Neues aus dem Ausland am Mittwoch

Neues aus dem Ausland am Mittwoch

Pofalla: Russland wird auf Druck in Fall Nawalny reagieren

BERLIN/MOSKAU: Druck auf Russland im Fall des inhaftierten Oppositionellen Alexej Nawalny könnte nach Ansicht des früheren Kanzleramtschefs Ronald Pofalla (CDU) Wirkung zeigen. «Ich denke, der internationale Druck wird so hoch sein, dass Russland über kurz oder lang reagiert», sagte der Vorsitzende des deutsch-russischen Gesprächsforums Petersburger Dialog dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstag). Russland müsse unverzüglich auf allen Ebenen aufgefordert werden, «Nawalny und alle anderen Inhaftierten» freizulassen.

«Alles ist möglich», antwortete er auf die Frage, ob Nawalny wohl freigelassen und ausgebürgert werde oder im russischen Straflagersystem verschwinde. Pofalla ist seit 2015 deutscher Vorsitzender des Gesprächsforums, das 2001 vom russischen Präsidenten Wladimir Putin und Bundeskanzler Gerhard Schröder gegründet worden war.

Vertreter der russischen Regierung hatten sich dagegen zuletzt am Mittwochabend erneut vehement «Einmischung» im Fall Nawalny verbeten. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte im Fall Nawalny sehe man als Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes an, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Mittwochabend laut Agentur Tass im russischen Fernsehen.

Das Gericht in Straßburg - Organ des Europarats, in dem auch Russland Mitglied ist - hatte am Mittwoch einem Antrag Nawalnys auf einstweilige Maßnahmen stattgegeben und Russland aufgefordert, Nawalny unverzüglich aus der Haft zu entlassen. Der Kremlkritiker war vor mehr als zwei Wochen zu einer Straflagerhaft verurteilt worden. Er soll gegen Bewährungsauflagen in einem früheren Strafverfahren verstoßen haben, während er sich in Deutschland von einem Giftanschlag erholte.


Sieben Verletzte durch Schüsse in Philadelphia

PHILADELPHIA: In der US-Stadt Philadelphia sind nach Polizeiangaben nahe einer U-Bahn-Haltestelle sieben Menschen durch Schüsse verletzt worden. Ein 71-Jähriger, der am Bauch und an beiden Beinen verletzt wurde, sei in kritischem Zustand, teilte ein Polizeisprecher am Mittwoch mit. Die anderen Verletzten kamen mit Verletzungen unter anderem am Rücken, an den Beinen und Armen ins Krankenhaus. Die jüngste Verletzte sei eine 17-Jährige.

Die Beamten hätten zwei Waffen sichergestellt und eine Person festgenommen, hieß es weiter. Polizeichefin Danielle Outlaw machte vor Journalisten deutlich, dass noch nicht klar sei, ob diese Person an dem Vorfall beteiligt war. Die Hintergründe des Vorfalls am Mittwochnachmittags (Ortszeit) waren zunächst ebenfalls unklar.


Klare Mehrheit bei Vertrauensfrage für Italiens neuen Premier Draghi

ROM: Italiens neuer Ministerpräsident Mario Draghi hat die erste Vertrauensabstimmung im Parlament souverän überstanden. Am späten Mittwochabend votierten 262 der 304 abstimmenden Abgeordneten des Senats in Rom für die Regierung des früheren Präsidenten der Europäischen Zentralbank. 40 stimmten dagegen. Dem zweiten Vertrauensvotum in der größeren Abgeordnetenkammer will sich Draghi am Donnerstag stellen. Vieles spricht dafür, dass sein Kabinett auch dort eine deutliche Zustimmung von den Parteien bekommen dürfte.

Vor der Abstimmung hielt der 73-Jährige am Vormittag eine programmatische Rede im Senat, in der er gleich zu Beginn um das Vertrauen der Abgeordneten warb. In rund 50 Minuten sprach der langjährige Währungshüter viele Aufgaben an, die in den kommenden Wochen und Monaten auf ihn und seine 23 Minister zukommen: eine schnellere Corona-Impfkampagne, ein Plan zur Verwendung der EU-Milliarden aus dem Wiederaufbaufonds und wichtige Reformen.

Am vergangenen Samstag hatte Staatschef Sergio Mattarella den gebürtigen Römer und sein Kabinett aus Berufspolitikern und parteilosen Experten vereidigt. Die italienische Verfassung schreibt vor, dass sich die Regierung binnen zehn Tagen Vertrauensabstimmungen in beiden Kammern des Parlaments stellen muss.


Trump-Plaza-Kasino in Atlantic City gesprengt

ATLANTIC CITY: Die US-Glückspielhochburg Atlantic City hat ein marodes Pleitekasino aus dem früheren Firmenreich von Ex-Präsident Donald Trump beseitigt. Das 39-stöckige Trump Plaza, das seit 2014 geschlossen war und seitdem leerstehend an der Strandpromenade verfiel, wurde am Mittwochmorgen (Ortszeit) kontrolliert gesprengt.

«Die Trump-Ära in Atlantic City wird offiziell beendet», sagte Bürgermeister Marty Small im Interview mit dem US-Finanzsender Bloomberg. Die Stadt im Bundesstaat New Jersey stufte das Hochhaus am berühmten Boardwalk nicht nur als optischen Schandfleck ein, sondern wegen seiner Baufälligkeit auch als Sicherheitsrisiko für Passanten.

Mit Blick auf Trump war die Sprengung indes eher ein symbolischer Schlussstrich. Der hatte sich bereits 2009 nach mehreren Insolvenzanträgen für Firmen aus seinem Kasino-Imperium weitgehend aus Atlantic City zurückgezogen, auch wenn sein Name auch danach noch an einigen der in die Jahre gekommenen Protzbauten prangte.

Die letzten Anteile an der Kasino-Gesellschaft Trump Entertainment Resorts hatte der ehemalige US-Präsident im März 2016 abgegeben. Der mit ihm befreundete New Yorker Hedgefonds-Investor Icahn übernahm die Kontrolle, doch auch unter ihm hatte das Trump Plaza keine Zukunft mehr. Eigentlich hatte die Sprengung für wohltätige Zwecke versteigert werden sollen, doch der Plan war an Icahn gescheitert.


Studie: Großteil der Erwachsenen mehrmals täglich online

HAMBURG: Ein Großteil der Erwachsenen in Deutschland surft einer Studie zufolge in der Freizeit mehrmals täglich im Internet. 83 Prozent der Männer zwischen 18 und 65 Jahren und 69 Prozent der Frauen in derselben Altersgruppe sind zu privaten Zwecken mehrmals täglich beziehungsweise fast immer online, wie aus einer am Mittwoch vorgestellten Befragung der Techniker Krankenkasse hervorgeht. Die repräsentative Umfrage vom Oktober 2020 kommt auch zu dem Ergebnis, dass die Corona-Pandemie die Häufigkeit der Nutzung digitaler Medien bei vielen Menschen verstärkt hat. 30 Prozent der Befragten gaben an, digitale Kommunikationskanäle - etwa Messenger oder Video-Konferenzen - privat häufiger zu nutzen als vor der Pandemie.


«The Masked Singer» enthüllt: Das Schwein ist Müller-Hohenstein

KÖLN: Kein Schwein gehabt: Sport-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein («Das aktuelle Sportstudio») ist als erste Prominente bei der Musik-Show «The Masked Singer» entlarvt worden. Die 55-Jährige musste am Dienstagabend ihre Maske ablegen, da sie zu wenige Stimmen der Zuschauer erhalten hatte - es handelte sich um ein trauriges Schwein mit Vorliebe für Regenwetter. In dem kuriosen Sau-Outfit hatte sie zuvor eine eigenwillige Version des Liedes «Sun is Shining» von Bob Marley gesungen. Für sie war es eine gänzlich neue Erfahrung. Es sei das erste Mal gewesen, dass sie auf einer Bühne gesungen habe. «Eigentlich bin ich überhaupt keine Rampensau», sagte Müller-Hohenstein am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.


Papst-Appell zur Fastenzeit: Navigationsgerät des Lebens befragen

ROM: Papst Franziskus will die Fastenzeit nicht als «Reihe von Opfervorsätzen» verstanden wissen, sondern als Suche nach dem besten Weg im Leben. «Es ist eine Zeit, um die Wege zu überprüfen, die wir gehen, eine Zeit, um wieder den Pfad zu finden, der uns nach Hause zurück führt», sagte das katholische Kirchenoberhaupt bei einer Messe im Petersdom zum Aschermittwoch. «Versuchen wir uns zu fragen: Wohin führt mich das Navigationsgerät meines Lebens - zu Gott oder zu meinem eigenen Ich?», erläuterte der 84-Jährige. Er mahnte die Menschen zu weniger Selbstverliebtheit und weniger Flatterhaftigkeit. Die christliche vorösterliche Bußzeit beginnt unmittelbar nach dem Karneval, der am Aschermittwoch endet. Sie dauert bis vor Ostern.


Frühlingsluft statt Winterwunderland: Bis zu 20 Grad am Wochenende

OFFENBACH/BERLIN: Nach der Kältewelle kommt Frühlingsluft nach Deutschland: Am Wochenende wird es bis zu 20 Grad warm. Am Donnerstag und Freitag liegen die Höchstwerte zunächst zwischen 4 Grad im Nordosten und 16 Grad im Südwesten, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach vorhersagte. Am Samstag kratzen die Temperaturen dann im Süden, wo die Sonne erwartet wird, an der 20-Grad-Marke. An der See rechnet der DWD mit bis zu 9 Grad.


