Neues aus dem Ausland am Freitag

Neues aus dem Ausland am Freitag

Philip-Darsteller Menzies: Prinz würde meinen Kommentar nicht wollen

LONDON: Der Prinz-Philip-Darsteller aus der dritten und vierten Staffel der Netflix-Serie «The Crown», Tobias Menzies, hat sich auf seine eigene Art zum Tod des Ehemanns von Queen Elizabeth II.

(94) geäußert. «Wenn ich eine Sache über den Herzog von Edinburgh weiß, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass er nicht wollen würde, dass ein Schauspieler, der ihn im Fernsehen dargestellt hat, Kommentare zu seinem Leben abgibt», schrieb er auf Twitter. Das wolle er lieber Shakespeare überlassen und zitierte einen Vers von ihm.


US-Parlament leitet Untersuchung gegen Trump-Vertrauten Gaetz ein

WASHINGTON: Der Ethik-Ausschuss im US-Repräsentantenhaus hat unter anderem wegen Vorwürfen eines Sexualdelikts eine Untersuchung gegen den Abgeordneten Matt Gaetz eingeleitet, der als Vertrauter von Ex-Präsident Donald Trump gilt. Der Ausschuss kenne die öffentlichen Vorwürfe gegen Gaetz, darunter auch angeblicher Drogenkonsum, Bestechlichkeit und Einsatz von Wahlkampfgeldern für private Zwecke, teilte das Gremium am Freitag mit. Die Einleitung der Untersuchung bedeute nicht automatisch, dass es ein Vergehen gegeben habe, betonte der Ausschuss. Gaetz hat alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen gegen Gaetz ein, wie der Abgeordnete bestätigte. Details zum Umfang, Inhalt und Fortschritt der Ermittlungen sind bislang nicht bekannt. Gegen ihn liegt keine bekannte Anklage vor. US-Medien berichteten am Freitag unter Berufung auf Gaetz' Büro, dass er in der Sache zwei prominente New Yorker Anwälte engagiert habe.

Ende März waren Vorwürfe bekanntgeworden, wonach der Abgeordnete aus dem Bundesstaat Florida unter anderem eine Beziehung mit einer Minderjährigen gehabt haben soll. Er soll auch für Reisen der 17-Jährigen gezahlt haben. Staatsanwälte untersuchen Medienberichten zufolge zudem Vorwürfe, wonach er und ein Weggefährt minderjährige Mädchen bezahlt oder mit Geschenken zu Sex bewegt haben sollen. Gaetz hat die Vorwürfe gegen ihn als Schmierkampagne zurückgewiesen. Ende März sprach er auch davon, dass seine Familie erpresst werde.


Maas: Gespräche zu Iran-Abkommen «konstruktiv»

BERLIN/WIEN: Außenminister Heiko Maas (SPD) hat die Verhandlungen zur Rettung des Atomabkommens mit dem Iran als «konstruktiv» bezeichnet, aber vor verfrühter Euphorie gewarnt. «Alle Seiten haben Bereitschaft gezeigt, mit der nötigen Ernsthaftigkeit auf das gleiche Ziel hinzuarbeiten: die vollständige Umsetzung des Atom-Abkommens mit dem Iran», sagte Maas dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag) nach der ersten Woche der Beratungen. «Das wird nicht leicht. Wir stehen erst am Anfang intensiver Verhandlungen.» Es gehe um hochkomplexe Fragen, deren Lösung allen Kompromissbereitschaft abnötigen werde.

Vertreter aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China sowie EU-Diplomaten bemühen sich, in indirekten Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA zu vermitteln. Zur Wiederbelebung des Abkommens aus dem Jahr 2015 müsste Washington Sanktionen aufheben, während Teheran sein Nuklearprogramm wieder einschränken müsste. Das Abkommen soll den Iran am Bau von Kernwaffen hindern, ihm aber die zivile Nutzung der Kernkraft ermöglichen.

Die Verhandlungen sollen in der nächsten Woche fortgesetzt werden. Nach den ersten Gesprächen zeigte sich der Iran vorsichtig optimistisch. Ein russischer Diplomat schrieb am Freitag bei Twitter, dass die Experten und Spitzendiplomaten «mit Zufriedenheit erste Fortschritte festgestellt» hätten.


