Neues aus dem Ausland am Mittwoch

Foto: Rüegsegger
Foto: Rüegsegger

British Museum zeigt nach Diebstahl-Skandal zurückerlangte Objekte

LONDON: Etwa 2000 Gegenstände waren aus dem British Museum in London verschwunden - der Skandal erschütterte die renommierte Institution in London. Von diesem Donnerstag an präsentiert das weltberühmte Museum die ersten zurückerlangten Objekte in einer neuen Ausstellung. Dabei handelt es sich um zehn Edelsteine. Sie werden in der Schau «Rediscovering Gems» gemeinsam mit ähnlichen antiken griechischen und römischen Artefakten der Sammlung gezeigt, die einst zum Versiegeln von Dokumenten und zur Dekoration verwendet wurden.

Der Fall war im Sommer 2023 bekannt geworden. Damals teilte das Museum mit, dass etwa 2000 Objekte fehlten, gestohlen oder beschädigt seien. Ein Mitarbeiter wurde entlassen, er bestreitet die Vorwürfe. Der deutsche Museumsdirektor Hartwig Fischer trat zurück.

Der Leiter der Griechenland- und Rom-Abteilung, Tom Harrison, sagte der britischen Nachrichtenagentur PA, es sei «sehr, sehr mühsam» gewesen, bisher 357 verschwundene Artefakte von sechs Sammlern zurückzubekommen. Es sei viel schwieriger als zunächst angenommen, die Gegenstände aufzutreiben. Händler hätten das Museum aber sehr unterstützt bei der Suche nach den Objekten, die über die ganze Welt verteilt gewesen seien. Zahlreiche Stücke seien irreparabel beschädigt, sodass ein Nettoverlust bleibe, selbst wenn alle Objekte wiedererlangt würden, sagte Harrison.

Edelstein-Expertin Claudia Wagner, die auch Dozentin an der Universität Oxford ist, sagte zu PA, die Stücke seien von sehr reichen Römern getragen und an den antiken Stätten Pompeji und Herculaneum gefunden worden. «Rediscovering Gems» ist bis zum 15. Juni im British Museum zu sehen.


«Unidos do Viradouro» gewinnt Wettbewerb beim Karneval in Rio

RIO DE JANEIRO: Die «Unidos do Viradouro» hat in Brasilien mit ihrem Umzug im Sambodrom den Wettbewerb als beste Sambaschule gewonnen. Die noch im letzten Jahr knapp unterlegene Vize-Siegerin aus Rios Zwillingsstadt Niterói tauschte dieses Jahr die Plätze mit der Schule «Imperatriz Leopoldinense», die letztes Jahr gewann. Es ist der insgesamt dritte Titel der Schule, die am Mittwoch (Ortszeit) ausgezeichnet wurde. Eine Jury vergab dafür wie beim Eiskunstlauf Noten in neun verschiedenen Kategorien wie zum Beispiel Kostüme, Harmonie oder Handlung.

Die «Unidos do Viradouro» würdigte bei ihrem Auftritt die Stärke der schwarzen Frauen und stellte den Kult der Schlangen vor, der im westafrikanischen Land Benin beim Vodou seinen Ursprung hat und eine dortige Religion darstellt.

Die zwölf Top-Schulen waren am Sonntag und Montag mit exotischen Kostümen, spektakulären Wagen und innovativen Lichteffekten jeweils bis in den frühen Morgen durch das Samba-Stadion gezogen. Am Freitag und Samstag traten in zwei Gruppen die Schulen der Aufstiegsklasse auf. Zu den diesjährigen Höhepunkten gehörten Handlungen, die auf unterschiedliche Art und Weise an Persönlichkeiten, kulturelle Traditionen und Geschichten der afrobrasilianischen Bevölkerung erinnerten. Bei einem Umzug wurde die Geschichte des Palmöls erzählt, bei einem anderen wurden Brasiliens Straßenverkäufer gewürdigt.

Zehntausende auf den Tribünen und in Logen sowie Millionen vor dem Fernseher in Brasilien und weltweit verfolgen für gewöhnlich die Umzüge auf dem überdimensionalen Laufsteg. Am Samstag ziehen die sechs bestplatzierten Sambaschulen ein letztes Mal durch das Sambodrom. Zuvor soll dort auch Brasiliens Superstar Anitta auftreten.


Italien setzt Corona-Untersuchungsausschuss ein

ROM: Knapp vier Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie soll sich ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss in Italien mit dem Vorgehen der damaligen Regierung beschäftigen. Nach einer hitzigen Debatte beschloss die italienische Abgeordnetenkammer am Mittwochabend die Einsetzung eines solchen Ausschusses. Dieser soll die von Ex-Regierungschef Giuseppe Conte sowie dem damaligen Gesundheitsminister Roberto Speranza ergriffenen Maßnahmen zur Bewältigung der Pandemie prüfen.

