Neues aus dem Ausland am Mittwoch

Neues aus dem Ausland am Mittwoch

WWF: Zahlreiche Haiarten im Mittelmeer vom Aussterben bedroht

BRÜSSEL: Mehr als die Hälfte aller Hai- und Rochenarten im Mittelmeer sind laut der Organisation WWF gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Die Naturschützer machen Überfischung sowie Beifang als Hauptgründe aus, wobei sie sich auf eine am Donnerstag vorgestellte Fallstudie des WWF aus Portugal berufen. Unter anderem fordert die Organisation mehr Transparenz in Bezug auf gemeldete Fänge und nachhaltige Fangmengen. Konkret spricht sich der WWF etwa für Bordkameras zur Kontrolle aus.

«Die EU-Mitgliedstaaten spielen eine entscheidende Rolle in der Fischerei auf Haie und Rochen und ihre Fänge machen mit 18 Prozent den zweithöchsten Anteil weltweit aus», teilte die Organisation mit. Europa stelle global gesehen den Hauptabsatzmarkt für das Fleisch dieser Fische dar, die wertvollen Flossen würden nach Asien verkauft.


Elf Glätte-Unfälle auf der A20 in Mecklenburg-Vorpommern

ROSTOCK: Bei starker Glätte haben sich auf der A20 in Mecklenburg-Vorpommern innerhalb von zweieinhalb Stunden gleich elf Unfälle ereignet - die meisten endeten glimpflich.

Zwischen der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein bis zur Anschlussstelle Neukloster (Landkreis Nordwestmecklenburg) gerieten die Fahrer mit ihren Autos auf der rutschigen Fahrbahn ins Schleudern, wie die Polizei mitteilte. In einem Fall überschlug sich ein Fahrer zwischen Grevesmühlen und Bobitz (beides Landkreis Nordwestmecklenburg) mit seinem Auto mehrfach, nachdem er die Kontrolle über den Wagen verloren hatte. Sein Mitfahrer wurde dabei schwer verletzt und kam in ein Krankenhaus. Bei einigen der anderen Unfälle gab es Leichtverletzte, von denen einige in Krankenhäuser gebracht wurden.


Neue US-Regierung will Hilfe für Palästinenser wieder aufnehmen

WASHINGTON: Die neue US-Regierung will die von Ex-Präsident Donald Trump gestoppte Unterstützung für Palästinenser wieder einführen. Für humanitäre Hilfe sollen zunächst 150 Millionen US-Dollar an die zuständige UN-Organisation UNRWA gehen, zudem solle es 75 Millionen Dollar Entwicklungshilfe für Projekte im Gazastreifen und im Westjordanland geben, wie das US-Außenministerium am Mittwoch mitteilte. Weitere 10 Millionen Dollar sollen demnach für Maßnahmen zur Friedensbildung eingesetzt werden, zudem soll auch die Unterstützung in Fragen der Sicherheit wieder aufgenommen werden.

Die Mittel sollen den Palästinensern unter anderem auch helfen, die Corona-Krise zu stemmen. Die Vereinigten Staaten wollen sowohl für Israelis und Palästinenser «Wohlstand, Sicherheit und Freiheit» fördern, erklärte Außenminister Antony Blinken. Dies diene auch dem Ziel, Fortschritt in Richtung einer Vereinbarung zu einer Zwei-Staaten-Lösung zu machen. Die Wiederaufnahme der Unterstützung sei im Interesse der USA, erklärte er. Es war nicht unmittelbar klar, auf welchen Zeitraum sich die angekündigten Hilfen bezogen.

Im Jahr 2018 hatte Trumps Regierung die Hilfen für die Palästinenser fast komplett gestrichen. Unter anderem hatten sie die Zahlungen für das Palästinenserhilfswerk der Vereinten Nationen (UNRWA) eingestellt. Die Führung der Palästinenser betrachtete die USA unter Trumps Führung nicht mehr als akzeptablen Vermittler, sondern als parteiische Schutzmacht Israels. Präsident Joe Bidens Regierung will Unterstützung und politische Kontakte zu den Palästinensern nun wieder aufbauen, um für eine Zwei-Staaten-Lösung zu werben.


Völkermord in Ruanda: Macron öffnet französische Archive

PARIS: Nach Kritik an Frankreichs Verhalten beim Völkermord im ostafrikanischen Staat Ruanda 1994 hat Präsident Emmanuel Macron die Öffnung von Pariser Archiven angeordnet. Wie der Élyséepalast am Mittwochabend mitteilte, seien Dokumente der Jahre 1990 bis 1994 aus den Archiven des damaligen Staatsoberhauptes François Mitterrand nun zugänglich. Auch Unterlagen des damaligen Premierministers Edouard Balladur können nun gelesen werden. Der konservative Politiker amtierte von 1993 bis 1995.

Eine Historiker-Kommission war im vergangenen Monat zu dem Schluss gekommen, dass auf Frankreich in Bezug auf den Völkermord schwere Verantwortung lastet. Paris sei damals angesichts der Vorbereitungen des Genozids blind geblieben, lautete eine Schlussfolgerung. Es gab jedoch keine Beweise für eine Mitschuld Frankreichs am Tod von mehr als 800.000 Menschen. Vertreter der Hutu-Mehrheit hatten Angehörige der Tutsi-Minderheit und gemäßigte Hutu getötet.


Moskauer Gericht lässt Nawalnys Bruder überraschend frei

MOSKAU: Nach mehr als zwei Monaten im Hausarrest hat ein Gericht in Moskau überraschend den Bruder des inhaftieren Kremlgegners Alexej Nawalny wieder auf freien Fuß gesetzt. Oleg Nawalny, die prominente Juristin Ljubow Sobol und zwei weitere Mitarbeiter des Oppositionellen hatten vor der Berufungsinstanz am Mittwochabend Erfolg, wie ein Anwalt aus dem Saal des Stadtgerichts mitteilte. Ursprünglich hätten sie nach Straßenprotesten am 23. Januar wegen eines angeblichen Verstoßes gegen Hygieneauflagen in der Corona-Pandemie noch bis Ende Juni im Arrest sitzen müssen.

