Neues aus dem Ausland am Freitag

Neues aus dem Ausland am Freitag

Biden weist Freigabe-Überprüfung geheimer Dokumente zu 9/11 an

WASHINGTON: US-Präsident Joe Biden hat das Justizministerium und andere Behörden angewiesen, die Freigabe geheimer Dokumente zu den Terroranschlägen vom 11. September zu prüfen. Eine Verordnung verpflichte Justizminister Merrick Garland, entsprechende Dokumente im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu den Anschlägen dann innerhalb der kommenden sechs Monate zu veröffentlichen, teilte Biden am Freitag mit.

Informationen sollten nicht als Verschlusssache eingestuft bleiben, wenn das öffentliche Interesse an der Offenlegung den Schaden für die nationale Sicherheit überwiege, heißt es in der Verfügung. «Als ich für das Amt des Präsidenten kandidierte, habe ich mich verpflichtet, für Transparenz bei der Freigabe von Dokumenten über die Terroranschläge vom 11. September 2001 auf Amerika zu sorgen», hieß es in einer Mitteilung Bidens. Mit Blick auf den 20. Jahrestag der Anschläge wolle er sich nun an dieses Versprechen halten.

Zuvor hatten einige Familien der Opfer damit gedroht, nicht zu den Gedenkfeierlichkeiten zum 20. Jahrestag zu erscheinen, falls Biden nicht Dokumente freigebe. Ihnen ging es vor allem um Unterlagen, welche die Rolle Saudi-Arabiens bei den Anschlägen beleuchten. Familien von Opfern der Terroranschläge wollen den Golfstaat schon seit längerem zur Verantwortung ziehen. Hintergrund sind Vorwürfe gegen das Land, Verbindungen zur Terrororganisation Al-Kaida gehabt zu haben. Bei der Mehrheit der Attentäter hatte es sich außerdem um saudische Staatsbürger gehandelt.

Am 11. September 2001 steuerten islamistische Terroristen drei gekaperte Flugzeuge in das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington. Ein weiteres entführtes Flugzeug stürzte in Pennsylvania ab. Den Anschlägen fielen etwa 3000 Menschen zum Opfer.


USA verhängen Sanktionen gegen iranische Geheimdienstmitarbeiter

WASHINGTON: Die USA verhängen Sanktionen gegen vier iranische Geheimdienstmitarbeiter. Das US-Finanzministerium teilte am Freitag in Washington mit, die Betroffenen hätten geplant gehabt, Kritiker der iranischen Regierung zum Schweigen zu bringen und eine iranischstämmige US-Staatsbürgerin und Menschenrechtsaktivistin in New York zu entführen. Der Entführungsplan sei vereitelt worden, zeige aber die Rolle des iranischen Geheimdienstapparats bei der Verfolgung von Iranern im Ausland - einschließlich der Versuche, Dissidenten in den Iran zurückzubringen.

US-Außenminister Antony Blinken teilte mit: «Der Versuch Irans, eine US-Staatsbürgerin auf amerikanischem Boden zu entführen, weil sie von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht hat, um die iranische Regierung zu kritisieren, ist inakzeptabel und ein ungeheuerlicher Verstoß gegen grundlegende internationale Normen.» Nach Angaben des Finanziministeriums wird etwaiger Besitz der vier Geheimdienstmitarbeiter in den USA eingefroren. US-Staatsbürgern sind Geschäfte mit ihnen verboten. Ausländern drohen bei Geschäften mit den von Sanktionen belegten Iranern selbst Strafmaßnahmen der USA.

Gegen die vier Iraner war im Juli in New York Anklage unter anderem wegen der geplanten Entführung erhoben worden. Das Justizministerium teilte damals mit, die vier Geheimdienstmitarbeiter seien im Iran ansässig und auf freiem Fuß.


US-Außenminister Blinken plant Besuch in Ramstein in nächsten Tagen

WASHINGTON: US-Außenminister will in den nächsten Tagen den amerikanischen Militärstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz besuchen. Blinken sagte am Freitag in Washington, er wolle am Sonntag zunächst in die katarische Hauptstadt Doha reisen. Von dort aus werde er anschließend zur Air Base Ramstein aufbrechen, wo er unter anderem mit afghanischen Schutzsuchenden und amerikanischem Personal sprechen wolle. Bei seinem Besuch in Deutschland werde er auch mit Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) zusammenkommen und gemeinsam mit ihm eine Videokonferenz mit anderen Amtskollegen zu Afghanistan abhalten. Einen genauen Zeitplan für die Stationen der Reise nannte Blinken zunächst nicht. Weitere Details vom US-Außenministerium wurden aber noch im Laufe des Freitags (Ortszeit) erwartet.

Der Luftwaffenstützpunkt Ramstein dient derzeit als US-Drehkreuz für die Evakuierung von afghanischen Schutzsuchenden, die nach der Machtübernahme der Taliban aus ihrer Heimat ausgeflogen wurden.

In Doha wiederum haben die USA vorerst ihr diplomatisches Team für Afghanistan untergebracht, nachdem sie mit dem Abzug aller US-Truppen aus Kabul dort auch ihre diplomatische Präsenz aufgegeben hatten.


Missbrauchsvorwurf: Ex-Kardinal McCarrick plädiert auf nicht schuldig

DEDHAM: Der frühere US-Kardinal Theodore McCarrick hat in einem Prozess wegen Vorwürfen sexuellen Missbrauchs US-Medienberichten nach auf nicht schuldig plädiert. Der 91-Jährige habe sich während des Anhörungstermins in Dedham im US-Bundesstaat in Massachusetts am Freitag selbst nicht geäußert, wie Medien übereinstimmend aus dem Gerichtssaal berichteten. McCarrick werden sexuelle Übergriffe auf einen Minderjährigen in den 1970er Jahren vorgeworfen.

McCarrick war von 2001 bis 2006 Erzbischof von Washington. Papst Franziskus enthob ihn im Sommer 2018 der Kardinalswürde. 2019, rund ein halbes Jahr später, entließ er ihn aus dem Priesterstand. Zuvor war McCarrick von einer Untersuchung der Glaubenskongregation des Vatikans des sexuellen Fehlverhaltens im Umgang mit Minderjährigen und Erwachsenen schuldig befunden worden. Verjährungsfristen hatten eine strafrechtliche Verfolgung in der Vergangenheit in vielen Fällen erschwert. McCarrick selbst hatte nach US-Berichten mehrfach ein Fehlverhalten bestritten.

Auf Videos war zu sehen, wie der 91-Jährige McCarrick mithilfe eines Rollators in das Gericht ging. «Wie viele Kinder, wie viele junge Leben, wie viele Suizide, Drogensüchte, Depressionen - das ist, was er uns gegeben hat», rief eine Frau vor dem Gericht, wie Aufnahmen des Senders WCVB Boston zeigten. Die «Washington Post» berichtete, dass auch das mutmaßliche Opfer am Freitag mit Verwandten im Gerichtssaal gewesen sei.


Öko-Liberale und Rechtsextreme wollen Regierung stürzen

BUKAREST: Im rumänischen Parlament haben die mitregierenden Öko-Liberalen eigenen Angaben nach mit Unterstützung der extrem rechten AUR einen Misstrauensantrag gegen die bürgerliche Regierung von Ministerpräsident Florin Citu eingereicht. Das erklärten die Vorsitzenden der öko-liberalen Partei USR-Plus, Dacian Ciolos und Dan Barna, am Freitagabend im rumänischen Fernsehen. Damit reagierte die Partei auf die Entlassung ihres Justizministers Stelian Ion, die Citu am Mittwoch beschlossen hatte. Damit ist die seit Ende letzten Jahres regierende Koalition, zu der auch die Ungarn-Partei UDMR gehört, faktisch zerbrochen.

Die Unterstützung der Oppositionspartei AUR für den Misstrauensantrag war notwendig, weil USR-Plus im Parlament nicht über genügend Vertreter verfügt, um die notwendige Anzahl von 122 Unterschriften zur Einreichung zusammenzubekommen. Damit der Misstrauensantrag im Parlament durchkommt, sind 234 Stimmen notwendig. Diese Zahl kann nur zustande kommen, wenn die mächtige Oppositionspartei PSD (Sozialdemokraten) dafür stimmt. Die Aussichten dafür gelten als gut. Zur Abstimmung dürfte es nächste Woche kommen.

