegenkommenden Passagierzug bei der Ausfahrt aus der Station kollidierten, schrieb die Zeitung «La Vanguardia». Auf Videobildern war ein umgekippter brauner Güterwaggon zu sehen, der sich in die Frontpartie des Vorortzuges gebohrt hat.


USA stationieren Soldaten in Somalia - Biden revidiert Trump-Abzug

WASHINGTON: Wegen einer wachsenden Bedrohung durch die Terrorgruppe Al-Shabaab stationieren die USA wieder Soldaten in Somalia. Ein hochrangiger Vertreter der US-Regierung sagte am Montag in einer Telefonschalte mit Journalisten, damit werde der Ende 2020 von Präsident Joe Bidens Amtsvorgänger Donald Trump angeordnete Abzug aus dem ostafrikanischen Land rückgängig gemacht. Seitdem habe Al-Shabaab an Stärke zugelegt. US-Spezialkräfte seien nach dem Abzug zwar immer wieder in rotierenden Einsätzen im Land gewesen. Nun werde es aber wieder eine ständige Stationierung geben. Die Zahl der Soldaten werde bei weniger als 500 und damit unter dem Niveau vor dem Abzug liegen.

Die sunnitische Terrorgruppe Al-Shabaab kämpft seit Jahren in dem Land am Horn von Afrika um die Vorherrschaft. Der Republikaner Trump hatte den Abzug der US-Truppen aus Somalia in seinen letzten Wochen im Amt angeordnet - nach seiner Wahlniederlage gegen den Demokraten Biden. Die US-Soldaten unterstützten dort die somalische Regierung und die lokalen Sicherheitskräfte im Kampf gegen Al-Shabaab.

Der US-Regierungsvertreter sagte, Al-Shabaab sei zum größten und reichsten Verbündeten des Terrornetzwerks Al-Kaida geworden. Die Terrororganisation sei in den vergangenen Jahren für den Tod von mehr als einem Dutzend US-Amerikaner in Afrika verantwortlich gewesen. Biden folge mit der erneuten Stationierung der US-Soldaten einer Empfehlung von Verteidigungsminister Lloyd Austin.


Élisabeth Borne wird neue französische Premierministerin

PARIS: Frankreich erhält erstmals seit 30 Jahren wieder eine Frau an der Spitze der Regierung. Präsident Emmanuel Macron ernannte die bisherige Arbeitsministerin Élisabeth Borne (61) am Montag zur neuen Premierministerin. Borne stand lange den Sozialisten nahe und schloss sich 2017 der von dem Liberalen Macron neugegründeten Partei La République en Marche an. Die gebürtige Pariserin absolvierte eine Ingenieurhochschule und arbeitete viele Jahre in unterschiedlichen Ministerien sowie bei der Staatsbahn SNCF und den Pariser Verkehrsbetrieben. 2017 wurde sie zunächst beigeordnete Ministerin, 2019 dann Ministerin für ökologischen Wandel und 2020 Arbeitsministerin.

Borne folgt auf Premier Jean Castex, der mit seiner Regierung zuvor den Rücktritt eingereicht hatte. Der Schritt gilt in Frankreich als Formalie nach einer Präsidentenwahl. Macron war vor gut drei Wochen wiedergewählt worden. Erste und bisher einzige Premierministerin Frankreichs war Édith Cresson, die das Amt von Mai 1991 bis April 1992 innehatte.


Polizei: Täter von Buffalo soll weitere Schüsse geplant haben

BUFFALO: Nach den tödlichen Schüssen in der US-Stadt Buffalo am Wochenende glaubt die Polizei, dass der Beschuldigte seine Tat fortsetzen wollte. Am Samstag hatte ein Schütze mit einem Sturmgewehr in einem Supermarkt das Feuer eröffnet, zehn Menschen erschossen und drei weitere verletzt. Der 18-jährige Beschuldigte wurde noch am Tatort festgenommen. «Wir haben Beweise gefunden, dass er Pläne hatte, seine Tat fortzusetzen, wäre er da rausgekommen», sagte Polizist Joseph Gramaglia am Montag beim Sender CNN. «Er hatte sogar darüber gesprochen, zu einem weiteren Laden zu fahren.»

