Neues aus dem Ausland am Mittwoch

Neues aus dem Ausland am Mittwoch

UN: Dänemark, Finnland und Südkorea mit bester digitale Infrastruktur

NEW YORK: Die Regierungen von Dänemark, Finnland und Südkorea bieten einem neuen UN-Bericht zufolge derzeit die beste digitale Infrastruktur für ihre Bevölkerung. Auf den folgenden Plätzen liegen Neuseeland, Schweden, Island, Australien, Estland, die Niederlande, die USA, Großbritannien, Singapur, die Vereinigten Arabischen Emirate, Japan und Malta, hieß es in dem am Mittwoch in New York veröffentlichten Bericht. Deutschland liegt demzufolge auf dem 22. Platz.

Für den Bericht verglichen die Autoren die digitalen Angebote der 193 UN-Mitgliedstaaten miteinander - beispielsweise digitale Bildungsangebote, Online-Beantragungsportale für die Teilnahme an Sozialprogrammen oder digitale Steuererklärungen. Insgesamt habe sich das Angebot deutlich verbessert, hieß es. In einigen Staaten gäbe es aber noch Nachholbedarf. Der Bericht wird seit 2001 etwa alle zwei Jahre veröffentlicht.


Mindestens drei Tote bei Brückeneinsturz im Amazonasgebiet

CURUÇÁ: Beim Einsturz einer Brücke über einen Fluss im brasilianischen Amazonasgebiet sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Vierzehn weitere wurden verletzt, wie die brasilianische Nachrichtenagentur «Agência Brasil» unter Berufung auf die Feuerwehr des Bundesstaates Amazonas am Mittwoch (Ortszeit) berichtete. Die Feuerwehr suchte dem Nachrichtenportal «G1» zufolge noch bis zu 15 Vermisste.

Die Brücke rund 100 Kilometer von der Amazonas-Metropole Manaus entfernt war demnach eingestürzt, während Fahrzeuge darüber fuhren. Mindestens zwölf Autos und Lastwagen stürzten den Berichten zufolge in den Fluss Curuçá. Dieser ist an der Stelle des Brückeneinsturzes rund 20 Meter tief. Die Straßenpolizei hatte laut «G1» vor zwei Tagen vor dem schlechten Zustand der Brücke gewarnt.


Schüsse an Schule in Kalifornien - sechs Erwachsene verletzt

OAKLAND: Bei einer Schießerei auf einem Schulgelände in Oakland im US-Bundesstaat Kalifornien sind sechs Menschen verletzt worden. Zwei der Opfer hätten lebensgefährliche Schusswunden erlitten, teilte Polizei-Chef Darren Allison am Mittwoch (Ortszeit) mit. Die Betroffenen seien 18 Jahre oder älter. Festnahmen gab es den Angaben zufolge zunächst nicht. Die Polizei suche nach mindestens einem Schützen, sagte Allison. Die Hintergründe der Tat waren vorerst unklar. Der Campus mit mehreren Schulen war nach dem Vorfall abgeriegelt worden.

Derartige Waffengewalt an einer Schule «erschüttert die Seele», schrieb die Bürgermeisterin von Oakland, Libby Schaaf, auf Twitter. Schulen sollten sichere Zufluchtsorte für Kinder sein. Der «unkontrollierte Zugriff auf Waffen» in den USA sei unentschuldbar. Schusswaffen sind in den Vereinigten Staaten verhältnismäßig leicht zu bekommen.


Im Kampf für Umwelt und Klima: 200 Naturschützer laut Bericht getötet

MEXIKO-STADT: Weltweit wurden im vergangenen Jahr nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Global Witness 200 Umweltschützer getötet. Das gefährlichste Land für Naturschützer war Mexiko, gefolgt von Kolumbien und Brasilien, wie die Gruppe am Donnerstag bei der Vorstellung ihres Jahresberichts mitteilte. Vor allem Aktivisten, die sich gegen Bergbau- und Energieprojekte, Landwirtschaft und Rodungen einsetzen, leben demnach gefährlich. Die meisten Tötungen würden nie aufgeklärt, berichtete die Organisation.

«Überall auf der Welt riskieren Indigene, Umweltaktivisten und Naturschützer ihr Leben im Kampf gegen den Klimawandel und den Verlust der biologischen Vielfalt», sagte eine Sprecherin von Global Witness, Shruti Suresh. «Sie spielen eine entscheidende Rolle als erste Verteidigungslinie gegen den ökologischen Kollaps, werden aber selbst angegriffen und sind Gewalt, Kriminalisierung und Schikanen ausgesetzt von repressiven Regierungen und Unternehmen, denen Profit wichtiger als Menschen und Umwelt ist.»

Die Gruppe dokumentiert seit zehn Jahren Gewalt gegen Umweltschützer. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 1733 Aktivisten getötet - das entspricht einem Mord alle zwei Tage. Vor allem Indigene werden immer wieder zur Zielscheibe: Sie machen 40 Prozent der Opfer aus, obwohl sie nur 5 Prozent der Weltbevölkerung repräsentieren.


UN-Chef besorgt wegen Hurrikan «Ian» - Hilfsangebot

NEW YORK: Angesichts des Hurrikans «Ian», der nach seinem Zug durch die Karibik in Florida auf Land getroffen ist, hat sich UN-Generalsekretär António Guterres besorgt gezeigt. «Der Generalsekretär verfolgt das und ist besorgt über den möglichen Verlust von Leben und die Zerstörung von Eigentum», sagte ein Sprecher von Guterres am Mittwoch in New York. Bei dem Hurrikan handele es sich «um ein weiteres Beispiel dramatischer Klima-Aktivitäten, wie wir sie auf der ganzen Welt mit zunehmender Frequenz und zunehmender Zerstörung sehen».

Auf Kuba, wo «Ian» bereits für starke Zerstörungen gesorgt hatte, seien bereits UN-Hilfskräfte im Einsatz, um die Lage zu eruieren und erste notwendige Hilfsmaßnahmen zu leisten. «Selbstverständlich stehen die UN bereit, um in den kommenden Tagen weitere ausgemachte Bedürfnisse zu unterstützen.»


Spannungen mit Griechenland: Erdogan mahnt USA

ISTANBUL: Vor dem Hintergrund steigender Spannungen zwischen Ankara und Athen hat der türkische Präsident mahnende Worte an die USA gerichtet. Man erwarte, dass die USA «Griechenland nicht in falsche Berechnungen hineinziehen und die Manipulation der internationalen öffentlichen Meinung nicht zulassen», sagte Recep Tayyip Erdogan am Mittwochabend laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Die USA könnten keinen Partner «wie die Türkei finden».

Erdogan kritisierte besonders die Aufhebung eines jahrzehntealten Waffenembargos der USA gegen Zypern Mitte September als «inhaltlich und zeitlich nicht nachvollziehbar».

Die Republik Zypern kann künftig erstmals seit 1987 wieder unbeschränkt Waffen aus den USA beziehen. Während die Republik Zypern die Entscheidung begrüßt hatte, argumentierte die Führung im türkisch besetzten Norden, der Schritt könne zu einer Eskalation in der Region führen. Die «Türkische Republik Nordzypern» wird nur von der Türkei anerkannt.