Die Rechtsregierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wirft Conte und Speranza vor allem Versäumnisse in der ersten Phase der Pandemie im Frühjahr 2020 vor. Italien war damals besonders betroffen und gehörte zu den ersten europäischen Ländern, in denen sich das Coronavirus dramatisch ausbreitete. Auch nach dem Ausbruch hätten die Verantwortlichen ungenügende Maßnahmen zur Eingrenzung der Pandemie ergriffen. Viele Tote hätten der Regierung zufolge verhindert werden können.

Der Abstimmung in der Abgeordnetenkammer - der größeren der zwei Parlamentskammern - ging eine hitzige Debatte voraus. Die Sitzung musste wegen anhaltender Störungen und Zwischenrufen der Opposition unterbrochen werden. Conte, der derzeit Vorsitzender der Oppositionspartei «Fünf Sterne» ist, sagte, dass er nichts zu verbergen habe. Der Untersuchungsausschuss sei allerdings ein Instrument der amtierenden Regierung, um die vorherige Regierung politisch anzugreifen.


Mann hilft bei Geburt auf Pariser Gehweg - Kind erhält seinen Namen

PARIS: Eine hochschwangere 34-Jährige wird auf dem Bürgersteig von ihren Wehen überrascht. Ein Autofahrer erkennt die Situation und hilft der Frau. Kurz darauf hält er das Baby im Arm.

Nach einer Spontangeburt auf einem Bürgersteig bei Paris hat die glückliche Mutter ihrem Sohn den Namen des Mannes gegeben, der ihr mit kühlem Kopf bei der Geburt geholfen hat. Die 34-Jährige wurde auf der Straße von den Wehen überrascht und krümmte sich vor Schmerzen auf einer Verkehrsinsel, als der Mann mit dem Auto vorbeikam, berichtete die Zeitung «Le Parisien» am Mittwoch. Der ehemalige algerische Feuerwehrmann, der sich ohne Papiere in Frankreich aufhält, stoppte sofort. Er assistierte der 34-Jährigen bei der Geburt, bis er das Neugeborene in den Armen hielt.

Während seiner Arbeit bei der Feuerwehr in Algerien habe er solche Situationen bereits erlebt und er habe die Mutter entsprechend beruhigt, sagte der Mann der Zeitung. Später half ihm auch eine junge Frau, bis der Krankenwagen eintraf. Vor lauter Emotionen habe er später mehrere Nächte nicht schlafen können. Beim Besuch der Mutter im Krankenhaus habe er dann erfahren, dass diese ihrem kleinen Sohn seinen Namen Rabah gegeben hat. Der Bürgermeister der Pariser Vorortgemeinde Aulnay-sous-Bois, wo es zu der Geburt kam, dankte dem couragierten Helfer. Dieser hofft nun auf Aufenthaltspapiere, damit er wieder in seinem eigentlichen Beruf arbeiten kann.


Spekulationen um mögliche Bedrohung der nationalen Sicherheit

WASHINGTON: In der US-Hauptstadt Washington sind Spekulationen um eine mögliche Bedrohung der nationalen Sicherheit in den USA losgetreten worden. Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des US-Repräsentantenhauses, Mike Turner, veröffentlichte am Mittwoch eine Stellungnahme und teilte mit, sein Ausschuss habe allen Mitgliedern des Kongresses «Informationen über eine ernsthafte Bedrohung der nationalen Sicherheit zur Verfügung gestellt». Er fordere US-Präsident Joe Biden auf, alle Informationen zu dieser Bedrohung freizugeben, damit der Kongress, die Regierung und die Verbündeten offen über die Maßnahmen diskutieren können, die als Reaktion erforderlich seien, schrieb er weiter. Der Republikaner führte nicht aus, um welche Art von Bedrohung es sich handele, und nährte damit den Boden für allerlei Spekulationen.

Bidens Sicherheitsberater Jake Sullivan bestätigte bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus auf Nachfrage, dass er für Donnerstag eine Unterrichtung der sogenannten «Gang of Eight» angesetzt habe. Der «Gang of Eight» gehören hochrangige Kongressabgeordnete beider Parteien an, die vom Präsidenten über Aktivitäten des Geheimdienstes und verdeckte Operationen unterrichtet werden können. Er sei etwas überrascht, dass sich Turner vor dem Treffen öffentlich zu dem Thema geäußert habe, sagte Sullivan. Auf mehrere Nachfragen, um welche Art der Bedrohung es sich handele, ging er nicht ein.


Valentinstag in New York: Heirat am Times Square, Dinner auf Empire

NEW YORK: Mit etwas Glück und viel Geld können Paare in New York den Valentinstag besonders pompös feiern - mit Hochzeit auf dem Times Square etwa oder privatem Dinner auf dem Empire State Building.

