Neues aus dem Ausland am Mittwoch

Neues aus dem Ausland am Mittwoch

Cisco-Prognose enttäuscht Börse

SAN JOSE: Der Netzwerk-Spezialist Cisco hat die Anleger mit seiner Prognose für das laufende Quartal enttäuscht. Das kalifornische Unternehmen rechnet mit einem Umsatzrückgang zwischen neun und elf Prozent - die Analysten hatten mit einem geringeren Minus gerechnet. Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel am Mittwoch zeitweise fast sieben Prozent.

Die schwache Prognose deutet darauf hin, dass Cisco entweder nicht von der Zunahme des Datenverkehrs durch Heimarbeit und Videokonferenzen in der Corona-Krise profitieren kann - oder der erste große Investitions-Schub in der Branche vorbei ist. Ein großer Teil der Cisco-Erlöse kommt traditionell von Behörden sowie von kleinen und mittleren Unternehmen.

In dem Ende Juli abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal sank der Cisco-Umsatz im Jahresvergleich um 9,5 Prozent auf knapp 12,2 Milliarden Dollar (10,4 Mrd Euro). Der Gewinn verbesserte sich unterdessen unter anderem dank niedrigerer Kosten um 19,5 Prozent auf 2,64 Milliarden Dollar.


Hunderte protestieren gegen Gewalt in Belarus

RIGA: In Lettland haben mehrere hundert Menschen gegen das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten im benachbarten Belarus (Weißrussland) protestiert. Bei einer Kundgebung am Mittwochabend vor der belarussischen Botschaft in Riga forderten sie ein Ende der Gewalt und die Freilassung inhaftierter Demonstranten. Auf Schildern und mit Sprechchören brachten die Teilnehmer ihre Unterstützung für das belarussische Volk zum Ausdruck und riefen den autoritär regierenden Staatschef Alexander Lukaschenko zum Rückzug auf.

In Belarus kommt es wegen der von Fälschungsvorwürfen überschatteten Präsidentenwahl seit Tagen zu heftigen Protesten. Die Polizei geht brutal gegen die Demonstranten vor, Tausende wurden festgenommen. Es sind die größten Proteste, die die Ex-Sowjetrepublik je erlebt hat. Sie haben das Ziel, Lukaschenko aus dem Amt zu drängen.

Lettlands Außenminister Edgars Rinkevics diskutierte die Lage in einem Telefonat mit seinem belarussischen Kollegen Vladimir Makei. Darin rief er nach eigenen Angaben zur Deeskalation und einem Beginn des politischen Dialogs mit der Opposition auf. Ebenso forderte er die Freilassung von friedlichen Demonstranten und Journalisten.


Ermittler in Beirut wollen auch Minister zu Explosion befragen

BEIRUT: In den Ermittlungen zur Explosionskatastrophe im Hafen von Beirut sollen auch die betroffenen Minister befragt werden. Die Untersuchung werde alle einbeziehen, die in der Frage verantwortlich und über die Lagerung von hochexplosiven Stoffen im Hafen informiert gewesen seien, hieß es aus libanesischen Justizkreisen.

Demnach vernahm der Staatsanwalt am Mittwoch leitende Verantwortliche des Hafens. Am vergangenen Freitag waren Zoll-Chef Badri Dahir, dessen Vorgänger Schafik Mirhi und Hafen-Direktor Hassan Kuraitim festgenommen worden.

Die verheerende Explosion mit 171 Toten und mehr als 6000 Verletzten soll durch große Mengen Ammoniumnitrat verursacht worden sein. Diese waren nach Regierungsangaben über Jahre ohne Sicherheitsvorkehrungen im Hafen gelagert worden.


Brasilien schickt sechs Tonnen Hilfsgüter in den Libanon

SÃO PAULO: Die brasilianische Regierung hat nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut sechs Tonnen Lebensmittel und Medikamente in den Libanon geschickt. Präsident Jair Bolsonaro nahm selbst an der Zeremonie vor dem Start zweier Flugzeuge der Luftstreitkräfte vom Militärflughafen Cumbia im Großraum São Paulo teil, wie im brasilianischen Fernsehen am Mittwoch zu sehen war. Angeführt wird die Hilfsmission von dem libanesisch-stämmigen Ex-Staatschef Michel Temer.

Bolsonaros Vorgänger benötigte allerdings eine Erlaubnis der Justiz, ohne die er nicht hätte ausreisen dürfen. Als Sohn libanesischer Einwanderer hat der ehemalige Präsident auch die libanesische Staatsbürgerschaft. Mit zwölf Millionen Menschen ist die libanesische Gemeinde in Brasilien etwa doppelt so groß wie Einwohnerzahl des Libanon. Temer - Präsident zwischen 2016 und 2018 - war wegen seiner mutmaßlichen Verwicklung in einen Korruptionsskandal inhaftiert und durfte Brasilien eigentlich nicht verlassen.

Brasilien könne zur Befriedung des Libanon beitragen, sagte er in einem Fernsehinterview vor der Abreise. In den vergangenen Tagen kam es in Beirut mehrfach zu Protesten, die weitreichende politische Reformen verlangten. Viele Libanesen machen die politische Elite für die verheerende Explosion mit mindestens 171 Toten und mehr als 6000 Verletzten am Dienstag vergangener Woche verantwortlich.