Die Beziehungen zwischen Athen und Ankara sind auf einem Tiefpunkt. Neben Streitigkeiten um Erdgasvorkommen in der Ägäis ist der Türkei aktuell die Militarisierung griechischer Inseln wie Lesbos und Samos ein Dorn im Auge. Internationale Verträge von 1923 und 1947 legen fest, dass die Inseln demilitarisiert sein sollen. Griechenland hat dort allerdings bereits seit Beginn des Zypernkonflikts im Jahr 1974 Militär stationiert - zur Selbstverteidigung, wie Athen betont, weil die Türkei an ihrer Westküste die größte Landungsflotte Europas unterhalte.


Biden scheint bei Auftritt nach toter Abgeordneter zu suchen

WASHINGTON: US-Präsident Joe Biden hat bei einem Auftritt im Publikum offenbar nach einer unlängst gestorbenen Abgeordneten gesucht. Ist «Jackie ... hier? Wo ist Jackie?» fragte Biden am Mittwoch im Weißen Haus, als er Unterstützern von Initiativen zum Kampf gegen den Hunger dankte. «Ich denke, sie wollte nicht hier sein», sagte der 79-Jährige weiter in Bezug auf die republikanische Abgeordnete Jackie Walorski, die im August bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, erklärte später, Biden habe die «unglaubliche Arbeit» der Abgeordneten zu dem Thema lobend erwähnen wollen.

Zudem sei Walorski ihm in Gedanken sehr präsent gewesen, weil er ihre Familie für Freitag ins Weiße Haus eingeladen habe, sagte Jean-Pierre. Biden werde dann ein Gesetz unterzeichnen, mit dem eine Klinik für Veteranen nach Walorski benannt werde. «Natürlich war sie deswegen in seinen Gedanken», sagte Jean-Pierre. Auf wiederholte Nachfragen, ob Biden sich peinlich versprochen habe oder der Familie Walorskis nun eine Entschuldigung zustehe, sagte die Sprecherin: «Meine Antwort wird sich sicher nicht ändern.»

Der Demokrat Biden ist dafür bekannt, dass ihm gelegentlich Versprecher unterlaufen - vor allem, wenn er sich nicht an vorbereitete Redetexte hält. Einige Republikaner nutzen dies, um Bidens geistige Fitness für das Präsidentenamt in Frage zu stellen.

Walorski kam im August im Alter von 58 Jahren zusammen mit zwei Mitarbeitern bei einem Autounfall in ihrem Heimatbundesstaat Indiana ums Leben. Eine Frau auf der gegenüberliegenden Fahrbahn verlor Polizeiangaben zufolge die Kontrolle über ihr Fahrzeug und steuerte frontal in Walorskis Auto. Alle Beteiligten starben.


Uganda: Zahl der Ebola-Toten gestiegen

KAMPALA: In Uganda sind 19 Menschen gestorben, die vermutlich an Ebola erkrankt waren. Laut Angaben des Gesundheitsministeriums handelt es sich um Fälle, in denen eine Ebola-Infektion nicht klinisch nachgewiesen, aber wahrscheinlich vorhanden war. Inzwischen gebe es 15 bestätigte Infektionen in Uganda, teilte das Gesundheitsministerium des ostafrikanischen Landes am Samstagabend mit.

Die Ursache des Ausbruchs war zunächst nicht bekannt. Das Zentrum lag im Bezirk Mubende, dessen wichtigste Stadt an einer Schnellstraße in die Hauptstadt Kampala liegt. Anfang der vergangenen Woche wurde bekannt, dass ein 24-jähriger Mann an den Folgen einer Ebola-Infektion gestorben war.

Ebola wird durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten einer infizierten Person oder über kontaminierte Gegenstände übertragen. Die ersten Symptome wie Fieber und Muskelschmerzen ähneln anderen häufigen Krankheiten wie Malaria.

Seit einem schweren Ebola-Ausbruch im Jahr 2000, bei dem im Norden Ugandas über 200 Menschen starben und Hunderte weitere infiziert wurden, hat Uganda mehrere Ausbrüche erlebt. Erst im vergangenen Monat hatte Ugandas Nachbarland Kongo einen erneuten Ebola-Ausbruch gemeldet.


Boot mit Migranten aus Kuba vor Küste Floridas gesunken

WASHINGTON: Ein Boot mit Migranten aus Kuba ist nach US-Informationen vor der Küste Floridas gesunken.

Die Küstenwache suchte am Mittwoch nach 23 Menschen, wie sie auf Twitter mitteilte. Zuvor hatten vier Migranten von dem Boot aus schwimmend die amerikanische Stock Island neben Key West in «unfreundlichem» Wetter erreicht, hieß es. Auf die Küste Floridas bewegt sich gerade der gefährliche Hurrikan «Ian» zu, der auch in dem Gebiet, wo das Boot mutmaßlich gekentert ist, für Unwetter sorgt.


Polizei räumt erneut Flüchtlingslager am Stadtrand von Paris

PARIS: Die Polizei hat am Stadtrand von Paris erneut ein improvisiertes Flüchtlingslager geräumt. Die 354 Männer, die sich seit Monaten in dem Zeltlager nahe eines Kanals aufgehalten hatten, wurden in Quartiere im Großraum Paris und darüber hinaus gebracht, wie die Polizeipräfektur am Mittwoch mitteilte. Um das Aufenthaltsverfahren sowie die gesundheitliche und soziale Lage der Betroffenen solle sich gekümmert werden. Die Zeltstadt selbst, in der es zu einem Krätzeausbruch gekommen war, wurde abgebrochen. Nach Polizeiangaben handelte es sich um die 15. Räumung eines Lagers in diesem Jahr, mehr als 4000 Flüchtlinge seien dabei in feste Unterkünfte gebracht worden.

In Paris und am Stadtrand bilden sich immer wieder Zeltlager, in denen Migranten unter prekären Bedingungen leben. Am Freitag räumte die Polizei ein Lager auf dem geschichtsträchtigen Place de la Bastille.


US-Behörden: Nahender Hurrikan «Ian» ist lebensgefährlich

WASHINGTON: US-Behörden haben eindringlich vor den Gefahren durch den Hurrikan «Ian» gewarnt, der auf die Küste des Bundesstaates Florida zusteuert. Der Wirbelsturm berge Lebensgefahr, auch in den Tagen, nachdem er Land erreicht habe, sagte die Leiterin der US-Katastrophenschutzbehörde Fema, Deanne Criswell, am Mittwoch.

Durch die erwarteten Sturmfluten an der Küste, Überschwemmungen im Inneren des Landes und massive Regenfälle würden voraussichtlich weite Teile des Bundesstaates betroffen sein. Die Wassermassen seien extrem gefährlich, warnte Criswell.

Der Direktor des Nationalen Hurrikanzentrums, Ken Graham, betonte, es werde nach dem Eintreffen an Land vermutlich 24 Stunden dauern, bis der Wirbelsturm über Florida hinweggezogen sei. Das bedeute 24 Stunden heftiger Regenfälle. In Teilen Floridas seien in kürzester Zeit 50 bis 60 Zentimeter an Regen zu erwarten. Auch wenn der Wirbelsturm abziehe, bestehe weiter Gefahr durch Trümmer, kaputte Stromleitungen und dergleichen.