Bei strahlendem Sonnenschein, eiskalten Temperaturen und mit viel Konfetti haben sich zahlreiche Paare am Valentinstag mitten auf dem New Yorker Times Square das Ja-Wort gegeben. «Wir haben erst am Freitag erfahren, dass das klappen wird», sagte Kathy Gualotuna, nachdem sie am Mittwoch auf dem berühmten Platz mitten in Manhattan ihren Verlobten Peter Ruggles geheiratet hatte - als erstes Paar des Tages. «Wir sind glücklich und aufgeregt.»

Neben den Hochzeiten gab es auch mehrere Verlobungsanträge, bei denen die Frage dann groß auf einem der vielen Bildschirme rund um den Platz herum erschien. Organisiert wurde die Aktion wie auch in den Jahren zuvor vom Nachbarschaftsverband Times Square Alliance, der die Paare per Wettbewerb aussuchte.

Ein besonderes Valentinstags-Angebot gab es auch vom Empire State Building: Ein Abendessen ganz alleine auf der Aussichtsplattform im 102. Stock des berühmten Gebäudes, dessen Spitze am Abend des Valentinstages zudem in Pink erstrahlen und wie ein Herzschlag pulsieren sollte, wie die Betreiber mitteilten. Der Kostenpunkt lag dafür allerdings bei 10.000 Dollar (rund 9300 Euro). Ein deutlich günstigeres Geschenk bot der Zoo im Stadtteil Bronx: Eine Madagaskar-Fauchschabe, benannt nach dem oder der Allerliebsten, für 15 Dollar.


«Münchner Merkur» zu SPD/Atomdebatte

Dass man sie mal als Partei der "Säbelrassler" schmähen würde, hätte sich die alte Tante SPD wohl auch nicht träumen lassen.

Seit ihre EU-Spitzenkandidatin Katarina Barley einen europäischen Atomschirm ins Spiel gebracht hat, steht das linke Lager Kopf, voran der unvermeidliche Ralf Stegner und Linkenchef Martin Schirdewan. Der empfiehlt den Genossen, lieber auf eine "Politik der Deeskalation und zivilen Konfliktlösung" zu setzen. Stimmt, das klappte in den letzten Jahren ja ganz vorzüglich mit Putin! Und noch einen linken Gassenhauer hat Schirdewan in petto. Noch nie hätten mehr Atombomben die Welt sicherer gemacht. Leider ist dieses Argument so unausrottbar wie falsch: Eben weil das "Gleichgewicht des Schreckens" atomare Kriege für alle Seiten unführbar gemacht hat, war seit 1945 weitgehend Ruhe in Europa. Die Ukraine hatte in Ermangelung eines Atom-Schutzschirms dieses Glück nicht.


Polizei warnt am Valentinstag: 83-Jährige um 20.000 Pfund betrogen

MANCHESTER: Ermittler in Großbritannien haben zum Valentinstag vor Betrügern im Netz gewarnt. Die Polizei im nordenglischen Manchester zitierte einen Mann, dessen Schwester 20.000 Pfund (rund 23.400 Euro) verloren habe. Die Frau habe den Betrüger bei einem Spiel im Internet kennengelernt, teilte die Greater Manchester Police am Mittwoch mit.

«Die beiden haben sich gut verstanden und schienen eine Menge gemeinsam zu haben», schilderten die Ermittler. Der Täter habe sie dann gebeten, die Unterhaltung auf eine andere Plattform zu verlagern und bald angefangen, nach Geld zu fragen. Die 83-Jährige habe Betrügern innerhalb von anderthalb Jahren mehr als 20.000 Pfund überwiesen.

Nach dem Tod ihres Mannes habe sich seine Schwester oft einsam gefühlt, zitierte die Polizei ihren Bruder, ohne dessen Namen zu nennen. Seine Schwester habe geglaubt, sie date einen 60 Jahre alten Millionär aus den USA, der ihr versprochen habe, sich um sie zu kümmern. Die Betrüger würden immer ähnliche Geschichten erzählen - etwa, dass sie angesichts eines Notfalls Geld bräuchten, gerade aber nicht an ihr Konto kämen.

«Leider ist seine Geschichte alles andere als ein Einzelfall, und es gibt viele Menschen, die Opfer eines solchen Betrugs werden», warnte Detective Sergeant Stacey Shannon. «Ich hoffe, dass diese Erfahrung dabei helfen wird, dass andere Opfer erkennen, was ihnen widerfährt, und sie ermutigt werden, Anzeige zu erstatten.» Wenn etwas zu gut klinge, um wahr zu sein, dann stimme das Gefühl wahrscheinlich auch.