Naturschauspiel am Vulkan Ätna - «Als ob eine Bombe explodiert»

ROM: Am Tag nach dem Ausbruch des Vulkans Ätna auf der süditalienischen Insel Sizilien hatten die Menschen noch mit den Auswirkungen des Naturschauspiels zu kämpfen. Der Flughafen der Stadt Catania südlich des Vulkans nahm nach eigenen Angaben erst am Mittwochmorgen den Betrieb wieder auf. Am späten Dienstagnachmittag hatte der Ätna im Osten der Insel kilometerhoch Asche gespuckt, wie das nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) mitteilte. Lavafontänen schossen mehrere hundert Meter aus dem Krater und flossen in ein Tal auf der Ostseite. «Es hört sich an, als würde eine Bombe explodieren», erzählte eine Bewohnerin Catanias der Deutschen Presse-Agentur.


Junge Frauen vergewaltigt - Angeklagter gesteht Serientaten

BERLIN: Nach einer Serie von Vergewaltigungen junger Frauen in Berlin und Brandenburg hat der Angeklagte zum Prozessauftakt die Taten pauschal gestanden. Der 30-Jährige ließ am Mittwoch über seinen Verteidiger erklären, er räume die Taten ein und bereue sie aufrichtig. Dem Angeklagten werden sechs Vergewaltigungen, eine versuchte Vergewaltigung sowie Körperverletzung und versuchte räuberische Erpressung vorgeworfen. Er soll im Juni und Juli 2020 sieben junge Frauen im Alter zwischen 14 und 27 Jahren meist auf entlegenen Wegen überfallen haben.


Biden telefoniert erstmals seit Amtsantritt mit Netanjahu

WASHINGTON/TEL AVIV: Fast einen Monat nach seinem Amtsantritt hat US-Präsident Joe Biden mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu telefoniert. Biden habe Netanjahu gesagt, dass er beabsichtige, die Partnerschaft zwischen den USA und Israel in jeder Hinsicht zu stärken, erklärte das Weiße Haus. Biden habe die Unterstützung der USA für die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und arabischen Ländern betont, die unter seinem Vorgänger Donald Trump begonnen hatte. Biden selbst sagte im Weißen Haus, es sei ein «gutes Gespräch» gewesen.

Das Büro von Netanjahu hatte zuerst eine Mitteilung zu dem Telefonat herausgegeben. Es sei «sehr herzlich und freundlich» gewesen und habe etwa eine Stunde gedauert. Netanjahu und Biden hätten vereinbart, zusammenzuarbeiten, «um die unerschütterliche Allianz zwischen Israel und den USA weiter zu stärken». Es sei um die Fortentwicklung von Friedensabkommen, die Bedrohung durch den Iran und andere regionale Herausforderungen sowie um die Corona-Pandemie gegangen, hieß es.

Das Telefonat zwischen Biden und Netanjahu erfolgte vergleichsweise spät und erst nachdem der neue Präsident auch mit seinen Amtskollegen in Russland und China, Wladimir Putin und Xi Jinping, gesprochen hatte. Ex-Präsident Barack Obama hatte sich 2009 an seinem ersten vollen Arbeitstag in den Nahost-Konflikt eingeschaltet und mit dem damaligen Premier Ehud Olmert gesprochen. Trump sprach zwei Tage nach seiner Vereidigung mit Netanjahu, der als einer seiner engsten Verbündeten galt und ihn bereits wenige Wochen nach seinem Amtsantritt im Weißen Haus besuchte.

Biden ist als Kritiker der israelischen Siedlungspolitik bekannt, die Trumps Regierung unterstützt hatte. Außerdem hat Israel die Sorge, Biden könnte anders als sein Vorgänger gegenüber dem Iran eine Art Beschwichtigungspolitik führen.


Französischer Ex-Staatssekretär in Missbrauchs-Prozess verurteilt

PARIS: Der ehemalige französische Staatssekretär Georges Tron ist Berichten zufolge nach Missbrauchsvorwürfen in einem Berufungsprozess zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Das Pariser Gericht verhängte am Mittwochabend wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung eine fünfjährige Haftstrafe, wie französische Medien übereinstimmend berichteten. Zwei davon wurden demnach zur Bewährung ausgesetzt. Der 63-Jährige war 2018 in erster Instanz freigesprochen worden.

Zwei seiner ehemaligen Mitarbeiterinnen hatten Tron und seiner damaligen Mitarbeiterin Missbrauch vorgeworfen. Dabei sollen auch Fußmassagen aufgedrängt worden sein, die in sexuelle Handlungen übergegangen seien. Tron hatte seinen Posten als Staatssekretär nach der Vergewaltigungsklage im Jahr 2011 aufgeben müssen. Seine damalige Mitarbeiterin wurde nun zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Beide Angeklagten bestritten die Vorwürfe. Das Gericht befand sie nun in einem der beiden Fälle für schuldig. «Es ist eine Botschaft der Erleichterung für meine Klientin», reagierte Opferanwalt Vincent Ollivier. Es sei außerdem eine Botschaft der Hoffnung, für Frauen, die sich in einer solchen Situation befänden.

Tron war unter dem konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy Staatssekretär gewesen. Der Fall Tron wurde 2011 kurz nach dem Skandal um den damaligen französischen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn bekannt. Die sogenannte DSK-Affäre stieß damals eine Debatte über sexuelle Übergriffe in Frankreich an.


Mittelschweres Erdbeben im Iran

TEHERAN: In der südwestiranischen Provinz Kohgiluyeh und Boyer Ahmad hat es am Mittwochabend ein mittelschweres Erdbeben gegeben.

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA war besonders die Provinzhauptstadt Jasudsch und das Dorf Sisacht von dem Beben der Stärke 5,6 betroffen. Zunächst berichteten Rettungskräfte von zehn Leichtverletzten. Über Schäden gab es zunächst keine Informationen.


Trump nutzt Interview für erneute Wahlbetrugsbehauptungen

WASHINGTON: Auch vier Wochen nach seinem Abschied aus dem Weißen Haus behauptet der frühere US-Präsident Donald Trump, ihm sei der Sieg bei der Präsidentschaftswahl im November gestohlen worden. Trump meldete sich am Mittwoch per Telefon beim Fernsehsender Fox News zu Wort - eigentlich, um den verstorbenen konservativen Radio-Moderator Rush Limbaugh zu würdigen. Trump nutzte den - inzwischen raren - Medienauftritt aber erneut dazu, seine unbelegten Wahlbetrugsbehauptungen zu verbreiten. «Rush war der Meinung, dass wir gewonnen haben. Ich auch», sagte Trump. «Er war ziemlich wütend deswegen.» Das gehe vielen Menschen so. «Sie wissen gar nicht, wie wütend dieses Land ist.» Was geschehen sei, sei eine Schande.

Trump hatte den klaren Sieg des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl am 3. November nicht anerkannt. Beweise für eine Manipulation der Wahl legte er nie vor. Sein Lager scheiterte mit Dutzenden Klagen gegen den Wahlausgang.

US-Demokraten beschuldigen Trump, er habe schon lange vor der Präsidentschaftswahl im November gezielt damit begonnen, Misstrauen zu säen und seine Basis so aufzustacheln. Nach der Wahl habe er einen Feldzug gegen seine Niederlage gestartet, der schließlich im Gewaltausbruch am US-Kapitol Anfang Januar gegipfelt sei.

Anhänger Trumps hatten am 6. Januar gewaltsam den Kongresssitz gestürmt. Dort war das Parlament zusammengekommen, um Bidens Wahlsieg zu zertifizieren. Bei den Krawallen kamen fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist. Trump hatte seine Anhänger kurz zuvor bei einer Kundgebung damit aufgewiegelt, dass ihm der Wahlsieg gestohlen worden sei. Die Demokraten im US-Kongress warfen Trump «Anstiftung zum Aufruhr» vor und setzten ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn in Gang - unter anderem, um ihn für künftige Ämter zu sperren. Am Wochenende wurde Trump in dem Verfahren vom Senat freigesprochen.


EU-Außenministertreffen: Lettland hofft auf klare Botschaft an Moskau

RIGA: Lettlands Außenminister Edgars Rinkevics erwartet von dem anstehenden Treffen der EU-Außenminister ein deutliches Signal in Richtung Moskau. «Ich hoffe wirklich, dass nach dieser Diskussion klare Botschaften und klare Entscheidungen vorliegen - beginnend mit Sanktionen bis hin zu weiteren Maßnahmen des diplomatischen Dienstes der EU», sagte er am Mittwoch nach einem Treffen mit seiner estnischen Kollegin Eva-Maria Liimets in Riga. Beide Minister betonten, die EU müsse außenpolitisch einheitlich und geschlossen gegenüber dem Kreml auftreten. «Wir sehen klare Versuche von Russland, die EU in ihrer Außenpolitik zu spalten», sagte Rinkevics.

Die EU-Außenminister wollen am 22. Februar in Brüssel über die angespannten Beziehungen zu Russland beraten. Diskutiert werden sollen auch weitere Sanktionen gegen Russland im Zusammenhang mit der Inhaftierung des Kremlkritikers Alexej Nawalny. Lettland und Estland sind für einen harten EU-Kurs gegen Moskau.

Nach Einschätzung von Estlands Geheimdienstes setzt Russland darauf, dass die Corona-Pandemie die Einheit des Westens und dessen Einfluss auf der globalen Bühne schwächt. Der Kreml versuche deshalb aktiv, die Pandemie für seine geopolitische Ziele auszunutzen, hieß es in dem am Mittwoch in Tallinn vorgestellten Jahresbericht des estnischen Auslandsnachrichtendiensts.


Bulgariens Chefankläger soll stärker kontrolliert werden

SOFIA: In Bulgarien soll zur besseren Kontrolle über den Chefankläger nun gegen ihn auch ermittelt werden können. Dies soll durch einen neu eingeführten Sonderstaatsanwalt erfolgen. Das Parlament in Sofia bestätigte am Mittwoch eine entsprechende Gesetzesnovelle mit den 103 Stimmen der Regierungsmehrheit. Damit wurde ein Veto von Staatschef Rumen Radew überwunden. Radew hatte argumentiert, dass die Novelle keine «gerechte und beständige Lösung» biete. Zudem würde die Einführung eines Sonderstaatsanwalts gegen grundlegende Verfassungsprinzipien verstoßen.