Die Strafen waren als völlig überzogen kritisiert worden. Umstritten war das Vorgehen der Justiz auch deshalb, weil etwa Kremlchef Wladimir Putin nie eine Maske trägt, wenn er mit Menschen zusammentrifft.

Die Prozesse gegen Mitarbeiter Nawalnys gelten als politisch motiviert, um die Opposition mundtot zu machen. Die Strafen waren gegen insgesamt zehn leitende Vertreter aus dem Umfeld des Putin-Gegners ergangen.

Der 44 Jahre alte Oppositionsführer Nawalny war Anfang Februar zu Straflagerhaft verurteilt worden, weil er gegen Bewährungsauflagen in einem früheren Strafverfahren verstoßen haben soll, während er sich in Deutschland von einem Giftanschlag erholte.


Mutmaßliches Komplott : König empfindet Schock und Wut

AMMAN: Angesichts des mutmaßlichen Komplotts im jordanischen Königshaus hat König Abdullah II. eigenen Angaben zufolge Gefühle wie Schock, Schmerz und Wut empfunden. «Die Herausforderung der letzten Tage war nicht die schwierigste oder gefährlichste für die Stabilität unseres Heimatlandes, aber sie war für mich die schmerzhafteste», sagte er am Mittwoch. In die mutmaßliche Verschwörung soll auch sein Halbbruder, der ehemalige Kronprinz Hamsa bin Hussein, verwickelt gewesen sein. Dieser hatte die Vorwürfe bestritten.

In einem von der britischen BBC veröffentlichten Video übte Prinz Hamsa jedoch scharfe Kritik am König. Er wurde nach eigenen Angaben am Samstag wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an dem Komplott unter Hausarrest gesetzt. «Hamsa ist heute mit seiner Familie in seinem Palast unter meiner Obhut», ließ Abdullah am Mittwoch wissen.

Untersuchungen hätten ergeben, dass Personen aus dem Umfeld des Prinzen zu «destabilisierenden» Kräften in Kontakt stünden, hieß es vonseiten der Regierung. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen. Bereits am Montagabend hatte der königliche Hof mitgeteilt, dass Prinz Hamsa seine Loyalität gegenüber dem König bekräftigt habe.

In seiner Erklärung räumte König Abdullah II. am Mittwoch auch andere Probleme im Königreich ein: «Unser Land steht vor schwierigen wirtschaftlichen Herausforderungen, die durch die Corona-Pandemie noch verschärft werden.» Während die Wirtschaft in dem ohnehin ressourcenarmen und von Wüste geprägten Land im vergangenen Jahr schrumpfte, stieg zugleich die Arbeitslosigkeit rapide an.


Borissow will Neuwahlen verhindern

SOFIA: Bulgariens Ministerpräsident Boiko Borissow will nach seinem Wahlsieg und der nun entstandenen Pattsituation Neuwahlen unbedingt verhindern. «Neuwahlen sind keine Lösung», sagte Borissow am Mittwoch. Seine Partei, die pro-europäische bürgerliche GERB, hatte am Sonntag 26 Prozent der Wählerstimmen erhalten, steht aber nun vor großen Problemen bei der Regierungsbildung. Vier Parteien haben sich zu einem sogenannten Anti-GERB-Block zusammengetan und wollen keine Koalition mit Borissow eingehen.

Um Neuwahlen zu verhindern, hat Borissow einen für die bulgarische Politik ungewöhnlichen Vorschlag gemacht: Er bot der zweitplatzierten Partei «Es gibt so ein Volk» (ITN) an, dass sie, falls nötig, bei einer Abstimmung über die künftige Regierung auf zehn GERB-Stimmen zählen könne. Bis dahin kann auf dem Weg zu einer neuen Regierung aber noch viel passieren. Laut Verfassung muss zunächst die GERB, die auf EU-Ebene wie CDU und CSU zur EVP gehört, als stärkste politische Kraft einen Auftrag zur Regierungsbildung erhalten. Sollte die GERB scheitern, kommt ITN (17,6 Prozent) zum Zug.

In einer ersten Reaktion nahm ITN-Chef Slawi Trifonow Borissows Angebot nicht ausdrücklich an, lehnte es aber auch nicht ab. Er verwies stattdessen auf die Verfassung.


Anwälte: Nawalny geht es im Straflager schlechter

MOSKAU: Der Gesundheitszustand des in einem Straflager inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny hat sich nach Angaben seiner Anwältin weiter verschlechtert. Er verliere nun auch das Gefühl in seinen Händen, sagte Olga Michailowa am Mittwoch dem unabhängigen Internetfernsehsender Doschd. Zuvor hatte der Oppositionelle bereits über starke Rückenschmerzen und Lähmungserscheinungen in einem Bein sowie Husten geklagt. Bei einer MRT-Untersuchung seien zudem zwei Hernien diagnostiziert worden - also ein sogenannter Bauchwandbruch.

«Er ist natürlich erschöpft, weil er seinen Hungerstreik fortsetzt und nur Wasser trinkt», sagte Michailowa. Sein Fieber ist demnach aber gesunken - von 39 Grad am Montag auf nun 37,2 Grad. Nawalnys anderer Anwalt Wadim Kobsew schrieb auf Twitter: «Alexej geht allein, hat Schmerzen beim Gehen.» Er verliere jeden Tag ein Kilogramm Körpergewicht. «Was die Verwaltung des Straflagers derzeit macht, ist lediglich, ihn vom Hungerstreik abzubringen.»