Erdgasstreit: Griechenland ruft Türkei zu Verhandlungen auf

ATHEN: Im Streit um Erdgasfelder im östlichen Mittelmeer hat der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis signalisiert, dass er zu Verhandlungen mit der Türkei bereit ist. Diese könnten aber nicht unter dem Eindruck der jüngsten Drohungen Ankaras stattfinden. «Wir sind bereit, mit allen unseren Nachbarn zu reden», erklärte Mitsotakis im Staatsfernsehen (ERT). Die türkischen Drohungen ließen aber zweifeln, dass Ankara wirklich bereit sei, mit Verhandlungen das Problem im Rahmen des internationalen Rechts zu lösen. Mit den Drohungen öffne Ankara nur die Tür für Sanktionen seitens der EU. Griechenland dagegen provoziere nicht.

Zum dritten Tag in Folge setzte am Mittwoch das türkische Forschungsschiff «Oruc Reis» seine Forschungen nach Erdgas im Mittelmeer südlich der griechischen Insel Megisti (Kastelorizo) fort. Türkische Kriegsschiffe beschützen es. Die griechische Marine beobachtet die Bewegungen der türkischen Schiffe und fordert das Forschungsschiff auf, die Region zu verlassen. «Mit einer solchen Ansammlung so großer Streitkräfte in einem so kleinen Raum» sei die Gefahr eines Unfalls «sehr groß», meinte Mitsotakis weiter.

Die Suche der Türkei ist aus Sicht Athens illegal, weil die Region zur sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) des EU-Landes gehöre. Auch die EU hat die türkischen Aktionen verurteilt und Ankara aufgefordert, sie einzustellen. Auch aus Berlin kam Kritik. Nach türkischer Lesart haben Inseln wie Kreta oder Megisti zwar Hoheitsgewässer, aber keine Ausschließliche Wirtschaftszone.


Assad unterbricht Rede wegen niedrigen Blutdrucks

DAMASKUS: Syriens Präsident Baschar al-Assad hat eine Rede im neu gewählten Parlament des Bürgerkriegslandes aus gesundheitlichen Gründen unterbrechen müssen. Der 54-Jährige habe wegen eines leicht abgesenkten Blutdrucks für «einige Minuten» eine Pause einlegen müssen, teilte das Präsidialamt am Mittwoch mit. Assad habe die Rede dann «normal» fortgesetzt, hieß es. Diese sollte der staatlichen Nachrichtenagentur Sana zufolge am Abend übertragen werden.

Der damals 34 Jahre alte Assad hatte die Macht in Syrien im Jahr 2000 von seinem Vater Hafis übernommen, der das Land über Jahrzehnte mit eiserner Hand regiert hatte. 2011 griffen die Aufstände in der arabischen Welt auch auf Syrien über und entwickelten sich dort zu einem blutigen Bürgerkrieg, von dem auch nach fast zehn Jahren kein Ende in Sicht scheint. Assads Anhänger kontrollieren heute etwa zwei Drittel des Landes.

Bei der Parlamentswahl in Syrien hatte die herrschende Baath-Partei im Juli wie erwartet die Mehrheit der 250 Sitze gewonnen. Kritiker hatten die Wahl schon im Voraus als Farce bezeichnet, da sie von der Führung in Damaskus kontrolliert werde. Es war die dritte Parlamentswahl in Syrien seit Beginn des Bürgerkriegs im Jahr 2011.


Biden: Harris ist angesichts «vieler Krisen» sofort einsatzbereit

WASHINGTON: Kamala Harris wäre als US-Vizepräsidentin nach Ansicht des designierten Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, Joe Biden, angesichts vieler Krisen «vom ersten Tag an» einsatzbereit. «Wir werden keine Minute zu vergeuden haben», schrieb Biden am Mittwoch auf Twitter. Das sei der Grund, wieso er die Senatorin aus Kalifornien als Kandidatin für die Vizepräsidentschaft gewählt habe. Im Falle eines Wahlsiegs am 3. November würden er und Harris nach der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump «viele Krisen» und «eine gespaltene Nation erben», schrieb Biden.

Biden erklärte, die USA befänden sich in «der schlimmsten Pandemie seit 100 Jahren» und der schwersten Wirtschaftskrise seit etwa einem Jahrhundert. Zudem gebe es derzeit die lautesten Rufe seit einer Generation nach Gerechtigkeit für Menschen aller Hautfarben. «Ich brauche jemanden neben mir, der intelligent, stark und bereit ist, zu führen», schrieb Biden (77). Harris sei dafür die richtige Person. Die 55-jährige schwarze Senatorin revanchierte sich mit einem Video, in dem sie Biden als den richtigen Mann lobte, um Amerika aus der Krise zu führen. Trump wiederum griff Harris darin frontal an.

Biden und Harris sollen kommende Woche bei einem Parteitag der Demokraten offiziell als das Team der Partei bestätigt werden, das Amtsinhaber Trump am 3. November herausfordern wird.


