Neues aus dem Ausland am Mittwoch

Foto: Pixabay/Marci Marc
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Zehn Mitglieder von Schleuserbande festgenommen

BURGAS: Mit der Hilfe von Schleusern gelangen Migranten irregulär aus der Türkei nach Bulgarien. Nur wenige Menschen aus Krisengebieten wollen im ärmsten EU-Land bleiben.

In Bulgarien sind zehn mutmaßliche Schleuser und ihr Chef festgenommen worden. Das sagte Innenminister Kalin Stojanow am Mittwoch nach einer Polizeiaktion in der südöstlichen Region Burgas einem Bericht der bulgarischen Nachrichtenagentur BTA zufolge. Die Bande soll Migranten nach Bulgarien geschleust, sie befördert und außer Landes gebracht haben. Stojanow erwartet weitere Festnahmen von Schleusern.

Die Bande habe seit Anfang 2023 mindestens 30 Gruppen irregulär eingereister Migranten beim Transit durch Bulgarien gen Westen geholfen, sagte der Vize-Direktor der bulgarischen Grenzpolizei, Stojan Mandadschiew. Es handelte sich hauptsächlich um Menschen aus Syrien und Afghanistan. Die Schleuser hätten mit Menschen in der Türkei zusammengearbeitet. Das Schleusen über die Grenze soll Angaben der bulgarischen Grenzpolizei zufolge zwischen 1000 und 3000 Euro gekostet haben. Für den Transport in westeuropäische Länder hätten Migranten mehr als 5000 Euro bezahlt.

Im vergangenen Jahr wurden an Bulgariens Grenzen und im Landesinneren laut Innenministerium rund 18.500 irreguläre Migranten festgehalten - 10,7 Prozent mehr als 2022. Bulgarien soll ab Ende März dem grenzkontrollfreien Schengen-Raum beitreten - allerdings nur mit seinen Luft- und Seegrenzen. Über die Aufhebung der Kontrollen an den Landgrenzen soll noch entschieden werden. Bulgariens Schengen-Beitritt war bis Ende 2023 vor allem am Widerstand Österreichs gescheitert. Die Regierung in Wien hatte die Ablehnung damit begründet, dass zu viele nicht registrierte Migranten ankämen.


Brasilien: G20 spielt Schlüsselrolle bei Lösung internationaler Krisen

RIO DE JANEIRO: Angesichts einer Blockade des UN-Sicherheitsrats kommt der Gruppe der G20 nach Einschätzung des brasilianischen Außenministers Mauro Vieira eine Schlüsselrolle bei der Lösung internationaler Krisen zu. «Brasilien ist zutiefst besorgt über die derzeitige internationale Lage in Bezug auf Frieden und Sicherheit», sagte er am Mittwoch zum Auftakt des zweitägigen Außenministertreffens der Gruppe der führenden und aufstrebenden Wirtschaftsmächte (G20) in Rio de Janeiro.

Der Weltsicherheitsrat und die UN-Vollversammlung seien derzeit nicht in der Lage, die derzeitigen Herausforderungen zu bewältigen. «Angesichts der aktuellen Situation ist die G20-Gruppe heute das vielleicht wichtigste internationale Forum, in dem sich Länder mit gegensätzlichen Ansichten noch immer an einen Tisch setzen und produktive Gespräche führen können.»

Bei dem Treffen in der brasilianischen Küstenmetropole stehen die Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen sowie eine Reform des internationalen Systems im Mittelpunkt. Der G20-Runde gehören neben Deutschland, Frankreich und den USA unter anderem auch Russland und China an. Die Gruppe steht für etwa 80 Prozent der weltweiten Wirtschaftskraft und 60 Prozent der Weltbevölkerung. Aktuell hat Brasilien den Vorsitz.

Außenminister Vieira kritisierte, dass weltweit viel mehr Geld in das Militär als in den Kampf gegen Armut und Klimawandel investiert werde. «Wenn Ungleichheit und Klimawandel tatsächlich existenzielle Bedrohungen sind, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es uns an konkreten Maßnahmen zu diesen Themen fehlt. Wir stehen vor gigantischen Herausforderungen in Bezug auf den Klimawandel und die Umwelt», sagte Vieira. «Wir haben dringende Probleme zu lösen, wenn es um Entwicklung und den Kampf gegen Hunger, Armut und Ungleichheit geht. Dies sind die Kriege, die wir im Jahr 2024 führen müssen.»