Die Ermittler gehen von einem rassistischen Motiv des Beschuldigten aus - 11 der 13 Opfer waren schwarz und Buffalo hat eine mehrheitlich schwarze Bevölkerung. Er sitzt in Untersuchungshaft und soll am Donnerstag wieder vor einem Richter erscheinen. Im Internet ist ein 180-seitiges Manifest mit rassistischen und gewaltbereiten Aussagen aufgetaucht, das dem Beschuldigten zugeschrieben wird. Er soll für die Tat mehr als 300 Kilometer angereist sein.


Özdemir: Bundeswaldgesetz soll geändert werden

MAGDEBURG: Zum Schutz und Erhalt der Wälder soll das Bundeswaldgesetz angepasst werden.

Das sagte Bundesagrarminister Cem Özdemir (Grüne) am Montag nach Beratungen mit seinen Länderkollegen. Er sei froh, dass es breite Zustimmung gegeben habe. «Wir modernisieren die Bestimmungen, die zum Teil über 40 Jahre alt sind», so der Grünen-Politiker. Damit solle ein deutschlandweiter Standard für Waldbewirtschaftung geschaffen werden. Außerdem sollen zusätzliche Leistungen für Waldbesitzer auf den Weg gebracht werden. Dazu sei ein Modell entwickelt worden, die ersten Module sollen noch in diesem Jahr umgesetzt werden, weitere sollen folgen.


Nach Tat mit zehn Toten: US-Präsident Joe Biden besucht Buffalo

BUFFALO: Nach den tödlichen Schüssen auf zehn Menschen in der Stadt Buffalo besucht US-Präsident Joe Biden am Dienstag den Ort im Nordwesten des Bundesstaates New York. Er wolle dort gemeinsam mit seiner Frau Jill mit der Gemeinde trauern, hatte das Weiße Haus mitgeteilt. Details zu dem Besuch waren am Montag zunächst noch nicht bekanntgegeben worden.

Am Samstag hatte ein Schütze mit einem Sturmgewehr in einem Supermarkt das Feuer eröffnet, zehn Menschen erschossen und drei weitere verletzt. Die Ermittler gehen von einem rassistischen Motiv aus - 11 der 13 Opfer waren Schwarze. Der 18-jährige Beschuldigte wurde noch am Tatort festgenommen. Er sitzt in Untersuchungshaft und soll am Donnerstag wieder vor einem Richter erscheinen.


Frankreichs Regierung reicht Rücktritt ein

PARIS: Die französische Regierung unter Premierminister Jean Castex hat ihren Rücktritt eingereicht. Das teilte der Élyséepalast am Montag mit. Damit kann der wiedergewählte Präsident Emmanuel Macron ein neues Kabinett ernennen. Der Schritt gilt in Frankreich als Formalie nach einer Präsidentschaftswahl. Er kommt gut drei Wochen nach der Abstimmung jedoch überraschend spät. Macron nahm den Rücktritt der Mitteilung zufolge an.

Macron, der sich knapper als von seinem Lager gewünscht gegen die rechtsnationale EU-Kritikerin Marine Le Pen durchgesetzt hatte, muss nun einen neuen Premierminister ernennen. Zuletzt gab es immer wieder Spekulationen, der 44-jährige Staatschef halte für den wichtigen Posten nach einer Frau Ausschau. Mit Spannung wird auch erwartet, aus welchem politischen Lager der oder die Neue kommen wird. Berichten zufolge soll noch am Montag der Amtswechsel von Castex zu seinem Nachfolger erfolgen.