Richter beschäftigt sich mit Vorwürfen gegen Trump-Anklägerin

WASHINGTON/ATLANTA: Der Richter im Verfahren gegen Ex-Präsident Donald Trump im US-Bundesstaat Georgia beschäftigt sich am Donnerstag mit Anschuldigungen gegen die zuständige Bezirksstaatsanwältin Fani Willis. Anwälte eines Mitangeklagten sowie von Trump werfen der 53-Jährigen vor, eine romantische Beziehung zu einem der anderen Staatsanwälte in dem Fall zu haben. Beide hätten wegen dieser Beziehung unrechtmäßig finanziell profitiert. Willis hat zwar eine persönliche Beziehung zu dem Kollegen eingeräumt, aber betont, dass es keinen Interessenkonflikt gebe, der es rechtfertigen würde, sie von dem Fall abzuziehen.

US-Medienberichten zufolge ist eine Disqualifikation aber nicht ausgeschlossen. Wie unter anderem die «New York Times» berichtete, sagte der zuständige Richter, Scott McAfee, am Montag, sie könne erfolgen, «wenn Beweise vorgelegt werden, die einen tatsächlichen Konflikt oder den Anschein eines solchen belegen». Deswegen sei eine Anhörung nötig, um die Vorwürfe näher zu prüfen.

Die Anschuldigungen waren ursprünglich von den Anwälten eines Mitangeklagten, Trumps einstigem Wahlkampfhelfer Mike Roman, erhoben worden. Diese hatten McAfee nicht nur aufgefordert, Willis von dem Fall abzuziehen, sondern auch, die gesamte Anklage gegen ihren Mandanten fallenzulassen. Der Forderung schlossen sich Trump und weitere Mitangeklagte an. Daraufhin setzte McAfee den 15. Februar an, um sich mit den Anträgen zu beschäftigen. Willis hatte gefordert, sie ohne Anhörung abzulehnen.

Wahlkampfhelfer Roman war im vergangenen Jahr neben Trump als einer von 18 weiteren Beschuldigten wegen mutmaßlicher Versuche angeklagt worden, den Ausgang der Präsidentenwahl 2020 in Georgia umzukehren.


Indiens Premier Modi weiht Hindu-Tempel in den Emiraten ein

ABU DHABI: Indiens Premierminister Narendra Modi hat in den Vereinigten Arabischen Emiraten einen hinduistischen Tempel eingeweiht. Modi bedankte sich am Mittwoch bei der Veranstaltung in der Wüste im Nordosten von Abu Dhabi bei Präsident Scheich Mohammed bin Sajid dafür, dass er das Land für das Gotteshaus bereitgestellt habe. Es handelt sich Medienberichten zufolge um den größten Hindu-Tempel in der Region. In den Emiraten gibt es eine bedeutende indische Diaspora.

Der Hindunationalist Modi, der sich in wenigen Monaten bei der Parlamentswahl um eine weitere Amtszeit bemüht, vermischt häufig Politik und Religion. Die Einweihung des Tempels im muslimisch geprägten Ausland dürfte seinen Anhängern in der mehrheitlich hinduistischen Heimat gefallen.

Erst im Januar hatte Modi in der indischen Pilgerstadt Ayodhya einen kontroversen Hindu-Tempel an einem Ort eingeweiht, wo einst eine jahrhundertealte Moschee stand. Kritiker werfen Modi vor, eine Politik voranzutreiben, bei der Muslime in Indien zu Bürgern zweiter Klasse werden.


15 Tote bei Verkehrsunfall in Ägypten

KAIRO: Bei einem Zusammenstoß mehrerer Fahrzeuge in Ägypten sind mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen und 7 weitere verletzt worden. Ein Lastwagen und mehrere Kleinbusse stießen am Dienstagabend auf der Schnellstraße zwischen der Hauptstadt Kairo und der Küstenstadt Alexandria zusammen, wie die Zeitung Al-Masri al-Jaum berichtete. Laut einem anderen Medienbericht waren neben dem mit Kieselsteinen beladenen Lastwagen fünf weitere Fahrzeuge am Unfall beteiligt. Wie genau es dazu kam, blieb zunächst unklar.

In Ägypten kommt es immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen mit vielen Todesopfern. Als Ursachen gelten unter anderem unvorsichtige oder aggressive Fahrweisen sowie der schlechte Zustand der Straßen. Vergangenen Oktober kamen beim Zusammenstoß eines Reisebusses mit mehreren Autos auf einer Schnellstraße 32 Menschen ums Leben. In den vergangenen Jahren wurden im Land aber viele Strecken erneuert, um die Risiken für Unfälle zu minimieren.


Erdrutsch in türkischer Goldmine - Kein Lebenszeichen von Vermissten

ISTANBUL: Mehr als einen Tag nach einem Erdrutsch an einer türkischen Goldmine haben Einsatzkräfte immer noch keinen der neun Verschütteten gefunden. Nach Menschen, die in Autos oder Containern verschüttet worden sind, wird mit Metalldetektoren gesucht, wie der türkische Innenminister Ali Yerlikaya am Mittwoch sagte.