G20-Außenminister sprechen über Reform internationaler Institutionen

RIO DE JANEIRO: Angesichts einer Blockade des UN-Sicherheitsrats und teils veralteter Regeln in anderen Organisationen diskutieren die Außenminister der G20-Runde führender und aufstrebender Wirtschaftsmächte an diesem Donnerstag über eine Reform der internationalen Institutionen. Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne), die Deutschland im brasilianischen Rio de Janerio vertritt, hatte erklärt, es müssten alt eingefahrene Strukturen entstaubt und die internationalen Institutionen fit für eine Welt im Umbruch gemacht werden. Der UN-Sicherheitsrat ist zwei Jahre nach dem russischen Angriff auf die Ukraine in seinen Einscheidungen häufig blockiert, da sich etwa Moskau quer stellt.

Ein Umbau des internationalen Systems gehört zu den erklärten Zielen der brasilianischen G20-Präsidentschaft. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hatte zuletzt den UN-Sicherheitsrat als unglaubwürdig kritisiert und den internationalen Finanzinstitutionen wie dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank vorgeworfen, sich zu stark in die inneren Angelegenheiten der Gläubigerländer einzumischen.

Lula versteht Brasilien als Sprachrohr des Globalen Südens und will den Schwellenländern mehr Gehör verschaffen. Unter anderem sucht er nach Mitteln und Wegen, um die Dominanz des US-Dollars in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen zu brechen. Der G20-Runde gehören neben Deutschland, Frankreich und den USA unter anderem auch Russland und China an. Die Gruppe steht für etwa 80 Prozent der weltweiten Wirtschaftskraft und 60 Prozent der Weltbevölkerung. Aktuell hat Brasilien den Vorsitz.


Verbrenner-Produktion ruht bei VW in Emden im März weitgehend

EMDEN: Im Volkswagen-Werk im ostfriesischen Emden soll die auslaufende Produktion von Verbrenner-Autos fast den ganzen März über stillstehen. Der Grund seien umfangreiche Anlaufvorbereitungen und Umbauarbeiten an dem Standort für die Produktion des Verbrenner-Modells Arteon Shooting Brake, wie eine VW-Sprecherin in Emden am Mittwoch auf Anfrage mitteilte. Der Autobauer verlagert die zwischenzeitlich ins Werk Osnabrück vergebene Montage des Arteon Shooting Brake zurück nach Emden, um das Werk dort bis zum vollständigen Umstieg auf die E-Auto-Fertigung auszulasten. «Die Produktion der bislang in Emden gefertigten Modelle Passat und Arteon läuft wie geplant Ende Februar aus», teilte die VW-Sprecherin mit. Zuvor hatte die «Emder Zeitung» berichtet.

Die Beschäftigten, die noch Verbrenner-Fahrzeuge herstellen, sollen im März in die Fertigung der Elektrofahrzeuge wechseln und dort ein Qualifizierungsprogramm durchlaufen. In der Produktion der E-Autos arbeitet zurzeit eine Schicht, ab Mitte März soll den Angaben zufolge auf ein Zwei-Schicht-System umgestellt werden.

Im August vergangenen Jahres hatte VW mit dem Start der Serienfertigung der neuen Elektrolimousine ID.7 in Emden begonnen. Daneben wird in der Seehafenstadt auch noch der kleinere E-Kompakt-SUV ID.4 gebaut. Der Autokonzern baut seinen Standort in Emden seit 2020 im laufenden Betrieb zu einem Werk ausschließlich für die Produktion von E-Autos um. VW investiert dafür nach eigenen Angaben mehr als eine Milliarde Euro.

Wegen einer stagnierenden Nachfrage hatte Volkswagen bereits Anfang Februar die Produktion sowohl der Verbrenner-Modelle als auch der Elektroautos für zwei Tage gestoppt.