Der 44-Jährige ist seinen Anwälten zufolge noch immer in einer medizinischen Abteilung des Lagers. Nawalny hatte am Montag auf Instagram berichtet, dass drei seiner Mitgefangenen wegen Tuberkulose in ein Krankenhaus gebracht worden seien.

Russische Ärzte hatten am Dienstag beim Straflager in Pokrow rund 100 Kilometer östlich von Moskau vergeblich Zugang zu Nawalny gefordert. Die Mediziner der unabhängigen Allianz der Ärzte forderten nun erneut ein Ende der Folter und die Freilassung Nawalnys, der im Sommer nur kanpp einen Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok überlebte. Er war im Februar in einem viel kritisierten Prozess zu einer mehrjährigen Straflager-Haft verurteilt worden.


Wahlvorbereitungen - Rechtsausschuss berät über Verfassung

TRIPOLIS: Auf dem Weg zu landesweiten Wahlen im Bürgerkriegsland Libyen hat ein Rechtsausschuss Beratungen über die künftige Verfassung begonnen. Bis Anfang Juli müsse der Rahmen für die Verfassung und die rechtliche Grundlage für die Wahl gesteckt werden, sagte UN-Vermittler Jan Kubis am Mittwoch in der tunesischen Hauptstadt Tunis. Die Vorgabe stammt demnach von der Hohen Nationalen Wahlkommission in Libyen. Nur so könne die Abstimmung der Bürger über eine neue Regierung wie geplant am 24. Dezember stattfinden.

Der Rechtsausschuss besteht aus 17 der insgesamt 75 libyschen Mitglieder des Dialogforums, die unter UN-Schirmherrschaft die aktuelle Übergangsregierung gewählt haben. Vertreten sind dabei alle Seiten des Konflikts und der Zivilgesellschaft. Die Beratungen finden noch bis Freitag in Tunis statt.

In Libyen herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 ein Bürgerkrieg, in dem zahlreiche Milizen um Macht ringen. Seit vergangenem Jahr gibt es aber einen Waffenstillstand und die Hoffnung auf dauerhaften Frieden. Die gewählte Übergangsregierung löst die international anerkannte Regierung mit Sitz in Tripolis und die Gegenregierung mit Sitz im Osten des Landes ab. Die neue Führung soll Libyen schließlich zu landesweiten Wahlen am 24. Dezember führen. Die derzeitigen Beratungen über die Verfassung sind Kubis zufolge ein «weiterer Schritt zur Verwirklichung dieses wichtigen Ziels».


Milliardenstaatshilfe wegen getöteter Nerze genehmigt

BRÜSSEL/KOPENHAGEN: Nach der umstrittenen Massentötung von Millionen Nerzen in Dänemark hat die EU-Kommission Staatshilfen für die betroffenen Firmen in Höhe von rund 1,75 Milliarden Euro genehmigt. Die Regelung erlaube es, Nerzzüchter und andere Betriebe der Nerzbranche für Einbußen zu entschädigen, teilte die für Wettbewerb zuständige EU-Kommissarin am Mittwoch mit. «Um zu vermeiden, dass sich Ähnliches im Jahr 2021 wiederholt, hat die Regierung das Halten von Nerzen bis Anfang 2022 verboten», heißt es in der Mitteilung.

Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen hatte am 4. November angekündigt, dass alle Zuchtnerze in Dänemark getötet werden sollen. Als Begründung hatte die Regierung angeführt, dass das Coronavirus in den Tieren mutiert sei und sich auf den Menschen übertragen habe. Etwa vier Millionen der mehr als 15 Millionen getöteten Tiere wurden auf Militärgeländen vergraben, viele traten aber im Zuge der Verwesung wieder an die Erdoberfläche. Eine Mehrheit der dänischen Parlamentsparteien hatte sich Ende 2020 darauf geeinigt, dass die Nerze wieder ausgegraben und weggeschafft werden. Bis Mitte Juli sollen die Tiere verbrannt werden.


Carnival mit Megaverlust - Kreuzfahrtnachfrage brummt aber wieder

MIAMI: Die Aida-Mutter Carnival hat ein weiteres Quartal mit tiefroten Zahlen hinter sich, sie macht jedoch Hoffnung auf ein starkes Comeback. Die Nachfrage nach Kreuzfahrten habe kräftig zugelegt, in den drei Monaten bis Ende Februar seien die Buchungen gegenüber dem vorherigen Vierteljahr um rund 90 Prozent gestiegen, teilte der Konzern am Mittwoch in Miami mit. Das kam bei Anlegern gut an, die Aktie legte deutlich zu. Carnival betonte zudem, bislang nur minimalen Werbe- und Marketingaufwand betrieben zu haben.

Allerdings verbuchte der Kreuzfahrt-Riese zu Jahresbeginn einen höheren Verlust als Analysten erwartet hatten. Unterm Strich schloss Carnival das erste Quartal mit einem Minus von knapp 2,0 Milliarden Dollar (1,7 Mrd Euro) ab. Die Corona-Pandemie hat dem Konzern, zu dem neben der deutschen Aida Cruises auch Kreuzfahrtanbieter wie Costa und Princess gehören, heftig zugesetzt. Der Branchenführer war durch Virus-Ausbrüche auf einigen seiner Schiffe schon recht früh in die Schlagzeilen geraten.


Armenien zum Konflikt um Berg-Karabach: Kriegsgefangene freilassen

MOSKAU: Armenien hat fünf Monate nach dem Ende der Kämpfe um die Konfliktregion Berg-Karabach im Südkaukasus Aserbaidschan zur Freilassung aller Kriegsgefangenen aufgefordert. Dieses Problem sei nicht gelöst, sagte Regierungschef Nikol Paschinjan bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin am Mittwoch in der russischen Hauptstadt Moskau. «Wir haben leider noch Gefangene in Aserbaidschan.» Der Austausch von gefangenen Soldaten und Zivilisten sei in einem Abkommen vom vergangenen November zwischen beiden Ländern unter Vermittlung Russlands geregelt worden, sagte Paschinjan.