Macrons Wahlergebnis war auch ein Hinweis für den bröckelnden Rückhalt, den der Staatschef in der Bevölkerung genießt. Viele im Land sind von seiner Politik enttäuscht oder frustriert. Weil schon in einem Monat mit den Parlamentswahlen die nächste Hürde für Macron ansteht, ist es für den Liberalen wichtig, mit einer neuen Regierung unter dem neuen Premier sowohl linke als auch konservative Wählerinnen und Wähler anzusprechen.


Mehr als 8000 Menschen 2022 in kleinen Booten über Ärmelkanal gereist

LONDON: Im laufenden Jahr sind bereits mehr als 8000 Menschen in kleinen Booten über den Ärmelkanal von Frankreich nach Großbritannien gelangt. Das geht aus Daten der britischen Regierung hervor, wie die Nachrichtenagentur PA am Montag meldete. Die Zahl der Bootsmigranten am Ärmelkanal steuert damit auf einen Rekord zu. Der Trend zeigt schon seit Jahren nach oben. Im Vorjahreszeitraum waren es etwa 3100 Menschen, vor zwei Jahren 1340. Allein am vergangenen Wochenende erreichten mehr als 600 Menschen die englische Küste auf diesem Weg.

Die Regierung in London hofft, dass ihre neue Asylpolitik die Menschen abschrecken wird. Demnach soll künftig in Großbritannien einer großen Zahl der illegal eingereisten Migranten kein Recht auf Asyl mehr gewährt werden. Sie sollen stattdessen nach Ruanda geschickt werden und dort einen Antrag auf Asyl in dem ostafrikanischen Land stellen können. Ein entsprechendes Abkommen mit Kigali sieht vor, dass Großbritannien dem Land entsprechende finanzielle Mittel im Austausch zukommen lässt.

Die ersten 50 Bescheide wurden inzwischen verschickt, wie Premierminister Boris Johnson am vergangenen Wochenende mitteilte. «Wir wollen diese Praxis vollständig etablieren und glauben, dass es etwas von diesem wachsenden Trend umkehren kann», sagte ein Sprecher des Premiers am Montag vor Journalisten.


Nach Angriff auf Lebensgefährtin: Flucht über Dächer endet in Paris

HAMBURG: Ein halbes Jahr nach seiner Flucht über die Dächer von Hamburg ist ein 26-jähriger Mann in Paris verhaftet worden. Der Algerier steht unter Verdacht, Ende Oktober vergangenen Jahres seine 22-jährige Lebensgefährtin lebensgefährlich verletzt zu haben, teilte die Polizei am Montag mit. Er war danch mit internationalem Haftbefehl gesucht worden.

Aus noch ungeklärter Ursache hatte der Mann der jungen Frau mehrere Stichverletzungen zugefügt. Danach flüchtete er über das Dach des Mehrfamilienhauses und dann weiter in unbekannte Richtung, wobei er sich seiner Kleidung entledigte. Durch eine Notoperation konnte die Frau gerettet werden.

Im Zuge der umfangreichen Ermittlungen führte die Spur des Tatverdächtigen nach Paris. Die Hamburger Strafverfolgungsbehörden vermuteten, dass er dort bei einem Familienangehörigen untergekommen war. In Zusammenarbeit mit der französischen Polizei haben Hamburger Zielfahnder den Tatverdächtigen schließlich in Paris lokalisiert und am Donnerstagmorgen vergangener Woche verhaftet. Wann der 26-Jährige nach Deutschland ausgeliefert wird, steht noch nicht fest.


Porsche gründet Tochtergesellschaft in Norwegen

STUTTGART: Der Sportwagenhersteller Porsche wird künftig mit einer Tochtergesellschaft im Nicht-EU-Land Norwegen vertreten sein. Mit dem örtlichen Geschäftspartner Autozentrum Sport AS werde ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, das am 1. Januar kommenden Jahres starten soll, teilte Porsche am Montag in Stuttgart mit.