Bundestag beklagt Nawalnys Tod: «Putin ist der Täter»

BERLIN: Die Abgeordneten des Bundestags haben den russischen Präsidenten Wladimir Putin fraktionsübergreifend für den Tod des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny verantwortlich gemacht. Der Grünen-Vorsitzende Omid Nouripour betonte am Mittwoch bei einer Aktuellen Stunde, Putin trage «mindestens politisch» die Verantwortung für die Ermordung Nawalnys. Noch deutlicher äußerte sich der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen: «Diese Ermordung war selbstverständlich Chefsache. Putin ist der Täter.»

Nawalny war in der vergangenen Woche in sibirischer Lagerhaft ums Leben gekommen. Die Bundesregierung fordert von Moskau eine vollständige Aufklärung der Todesumstände und hatte deshalb den russischen Botschafter ins Auswärtige Amt einbestellt.

Dietmar Bartsch von der Linken beklagte im Bundestag, das Kreml-Regime schrecke nicht vor Mord, Unterdrückung und willkürlichen Verhaftungen zurück. Sahra Wagenknecht, die Chefin der nach ihr benannten Partei BSW, ergänzte: «Wem Freiheit und Demokratie am Herzen liegen, der muss ein Regime verurteilen, das so mit seinen Kritikern umgeht.»

Auch der AfD-Abgeordnete Jürgen Braun prangerte den Umgang Russlands mit der Opposition an, zog jedoch gleichzeitig Parallelen zu Deutschland: «Ähnlich abgefeimt wie Putin gehen Sie gegen die einzige Opposition in diesem Land vor», warf Braun der Bundesregierung vor. Alle anderen Parteien distanzierten sich von diesem Vergleich.


Toter nach Brand in schwedischem Wasserpark identifiziert

GÖTEBORG: Nach dem Fund einer Leiche in einem abgebrannten Wasserpark in Schweden ist der Tote identifiziert worden. Bei ihm handle es sich um den Mann, der seit dem Ausbruch des Feuers vor knapp anderthalb Wochen vermisst worden war, teilte die Göteborger Polizei am Mittwoch mit. Nach Angaben der Nachrichtenagentur TT war der Tote 51 Jahre alt. Er arbeitete demnach als Bauleiter.

Der Brand war am 12. Februar in dem neuen, noch nicht eröffneten Wasserpark «Oceana» auf dem Gelände des großen Göteborger Vergnügungsparks Liseberg ausgebrochen. Nach Angaben des Rettungsdienstes nahm das Feuer seinen Anfang in einer Wasserrutsche, später stand das gesamte Gebäude in Flammen. Insgesamt wurden 22 Personen leicht verletzt, ein Mann wurde vermisst. Vier Tage nach dem Feuer war dann die Leiche gefunden worden.

Die staatliche Havariekommission wird nun eine Untersuchung zu dem Brand einleiten, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte. Sie will dabei den Fragen nachgehen, was genau passiert ist, warum dies geschah und was getan werden kann, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.


Nawalny-Witwe spricht kommende Woche im EU-Parlament

STRAßBURG: Die Witwe des in russischer Haft ums Leben gekommenen Kremlkritikers Alexej Nawalny, Julia Nawalnaja, wird in der kommenden Woche im Europäischen Parlament erwartet. Die 47-Jährige werde bei einer Plenarsitzung in Straßburg «zur Welt sprechen», teilte die EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola am Mittwoch beim sozialen Netzwerk X (früher Twitter) mit. Nach Parlamentsangaben soll sie am kommenden Mittwoch voraussichtlich gegen 11.30 Uhr sprechen.

Nawalnaja hatte am Montag bereits an einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel teilgenommen, bei dem neue Sanktionen gegen Russland angekündigt wurden. In einer ebenfalls am Montag veröffentlichten Videobotschaft machte die Witwe den russischen Präsidenten Wladimir Putin für den Tod Nawalnys im Straflager verantwortlich und kündigte an, den Kampf ihres Manns gegen das System des Kremlchefs fortzusetzen.