Anlass für die Entlassung des Justizministers Ion war dessen Weigerung, für Citus Plan zur Verteilung von Finanzmitteln für Entwicklungsprojekte notwendige Unterschriften zu geben. Ions Partei USR-Plus kritisiert, dass dieser Plan intransparent sei und lediglich dazu diene, Citus Parteifreunde auf lokaler Ebene zu bevorzugen.


Biden besucht nach Hurrikan «Ida» Katastrophengebiet im Süden

WASHINGTON: Nach dem verheerenden Hurrikan «Ida» besucht US-Präsident Joe Biden das Katastrophengebiet im Süden der USA. Biden traf am Freitag in New Orleans im Bundesstaat Louisiana ein, wo er sich ein Bild von den schweren Schäden machen wollte. Am Nachmittag (Ortszeit) wollte sich der US-Präsident zur Reaktion seiner Regierung auf den verheerenden Sturm äußern. In Louisiana und dem benachbarten Bundesstaat Mississippi kamen bei dem Hurrikan mindestens 13 Menschen ums Leben. Die Vizesprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, sagte auf dem Flug nach New Orleans, weiterhin hätten 800.000 Haushalte in der Katastrophenregion keinen Strom.

«Ida» war am Sonntag als Hurrikan der Stärke vier (von fünf) südwestlich von New Orleans auf die Küste getroffen und hatte schwere Verwüstung angerichtet. Dann schwächte sich der Sturm über Land ab und zog nach Nordosten weiter. Dort kam es zu heftigen Regenfällen und katastrophalen Überschwemmungen in der Metropole New York und in mehreren Bundesstaaten. Im Nordosten kamen mindestens 46 Menschen ums Leben, darunter 23 in New Jersey, 16 in der Stadt New York und im Umland, 5 in Pennsylvania und je einer in Connecticut und Maryland. Zudem richteten nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes (NWS) mindestens acht Tornados schwere Schäden an, vor allem in New Jersey.


Baumert übernimmt voraussichtlich Leitung von Tui Deutschland

HANNOVER: Der Manager Stefan Baumert wird aller Voraussicht nach zum Chef des wichtigen deutschen Veranstalter-Geschäfts in der Tui-Gruppe aufsteigen. Dies war am Freitag aus Konzernkreisen zu hören. Der 47-Jährige habe sehr gute Chancen, hieß es. Auch nach Informationen des «Manager-Magazins», das zuvor darüber berichtete, soll Baumert inzwischen für die Nachfolge von Marek Andryszak ausgeguckt sein. Dieser verlässt den Pauschalanbieter. Tui selbst wollte sich noch nicht offiziell zu der Top-Personalie äußern.

Baumert hat bereits einen längeren Karriereweg im weltgrößten Reisekonzern hinter sich. Zuletzt verantwortete er in der Geschäftsführung von Tui Deutschland den Kernbereich Touristik.

Mitte Juli hatten die Hannoveraner erklärt, mit Andryszak in Gesprächen über ein Ende des eigentlich bis 2022 laufenden Vertrags zu sein. Er soll Tui auf eigenen Wunsch den Rücken kehren. Es hatte in den vergangenen Monaten aber auch die eine oder andere Reiberei mit anderen Mitgliedern des Managements und der Belegschaft gegeben.

Zum einen war das Aufholen der schweren Einbrüche im Tourismus nach dem nahezu verlorenen Corona-Jahr 2020 schwierig, der Tui-Konzern erhält staatliche Milliardenhilfen. Auf der anderen Seite fühlten sich manche Beschäftigte etwa von Äußerungen Andryszaks zum Sparprogramm und Kürzungen in Reisebüros vor den Kopf gestoßen.


Kokain im Wert von 45 Millionen Euro in Mango-Container gefunden

ROTTERDAM: 600 Kilo Kokain im Wert von 45 Millionen Euro haben Fahnder im Rotterdamer Hafen in einem Container voller Mangos entdeckt.

Der Fund wurde am Freitag in einer Lieferung aus Brasilien gemacht, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Früchte waren für eine Firma in den Niederlanden bestimmt, die aber mit dem Schmuggel nichts zu tun habe, betonten die Ermittler. Für den Kampf gegen den Drogenschmuggel im Hafen haben die Schifffahrtspolizei, der Zoll, die Finanzfahndung und die Staatsanwaltschaft ein spezielles Ermittlungsteam gebildet. Das Rauschgift wurde vernichtet.


Religionsminister aus Afghanistan nach Deutschland ausgeflogen

BERLIN: Zu den mehr als 4500 Menschen, die aus Kabul über die Luftbrücke nach Deutschland gekommen sind, gehört auch ein bisheriger Minister der Regierung von Präsident Aschraf Ghani. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur flog der afghanische Minister für religiöse Angelegenheiten, Mohammed Kasim Halimi, vor knapp zwei Wochen nach Deutschland.

Halimi hatte schon vor dem Sturz der Taliban 2001 in ihrer Regierung einen hohen Posten im Außenministerium bekleidet. Später gehörte Halimi, der in Kairo islamisches Recht studiert hatte, zu den Kritikern der militant-islamistischen Taliban. Auf der Website des Ministeriums war sein Foto am Freitag noch zu sehen.

Die Taliban hatten nach dem angekündigten Truppenabzug der US-Armee mehrere Provinzhauptstädte eingenommen und waren Mitte August dann praktisch kampflos in die Hauptstadt Kabul vorgedrungen. Präsident Ghani war vor den anrückenden Taliban ins Ausland geflüchtet, wie am 15. August bekanntgeworden war.

Am Tag darauf landete die ersten Bundeswehrmaschine in Kabul und die Luftbrücke begann. Binnen elf Tagen wurden nach Angaben des Bundesinnenministeriums 4587 Menschen nach Deutschland gebracht, davon 3849 Afghanen und 403 deutsche Staatsangehörige. Unter den Schutzbedürftigen waren auch Bürger zahlreicher anderer Staaten, jedoch nur 138 sogenannte Ortskräfte plus deren Angehörige, darunter 30 Ortskräfte der Bundeswehr.


New York: Schäden an 1000 Häusern, 1300 Autos abgeschleppt

NEW YORK: Nach dem Unwetter in New York und Umgebung sind die Aufräumarbeiten in der Millionenmetropole in vollem Gange. 1300 nicht mehr fahrbereite Autos seien bislang abgeschleppt worden, sagte der städtische Kommissar für Notfallmanagement, John Scrivani am Freitag. Krankenhäuser, Regierungsgebäude und Wohnhäuser wurden demnach von den Einsatzkräften leergepumpt. An mehr als 1000 Gebäuden seien Schäden gemeldet worden.

Bürgermeister Bill de Blasio kündigte an, sich künftig besser um den Schutz jener New Yorker zu kümmern, die in Kellerwohnungen lebten. Mehrere Bewohner von solchen Apartments waren bei den gewaltigen Wolkenbrüchen in der Nacht zum Donnerstag wegen eindringendem Wasser ertrunken.

De Blasio machte deutlich, dass er solche und ähnliche Wetterereignisse künftig immer wieder erwarte: «Wir müssen vom Schlimmsten ausgehen auf eine Weise, wie wir es noch nie zuvor gemacht haben: Dass Stürme schneller kommen werden, dass sie viel heftiger sein werden, viel plötzlicher und dass sie regelmäßig Rekorde aufstellen.»


Gebäudebrand in Norditalien - 100 Menschen in Sicherheit gebracht

TURIN: Feuerwehr und Sicherheitskräfte in der norditalienischen Großstadt Turin haben wegen eines Brandes in einem Gebäude im Zentrum Dutzende Menschen evakuiert. Am Freitagnachmittag berichtete die Nachrichtenagentur Ansa von rund 100 Menschen, die aus dem Haus und den umliegenden Geschäften in Sicherheit gebracht wurden. Das Feuer war am Vormittag im Dachgeschoss des Gebäudes nahe der Station Porta Nuova - einem der größten Bahnhöfe des Landes - ausgebrochen, wie die Feuerwehr auf Twitter schrieb.