Eine Sprecherin ergänzte auf Anfrage, dass Norwegen damit unter den nordischen Ländern eine herausgehobene Stellung haben werde. In anderen Staaten der Region gebe es nur Importeure für Porsche-Autos.

Einzelheiten zur finanziellen Seite der Transaktion wurden nicht mitgeteilt. Diese müsse noch von den Behörden gebilligt werden. Vertriebsvorstand Detlev von Platen sagte, Norwegen sei den meisten anderen Ländern bei der Elektrifizierung von Autos um einige Jahre voraus. Rund 94 Prozent der Neuwagen seien dort elektrifiziert.


Terrorverdacht: Deutscher Generalbundesanwalt ermittelt gegen Schüler

KARLSRUHE: Nach dem mutmaßlich vereitelten Bombenanschlag auf eine Schule im westdeutschen Essen hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen gegen den verdächtigen Gymnasiasten übernommen.

Grund sei die besondere Bedeutung der Tat, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Karlsruhe. Bei bestimmten Straftaten wie der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ist das Voraussetzung dafür, dass der Generalbundesanwalt Ermittlungen an sich ziehen kann.

Der 16-Jährige steht im Verdacht, einen rechtsextremistisch motivierten Terroranschlag an seiner Schule vorbereitet zu haben. Der deutsche Jugendliche sitzt bereits aufgrund eines Haftbefehls der Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft in Untersuchungshaft.

Die Polizei hatte am Donnerstagmorgen nach einem Zeugenhinweis die Wohnung seiner Familie gestürmt und ihn festgenommen. Die Ermittler waren auf rechtsextreme Schriften, Materialien zum Bombenbau, ein selbst gebautes Gewehr und Armbrüste mit Pfeilen gestoßen. Gleichzeitig haben sie Hinweise auf psychische Probleme.


Fünf seltene Sandkatzen-Babys in israelischem Safari-Zoo geboren

TEL AVIV: Fünf seltene Sandkatzen sind im israelischen Safari-Zoo bei Tel Aviv zur Welt gekommen. Es handele sich um eine vom Aussterben bedrohte Wildkatzen-Art, teilte Zoosprecherin Sagit Horowitz am Montag mit. In freier Wildbahn gebe es weltweit noch weniger als 10.000 Sandkatzen. In Israel seien sie bereits ausgestorben und nur noch im Zoo anzutreffen.

Die Katzeneltern Sabia und Marib seien vor rund zwei Jahren aus Zoos in Frankreich und Schweden nach Israel gekommen. Doch der Nachwuchs ließ auf sich warten. Anfangs seien die beiden nicht recht miteinander warm geworden, «doch mit der Zeit wurde die Beziehung dann immer enger», sagte die Sprecherin.

Vor gut einem Monat hätten die Pfleger dann im Nachtquartier mit großer Begeisterung die fünf Katzenbabys entdeckt. Inzwischen hätten die Kleinen die Augen geöffnet, seien stärker geworden und spielten schon im Freien.

«In Zukunft sollen die Katzenbabys in europäische Zoos gebracht werden», sagte Sprecherin Horowitz. Sie sollten dort ebenfalls zur Vermehrung beitragen und «zur Sicherung der Existenz dieser besonderen Art».


EU-Atmosphärendienst: Neuer Saharastaub unterwegs nach Europa

READING/BONN: Die Menschen in Europa müssen sich nach Angaben des europäischen Atmosphärendienstes Copernicus erneut auf Staub aus der Sahara einstellen. Wie das EU-Programm am Montag mitteilte, bewegt sich derzeit eine große Staubwolke über dem Atlantik in Richtung Westen. Sie dürfte demnach bereits in diesen Tagen die Karibik erreichen. Ausläufer seien am kommenden Wochenende auch auf der Iberischen Halbinsel und in Teilen Westeuropas zu erwarten, hieß es in der Mitteilung weiter.