Der 47-jährige Nawalny war nach Behördenangaben am Freitag bei einem Hofgang im Straflager mit dem inoffiziellen Namen «Polarwolf» in der sibirischen Arktisregion Jamal zusammengebrochen. Wiederbelebungsversuche der Strafvollzugsbeamten seien vergebens gewesen, hieß es. Nawalny war durch einen Giftanschlag im Jahr 2020 und wiederholte Einzelhaft im Lager geschwächt. Die Behörden verweigern den Angehörigen trotz auch internationaler Proteste bis heute Zugang zu seiner Leiche. Nawalnys Team, das dem russischen Machtapparat Mord vorwirft, sieht darin einen Vertuschungsversuch.


Faeser: Großrazzia ist «wichtiger Schlag» gegen Schleuser

BERLIN: Mit der Großrazzia gegen mutmaßliche Schleuser ist nach den Worten von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) ein «wichtiger Schlag» gegen menschenverachtende Kriminalität gelungen. «Aber ich kann noch nicht Bilanz ziehen, wie viele Haftbefehle im Einzelnen umgesetzt wurden und wer alles inhaftiert wurde», sagte Faeser am Mittwoch in Berlin. Es habe sich um eine internationale Aktion gegen ein Schleusernetzwerk gehandelt - allein 650 Bundespolizisten seien dabei im Einsatz gewesen.

Bei der Großrazzia gegen mutmaßliche Mitglieder einer Schleuserbande in vier Bundesländern mit dem Schwerpunkt Nordrhein-Westfalen nahm die Bundespolizei zahlreiche Personen fest. Es seien Haftbefehle im zweistelligen Bereich vollstreckt worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in NRW der Deutschen Presse-Agentur. Der Großeinsatz in mehreren europäischen Ländern war von Europol koordiniert worden.


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Österreicherin als neue Direktorin von EU-Gesundheitsbehörde nominiert

STOCKHOLM: Die Gesundheitsbehörde ECDC stand bisher unter der Führung der Deutschen Andrea Ammon. Ihre Nachfolgerin soll nun aus einem Nachbarland kommen.

Auf eine Deutsche folgt eine Österreicherin: Die frühere österreichische Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner soll neue Chefin der EU-Gesundheitsbehörde ECDC werden. Sie wird damit Nachfolgerin der bisherigen Direktorin Andrea Ammon. Wie die in Stockholm ansässige Behörde am Mittwoch mitteilte, wurde die 52-Jährige vom zuständigen ECDC-Gremium für den Posten nominiert. Man sei davon überzeugt, dass Rendi-Wagner dem ECDC mit ihrer Erfahrung, Vision und ihren Plänen in den kommenden fünf Jahren gute Dienste erweisen werde.

Vor ihrer offiziellen Ernennung muss Rendi-Wagner im März zunächst im Europaparlament eine Erklärung abgeben und Fragen der Abgeordneten beantworten. Die in Wien geborene Medizinerin ist im Jahr 2017 österreichische Gesundheits- und Frauenministerin gewesen, von 2018 bis 2023 war sie als erste Frau Vorsitzende der sozialdemokratischen SPÖ. Derzeit arbeitet sie an der Medizinischen Universität Wien. Die 65-jährige Ammon geht nach ECDC-Angaben im Juni in den Ruhestand. Sie hatte das ECDC seit 2017 geführt.


Von der Leyen zu Verbrenner-Aus: Überprüfung 2026 ist «sehr wichtig»

BRÜSSEL: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat betont, dass die auf EU-Ebene getroffene Entscheidung zum sogenannten Verbrenner-Aus 2026 überprüft wird. Es sei «sehr wichtig», dass im Jahr 2026 eine Überprüfung erfolge, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch in Brüssel. «Ich denke, oft wird vergessen, dass im Jahr 2026 eine Bestandsaufnahme und eine Überprüfung stattfinden wird.» So solle sichergestellt werden, dass es Offenheit für Technologien und Wahlmöglichkeiten für Verbraucher gebe. Auch die Industrie sollte wählen können, wo sie investieren wolle und worin sie die Mobilität der Zukunft sehe.