Ukrainische Armee: Kein Angriff auf Separatisten im Osten geplant

KIEW: Das ukrainische Militär hat Russlands Vorwürfe zu mutmaßlichen Vorbereitungen eines Angriffs auf die Separatistengebiete in der Ostukraine zurückgewiesen. Eine Rückeroberung der unter Kontrolle von prorussischen Separatisten stehenden Gebiete führe «unweigerlich zum Tod einer großen Anzahl an Zivilisten und Verlusten unter Militärdienstleistenden», teilte Armeechef Ruslan Chomtschak am Freitag in Kiew mit. Das sei nicht akzeptabel. Zuvor hatte Russland die Ukraine davor gewarnt, sich die abtrünnigen Teile der Regionen Donezk und Luhansk mit Gewalt zurückzuholen. Moskau drohte mit einem militärischen Eingreifen.

Beide Seiten geben sich seit Tagen gegenseitig die Schuld an einer neuen Eskalation in dem seit sieben Jahren andauernden Konflikt. Russland und die Ukraine zogen jeweils unweit der Konfliktregionen Truppen zusammen.

Die Ukraine betonte nun, sie gebe weiterhin einer diplomatischen Lösung des Konflikts den Vorzug. Das Militär sei jedoch bereit, bei einer Eskalation eine «angemessene Antwort» zu geben. Allerdings sagte Chomtschak Ende März in einem Interview auch, Präsident Wolodymyr Selenskyj habe kein Problem damit, den Befehl für eine Offensive zu geben.

International hatten zuletzt Berichte über verstärkte Spannungen im Konfliktgebiet und über russische Truppenbewegungen in Richtung ukrainischer Grenze Besorgnis ausgelöst. Teile der Gebiete Luhansk und Donezk entlang der russischen Grenze stehen seit 2014 unter Kontrolle moskautreuer Rebellen. UN-Schätzungen zufolge wurden seitdem mehr als 13.000 Menschen getötet. Allein seit Jahresbeginn gab es trotz geltender Waffenruhe rund 50 Tote. Ein Friedensplan von 2015 liegt auf Eis.


Malta will Hotel-Touristen mit 200-Euro-Rabatt locken

VALLETTA: Maltas Regierung will den Neustart des Tourismus nach dem Corona-Stopp mit Geldgeschenken an Urlauber ankurbeln. Die ersten 35.000 Touristen, die für die Sommersaison einen Urlaub auf Malta buchen, könnten Rabatte von jeweils bis zu 200 Euro erhalten, kündigte Tourismusminister Clayton Bartolo am Freitag an. Dafür müssten Reisende mindestens drei Nächte direkt bei einem maltesischen Hotel buchen, hieß es. Die Rabatte würden je nach Kategorie der Unterkunft gestaffelt gewährt - je mehr Sterne das Haus hat, je höher ist der Nachlass.

Die Regierung in Valletta will für das Programm den Angaben zufolge 3,5 Millionen Euro ausgeben. Sie will die Hälfte des Rabatts tragen, die andere Hälfte solle das Hotel übernehmen. Die Unternehmen müssten sich für das Programm anmelden, hieß es in der «Times of Malta».

Das Projekt ist Teil einer 20-Millionen-Euro-Kampagne, mit der die Regierung die Tourismussaison anschieben will. Sie soll im Juni starten. Das Reisegeschäft hat in dem kleinen EU-Inselstaat mit rund 500.000 Einwohnern eine enorme wirtschaftliche Bedeutung. Malta, das seine Impfkampagne schnell vorantreibt, will sich als eines der sichersten Reiseziele Europas vermarkten.


Harry und Meghan zum Tod Philips: «Du wirst schwer vermisst werden.»

LONDON/SANTA BARBARA: Prinz Harry (36) und Herzogin Meghan (39) haben sich zum Tod von Prinz Philip geäußert.

Auf der Webseite der beiden erschien eine Traueranzeige für den Großvater Harrys. «In liebendem Andenken seiner Königlichen Hoheit des Herzogs von Edinburgh - 1921-2021 - Danke für deinen Einsatz - Du wirst schwer vermisst werden», hieß es in weißer Schrift auf grauem Hintergrund. Der Mann von Queen Elizabeth II. (94) war am Freitag im Alter von 99 Jahren gestorben. Harry und Meghan hatten sich vor mehr als einem Jahr aus dem engeren Kreis der Königsfamilie zurückgezogen und ihren Lebensmittelpunkt nach Kalifornien verlegt. Wegen der Corona-Pandemie war ein Besuch Harrys in der alten Heimat seitdem nicht möglich. Es wird aber spekuliert, dass er alles daran setzen wird, bei der Beerdigung seines Großvaters dabei sein zu können.