In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt Gefangenenaustausche gegeben. Aserbaidschan hatte erklärt, alle Inhaftierten entsprechend dem Abkommen freigelassen zu haben. Allerdings fielen diejenigen nicht unter die Vereinbarung, die Armenien nach dem Ende der Kämpfe in «Gebiete von Aserbaidschan geschickt» habe, teilte das Außenministerium in der Hauptstadt Baku mehrfach mit.

In dem Krieg vom 27. September bis 9. November um Berg-Karabach hatte sich Aserbaidschan weite Teile des Anfang der 1990er Jahre verlorenen Gebiets zurückgeholt. Mehr als 6000 Menschen starben bei den Kämpfen. Noch immer werden die sterblichen Überreste von Soldaten und Zivilisten geborgen. Armenien beruft sich auf Russland als Schutzmacht. Aserbaidschan wurde dagegen von der Türkei unterstützt.


Niederländische Polizei fasst Drogenhändler - Hilfe aus Niedersachsen

GRONINGEN/HANNOVER: Die niederländische Polizei hat im Auftrag deutscher Ermittlungsbehörden zwei mutmaßliche Drogenhändler nahe Groningen festgenommen und acht Objekte durchsucht. Die beiden Männer im Alter von 21 und 26 Jahren stehen im Verdacht, seit mehreren Jahren und in mehr als 1000 Fällen grenzüberschreitend in Nordwestdeutschland Abnehmer mit Drogen beliefert zu haben, wie das Zollfahndungsamt in Hannover am Mittwoch mitteilte. Dabei sollen sie ähnlich wie bei einem Lieferdienst Bestellungen entgegen genommen und dann die gewünschten Mengen an öffentlichen Plätzen in den Niederlanden und im niedersächsischen Grenzgebiet übergeben haben.

Die beiden mutmaßlichen Drogendealer wurden mithilfe einer Spezialeinheit der niederländischen Polizei vorläufig festgenommen und sollten noch am Mittwoch einem Haftrichter in den Niederlanden vorgeführt werden. Ziel sei eine Auslieferung nach Deutschland, teilte das Zollfahndungsamt mit.

Bei den Wohnungsdurchsuchungen im niederländischen Hoogezand-Sappemeer nahe Groningen fanden die Ermittler rund ein Kilogramm Marihuana. Außerdem wurde Vermögen sichergestellt, darunter ein Auto, hochwertige Uhren und rund 200.000 Euro Bargeld.

Die Ermittlungen im Zusammenhang mit den nun festgenommenen Männern laufen laut Polizei bereits seit 2019 und wurden von der gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) von Polizei und Zoll in Oldenburg sowie der Staatsanwaltschaft Aurich geführt. Laut den Ermittlern können seitdem Verkäufe für zahlreiche Betäubungsmittel nachvollzogen werden - darunter etwa Gesamtmengengen von 18 Kilogramm Kokain, 17,5 Kilogramm Amphetamin und rund 78 Kilogramm Cannabisprodukten.


Regionaler Krisengipfel nach Terrorattacke in Nordmosambik

MAPUTO: Nach der Attacke der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf die nordmosambikanische Küstenstadt Palma berät die Staatengemeinschaft des südlichen Afrikas (SADC) über Konsequenzen. Am Mittwoch bereiteten ranghohe Beamte einen regionalen Krisengipfel in der mosambikanischen Hauptstadt Maputo vor. «Die SADC ist zutiefst beunruhigt über die anhaltenden Terrorangriffe in Cabo Delgado», betonte am Mittwoch das Präsidialamt des Nachbarstaates Südafrika. Der Gipfel an diesem Donnerstag mit sechs Staats- und Regierungschefs werde über Maßnahmen zur Terrorbekämpfung in Mosambik beraten.

Palma im Norden des südostafrikanischen Landes war am 24. März von sunnitischen Extremisten überfallen worden. In der Region ist der französische Energiekonzern Total an einem knapp 17 Milliarden Euro teuren Flüssiggasprojekt beteiligt. Er hatte gut 1000 Mitarbeiter in Sicherheit gebracht. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte in einem Bekennerschreiben betont, IS-Kämpfer hätten die Kontrolle über die Stadt übernommen und 55 Sicherheitskräfte getötet. Während der tagelangen Kämpfe waren zunehmend Forderungen nach militärischen Interventionen der SADC-Staatengemeinschaft und Warnungen vor einem Übergreifen des Terrors auf die Nachbarländer laut geworden.

In der Provinz Cabo Delgado verüben islamistische Rebellen seit 2017 brutale Angriffe. Dem UN-Flüchtlingshilfswerk zufolge wurden mehr als 530.000 Menschen vertrieben. Die Rebellion hat Experten zufolge ihre Wurzeln in den Missständen und Klagen der Bewohner der Region, die sehr arm ist und jahrelang von der Regierung vernachlässigt wurde.


Beiersdorf startet mit Wachstum ins neue Geschäftsjahr

HAMBURG: Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf ist im ersten Quartal stärker gewachsen als erwartet. Dabei profitierten die Hamburger von einem deutlichen Plus bei ihrem Klebstoffgeschäft Tesa, wie das Unternehmen am Mittwoch in Hamburg mitteilte. Vorläufigen Zahlen zufolge stiegen die Umsätze in den ersten drei Monaten organisch um 6,3 Prozent auf 1,945 Milliarden Euro. Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe sind dabei herausgerechnet. Im Vorjahr hatten die Umsätze bei 1,91 Milliarden Euro gelegen.

Während das Hautpflegegeschäft des Nivea-Herstellers um 2,7 Prozent zulegte, verbesserte sich das Klebstoffgeschäft dank einer robusten Nachfrage der Elektronik- und der Autoindustrie um 23,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit liege die Entwicklung über den Erwartungen des Kapitalmarktes, so Beiersdorf.