2022 hatte sich die EU darauf geeinigt, dass ab 2035 keine Neuwagen mehr zugelassen werden sollen, die Benzin oder Diesel tanken. Bereits bei der Einigung wurde festgehalten, dass 2026 eine Überprüfung erfolgt. In der Bundesregierung hatte vor allem die FDP darauf gedrungen, ausschließlich mit klimafreundlichen E-Fuels betankte Autos vom sogenannten Verbrenner-Aus auszunehmen. Wie das im Detail passieren soll, ist noch nicht abschließend geklärt.

Auch der Vorsitzende der christdemokratischen EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber, will das Verbrenner-Aus 2035 kippen. «Wenn meine Fraktion nach der Europawahl eine Mehrheit herstellen kann, werden wir das vom Europäischen Parlament in dieser Legislaturperiode beschlossene Verbrenner-Verbot rückgängig machen», sagte der CSU-Politiker im Dezember den Zeitungen der Mediengruppe Bayern.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing wertet die Worte von der Leyens dahin gehend, «dass sich unsere Sichtweise auf das Verbrenner-Aus nun auch langsam in der Spitze der Kommission durchsetzt». Nötig sei ein Vorschlag, der klimaneutrale E-Fuels einbeziehe. «Wir haben die rechtsverbindliche Zusage, dass Verbrenner-Fahrzeuge auch nach 2035 zugelassen werden können, wenn Sie klimaneutral betrieben werden», sagte der FDP-Politiker. Er nehme die Kommission beim Wort.


Zwei Tote bei Bau von Brücke

LOCHEM: Beim Bau einer Brücke sind im niederländischen Lochem nach Angaben der Behörden zwei Menschen getötet worden.

Zwei weitere Personen wurden verletzt, wie die Behörden am Mittwoch über die Plattform X mitteilten. Ein Brückenteil war den Angaben zufolge aus dem Baukran auf mehrere Menschen gefallen. Wie es zu dem Unfall kommen konnte, war zunächst unklar.

Der Unfall geschah in Lochem in der östlichen Provinz Gelderland etwa 40 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Dort wird zurzeit eine Brücke über einen Kanal gebaut. Am Mittwochmorgen sollte ein Bogen der Brücke auf die Pfeiler gelegt werden.

Zahlreiche Schaulustige waren daher an der Baustelle. Reporter berichteten, dass das Brückenteil auf ein Baugerüst gefallen sei. Zwei Rettungshubschrauber wurden eingesetzt, um Verletzte zu bergen.


Kraftfahrtamt findet bei BMW-Dieseln unzulässige Abgasmanipulation

MÜNCHEN/FLENSBURG: Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat bei Dieselautos von BMW eine unzulässige Abschalteinrichtung für die Abgasreinigung festgestellt. In Deutschland seien rund 33.000 Autos vom SUV-Modell X3 betroffen, hieß es von der Behörde aus Flensburg in einer Mitteilung auf ihrer Webseite. In Europa könnte es Schätzungen zufolge um 100.000 bis 150.000 Autos gehen, sagte ein BMW-Sprecher am Mittwoch. Allerdings wisse BMW nicht, wie viele der Autos noch auf den Straßen seien, einen Behördenentscheid gebe es zudem bisher nur in Deutschland. BMW kooperiere mit der Behörde und habe einen Maßnahmenplan für Hard- und Softwareupdates vorgelegt, hieß es vom KBA.

Bei den Fahrzeugen erfolgt nach Angaben des KBA eine Reduzierung der Abgasrückführung bei eingeschalteter Klimaanlage. Außerdem greife die Reduktion auch bei Außentemperaturen, die so weit innerhalb des normalen Betriebsbereichs lägen, dass nach den Urteilen des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) eine Unzulässigkeit vorliege, teilte das KBA mit. Die Fahrzeuge reduzierten damit in unzulässiger Weise die Wirksamkeit ihrer Schadstoffminderung gegen Stickoxide.

Autobauer hatten im Zuge des VW-Dieselskandals lange argumentiert, dass die Beschränkung der Abgasreinigung auf ein bestimmtes sogenanntes Thermofenster zum Schutz des Motors nötig sei. Dieser könne sonst Schaden nehmen. Der EuGH hatte zuletzt in mehreren Entscheidungen die Auslegung der Abgasregeln verschärft.