Bangladesch bittet USA um Hilfe bei Rückführung von Rohingya

DHAKA: Bangladesch hat die USA um Hilfe bei der Rückführung von Rohingya-Flüchtlingen nach Myanmar gebeten. Mehr als eine Million Angehörige der muslimischen Minderheit aus dem mehrheitlich buddhistischen Myanmar leben in überfüllten Camps im muslimisch geprägten Nachbarland Bangladesch. Die Camps seien auch eine Bedrohung für die Umwelt, sagte Bangladeschs Außenminister AK Abdul Momen am Freitag nach einem Treffen mit dem US-Klimagesandten John Kerry in Dhaka. Kerry sagte, dass die internationale Gemeinschaft mehr für die Rohingya machen und nicht nur Bangladesch Verantwortung für die Rohingya tragen müsse. Die USA wolle eine Lösung für die Rohingya und eine Wiederherstellung der Demokratie in Myanmar.

Hunderttausende Rohingya waren 2017 vor Militärgewalt aus ihrer Heimat Myanmar nach Bangladesch geflüchtet. Die Vereinten Nationen bezeichnen ihre Verfolgung in Myanmar als anhaltenden Völkermord.


24 Jahre Haft nach vereiteltem Terroranschlag vor EM

PARIS: Im Prozess um einen vereitelten Terroranschlag ist ein Mann in Frankreich zu 24 Jahren Haft verurteilt worden. Dies berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Freitag aus dem Gerichtssaal. Die Staatsanwaltschaft hatte demnach eine lebenslange Strafe für den Hauptangeklagten gefordert. Vier weitere Beschuldigte verurteilte das zuständige Gericht für Terrorfälle in Paris - zwei von ihnen zu je 24, einen zu 12 und einen zu 8 Jahren Haft.

Nach der Festnahme des Hauptangeklagten im März 2016 hatte Frankreichs damaliger Premier Manuel Valls gesagt, der Festgenommene hätte für einen Anschlag sicherlich die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich im Visier gehabt. Diese wurde vom 10. Juni bis zum 10. Juli 2016 unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in Frankreich ausgetragen.

Die Ermittler hatten nach der Festnahme des Franzosen nur angegeben, dass er zu einem Terrornetzwerk gehören soll, das mit einem großen Waffenarsenal kurz vor einem schweren Anschlag stand. In einer von dem Franzosen angemieteten Wohnung in Argenteuil wurden unter anderem fünf Kalaschnikow-Sturmgewehre, eine Maschinenpistole, sieben Faustfeuerwaffen und Sprengstoff gefunden.

Der Hauptangeklagte stritt die Vorwürfe gegen ihn vor Gericht ab. Er habe keinen Anschlag durchführen oder dabei helfen wollen. Vielmehr habe er Banditentum im Sinn gehabt.


Prinz Albert II. von Monaco kondoliert nach Tod von Prinz Philip

MONACO: Der monegassische Fürst Prinz Albert II.

(63) hat den Briten und ihrer Königsfamilie zum Tod von Prinz Philip kondoliert. Er wollen sein aufrichtiges Beileid und sein tiefes Mitgefühl für den Verlust ausdrücken, hieß es in einem Schreiben des Palastes vom Freitag. Diese Worte habe der Fürst von Monaco am Nachmittag an die britische Königin Elizabeth II. gerichtet. Ihr Ehemann Prinz Philip war am Freitagmorgen im Alter von 99 Jahren gestorben. Die Nachricht habe Prinz Albert II. sehr traurig gestimmt. Auch seine Familie sende von Herzen Gedanken und Gebete.


Militär in Myanmar will UN-Sondergesandte nicht empfangen

NEW YORK: Nach dem Militärcoup in Myanmar will die Armeeführung des asiatischen Landes die UN-Sondergesandte nicht empfangen. Christine Schraner Burgener zeigte sich am Freitag bei Twitter enttäuscht, dass das Militär «nicht bereit ist, mich zu empfangen». Sie sei bereit für einen Dialog, schrieb die Schweizerin. «Gewalt führt niemals zu friedlichen, nachhaltigen Lösungen.»

Schraner Burgener ist zur Zeit auf einer Reise in der Region und wird nach einem Besuch in der thailändischen Hauptstadt Bangkok auch in China erwartet. Bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats kritisierten Mitglieder des Gremiums die Blockade-Haltung des Militärs.