Die Jahresprognose behielt Beiersdorf bei und begründete dies mit den Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Für 2021 erwartet der Konzern unter anderem ein positives Umsatzwachstum in beiden Unternehmensbereichen sowie auf Konzernebene. Am 28. April will Beiersdorf die detaillierten Zahlen vorlegen.

Vor Beiersdorf hatte bereits der Düsseldorfer Konkurrent Henkel dank des starken Klebstoffgeschäfts von einem robusten Umsatzwachstum berichtet. Bei Beiersdorf trägt allerdings das Konsumentengeschäft den Löwenanteil zum Umsatz bei, das Klebstoffgeschäft ist vergleichsweise klein.


Mehrere Interessenten für TV-Sendergruppe M6

PARIS: Bewegung in der französischen TV-Branche: Für die M6-Gruppe stehen mehrere Interessenten bereit. «Es gibt eine gewisse Zahl von Kandidaten», bestätigte der Chef der Sendergruppe, Nicolas de Tavernost, am Mittwoch bei einer Anhörung im Ausschuss für Kultur und Kommunikation des Senats in Paris. Der Senat ist das Oberhaus des französischen Parlaments.

Der Bertelsmann-Konzern hält über die RTL Group 48,5 Prozent der börsennotierten M6-Gruppe. Medien spekulieren schon länger über einen möglichen Verkauf. Bertelsmann-Konzernchef Thomas Rabe hatte im vergangenen Monat gesagt, man prüfe Optionen für den Kontrollanteil - «mit dem Ziel, Werte für unsere Aktionäre zu schaffen. Derzeit kann es keine Gewissheit geben, dass dies zu einer Vereinbarung oder Transaktion führen wird», hatte Rabe gesagt.

De Tavernost sagte in dem Ausschuss, es gebe bisher keine endgültigen Entscheidungen. Nach Informationen der Tageszeitung «Le Figaro» stehen unter anderen die Bouygues-Gruppe mit dem Sender TF1 und der Vivendi-Konzern mit seinem Sender Canal+ auf der Kandidatenliste. De Tavernost versicherte, die Sendermarke M6 werde auch nach einer möglichen Veränderung im Besitzerkreis erhalten bleiben: «M6 wird nicht verschwinden», sagte er.

M6 und Schwestersender wie W9 oder 6ter kommen laut «Le Figaro» beim TV-Werbemarkt im Land zusammen auf einen Anteil von fast 27 Prozent. Zu der Gruppe gehört demnach auch der Radiosender RTL in Frankreich.


Italien blockiert «Alan Kurdi» seit 6 Monaten: Anhörung vor Gericht

CAGLIARI: Ein Gericht auf der Insel Sardinien dürfte in Kürze über die seit sechs Monaten laufende Blockade des deutschen Hilfsschiffes «Alan Kurdi» durch die italienischen Behörden entscheiden. Das sagte ein Anwalt der Betreiberorganisation Sea-Eye am Mittwoch nach einer Anhörung in Cagliari.

Die Seenotretter von Sea-Eye wollen in einer Eilentscheidung eine vorläufige Freigabe ihres Schiffs erreichen, bevor der Fall später grundlegend weiterverhandelt wird. Am Mittwoch hörte der Richter die Streitparteien an. «In der Regel entscheidet das Gericht wenige Tage danach», sagte der Anwalt am Telefon der Deutschen Presse-Agentur.

Die italienische Küstenwache hatte die «Alan Kurdi» nach mehreren Einsätzen zur Rettung von Bootsmigranten im Oktober 2020 in Olbia auf Sardinien festgesetzt. Sea-Eye interpretiert dies als «Teil eines systematischen Angriffs der italienischen Behörden». Diese wollten die zivile Seenotrettung von Migranten im Mittelmeer ausbremsen. Italien hat schon mehrfach verschiedene private Schiffe in Häfen kontrolliert und wegen angeblicher Sicherheitsmängel länger gestoppt.

Für Sea-Eye mit Sitz in Regensburg in Bayern ist die Blockade nach eigenen Angaben auch ein finanzielles Problem. Denn auch im Hafen müsse eine Crew das Schiff betreuen und die Kosten liefen weiter, hieß es.


Neuer Erdriss im isländischen Vulkangebiet entstanden

REYKJAVIK: Im Vulkangebiet auf Island strömt mittlerweile an einer weiteren Stelle Lava aus der Erde. Zwischen dem ursprünglichen Ausbruchsort und zwei weiteren Rissen ist in der Nacht zum Mittwoch ein weiterer Eruptionsspalt entstanden, wie die isländische Meteorologiebehörde Vedurstofa mitteilte. Im 24-Stunden-Livestream des Rundfunksenders RÚV aus dem Gebiet war zu sehen, wie sich in der dunklen Nacht ein orange glühender Lavastrom aus dem Riss seinen Weg an die Erdoberfläche bahnte.

Die Eruption, der die Isländer den Namen Geldingadalsgos gegeben haben, hatte am 19. März in einem abgeschiedenen Gebiet auf der Reykjanes-Halbinsel südwestlich von Reykjavik begonnen. Am Ostermontag hatten sich dann zwei neue Erdrisse aufgetan, aus denen nun ebenfalls Lava an die Oberfläche tritt. Die Lava stammt von einem unterirdischen vulkanischen System namens Krýsuvík. Ein Ausbruch dieser Art hatte sich zuvor durch Tausende Erdbeben angekündigt. Eine Gefahr für Menschen, Ortschaften oder die nicht weit entfernte Hauptstadt Reykjavik besteht nach Angaben der Behörden nicht.