Oppositionelle Demonstranten hatten 2020 auf allabendlichen Protesten vergeblich den Rücktritt der Regierung von Ministerpräsident Boiko Borissow sowie des Generalstaatsanwalts Iwan Geschew gefordert. Sie warfen Borissow und Geschew vor, zugunsten von Oligarchen zu handeln. Zudem bemängelten sie, dass der Chefankläger praktisch keiner Kontrolle unterliege.

Der bulgarische Generalstaatsanwalt muss laut Verfassung dem Obersten Richterrat sowie dem Parlament jedes Jahr einen Rechenschaftsbericht vorlegen. Bulgarien steht unter anderem wegen Mängeln bei der Justiz seit dem EU-Beitritt 2007 noch immer unter Sonderaufsicht aus Brüssel.


Von Trump geehrter rechter Radiomoderator Rush Limbaugh gestorben

WASHINGTON: Der konservative amerikanische Radio-Moderator Rush Limbaugh ist tot. Er sei am Mittwoch im Alter von 70 Jahren an Lungenkrebs gestorben, teilte seine Familie mit. Witwe Kathryn Limbaugh verkündete die Todesnachricht in der Show des Moderators. Bereits im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass Limbaugh Lungenkrebs hat. Der 1951 im Bundesstaat Missouri geborene Limbaugh galt als einer der einflussreichsten rechtskonservativen Journalisten der USA. Jahrzehntelang hatte er mit seiner Radioshow, in der er auch sehr umstrittene Ansichten verbreitete, Millionen Zuhörer.

Der im November abgewählte US-Präsident Donald Trump hatte Limbaugh, der viermal verheiratet war und keine Kinder hatte, im vergangenen Jahr die Presidential Medal of Freedom verliehen. Sie gehört zu den höchsten zivilen Auszeichnungen des Landes.

Trump würdigte Limbaugh als «fantastischen Mann». Limbaugh habe ein unglaubliches Gespür für Politik gehabt und ihn von Anfang an unterstützt, sagte der Ex-Präsident dem Fernsehsender Fox News. «Er war einfach etwas ganz Besonderes», sagte Trump. «Er ist eine Legende.»


Nato-Generalsekretär zieht positive Bilanz von erster Reformdebatte

BRÜSSEL: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat sich zufrieden mit den ersten Spitzengesprächen zu seinem Reformprojekt «Nato 2030» gezeigt. «Wir haben eine positive und anregende Diskussion geführt», sagte er am Mittwochabend nach einer Videokonferenz mit den Verteidigungsministern der 30 Bündnisstaaten. Es sei ein «guter Start» der Beratungen gewesen.

Das Reforminitiative von Stoltenberg sieht vor, Maßnahmen zur Abschreckung und Verteidigung künftig zumindest teilweise aus der Nato-Gemeinschaftskasse zu finanzieren. Demnach müssten Bündnisstaaten nicht mehr alle Kosten selbst tragen, wenn sie sich zum Beispiel an der Stationierung von Truppen im Baltikum oder Luftüberwachungseinsätzen beteiligen.

Zudem will Stoltenberg unter anderem das derzeitige strategische Konzept der Nato überarbeiten und zusätzliche Konsultationen einführen, um die politische Koordinierung zu stärken. Es gehe darum, die transatlantische Allianz zukunftsfähig zu machen, sagte Stoltenberg.


Nato berät über Zukunft des Bündniseinsatzes in Afghanistan

BRÜSSEL: Die Verteidigungsminister der Nato-Staaten wollen an diesem Donnerstag (14.00 Uhr) über die Zukunft des Bündniseinsatzes in Afghanistan beraten. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat angekündigt, dass es dabei unter anderem darum gehen wird, wie man sich auf eine erhöhte Bedrohung der internationalen Truppen einstellt. Dass man derzeit noch nicht über den eigentlich für den 30. April geplanten Abzug der internationalen Kräfte aus Afghanistan reden könne, bedeute eine «veränderte Sicherheitssituation», sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch. Darauf müsse man sich vorbereiten.

Die Bundeswehr stellt derzeit rund 1100 Soldaten für den Nato-Einsatz «Resolute Support». Er soll die demokratisch gewählte Regierung in Afghanistan über die Ausbildung und Beratung ihrer Sicherheitskräfte unterstützen. Insgesamt sind rund 10.000 Soldaten aus Nato-Ländern und Partnerstaaten beteiligt.

Die Äußerungen von Kramp-Karrenbauer zeigen, dass Drohungen der militant-islamistischen Taliban ernst genommen werden. Diese hatten zuletzt einen «großen Krieg» für den Fall angekündigt, dass das sogenannte Doha-Abkommen nicht eingehalten wird. Die USA hatten den Taliban über diese Vereinbarung einen Abzug aller ausländischen Soldaten bis Ende April in Aussicht gestellt, um sie zu Friedensgesprächen und und einer Reduzierung der Gewalt in dem Land zu bewegen. Da es in diesen Bereichen aus Nato-Sicht keine ausreichenden Fortschritte gibt, soll vorerst aber nun keine Entscheidung zum Truppenabzug getroffen werden.

Weiteres Thema der Beratungen wird die geplante Ausweitung des Ausbildungseinsatzes im Irak sein. Geplant ist unter anderem, dass Nato-Streitkräfte künftig auch bisherige Aktivitäten der US-geführten globalen Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) übernehmen. Das könnte dazu führen, das die Zahl der eingesetzten Soldaten in den nächsten Jahren von aktuell rund 300 auf mehrere Tausend steigt steigt. Ein Kampfeinsatz wird jedoch weiter ausgeschlossen.


Italiens Premier Draghi will sich zweiter Vertrauensfrage stellen

ROM: Italiens Ministerpräsident Mario Draghi will am Donnerstag mit einem Vertrauensvotum in der Abgeordnetenkammer die letzte Hürde nach seiner Vereidigung nehmen. Ab 9.00 Uhr soll die Sitzung in der größeren der beiden Parlamentskammern starten, wie es in einer Mitteilung hieß. Nach der Debatte steht am Abend die Vertrauensabstimmung für Draghi und sein Kabinett auf dem Programm.

Beobachter gehen davon aus, dass der frühere Präsident der Europäischen Zentralbank mit einer festen Mehrheit rechnen kann. Am Mittwoch hatte er im Senat in einer programmatischen Rede über seine politische Agenda gesprochen. Ein wichtiger Punkt war der Plan für die Milliarden an Hilfsgeldern aus dem EU-Wiederaufbaufonds, den Italien in einigen Wochen in Brüssel vorlegen will. Außerdem legte der 73-Jährige eine schnellere Impfkampagne sowie Reformen in Wirtschaft und Verwaltung als wichtige Ziele fest. Auch im Senat hatte er sich einer Vertrauensfrage stellen müssen.

Am Samstag waren Draghi und seine Minister von Staatschef Sergio Mattarella vereidigt worden. Die Regierung ist seitdem im Amt. Laut Verfassung muss sich ein neues Kabinett innerhalb der darauf folgenden zehn Tage den Vertrauensvoten im Parlament gestellt haben.


Rumäniens Parlamentarier verzichten auf Rentenprivileg

BUKAREST: Rumäniens Parlamentarier haben ihr Privileg auf Sonder-Renten für Abgeordnete und Senatoren abgeschafft. Diese Bezüge nach Ende der Parlamentszugehörigkeit wurden aus der Staatskasse bezahlt und nicht auf der Basis von Beiträgen in die Rentenkasse. Diese Pensionen betrugen zwischen 2000 bis 12.000 Lei (2500 Euro) und damit ein Vielfaches der rumänischen Durchschnittsrente. Zuletzt hat dies den Staat 33,2 Millionen Lei (6,9 Mio Euro) im Jahr gekostet.

Die Entscheidung bei einer gemeinsamen Plenarsitzung von Senat und Abgeordnetenhaus fiel einstimmig. Die bürgerlichen Regierungsparteien unter der Führung von Ministerpräsident Florin Citu und die linke Opposition hatten sich darauf geeinigt. Allerdings blieb die Fraktion der Ungarn-Partei UDMR der Abstimmung aus Protest fern. Sie bemängelte, dass die Sonder-Renten für andere Begünstigte - unter anderen Militärs, Geheimdienstmitarbeiter, Gefängnisdirektoren, Richter und Staatsanwälte - nicht auch abgeschafft wurden.

Angesichts von Sparzwängen durch die angespannte Budgetlage wird derzeit in Rumänien lebhaft über finanzielle Privilegien debattiert, die Staatsbedienstete genießen. Im Fokus der Kritik stehen auch sehr hohe Zulagen auf Grundgehälter, die mit angeblich außergewöhnlichen Belastungen begründet werden. So bekommen Verfassungsrichter hohe Zuschläge wegen «neuropsychischer Belastung». Für alle, die mit einem Computer arbeiten, gibt es Zuschläge wegen «Strahlenbelastung». Leztere Regelung stammt aus den 1990er Jahren, als der Computer noch kein selbstverständliches Arbeitsgerät war.


Nawalny scherzt über Haftbedingungen: Ich lebe wie im Raumschiff

MOSKAU: In seiner gewohnt humorvollen Art hat der russische Kremlkritiker Alexej Nawalny seine Haft mit der Reise in einem Raumschiff verglichen. «Es ist ganz und gar wie in einem Kinofilm über den Weltraum: Mit mir kommuniziert die Kommandozentrale eines Raumschiffs», hieß es am Mittwoch auf seinem Instagram-Account. «Eine Stimme aus der Wand sagt: «Drei-null-zwei, machen Sie sich bereit für die Sanitäranlage.» Und ich antworte: «Aha, okay, in zehn Minuten. Ich trinke nur noch schnell den Tee aus.»»