US-Präsident Joe Biden betonte, die Bundesregierung stehe bereit, Behörden in Florida und den betroffenen Kommunen jede mögliche Hilfe zu leisten - vor dem Sturm, währenddessen und für den nötigen Aufbau danach. Auch er mahnte, der Hurrikan sei lebensgefährlich. Biden forderte die Anwohner der betroffenen Gebiete auf, den Anweisungen der örtlichen Behörden zu folgen.


Alternative Nobelpreisträger werden verkündet

STOCKHOLM: In Stockholm werden am Donnerstag (8.00 Uhr) die diesjährigen Trägerinnen und Träger der Alternativen Nobelpreise bekanntgegeben. Mit den Auszeichnungen, die offiziell Right Livelihood Awards heißen, werden seit 1980 mutige Vorkämpfer für Menschenrechte, die Umwelt und den Frieden gewürdigt. Sie stehen in kritischer Distanz zu den eigentlichen Nobelpreisen, deren Preisträger ab Montag in Stockholm und Oslo verkündet werden.

Der Right Livelihood Award ging in seiner Geschichte unter anderen an weltbekannte Persönlichkeiten wie die schwedische Kinderbuchautorin Astrid Lindgren, den US-Whistleblower Edward Snowden und die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Meist zeichnet die Right-Livelihood-Stiftung aber Persönlichkeiten und Organisationen aus, die weniger stark im internationalen Rampenlicht stehen.

Vor einem Jahr ging der Preis an die Juristin Marthe Wandou aus Kamerun, den russischen Umweltschützer Wladimir Sliwjak, Freda Huson, eine kanadische Vorkämpferin für die Rechte von Ureinwohnern, sowie die in Indien ansässige Umweltschutzorganisation Legal Initiative for Forest and Environment (Life).


Franzosen protestieren landesweit gegen hohe Preise und Rentenreform

PARIS: In Frankreich haben Gewerkschaften für diesen Donnerstag zu landesweiten Streiks aus Protest gegen steigende Preise und die geplante Rentenreform von Präsident Emmanuel Macron aufgerufen. Besonders im Fokus der Streiks sollen die öffentlichen Verkehrsmittel und die Schulen stehen. Auf wie viel Rückhalt der Streikaufruf tatsächlich stößt, war vorab nicht abzusehen. In Paris etwa sollte die Metro uneingeschränkt fahren, Störungen wurden aber für die Busse und Vorort-Züge angekündigt. Im Bahnverkehr wurden regionale Einschränkungen befürchtet, nicht aber im Fernverkehr nach Deutschland.

Traditionell gibt es in Frankreich im Herbst, wenn alle aus den Sommerferien zurück sind, regelmäßig landesweite Proteste zu befürchteten sozialen Missständen. Aufgrund milliardenschwerer Hilfen und eines Energiepreisdeckels ist die Inflation in Frankreich im Moment allerdings deutlich niedriger als in anderen europäischen Ländern. Mehr Zündstoff birgt die Rentenreform, mit der der Rentenbeginn von 62 auf 64 oder 65 Jahre erhöht werden soll. Für viele Menschen in Frankreich ist das ein rotes Tuch.

Die Gewerkschaften und die Opposition sind in ihrem Protest gegen die Regierung im Moment gespalten. Während die Gewerkschaften am Donnerstag demonstrieren, haben Linkspartei, Sozialisten und Grüne für den 16. Oktober zu einem «Marsch gegen das teure Leben und das Nichtstun in der Klimakrise» aufgerufen.


Porsche gibt Börsendebüt - Größter deutscher Börsengang seit 1996

FRANKFURT/M.: Der Sportwagenbauer Porsche will am Donnerstag einen der größten deutschen Börsengänge der vergangenen Jahrzehnte hinlegen. Am Vormittag (ab 09.00 Uhr) ist an der Frankfurter Börse die Erstnotiz der Aktien des Stuttgarter Autobauers vorgesehen. Sollte der Ausgabepreis je Vorzugsaktie wie erwartet am oberen Ende der Preisskala liegen, ist für die Konzernmutter Volkswagen ein Bruttoerlös bis zu 9,4 Milliarden Euro drin. Das wäre die größte Neuemission seit dem Börsengang der Telekom im Jahr 1996.

Für die bis zu 114 Millionen neu auszugebenden Porsche-Vorzugsaktien war eine Preisspanne zwischen 76,50 bis 82,50 Euro ausgerufen worden. Die Zeichnungsfrist lief bis Mittwoch, der endgültige Emissionspreis sollte am späten Mittwochabend offiziell bekanntgegeben werden. Wegen der hohen Nachfrage war erwartet worden, dass das obere Ende der Skala erreicht wird.

Insgesamt gibt es - angelehnt an Porsches wohl bekanntestes Modell - 911 Millionen einzelne Wertpapiere. Das bedeutet je nach endgültigem Preis eine Marktkapitalisierung zwischen 70 und 75 Milliarden Euro. Das Grundkapital war in Vorbereitung auf den Börsengang je zur Hälfte in stimmberechtigte Stammaktien und stimmrechtslose Vorzugsaktien aufgeteilt worden. Bis zu ein Viertel dieser Vorzugsaktien - also die knapp 114 Millionen Papiere - ist nun ab Donnerstag handelbar.


US-Vizepräsidentin Harris reist nach Seoul

SEOUL: Inmitten erhöhter innerkoreanischer Spannungen trifft sich US-Vizepräsidentin Kamala Harris an diesem Donnerstag mit dem südkoreanischen Präsidenten Yoon Suk Yeol. Bei den Gesprächen stehen absehbar die Beziehungen der beiden Verbündeten sowie die Sicherheitslage auf der koreanischen Halbinsel im Vordergrund. Harris will auch an die schwer befestigte Grenze zwischen Süd- und Nordkorea fahren.

Erst kurz zuvor hatte Nordkorea nach Angaben des südkoreanischen Militärs zwei ballistische Kurzstreckenraketen getestet. Zudem soll das Land Berichten zufolge den Abschuss einer ballistischen U-Boot-Rakete vorbereiten.

Harris reist aus Japan an, wo sie am Dienstag an einem Trauerakt für Japans ermordeten Ex-Regierungschef Shinzo Abe teilnahm. Harris wolle die Stärke des Bündnisses mit Südkorea unterstreichen und über die Bedrohung, die von Nordkorea ausgehe, diskutieren, sagte ein hochrangiger US-Regierungsbeamter. Die Spannungen in der Region haben in diesem Jahr nach mehreren Raketentests durch Nordkorea deutlich zugenommen.


Raketenangriffe auf Grüne Zone - Al-Sadr-Anhänger protestieren

BAGDAD: Der Machtkampf im Irak spitzt sich weiter zu: Bei einem Raketenangriff auf die hoch gesicherte Grüne Zone in Iraks Hauptstadt Bagdad sind Sicherheitskräften zufolge sieben Menschen verletzt worden. Auch in der Nähe des Parlamentsgebäudes sei eine Katjuscha-Rakete eingeschlagen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur INA am Mittwoch. Bei Protesten in der Stadt wurden zudem elf Zivilisten und mehr als Hundert Sicherheitskräfte verletzt, wie Sicherheitskräfte mitteilten. Hunderte Anhänger des einflussreichen schiitischen Geistlichen Muktada al-Sadr demonstrierten, um eine Parlamentssitzung zu blockieren.