Fünf Menschen, darunter auch Polizisten, mussten laut Ansa vom Rettungsdienst behandelt werden. An dem Gebäude waren Renovierungsarbeiten im Gange. Eine genaue Brandursache stand zunächst nicht fest.

In Italien machte das Feuer schnell die Runde in den Medien. Erst am vergangenen Sonntag hatte ein Gebäudegroßbrand in Mailand für viel Aufsehen gesorgt. Ein Hochhaus im Süden der Stadt war in Brand geraten. Es gab keine Opfer. Die anschließenden Untersuchungen konzentrierten sich auf die Bauteile an der Außenfassade. Die Flammen hatten sich von einem der oberen Stockwerke aus sehr schnell am Gebäude entlang nach unten gefressen. Viele Appartements sind seitdem nicht mehr bewohnbar.


Weltnaturschutzkongress fokussiert auf Artenvielfalt und Klimawandel

MARSEILLE: Klimawandel, Artenvielfalt und Umweltschutz stehen im Zentrum des Weltkongresses der Weltnaturschutzunion (IUCN), der am Freitag im südfranzösischen Marseille begonnen hat. Experten aus über 160 Ländern beraten eine Woche lang über den Schutz der Ozeane und der Wasserreserven, die Anpassung an Klimaveränderungen, eine naturverträgliche Gestaltung der Umwelt und das Vorantreiben technischer Innovationen. Der Kongress war wegen der Corona-Epidemie mehrfach verschoben worden und findet teils online und teils in Präsenz statt. Die Debatten dienen auch der Vorbereitung der 15. UN-Biodiversitätskonferenz (Cop15) im Oktober in China.

Zum Auftakt des Kongresses forderte der WWF Deutschland ein stärkeres Engagement der Bundesrepublik gegen das Artensterben. «Die letzten internationalen Naturschutzziele liefen 2020 aus und wurden durchweg verfehlt, auch von Deutschland», sagte WWF-Experte Florian Titze. «Die Bundesrepublik muss zur Schutzpatronin gegen das Artensterben werden - international, aber auch vor der eigenen Haustür.» Dazu müsse mehr Geld in die Hand genommen und das Ökosystem renaturiert werden, anstatt es weiter zu zerstören. «Kein Artenschutz entzieht uns als wohlhabender Industrienation jedoch langfristig die Grundlage unseres Wirtschaftens, unseres Wohlstandes und unserer Gesundheit.»

Allein die Hälfte der Weltwirtschaftsleistung hänge von der Natur ab, sagte Titze. «Man kann sich dieses System wie einen Turm aus Bauklötzen vorstellen, auf dessen Spitze der Mensch balanciert. Jeder Stein ist eine Tier- oder Pflanzenart. Je mehr Steine aus dem Turm herausgeschlagen werden, sprich aussterben, umso instabiler wird er. Und irgendwann bricht der Turm ganz zusammen», erklärte Titze.

Die 1948 gegründete Weltnaturschutzunion (IUCN) vereint staatliche und private mit dem Naturschutz befasste Akteure aus aller Welt und gibt unter anderem die internationale Rote Liste bedrohter Arten heraus. An wechselnden Orten tritt sie alle vier Jahre zum Kongress zusammen.


Daimler-Chef Källenius fordert europäische Strategie fürs Stromtanken

STUTTGART: Daimler-Chef Ola Källenius hat eine europäische Strategie für ein ausgedehntes Ladesäulen-Netz gefordert. «Es reicht nicht, wenn beispielsweise Deutschland, die Niederlande oder die skandinavischen Länder vorauseilen», sagte Källenius der Zeitschrift «Automobilwoche». «Wir brauchen einen Plan, der ganz Europa in den Blick nimmt", fügte er hinzu. «Alle großen Autobauer haben sich klar zur Elektrifizierung bekannt. Jetzt ist die große Herausforderung die Lade-Infrastruktur», sagte Källenius dem Blatt zufolge.

Källenius sprach auch Wasserstoff an: «Hier reden wir über den Zeitraum zwischen 2025 und 2030.» Für schwere Lastwagen sei ein Netz entlang der wichtigsten Autobahnen nötig. «Ich bin überzeugt, dass jede Regierung nach der Bundestagswahl sich des Themas annimmt. Hier muss noch mehr passieren als bisher», sagte der Daimler-Chef.

Daimler Truck, Traton und Volvo hatten bereits im Juli mitgeteilt, dass sie bis 2027 europaweit mindestens 1700 Ladesäulen für Elektro-Lastwagen und Reisebusse aufbauen wollen. Die Unternehmen werden vom kommenden Jahr an über eine gemeinsame Gesellschaft rund 500 Millionen Euro investieren.


DR Kongo: 12 Tote, 4000 Erkrankungen durch schwer verschmutzte Flüße

KINSHASA: Abfälle aus einer Diamantenmine in Angola sollen zwei Flüße in der benachbarten Demokratischen Republik Kongo derart stark verschmutzt haben, dass bereits 12 Menschen gestorben und mindestens 4000 erkrankt sind. Man verlange Entschädigungen von Angola, sagte die kongolesische Vize-Premierministerin Eve Bazaiba am Donnerstag. Die Flüße Kasai und Tshikapa, die beide im zentralafrikanischen Angola entspringen und in den Kongo münden, seien derartig verschmutzt dass verendete Fische und Nilpferde in den rot verfärbten Gewässern trieben, so Bazaiba.

Welche Substanzen genau in die Flüße gelangt sein sollen ist bisher noch unklar. Bazaiba verwies auf in der Diamanentenindustrie übliche Chemikalien wie Arsen und Säuren. Wasserproben, die derzeit in einem Labor in der Hauptstadt Kinshasa analysiert werden, sollen Aufschluss über den Grad der Verschmutzung geben. Der Unfall habe sich Ende Juli in einem angolanischen Lager ereignet, in dem Abfälle aus der Diamantenmine Catoca gelagert werden. Catoca ist die viertgrößte Diamantenmine der Welt, und die größte in Angola.


Niederländischer Pferdehof weist schwere Reiter ab

GLIMMEN: Ein Pferdehof im Norden der Niederlande weist schwergewichtige Reiter ab und hat zur Kontrolle nun eine Waage aufgestellt. «Es ist für uns sehr schwierig, das Thema anzuschneiden», sagte die Mitbetreiberin des Pferdehofs «De Bongerd» in Glimmen, Simone Lameijer, der Zeitung «De Telegraaf» am Freitag. «Wir tun das zum Wohl der Tiere, unsere Mitglieder wollen auch nur das Beste für die Pferde, sie haben also zum Glück Verständnis.» Dabei werden den Männern hoch zu Ross ein paar Kilo mehr zugestanden als den Damen, wie der Reiterhof in seinen Hausregeln aufführt. 90 Kilo dürfen Reiterinnen wiegen, 100 Kilo die Reiter - die Reiterkleidung wird dabei mit gewogen.

Die Pandemie sei Auslöser der Aktion, sagte Lameijer, «die berüchtigten Corona-Kilos». Übrigens schicke sie ausnahmslos jeden auf die Waage. Sie müsse sich doch sicher nicht wiegen, habe eine schlanke Reiterin gefragt. «Aber klar», habe Lameijer geantwortet. «Wir wollen keinen Unterschied machen, also stellt sich jeder drauf.» Mit einem Reiter, von dem sie sicher weiß, dass er zu schwer ist, habe sie bereits abgesprochen, dass der nun drei Mal die Woche wandern geht. «Dann kann der bald wieder Reiten kommen.»

Es sei schwierig gewesen, eine Gewichtsgrenze festzulegen, sagte Lameijer, auch die Pferde seien unterschiedlich kräftig gebaut. Bei einem erfahrenen Reiter sei das Gewicht weniger problematisch, ein unerfahrener Reiter werde leichter durchgeschüttelt und knalle dem Pferd dann mit seinen Kilos auf den Rücken.


Maas: Afghanistan droht im Winter humanitäre Katastrophe

KRANJ: In Afghanistan droht nach Aussagen von Bundesaußenminister Heiko Maas im kommenden Winter eine «humanitäre Katastrophe». Um dies zu verhindern, müsse man nun schnell handeln, sagte der SPD-Politiker am Freitag nach Beratungen mit Kolleginnen und Kollegen der anderen EU-Staaten in Slowenien. Möglichkeiten dafür seien Stabilisierungsmaßnahmen und Entwicklungszusammenarbeit.