«Ja, Weltraumausflüge sind auch gefährlich», hieß es weiter. Der Flug könne sich etwa «wegen eines Navigationsfehlers» in die Länge ziehen, schrieb Nawalny - offenbar eine Anspielung auf weitere Gerichtsverfahren, die dem 44-Jährigen in Russland noch drohen. Er war vor rund zwei Wochen in einem international heftig kritisierten Prozess zu mehreren Jahren Straflager verurteilt worden.

In brenzligen Situationen bekomme die Raumschiff-Crew in Filmen aber oft Hilfe von außen, erklärte Nawalny in seinem Instagram-Post. Er bedankte sich bei seinen Anhängern, die in den vergangenen Wochen mehrfach landesweit für seine Freilassung demonstriert hatten.

Der einzige große Unterschied zu einem Science-Fiction-Film sei: «Ich bin komplett unbewaffnet», schrieb Nawalny. «Und wenn Aliens das Raumschiff angreifen? Ich bezweifle, dass man sie mit einer Teekanne vertreiben kann.»


Banksy-Werk in Nottingham verkauft und aus Hauswand getrennt

NOTTINGHAM: In Nottingham ist ein Werk des Street-Art-Künstlers Banksy an einen Galeristen verkauft und aus einer Hauswand herausgetrennt worden. Das erst im Oktober vergangenen Jahres aufgetauchte Bild eines Mädchens, das einen Fahrradschlauch als Hula-Hoop-Reifen benutzt, ist einem BBC-Bericht zufolge am Mittwochmorgen von Spezialisten als Ziegelplatte aus der Wand eines Wohnhauses entfernt worden. Die Stelle wurde zunächst provisorisch abgedichtet und das Werk abtransportiert.

Galerist John Brandler sagte der BBC, er habe eine sechsstellige Summe für das Werk bezahlt und wolle dieses schützen und demnächst ausstellen. Unter einer Plastikabdeckung wie in Nottingham würde das Bild auf Dauer schimmeln und Schaden nehmen, so Brandler. Der Galerist hatte zuvor bereits ein anderes Banksy-Werk erworben und von seinem Ursprungsort an einer Garage entfernen lassen. Einem Bericht der lokalen Zeitung «The Nottingham Post» zufolge will der Hausbesitzer die Erlöse des Verkaufs spenden.

Unklar blieb zunächst die Haltung des Künstlers selbst. Banksy hatte sich jedoch in der Vergangenheit wiederholt gegen die Kommerzialisierung von Kunst und ihre Präsentation in Museen und Galerien ausgesprochen. Die Identität des wohl aus Bristol stammenden, weltweit aktiven Künstlers ist unbekannt.


Nato-Staaten diskutieren erstmals Reformvorschläge

BRÜSSEL: Deutschland und die anderen Nato-Staaten haben mit der Diskussion über Reformvorschläge von Generalsekretär Jens Stoltenberg begonnen. Bei einer Videoschalte tauschten sich am Mittwochnachmittag erstmals die Verteidigungsminister zu dem Projekt mit dem Namen «Nato 2030» aus. Es umfasst unter anderem den Vorschlag, Maßnahmen zur Abschreckung und Verteidigung künftig zumindest teilweise aus der Gemeinschaftskasse des Bündnisses zu finanzieren. Demnach müssten Bündnisstaaten nicht mehr alle Kosten selber tragen, wenn sie sich zum Beispiel an der Stationierung von Truppen im Baltikum oder Luftüberwachungseinsätzen beteiligen.

Über den Verlauf der Beratungen der Verteidigungsminister wurde zunächst nichts bekannt. Aus Bündniskreisen hatte es allerdings schon im Vorfeld geheißen, dass unter anderem Frankreich den Vorschlag zur Finanzierungsreform sehr kritisch sehe. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) ging in einer Stellungnahme zum Auftakt der Gespräche nur allgemein auf das Projekt «Nato 2030» ein. Sie sagte, Deutschland habe ein großes Interesse daran, die Prozesse zur zukünftigen Gestaltung der Nato in den nächsten Wochen und Monaten voranzutreiben.

Ziel von Stoltenberg ist es, beim nächsten Nato-Gipfel ein abgestimmtes Reformkonzept präsentieren zu können. Er soll im Laufe des Jahres stattfinden, einen konkreten Termin gibt es aber noch nicht.

Weitere Vorschläge von Stoltenberg sehen vor, klarere Ziele für die Fähigkeit der Mitgliedstaaten zur Gefahrenabwehr zu vereinbaren, um die Einhaltung von Mindeststandards zu gewährleisten. Zudem will er zusätzliche Konsultationen einführen, um die politische Koordinierung zu stärken. Auch das derzeitige strategische Konzept der Nato soll nach seiner Meinung überarbeitet werden.


Bescheinigung für Pendler von rund 2500 systemrelevanten Betrieben

MÜNCHEN: In rund 2500 systemrelevanten Betrieben in Bayern dürfen weiter Pendler aus Tirol und Tschechien arbeiten. Die Grenzgänger bekamen für ihre Einreise eine Bescheinigung ausgestellt. «Mit diesen Papieren kommen die Firmenmitarbeiter aus Tschechien und Tirol problemlos und schnell über die Grenze», versprach Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch in München.

Die Bescheinigung der Landratsämter und kreisfreien Städte müssen die Pendler aus Tirol und Österreich ab Freitag bei der Einreise vorlegen. Daraus geht hervor, dass sie bei einem systemrelevanten Arbeitgeber beschäftigt sind und von diesem zwingend für die Aufrechterhaltung des Betriebs benötigt werden. Die Papiere sollen die Kontrollen an den bayerischen Grenzen erleichtern.

Tschechien und weite Teile Tirols gelten als sogenannte Virusmutationsgebiete. Seit Sonntag dürfen von dort nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen.

Ausnahmen gibt es für Lastwagenfahrer und Grenzgänger mit systemrelevanten Berufen - dazu zählen etwa Beschäftigte in der Arzneimittel- und Medizinproduktion, Mitarbeiter von Berufsfeuerwehren und Sicherheitsdiensten oder Beschäftigte in öffentlichen Einrichtungen.


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Leute/Adel/Gesundheit/Krankheiten/Großbritannien/Monarchie/Vorschau/ (Aktualisierung: Zeit geändert) (Achtung - Planungshinweis) Zur Meldung «Prinz Philip «vorsorglich» im Krankenhaus» sendet dpa eine Zusammenfassung als Autorenbericht - ca. 45 Zl bis 1645.


IAEA-Chef reist im Konflikt mit dem Iran nach Teheran

WIEN/TEHERAN: In der Auseinandersetzung um die Überwachung des iranischen Atomprogramms bemüht sich die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) um eine Lösung in letzter Minute. IAEA-Chef Rafael Grossi werde am Samstag nach Teheran fliegen, teilte die IAEA am Mittwoch mit. Dort werde sich Grossi mit führenden Verantwortlichen der Islamischen Republik beraten, um einen beidseitig akzeptablen Weg zur Fortsetzung wesentlicher Verifikationsmaßnahmen zu finden.

Der Iran hat das Ende der Umsetzung der freiwilligen Transparenzmaßnahmen für nächsten Dienstag angekündigt. Auch will sich das Land nicht mehr an das sogenannte Zusatzprotokoll halten, das IAEA-Inspektoren kurzfristige Besuche erlaubt. Die Atomvereinbarung von 2015 soll den Iran am Bau einer Atombombe hindern. Zugleich wurde eine wirtschaftliche Zusammenarbeit in Aussicht gestellt, die nach dem Ausstieg der USA 2018 nie eintrat.


Bundeswehr soll sich auf neue Lage in Afghanistan vorbereiten

BRÜSSEL: Die Bundeswehr muss sich nach Angaben von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer auf eine erhöhte Bedrohung der in Afghanistan stationierten Soldaten einstellen. Dass man derzeit noch nicht über den eigentlich für den 30. April geplanten Abzug der internationalen Kräfte aus Afghanistan reden könne, bedeute eine «veränderte Sicherheitssituation», sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch zum Auftakt von zweitägigen Beratungen mit Nato-Kollegen. «Darauf müssen wir uns vorbereiten.»

Die Bundeswehr stellt derzeit rund 1100 Soldaten für den Nato-Einsatz «Resolute Support». Er soll die demokratisch gewählte Regierung in Afghanistan über die Ausbildung und Beratung ihrer Sicherheitskräfte unterstützen. Insgesamt sind rund 10.000 Soldaten aus Nato-Ländern und Partnerstaaten beteiligt.

Die Äußerungen von Kramp-Karrenbauer zeigen, dass Drohungen der militant-islamistischen Taliban ernst genommen werden. Diese hatten zuletzt einen «großen Krieg» für den Fall angekündigt, dass das sogenannte Doha-Abkommen nicht eingehalten wird. Die USA hatten den Taliban über diese Vereinbarung einen Abzug aller ausländischen Soldaten bis Ende April in Aussicht gestellt, um sie zu Friedensgesprächen und und einer Reduzierung der Gewalt in dem Land zu bewegen. Da es in diesen Bereichen aus Nato-Sicht keine ausreichenden Fortschritte gibt, soll vorerst aber nun keine Entscheidung zum Truppenabzug getroffen werden.


UN-Chef Guterres ruft G20 zu globalem Impfplan auf

NEW YORK: UN-Generalsekretär António Guterres hat die führenden Industrienationen der Welt zur Durchsetzung eines weltweiten Impfplans aufgefordert. «Ich glaube, die G20 sind gut aufgestellt, um eine Notfall-Taskforce einzurichten, die einen solchen globalen Impfplan erstellt und dessen Umsetzung und Finanzierung koordiniert», sagte Guterres am Mittwoch im UN-Sicherheitsrat in New York bei hochrangigen Beratungen zur Bekämpfung von Covid-19. An einer solchen Taskforce müssten alle Länder teilnehmen, die Kapazitäten zur Entwicklung oder Herstellung von Impfstoffen haben. Ein erster Impuls für ein solches Projekt müsse vom G7-Treffen am Freitag ausgehen.