Zu dem Erdrutsch war es am Dienstag auf dem Gelände der Goldmine im osttürkischen Erzincan gekommen. Die Gründe sind bisher nicht bekannt. Auf Bildern war zu sehen, wie eine gewaltige Menge an Erdmasse einen Hang hinunter in ein Tal stürzte.

Mehrere Organisationen warnten vor einer Umweltkatastrophe wegen giftiger Zyanide. Die könnten in den nahegelegenen Fluss Euphrat gelangen. Regierungsvertreter dementierten das zunächst. Die Betreiberfirma Anagold erklärte, durch den Erdrutsch sei keine Umweltverschmutzung entstanden.

Michael Tost, Professor an der Montanuniversität Leoben, sagte der Deutschen Presse-Agentur, Zyanide würden zur Auslösung des Goldes aus dem Gestein verwendet und seien hochtoxisch. Starker Regen oder ein Erdbeben könnten ihm zufolge den Erdrutsch und die darauffolgende Schlammlawine ausgelöst haben. Bisher wurden Justizminister Yilmaz Tunc zufolge vier Menschen festgenommen.


Kopfüber-Foto Melonis kostet Museumsdirektor Job

OSTUNI: Ein Kopfüber-Foto von Italiens rechter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat einen Museumsdirektor im Süden des Landes den Posten gekostet. Der Leiter des Museums der 32.000-Einwohner-Stadt Ostuni, Luca Dell'Atti, erklärte am Mittwoch seinen Rücktritt. Grund dafür war die Veröffentlichung eines Fotos, das die Vorsitzende der Rechtsaußen-Partei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) mit dem Kopf nach unten zeigte. In Italien wurde dies allgemein als Bezug auf die Hinrichtung des faschistischen Diktators Benito Mussolini verstanden, dessen Leiche nach der Erschießung 1945 von Partisanen mit dem Kopf nach unten aufgehängt und öffentlich zur Schau gestellt wurde. Dell'Atti stand deshalb heftig in der Kritik.

Der bisherige Museumsdirektor, der auch als Professor an einer Universität unterrichtet, begründete seinen Rücktritt damit, dass er «in unerträglicher Weise an den Medienpranger gestellt» worden sei. Das Foto hatte er in der Nacht zum Montag auf seinem Instagram-Konto veröffentlicht. Inzwischen ist es verschwunden. Die Aktion wurde über die Parteigrenzen hinweg kritisiert. Auch die Stadtverwaltung von Ostuni ging zu dem 31-Jährigen auf Distanz. In den italienischen Medien war von einem «Schock-Foto» die Rede. Italien wird seit Oktober 2022 von einer Koalition aus drei Rechtsparteien regiert. Melonis Fratelli d'Italia haben ihre Wurzeln in der postfaschistischen Bewegung.

Der faschistische Diktator Mussolini (1883-1945) war in Italien in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts mehr als 20 Jahre an der Macht. Das Land war damals einer der engsten Verbündeten von Nazi-Deutschland unter Hitler. Nach Mussolinis Sturz 1943 erklärte Italien Nazi-Deutschland den Krieg. Das Land wurde von deutschen Truppen besetzt, gegen die Partisanen Widerstand leisteten. Die Deutschen rächten sich mit brutalen Vergeltungsaktionen gegen die Zivilbevölkerung. In diesen Monaten wird an vielen Orten an die Geschehnisse vor 80 Jahren erinnert.


Mann in Brüssel erschossen - Streit zwischen Drogendealern?

BRÜSSEL: Wieder Schüsse in Brüssel: In der belgischen Hauptstadt ist am Mittwoch ein Mann getötet worden. Die Polizei sei am Morgen wegen Schüssen in die im Süden der Stadt gelegene Gemeinde Saint-Gilles gerufen worden, teilte die Brüsseler Staatsanwaltschaft mit. Weitere Informationen dazu gab es zunächst nicht. Darüber hinaus seien in der Nacht zu Mittwoch an einem weiteren Ort nahe dem größten Bahnhof Schüsse gefallen. Nach ersten Erkenntnissen wurde laut Staatsanwalt aus einem Auto geschossen. Niemand wurde verletzt.

Schon am Dienstag und Sonntag waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft Schüsse in Saint-Gilles gefallen, es gab auch Schwerverletzte. Bei den Schießereien soll es sich laut dem Bürgermeister von Saint-Gilles um einen Konflikt zwischen Drogendealern handeln.


Problem bei Eizellen-Lagerung: Klinik entschuldigt sich bei über 130 Frauen

LONDON: Ein Londoner Krankenhaus hat sich bei mehr als 130 Frauen für verspätete Informationen zu einem Problem bei der Lagerung von Eizellen und Embryonen entschuldigt. Inzwischen habe man sich mit allen Betroffenen in Verbindung gesetzt, teilte die Betreibergesellschaft des Krankenhauses vom staatlichen Gesundheitsdienst NHS mit. Demnach wurde die Klinik bereits am 10. März 2023 auf ein Herstellungsproblem bei einer Lösung zum Einfrieren von Eizellen aufmerksam gemacht. Es habe unter anderem an der Ungewissheit des Herstellers darüber, welche Chargen betroffen waren, gelegen, dass die betroffenen Patientinnen erst viel später informiert wurden, so die Betreibergesellschaft.