BMW hält sich nach eigenen Angaben Rechtsschutzmöglichkeiten offen, da der Bescheid noch nicht bestandskräftig ist. Der Konzern sei der Auffassung, dass die zur Abgasreinigung verwendete Motorsteuerung mit den gesetzlichen Anforderungen übereinstimme. «Gleichwohl erkennt das Unternehmen bei der Hardware des fraglichen Fahrzeugmodells ein potenzielles Problem bei der Dauerhaltbarkeit einzelner Komponenten des Abgasreinigungssystems», hieß es. Im Zuge der EuGH-Entscheidungen würden die Anforderungen an Diesel-Fahrzeuge neu diskutiert. «Dabei wird rückwirkend ein Maßstab auf Technologien angewendet, die bis zu 15 Jahre alt sind.» Die betroffenen Autos wurden laut BMW zwischen 2010 und 2014 hergestellt.


Nach Tod Nawalnys: London verhängt Sanktionen gegen Lagerleiter

LONDON: Großbritannien verhängt Sanktionen gegen den Chef des russischen Straflagers IK-3, in dem der Kremlkritiker Alexej Nawalny gestorben war. Der Leiter des «Polarwolf» genannten Lagers jenseits des Polarkreises, Wadim Kalinin, und fünf weitere Offiziere dürfen nicht mehr ins Vereinigte Königreich einreisen. Etwaiger Besitz in Großbritannien wird eingefroren, wie das Außenministerium in London am Mittwoch mitteilte. «Die Verantwortlichen für Nawalnys brutale Behandlung sollten sich keine Illusionen machen: Wir werden sie zur Rechenschaft ziehen», sagte der britische Außenminister David Cameron.

Die Behörde betonte, Nawalny sei in dem Lager «eingesperrt und getötet» worden. Kalinin habe das «brutale» Gefangenenlager geleitet, in dem Nawalny bis zu zwei Wochen am Stück in Einzelhaft festgehalten worden sei. Der Zustand des Oppositionspolitikers habe sich während seiner dreijährigen Haft stetig verschlechtert. Nawalny habe darunter gelitten, dass ihm medizinische Behandlung verweigert worden sei. Er sei zudem bei Temperaturen von minus 32 Grad Celsius zum Hofgang gezwungen worden.

Großbritannien forderte Russland auf, Nawalnys Leiche umgehend an seine Angehörigen zu überstellen. Cameron kündigte an, er werde beim G20-Außenministertreffen, das noch am selben Tag in Brasilien stattfinden sollte, den russischen Außenminister Sergej Lawrow direkt auf die Aggression Russlands und ihre globalen Auswirkungen ansprechen.

Der 47-jährige Nawalny war nach Behördenangaben am vergangenen Freitag bei einem Hofgang im Straflager zusammengebrochen. Wiederbelebungsversuche der Strafvollzugsbeamten seien vergebens gewesen, hieß es. Nawalny war durch einen Giftanschlag im Jahr 2020 und wiederholte Einzelhaft im Lager geschwächt. Wegen des Attentats hatte Großbritannien bereits gegen mehrere russische Staatsbürger Sanktionen erlassen.


Autozulieferer ZF will Kosten um sechs Milliarden Euro senken

FRIEDRICHSHAFEN: Der Autozulieferer ZF hat hohe Schulden. Um wettbewerbsfähiger zu werden und die Transformation zur E-Mobilität besser zu bewältigen, will der Konzern Kosten sparen.

Um wettbewerbsfähiger zu werden, will der Autozulieferer ZF in diesem und im kommenden Jahr seine Kosten weltweit um etwa sechs Milliarden Euro senken. Das teilte ein Sprecher des Friedrichshafener Konzerns am Mittwoch auf Anfrage mit. Zuvor hatten die «Automobilwoche» und der «Südkurier» darüber berichtet.

Mit den verringerten Kosten schaffe sich ZF eine bessere Position, um die weitere Transformation zur E-Mobilität ab 2026 anzugehen, sagte der Sprecher. Der hoch verschuldete Konzern hat demnach fünf Kernbereiche identifiziert: Er wolle im Materialeinkauf Preiseffekte erzielen, die Produktivität der Werke steigern, Forschungs- und Entwicklungskosten verbessern, die Kostenstruktur in Zentralbereichen verbessern und Ausgaben für Investitionen genau prüfen.