Zugleich warnte Maas die Taliban davor, sich nach ihrer Machtübernahmen nicht an Grundbedingungen zu halten, die auf deutsch-französische Initiative hin von der EU formuliert wurden. Bei ihnen geht es zum Beispiel darum, dass die Taliban eine Regierung unter Einbindung auch von anderen politischen Kräften im Land bilden und die Einhaltung von Menschenrechten gewähren sollen.

UN-Generalsekretär António Guterres hatte bereits am Dienstag gefordert, angesichts der schweren Dürre und des bevorstehenden harten Winters in Afghanistan müssten dringend zusätzliche Nahrungsmittel, Unterkünfte und medizinische Hilfsgüter in das Land gebracht werden. «Ich fordere alle Beteiligten auf, den sicheren und ungehinderten Zugang für lebensrettende und lebenserhaltende Hilfsgüter sowie für alle humanitären Helfer - Männer und Frauen - zu ermöglichen», sagte er.


Werbeclip von Drogenhändler sorgt in Nizza für Wirbel

NIZZA: In der Côte d'Azur-Metropole Nizza sorgt der Werbeclip eines Drogenhändlers für Empörung, mit dem in den sozialen Medien Marihuana und Kokain angeboten wird. In dem mit Rapmusik unterlegten Clip werden die Preise je nach Menge ebenso genannt wie die Lokalität samt Adresse, wo man den Stoff rund um die Uhr abholen kann. «Das ist ein skandalöser Clip auf den sozialen Medien, der für Drogenhandel im Viertel Liserons wirbt», empörte sich der Beigeordnete des Bürgermeisters, Anthony Borré, auf Twitter. Die Justiz sei eingeschaltet worden.

In dem Clip ist zu sehen, wie Geldscheine gezählt werden und die Ware zwischen jungen Leuten in einem Treppenhaus sowie einem Hauseingang von der einen Hand in die andere übergeben wird. Als Urheber taucht ein «Lapeuf328» auf, der «Produkte hoher Qualität» verspricht. Coronakonform zieht sich einer der Akteure in dem Clip auch eine Maske auf.


Britische Regierung will Integrationskurse für Afghanen einführen

LONDON: Die britische Regierung plant die Einführung von Integrationskursen für Tausende Afghanen, die als Folge der Machtübernahme der Taliban nach Großbritannien gekommen sind oder noch kommen sollen. Neben Sprachunterricht und Hilfe beim Einstieg in den Arbeitsmarkt sollen dabei auch Inhalte zur britischen Kultur sowie dem zivilgesellschaftlichen und politischen Leben vermittelt werden, teilte Innenstaatssekretär Robert Jenrick einem Bericht der «Times» vom Freitag zufolge mit. Das als Pilotprojekt gedachte Programm orientiere sich unter anderem an den Integrationskursen in Deutschland, so die «Times» unter Berufung auf Regierungskreise.

London hatte im Rahmen seiner Evakuierungsmission aus Kabul im vergangenen Monat Schätzungen zufolge rund 9000 afghanische Ortskräfte und deren Angehörige ausgeflogen. Geplant ist, dass 20.000 weitere gefährdete Menschen aus dem Land aufgenommen werden sollen.

Außenminister Dominic Raab, der sich am Freitag zu Gesprächen in Pakistan aufhielt, kündigte an, Großbritannien werde 30 Millionen Pfund (rund 35 Millionen Euro) als Soforthilfe für die Aufnahme afghanischer Flüchtlinge in umliegenden Ländern bereitstellen. Die militant-islamistischen Taliban forderte Raab dazu auf, für die notwendige Sicherheit zu sorgen, damit Hilfsorganisationen in Afghanistan ihre Arbeit wieder aufnehmen könnten. Das sei die Voraussetzung dafür, dass auch britische Hilfsgelder an diese Organisationen ausgezahlt werden könnten.


Fast 500 Festnahmen bei tagelangen Extinction-Protesten in London

LONDON: Bei tagelangen Protesten der Klimaaktivisten von Extinction Rebellion in London hat die Polizei insgesamt 480 Menschen festgenommen. Etwa 2000 Beamte seien für die Demonstrationen an verschiedenen Stellen der britischen Hauptstadt eingesetzt worden. Sie hätten schnell gehandelt, wenn die Aktionen «schwere Störungen» für die Londoner bedeuteten, sagte der ranghohe Beamte Matt Twist am Freitag dem Sender Times Radio. Die Polizei habe insgesamt 81 Menschen «entfernt», die sich an Bauwerken festgeklebt, sowie 52, die sich angekettet hatten. 31 Menschen wurden aus Höhen heruntergeholt.

Demonstranten blockierten unter dem Motto «Impossible Rebellion» (Unmöglicher Aufstand) über fast zwei Wochen immer wieder Straßen, Kreuzungen und Brücken in der Innenstadt. Ziel war auch mit Hilfe von Installationen, eine Debatte über den Klimawandel in Gang zu bringen.

Twist wies Vorwürfe zurück, dass die Beamten zu hart gegen die Demonstranten vorgegangen seien. Exctinction Rebellion habe das Recht zu demonstrieren. Dieses Recht müsse aber mit dem Recht der Londoner auf Bewegungsfreiheit und Arbeit abgewogen werden. «In Fällen, in denen sowohl sehr schwerwiegende als auch völlig unangemessene Störungen verursacht wurden, mussten wir Maßnahmen ergreifen, eingreifen und Festnahmen vornehmen», sagte Twist. Es habe etwa Versuche gegeben, «komplexe Strukturen» aufzubauen und komplizierte Schlösser zu befestigen.


Blauer Himmel statt Smog: Corona sorgte für bessere Luftqualität

GENF: In vielen Städten der Welt haben Bewohnerinnen und Bewohner im vergangenen Jahr zumindest zeitweise mehr blauen Himmel statt Smog gesehen. Die Luftqualität war deutlich besser, weil wegen Corona-Beschränkungen weniger Verkehr unterwegs war, wie die Weltwetterorganisation (WMO) am Freitag in Genf berichtete. Mit der Lockerung der Maßnahmen sank die Luftqualität aber wieder auf das vorherige Niveau zurück, wie es im ersten Luftqualität- und Klima-Bulletin der WMO heißt.

Während die von Menschen gemachten Emissionen sanken, sorgten durch den Klimawandel verursachte Wetterextreme für Sand- und Staubstürme sowie Waldbrände, die die Luftqualität beeinträchtigten. Die WMO verweist auf ältere Berichte, wonach die Zahl der Todesfälle durch Luftverschmutzung von 2,3 Millionen Menschen im Jahr 1990 auf 4,5 Millionen 2019 gestiegen ist.

Stickstoffdioxid sei dort, wo Ausgangssperren verhängt wurden, im Vergleich zu anderen Jahren um bis zu 70 Prozent zurückgegangen, Feinstaub je nach Region um 30 bis 40 Prozent. In manchen Städten Spaniens sei die Feinstaubbelastung allerdings trotz Ausgangssperren gestiegen. Das führten Experten auf herübergewehte Staubbelastung aus Afrika oder die Verbrennung von Biomasse zurück. Die Schwefeldioxid-Menge ging zwischen 25 und 60 Prozent zurück.

Die WMO nahm Messungen aus 63 Städten in 25 Ländern auf allen Kontinenten in die Berechnungen auf. Sie verweist darauf, dass unter der Vielzahl von winzigen in der Luft schwebenden Partikeln, den Aerosolen, auch solche sind, die für Abkühlung sorgen. Sie zu reduzieren sei für die Gesundheit zwar gut, nicht aber, um die Folgen des Klimawandels zu mildern. Hier müssten Regierungen gute Abwägungen treffen. Mehr und intensivere Hitzewellen, die durch den Klimawandel verursacht werden, könnten für mehr Schadstoffen in Bodennähe sorgen.


Versorgung von Erdbebenopfern läuft schleppend

JÉRÉMIE: Fast drei Wochen nach dem schweren Erdbeben in Haiti warten vor allem die Menschen auf dem Land noch immer auf Hilfe. Zerstörte Straßen und Brücken erschweren den Transport von Hilfslieferungen und die Anreise von Einsatzkräften. «Während in den Städten Hilfe ankommt, bleibt es für Hilfskräfte eine große Herausforderung, ländliche Gebiete zu erreichen», teilte die internationale Hilfsorganisation Care am Freitag mit.