Dabei sollten die Abgeordneten über den Rücktritt des Parlamentschefs Mohammed al-Halbusi entscheiden, der Al-Sadr nahesteht. Al-Sadr liefert sich seit Monaten einen Machtkampf mit seinen schiitischen Konkurrenten, die mit dem Iran verbündet sind. Seit der Parlamentswahl vor fast einem Jahr ist das ölreiche Land ohne Regierung. Nach zum Teil tödlichen Zusammenstößen in Bagdad hatten Al-Halbusi und Al-Sadr die Auflösung des Parlaments und erneute Wahlen gefordert. Al-Sadrs Gegner berufen sich dagegen auf die Verfassung und verlangen, es müsse eine Regierung gebildet werden.

Weil Al-Sadr keine Mehrheit im Parlament für seine Ziele erreichen konnte, setzt er auf den Druck der Straße. Immer wieder kommt es im Irak bei Protesten zu heftigen Zusammenstößen. Im Juli setzte das Parlament seine Arbeit aus, nachdem Demonstranten das Parlamentsgebäude gestürmt hatten.

Mehrere Demonstranten warfen am Mittwoch Augenzeugen zufolge Steine auf Sicherheitskräfte. Bei den Auseinandersetzungen sollen demnach auch Demonstranten verletzt worden sein. Die Abgeordneten des Parlaments sprachen Parlamentschef Al-Halbusi derweil ihr Vertrauen aus.


Zehn kriminelle Gruppen erklären Waffenstillstand

BOGOTÁ: Nach dem Vorstoß der kolumbianischen Regierung für einen neuen Friedensprozess haben zehn kriminelle Gruppen in dem südamerikanischen Land einen einseitigen Waffenstillstand erklärt. Die Banden verpflichteten sich, nicht weiter zu töten, zu foltern und zu entführen, sagte der Hochkommissar für den Frieden, Danilo Rueda, laut einem Bericht des Fernsehsenders RCN am Mittwoch. Zu den kriminellen Organisationen gehören Splittergruppen linker Rebellen, rechte Paramilitärs und Drogenkartelle.

Der neue linke Präsident Gustavo Petro hatte nach seinem Amtsantritt im August angekündigt, den Friedensprozess in dem einstigen Bürgerkriegsland wieder anschieben zu wollen. Ziel sei es, das Friedensabkommen mit der linken Guerillaorganisation Farc konsequent umzusetzen, die abgebrochenen Verhandlungen mit der kleineren Rebellengruppe ELN wieder aufzunehmen und auch mit den zahlreichen kriminellen Banden in den Dialog zu treten.

Im Kongress liegt bereits ein Gesetzentwurf für den Umgang mit den Kämpfern der kriminellen Gruppen vor. Wenn sie die Waffen niederlegen und sich stellen, könnten sie demnach mit einer Reduzierung ihrer Strafe um 60 Prozent rechnen und 10 Prozent ihres Vermögens behalten. Ähnliche Regelungen gab es auch beim Friedensprozess mit der Farc-Guerilla.

Kolumbien litt 52 Jahre lang unter einem Bürgerkrieg zwischen linken Rebellen, rechten Paramilitärs und dem Militär. 220.000 Menschen kamen ums Leben, Millionen wurden vertrieben. Nach dem Friedensabkommen 2016 zwischen Regierung und Farc verbesserte sich die Sicherheitslage zwar zunächst. Allerdings sind mittlerweile viele Kämpfer wieder in den Untergrund gegangen und haben sich kriminellen Banden angeschlossen. Immer wieder werden Gewerkschafter, soziale Aktivisten und Umweltschützer gezielt getötet.


Floridas Gouverneur zu Hurrikan: Er wird eine Menge Schaden anrichten

TALLAHASSEE/WASHINGTON: Floridas Gouverneur Ron DeSantis hat die Bevölkerung in seinem Bundesstaat auf schwere Schäden durch den nahenden Hurrikan «Ian» vorbereitet. «Dies ist ein großer, starker Sturm», sagte DeSantis am Mittwochmorgen (Ortszeit) in der Hauptstadt Floridas, Tallahassee. «Er wird eine Menge Schaden anrichten.» Zu erwarten seien großflächige Stromausfälle und Schäden an Infrastruktur und Kommunikationsleitungen. Die Menschen müssten sich auf große Mengen an Wasser und Regen einstellen. Die nächsten ein bis zwei Tage würden «sehr hässlich» werden, bis der Wirbelsturm über Florida hinweggezogen sei, sagte der Republikaner voraus. «Das wird eine harte Strecke.»

Hurrikan «Ian» hat auf seinem Weg in Richtung Florida weiter bedeutsam an Kraft zugenommen. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h gilt der Sturm im Golf von Mexiko als Hurrikan der zweithöchsten Kategorie, wie das US-Hurrikanzentrum am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) mitteilte. Die Windgeschwindigkeiten liegen dabei nur ganz knapp unterhalb der Schwelle zur höchsten Hurrikan-Kategorie. DeSantis sagte, der Wirbelsturm könnte diese Schwelle bis zum Eintreffen an der Küste noch überschreiten.


Arbeiter in der EU sollen besser vor Asbest geschützt werden

BRÜSSEL: Arbeiterinnen und Arbeiter in der EU sollen einem Vorschlag der Europäischen Kommission zufolge künftig besser vor Asbest geschützt werden. Konkret soll eine EU-Richtlinie angepasst und der Grenzwert für den zulässigen Kontakt mit Asbest am Arbeitsplatz um das Zehnfache gesenkt werden. Allein 2019 seien rund 70.000 Menschen wegen Asbestkontakt am Arbeitsplatz gestorben. Das EU-Parlament und die Mitgliedsstaaten müssen das Vorhaben noch annehmen.

In Deutschland wurden die Herstellung und die Verwendung von Asbest bereits 1993 verboten. Viele langlebige Asbestprodukte wie Bodenbeläge oder Dachplatten sind nach Angaben des Umweltbundesamtes aber noch immer in Häusern zu finden. Auch Fliesenkleber, Spachtelmassen und Putz können demnach Asbest enthalten.


Elch greift Frau an

TYRESÖ: Ein Elch hat in Schweden eine Frau angegriffen und verletzt.

Die Frau war am Mittwochvormittag mit ihrem Hund im Wald spazieren gegangen, wie die Polizei in der Kommune Tyresö mitteilte. Der Elch habe sie unter anderem am Arm verletzt. Sie sei aber bei Bewusstsein und ansprechbar gewesen, als ein Krankenwagen sie ins Krankenhaus gebracht habe. Wildpfleger suchen den Angaben zufolge nach dem Elch.