Biden setzt Kommission zur Reform des Obersten Gerichtshofs ein

WASHINGTON: US-Präsident Joe Biden hat eine Kommission zur Reform des Obersten Gerichtshofs eingesetzt. Das Gremium solle sich mit möglichen Reformvorschlägen, deren Machbarkeit und der Notwendigkeit befassen, erklärte das Weiße Haus am Freitag. Zu den zu untersuchenden Fragen soll neben der Gesamtzahl der Richter am Supreme Court auch die Länge ihrer Amtszeit gehören. Die Mitglieder der Kommission - darunter Jura-Professoren, Anwälte und frühere Richter - sollen ein halbes Jahr nach der ersten Sitzung einen Abschlussbericht vorlegen.

Die neun Richter des Obersten Gerichtshofs werden auf Lebenszeit ernannt. Ihre Auswahl ist ein hart umkämpfter politischer Prozess. Ex-Präsident Donald Trump und seine Republikaner im Senat konnten drei Richter im Supreme Court platzieren, weswegen momentan sechs der neun Richter als konservativ gelten. Zuletzt hatte Trump nach dem Tod der liberalen Richterin Ruth Bader Ginsburg im vergangenen September massiv Druck gemacht, um ihren Sitz noch vor der Wahl im November mit der konservativen Juristin Amy Coney Barrett zu besetzen.

Bei den Demokraten wurden im Wahlkampf Rufe laut, die Zusammensetzung des Supreme Courts zu reformieren. Diskutiert wurde zum Beispiel eine Begrenzung der Amtszeiten der Richter, um jedem Präsidenten in etwa gleich viele Nominierungen für das Gericht zu ermöglichen. Auch eine Ausweitung des Gerichts durch zusätzliche Richter wurde diskutiert. Führende Republikaner, darunter unter anderem der Minderheitsführer der Partei im Senat, Mitch McConnell, lehnen eine Reform strikt ab.


Westminster Abbey: 99 Glockenschläge in Gedenken an Prinz Philip

LONDON/WINDSOR: Nach dem Tod von Prinz Philip sollten die Glocken der weltberühmten Kirche Westminster Abbey in London am Freitagabend 99 Mal läuten - einmal für jedes Lebensjahr des Ehemanns von Königin Elizabeth II.

Ab 18.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MESZ) solle es pro Minute einen Glockenschlag zum Gedenken an den verstorbenen Prinzgemahl geben, wie die Kirche mitteilte. Der Herzog von Edinburgh war am Freitagmorgen auf Schloss Windsor friedlich eingeschlafen - zwei Monate vor seinem 100. Geburtstag. Die Regierung rief wegen der Corona-Pandemie Trauernde auf, keine Blumen niederzulegen und sich nicht in Gruppen zu versammeln.


Merkel: «Tod von Prinz Philip erfüllt mich mit großer Trauer»

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach dem Tod von Prinz Philip der Queen und ihrer Familie kondoliert.

«Der Tod von Prinz Philip erfüllt mich mit großer Trauer», erklärte Merkel laut einem Tweet der stellvertretenden Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Freitag. «Seine Freundschaft zu Deutschland, seine Geradlinigkeit und sein Pflichtbewusstsein bleiben unvergessen.» Prinz Philip, der Ehemann der britischen Königin Elizabeth II., war am Freitag im Alter von 99 Jahren gestorben.


Griechischer Journalist in Athen auf offener Straße erschossen

ATHEN: Ein griechischer Blogger und Journalist ist am Freitagmittag vor seinem Haus in Athen erschossen worden. Der in Griechenland als Polizeireporter bekannte Giorgos Karaivaz wurde mit sieben Schüssen niedergestreckt, wie griechische Medien unter Berufung auf Polizeikreise berichteten. Zwei Männer seien anschließend auf einem Motorrad geflüchtet, hieß es. Über die Hintergründe war zunächst nichts bekannt.

Am Tatort im Athener Stadtteil Alimos seien mindestens 17 Patronenhülsen gefunden worden, berichtete die Tageszeitung «Kathimerini». Gehört hätten Nachbarn jedoch nichts, weshalb die Polizei davon ausgehe, dass es sich um eine Pistole mit Schalldämpfer gehandelt habe. Karaivaz soll sich auf dem Nachhauseweg von einer mittäglichen Boulevardsendung befunden haben, bei der er als Polizeireporter berichtete.