Nicht Rossi, Colombo oder Ferrari: Hu häufigster Nachname Mailands

MAILAND: Die beiden traditionsreichen Fußballvereine der Stadt sind und waren bereits in fernöstlichem Besitz. Nun hat in Mailand ein chinesischer Name auch die Spitze der Statistik der häufigsten Nachnamen übernommen. Aktuell gibt es 4664 Einwohner mit dem Nachnamen Hu, wie das Meldeamt mitteilte. Auf Platz zwei dieser Rangliste rutschte der Name Rossi (4006), dahinter folgen Colombo (3375) und Ferrari (3226). Ausschlaggebend sei gewesen, dass erstmals auch mehr Frauen Hu hießen als Rossi. Die männlichen Hus seien schon seit längerer Zeit in der Mehrzahl gegenüber den Rossis gewesen.

Bei den Vornamen bleiben übrigens die italienischen am beliebtesten: Die im ersten Halbjahr 2020 geborenen Babys in Mailand wurden am häufigsten Leonardo und Sofia genannt. Selbst ausländische Eltern wählten Leonardo am meisten - 2019 war es noch Mohamed gewesen.

Die Hauptstadt der Lombardei mit derzeit etwa 1,4 Millionen Einwohnern hat eine lange Tradition chinesischer Einwanderer. Schon vor hundert Jahren kamen viele Immigranten, vor allem aus der Stadt Wenzhou in der Küstenprovinz Zhejiang. Heutzutage leben mehr als 30.000 Chinesen in Mailand. Der Club Inter gehört großteils dem chinesischen Unternehmer Zhang Jindong, Stadtrivale AC Milan war von 2017 bis 2018 unter chinesischer Kontrolle.


Französische Justiz untersucht mutmaßlich antisemitischen Überfall

PARIS: Die französische Justiz untersucht einen brutalen und mutmaßlich antisemitischen Überfall auf einen 29-Jährigen in Paris. Es werde wegen Raubes in Verbindung mit Gewalttätigkeiten und einem religiösen Motiv ermittelt, wie Justizkreise der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch bestätigten. Der Fall sorgt in der Hauptstadt für Empörung: Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo verurteilte bereits eine «gewalttätige und schändliche antisemitische Aggression».

Der Mann war in einem Wohnhaus im Nordosten der Metropole von zwei Männern geschlagen und gewürgt worden. Sie beschimpften ihn als Juden und stahlen ihm eine wertvolle Armbanduhr, wie französische Medien unter Berufung auf Angaben des Mannes berichteten. Im Treppenhaus sei das Opfer dann in Ohnmacht gefallen. Der Verband BNVCA, der gegen Antisemitismus eintritt, teilte mit, das Opfer sei 29 Jahre alt und habe bereits in der vergangenen Woche Anzeige erstattet. BNVCA-Vorsitzender Sammy Ghozlan erklärte ergänzend laut Nachrichtenagentur AFP, der Mann habe eine Kippa getragen, als er angegriffen wurde.


Russland erinnert an «Kursk»-Untergang vor 20 Jahren

WIDJAJEWO: Mit Schweigeminuten und Kranzniederlegungen hat die russische Marine der 118 Toten beim Untergang ihres Atom-U-Bootes «Kursk» vor genau 20 Jahren erinnert. «Dieser schwere, unwiederbringliche Verlust berührte nicht nur die Angehörigen zutiefst, sondern alle Russen», sagte der Kommandant der U-Boot-Einheit der Nordflotte, Anatoli Kowalenko, am Mittwoch bei einer Trauerfeier im Widjajewo. Der abgeschiedene Ort im Norden Russlands war der Heimathafen der «Kursk». Auch in Murmansk, St. Petersburg und vielen anderen Städten legten Matrosen und Hinterbliebene Blumen an Gräbern und Denkmälern nieder.

Die «Kursk» - eines der modernsten Schiffe der russischen Kriegsflotte - war am 12. August 2000 bei einer Explosion während eines Manövers in der Barentssee schwer beschädigt worden. Versuche, das U-Boot K-141 zu bergen, waren damals vor allem auch an der ungeeigneten russischen Technik gescheitert. Die Führung weigerte sich aus «Gründen der Geheimhaltung» lange, ausländische Hilfsangebote anzunehmen. Alle 118 Seeleute an Bord starben.

Viele Fragen blieben für die Angehörigen offen. Der Großteil des Abschlussberichts ist geheim; offiziell gilt ein defekter Torpedo als Ursache. Die Verantwortlichen der Katastrophe und die Hintergründe wurden nie benannt.


Fledermaus will Nickerchen im Polizeirevier machen

LUDWIGSBURG: Eine kleine Fledermaus ist in ein Polizeirevier in Ludwigsburg (Baden-Württemberg) geflattert - und hat sich zum Schlafen an einen Lichtschalter gehängt.

Dort habe eine Kollegin das Tier entdeckt, teilte die Polizei am Mittwoch in den sozialen Medien mit. Sie dachte erst an einen Scherz, stellte dann aber fest, dass es sich um eine echte Fledermaus handelte, die darüber hinaus sehr müde gewesen sei. «Da in so einem Polizeibüro erholsamer Schlaf nicht möglich ist, nahm die Kollegin den Kleinen vorsichtig und entließ ihn über den Dächern von Ludwigsburg aus ihrem Bürofenster in die Freiheit», schrieben die Beamten bei Facebook. Der ungewöhnliche Besuch hatte sich einem Sprecher zufolge bereits Ende Juli ereignet.