Wartepause in Döner-Imbiss macht Franzosen zu Multimillionär

PARIS: Einer Wartepause in einem Döner-Imbiss hat ein Franzose einen Lotto-Gewinn von über 4,5 Millionen Euro zu verdanken. Im Juli hatte der Gelegenheitsspieler an seinem Urlaubsort einen Lottoschein ausgefüllt, während seine Frau im Tourismusbüro nach einer Auskunft fragte, teilte die französische Lottogesellschaft mit. Den Lottoschein stopfte der Mann von Anfang 60 in sein Portemonnaie, ohne sich zunächst weiter darum zu kümmern.

Erst als er fast zwei Monate später in einem Imbiss daheim auf seinen Döner wartete, erinnerte er sich an den Lottoschein und lief zu einer Lotto-Annahmestelle ganz in der Nähe. Dort erfuhr er von seinem Millionengewinn, den er zudem nur noch an diesem allerletzten Tag hätte einfordern können. Danach wäre der Gewinn verfallen gewesen.

Nach einigen Bissen eilte er nach Hause und stellte den Rest des Döners in den Kühlschrank. Als seine Frau nach Hause kam, zeigte sie sich verwundert über die Imbissreste. «Du wirst es mir nicht glauben, aber das ist ein Gold-Döner», meinte der Mann und weihte seine Frau in den Gewinn ein. «Ich habe alles gewonnen, aber wenige Stunden später wäre alles verloren gewesen.»


Durchsuchung in Geschäftsstelle der rechten AfD in Berlin

BERLIN: Die Berliner Staatsanwaltschaft hat am Mittwoch nach Angaben der AfD die Räume der Bundesgeschäftsstelle der rechten Partei in der deutschen Hauptstadt durchsucht.

«Seit heute Morgen führt die Berliner Staatsanwaltschaft eine Hausdurchsuchung in den Räumen der Bundesgeschäftsstelle der Alternative für Deutschland durch, ohne dass zuvor eine Anfrage wegen der zu klärenden Sachverhalte an die AfD gerichtet worden wäre», teilte die Partei mit. Von der Staatsanwaltschaft gab es zunächst keine Informationen dazu.

Einem Parteisprecher zufolge geht es vor allem um ein Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Parteivorsitzenden Jörg Meuthen, «wobei es offenbar in einigen wenigen Punkten Klärungsbedarf zu den Rechenschaftsberichten 2016 bis 2018 und zur Wahlkampffinanzierung 2017 gibt».

Die beiden Co-Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla kritisierten das Vorgehen. Weidel bezeichnete es als «äußerst ungewöhnliche und äußerst unverhältnismäßige Maßnahme zur Einschüchterung der AfD als wichtigster Oppositionspartei in Deutschland». Chrupalla sagte: «Wenn uns die Staatsanwaltschaft vorab gefragt hätte, hätten wir entsprechend geantwortet und Unterlagen zur Verfügung gestellt.» Seinen Angaben zufolge wurden «komplette Festplatten, Postfächer und Dateiordner kopiert».


Papst kündigt Reise nach Bahrain Anfang November an

ROM/MANAMA: Papst Franziskus will Anfang November nach Bahrain reisen. Dort plant das Oberhaupt der katholischen Kirche vom 3. bis 6. November die Teilnahme an einem Diskussionsforum in der Hauptstadt Manama sowie den Besuch des Ortes Awali in der Mitte des Inselstaates im Persischen Golf. Das gab Matteo Bruni, der Pressedirektor des Heiligen Stuhls, am Mittwoch bekannt. Es wird das erste Mal sein, dass ein Papst das Königreich auf einer Apostolischen Reise besucht.

In Manama steht ein Forum unter dem Titel «Bahrain Forum for Dialogue: East and West for Human Coexistence» (Dialogforum Bahrain: Ost und West für ein Menschliches Nebeneinander) an. Weitere Details der Reise sollten in den nächsten Wochen folgen. Franziskus nahm eine Einladung der zivilen und kirchlichen Behörden an.


Lehrer soll Schüler wegen Fehler tot geprügelt haben

NEU DELHI: Die Polizei in Indien sucht einen Lehrer, der einen Schüler mutmaßlich wegen eines Rechtschreibfehlers so stark verprügelt hatte, dass er an seinen Verletzungen starb. Der Mann sei nach dem Tod des Teenagers Anfang der Woche im Bundesstaat Uttar Pradesh auf der Flucht, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch.

Der Lehrer habe den 15-Jährigen vor drei Wochen mit einem Stab sowie seinen Fäusten geschlagen und ihn getreten, nachdem dieser bei einer Prüfung das Wort «sozial» falsch buchstabierte. Anschließend habe der Lehrer der Familie des Jugendlichen 40.000 Rupien (510 Euro) für die Behandlungskosten gegeben und später deren Anrufe ignoriert.

Der Vater sagte, der Lehrer habe ihn beschimpft, weil die Familie Dalits seien (früher sogenannte Unberührbare). Dalits stehen in der Hindu-Hierarchie ganz unten und obwohl sie von der indischen Verfassung geschützt sind, erfahren sie auch heute oft noch Diskriminierungen. Der Lehrer gehöre einer hohen Kaste an, hieß es.


Kristersson erhält zwei Wochen Zeit für Regierungsbildung

STOCKHOLM: Auf dem Weg zu einer neuen Regierung in Schweden hat der Konservative Ulf Kristersson wie von ihm gewünscht zwei Wochen Verhandlungszeit erhalten. Parlamentspräsident Andreas Norlén gewährte ihm am Mittwoch nach einem Treffen zum Stand der Dinge eine Frist bis zum 12. Oktober. Bereits am 5. Oktober soll Kristersson bei ihm Zwischenbericht erstatten, wie Norlén mitteilte.

Zuvor hatte Kristersson auf einer Pressekonferenz in Stockholm berichtet, Norlén vorgeschlagen zu haben, zwei Wochen Sondierungszeit zu erhalten. Es laufe gut, viele Dinge müssten aber diskutiert werden, ehe eine Regierungsgrundlage fertig sei.

Ein konservativ-rechter Vier-Parteien-Block einschließlich der rechtspopulistischen Schwedendemokraten hatte bei der Parlamentswahl in Schweden am 11. September eine knappe Mehrheit von 176 der 349 Sitze erreicht. Acht Tage später hatte Norlén Kristersson den Auftrag erteilt, sich an der Bildung einer neuen Regierung zu versuchen.


Südkorea: Nordkorea feuert erneut Raketen Richtung Meer ab

SEOUL: Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs am Mittwoch zwei ballistische Kurzstreckenraketen in Richtung offenes Meer abgeschossen. Das berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Militär. Die Raketen seien kurz nach 18 Uhr Ortszeit nahe der Hauptstadt Pjöngjang gestartet und in Richtung des Japanischen Meers (koreanisch: Ostmeer) geflogen. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekanntgegeben.

UN-Resolutionen verbieten Nordkorea die Erprobung jeglicher Art von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch einen oder mehrere Atomsprengköpfe tragen können. Es handelt sich in der Regel um Boden-Boden-Raketen.

Der Raketentest erfolgte nur einen Tag, bevor US-Vizepräsidentin Kamala Harris in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul erwartet wird. Dort soll sie sich am Donnerstag mit dem südkoreanischen Präsidenten Yoon Suk Yeol treffen. Sie wird auch an die schwer befestigte Grenze zwischen Süd- und Nordkorea fahren.