Die Zahlen für 2023 sind bisher nicht veröffentlicht. Im Geschäftsjahr 2022 erzielte ZF einen Umsatz von 43,8 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) lag bei zwei Milliarden Euro und das Ergebnis nach Steuern bei 376 Millionen Euro. Damals arbeiteten für den Konzern, der mehrheitlich der Zeppelin-Stiftung der Stadt Friedrichshafen gehört, weltweit rund 165.000 Menschen.


Europol: Schlag gegen russisch-eurasischen Geldwäscher-Ring

DEN HAAG: Europäische Ermittler sind in einer großangelegten Aktion gegen eine russisch-eurasische Geldwäsche-Bande vorgegangen. 100 Gebäude seien durchsucht worden, teilte Europol am Mittwoch in Den Haag mit. Vier Personen seien festgenommen und zahlreiche Konten und Gebäude beschlagnahmt worden.

Im Zentrum der Ermittlungen steht den Angaben zufolge ein Finanzinstitut auf Malta. Es wurde ebenfalls durchsucht und steht unter dem Verdacht, die Geldwäsche ermöglicht zu haben. An der Aktion waren auch deutsche Ermittler in Berlin beteiligt.

Das Finanzinstitut auf Malta soll nach Europol-Angaben mindestens 4,5 Millionen Euro aus kriminellen Aktivitäten gewaschen haben. Die europäische Polizeibehörde rechnet damit, dass der Gesamtschaden im zweistelligen Millionenbereich liegt. Das Geld sei durch ein Netzwerk von gefälschten Unternehmen geschleust worden, so dass der kriminelle Ursprung kaum noch nachzuweisen gewesen sei.

Die Bande arbeitete Europol zufolge vor allem aus Riga und Berlin. Lettland hatte 2021 die Ermittlungen gestartet. Daraufhin waren auch die deutschen Behörden eingestiegen.


Beim Buddeln am Strand begraben: Kind stirbt in Florida

FORT LAUDERDALE: Ein entspannter Tag am Strand hat sich für eine Familie in Florida zu einem Albtraum entwickelt. Die Tragödie ist laut einem amerikanischen Fernsehsender kein Einzelfall.

Ein Strandausflug ist für eine Familie im US-Bundesstaat Florida zu einem Albtraum geworden: Zwei Geschwisterkinder sind beim Buddeln am Strand von Lauderdale-by-the-Sea im Sand begraben worden. Eines der Kinder starb infolge des Unfalls, wie örtliche Medien unter Berufung auf die Rettungskräfte am Dienstag (Ortszeit) berichteten. Der Junge und das Mädchen, laut dem Sender NBC Miami sieben und fünf Jahre alt, wurden zunächst beide in kritischem Zustand in ein Krankenhaus gebracht, nachdem sie aus dem Sand befreit worden waren.

Privatvideos, die in Nachrichten veröffentlicht wurden, zeigten, wie Erwachsene hektisch mit Eimern und Schaufeln in einer Sandmulde gruben. Zunächst habe der Vater seinen Jungen gefunden, aber die Tochter sei immer noch irgendwo unter dem Sand gewesen, berichtete ein Augenzeuge dem Sender Local10. Demzufolge soll das Mädchen rund 15 Minuten unter dem Sand eingeschlossen gewesen sein, bevor es Rettungskräften schließlich gelang, es freizulegen. Den Berichten nach soll das Loch bis zu 1,80 Meter tief gewesen sein.

Unklar war, wie ein derart großes Loch an der öffentlichen Strandpromenade im Südosten des Bundesstaates entstehen konnte. Laut NBC Miami kam es auch schon früher zu mitunter tödlichen Unfällen in Zusammenhang mit Sandlöchern, die plötzlich in sich zusammenstürzten und Menschen begruben.