Elf Tote bei Kämpfen zwischen Al-Shabaab und Zivilisten in Somalia

MOGADISCHU: Bei Kämpfen zwischen der Terrormiliz Al-Shabaab und Dorfbewohnern in Somalia sind mindestens elf Menschen getötet worden. Darunter seien fünf Mitglieder von Al-Shabaab und sechs Zivilisten, sagte Abdiaziz Abdullahi, ein hochrangiges Mitglied des Militärs. Bewaffnete Kämpfer der Terrorgruppe hätten am Mittwoch das Dorf Shabeelow in der Region Mudug im Zentrum des Landes betreten, die Bewohner terrorisiert und versucht, einige Menschen zu entführen, sagte Ahmed Dahir, ein Ältester in dem Ort. Die Dorfbewohner hätten daraufhin zu den Waffen gegriffen und die Extremisten schließlich verjagt. Soldaten seien in das Dorf geschickt worden, um die Bewohner zu unterstützen, sagte Abdullahi.

Al-Shabaab teilte im Radiosender Al-Andalus mit, sie hätten nicht gegen Zivilisten sondern gegen eine Miliz gekämpft, die die Regierung unterstützt. Demnach wurden 13 Milizen-Mitglieder getötet.

Vor den Kämpfen hatten Dahir zufolge Mitglieder der Terrorgruppe, die eine nahe liegende Hafenstadt kontrollieren, versucht, Dorfbewohner zur Zahlung von Steuern zu zwingen. Al-Shabaab kämpft seit Jahren in Somalia um die Vorherrschaft und kontrolliert weite Teile des Südens und Zentrums des Landes. Dabei belegt die Terrormiliz oft die Gebiete mit Steuern und erstellt Gerichte. In einigen Gegenden wehren sich die Bewohner und bilden Milizen, um die Terrorgruppe zu bekämpfen. Das US-Militär und eine Truppe der Afrikanischen Union (AU) unterstützen die Regierung Somalias im Kampf gegen Al-Shabaab.


Vorfall im Dom von Mailand - Mann bedroht Wache mit Messer

MAILAND: Im Mailänder Dom ist es zu einem Zwischenfall und einer kurzzeitigen Geiselnahme gekommen. Ein Mann drang am Mittwoch mit einem Messer in die Kathedrale ein und bedrohte eine Wache. Nach wenigen Minuten wurde der Angreifer dann aber von den herbeigeeilten Einsatzkräften abgelenkt und überwältigt, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Der Mann wurde festgenommen und auf einem Revier verhört. Der Wachmann sei nicht verletzt worden, hieß es.

Der Staatsschutz ging nach einer ersten Befragung des 26-Jährigen nicht von einem terroristischen Hintergrund aus, berichtete die Tageszeitung «Corriere della Sera» am Abend. Nach Angaben der Polizei ist der Verdächtige Ägypter, der eine Aufenthaltserlaubnis in Italien habe und einen Beruf ausübe. Er war vor einer Personenkontrolle außerhalb des Doms geflohen und gegen 13.00 Uhr in das Gotteshaus gelaufen. Im Dom hielt er beim Altar einem Wachmann das Messer an den Hals und zwang diesen, sich hinzuknien. Während Sicherheitskräfte auf den Mann einredeten, konnte er in einem unachtsamen Moment überwältigt werden.


Frankreich warnt nach tödlicher Attacke vor Reisen nach Niger

PARIS: Nach einem Angriff in Niger mit acht Toten warnt Frankreich nun vor Reisen in das westafrikanische Land. Wegen der Sicherheitslage werde von Reisen ins gesamte Land abgeraten, teilte das französische Außenministerium am Mittwoch in Paris mit. Eine Ausnahme gebe es lediglich für die Hauptstadt Niamey, Besuche mit einem zwingenden Grund seien möglich.

Laut Ministerium ist die Terrorbedrohung insbesondere außerhalb der Hauptstadt sehr hoch. Am Sonntag waren in einem Naturpark östlich von Niamey sechs französische Staatsbürger und zwei Nigrer getötet worden. Nach den Angreifern wird noch gesucht. Der Tatort Kouré ist bekannt für seltene westafrikanische Giraffen und galt bislang als relativ sicher. Französische Anti-Terror-Ermittler begannen bereits eine Untersuchung.

In der Sahelregion - ein Gebiet, das sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt - sind etliche Terrorgruppen aktiv. Einige von ihnen haben dem Terrornetzwerk Al-Kaida oder dem Islamischen Staat (IS) die Treue geschworen. Frankreich hat in dem riesigen Gebiet bei der Anti-Terror-Mission «Barkhane» rund 5100 Soldaten im Einsatz.


Belarus: Polens Präsident fordert Appell von UN-Menschenrechtsrat

WARSCHAU: Polens Präsident Andrzej Duda hat an den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen appelliert, von der Führung in Belarus einen Verzicht auf Gewalt und die Freilassung inhaftierter Demonstranten zu verlangen. Die Aufmerksamkeit der Weltgemeinschaft müsse sich auf die Menschenrechtssituation und die Eskalation der Repressionen gegen Demonstranten richten, die das Ergebnis der Präsidentenwahl infrage stellten, heißt es in dem Schreiben vom Donnerstag laut Nachrichtenagentur PAP. Die Reaktion des UN-Menschenrechtsrats solle die Verantwortlichen in Minsk auffordern, keine Gewalt gegen friedliche Protest-Teilnehmer anzuwenden und alle diejenigen freizulassen, die für die Ausübung ihrer Bürgerrechte inhaftiert worden seien.