Die Spannungen in der Region haben nach einer Reihe von Tests mit atomwaffenfähigen Raketen durch Nordkorea in diesem Jahr zugenommen. Zuletzt hatte das nordkoreanische Militär am Sonntag eine ballistische Rakete abgefeuert. Zudem soll das Land Berichten zufolge den Abschuss einer ballistischen U-Boot-Rakete vorbereiten.


US-Skifahrerin tot im Himalaya gefunden

KATHMANDU: Die erfahrene US-amerikanische Skifahrerin Hilaree Nelson ist tot im Himalaya gefunden worden. Ihr Leichnam sei bei einer Hubschraubersuche am Mittwoch entdeckt worden und wird nun in die Hauptstadt Kathmandu für eine Obduktion geflogen, wie ein Sprecher des nepalesischen Tourismusministeriums der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Nelson wurde seit Montag vermisst, nachdem sie nach dem Erreichen des Gipfels des Mount Manaslu im Himalaya in eine Gletscherspalte gestürzt war. Die Rettungsarbeiten auf dem achthöchsten Berg der Welt wurden wegen schlechtem Wetter behindert.

Bei dem Vorfall auf dem Achttausender war die 49-Jährige Skifahrerin mit ihrem Partner unterwegs gewesen. Nelson hat einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde dafür, dass sie als erste Frau die Gipfel der zwei Achttausender Mount Everest und Mount Lhotse in weniger als 24 Stunden erreichte.


BBC: Weltweit wohl unter eine Milliarde Zuschauer bei Queen-Begräbnis

LONDON: Experten des britischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks BBC gehen davon aus, dass weltweit weniger als eine Milliarde Menschen das Staatsbegräbnis von Queen Elizabeth II. im Fernsehen verfolgt haben. Auf eine genaue Zahl wollten sie sich aus Mangel an Daten nicht festlegen. Doch die im Vorfeld des Begräbnisses von vielen Nachrichten-Webseiten wiedergegebene Schätzung von 4,1 Milliarden Menschen, mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung, sei wohl viel zu hoch gegriffen.

«Unter einer Milliarde scheint wahrscheinlicher, aber ich würde keine Zahl nennen wollen, weil es einfach nicht genügend Daten gibt», sagte BBC-Expertin Charlotte McDonald in der Radiosendung «More or less» am Mittwoch.

Demzufolge schaltete mit etwa 29 Millionen Zuschauern selbst in Großbritannien weniger als die Hälfte (43 Prozent) der Bevölkerung ein. In anderen Commonwealth-Staaten waren es weniger. In Kanada saß demnach mit etwa 13,2 Millionen etwas mehr als ein Drittel und in Australien mit rund 5,2 Millionen Menschen ein Fünftel der Bevölkerung vor dem Fernseher. In den USA lockte das Großereignis etwa 11,4 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme. Das entspricht rund drei Prozent der Bevölkerung.

Für Länder wie China und Indien sowie viele afrikanische Länder sind der BBC zufolge keine oder nur sehr vage Zahlen verfügbar. Doch es gilt als unwahrscheinlich, dass der Anteil der Zuschauer dort höher liegt als in Ländern, deren Staatsoberhaupt die Queen war.


Selfies aus dem Gefängnis - Britischem Straftäter drohen Konsequenzen

LONDON: Einem verurteilten Straftäter in England könnte eine verlängerte Haftstrafe drohen, da er Selfies und Nachrichten aus dem Gefängnis versendet haben soll. Das britische Justizministerium bestätigte der Nachrichtenagentur PA zufolge, derzeit eine entsprechende Untersuchung durchzuführen.

Zuvor hatte die «Daily Mail» berichtet, der 2012 inhaftierte Straftäter habe Selfies aus seiner Zelle an Freunde geschickt und sei auf Facebook, Youtube und Whatsapp aktiv gewesen. Ein Sprecher des britischen Prison Service sagte dazu: «Wir tolerieren keine illegale Handynutzung im Gefängnis und Häftlinge, die erwischt werden, müssen sich darauf einstellen, länger hinter Gittern zu bleiben.» PA zufolge laufen derzeit Durchsuchungen von Gefängniszellen.

Der in diesem Fall erwischte Gefangene wurde wegen eines rassistisch motivierten Mordes in London im Jahr 1993 zu lebenslanger Haft verurteilt. Unter bestimmten Auflagen können Verurteile nach Jahrzehnten in solchen Fällen freigelassen werden. Neben dem Inhaftierten wurden in dem Fall vier weitere Männer festgenommen, allerdings nur ein weiterer verurteilt.


Hurrikan «Ian» gewinnt vor Florida an Stärke - zwei Tote

KEY WEST: Zum Hurrikan der Kategorie vier von fünf hochgestuft bewegt sich «Ian» weiter auf den US-Bundesstaat Florida zu. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 220 Stundenkilometern gewann der Sturm am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) im Golf von Mexiko an Stärke und gilt nun als Hurrikan der zweithöchsten Kategorie, wie das US-Hurrikanzentrum mitteilte. Das Sturmauge befand sich demnach etwa 125 Kilometer westlich der Küste Floridas. Die Behörde warnte vor «lebensbedrohlichen Sturmfluten, katastrophalen Winden und Überschwemmungen auf der Halbinsel».

«Ian» werde voraussichtlich im Verlauf des Mittwochs südlich der Stadt Tampa auf Land treffen, hieß es weiter. Für 2,5 Millionen Menschen galten Evakuierungsanweisungen - zahlreiche Menschen brachten sich in Sicherheit. Bereits in der Nacht zum Mittwoch hatten Ausläufer des Wirbelsturms die Stadt Key West, den südlichsten Punkt des US-Staates, erreicht. In den sozialen Netzwerken waren Bilder von überschwemmten Straßen und meterhohen Wellen zu sehen.

«Ian» war zuvor als Hurrikan der Kategorie drei von fünf in Kuba auf Land getroffen und hatte dort für große Schäden gesorgt. In der besonders betroffenen Provinz Pinar del Río seien zwei Menschen nach dem Einsturz ihrer Häuser gestorben, teilte die kubanische Regierung am Dienstag mit. Landesweit fiel der Strom aus, der staatliche Stromanbieter UNE kündigte an, dass die Versorgung schrittweise in der Nacht und am Morgen wiederhergestellt werde.


Südkoreas Geburtenrate auf historischem Rekordtief

SEOUL: Die Geburtenrate in Südkorea ist auf ein historisches Rekordtief gesunken. Wie aus den Daten des nationalen Statistikamts hervorgeht, wurden im Monat Juli lediglich 20.441 Geburten verzeichnet, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte. Dies ist ein Rückgang von 8,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und zudem der niedrigste Wert seit Beginn der statistischen Erhebungen im Jahr 1981.

Gleichzeitig sind im selben Zeitraum 26.030 Menschen in Südkorea gestorben, was den höchsten saisonalen Wert für den Monat Juli darstellt. Demnach übersteigt die Todesrate die Geburtenrate seit über zweieinhalb Jahren, wie das Statistikamt weiter mitteilte.