Britischer Raketentest von Atom-U-Boot gescheitert

LONDON: Der Test einer atomwaffenfähigen Rakete der britischen Marine ist beim Abschuss von einem U-Boot gescheitert. Die mit einer Sprengkopfattrappe ausgestattete Rakete vom Typ Trident 2 habe nach dem Start vom Atom-U-Boot «HMS Vanguard» eine Fehlzündung erlitten und sei vor der Küste von Florida ins Meer gestürzt, berichteten britische Medien in der Nacht zum Mittwoch. Das Verteidigungsministerium in London bestätigte, es sei bei dem Test am 30. Januar zu einer «Anomalität» gekommen.

Der Fehler hatte den Angaben zufolge damit zu tun, dass es sich um einen Testschuss handelte. Die nukleare Abschreckung als Eckpfeiler der britischen Verteidigung sei weiterhin «sicher und wirksam». Wie die Zeitung «Sun» berichtete, sei die Rakete wie geplant mithilfe von Druckgas im Abschussrohr in die Luft geschleudert worden. Doch dann hätten die Booster der ersten Stufe nicht gezündet und die mit Sprengkopfattrappen ausgestattete Trident sei ins Meer gestürzt und gesunken. Der Sender Sky News zitierte eine Quelle, der Start wäre erfolgreich gewesen, wenn er tatsächlich mit einem Atomsprengkopf durchgeführt worden wäre.

Sky News sprach von einem «peinlichen Rückschlag» für die Royal Navy. Es war demnach bereits der zweite gescheiterte Test einer Trident-Atomrakete, bereits 2016 war es zu einem Fehler gekommen. Die Zeitung «Sun» schrieb, sowohl Verteidigungsminister Grant Shapps als auch Marine-Befehlshaber Ben Key seien an Bord der «Vanguard» gewesen, um den Test zu beobachten. Die Opposition zeigte sich besorgt.

Das U-Boot ist eines von vier der sogenannten Vanguard-Klasse, die seit den 1990er Jahren im Einsatz sind. Sie sollen in den 2030er Jahren mit größeren U-Booten der Dreadnought-Klasse ersetzt werden. Dafür stehen nach Angaben der House of Commons Library zwischen 31 und 41 Milliarden Pfund (36 bis 48 Mrd Euro) bereit.


Gericht will Klage von Nawalnys Mutter erst im März verhandeln

SALECHARD: Seit Tagen sucht Ljudmila Nawalnaja, die Mutter des toten Kremlkritikers Alexej Nawalny, vergeblich nach ihrem Sohn. Den Antrag auf Herausgabe der Leiche will ein Gericht erst im März verhandeln.

Mit einer Klage will die Mutter des in Haft gestorbenen russischen Kremlkritikers Alexej Nawalny die Herausgabe des Leichnams erreichen - doch das zuständige Gericht in der sibirischen Stadt Salechard will sich damit erst in rund anderthalb Wochen beschäftigen. Die Verhandlung zu dem Antrag von Ljudmila Nawalnaja sei für den 4. März angesetzt worden und solle hinter verschlossenen Türen stattfinden, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass am Mittwoch. Die Behörden hatten den Angehörigen Nawalnys laut seinem Team zuvor erklärt, die Leiche werde wegen «chemischer Untersuchungen» noch zwei Wochen unter Verschluss bleiben.

Nawalny war nach Behördenangaben am vergangenen Freitag bei einem Hofgang im Straflager nördlich des Polarkreises zusammengebrochen. Wiederbelebungsversuche der Strafvollzugsbeamten seien vergebens gewesen, heißt es. Nawalny war zum Zeitpunkt des Todes erst 47 Jahre alt, aber durch einen Giftanschlag im Jahr 2020 und wiederholte Einzelhaft im Lager geschwächt.

Die Behörden verweigern den Angehörigen trotz auch internationaler Proteste den Zugang zu Nawalnys Leiche. Sein Team, das dem russischen Machtapparat Mord vorwirft, sieht darin einen Vertuschungsversuch. In Russland haben bereits mehr als 70.000 Menschen einen Aufruf zur Herausgabe des Leichnams an die Angehörigen unterzeichnet. Nawalnys Mutter Ljudmila hatte am Dienstag in einem Video Russlands Präsidenten Wladimir Putin persönlich darum gebeten, ihren Sohn schnellstmöglich zu sehen und beerdigen zu können. Bislang gab es darauf noch keine Reaktion aus dem Kreml.

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Leserkommentare

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