Guterres betonte dabei, dass eine weltweite Impfstrategie im Eigeninteresse der Industrienationen liege. «Wenn sich das Virus wie ein Lauffeuer im globalen Süden ausbreiten darf, mutiert es immer wieder. Neue Varianten könnten übertragbarer und tödlicher werden und möglicherweise die Wirksamkeit aktueller Impfstoffe und Diagnostika gefährden», so Guterres. Bislang haben dem Chef der Vereinten Nationen zufolge zehn Länder 75 Prozent aller Impfstoffdosen verabreicht - 130 Nationen hätten dagegen noch gar keins der begehrten Mittel erhalten.

Die von Großbritannien organisierte Sitzung im Sicherheitsrat zielte darauf ab, die Verteilung von Impfstoffen in Konfliktgebieten voranzutreiben. Dafür bringt das Vereinte Königreich einen Resolutionsentwurf in den Sicherheitsrat ein. Mit ihm soll die Impfung von etwa 160 Millionen Menschen, die aufgrund von Konflikten und politischer Instabilität gefährdet sind, gewährleistet werden.


16-jähriger Demonstrant verlässt nach drei Wochen Tunnel in London

LONDON: Nach mehr als drei Wochen hat ein 16 Jahre alter Demonstrant einen Tunnel in einem Londoner Park verlassen. Der Teenager hatte dort als jüngster Teilnehmer gegen den Bau der Hochgeschwindigkeitstrasse High Speed 2 (HS2) protestiert. Sein Vater bleibt weiter unter der Erde, wie das Aktionsbündnis HS2 Rebellion am Mittwoch mitteilte. Eine Sprecherin des Bauprojekts sagte der Nachrichtenagentur PA zufolge, der Jugendliche sei von einem Krankenwagen weggebracht worden.

Die Schnelltrasse soll die wirtschaftlich abgehängten Regionen in den Midlands und dem Norden Englands besser mit der Hauptstadt verbinden. Sie gilt als eines der größten Infrastrukturprojekt Europas.

«Ich freue mich darauf, meine Mutter zu sehen», wurde der Teenager von HS2 Rebellion zitiert. Er habe aufgegeben, damit die verbleibenden Demonstranten länger Verpflegung haben, um durchzuhalten. «Ich habe es geliebt, Tunnel zu graben und unter der Erde zu sein und ich werde den Protest fortsetzen. HS2 muss gestoppt zu werden.» Ende Januar war in dem Park nahe des Londoner Bahnhofs Euston ein rund 30 Meter langes Tunnelsystem entdeckt worden, in dem sich mehrere Aktivisten verbarrikadiert hatten.


Neuer UN-Vermittler besucht Libyen - Dbaiba soll Kabinett bilden

TRIPOLIS: Der neue UN-Sonderbeauftragte für Libyen, Ján Kubi?, ist zu einem ersten Besuch in das nordafrikanische Bürgerkriegsland gereist. Der ehemalige slowakische Außenminister sprach unter anderem mit Innenminister Fathi Baschagha darüber, wie der Fahrplan für die im Dezember geplante Wahl umgesetzt werden kann, wie die Vereinten Nationen mitteilten. Thema war auch die Sicherheitslage und die Umsetzung der Waffenruhe, die unter anderem den Abzug aller ausländischen Kämpfer in Libyen vorsieht.

Nach der Wahl einer Übergangsregierung beraten Abgeordnete des gespaltenen Parlaments seit Sonntag über die Absegnung der neuen Führung. Sie besteht aus dem designierten Ministerpräsidenten Abdul Hamid Dbaiba sowie einem dreiköpfigen Präsidium, an dessen Spitze Mohammed Minfi steht. Dabaiba hat bis 26. Februar Zeit, ein Kabinett zu bilden, das er dann vom Parlament absegnen lassen muss. Dessen Rückhalt ist entscheidend beim Versuch, das in zahlreiche Lager zerstrittene Land schrittweise wieder zu einen. Ob genügend Abgeordnete zustimmen werden, ist unklar.

In Libyen war nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi 2011 ein Bürgerkrieg ausgebrochen. Am 15. Februar 2011 kam es in Bengasi zu ersten Zusammenstößen zwischen Aufständischen, Polizei und Gaddafis Anhängern. Blutige Kämpfe folgten. Seitdem konkurrieren verfeindete Milizen, bewaffnete Gruppen sowie politische und regionale Lager um die Macht in dem ölreichen Land.

Ein Jahrzehnt nach Beginn der Aufstände kritisierte Amnesty International die Straffreiheit von Kriegsverbrechern. Statt Milizen für Mord, Folter und Entführungen zu bestrafen, seien deren Anführer in staatliche Institutionen eingebunden worden. «Ein Jahrzehnt lang wurden Rechenschaftspflicht und Gerechtigkeit in Libyen im Namen von Frieden und Stabilität geopfert. Beides wurde nicht erreicht», so die Menschenrechtsorganisation. Die Verantwortlichen müssten vor Gericht.


Europäer und USA beraten über weiteres Vorgehen im Iran-Atomstreit

PARIS/BERLIN: Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen gemeinsam mit den USA das weitere Vorgehen im Atomstreit mit dem Iran besprechen. Außenminister Heiko Maas will dazu am Donnerstag nach Paris reisen, wo er sich mit seinen französischen und britischen Amtskollegen Jean-Yves Le Drian und Dominic Raab treffen wird. Per Video soll auch US-Außenminister Antony Blinken zu den Beratungen der der sogenannte E3-Gruppe zugeschaltet werden.

Der Atomstreit hatte sich zuletzt noch einmal deutlich zugespitzt. Der Iran hat die neue US-Regierung aufgefordert, die harten Wirtschafts- und Handelssanktionen gegen das Land aufzuheben. Andernfalls will die Führung in Teheran den Zugang der Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde zu den Atomanlagen im Land einschränken. Unter Führung des damaligen US-Präsidenten Donald Trump waren die USA im Mai 2018 aus dem internationalen Atomvertrag ausgetreten.


Weitere 26 Flüchtlingsfamilien aus Griechenland angekommen

BERLIN/HANNOVER: Deutschland hat erneut 26 Flüchtlingsfamilien aus Griechenland aufgenommen. Das Flugzeug aus Athen landete am Mittwoch in Hannover, wie das Bundesinnenministerium in Berlin mitteilte. Bei den 116 Neuankömmlingen handelt es sich den Angaben zufolge um 53 Erwachsene und 63 Minderjährige. Sie werden auf neun Bundesländer verteilt: Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen. Bei der Verteilung würden auch familiäre Bindungen berücksichtigt, hieß es.

Damit seien seit März vergangenen Jahres insgesamt 1677 Menschen aus Griechenland hierzulande aufgenommen worden. Die Bundesregierung hatte zugesagt, rund 2750 Migranten und anerkannte Flüchtlinge aus Griechenland nach Deutschland zu bringen. Dabei handelt es sich um 243 kranke Kinder mit engen Familienangehörigen und 1553 Familienangehörige von den Inseln, deren Schutzberechtigung bereits von den griechischen Behörden festgestellt worden war. Nach dem Brand in einem Flüchtlingslager auf der Insel Lesbos hatte Deutschland zudem 150 unbegleitete Minderjährige aufgenommen. Vor der Einreise nach Deutschland müssen alle Flüchtlinge negativ auf das Coronavirus getestet werden.


Kokain für fast 100 Millionen Euro im Hafen von Rotterdam entdeckt

ROTTERDAM: Niederländische Zollfahnder haben im Hafen von Rotterdam mehr als 1300 Kilogramm Kokain entdeckt.

Die Drogen waren zwischen einer Ladung Kaffeebohnen versteckt, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte. Der Verkaufswert wurde mit knapp 100 Millionen Euro beziffert. Der Container kam den Angaben zufolge aus Brasilien und war für ein Unternehmen in den Niederlanden bestimmt. Dieses habe aber vermutlich nichts mit dem Drogenschmuggel zu tun, erklärte die Staatsanwaltschaft. Der Hafen von Rotterdam ist einer der größten Einfuhrhäfen von Kokain in Europa. 2019 waren dort rund 34.000 Kilogramm gefunden worden.


Erbgutanalyse: Neandertaler-Erbe beeinflusst Covid-19-Verlauf

LEIPZIG: Das genetische Erbe der längst ausgestorbenen Neandertaler kann Menschen heute einer Studie zufolge vor einem schwerem Covid-19-Verlauf schützen: Die Neandertaler haben im menschlichen Genom Genvarianten hinterlassen, die das Risiko, bei einer Sars-CoV-2-Infektion schwer zu erkranken, wohl um gut 20 Prozent reduzieren. Das zumindest berichten Hugo Zeberg und Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig im Fachmagazin «Proceedings of the National Academy of Sciences» («PNAS»).

In einer früheren Arbeit hatten die Wissenschaftler allerdings herausgefunden, dass andere Neandertaler-Genvarianten das Risiko, im Verlauf einer Infektion künstlich beatmet werden zu müssen oder zu sterben, deutlich erhöhen. «Das zeigt, dass unser Neandertaler-Erbe ein zweischneidiges Schwert ist. Es hat uns Varianten beschert, für die wir den Neandertalern gleichermaßen danken und sie verfluchen können», erläuterte Zeberg.

Vor etwa 40.000 Jahren starben die Neandertaler aus - allerdings verschwanden sie nicht völlig. Da sie in den letzten Jahrtausenden ihrer Existenz auch Kinder mit modernen Menschen gezeugt hatten, sind Spuren ihres Erbguts bis heute in unserem Genom nachweisbar. Die nun entdeckte schützende Neandertaler-Genvariante liegt in einem Bereich auf Chromosom 12. Die Gene dort bilden Enzyme, die am Abbau von Virus-Erbgut beteiligt sind - und die Neandertaler-Variante scheint dabei besonders effektiv zu sein.