Der Atmosphärendienst verzeichnete in diesem Jahr bereits hohe Mengen an Sahara-Sand, die über das Mittelmeer und in Teile Europas transportiert wurden. Das halte auch weiter an. Das Phänomen tritt mehrmals im Jahr auf und führte in Deutschland Mitte März zu einer deutlichen gelblich-rötlichen Verfärbung des Himmels sowie einer Staubschicht auf Autos, Fensterscheiben und Gartenmöbeln.


Protestbewegung im Libanon feiert Erfolge bei Wahl

BEIRUT: Bei der Wahl im krisengeschüttelten Libanon haben Medienberichten zufolge mehrere Vertreter der Protestbewegung den Einzug ins Parlament geschafft. Inoffiziellen Ergebnissen zufolge konnten bis zu zehn Gegner der etablierten Kräfte ins Abgeordnetenhaus einziehen, das insgesamt 128 Sitze zählt, wie lokale Medien am Montag meldeten. Die Oppositionsvertreter wollen das Machtmonopol der Parteien brechen, die in dem Mittelmeerland seit Jahrzehnten regieren.

Berichten zufolge büßte der Block um die schiitische Hisbollah bei der Wahl am Sonntag mehrere Mandate ein und könnte die Parlamentsmehrheit verlieren. Die eng mit dem Iran verbündete «Partei Gottes» gilt als einflussreichste politische Kraft im Libanon. Sie hat auch eine eigene Miliz. In vielen Wahlbezirken lief die Auszählung noch. Offizielle Ergebnisse werden frühestens am Nachmittag erwartet. Nach Angaben des Innenministeriums sank die Wahlbeteiligung auf etwa 41 Prozent.

Der Libanon leidet unter der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrise seiner Geschichte. Nach UN-Angaben leben drei Viertel der Bevölkerung mittlerweile unter der Armutsgrenze. Im Alltag kämpfen sie mit Mangelversorgung. Die libanesische Währung hat mehr als 90 Prozent ihres Wertes verloren. Im Herbst 2019 waren in dem Land am Mittelmeer Massenproteste gegen die politische Führung ausgebrochen. Sie richteten sich auch gegen die weit verbreitete Korruption.

Es war die erste Parlamentswahl seit der Explosionskatastrophe im Hafen der Hauptstadt Beirut im August 2020. Damals kamen mehr als 190 Menschen ums Leben, etwa 6000 wurden verletzt. Die Detonation verwüstete große Teile des Hafens und umliegender Wohngebiete.


Johnson ruft zur Bildung von Einheitsregierung in Nordirland auf

LONDON/BELFAST: Der britische Premierminister Boris Johnson hat die Parteien in Nordirland zur Bildung einer Einheitsregierung aufgerufen. Die Menschen in dem zum Vereinigten Königreich gehörenden Landesteil hätten bei der Wahl zum Regionalparlament klar gemacht, dass sich die Politik auf Themen des täglichen Lebens wie Schulen, Krankenhäuser und die steigenden Lebenshaltungskosten konzentrieren solle, schrieb Johnson in einem Gastbeitrag im «Belfast Telegraph» am Montag. «Wählen Sie einen Parlamentspräsidenten. Bilden Sie eine Regierung. Machen Sie sich an die Arbeit», so Johnson weiter. Der Tory-Politiker wurde noch am Montag zu Gesprächen mit Vertretern der wichtigsten Parteien in Belfast erwartet.

Der Streit um den Brexit-Sonderstatus für Nordirland sorgt dort derzeit für politische Lähmung. Die Protestantenpartei DUP weigert sich, einen Parlamentspräsidenten zu wählen. Auch einer Einheitsregierung mit der katholisch-republikanischen Sinn Fein will die unionistische Partei nicht beitreten, solange der Streit um das zum Brexit-Vertrag gehörende Nordirland-Protokoll nicht gelöst ist.