Das Beben der Stärke 7,2 hatte am 14. August den Südwesten des Karibikstaates erschüttert. Mindestens 2207 Menschen kamen nach Angaben des Zivilschutzes dabei ums Leben, über 12.000 weitere wurden verletzt. Rund 130.000 Häuser wurden demnach beschädigt oder zerstört. Laut UN-Kinderhilfswerk Unicef waren 1,2 Millionen Menschen von dem Erdstoß betroffen. Haiti, das ärmste Land Amerikas, erlebt immer wieder schwere Naturkatastrophen. Im Jahr 2010 waren dort nach einem Erdbeben mehr als 220.000 Menschen ums Leben gekommen.

Viele Menschen müssen noch immer im Freien übernachten, hieß es in der Mitteilung von Care. Sie haben kein sauberes Trinkwasser und können sich nicht versorgen. «Wir arbeiten sehr eng mit Behörden und lokalen Gemeinden zusammen. Aber eine eingestürzte Brücke ist eine eingestürzte Brücke. In Jérémie, einer Stadt im Westen Haitis, ist eine solche Brücke der einzige Weg aus der Stadt zu den stark vom Erdbeben betroffenen ländlichen Gemeinden», sagte die Care-Länderdirektorin für Haiti, Lora Wuennenberg. «Wir versuchen andere Wege dorthin zu finden, aber es ist ein Wettlauf gegen Zeit.»


US-Luftfahrtbehörde: Branson-Raumschiff muss erstmal am Boden bleiben

WASHINGTON: Das Raumschiff «SpaceShipTwo» von Richard Branson darf nach Problemen bei einem Testflug mit dem britischen Milliardär an Bord zunächst nicht mehr starten. Die US-Luftfahrtbehörde FAA verfügte einer Mitteilung vom Donnerstag zufolge, dass das Flugobjekt bis zum Abschluss einer Untersuchung nicht starten dürfe. Das Raumschiff des Briten war der FAA zufolge bei dem aufsehenerregenden Flug Bransons im Juli «von seiner Flugsicherungsfreigabe abgewichen».

Zuvor hatte das Magazin «New Yorker» berichtet, dass es bei dem Flug Bransons mit seiner Crew in 86 Kilometern Höhe Komplikationen gegeben habe. Das Raumschiff sei bei dem nur wenige Minuten langen Trip außerhalb des ihm zugewiesenen Luftraum-Korridors geflogen, einem Sprecher von Bransons Firma Virgin Galactic zufolge für fast zwei Minuten.

Der heute 71-jährige Branson, der als Abenteurer und Showman bekannt ist, war Mitte Juli mit zwei Frauen und drei Männern zu einem Kurztrip ins All aufgebrochen. Das Raumschiff war zunächst unter einem Mutterflugzeug auf eine Höhe von etwa 14 Kilometer gebracht und dann abgesetzt worden. Danach zündete das Triebwerk und beschleunigte das Raumfahrzeug während eines steilen Aufstiegs den Angaben zufolge auf mehr als die dreifache Schallgeschwindigkeit, was mehr als 3700 Stundenkilometern entspricht.

Ziel von Branson - und auch von Amazon-Gründer Jeff Bezos und Tesla-Chef Elon Musk - ist es, ins Geschäft mit dem Weltraumtourismus einzusteigen. Bransons All-Trip war auch ein gelungener PR-Coup gegen seinen Konkurrenten Bezos: Der reichste Mann der Welt hatte zuvor seinen Flug ins Weltall am 20. Juli mit großem Aufwand beworben - dann kam Branson und kündigte an, dass er neun Tage früher fliegen werde. Das erhöhte auch den Druck, seinen Flug erfolgreich und ohne Zwischenfälle durchzuführen. Ein Abbruch der Mission hätte sich negativ auf die Geschäftspläne des Unternehmens auswirken können.


Rückgang der Autoverkäufe in China beschleunigt sich im August

PEKING: Chinas Fahrzeugabsatz ist im August erneut deutlich zurückgegangen. Das geht aus Daten des Herstellerverbands CAAM (China Association of Automobile Manufacturers) vom Freitag hervor. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge fiel im Vergleich zum Vorjahresmonat demnach um fast 22 Prozent. Im August 2020 hatte der Verband noch knapp 2,12 Millionen abgesetzte Fahrzeuge ausgewiesen. Nach kräftigen Einbußen im Juni und Juli dieses Jahres hat sich der Absatzrückgang auf dem chinesischen Automarkt im vergangenen Monat damit weiter beschleunigt. Der Markt ist für deutsche Autobauer immens wichtig.

Bereits am Mittwoch hatte der Branchenverband Branchenverband PCA (China Passenger Car Association) von einem schwachen Fahrzeugverkauf in China berichtet. Demnach lag der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr bei 13 Prozent. Die Daten beider Verbände basieren auf unterschiedlichen Bemessungsgrundlagen: Der Herstellerverband CAAM bezieht in seine Daten - anders als der PCA - auch Nutzfahrzeuge ein und misst den Absatz der Produzenten an die Händler. Mit den PCA-Daten wird der Absatz von Pkw, SUV und Minivans an Kunden gemessen.

China ist mit Abstand der wichtigste Einzelmarkt der deutschen Autokonzerne Volkswagen, Daimler und BMW. Die VW-Töchter Porsche und Audi, aber auch Mercedes-Benz und BMW können sich vom Massenmarkt in dem Land oft abkoppeln, weil sie vorwiegend auf teurere Segmente ausgerichtet sind.


Litauen ruft Botschafterin aus Peking zurück

VILNIUS: Litauen hat wegen diplomatischer Spannungen mit China seine Botschafterin in dem Land zu Konsultationen zurückberufen Die Diplomatin werde am 4. September nach Vilnius zurückkehren, teilte das Außenministerium des baltischen EU- und Nato-Land am Freitag mit. Grund dafür sie die Erklärung Chinas vom 10. August. Litauens Botschaft in Peking werde im Normalmodus weiter arbeiten, hieß in der knappen Mitteilung weiter.

China hatte im August seinen Botschafter aus Litauen abgezogen, nachdem Taiwan angekündigt hatte, eine Landesvertretung in dem Baltenstaat zu eröffnen. «Die chinesische Regierung spricht sich kategorisch gegen diesen Schritt aus», hieß es damals aus dem Außenministerium. Zugleich forderte Peking damals auch Litauen dazu auf, seinen Botschafter aus Peking abzuziehen.

Peking sieht das demokratische Taiwan, das sich 1949 vom Festland abspaltete, als abtrünnige Provinz und nicht als unabhängigen Staat an und versucht, es international zu isolieren. Die Volksrepublik lehnt jede Form formeller Beziehungen anderer Länder mit der Inselrepublik ab. Nur 15 Staaten weltweit erkennen Taiwan an und müssen dafür auf diplomatische Beziehungen zu China verzichten.


Ex-Botschafter: Nordkorea erhöht langsam wieder die Spannungen

SEOUL: Die mutmaßliche Wiederinbetriebnahme des umstrittenen nordkoreanischen Atomreaktors in Yongbyon stellt nach Einschätzung des früheren deutschen Diplomaten Thomas Schäfer eine Herausforderung für die USA dar. «Ich glaube, dass Nordkorea die Spannungen langsam wieder erhöhen will», sagte der ehemalige Botschafter in Pjöngjang am Freitag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Seoul. Dass der Reaktor offenbar wieder hochgefahren worden sei, sei ein Schritt in diese Richtung.

Schäfer bezog sich auf einen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) von vergangener Woche, wonach der Reaktor im Nuklearzentrum Yongbyon seit Juli anscheinend wieder in Betrieb ist. Mit einer Leistung von nur fünf Megawatt ist der Reaktor zwar klein, kann aber Plutonium zur Herstellung von Atombomben liefern. Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms internationalen Sanktionen unterworfen.