Seit Sonntag gehen die Menschen in Belarus jeden Abend gegen Fälschungen bei der Präsidentenwahl auf die Straße. Es sind die größten Proteste, die die Ex-Sowjetrepublik je erlebt hat. Die Polizei geht brutal gegen die Demonstranten vor. Bislang gab es in den vergangenen Tage rund 6000 Festnahmen.


Bund: Mit weiteren Tui-Hilfen Beschäftigten Perspektive geben

BERLIN/HANNOVER: Mit der weiteren staatlichen Milliardenhilfe für den Reisekonzern Tui soll nach Darstellung der Bundesregierung auch den Beschäftigten eine Perspektive gegeben werden.

Sinn der Maßnahme sei es, dem Unternehmen durch die Corona-Krise zu helfen, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Mittwoch in Berlin. Sie bestätigte, dass ein bereits bestehender Kredit der staatlichen Förderbank KfW um 1,05 Milliarden Euro aufgestockt werde. Darüber hinaus gehe es um den Erwerb einer Wandelanleihe im Umfang von 150 Millionen Euro durch den Wirtschaftsstabilisierungsfonds.


US-Außenminister Pompeo warnt in Prag vor China und Russland

PRAG: US-Außenminister Mike Pompeo hat in Prag vor Gefahren der Zusammenarbeit mit China und Russland gewarnt. Konkret ging es dabei um die tschechischen Pläne für einen Ausbau des Atomkraftwerks Dukovany. «Eine Kooperation mit russischen und chinesischen Nuklearfirmen würde in der Tat die nationale Unabhängigkeit der Tschechischen Republik untergraben», sagte der Republikaner nach einem Treffen mit Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis am Mittwoch.

Pompeo äußerte sich auch zu den Demonstrationen in Belarus, wo sich Machthaber Alexander Lukaschenko zum Sieger der Präsidentenwahl hatte ausrufen lassen. «Wir wollen, dass die Menschen in Belarus die Freiheiten erhalten, die sie einfordern», sagte der 56-Jährige. Friedliche Proteste müssten geschützt werden. Was in Belarus geschehe, sei «unvorstellbar», kritisierte Babis und forderte Reaktionen seitens der EU.

Weitere Themen waren die Wirtschaftskooperation und die Sicherheit der neuen 5G-Mobilfunknetze. Die nächsten Stationen der fünftägigen Mitteleuropa-Reise des US-Chefdiplomaten sind Slowenien, Österreich und Polen. Nach Berlin kommt Pompeo diesmal nicht. «Europa ist nicht nur Deutschland und Frankreich», betonte Babis - es bestehe auch aus kleineren Staaten.


EU-Kommission genehmigt deutsche Staatshilfe für Bahn-Gütertransport

BRÜSSEL: Deutschland darf die Entwicklung des Gütertransports auf der Schiene nach einer Entscheidung der EU-Wettbewerbshüter kräftig unterstützen. Zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation des Bahntransports genehmigte die EU-Kommission Staatsbeihilfen in Höhe von 500 Millionen Euro, wie die Brüsseler Behörde am Mittwoch mitteilte.

Demnach geht es um zwei Projekte, die bis Ende 2024 subventioniert werden sollen. Zum einen sollen neue Technologien entwickelt und getestet werden. Zum anderen geht es um die Markteinführung neuer Technologien. Ziel ist nach Angaben der EU-Kommission, den Güterverkehr auf der Schiene wettbewerbsfähiger und attraktiver zu machen.

Die EU-Behörde begründete ihre Entscheidung am Mittwoch damit, dass die Unterstützung angesichts großer benötigter Investitionen angemessen sei. Zudem würde die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Bahn gestärkt und der Wechsel des Gütertransports auf die Schiene gefördert. Dies entspreche den EU-Zielen in Sachen Umwelt und Transport. Übermäßige Wettbewerbsverzerrungen entstünden nicht.


Zulassung von Zuschauern bei Beachvolleyball-DM weiter fraglich

HAMBURG: Eine Entscheidung über die Zulassung von Zuschauern bei den deutschen Meisterschaften der Beachvolleyballer vom 4. bis 6. September am Timmendorfer Strand ist noch nicht gefallen. «Wir gehen davon aus, dass maximal 500 Leute auf dem Eventgelände sein dürfen», sagte Niclas Hildebrand am Mittwoch in Hamburg. Angesichts der Corona-Lage ergänzte der Sportdirektor Beachvolleyball im Deutschen Volleyballverband (DVV): «Die Situation ist weiter ernst. Wir wollen auf keinen Fall etwas riskieren.»

In Hamburg findet an diesem Wochenende - auf jeden Fall ohne Zuschauer - das letzte Frauen-Turnier der nationalen Beach-Serie statt. Die Männer schlagen vom 21. bis 23. August in der Hansestadt auf. Parallel zu den Topturnieren werden bei Männern und Frauen noch jeweils zwei Tickets für die deutsche Meisterschaft ausgespielt.