Die DUP fordert von Johnson, das Protokoll einseitig außer Kraft zu setzen. Erwartet wird, dass die Regierung in London noch in dieser Woche eine Gesetzesvorlage ins Parlament einbringt, mit der Teile des Protokolls ausgehebelt werden könnten. Die EU hat vor einem solchen einseitigen Schritt mit Konsequenzen gewarnt.

Das sogenannte Nordirland-Protokoll soll Kontrollen an der Grenze zwischen Nordirland und der EU-Mitglied Republik Irland vermeiden. Damit soll verhindert werden, dass der gewaltsame Konflikt zwischen Befürwortern und Gegnern der irischen Einheit wieder aufflammt. Stattdessen ist nun aber eine Zollgrenze zwischen Nordirland und Großbritannien entstanden. Anhänger der Union befürchten deshalb eine Entfremdung von London.


Bergsteiger stirbt unter Lawine

SOFIA: In Bulgarien ist ein dort bekannter Bergsteiger beim Abgang einer Lawine ums Leben gekommen.

Der 62 Jahre alte Latschesar Schegow wurde im südwestbulgarischen Pirin-Gebirge beim Skifahren am Sonntag von Schneemassen verschüttet, wie bulgarische Medien am Montag berichteten. Der aus Raslog im Südwesten Bulgariens stammende Bergsteiger sei nach einem Notruf von Bergrettern tot aufgefunden worden. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt. Der bulgarische Rettungsdienst warnte vor einer «ernsthaften Lawinengefahr» in den Bergen wegen gestiegener Temperaturen.


Kleiner Junge in England von Hund totgebissen

ROCHDALE: Ein drei Jahre alter Junge ist in der englischen Stadt Rochdale nahe Manchester nach ersten Erkenntnissen der Polizei von einem Hund totgebissen worden. Er sei mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht worden, dort aber für tot erklärt worden, teilte die Greater Manchester Police mit. «Wir gehen davon aus, dass dieser kleine Junge traurigerweise Verletzungen erlegen ist, die er bei einer Hundeattacke erlitten hat», sagte Detective Superintendent Jamie Daniels der Mitteilung zufolge. Die Ermittlungen zu dem Vorfall vom Sonntagnachmittag dauerten zunächst noch an.

Tödliche Hundeattacken auf Kleinkinder machen in Großbritannien immer wieder Schlagzeilen. Erst Ende März war nahe der mittelenglischen Stadt Worcester ein zweijähriger Junge durch Hundebisse ums Leben gekommen. Eine Woche davor wurde ein 17 Monate altes Mädchen in der Nähe von Liverpool von dem Hund der eigenen Familie getötet.


Queen zeigt sich in bester Laune bei Pferdeshow in Windsor

WINDSOR: Die britische Königin Elizabeth II. hat sich zum Abschluss der Royal Windsor Horse Show in Windsor in bester Laune und ohne größere Einschränkungen gezeigt. In Aufnahmen von dem großen Finale der jährlich im Park von Schloss Windsor stattfindenden Hengstparade war zu sehen, wie die inzwischen 96-jährige Monarchin am Sonntagabend über einen roten Teppich spazierte. Mit der rechten Hand stützte sie sich leicht auf einen Gehstock. Eingeschränkt wirkte die Königin aber nicht. Auf weiteren Aufnahmen war sie lächelnd und klatschend auf der Tribüne der Hauptarena zu sehen, in der Dressur- und Fahrvorführungen gezeigt wurden.

Erst in der vergangenen Woche hatte die Queen wegen Mobilitätsproblemen ihre Teilnahme an der Parlamentseröffnung in London abgesagt und damit neue Spekulationen über ihre Gesundheit ausgelöst. Erstmals in ihrer 70-jährigen Regentschaft hatte sie sich von Thronfolger Prinz Charles (73) bei der Verlesung des Regierungsprogramms vertreten lassen.