«Bei Nordkorea muss man bei den langfristigen Zielen anfangen, und die Ziele sind seit mehreren Jahren, eigentlich seit dem Regierungsantritt von (Machthaber) Kim Jong Un, die militärpolitischen Ziele», sagte Schäfer. Dazu gehöre ein Ende der gemeinsamen Manöver der USA und Südkoreas, «und dann als größeren Schritt der Abzug der amerikanischen Truppen». Andere Forderungen wie etwa Sanktionserleichterungen spielten für Pjöngjang eine eher untergeordnete Rolle. Die USA haben in Südkorea derzeit 28.500 Soldaten als potenzielle Abschreckung von Bedrohungen Nordkoreas stationiert.

Schäfer (68) war insgesamt acht Jahre Botschafter in Pjöngjang.


Staatsagentur: Israels Luftwaffe greift Ziele an

DAMASKUS: Israelische Kampfjets haben Ziele im Umland der syrischen Hauptstadt Damaskus angegriffen. Die Luftabwehr habe die meisten Raketen abgeschossen, meldete die staatliche syrische Agentur Sana am Freitag unter Berufung auf Militärkreise. Es habe Sachschaden gegeben. Zu möglichen Opfern machte Sana keine Angaben. Die Raketen seien aus dem Luftraum der libanesischen Hauptstadt Beirut abgefeuert worden. Dort waren am frühen Morgen Kampfjets zu hören.

Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete über die Angriffe. Sie richteten sich demnach gegen Ziele, die von Iran-treuen Milizen zum Bau von Waffen genutzt würden.

Nach Angaben der israelischen Armee wurde eine syrische Luftabwehrrakete in Richtung Israel abgefeuert. Sie sei über dem Mittelmeer explodiert. Es sei kein Raketenalarm ausgelöst worden. In den Morgenstunden hätten Einwohner im Großraum Tel Aviv mehrere Raketenteile gefunden. Medien zufolge war in der Nähe von Tel Aviv ein lauter Knall zu hören.

Israels Armee bombardiert regelmäßig Ziele im benachbarten Bürgerkriegsland. Damit will sie verhindern, dass vom Iran unterstützte Milizen ihren Einfluss weiter ausdehnen. Teheran sieht in Israel einen Erzfeind, ist aber eng mit dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad verbündet. Die pro-iranischen Milizen kämpfen in Syrien Bürgerkrieg an der Seite der Regierungstruppen.


Entscheidung bei Berufungsverhandlung zu Lokführerstreik erwartet

FRANKFURT/MAIN: Bei der Berufungsverhandlung zum Lokführerstreik bei der Deutschen Bahn sind die Argumente ausgetauscht. Die 16. Kammer des Hessischen Landesarbeitsgerichts unterbrach die Verhandlung und will um 14.00 Uhr eine Entscheidung verkünden.

Die Bahn will eine Einstweilige Verfügung erreichen, mit der der noch bis Dienstag geplante Arbeitskampf abgebrochen werden müsste. Sie argumentiert, dass die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) zu illegalen Streikzielen aufgerufen habe. Zudem führten die Lokführer einen unzulässigen Unterstützungsstreik für andere Bahnbeschäftigte durch.

In erster Instanz hatte aber das Arbeitsgericht Frankfurt am Donnerstag die Forderungen der Gewerkschaft für rechtmäßig befunden. Dagegen hat die Bahn Berufung eingelegt. Die GDL hat den Streik am Freitag fortgesetzt.


Kasachstan erwägt Bau von Atomkraftwerk

WLADIWOSTOK/NUR-SULTAN: Der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat sich für den Bau eines Atomkraftwerks in der Ex-Sowjetrepublik in Zentralasien ausgesprochen. Kasachstan brauche ein Atomkraftwerk, sagte Tokajew am Freitag per Video zugeschaltet auf dem fernöstlichen russischen Wirtschaftsforum in Wladiwostok.

«Ich denke, es ist an der Zeit, die Frage substanziell anzugehen, weil Kasachstan ein Atomkraftwerk braucht», sagte er bei der Plenarsitzung in Anwesenheit des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der Kremlchef hatte Kasachstan bereits im Frühjahr 2019 vorgeschlagen, ein Kernkraftwerk auf Grundlage russischer Atomtechnologie zu bauen.

Tokajew sagte auf dem Forum, dass er Anweisung gegeben habe, den Einstieg des Landes in die Atomenergie von Experten prüfen zu lassen. Bei seiner jährlichen Rede an die Nation hatte der Präsident des autoritär regierten Landes am Mittwoch gesagt, dass die «schwierige Frage» ohne Emotionen entschieden werden solle.

In der kasachischen Hauptstadt Nur-Sultan sagte ein Sprecher der Präsidialverwaltung am Freitag örtlichen Medien zufolge, dass eine Entscheidung über den Bau eines Atomkraftwerks auf Grundlage von Sicherheits- und Umweltbelangen getroffen werde. Allerdings wachse auch in Kasachstan der Energiebedarf. Die Nutzung von Atomenergie sei hier eine Möglichkeit, den Bedarf zu decken.


Ausnahmezustand: Polen markiert Grenzregion zu Belarus mit Schildern

WARSCHAU: Nach der Verhängung des Ausnahmezustandes an der Grenze zu Belarus hat Polen die betroffenen Ortschaften mit Warnhinweisen markiert. Die Hinweise seien direkt unter den Ortseingangsschildern montiert worden, schrieb Innenminister Mariusz Kaminski am Donnerstagabend auf Twitter und postete dazu Fotos. An den Zufahrtsstraßen zu dem drei Kilometer breiten Streifen habe die Polizei Kontrollposten eingerichtet, sagte der Verwaltungschef der Woiwodschaft Podlachien. Betroffen sind 183 Ortschaften.

Polen hatte am Donnerstag für eine Dauer von 30 Tagen den Ausnahmezustand in der Grenzregion verhängt. Das EU-Land reagierte damit auf die illegale Einreise vieler Migranten aus dem östlichen Nachbarland. Journalisten, Vertreter humanitärer Organisationen und andere Ortsfremde haben nun zu der Region keinen Zutritt mehr. Wer gegen die Vorschriften verstoße, müsse mit Polizeigewahrsam und Geldbußen rechnen, sagte ein Sprecher der Polizei.

Die Regierung in Warschau beschuldigt den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, in organisierter Form Flüchtlinge aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen. Lukaschenko hatte Ende Mai angekündigt, dass Minsk Migranten nicht mehr an der Weiterreise in die EU hindern werde - als Reaktion auf verschärfte westliche Sanktionen gegen die ehemalige Sowjetrepublik.

Allein am Donnerstag registrierte Polens Grenzschutz 130 Versuche einer illegalen Grenzüberquerung, wie eine Sprecherin der Behörde am Freitag sagte. In 110 Fällen sei es gelungen, diese zu vereiteln, 20 Personen seien festgenommen worden.


Archäologen erforschen das ehemalige KZ Natzweiler-Struthof im Elsass

NATZWILLER: Im ehemaligen Konzentrationslager Natzweiler-Struthof im Elsass hoffen Archäologinnen und Archäologen, dank Grabungen mehr über den Alltag der Insassen zu erfahren. Ein etwa 20-köpfiges Team hat diesen Sommer unter anderem eine von Zwangsarbeitern angelegte Straße teilweise freigelegt. Im Inneren der alten Schmiede, von deren Wänden zum Großteil nur noch das Fundament steht, haben sie den Namen Ivan entdeckt - eingeritzt in einen Steinsockel. An einem solchen Ort des Grauens zu forschen, sei ein wenig seltsam, sagte die Grabungsleiterin, Juliette Brangé, der Deutschen Presse-Agentur. «Aber während der Arbeit denkt man darüber nicht allzu viel nach.»

Das KZ Natzweiler-Struthof mitten in den Vogesen bestand zwischen 1941 und 1944. In dieser Zeit kamen nach Angaben der heutigen Gedenkstätte rund 52.000 Gefangenen hier an - aus ganz Europa. Es waren größtenteils politische Deportierte, aber auch Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma sowie männliche Homosexuelle. Der Großteil von ihnen arbeitete im zugehörigen Steinbruch, viele kamen wegen der unmenschlich harten Arbeit und der schlechten Lebensbedingungen im Lager ums Leben.