Militärflugzeug bei Training abgestürzt - Pilot tot

ISTANBUL: Beim Absturz eines türkischen Militärflugzeugs im zentralanatolischen Konya ist der Pilot umgekommen. Es habe sich um einen Übungsflug gehandelt, teilte das Verteidigungsministerium am Mittwoch auf Twitter mit. Ob noch weitere Personen an Bord waren, war zunächst unklar.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach den Hinterbliebenen des Piloten sein Beileid aus. Die Unfallursache war zunächst unklar. Nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA wurden Ermittlungen eingeleitet.


Xi telefoniert mit Merkel: Mehr Kooperation, keine Einmischung

PEKING: Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat in einem Telefonat mit Kanzlerin Angela Merkel seine Hoffnung auf einen Ausbau der Zusammenarbeit mit Deutschland und der Europäischen Union ausgedrückt. Vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen beiden Seiten sagte Chinas Präsident nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua in dem Gespräch am Mittwoch, die Beziehungen zwischen China und der EU sähen «neue Möglichkeiten und verschiedene Herausforderungen». Der Schlüssel sei aber, entschieden einen Kurs einzuschlagen, der sich an einer strategischen Perspektive und gegenseitigem Respekt orientiere und «Einmischung ausschließt».

Das Gespräch erfolgte zwei Wochen nachdem die Europäische Union erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten wieder Sanktionen wegen Verletzungen der Menschenrechte gegen China verhängt hatte. Sie richten sich gegen Verantwortliche für die Verfolgung der muslimischen Minderheit der Uiguren in Nordwestchina. Die Regierung in Peking beklagte «Einmischung in innere Angelegenheiten» und verhängte noch weitgehendere Gegensanktionen gegen deutsche und andere europäische Politiker, Experten und Institutionen.

Aus dem Xinhua-Bericht ging nicht hervor, wie Merkel und Xi auf den Streit eingegangen sind. «Chinas Entwicklung ist eine Gelegenheit für die Europäische Union, und wir hoffen, dass die EU unabhängig eine korrekte Entscheidung treffen wird und wirklich seine strategische Autonomie erzielt», sagte Xi Jinping nach diesen Angaben in einem möglichen indirekten Hinweis auf die USA, die unter dem neuen Präsidenten Joe Biden mit ihren Verbündeten eine gemeinsame China-Politik verfolgen wollen.


WHO-Chef: Corona hat das Beste und Schlechteste im Menschen gezeigt

BRÜSSEL: WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hat angesichts des Weltgesundheitstages eine ungerechte Verteilung von Impfstoffen angeprangert. Länder mit geringen Einkommen hätten erst 0,1 Prozent der Corona-Impfstoffe erhalten, sagte er am Mittwoch während einer Online-Veranstaltung. Die Pandemie habe das Beste aber auch das Schlechteste der Menschheit zum Vorschein gebracht. So hätten viele Arbeiterinnen und Arbeiter im Gesundheitswesen Mut gezeigt und es habe auch gute Ambitionen von Firmen gegeben. Gleichzeitig sei die Ungleichheit in der Welt größer geworden und es habe Unternehmen gegeben, die von der Not anderer profitieren wollten.

Der 56-Jährige betonte, dass Marktkräfte allein die Verteilung von Lebenswichtigen Gütern nicht sicherstellen könnten und die Pandemie noch lange nicht vorbei sei. «Wir haben vielleicht unterschiedliche Kulturen, Sprachen und einen unterschiedlichen Glauben aber wir teilen die gleiche DNA», sagte der Äthiopier. Es brauche eine Wirtschaft die betrachte, welche Einflüsse ihre Produkte und Dienstleistungen auf Menschen und Umwelt hätten.


Präsidentenbüro: Palästinenserpräsident Abbas bei guter Gesundheit

RAMALLAH/BERLIN: Rund sechs Wochen vor der palästinensischen Parlamentswahl geht es dem 85-jährigen Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas nach Angaben seines Büros gesundheitlich gut. Er habe medizinische Routinetests in Deutschland abgeschlossen, teilte die offizielle palästinensische Nachrichtenagentur Wafa am Mittwoch mit. Am Donnerstag werde er demnach in die Palästinensergebiete zurückkehren.

Abbas hält sich seit Montagabend in Berlin auf. Die Sicherheitsmaßnahmen seien verschärft worden, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Der «Tagesspiegel» hatte von einer Routineuntersuchung in der Berliner Charité berichtet. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Spekulationen über den Gesundheitszustand des 85-Jährigen gegeben. 2018 war Abbas wegen einer Lungenentzündung im Krankenhaus behandelt worden. In der Vergangenheit war er auch an Prostatakrebs erkrankt.

Abbas wurde 2005 gewählt, eigentlich für eine Amtszeit von vier Jahren. Seitdem gab es keine Präsidentschaftswahl mehr. Nach der Parlamentswahl am 22. Mai ist am 31. Juli auch eine Präsidentschaftswahl angesetzt, bei der er wieder antreten will. Noch ist allerdings unklar, ob sie wirklich stattfinden wird.


Back to Buckingham: Königliche Paläste eröffnen wieder für Besucher

LONDON: Ein Picknick im Garten des Buckingham-Palastes oder ein Blick hinter die Kulissen von Schloss Windsor sollen nach langen Monaten des Corona-Lockdowns bald wieder für Besucher möglich sein. «Wir freuen uns, Euch wieder willkommen zu heißen», hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung des Royal Collection Trust, der mehrere Schlösser und Kunstwerke im Besitz der britischen Royals verwaltet.

Die Gärten des offiziellen Amtssitzes von Queen Elizabeth II. - dem Buckingham-Palast - können ab dem 17. April wieder besucht werden, ab Ende des Monats auch der Holyrood-Palast in Schottland. Touren durch Schloss Windsor sollen ab Mitte Mai wieder stattfinden, genauso wie durch die Queen's Gallery im Buckingham-Palast. Bei allen Häusern und Gärten ist es notwendig, sich vorab ein Ticket zu buchen. Um den Besuch sicher zu machen, lassen die Häuser nur eine begrenzte Zahl an Gästen gleichzeitig zu.