Gewerkschaft will britische Post an 19 Tagen bestreiken

LONDON: Etliche Briefe und Postsendungen in und aus Großbritannien dürften in den kommenden Wochen verspätet ankommen. Die Gewerkschaft der Beschäftigten im Kommunikationssektor hat die Belegschaft der Royal Mail im Oktober und November an insgesamt 19 Tagen zum Streik aufgerufen und «dramatische Auswirkungen» angekündigt - unter anderem für die Verkaufstage Black Friday und Cyber Monday Ende November sowie das Vorweihnachtsgeschäft.

«Der Chef der Royal Mail Group behandelt Postboten, als wären sie dumm», sagte der Generalsekretär der Gewerkschaft, Dave Ward, der Nachrichtenagentur PA zufolge. Das Unternehmen habe die Arbeitsbedingungen einseitig verschlechtert. Von Royal Mail hieß es, man habe die Gewerkschaft zu Gesprächen über Gehälter und Veränderungen eingeladen. Auch die Beschäftigten des britischen Postdienstleisters Post Office befinden sich im Arbeitskampf: Tausende legten am Mittwoch für 24 Stunden ihre Arbeit nieder, um für höhere Löhne zu kämpfen.

Seit Monaten legen Streiks in den verschiedensten Branchen - darunter im Zugverkehr, an Häfen oder im Kommunikationssektor - immer wieder Teile des öffentlichen Lebens in Großbritannien lahm. Die neue britische Regierung von Premierministerin Liz Truss hat angekündigt, das Recht auf Streiks deutlich einschränken zu wollen.


Gasleck: 17 Tote bei Feuer in Restaurant in Nordostchina

PEKING: Bei einem Feuer in einem Restaurant in der nordostchinesischen Stadt Changchun sind 17 Menschen ums Leben gekommen. Drei weitere seien verletzt worden, berichteten die örtlichen Behörden am Mittwoch. Ursache war nach ersten Ermittlungen eine Explosion durch eine Leck an einem Propangas-Behälter, wie der Fernsehsender Phoenix berichtete.

Die Feuerwehr sei gegen Mittag zum Brandort in einer Technologiezone der Provinzhauptstadt von Jilin geeilt, habe das Feuer gelöscht und nach Überlebenden gesucht, berichtete die Verwaltung des Distrikts. Innerhalb von gut zwei Stunden seien die Lösch- und Rettungsarbeiten beendet worden. Der Verantwortliche des Restaurants sei in Gewahrsam genommen worden.

Die Behörden entsandten umgehend eine Arbeitsgruppe an den Brandort, um zu ermitteln und Lehren aus dem Unglück zu ziehen, wie es in einer weiteren Mitteilung hieß.


Randalierer zünden 24 Autos in französischer Provinzstadt an

ALENÇON: Randalierer haben in der französischen Provinzstadt Alençon mindestens 24 Autos in Brand gesetzt und sich gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Zunächst hatten die Beamten am Dienstag in einem Problemviertel der Normandie-Stadt zwei Insassen eines Autos festgenommen, berichtete der Sender BFMTV am Mittwoch unter Verweis auf die Polizei. Der Beifahrer wurde mit Haftbefehl gesucht, während sich der Fahrer der Polizei widersetzte und zu Krawallen aufrief. Am Abend zündeten Dutzende Vermummte in dem Viertel Autos und Mülltonnen an, zerstörten Bushaltestellen und bewarfen die Polizei mit Feuerwerkskörpern. Verletzt wurde niemand.

Die Feuerwehr konnte die Brände erst bekämpfen, nachdem die Polizei mit alarmierter Verstärkung in das Viertel vorrückte. Mit umgestürzten Autos blockierten die Randalierer Zufahrten, berichtete die Zeitung «Ouest France». Anwohner brachten in aller Eile ihre Wagen vor dem Gewaltausbruch in Sicherheit. Hintergrund der Gewalt, die nicht zum ersten Mal in dem Viertel ausbrach, ist das Vorgehen der Polizei gegen Drogendealer. Diese mobilisieren zu der Gewalt, um die Ordnungskräfte einzuschüchtern. Festnahmen gab es in der Nacht zum Mittwoch zunächst nicht.


IS-Frau wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt

KARLSRUHE: In Deutschland muss sich eine mutmaßliche IS-Anhängerin demnächst wegen Beihilfe zum Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht verantworten. Die Bundesanwaltschaft am Oberlandesgericht Koblenz erhob nach Angaben vom Mittwoch Anklage gegen die Deutsche. Sie soll im Dezember 2014 mit ihrem Mann nach Syrien gereist sein und sich dort der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben.

Ab Anfang 2015 lebten sie im Irak in Mossul, wo sie die gemeinsame Tochter im Sinne der IS-Ideologie erzogen hätten. In seinem Haus habe das Paar Handgranaten, Sturmgewehre und Sprengstoff eingelagert und zudem in dem Anwesen eine Aufnahmestelle für alleinstehende weibliche IS-Mitglieder eingerichtet. Ab dem Frühjahr 2016 habe sich das Paar auch eine jesidische Sklavin gehalten.

Die Jesidin sei mit Wissen der Deutschen von ihrem Mann regelmäßig vergewaltigt und geschlagen worden, wie es weiter hieß. Außerdem habe die Gefangene Hausarbeit verrichten und Kinder betreuen müssen. Sie sei zudem gezwungen worden, islamische Riten einzuhalten. «Dies alles diente dem erklärten Ziel des IS, den jesidischen Glauben zu vernichten», wie es in der Mitteilung weiter hieß. Ab Herbst 2016 sei die Deutsche wieder nach Syrien gezogen.

Die Frau war Ende März mit drei anderen Frauen, darunter zwei weitere Deutsche und eine Frau mit deutsch-marokkanischer Staatsbürgerschaft, bei der Einreise am Flughafen Frankfurt festgenommen worden und danach in Untersuchungshaft gekommen.


Mehr als 30 Festnahmen bei Anti-Mafia-Razzia

ROM: Bei einer Anti-Mafia-Razzia in Italien sind mehr als 30 mutmaßliche Mitglieder und Komplizen eines Clans der sizilianischen Cosa Nostra festgenommen worden. Die Carabinieri führten dazu am frühen Mittwochmorgen mehrere Zugriffe in unterschiedlichen Provinzen des Landes durch, wie die Polizeibehörde in der Stadt Catania mitteilte. 250 Einsatzkräfte waren demnach an der Aktion beteiligt.

Den Festgenommenen wird unter anderem die Mitgliedschaft in einer Mafia-Organisation, Erpressung, Drogenhandel und illegaler Waffenbesitz vorgeworfen. Bei der Aktion mit dem Namen «Blaues Blut» konnten die Carabinieri nach eigenen Angaben auch einen aktuellen Boss des Santapaola-Ercolano-Clans festnehmen. Darüber hinaus wurden Gegenstände im Wert von mehr als vier Millionen Euro beschlagnahmt.