Trump bezeichnet Harris als Traumgegnerin

WASHINGTON: US-Präsident Donald Trump hat die designierte Kandidatin der Demokraten für das Amt der Vizepräsidentin, Kamala Harris, als Traumgegnerin bezeichnet. Harris' Bewerbung um die Kandidatur für das Präsidentenamt ihrer Partei sei «schwach» zu Ende gegangen und sie habe zum Schluss «fast null Unterstützung» gehabt, schrieb der Republikaner am Mittwoch bei Twitter. «Das ist die Art Gegnerin, von der jeder träumt», schrieb Trump weiter.

Der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden, hatte am Dienstag angekündigt, mit Harris als Kandidatin für den Vizeposten anzutreten. Harris hatte sich in den Vorwahlen selbst um die Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei beworben, Biden setzte sich aber letztlich durch. Biden und Harris sollen kommende Woche bei einem Parteitag offiziell als das Team der Partei bestätigt werden, das Amtsinhaber Trump am 3. November herausfordern wird.


Zug in Schottland entgleist - «Extrem ernster Vorfall»

STONEHAVEN: In Schottland hat sich am Mittwochvormittag ein Zugunglück ereignet, bei dem nach ersten Erkenntnissen mehrere Menschen zu Schaden gekommen sind. Demnach entgleiste der Zug in der Nähe der Stadt Stonehaven. Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon sprach im Kurznachrichtendienst Twitter von einem «extrem ernsten Vorfall». Der britische Verkehrsminister Grant Shapps erklärte, er sei in Gedanken bei den Betroffenen und ihren Familien.

Es gab zunächst keine offiziellen Angaben, ob oder wie viele Menschen gestorben oder verletzt sind. Ein Politiker aus der Region sprach von einer «schrecklichen Situation». Von der Unglücksstelle stieg Rauch auf. Nach Angaben des Senders BBC waren etwa 30 Krankenwagen im Einsatz.

Wenige Stunden zuvor hatte der Betreiber der Bahn, ScotRail, nach heftigen Regenfällen vor Überflutungen in der Region gewarnt. Sanitäter und Feuerwehr seien vor Ort, twitterte die Verkehrspolizei.


Maas: Langfristige Hilfe für Libanon nur bei Reformen sinnvoll

BEIRUT: Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat bei einem Besuch am Ort der Explosionskatastrophe in Beirut Reformen im Libanon gefordert. Maas machte am Mittwoch weitreichende Veränderungen zur Bedingung für langfristige Hilfe. Deutschland und die EU seien bereit, weiterhin zu helfen. Es würde jedoch erwartet, dass etwa bei wirtschaftlichen Reformen und der Korruptionsbekämpfung «Worten jetzt auch Taten folgen», sagte Maas im Hafen von Beirut. «Das hat sich auch auf der Straße in Beirut gezeigt, dass es nicht viel in diesem Land gibt, was bleiben kann, wie es ist.»

Maas will am Mittwoch unter anderem mit dem libanesischen Staatschef Michel Aoun über Reformen sprechen. Nach seiner Ankunft hatte er zunächst dem libanesischen Roten Kreuz einen Scheck in Höhe von einer Millionen Euro übergeben. Das Geld ist der erste Teil der zugesagten deutschen Soforthilfe in Höhe von 20 Millionen Euro.

Viele Libanesen machen die politische Elite für die verheerende Explosion mit mindestens 171 Toten und mehr als 6000 Verletzten verantwortlich. In den vergangenen Tagen kam es mehrfach zu Protesten, die weitreichende politische Reformen verlangten.


Auseinandersetzung im Südsudan: Zahl der Toten auf 127 gestiegen

JUBA: Nach einer Auseinandersetzung zwischen Soldaten und Zivilisten im Südsudan ist die Zahl der Toten auf 127 gestiegen. Bei den Kämpfen in Tonj East im Zentrum des Landes seien 82 Zivilisten und 45 Soldaten getötet worden, teilte Militärsprecher Lul Ruai Koang am Mittwoch mit. Zuvor hatten die UN von mindestens 70 Toten gesprochen.

Hintergrund war ein Streit über die in einem Friedensabkommen vorgesehene Entwaffnung von Zivilisten. Soldaten hatten nach Behördenangaben am Sonntag Zivilisten in Tonj East aufgefordert, ihre Schusswaffen abzugeben, daraufhin kam es zu einem Streit. Am Tag darauf griffen demnach bewaffnete Zivilisten eine Militärbasis im nahe gelegenen Romic an. Eine UN-Patrouille wurde nach Angaben eines UN-Sprechers in das betroffene Gebiet geschickt.

2013 brach in dem ölreichen Land in Ostafrika ein Bürgerkrieg zwischen Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Riek Machar aus. Mit einem Abkommen von 2018 sollte der Konflikt beigelegt werden und Anfang des Jahres wurde eine Übergangsregierung gebildet. Trotzdem kommt es immer wieder zu Kämpfen.