Erste Grabungen gab es hier schon 2018, wie Brangé sagte. Sie und ihr Team interessieren sich für die Art der Arbeit, die die Gefangenen verrichten mussten, die Architektur der Gebäude und die Lebensbedingungen im Lager. Im kommenden Sommer sollen die Grabungen weitergehen. Dann sollen etwa die Tunnel erforscht werden, die die Insassen in den Vogesenberg graben mussten und deren Zweck bis heute unklar ist. Das Geld für die Grabungen kommt unter anderem vom französischen Kulturministerium.


Achtköpfiges Laschet-Team für deutschen Wahlkampf-Endspurt

BERLIN: Im Kampf gegen sinkende Umfragewerte der deutschen Christdemokraten hat deren Kanzlerkandidat Armin Laschet am Freitag ein achtköpfiges Wahlkampfteam vorgestellt.

Ihm gehört unter anderem der Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz an, ein früherer Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Zu dem sogenannten Zukunftsteam gehören außerdem Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU), der Terrorismusexperte Peter Neumann, Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien, die sächsische Kultusministerin Barbara Klepsch, CDU-Vize Silvia Breher, der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionschef Andreas Jung sowie der Bundestagskandidat und Musikmanager Joe Chialo (alle CDU).

Die Mitglieder des «Zukunftsteams» sollen Laschet bis zur Bundestagswahl am 26. September helfen, die Union aus dem Umfragetief zu holen. Laschet steht stark unter Druck. In jüngsten Umfragen zog die SPD mit Spitzenkandidat Olaf Scholz an CDU und CSU vorbei. Die CDU/CSU fiel in den Umfragen von rund 30 Prozent Mitte Juli auf zuletzt wenig über 20 Prozent.

Merz hatte im Januar im Kampf um den CDU-Vorsitz die Stichwahl gegen Laschet knapp verloren, sich danach aber loyal hinter ihn gestellt. Laschet will Nachfolger von Kanzlerin Angela Merkel werden, die nicht mehr antritt und sich nach der Wahl aus der Politik zurückzieht.


London verschärft Strafen für Diebstahl von Haustieren

LONDON: Als Reaktion auf einen deutlichen Anstieg von Hundediebstählen während der Corona-Pandemie will die britische Regierung die Strafen verschärfen. Diebstahl von Haustieren soll als Straftat gewertet werden, wie aus einem am Freitag veröffentlichten Bericht einer Regierungskommission hervorgeht. Mit dem neuen Gesetz soll auch das emotionale Leid der Besitzer sowie der Tiere anerkannt werden. 2020 wurden der Polizei etwa 2000 Hundediebstähle gemeldet, die Preise für Welpen sowie die Zahl der Haustiere schossen während der Pandemie in die Höhe.

«In der Öffentlichkeit wächst der Eindruck, dass das aktuelle Strafrecht und die Strafen für Tierdiebstahlsdelikte nicht ausreichen und ein Tier als mehr als bloßes Eigentum anerkennen», stellte der Bericht fest. Der zuständige Umweltminister George Eustice sagte, Berichte über einen Anstieg von Haustierdiebstählen seien besorgniserregend. Die Empfehlungen des Berichts würden Besitzer beruhigen, damit sie nicht «in Angst leben».

Haustierdiebstahl wird derzeit juristisch als Eigentumsverlust gewertet. Zwar gibt es unter dem Gesetz die Möglichkeit, bis zu sieben Jahre Haft zu verhängen. Allerdings richtet sich die Schwere der Strafe teilweise nach dem Geldwert des Gegenstands. Wie hoch künftig die Strafen sein sollen, ist bisher nicht bekannt.


Brite von IS-Terrorzelle «Beatles» bekennt sich in USA schuldig

ALEXANDRIA: Ein britisches Mitglied einer als «Beatles» bekannt gewordenen brutalen IS-Terrorzelle hat sich vor Gericht in den USA schuldig bekannt. Alexanda Kotey soll gemeinsam mit drei weiteren Briten als Mitglied der Terrorgruppe IS in Syrien mehrere Geiseln enthauptet sowie viele weitere gefoltert haben. Videos der Taten lösten 2014 weltweit Entsetzen aus.

Der 36-jährige Kotey, der in London aufwuchs und 2012 nach Syrien ging, räumte am Donnerstag (Ortszeit) vor Gericht in Alexandria (Virginia) acht Terrorvorwürfe ein. Im Oktober 2020 hatte er noch auf nicht schuldig plädiert. Die Umkehr könnte nach Ansicht britischer Medien darauf hindeuten, dass Kotey doch mit den Behörden kooperieren will. Ihm droht lebenslange Haft. Auf die Todesstrafe hatte die US-Regierung im Rahmen der Auslieferung aus dem Irak verzichtet.

Die vierköpfige Gruppe um den «Dschihadi John» genannten Extremisten Mohamed Emwazi wurde wegen ihrer britischen Herkunft «Beatles» genannt. Zu ihren Opfern zählen unter anderem die US-Journalisten James Foley und Steven Sotloff sowie die britischen Entwicklungshelfer David Haines und Alan Henning.

Emwazi wurde Anfang 2016 bei einem Drohnenangriff in Syrien getötet. Neben Kotey wurde auch El Schafi Elscheich 2018 von kurdischen Kämpfern festgenommen. Der Prozess gegen ihn soll im Januar in den USA beginnen. Das vierte Mitglied der Zelle, Aine Davis, wurde im Mai 2017 in der Türkei wegen Terrorvorwürfen verurteilt.


Neuseelands Behörden: Attacke in Supermarkt war Terrorangriff

AUCKLAND: Bei dem Messerangriff in einem Supermarkt in einem Vorort der neuseeländischen Stadt Auckland handelt es sich nach Angaben der Behörden um eine Terrorattacke. Verantwortlich sei ein «gewalttätiger Extremist», sagte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern am Freitag bei einer Pressekonferenz. Einsatzkräften zufolge wurden im Einkaufszentrum LynnMall sechs Menschen verletzt, vier davon schwer. Der Angreifer wurde nach Polizeiangaben von Sicherheitskräften erschossen. Es handele sich um einen Mann aus Sri Lanka, der den Behörden seit 2016 bekannt gewesen sei und unter Beobachtung gestanden habe, erklärte Ardern.

«Was heute passiert ist, war verabscheuungswürdig, es war hasserfüllt, es war falsch», sagte Ardern. Dahinter stecke kein Glauben, sondern «eine Ideologie, die hier von niemandem unterstützt wird».

Den Angaben zufolge soll der Mann die Tatwaffe in dem Supermarkt gekauft haben, bevor er mit dem Messer auf Anwesende losging. Die Supermarktkette Countdown, zu der LynnMall gehört, teilte mit, das Management sei wegen des Vorfalls «am Boden zerstört». Erst im Mai hatte es in einem anderen Supermarkt der Kette eine Messerattacke mit fünf Verletzten gegeben.


Japans Regierungschef Suga will zurücktreten

TOKIO: Japans Ministerpräsident Yoshihide Suga will Medienberichten zufolge zurücktreten. Der japanische Fernsehsender NHK meldete am Freitag, Suga habe auf einer außerordentlichen Vorstandssitzung seiner regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) angekündigt, dass er bei der Ende dieses Monats geplanten Neuwahl des Parteivorsitzes nicht kandidieren werde. Daher scheint er zu beabsichtigen, auch als Regierungschef zurückzutreten. Sugas Amtszeit als Parteichef endet am 30. September. Wegen der Mehrheit der LDP im Parlament übernimmt der Parteichef der LDP gewöhnlich auch das Amt des Regierungschefs.

Suga hatte zu Beginn seiner Amtszeit in Umfragen hohe Zustimmungswerte um die 70 Prozent erzielt. Doch eine Serie von Skandalen um Vetternwirtschaft mehrerer Parteimitglieder sowie Sugas Umgang mit der Corona-Pandemie und die erst spät in Schwung gekommene Impfkampagne ließen seine Popularität im Volk stark absinken. Auch sein Festhalten an den Olympischen Spielen in Tokio trotz der Pandemie stieß auf Kritik.