Die königlichen Gärten und Häuser haben die Einnahmen durch Besucher nach langen Monaten der Schließung dringend nötig: Während der Pandemie hatte der Royal Collection Trust Medienberichten zufolge mehrere Hundert Stellen streichen müssen.


Türkei muss weiterhin deeskalieren

ATHEN: Die griechische Regierung hat den Besuch der EU-Spitze beim türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zurückhaltend kommentiert. «Die EU hat eine positive Agenda mit der Türkei», lobte Regierungssprecherin Aristotelia Peloni am Mittwoch gegenüber dem griechischen Radiosender Skai. «Es gibt aber viele Bedingungen, und Ankara wird bis Juni (beim EU-Gipfel) bewertet». Die Türkei müsse hinsichtlich Griechenlands und Zyperns Beständigkeit und Deeskalation zeigen; sollte das nicht geschehen, sei die positive Agenda der EU auch umkehrbar.

Griechenland und Zypern haben Konflikte mit dem Nachbarland. Unter anderem gibt es Streit über Ansprüche auf Erdgasvorkommen in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer. Im Sommer 2020 standen sich deshalb in der Region über mehrere Wochen hinweg Kriegsschiffe der beiden Nato-Staaten gegenüber.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel hatten den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Dienstag in Ankara getroffen, um über die Zukunft der Beziehungen zwischen der EU und der Türkei zu sprechen. Zuvor hatten sich die Staats- und Regierungschefs der EU darauf verständigt, die Beziehungen zur Türkei schrittweise wieder auszubauen.


Vermisstenfall Isabella: Vater auf dem Weg nach Frankreich

CELLE: Nach dem mutmaßlichen Auftauchen der vermissten Isabella aus Celle sind der Vater und Vertreter der Polizei am Mittwoch nach Frankreich gereist. Das sagte eine Polizeisprecherin in Celle, ohne den genauen Ort zu nennen. In früheren Meldungen war der Großraum Paris genannt worden.

Dort sei ein Mädchen in Obhut, das mit hoher Wahrscheinlichkeit die 16-Jährige sei, sagte die Sprecherin. «Sie lebt, und das ist eine gute Nachricht.» Die Polizei hatte zuletzt ein Gewaltverbrechen an der Gymnasiastin befürchtet. Weiterhin sei nicht ausgeschlossen, dass hinter ihrem Verschwinden am 22. März eine Straftat stehen könne, sagte die Sprecherin. Die verstärkte Suche über Soziale Medien seit Ostermontag habe zu dem mutmaßlichen Fahndungserfolg geführt.

Die Polizei erwartete noch für Mittwochabend eine Identifizierung des Mädchens. Danach könne auch die offizielle Fahndung zurückgenommen werden. Am Donnerstag oder Freitag wollten die Behörden abschließend über den Fall berichten. Isabella hatte am 22. März unbemerkt ihr Elternhaus verlassen.


Irans Präsident hofft auf «Renaissance» des Atomabkommens

TEHERAN: Irans Präsident Hassan Ruhani hofft bei den Verhandlungen in Wien auf eine Wiederbelebung des Atomabkommens. «Erneut sind alle Parteien zu dem Ergebnis gekommen, dass es keinen bessere Alternative gibt», sagte Ruhani einer Mitteilung des Präsidialamts am Mittwoch zufolge. «Somit können wir auf eine Renaissance des Wiener Atomabkommens hoffen», so Ruhani. Man wolle die Ergebnisse der Gespräche in Wien abwarten, hieß es in der Mitteilung weiter. «Die USA sagen, dass sie zum Abkommen zurück wollen ... schön, dann schauen wir mal, wie ernst sie das meinen.»

Am Dienstag waren in Wien Verhandlungen zur Wiederbelebung des Atomabkommens mit dem Iran wieder aufgenommen wurden. Auch eine US-Delegation war angereist, auch wenn sie zumindest vorerst nicht am Verhandlungstisch mit dem Iran sitzt. Erst eine Rückkehr der USA zu dem Abkommen mit der Aufhebung der US-Sanktionen sowie ein neuerliches Einhalten aller Auflagen durch den Iran würde den Deal wieder wirksam machen.

Das 2015 geschlossene Abkommen sollte den Iran von der Entwicklung von Atomwaffen abhalten, im Gegenzug sollten Sanktionen wegfallen. Die in Aussicht gestellte wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Iran kam aufgrund des Kurswechsels unter Trump aber nie zustande. Die fünf verbliebenen Partner des Deals - Russland, China, Deutschland, Frankreich und Großbritannien - haben in den vergangenen zwei Jahren versucht, das Abkommen am Leben zu erhalten.


Oppositionspartei IA stärkste Kraft bei Parlamentswahl auf Grönland

KOPENHAGEN: Die linke bisherige Oppositionspartei Inuit Ataqatigiit (IA) hat die vorgezogene Parlamentswahl auf Grönland gewonnen. Sie kam nach Auszählung aller abgegebenen Wählerstimmen am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) nach starken Zuwächsen auf 36,6 Prozent der Stimmen. Die bisherige Regierungspartei und traditionell stärkste Kraft Siumut lag bei 29,4 Prozent, wie aus den auf der grönländischen Wahl-Webseite aktualisierten Zahlen hervorging.

Wie die grönländische Rundfunkanstalt KNR berichtete, beglückwünschte der Siumut-Vorsitzende Erik Jensen den erst 34 Jahre alten IA-Chef Múte Bourup Egede in einer Parteichefrunde bereits zum Wahlsieg. «Wir gratulieren Inuit Ataqatigiit zur Wahl. Jetzt sind wir gespannt, was die Verhandlungen in den kommenden Tagen bringen», sagte Jensen.