Von Bergstraße abgekommen: Fahrer und vier Jugendliche tot

CASTELMAGNO: Bei einem schweren Verkehrsunfall auf einer Bergstraße sind im italienischen Piemont der Fahrer und vier jugendliche Insassen im Alter von 11 bis 16 Jahren gestorben. Wie die Einsatzkräfte mitteilten, war der Geländewagen am frühen Mittwoch kurz nach Mitternacht aus zunächst ungeklärter Ursache von der Straße abgekommen und rund 200 Meter in die Tiefe gestürzt. Der Fahrer war 24 Jahre alte. Vier Personen im Alter von 17 bis 24 Jahren, die sich ebenfalls in dem SUV befanden, wurden bei dem Unfall in Castelmagno in der Provinz Cuneo teils schwer verletzt und in Kliniken gebracht.

Die jungen Leute seien am Abend aus einer Ortschaft im Tal zusammen auf den Berg gefahren, um sich die Sterne anzusehen, berichteten lokale Medien und die Nachrichtenagentur Ansa. In diesen Augusttagen sind während der Phase der sogenannten Perseiden - eines jährlich wiederkehrenden Meteorstroms - viele Sternschnuppen zu sehen.

Bei der Heimfahrt passierte dann das Unglück in rund 1800 Metern Meereshöhe. Alle neun Leute seien aus dem Auto geschleudert worden. Der Wagen war nach ersten Erkenntnissen nur für sechs Insassen zugelassen. Die fünf Opfer starben den Angaben zufolge noch vor Ort. Warum der Wagen von der Straße abkam, das sollten Untersuchungen der Carabinieri und eine Befragung der Überlebenden zeigen.


EU organisiert Sondersitzung der Außenminister zu Belarus und Türkei

BRÜSSEL: Die Außenminister der EU-Staaten werden am Freitagnachmittag in einer außerplanmäßigen Videokonferenz über die jüngsten Entwicklungen in Belarus sowie im Streit um Erdgas im östlichen Mittelmeer beraten. Weiteres Thema der Gespräche solle die Lage im Libanon nach der Explosionskatastrophe in Beirut sein, teilte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Mittwoch mit.

Konkret soll es bei dem Treffen nach Angaben aus EU-Kreisen unter anderem um eine mögliche Reaktivierung von Sanktionen gegen die Führung von Belarus nach der umstrittenen Präsidentenwahl am vergangenen Sonntag gehen. Die EU wirft Staatschef Alexander Lukaschenko vor, die Wahl zu seinen Gunsten manipuliert zu haben und die Versammlungs-, Medien- und Meinungsfreiheit einzuschränken.

Zudem hatte Griechenland eine außerordentliche Sitzung wegen der Spannungen mit der Türkei gefordert. Hintergrund sind neue Erdgaserkundungen der Türkei in einem Seegebiet, das Griechenland als Teil seiner ausschließlichen Wirtschaftszone sieht. Nach türkischer Lesart haben Inseln wie Kreta zwar Hoheitsgewässer, aber keine Ausschließliche Wirtschaftszone.


Gewalt im Sudan am Roten Meer dauert an: 25 Tote bei Kämpfen

KHARTUM: Nach weiterer Gewalt im Osten des Sudans ist die Zahl der Toten auf 25 gestiegen. Bei den Zusammenstößen zwischen Mitgliedern von Bevölkerungsgruppen in Port Sudan seien zudem insgesamt 87 Menschen verletzt worden, teilte ein Ärzteverband am Mittwoch mit. Die Kämpfe brachen am Sonntag in der Hafenstadt Port Sudan aus, die an dem für den internationalen Handel wichtigen Roten Meer liegt. Wegen der Gewalt wurde in der Stadt, die zu den größten des Landes gehört, ab Mittwoch eine komplette Ausgangssperre verhängt. Bürger dürfen den ganzen Tag lang das Haus nicht verlassen. Am Mittwoch sind auch Soldaten der Streitkräfte in Port Sudan angekommen, um die Situation unter Kontrolle zu bringen.

Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen gibt es schon lange, sie flammen immer wieder auf. Unter Präsident Omar al-Baschir, der das Land im Nordosten Afrikas 30 Jahre lang autokratisch regiert hatte, wurden die Konflikte oft mit Gewalt unterdrückt. Zudem wird Al-Baschirs Regierung vorgeworfen, bestimmte Gruppen unterstützt und diese mit Waffen versorgt zu haben.

Die Konflikte zwischen Bevölkerungsgruppen des Landes haben seit dem Sturz Al-Baschirs im April 2019 zugenommen, unter anderem weil die neue Übergangsregierung weniger autokratisch regiert. Seit diese die Regierungsgeschäfte übernommen hat, sind nach offiziellen Angaben landesweit mindestens 170 Menschen bei Gewalt zwischen Bevölkerungsgruppen getötet worden, die meisten davon in der Region Darfur im Westen.


Parlament lehnt Ruhanis Minister-Kandidaten ab

TEHERAN: Das von Erzkonservativen und Hardlinern dominierte iranische Parlament hat Präsident Hassan Ruhanis Kandidaten für das Handelsministerium abgelehnt. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA haben 140 der 254 anwesenden Abgeordneten am Mittwoch gegen Hussein Modaress Chiabani gestimmt. Damit bleibt das Ministerium weiterhin ohne Minister und Ruhani muss nun einen neuen Kandidaten suchen.