Beim Einfrieren der Eizellen und Embryonen von 136 Frauen sei die fehlerhafte Lösung benutzt worden, meldete die britische Nachrichtenagentur PA am Mittwoch. Das könne die Überlebenschancen beim Auftauen beeinträchtigen.

Die Lösung wurde im September und Oktober 2022 verwendet, wie es weiter hieß. Einem BBC-Bericht zufolge könnten viele der betroffenen Frauen inzwischen wegen Krebs behandelt worden sein und keine Chance haben, noch einmal Eizellen entnehmen zu lassen, um schwanger werden zu können.

Die zuständige Aufsichtsbehörde will den Fall untersuchen. «Uns ist bewusst, dass das betroffene Produkt auch an andere Kliniken in Großbritannien geliefert worden sein könnte», teilte die Human Fertilisation and Embryology Authority mit. Bisher seien keine anderen lizenzierten Kliniken bekannt, bei denen Patientinnen betroffen seien.


CSU-Chef warnt zu Aschermittwoch vor der AfD

PASSAU: Der deutsche CSU-Chef Markus Söder hat beim politischen Aschermittwoch eine klare Warnung vor der rechtspopulistischen AfD ausgesprochen.

«Die AfD ist die fünfte Kolonne Moskaus», sagte Söder am Mittwoch in Passau. «Die wirklich vaterlandslosen Gesellen, die hocken bei denen», sagte er. Die AfD mit ihrem Rechtsaußen an der Spitze wolle Deutschland an Russland ausliefern. «Höcke ist der Putin-Pudel Nummer eins», sagte Söder an die Adresse des Thüringer AfD-Landeschefs Björn Höcke. Diesem empfahl er die Ausreise nach Russland. «Gute Reise nach Moskau, Herr Höcke, adé, servus und goodbye.» Die AfD sei in weiten Teilen rechtsextrem, sie schaffe Probleme, löse aber keine.

Der CSU-Chef verurteilte scharf Überlegungen, wonach in Deutschland lebende Menschen mit Migrationshintergrund in großem Stil ausgewiesen werden könnten. Dies würde Handwerker, Pflegekräfte und viele andere fleißige Menschen treffen, betonte Söder. «Wir sind dankbar dafür, was sie leisten für unser Land.»

Seinen Koalitionspartner in Bayern, die Freien Wähler um ihren Parteichef Hubert Aiwanger, warnte Söder vor einer populistischen Linie. «Populismus und Frustriertheit können andere besser», sagte Söder. Die Freien Wähler müssten aufpassen, dass sie nicht in eine Richtung abrutschen, die sie als Bürgermeister-Partei auf kommunaler Ebene nicht mehr wählbar machen.


Südkoreas Präsident Yoon verschiebt Deutschland-Besuch

SEOUL: Südkoreas Präsident Yoon Suk Yeol hat einen geplanten Besuch in Deutschland wenige Tage vorher abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben. Auch ein Besuch Dänemarks, der sich in der nächsten Woche anschließen sollte, finde vorerst nicht statt, teilte eine Sprecherin des Präsidialamts in Seoul am Mittwoch mit. Unter Berücksichtigung verschiedener Angelegenheiten und nach Beratung mit beiden Ländern seien die Besuchstermine abgesagt worden. Was die Angelegenheiten sind, blieb unklar. Laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap wollte Yoon ursprünglich am Sonntag nach Deutschland fliegen.

Aus dem Bundespräsidialamt hieß es, der Staatsbesuch sei auf Bitten der koreanischen Seite verschoben worden. Einen neuen Termin gebe es bislang nicht. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte Südkorea im vergangenen Mai besucht.

Die Entscheidung für die Verschiebung sei aus innenpolitischen Gründen getroffen worden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf eine regierungsnahe Informationsquelle. Yoon erachte es als nötig, sich vor allem auf die Wirtschaft und die nationale Sicherheit zu konzentrieren. Unter anderem drohe ein landesweiter Ärztestreik. Auch Nordkoreas «anhaltende Provokationen» spielten eine Rolle. Nordkorea hatte am Mittwoch laut dem südkoreanischen Militär erneut mehrere Marschflugkörper abgefeuert. Das Land hatte zuletzt nach eigenen Angaben mehrfach strategische Lenkflugkörper zum Ausbau seiner nuklearen Schlagkraft getestet.