Die Forscher zeigten weiter, dass die schützende Variante sich seit der letzten Eiszeit immer weiter durchgesetzt hat und sie heute bei etwa der Hälfte aller Menschen außerhalb Afrikas im Genom zu finden ist. «Es ist auffällig, dass diese Neandertaler-Variante sich in vielen Teilen der Welt durchgesetzt hat. Sie war möglicherweise nicht nur in der aktuellen Pandemie nützlich, sondern auch bereits in der Vergangenheit», so Pääbo.


Ausstellung zu rassistischer Gewalt und Trauer in New York

NEW YORK: Eine noch vom 2019 gestorbenen Kurator Okwui Enwezor konzipierte Ausstellung zu rassistischer Gewalt, Trauer und Gedenken zeigt das New Yorker New Museum seit Mittwoch. Der in Nigeria geborene Enwezor war von 2011 bis 2018 Direktor des Hauses der Kunst in München. 2019 war er im Alter von nur 55 Jahren an Krebs gestorben.

«Grief and Grievance: Art and Mourning in America» (auf Deutsch etwa: Kummer und Unzufriedenheit: Kunst und Trauern in Amerika) soll bis zum 6. Juni zu sehen sein. Die Ausstellung zeigt Werke von rund drei Dutzend Künstlern, die sich in den vergangenen Jahrzehnten bis heute mit rassistischer Gewalt, Trauer und Gedenken beschäftigt haben oder beschäftigen. Darunter sind beispielsweise Kara Walker, Jean-Michel Basquiat, Simone Leigh, Kerry James Marshall und die 1985 in Hamburg geborene Julia Phillips.


Weniger Kontrollen bei Atom-Deal - Experte befürchtet Eigendynamik

WIEN: Das angekündigte Ende vieler Kontrollmöglichkeiten des iranischen Atomprogramms könnte nach Ansicht von Experten eine gefährliche Eigendynamik auslösen. Der drohende deutliche Verlust an Transparenz und Verifikation beschädige eine der Grundlagen des Atomabkommens mit Teheran, sagte Oliver Meier vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg. «Es können wieder Verdachtsfälle geheimer Aktivitäten aufkommen, die das politische Klima noch mehr vergiften.» Das Motiv für die Schritte des Islamischen Republik sieht er in der Innenpolitik. «Die Regierung steht unter immensem Druck.»

Der Iran hat laut Internationaler Atomenergiebehörde (IAEA) das Ende der Umsetzung der freiwilligen Transparenzmaßnahmen für nächsten Dienstag angekündigt. Auch werde sich das Land nicht mehr an das sogenannte Zusatzprotokoll halten werde, das IAEA-Inspektoren kurzfristige Besuche erlaubt. Die Atomvereinbarung von 2015 soll den Iran am Bau einer Atombombe hindern. Zugleich wurde eine wirtschaftliche Zusammenarbeit in Aussicht gestellt, die nach dem Ausstieg der USA 2018 nie eintrat.

«Die USA waren diejenigen, die das Abkommen zuerst verletzt haben», sagte Meier. Insofern wäre es begründbar, wenn sie auch den ersten Schritt zurück machten. Es herrsche im Prinzip Einigkeit zwischen allen verbliebenen Partnern des Deals - dazu zählt auch Deutschland - sowie zwischen den USA und Iran, dass eine US-Rückkehr die Voraussetzung für alle weiteren Schritte wäre. Teheran hat die erneute Einhaltung der Auflagen für diesen Fall angekündigt. Die Zeit für die Rettung des Abkommens dränge angesichts der Wahlen im Iran im Sommer, sagte Meier.


Prozess gegen «Hotel Ruanda»-Held Rusesabagina begonnen

KIGALI: Das Verfahren gegen den Helden des Films «Hotel Ruanda», Paul Rusesabagina, hat begonnen. Der ehemalige Hotelmanager muss sich seit Mittwoch in seinem ostafrikanischen Heimatland unter anderem wegen Terrorismus verantworten. Sein Anwalt Gatera Gashabana sagte, wegen seiner belgischen Staatsbürgerschaft sollte der 66-Jährige nach Belgien ausgeliefert werden und dort «einen fairen Prozess» bekommen. «Ich bin kein ruandischer Staatsbürger, ich bin belgischer Staatsbürger», sagte Rusesabagina. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, dass er beide Staatsangehörigkeiten habe und somit von beiden Staaten angeklagt werden könne.

Rusesabagina leitet im Exil die oppositionelle Ruandische Bewegung für Demokratischen Wandel (MRCD) und sagte bereits vor Gericht, dass er den bewaffneten Flügel, die Nationale Befreiungsfront (FLN), mitgegründet habe. Dieser hat tödliche Angriffe in Ruanda für sich beansprucht. Es besteht aber die Befürchtung, dass er dort kein faires Verfahren erhalten wird. Rusesabagina wurde nach eigenen Angaben in Dubai von ruandischen Behörden entführt, um vor Gericht gestellt werden zu können. Auch Human Rights Watch spricht von «erzwungenem Verschwinden».

Rusesabagina wurde durch den Hollywood-Film «Hotel Ruanda» bekannt. Darin wird erzählt, wie der Hotelmanager, gespielt von Don Cheadle, während des Völkermords in Ruanda 1994 etwa 1200 Menschen das Leben rettete. Damals wurden mehr als 800.000 Angehörige der Bevölkerungsgruppen Tutsi und Hutu getötet. Später wurde Rusesabagina zu einem Kritiker des ruandischen Präsidenten Paul Kagame und ging ins Exil. Unterstützer Rusesabaginas werfen der Regierung vor, ihn nun zum Schweigen bringen zu wollen.

Kagame war maßgeblich am Ende des Genozids beteiligt und ist seitdem an der Macht. Seit 2000 ist er Präsident. Er hat für Stabilität, wirtschaftlichen Aufschwung und Innovation gesorgt und das 12,6-Millionen-Einwohner-Land zu einem von Afrikas Vorzeigestaaten gemacht. Allerdings hat er Meinungs- und Pressefreheit derart unterdrückt, dass politische Opposition und Kritik an der Regierung kaum möglich sind.


Erneut zahlreiche Schulkinder in Nigeria entführt

LAGOS: Im westafrikanischen Staat Nigeria haben Bewaffnete am Mittwoch erneut zahlreiche Schüler verschleppt. Nach inoffiziellen Angaben aus Regierungskreisen wurden 29 Schüler gemeinsam mit drei Lehrern und zwölf Familienmitgliedern entführt. Ein Schüler sei dabei ums Leben gekommen. Präsident Muhammadu Buhari ordnete die Entsendung von Militär- und Polizeieinheiten an, wie sein Sprecher mitteilte. Anwohner berichteten über Soldaten, die mit mehreren Transportern vor Ort eintrafen.

Der Überfall ereignete sich demnach am frühen Morgen im zentralen Bundesstaat Niger. Uniformierte Angreifer mit Sturmgewehren drangen in das Gebäude des Wissenschaftskollegs der staatlichen Schule in der Stadt Kagara ein. Bei den verschleppten Schülern handelt es sich um Heranwachsende im Teenager-Alter. Die Hintergründe waren zunächst unklar.

Vor knapp zwei Monaten hatte die islamistische Terrorgruppe Boko Haram im nördlich gelegenen nigerianischen Bundesstaat Katsina mehrere hundert Schulkinder entführt, sie eine Woche später aber wieder freigelassen. Unklar blieb, ob Lösegeld gezahlt wurde.

Boko Haram, aber auch Splittergruppen terrorisieren seit Jahren die Bevölkerung im Norden des Landes. 2014 hatten sie aus einer Schule in Chibok 276 Mädchen entführt. Die Tat hatte international für Entsetzen gesorgt und eine von vielen Prominenten unterstützte Solidaritätskampagne ausgelöst. Trotz verschiedener Freilassungsaktionen werden immer noch immer viele der Mädchen vermisst.


Scholz verspricht zupackende Politik: Will Kanzler werden

VILSHOFEN: Der deutsche SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat seinen klaren Anspruch auf die Führung der nächsten deutschen Regierung angemeldet und den Wählern eine zupackende Politik versprochen.

«Wir wollen die nächste Regierung führen. Ich will Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland werden», sagte der Vizekanzler in seiner Rede zum politischen Aschermittwoch im bayerischen Vilshofen. Zugleich versprach er: «Wir werden dafür sorgen, dass Deutschland ein Land mit Zukunft ist.»

Gerade in der jetzigen Situation brauche das Land eine «Partei mit Plan» und Leute, die wüsste, was sie wollten, betonte Scholz. Zukunftsvisionen müsse man auch anpacken, etwa beim Klimaschutz und dem dringend nötigen Ausbau der Stromnetze. «Da muss mehr Tempo in die Sache rein», forderte Scholz. In vielen Punkten müsse die Politik wegkommen vom Reden zum Handeln.

Die Bundestagswahl findet am 26. September statt. In jüngsten Umfragen liegt die SPD bei 16 Prozent, die CDU/CSU von Kanzlerin Angela Merkel bei 35 Prozent. Merkel will nicht mehr antreten. Über den gemeinsamen Kanzlerkandidaten entscheiden die Unionsparteien wohl erst nach Ostern, Favorit ist CDU-Chef Armin Laschet.


Neue Regierung : Erstmals Mehrheit für Separatisten

NOUMÉA: Viereinhalb Monate nach einem Referendum über die Zukunft des französischen Überseegebiets Neukaledonien haben die Unabhängigkeitsbefürworter erstmals eine Mehrheit in der Regierung. Nach dem Aus der vorherigen Regierung vor zwei Wochen wurde in dem Archipel im Südpazifik am Mittwoch ein neues Kabinett gewählt. Sechs der elf Mitglieder gehörten nun separatistischen Parteien an, berichtete der TV-Sender La Première Nouvelle Calédonie. Die Kräfteverhältnisse haben sich damit umgedreht.