Schon nach dem Sieg von Hardlinern und Konservativen bei der Parlamentswahl Ende Februar zeichnete sich, dass sie Ruhanis Regierung und die Reformer schwächen wollen. Einige Abgeordnete wollen sogar den Präsidenten stürzen. Aus ihrer Sicht hat Ruhani mit seiner prowestlichen Politik und insbesondere dem Wiener Atomabkommen von 2015 die Islamische Republik von ihren ideologischen Zielen entfernt. Außerdem habe seine Annäherung an den Westen nichts gebracht und das Land in eine seiner schlimmsten Wirtschaftskrisen geführt.


Yacht vor Cuxhaven gesunken - Sieben polnische Segler gerettet

CUXHAVEN: Sieben Segler aus Polen sind nach der Havarie ihres Schiffs vor der norddeutschen Küstenstadt Cuxhaven von Seenotrettern unverletzt gerettet worden. Die Yacht war nach ersten Erkenntnissen vermutlich mit einer Fahrwassertonne kollidiert, wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Mittwoch mitteilte.

Eine der Seglerinnen alarmierte die Seenotretter. Die Seenotretter informierten umliegende Schiffe und erhielten Rückmeldung von einem belgischen Frachter mit Sichtkontakt zu der 15 Meter langen Segel-Yacht. Der Frachter blieb bis zum Eintreffen der Retter in der Nähe. Die Segler, vier Männer und drei Frauen, retteten sich zunächst auf eine Rettungsinsel.

Bei dem havarierten Schiff handelt es sich um die frühere deutsche Admiral's-Cup-Siegeryacht «Rubin» von 1973. Die 15 Meter lange Yacht heißt inzwischen «Sharki» und hat Stettin in Polen als Heimathafen.


Firefox-Entwickler Mozilla streicht rund ein Viertel der Jobs

SAN FRANCISCO: Der Firefox-Entwickler Mozilla streicht als Folge der Corona-Krise etwa jeden vierten Arbeitsplatz und will sein Geschäft mit der beschleunigten Entwicklung neuer Dienste ausbauen. Rund 250 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs, der Standort in Taiwan wird geschlossen, wie Mozilla-Chefin Mitchell Baker am Dienstag (Ortszeit) ankündigte.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie hätten den Umsatz erheblich gedrückt, räumte Baker ein. Eine zentrale Einnahmequelle von Mozilla ist ein Deal mit Google: Der Internet-Konzern bezahlt dafür, dass seine Suchmaschine im Firefox-Webbrowser voreingestellt wird. Google meldete für das vergangene Quartal einen Rückgang der Online-Werbeerlöse.

Bei den neuen Diensten will sich Mozilla unter anderem auf Datenschutz-Angebote für Internet-Nutzer fokussieren, wie Baker ankündigte. Investitionen in Angebote für Software-Entwickler sollen dagegen zurückgefahren werden.


Einbruch in der Autoindustrie belastet Stahlkonzern Salzgitter

SALZGITTER: Der Stahlhersteller Salzgitter hat im ersten Halbjahr wegen der Corona-Krise einen Millionenverlust verbucht. Nach den ersten sechs Monaten steht ein Minus von 144,7 Millionen Euro nach Steuern, nachdem das Unternehmen im Vergleichszeitraum 2019 noch 96,4 Millionen Euro verdient hatte. Während die Baubranche sich trotz der Krise stabil zeigte, belastete vor allem der Nachfrageeinbruch aus der Automobilindustrie das Ergebnis, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte.

Bereits Ende Juli hatte Salzgitter mit vorläufigen Zahlen über einen Fehlbetrag von 127,8 Millionen Euro informiert. Die Folgen der Pandemie hätten den Konzern im zweiten Quartal 2020 deutlich stärker beeinträchtigt als in den ersten drei Monaten des Jahres, hieß es. Derzeit liege der Fokus auf dem Management der wirtschaftlichen Auswirkungen. «Oberste Priorität besitzt die Sicherung der Liquidität des Konzerns», sagte Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann.


Ecuador ruft Notstand in Gefängnissen aus

QUITO: Ecuadors Präsident Lenín Moreno hat den Notstand in den Haftanstalten des südamerikanischen Landes erklärt. Ziel sei, dass die Streitkräfte die Kontrolle über die «Mafia, die in den Gefängnissen Chaos verursacht» übernehmen, schrieb Moreno auf Twitter am Dienstagabend (Ortszeit).

Kurz zuvor war nach einem Bericht der ecuadorianischen Zeitung «El Comercio» bekanntgeworden, dass bei einer Auseinandersetzung im Gefängnis von Cotopaxi rund 75 Kilometer von der Hauptstadt Quito entfernt zwei Insassen ums Leben gekommen waren. Am Dienstag vergangener Woche wurden bei bewaffneten Zusammenstößen rivalisierender Gruppen im Gefängnis von Guayaquil an der Küste elf Häftlinge getötet. Der Zeitung «El Universo» zufolge wurden in den Gefängnissen von Guayaquil und Latacunga zuletzt in weniger als einer Woche mindestens 15 Häftlinge ermordet.

Die Regierung von Präsident Moreno hatte im Mai vergangenen Jahres ebenfalls den Notstand in den überfüllten Gefängnissen ausgerufen. In Ecuador befanden sich damals nach offiziellen Angaben über 38.500 Menschen in Haft. Die Gefängnisse sind aber nur für knapp 28.000 Insassen ausgelegt.

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