Ex-VW-Chef Winterkorn als Zeuge zur Dieselaffäre vor Gericht

BRAUNSCHWEIG: Der Dieselskandal fegte Martin Winterkorn 2015 aus dem Amt als Vorstandschef bei Volkswagen. Jetzt soll er als Zeuge vor Gericht seine Sicht auf die Abgasschummeleien schildern.

- Im milliardenschweren Investorenprozess zur VW-Dieselaffäre hat am Mittwoch die Vernehmung von Ex-Konzernchef Martin Winterkorn begonnen. Der 76-Jährige ist als Zeuge vor dem Oberlandesgericht Braunschweig geladen. Winterkorn komme als Vorstandsvorsitzendem in dem Zeitraum der Aufdeckung des Dieselskandals natürlich eine besondere Rolle zu, sagte eine Gerichtssprecherin am Morgen. Das Gericht will ihn dazu befragen, was er gewusst hat, was ihm zugetragen wurde und was er im Detail von einzelnen Abläufen wahrgenommen hat.

In dem Verfahren nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMug) ringen Anleger seit 2018 um Schadenersatz, weil sie nach dem Auffliegen des Skandals Kursverluste erlitten hatten. Derzeit geht es vor dem OLG um rund 4,4 Milliarden Euro. Die Investoren fühlen sich nicht rechtzeitig über Risiken informiert. Musterklägerin ist die Deka Investment, die Beklagten sind die Volkswagen AG und die Dachholding Porsche SE.

Winterkorn trat im September 2015 wenige Tage nach dem Bekanntwerden der Abgasmanipulationen beim Autobauer zurück, beteuerte wenig später aber, vor der Veröffentlichung des Skandals nichts von illegalem Tun gewusst zu haben. Winterkorn ist nach Herbert Diess und Matthias Müller der dritte frühere Konzernchef, der vom OLG Braunschweig zur Sache vernommen wird.


Tausende beim Karneval in New Orleans - Feiern auch

NEW ORLEANS/LA PAZ: In der US-Südstaatenmetropole New Orleans erreicht der Karneval seinen Höhepunkt am Mardi Gras. Tausende verfolgten das Spektakel auf den Straßen. Farbenprächtig wurde auch in Bolivien gefeiert.

Tausende Menschen haben in New Orleans die berühmten Karnevalsumzüge zum Mardi Gras (fetten Dienstag) begleitet. Der Tag vor Aschermittwoch ist der Höhepunkt des zweiwöchigen Faschings in der US-Südstaatenmetropole im Bundesstaat Louisiana. Schon in den Tagen vor Mardi Gras ziehen für gewöhnlich zahlreiche Gruppen bei Paraden durch die bunt geschmückten Straßen der Altstadt.

Französische Einwanderer begründeten im 18. Jahrhundert in Louisiana die Tradition bunter Umzüge vor der Fastenzeit. Jährlich kommen auch zahlreiche Touristen zum Straßenkarneval in die Stadt, die wegen der lässigen Lebenshaltung ihrer Bewohner «Big Easy» genannt wird.

In Bolivien feierten die Menschen derweil den «Martes de Challa» (Challa-Dienstag), an dem in dem südamerikanischen Land der «Pachamama» (Mutter Erde) mit Gaben gedankt wird. Indigene tragen dabei farbenprächtige Kostüme.


Thyssenkrupp rutscht in die roten Zahlen - Stahlgeschäft belastet

ESSEN: Der Industriekonzern Thyssenkrupp hat zum Jahresauftakt rote Zahlen geschrieben. Mitverantwortlich waren erneute Wertberichtigungen auf das Stahlgeschäft wegen gestiegener Zinsen und eines damit einhergehenden höheren Kapitalkostensatzes, wie das Unternehmen am Mittwoch in Essen mitteilte. Thyssenkrupp wies einen Nettoverlust von 314 Millionen Euro aus, nach einem Gewinn von 75 Millionen Euro im Vorjahr. Die Abschreibungen beliefen sich auf rund 200 Millionen Euro.

Sinkende Preise und eine geringere Nachfrage im Stahlgeschäft insbesondere von Automobilkunden ließen das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um die Hälfte auf 84 Millionen Euro sinken. Erste positive Effekte zeigten sich aus dem Effizienzprogramm «Apex», wie es weiter hieß. Dieses soll bis 2024/25 bis zu zwei Milliarden zum bereinigten Ebit beitragen und «gegenläufige Markteffekte» abschwächen.

Auch der Umsatz ging wegen der gesunkenen Nachfrage und des niedrigeren Preisniveaus zurück - um neun Prozent auf knapp 8,2 Milliarden Euro, was unter den Erwartungen der Marktexperten lag. Der Auftragseingang war um 13 Prozent rückläufig.