Die Regierung in Nouméa war zuletzt in eine schwere Krise geraten. Fünf Anhänger der Unabhängigkeit hatten die Regierung Anfang Februar verlassen. Damit sprengten sie die seit eineinhalb Jahren amtierende Mehrparteienregierung von Präsident Thierry Santa. Einer der Gründe für die Krise war Medienberichten zufolge der schon seit längerem umstrittene Verkauf einer Nickelfabrik. Die Inselgruppe ist reich an Bodenschätzen und hat riesige Nickelvorkommen.

Wer der neue Präsident wird, war noch unklar. Keiner der Kandidaten habe am Mittwoch eine Mehrheit bekommen, so La Première Nouvelle Calédonie unter Berufung auf eine Pressemitteilung. Die Wahl werde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Neukaledonien steht unter der Territorialhoheit Frankreichs, dessen Hauptstadt Paris 18.000 Kilometer entfernt ist. Bei einem Referendum im Oktober hatte sich die Mehrheit der Bewohner bereits zum zweiten Mal gegen die Unabhängigkeit der Inselgruppe östlich von Australien entschieden. Es könnte aber erneut abgestimmt werden: Ein 1998 unterzeichnetes Abkommen sieht bis zu drei Referenden bis 2022 vor.


Grenzkontrollen: Berufspendler brauchen Bescheinigung erst ab Freitag

BERLIN: Berufspendler dürfen noch bis Donnerstagnacht ohne eine spezielle Bescheinigung ihres Arbeitgebers in Sachsen und Bayern die deutsche Grenze passieren. Bis Donnerstag 24.00 Uhr sei die Vorlage des Arbeitsvertrages an der Grenze ausreichend, hieß es am Mittwoch aus dem Bundesinnenministerium. Die Frist, die ursprünglich in der Nacht zum Mittwoch hätte auslaufen sollen, sei auf Bitte der sächsischen Landesregierung um zwei Tage verlängert worden. Ab Freitag müssen berufliche Pendler dann eine Bestätigung vorlegen, aus der hervorgeht, dass sie bei einem systemrelevanten Arbeitgeber beschäftigt sind und von diesem zwingend für die Aufrechterhaltung des Betriebs benötigt werden.

Hintergrund der Verlängerung ist dem Vernehmen nach, dass man den Arbeitgebern nach der erst jetzt erfolgten amtlichen Veröffentlichung der geänderten sächsischen Quarantäneverordnung Zeit geben musste, um sich auf die neuen Regelungen vorzubereiten. Um Verwirrung und eine Ungleichbehandlungen an den Grenzübergängen in Sachsen und Bayern zu verhindern, wurde die Frist dann auch für den bayerischen Grenzabschnitt verlängert.

Tschechien und der größte Teil Tirols (Österreich) gelten seit Sonntag als Gebiete, in denen sich mutierte Varianten des Coronavirus bereits stark verbreitet haben. Von hier dürfen - von einigen Ausnahmen abgesehen - fast nur noch Deutsche und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland einreisen. Innenminister Horst Seehofer (CSU) ordnete in Absprache mit Bayern und Sachsen stationäre Kontrollen an diesen Grenzabschnitten an. Für Berufspendler aus bestimmten Branchen gibt es Ausnahmen.


Maria Eichhorn bespielt Deutschen Pavillon in Venedig

KÖLN: Die Künstlerin Maria Eichhorn wird 2022 im Deutschen Pavillon auf der 59. Biennale in Venedig ausstellen. Das teilte der Kurator des Pavillons, Yilmaz Dziewior, am Mittwoch in Köln mit. Die 1962 in Bamberg geborene und in Berlin lebende Eichhorn sei eine international viel beachtete Künstlerin, hieß es. Unter anderem sei sie für ihren feinsinnigen Humor bekannt.

«Maria Eichhorn ist genau die Künstlerin, die ich schon immer im Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig sehen wollte», teilte Dziewior mit, der Direktor des Kölner Museums Ludwig ist. «Denn meiner Meinung nach gibt es nur wenige künstlerische Positionen, die sich ähnlich vielfältig und intensiv mit der deutschen Geschichte und deren Auswirkungen auf die Gegenwart beschäftigen wie Maria Eichhorn.»


Berufungsgericht im Brustimplantate-Skandal: TÜV trägt Verantwortung

AIX-EN-PROVENCE: Im Skandal um minderwertige Brustimplantate des französischen Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) hat ein Berufungsgericht die Verantwortung des TÜV Rheinland festgestellt. Das Berufungsgericht in Aix-en-Provence ist der Auffassung, dass die Firma bei der Zertifizierung der PIP-Produktion ihre Pflichten verletzt habe, hieß es in einer Mitteilung am Donnerstag. Damit bestätigt das Gericht in Teilen eine Millionenstrafe.

Allerdings erklärte das Gericht 6205 Klagen für unzulässig, da anhand der eingereichten Unterlagen nicht sichergestellt werden könne, dass die Klägerinnen das vom TÜV zertifizierte Prothesenmodell trugen. Weiteren 13.456 Klägerinnen sprach das Gericht 3000 Euro Schadenersatz zu.

Damit bestätigte das Berufungsgericht in weiten Teilen Entscheidungen des Handelsgerichts von Toulon aus dem Jahr 2017. Das Gericht hatte damals den TÜV Rheinland zur Zahlung von etwa 60 Millionen Euro Schadenersatz an rund 20.000 Klägerinnen verurteilt. Der TÜV Rheinland musste den Frauen damals bereits vorläufig den Schadenersatz zahlen.


«Papa hat keinen Fernseher»: Partygast will Corona-Strafe entgehen

MANCHESTER: Mit einer skurrilen Ausrede hat ein Gast einer illegalen Party in Manchester versucht, einer Geldstrafe wegen Verstoßes gegen die Corona-Regeln zu entgehen.

Er habe nicht gewusst, dass in Großbritannien ein Lockdown mit weitreichenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen gelte, beteuerte der junge Mann, als Polizisten die Feier auflösten. Auf einem Video des Polizeieinsatzes ist zu hören, wie er einem Beamten sagt: «Bei meinem Vater zu Hause gibt es keinen Fernseher.» Insgesamt nahmen etwa 40 Menschen an der Party in einer Hochhauswohnung teil. Auf sie kommen nun Geldbußen zu, dem Organisator drohen bis zu 10.000 Pfund (11.500 Euro) Strafe.


WHO: Weltweit immer weniger gemeldete Corona-Infektionen

GENF: Die Zahl der neu gemeldeten Corona-Infektionen geht weltweit weiter zurück. In der vergangenen Woche (bis 14. Februar) waren es noch 2,7 Millionen Neuinfektionen, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf berichtete. Das war ein Rückgang um 16 Prozent zur Vorwoche. Anfang Januar wurden der WHO noch mehr als fünf Millionen neue Infektionen pro Woche gemeldet.

Die WHO geht davon aus, dass die Entwicklung auf die strikten Maßnahmen in vielen Ländern zurückzuführen ist, wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus vergangene Woche sagte. Er verband dies mit einer Warnung: «Jetzt ist für kein Land der richtige Zeitpunkt, um Maßnahmen zu lockern, ebenso nicht für einzelne Menschen, in ihrer Wachsamkeit nachzulassen», sagte er vergangenen Freitag.

Auch die Zahl der gemeldeten Todesfälle geht weiter zurück: Vergangene Woche waren es weltweit noch 81.000, zehn Prozent weniger als in der Woche davor. Mitte Januar waren der WHO noch fast 100.000 neue Todesfälle pro Woche gemeldet worden. Seit Beginn der Pandemie Anfang 2020 wurden der WHO bis zum 16. Februar dieses Jahres 108,8 Millionen Sars-CoV-2-Infektionen und 2,4 Millionen Todesfälle gemeldet. Vielfach wird eine hohe Dunkelziffer nicht erfasster Fälle angenommen.


Zitate: Ruhani und Chamenei zur Zusammenarbeit mit der IAEA

«Wir sind weiterhin Mitglied der IAEA, werden uns auch weiterhin an den Atomwaffensperrvertrag halten und in diesem Rahmen auch weiterhin mit der IAEA kooperieren. (...) Wie schon mehrmals gesagt, werden wir voll und ganz zu unseren Verpflichtungen zurückkehren, sobald das auch die anderen tun.»

(Der iranische Präsident Hassan Ruhani am Mittwoch zur Zusammenarbeit mit der UN-Atomenergiebehörde IAEA)

«Bis jetzt gab es nur leere Versprechen, mit denen wir nichts anfangen können. (...) Jetzt wollen wir nur noch Taten sehen.»

(Der iranische oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei am Mittwoch zum selben Thema)


Wegen Corona: Mehr Schädlinge in Museen und historischen Gebäuden

BLICKLING: Schädlinge haben in Großbritannien von der Corona-Pandemie profitiert und sind in einigen Museen und historischen Gebäuden zur Plage geworden. Ihre Zahl habe 2020 um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen, ergab eine Analyse der Denkmalschutzorganisation National Trust. «Es besteht kein Zweifel, dass der Lockdown den Insekten gut getan hat», sagte Konservatorin Hilary Jarvis der Nachrichtenagentur PA zufolge. «Die relative Ruhe, Dunkelheit und fehlende Störungen durch Besucher und Mitarbeiter haben seit März perfekte Bedingungen für Larven und erwachsene Tiere gleichermaßen geboten.» Auch Schimmelpilze seien vermehrt aufgetreten.

Im Kampf gegen Kleidermotten (Tineola bisselliella) testet die Organisation nun ein zweiseitiges Vorgehen. Zum einen wird eine winzige Wespe - Trichogramma evanescens - eingesetzt. Das nur 0,5 Millimeter kleine Insekt ist der Erzfeind der Kleidermotte, es legt seine Eier in deren Nester und stirbt dann. Außerdem werden Pheromone, ein Botenstoff, versprüht. Das soll männliche Kleidermotten verwirren und die Paarung verhindern. «Wir hoffen sehr, dass dieser wegweisende Ansatz eine praktische und nachhaltige Methode bietet, mit der in all unseren Objekten gegen schweren Befall vorgegangen werden kann», sagte Konservatorin Jarvis.