Ein Toter bei Polizeieinsatz gegen Rechtsextreme

ANTWERPEN: Bei einer Hausdurchsuchung im mutmaßlich rechtsextremen Milieu im belgischen Antwerpen ist ein Mensch gestorben. Während der Hausdurchsuchung auf illegale Waffen im Stadtteil Merksem habe es am Mittwochmorgen einen Schusswechsel zwischen der Polizei und einem Verdächtigen gegeben, teilte die Staatsanwaltschaft Antwerpen mit. Dabei sei ein Bewohner gestorben.

Insgesamt wurden zehn Hausdurchsuchungen durchgeführt, wie die Bundesstaatsanwaltschaft später bestätigte. Sechs Personen seien festgenommen worden. Es seien mehr als hundert Waffen sowie Munition, Nacht- und Wärmesichtgeräte und andere Ausrüstung gefunden worden, hieß es.

Demnach besteht der Verdacht, dass die betroffene Personengruppe eine Art bewaffneten Widerstand gegen die Regierung geplant hatte, ohne ein bestimmtes Angriffsziel oder Datum festgelegt zu haben. Nach Angaben der Antwerpener Staatsanwaltschaft richteten sich die Ermittlungen gegen Menschen, die der Nähe zu gewalttätigen Rechtsextremen verdächtigt werden.


Gericht: Hohe Maut-Nachforderungen aus Ungarn sind erlaubt

KARLSRUHE: Autofahrer, die die Maut in Ungarn nicht bezahlen, müssen hohe Nachforderungen hinnehmen. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag in Karlsruhe. Der Senat gab damit einem ungarischen Inkassounternehmen recht, das wegen nicht bezahlter Mautgebühren gegen den Autovermieter Hertz geklagt hatte.

Hertz hatte sich dagegen gewehrt, hohe Zusatzgebühren zu bezahlen, weil eigene Mietwagen fünfmal ohne Vignette auf ungarischen Autobahnen unterwegs waren. Nach dortigem Recht ist dafür der Fahrzeughalter verantwortlich. Die zusätzlichen Gebühren werden von dem Inkassounternehmen in Deutschland eingetrieben.

Hertz hielt unter anderem die Höhe der Gebühren für unzulässig. Außerem wollte es nicht als Fahrzeughalter stellvertretend für Mautverstöße seiner Kunden zur Kasse gebeten werden. Beides aber, sowohl die Halterhaftung wie auch die Höhe der Gebühren, sei mit deutschem Recht vereinbar, entschied das Gericht.

Das Urteil der Vorinstanz, in der der Autovermieter ebenfalls unterlegen war, wurde dennoch aufgehoben und ans Landgericht Frankfurt zurückverwiesen. Das sei aber ausschließlich dem Umstand geschuldet, dass die Mautschulden in Euro eingeklagt worden seien statt in ungarischen Forint. (Az. XII ZR 7/22)


Hohe Haftstrafen für internationale Bande von Callcenter-Betrügern

München (dpa/lby) - Jahrelang haben falsche Polizeibeamte einer international agierenden Bande arglose Menschen vor allem in Bayern und Baden-Württemberg ausgenommen. Nun sind in der Türkei 67 Männer und Frauen wegen organisierten Callcenter-Betrugs verurteilt worden. Das Landgericht in der Stadt Izmir habe teils hohe Haftstrafen verhängt und Vermögenswerte von umgerechnet mehr als 60 Millionen Euro eingezogen, teilte das Polizeipräsidium München am Mittwoch mit. Den Schaden der Opfer beziffert die Polizei auf mehr als 120 Millionen Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu hatte darüber bereits am Montag berichtet.

Der Anführer der Bande hatte sich 2012 von Bremen in die Türkei abgesetzt und dort das Callcenter eingerichtet. Telefonisten, auch Keiler genannt, riefen von dort aus die Opfer an und gaben sich als Polizisten aus, um mit erfundenen Geschichten ihren Opfern Geld und Wertgegenstände zu entlocken. Im Dezember 2020 waren der Anführer und weitere Mitglieder bei einer Razzia in Izmir festgenommen worden.

«Nach unseren Ermittlungen sind diese Bandenstrukturen ein Milieu mit höchster krimineller Energie, denn die Täter schrecken auch vor schweren Straftaten nicht zurück», sagte Hans-Peter Chloupek, der bei der Polizei in München die darauf spezialisierte Ermittlungseinheit AG Phänomene leitet. Entsprechend hoch sind die Strafen. Der Chef der Bande bekam der Polizei zufolge eine Haftstrafe von 400 Jahren und sechs Monaten, andere zwischen sechs Monaten und 199 Jahren.

Seit 2017 waren Beamte aus Bayern und Baden-Württemberg sowie des Bundeskriminalamtes den Tätern auf der Spur. Chloupek sprach von einem Urteil mit Signalwirkung für ähnliche Verfahren im In- und Ausland. «Die enge Zusammenarbeit mit den Behörden in der Türkei bei der Aushebung solcher Callcenter hat sich über Jahre hinweg etabliert und ist sehr gut.» Der Beamte hofft nun auf ein gutes Ende für die Betrogenen, auch mit Blick auf die Vermögenswerte, die eingezogen wurden. «Wir hoffen, dass damit die Opfer nun auch finanziell von den türkischen Behörden entschädigt werden können», sagte er.


Mordfall Simone Strobel: Gerichtsverhandlung verschoben

SYDNEY: Im Mordfall der vor 17 Jahren in Australien getöteten deutschen Erzieherin Simone Strobel ist der Prozessbeginn offenbar verschoben worden. Das Gericht in Lismore habe am Mittwoch angekündigt, dass die Verhandlung auf den 9. November vertagt werde, berichteten australische Medien unter Berufung auf die Justiz. Die Polizei habe weitere sechs Wochen Zeit für die Beweisaufnahme beantragt, so der australische «Daily Telegraph». Der angeklagte Ex-Freund Strobels war den Angaben zufolge nicht im Gerichtssaal und ließ sich von seinem Anwalt vertreten.

Der Deutsche war Ende Juli in seinem Haus im westaustralischen Perth festgenommen und nach Sydney geflogen worden. Dort wurde er des Mordes angeklagt. Wenige Tage später wurde er auf Kaution freigelassen und kehrte zu seiner australischen Ehefrau nach Perth zurück. Die zuständige Richterin hatte der Anklage vorgeworfen, kaum Beweise für ihre Beschuldigungen vorgelegt zu haben.

Die Festnahme war eine überraschende Wendung in dem Fall, der trotz eingehender Ermittlungen bis heute ungelöst blieb. Die 25 Jahre alte Simone Strobel aus Unterfranken war 2005 mit ihrem damals 24 Jahre alten Freund mit dem Wohnmobil in Australien unterwegs. Später kamen die Schwester des Freundes und deren Freund aus Deutschland dazu. Die vier waren auf einem Campingplatz in Lismore nördlich von Sydney, als Strobel plötzlich verschwand. Wenige Tage später wurde ihre Leiche in der Nähe des Campingplatzes unter Palmwedeln gefunden.

Zu den Kautionsauflagen für den Angeklagten gehört unter anderem, dass er sich drei Mal pro Woche auf einer Polizeistation melden muss und seinen Reisepass abgeben musste, wie aus dem Gerichtsbeschluss hervorging. Auch darf er demnach keine verschlüsselten Kommunikationsdienste wie Whatsapp benutzen.

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