Thyssenkrupp zeigte sich für das Geschäftsjahr 2023/24 sowohl beim Umsatz als auch beim Jahresergebnis pessimistischer. So dürfte der Umsatz nun in etwa auf Vorjahresniveau liegen, nachdem das Unternehmen bislang von einem leichten Wachstum ausgegangen war. Unter dem Strich dürfte wegen der Abschreibungen im ersten Quartal lediglich ein ausgeglichenes Ergebnis stehen. Hier war man zuletzt von einem niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Gewinn ausgegangen. Im Vorjahr hatte Thyssenkrupp wegen Belastungen im Stahlgeschäft einen Milliardenverlust verzeichnet. Die Prognose für das bereinigte Ebit wurde hingegen aufrechterhalten.


Was sich neckt, liebt sich: Schabernack ist älter als die Menschheit

RADOLFZELL: Humor ist wahrscheinlich älter als die Menschheit selbst. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsteam nach Analysen zum Verhalten der vier heute noch lebenden Menschenaffen-Arten. Auch Orang-Utans, Schimpansen, Bonobos und Gorillas treiben demnach gern Schabernack mit anderen. Die Voraussetzungen für Humor haben sich daher wohl schon vor mindestens 13 Millionen Jahren in der menschlichen Abstammungslinie entwickelt, schließen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Spielerisch, aber meist auch leicht belästigend und provokativ: Um andere zu necken, braucht es soziale Intelligenz und die Fähigkeit, künftige Handlungen vorherzusehen und die Erwartungen von Artgenossen erkennen und einschätzen zu können. Babys schaffen das ab einem Alter von acht Monaten, noch bevor sie sprechen lernen, wie die Forschenden erläutern: Sie bieten zum Beispiel Gegenstände an und ziehen sie dann rasch wieder zurück, provozieren mit kleinen Regelverstößen und indem sie die Aktivitäten anderer stören.

Ganz ähnlich ist das bei Menschenaffen zu beobachten, wie das Team um Isabelle Laumer von der University of California in Los Angeles und dem Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Radolfzell im Fachjournal «Proceedings B» der britischen Royal Society berichtet. Ausgewertet wurden Videos von Tieren im San Diego Zoo und dem Leipziger Zoo, in jeder beobachteten Gruppe befand sich mindestens ein Jungtier.

«Menschenaffen sind hervorragende Kandidaten, um spielerisches Necken zu studieren, da sie eng mit uns verwandt sind, sich an sozialen Spielen beteiligen, lachen und ein relativ ausgeprägtes Verständnis über die Erwartungen anderer aufweisen», sagte Laumer. Insgesamt identifizierte das Team 18 Neck-Verhaltensweisen, bei denen es meist darum ging, eine Reaktion des Geneckten hervorzurufen oder zumindest seine Aufmerksamkeit zu erregen. Ein Spiel entwickelte sich aus den Frotzeleien nur selten. Viele Geneckte versuchten sich darin, die Pöbelei zu ignorieren, aggressive Reaktionen gab es kaum.


Südkoreas Militär: Nordkorea feuert erneut Marschflugkörper ab

SEOUL: Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs zum fünften Mal seit Beginn des Jahres mehrere Marschflugkörper abgefeuert. Die erneuten Starts von Lenkflugkörpern seien am Mittwochvormittag (Ortszeit) erfasst worden, teilte der Generalstab in Seoul mit. Sie flogen demnach in Richtung des Meers zwischen der koreanischen Halbinsel und Japan. Wie viele dieser Flugkörper abgefeuert wurden, war zunächst unklar. Zusammen mit den USA werde beobachtet, ob es weitere Anzeichen für Aktivitäten des Militärs in Nordkorea gebe, hieß es.

Nordkorea hatte zuletzt eigenen Angaben zufolge mehrfach strategische Marschflugkörper für den Ausbau der nuklearen Schlagkraft des Landes getestet. Das von Kim Jong Un autoritär regierte Land unterliegt wegen seines Atomwaffen- und Raketenprogramms internationalen Sanktionen. Im Gegensatz zu ballistischen Raketen sind Tests von Marschflugkörpern nicht direkt von den UN-Verbotsbeschlüssen gegen Nordkorea betroffen. Sie können aber wie ballistische Raketen ebenfalls mit einem Atomsprengkopf ausgerüstet werden. Anders als ballistische Raketen verfügen Lenkflugkörper über einen permanenten eigenen Antrieb.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel nehmen wieder deutlich zu. Nordkorea hatte in den vergangenen zwei Jahren den Umfang seiner Waffentests mit Raketen und Lenkflugkörpern erheblich erhöht und die Rhetorik gegen die USA und Südkorea, die von Pjöngjang als Feindstaaten betrachtet werden, verschärft. Washington und Seoul haben ihre Militärkooperation einschließlich gemeinsamer Manöver ausgebaut.

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Leserkommentare

Vom 10. bis 21. April schließen wir über die Songkranfeiertage die Kommentarfunktion und wünschen allen Ihnen ein schönes Songkran-Festival.