Zunächst laufen Tests mit der Doppelmethode im ostenglischen Herrenhaus Blickling Hall. Dort sind Kleidermotten zu einer Plage geworden. Gefährdet ist dort unter anderem eine Tapisserie, die den Sieg des russischen Herrschers Peter des Großen über die Schweden zeigt und dem damaligen Besitzer des Anwesens von Zarin Katharina der Großen geschenkt wurde.


Wegen Corona: Mehr Schädlinge in Museen und historischen Gebäuden

BLICKLING: Schädlinge haben in Großbritannien von der Corona-Pandemie profitiert und sind in einigen Museen und historischen Gebäuden zur Plage geworden. Ihre Zahl habe 2020 um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen, ergab eine Analyse der Denkmalschutzorganisation National Trust. «Es besteht kein Zweifel, dass der Lockdown den Insekten gut getan hat», sagte Konservatorin Hilary Jarvis der Nachrichtenagentur PA zufolge. «Die relative Ruhe, Dunkelheit und fehlende Störungen durch Besucher und Mitarbeiter haben seit März perfekte Bedingungen für Larven und erwachsene Tiere gleichermaßen geboten.» Auch Schimmelpilze seien vermehrt aufgetreten.

Im Kampf gegen Kleidermotten (Tineola bisselliella) testet die Organisation nun ein zweiseitiges Vorgehen. Zum einen wird eine winzige Wespe - Trichogramma evanescens - eingesetzt. Das nur 0,5 Millimeter kleine Insekt ist der Erzfeind der Kleidermotte, es legt seine Eier in deren Nester und stirbt dann. Außerdem werden Pheromone, ein Botenstoff, versprüht. Das soll männliche Kleidermotten verwirren und die Paarung verhindern. «Wir hoffen sehr, dass dieser wegweisende Ansatz eine praktische und nachhaltige Methode bietet, mit der in all unseren Objekten gegen schweren Befall vorgegangen werden kann», sagte Konservatorin Jarvis.

Zunächst laufen Tests mit der Doppelmethode im ostenglischen Herrenhaus Blickling Hall. Dort sind Kleidermotten zu einer Plage geworden. Gefährdet ist dort unter anderem eine Tapisserie, die den Sieg des russischen Herrschers Peter des Großen über die Schweden zeigt und dem damaligen Besitzer des Anwesens von Zarin Katharina der Großen geschenkt wurde.


Nach Ausbruch des Ätnas: Flughafen von Catania nimmt Arbeit auf

ROM: Der Flughafen der Stadt Catania hat nach einer Unterbrechung wegen des Ausbruchs des Vulkans Ätna die Arbeit wieder aufgenommen. Das war am Mittwoch auf der Internetseite des internationalen Airports auf der süditalienischen Insel Sizilien zu lesen. Zuvor hatte der Flughafen die Öffnung für 9 Uhr auf Twitter angekündigt.

Der nahe Vulkan war am Vorabend für knapp eine Stunde ausgebrochen. Danach mussten Pisten von Vulkanasche gereinigt werden, wie der Flughafen am Dienstagabend mitgeteilt hatte. Am Mittwochmorgen war im italienischen Fernsehen zu sehen, dass der Himmel in der Region wieder blau und klar war.

Die Behörden beobachteten die Aktivität des Vulkans weiter, die Lage sei aber unter Kontrolle, hieß es in Medienberichten. Der Ätna hatte am Dienstag spektakulär Feuer und Asche gespuckt. Medienberichten zufolge gab es eine starke Explosion auf der Südost-Seite des Vulkans. Lava lief am Hang runter.

Am Ätna kommt es immer wieder zu Ausbrüchen. Catania gehört mit mehr als 300.000 Einwohnern zu den größeren Städten in der Umgebung. Der Berg selbst ist über 3300 Meter hoch.


Grünen-Politiker über Afghanistan-Einsatz: Zu viele Fehler gemacht

BERLIN: Grünen-Politiker Omid Nouripour hat eine bittere Bilanz des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr gezogen. «Es ist einfach sehr viel aufgewendet worden an Menschenleben, an Material, an Geld, und dafür ist einfach zu wenig erreicht worden», sagte er am Mittwoch im ARD-«Morgenmagazin». Es seien viele Fehler gemacht worden, unter anderem habe man zu wenig für den Staatsaufbau getan. Das Zentrale in Afghanistan sei nicht die Ausrüstung der Bundeswehr - entscheidend sei vielmehr ein politisches Konzept, sagte Nouripour.

Die Verteidigungsminister der 30 Nato-Staaten wollen an diesem Mittwoch und Donnerstag beraten - unter anderem über die Bündniseinsätze in Afghanistan und im Irak. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur haben sich Deutschland und seine Alliierten darauf verständigt, bei dem Ministertreffen keine Entscheidung über den Abzug der noch rund 10.000 Soldaten in Afghanistan zu treffen. Stattdessen sollen die Taliban noch einmal zu einer Reduzierung der Gewalt und weiteren Anstrengungen bei den Friedensverhandlungen mit der Regierung aufgefordert werden.

Hintergrund der Abzugsdiskussion in der Nato ist ein Abkommen, das die US-Regierung mit den Taliban geschlossen hat. Es stellt den Islamisten einen Rückzug aller ausländischen Streitkräfte bis Ende April in Aussicht. Die Taliban hatten sich im Gegenzug zu Friedensgesprächen mit der Regierung in Kabul verpflichtet und eine signifikante Reduzierung der Gewalt versprochen.


Biden: «Ich bin es leid, über Trump zu reden»

MILWAUKEE: US-Präsident Joe Biden will sich nicht länger mit seinem Vorgänger Donald Trump beschäftigen. «Ich bin es leid, über Trump zu reden», sagte der 78-Jährige am Dienstagabend (Ortszeit) bei einer vom Sender CNN übertragenen Fragestunde mit Bürgern in Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin. Biden sagte auch: «Vier Jahre lang war alles, was in den Nachrichten war, Trump.» In den kommenden vier Jahren - also in seiner Amtszeit - wolle er dafür sorgen, dass das amerikanische Volk im Mittelpunkt stehe. An anderer Stelle nannte Biden Trump lediglich als «den ehemaligen Typen».

Biden hatte die Präsidentenwahl Anfang November deutlich gegen den Republikaner gewonnen. Trump behauptet seither vehement, dass ihm der Sieg gestohlen worden sei. Für diese Behauptungen gibt es keine Belege.


Zahl der Toten bei Gefangenenmeuterei steigt auf sieben

ASUNCIÓN: Nach einer Gefangenenmeuterei in der größten Haftanstalt von Paraguay ist die Zahl der Todesopfer auf sieben gestiegen. Bei der Durchsuchung des Gefängnisses Tacumbú in der Hauptstadt Asunción sei eine weitere Leiche entdeckt worden, sagte Justizministerin Cecilia Pérez am Mittwoch im Fernsehsender ABC TV.

Am Vortag hatten einige Insassen Teile des Gefängnisses unter ihre Kontrolle gebracht und mehrere Wärter als Geiseln genommen. Nach Verhandlungen mit Justizministerin Pérez ließen die Gefangenen die Beamten wieder frei.

Die Krawalle entzündeten sich nach Angaben der Behörden an Gerüchten über die Verlegung von Häftlingen. Tatsächlich sollte ein Schwerverbrecher in eine andere Haftanstalt gebracht werden, weil es Hinweise auf einen Fluchtplan gab. Offenbar fürchteten viele Gefangene daraufhin, ebenfalls verlegt zu werden.


Wintersturm in den USA: Millionen weiter ohne Strom - mehrere Tote

HOUSTON: Nach einem heftigen Wintersturm in Teilen der USA müssen Millionen Menschen weiter bei eisigen Temperaturen ohne Strom ausharren. In der zweiten Nacht in Folge war Texas mit rund drei Millionen Haushalten der am stärksten betroffene Bundesstaat, wie aus Daten der Webseite «poweroutage.us» am Mittwochmorgen (MEZ) hervorging. Das ungewöhnlich kalte Winterwetter hatte im Süden und Osten des Landes zu Überlastungen des Stromnetzes geführt. Die «Washington Post» berichtete, seit Sonntag seien mindestens 14 Menschen im Zusammenhang mit dem Unwetter ums Leben gekommen.


Ecuadors Ex-Präsident Noboa gestorben

QUITO: Der frühere ecuadorianische Präsident Gustavo Noboa ist tot. Ab Mittwoch gelte eine Staatstrauer zu Ehren des Verstorbenen, verkündete Staatschef Lenín Moreno. Er schrieb auf Twitter: «Geliebter Freund, angesehener Demokrat, moralischer Lehrer der Jugend, Patriot. Mein aufrichtiges Beileid gilt seinen Angehörigen und Freunden.» Laut einem Bericht der Zeitung «El Comercio» starb Noboa im Alter von 83 Jahren nach einer Gehirnoperation in den USA.

Noboa war vor 21 Jahren vom Vize-Präsidenten zum Staatschef aufgestiegen, nachdem sein Vorgänger Jamil Mahuad bei einem Indio-Aufstand mit Hilfe junger Offiziere außer Landes gejagt worden war. Letztlich regierte Noboa von 2000 bis 2003. Inmitten einer tiefen Wirtschaftskrise und heftiger Proteste gelang es dem Juristen und Hochschullehrer mit seiner besonnnen Art, in dem südamerikanischen Land wieder eine gewisse Stabilität herzustellen. Er setzte die Einführung des US-Dollars als Landeswährung um und verhandelte Ecuadors Auslandschulden neu.

Nach seiner Amtszeit wurde Noboa wegen Veruntreuung öffentlicher Mittel angeklagt. Er setzte sich daraufhin in die Dominikanische Republik ab. Nach seiner Rückkehr nach Ecuador wurde er zunächst unter Hausarrest gestellt, später allerdings begnadigt.

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