Großteil der Deutschen für Abzug der Bundeswehr aus Mali

BERLIN: Nach dem Scheitern des internationalen Militäreinsatzes in Afghanistan ist ein Großteil der Deutschen dafür, die derzeit größte und gefährlichste Mission der Bundeswehr in Mali zu beenden. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sprachen sich 44 Prozent für den Abzug der deutschen Soldaten aus dem westafrikanischen Krisenland aus. Nur 23 Prozent sind für eine Fortsetzung des Einsatzes, 33 Prozent machten keine Angaben.

Die Bundeswehr ist mit insgesamt etwa 1200 Soldaten an zwei Militärmissionen in Mali beteiligt: an einem Einsatz der Europäischen Union zur Ausbildung der malischen Streitkräfte (EUTM) und an einer Mission der Vereinten Nationen zur Friedenssicherung (Minusma). Der Norden Malis war 2012 vorübergehend in die Hände islamistischer und anderer Rebellengruppen gefallen und konnte nur durch eine französische Intervention zurückerobert werden. Anschließend wurden die beiden internationalen Militäreinsätze zur Stabilisierung Malis auf die Beine gestellt.

Sie werden immer wieder mit dem Einsatz in Afghanistan verglichen, der in diesen Tagen in einem Debakel endete: Die militant-islamistischen Taliban, die von den internationalen Truppen jahrelang bekämpft worden sind, übernahmen wieder die Macht. Die Bundeswehr zählte zu den größten Truppenstellern in Afghanistan.

Gegen eine Fortsetzung des Mali-Einsatzes sind vor allem die Wähler der AfD (76 Prozent) und der Linken (58). Dahinter folgen CDU/CSU (43), SPD (40), Grüne (38) und FDP (37).


U-Boot mit fast zwei Tonnen Kokain vor Kolumbien gestoppt

BOGOTÁ: Vor Kolumbien ist ein U-Boot mit Kokain im Wert von mehr als 60 Millionen Dollar (rund 51 Millionen Euro) aufgespürt worden. Die Marine fing das Boot mit mehr als 1,8 Tonnen Kokain laut einer Mitteilung vom Donnerstag vor der Pazifikküste des Departments Nariño im Südwesten des Landes ab. Damit sei der Handel mit und Konsum von mehr als 4,5 Millionen Dosen Rauschgift in Ländern der Region verhindert worden. Als die Besatzung des Bootes die Sicherheitskräfte bemerkt habe, seien die Männer ins Wasser gesprungen und in unwegsames Mangrovengebiet geflüchtet.

An Kolumbiens Küsten werden immer wieder U-Boote mit Drogenlieferungen beschlagnahmt. Das Land gilt als größter Kokainproduzent der Welt.


Biden besucht verwundete US-Soldaten im Militärkrankenhaus

WASHINGTON: Drei Tage nach dem Abzug der letzten US-Truppen aus Afghanistan hat Präsident Joe Biden verwundete US-Soldaten im Walter-Reed-Militärkrankenhaus bei Washington besucht. Der Präsident wurde bei der Visite am Donnerstagabend (Ortszeit) von First Lady Jill Biden begleitet, wie das Weiße Haus mitteilte. Biden hatte den umstrittenen Abzug der USA aus Afghanistan unter anderem damit begründet, dass er nicht weitere Generationen von Amerikanern dorthin in den Krieg schicken wolle.

Biden hat eine besondere Beziehung zu Soldaten und dem Militär. Sein Sohn Beau war 2008/2009 als Offizier im Irak im Einsatz, starb schließlich 2015 an einem Hirntumor. Als Biden im April den Abzug der US-Truppen aus Afghanistan ankündigte, sagte er: «Ich bin der erste Präsident seit 40 Jahren, der weiß, was es bedeutet, ein Kind zu haben, das in einem Kriegsgebiet dient.»

Bidens Fahrt in das Militärkrankenhaus in Bethesda - einem Vorort von Washington - stand nicht auf seinem öffentlichen Terminkalender. Das Weiße Haus informierte über den Besuch erst mit der Ankunft.


Psaki kontert Frage zu Abtreibung: «Sie waren noch nie schwanger»

WASHINGTON: Die Sprecherin des Weißen Haues hat mit einem Kommentar zu einem neuen strengen Gesetz zu Schwangerschaftsabbrüchen im Bundesstaat Texas für Aufsehen gesorgt. «Ich weiß, dass Sie noch nie vor diesen Entscheidungen standen und auch noch nie schwanger waren, aber für die Frauen da draußen, die vor diesen Entscheidungen standen, ist das eine unglaublich schwierige Sache», sagte Jen Psaki am Donnerstag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Ein Journalist hatte zuvor die Frage aufgeworfen, wie US-Präsident Joe Biden trotz seines Glaubens Abtreibung unterstützen könne.

Das sogenannte Herzschlag-Gesetz aus Texas verbietet Abtreibungen, sobald der Herzschlag des Fötus festgestellt worden ist. Das kann schon in der sechsten Schwangerschaftswoche der Fall sein. Viele Frauen wissen zu diesen Zeitpunkt noch nicht, dass sie schwanger sind. Eine Ausnahme gibt es nur für medizinische Notfälle. Biden hatte empört darauf reagiert, dass das Gesetz am Mittwoch in Kraft getreten war und der oberste Gerichtshof der USA einen Eilantrag dagegen abgelehnt hatte. Die Entscheidung des Supreme Courts sei «ein beispielloser Angriff auf die Verfassungsrechte einer Frau», hatte er erklärt.

Psakis Antwort auf die Frage des Reporters wurde in sozialen Netzwerken zahlreich geteilt. Der 78-jährige Biden ist bekennender Katholik. Er spricht oft über seinen Glauben und betont oft, dass der Glaube ihm dabei geholfen habe, persönliche Tragödien durchzustehen. «Er glaubt, dass es das Recht einer Frau ist. Es ist der Körper einer Frau und es ist ihre Entscheidung», sagte die 42-jährige Psaki über die Haltung des Präsidenten zu Schwangerschaftsabbrüchen.


UN-Flugdienst nimmt wieder Flüge in Afghanistan auf

NEW YORK: Nach der Machtübernahme der Taliban hat der Flugdienst der Vereinten Nationen wieder Flüge in Afghanistan aufgenommen. UN-Sprecher Stéphane Dujarric sagte am Donnerstag in New York, Passagierflugzeuge des Humanitären Flugdienstes (Unhas) verbänden derzeit die pakistanische Hauptstadt Islamabad mit Masar-i-Scharif im Norden und Kandahar im Süden Afghanistans. Zusätzlich werde eine Luftbrücke für Fracht wie beispielsweise medizinische und andere Hilfsgüter eingerichtet.

Dujarric sagte, sobald es die Sicherheits- und die Finanzierungslage erlaubten, wolle der vom Welternährungsprogramm WFP betriebene Flugdienst wieder mehr als 20 Ziele in Afghanistan anfliegen - wie in der Vergangenheit. Mit den Unhas-Verbindungen solle mehr als 160 Hilfsorganisationen ermöglicht werden, ihre lebensrettenden Aktivitäten in den afghanischen Provinzen fortzusetzen.

Der internationale Militäreinsatz in Afghanistan war in dieser Woche nach fast 20 Jahren beendet worden. Die letzten US-Truppen waren in der Nacht zu Dienstag aus Kabul abgeflogen. Danach übernahmen die militant-islamistischen Taliban den Flughafen, der bis zuletzt von US-Soldaten gesichert war. Der Flughafen ist seitdem nicht mehr in Betrieb. International laufen Bemühungen, wieder Flüge nach Kabul zu ermöglichen, um ausländische Staatsbürger und andere Schutzsuchende aus dem Land auszufliegen.


Gouverneur: 23 Tote bei Unwettern alleine in New Jersey

NEW YORK: Das verheerende Unwetter im Nordosten der USA nach Hurrikan «Ida» hat alleine im Bundesstaat New Jersey mehr als 20 Menschen das Leben gekostet.

«Mit Bedauern muss ich berichten, dass bis jetzt mindestens 23 Menschen aus New Jersey durch den Sturm ums Leben gekommen sind», schrieb Gouverneur Phil Murphy am Donnerstag (Ortszeit) auf Twitter. Die meisten dieser Todesopfer seien in ihren Fahrzeugen von den Fluten eingeschlossen worden. Auch in der Metropole New York und in anderen Bundesstaaten im Nordosten der Vereinigten Staaten waren Todesopfer zu beklagen.

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