Griechenland baut «Campus-Polizei» auf

ATHEN: Griechenland baut eine «Campus-Polizei» für die vier größten Hochschulen des Landes auf. Die insgesamt etwa 400 Beamten sollen noch in diesem Monat an drei Universitäten der Hauptstadt Athen sowie in Thessaloniki die Arbeit aufnehmen, berichtete am Montag die Tageszeitung «Kathimerini» unter Berufung auf die Polizei. Hintergrund ist, dass an den griechischen Hochschulen Gewalt und Kriminalität zugenommen haben. Vor allem die Technische Universität Athen war schon häufig Ausgangspunkt für Randale.

Vergangene Woche entschied der oberste griechische Gerichtshof, dass Sicherheitskräfte auf dem Campus nicht gegen die akademische Freiheit und die Selbstverwaltung der Institutionen verstießen. Vielmehr sei die Universitätspolizei nötig, um öffentliche Sicherheit und Wissenschaftsfreiheit zu gewährleisten. Der Polizei war das Betreten der Universitäten seit dem Ende der griechischen Militärdiktatur vor einem halben Jahrhundert verboten.

Mit einem Studentenaufstand war 1973 der Fall der Diktatur eingeläutet worden. Der Protest wurde damals blutig niedergeschlagen, Dutzende junge Leute kamen ums Leben. Später wurden die Hochschulgelände deshalb zu polizeifreien Orten erklärt. Heute floriert dort der Drogenhandel. Auch gibt es immer wieder Beschwerden über Autonome, die Kommilitonen und Professoren bedrohen.


Vor Ministerkonferenz: Waldbesitzer fordern Hilfe für Waldumbau

BERLIN/MAGDEBURG: Stürme, Trockenheit und weitere Folgen des Klimawandels stellen den Wald vor große Herausforderungen. Am Montag beraten die Agrarminister von Bund und Ländern darüber. Verbände haben konkrete Vorstellungen, was die Politik ihrer Meinung nach tun sollte.

Waldbesitzer fordern beim klimaresilienten Umbau der Wälder Unterstützung und klare Ziele der Politik. Seit 2018 seien bereits über 400.000 Hektar Waldfläche durch die Folgewirkungen zunehmender Temperaturen und Trockenheit zerstört worden, sagte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW), Andreas Bitter, angesichts der Sondersitzung der Agrarminister unter dem Vorsitz Sachsen-Anhalts. Für den Waldumbau bräuchten die Waldbesitzer dringend kontinuierliche Unterstützung, so Bitter. «Die Zeit drängt, die Bundesregierung muss handeln. Die Finanzierung der Anpassung des Waldes an den Klimawandel muss zügig umgesetzt werden, sonst ist es spät.»

Der Vorsitzende der Familienbetriebe Land und Forst, Max von Elverfeldt, ergänzte: Wenn nicht in den dringend notwendigen Waldumbau investiert werde, würden die Folgen vor allem die nächsten Generationen treffen. «Unsere Wälder sind unsere erfolgreichsten Klima-Aktivisten, ohne sie erreichen wir nicht die Klimaziele.» Die AGDW und die Familienbetriebe Land und Forst vertreten zwei Millionen Waldbesitzer in Deutschland - von klein bis groß.

Ein Thema auf der Tagesordnung der Agrarminister ist auch der Umgang mit dem Rohstoff Holz. Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) fordert in dem Zusammenhang konkrete Rahmenbedingungen für Waldbesitzende und Forstleute, die eine aktive Waldbewirtschaftung und die nachhaltige Nutzung von Holz gewährleisten. «Der nachwachsende Rohstoff Holz ist sowohl als Baumaterial als auch als Endenergieträger ein wichtiges Element zur Erreichung der Klimaziele der Bundesregierung mit der Abkehr von fossilen Brennstoffen», sagte der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, Georg Schirmbeck.

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