Als Chef der stärksten Partei darf Egede als Erster versuchen, eine Regierungskoalition zu bilden. Diese Koalition benötigt mindestens 16 der 31 Sitze im Parlament Inatsisartut für eine Mehrheit. Wie viele Mandate die jeweiligen Parteien erhalten, war zunächst noch unklar.

Grund für die um ein Jahr vorgezogene Wahl war der Zusammenbruch der bisherigen Koalition von Regierungschef Kim Kielsen. Der hatte Ende 2020 den Vorsitz an Jensen verloren, der auch Regierungschef werden wollte. Der interne Machtkampf bei Siumut und Streit über ein umstrittenes Minenprojekt zur Gewinnung von Uran und Seltenen Erden hatte die Koalition des seit 2014 regierenden Kielsen letztlich zum Scheitern gebracht.


Feuerwehr kämpft gegen Waldbrand in Südfrankreich

AURIOL: Hunderte Feuerwehrkräfte kämpfen im Süden Frankreichs gegen einen Waldbrand. In der Nacht waren 270 Einsatzkräfte vor Ort, am Mittwochmorgen wurden sie erneut durch Löschflugzeuge unterstützt, wie der Zivilschutz auf Twitter mitteilte. Der Brand bei Auriol unweit von Marseille erstreckte sich der Feuerwehr zufolge am Dienstagabend auf 90 Hektar.

Laut Medienberichten wurden etwa 200 Menschen aus dem betroffenen Gebiet zeitweise aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht. Die meisten von ihnen kehrten jedoch noch am Dienstag nach Hause zurück. Die Bürgermeisterin von Auriol, Véronique Miquelly, sagte dem Sender France Info, dass mit Stand Dienstagabend niemand bei dem Waldbrand verletzt worden sei. Auch Häuser habe das Feuer nicht getroffen.


Deutsche Grüne machen am 19. April Vorschlag für Kanzlerkandidat

BERLIN: Der Bundesvorstand der deutschen Grünen wird am 19. April vorschlagen, wer von den Parteichefs Annalena Baerbock und Robert Habeck die Kanzlerkandidatur bei der Bundestagswahl am 26. September übernehmen soll.

Das teilte Grünen-Geschäftsführer Michael Kellner den Landesvorsitzenden und dem Parteirat am Mittwoch in einem Schreiben mit, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die endgültige Entscheidung über die Kanzlerkandidatur fällt auf dem Grünen-Parteitag vom 11. bis 13. Juni.

Es wäre das erste Mal in der mehr als 40-jährigen Geschichte der Öko-Partei, dass die Grünen einen eigenen Kanzlerkandidaten oder -kandidatin aufstellen. Sie waren vor noch keiner Bundestagswahl so stark wie jetzt. In Umfragen rangieren sie deutlich über 20 Prozent auf Platz zwei der Wählergunst hinter den Christdemokraten der scheidenden Kanzlerin Angela Merkel.

Die Sozialdemokraten wollen mit Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz als Kanzlerkandidaten in den Bundestagswahlkampf ziehen. Die Entscheidung der CDU/CSU steht noch aus.


Toshiba prüft Übernahmeangebot von Finanzinvestor CVC

TOKIO: Der japanische Technologiekonzern Toshiba hat ein Übernahmeangebot des europäischen Finanzinvestors CVC Capital Partners erhalten. Über die Offerte werde auf einer Vorstandssitzung beraten werden, sagte Unternehmenschef Nobuaki Kurumatani am Mittwoch in Tokio.

In einer Mitteilung hieß es, Toshiba werde um weitere Informationen bitten und das Angebot sorgfältig prüfen. Die japanische Wirtschaftszeitung «Nikkei» berichtete, CVC wolle umgerechnet 21 Milliarden Dollar (rund 17,7 Mrd Euro) für den japanischen Traditionskonzern bieten.


Bürger von Seoul wählen neuen Bürgermeister

SEOUL: Unter dem Eindruck steigender Wohnungspreise hat am Mittwoch in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul die Wahl eines neuen Bürgermeisters begonnen. Auch in der südöstlichen Küstenmetropole Busan - der zweitgrößten Stadt des Landes - wird bei Nachwahlen ein neuer Bürgermeister gewählt. Beide Posten waren vakant geworden. Bei beiden Wahlen gingen die Kandidaten der konservativen Oppositionspartei Macht des Volkes (PPP) als Favoriten ins Rennen. Erste Ergebnisse werden in der Nacht zum Donnerstag erwartet.

Die Nachwahlen gelten auch als Stimmungstest für die nächste Präsidentenwahl, die im März 2022 stattfinden soll. Besonders von der Wahl in Seoul mit seinen knapp zehn Millionen Einwohnern könnte nach Ansicht von Beobachtern ein politisches Signal für die Abstimmung im nächsten Jahr ausgehen.

Die Zustimmungswerte für den linksliberalen Präsidenten Moon Jae In und die regierende Demokratische Partei (Minjoo) rutschten zuletzt in Umfragen deutlich ab. Als Gründe wurden unter anderem die galoppierenden Immobilienpreise und Vorwürfe der Grundstücksspekulation gegen Beamte der öffentlichen Wohnungsbaugesellschaft LH gesehen. Allein in Seoul hatten sich die Wohnungspreise in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Die Minjoo-Partei hatte bei den Lokalwahlen im Juni 2018 noch einen Erdrutschsieg erzielt. Moon kann sich nach seiner fünfjährigen Amtszeit nicht wiederwählen lassen.

Die Wahl in Seoul ist nach dem Tod des früheren Stadtoberhaupts Park Won Soon im vergangenen Sommer nötig geworden. Das Amt wird seitdem vom kommissarischen Bürgermeister Seo Jung Hyup geleitet. Bei Umfragen lag zuletzt die Kandidatin der Minjoo, Park Young Sun, deutlich hinter ihrem konservativen Rivalen Oh Se Hoon, der zwischen 2006 und 2011 schon einmal Bürgermeister von Seoul gewesen war.

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