Gerätselt wird über die möglichen Hintergründe. Der Fall erinnert in Griechenland an den des vor elf Jahren ermordeten Journalisten Sokratis Giolias, der - ebenfalls vor seinem Haus - mit 16 Schüssen getötet worden war. Damals hatte eine linksextreme Terrororganisation die Verantwortung für das Attentat übernommen.

Die für Werte und Transparenz zuständige Vizepräsidentin der EU-Kommission, Vera Jourova, reagierte besorgt. Sie sei tief geschockt, schrieb die Tschechin auf Twitter. Ihre Gedanken seien bei Karaivaz' Familie und seinen Kollegen. Es müsse für Gerechtigkeit gesorgt und die Sicherheit von Journalisten garantiert werden.


UN würdigen Prinz Philip als Förderer wohltätiger Zwecke

NEW YORK: UN-Generalsekretär António Guterres hat sich traurig über den Tod des britischen Prinzen Philip geäußert.

«Als königlicher Gemahl unterstützte der Herzog von Edinburgh die Königin über 60 Jahre lang in ihren Pflichten als Souverän. Er war bekannt für sein Engagement für wohltätige Zwecke als Förderer von rund 800 Organisationen, insbesondere solchen, die sich auf Umwelt, Industrie, Sport und Bildung konzentrieren», teilten die Vereinten Nationen (UN) am Freitag in New York mit. Der Ehemann von Königin Elizabeth II. war am Morgen im Alter von 99 Jahren gestorben.


Deutsche Post stimmt Investoren auf starkes Jahr ein

BONN: Nach dem Rekordjahr 2020 bleibt die Deutsche Post DHL auch im laufenden Jahr auf Erfolgskurs und wird nach einem starken ersten Quartal optimistischer für das Gesamtjahr. Beim Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) erwartet der Konzern für 2021 jetzt «deutlich» über 5,6 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Freitag in Bonn mitteilte. Bisher sollte er lediglich über dem Wert liegen.

Im ersten Quartal 2021 konnte der Logistikriese das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) mit rund 1,9 Milliarden Euro im Vorjahresvergleich mehr als verdreifachen, wie das Unternehmen unter Berufung auf vorläufige Zahlen weiter mitteilte. Ein Jahr zuvor - in dem Quartal, in dem die Corona-Pandemie eskalierte und den Welthandel durcheinanderbrachte - standen hier 592 Millionen Euro.

Konzernchef Frank Appel betonte: «Der Start in das neue Geschäftsjahr war so dynamisch wie noch nie.» Der Konzern sehe eine anhaltende Dynamik im E-Commerce und eine deutliche Stabilisierung im Welthandel mit steigenden Luft- und Seefrachtvolumen. Dadurch hätten alle Konzernsparten einen deutlichen Ergebnissprung oberhalb der Markterwartung erzielt. «Der Welthandel erholt sich weiter, und die Verteilung von Impfstoffen läuft auf Hochtouren, das stimmt mich sehr optimistisch für den Rest des Jahres und darüber hinaus», sagte Appel.


Israels Präsident und Netanjahu kondolieren nach Philips Tod

JERUSALEM: Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hat nach dem Tod von Prinz Philip sein Mitgefühl ausgesprochen. «Mein tiefstes Beileid und meine aufrichtige Anteilnahme der Königin Elizabeth II., dem Prinzen von Wales, der königlichen Familie und dem britischen Volk», schrieb Rivlin bei Twitter. «Möge seine Erinnerung ein Segen sein.» Auch Regierungschef Benjamin Netanjahu kondolierte. «Prinz Philip war der vollendete Staatsdiener und wird in Israel und auf der ganzen Welt sehr vermisst werden.»

Das Außenministerium in Jerusalem verwies auf Philips Mutter Alice, die während des Zweiten Weltkriegs in Griechenland eine jüdische Familie gerettet hatte. Sie war dafür von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als «Gerechte unter den Völkern» geehrt worden.

Prinz Philip, der Ehemann der britischen Königin, war am Freitag im Alter von 99 Jahren gestorben.


Nach Tod von Prinz Philip: Trauernde versammeln sich bei Schlössern

LONDON/WINDSOR: Nach dem Tod von Prinz Philip haben sich am Buckingham-Palast in London und am Schloss Windsor viele Menschen versammelt, um dem Ehemann von Queen Elizabeth II. (94) die letzte Ehre zu erweisen. Philip war am Freitag im Alter von 99 Jahren gestorben. In London wurde eine Bekanntmachung am Zaun des Buckingham-Palasts wegen der Abstandsregeln in der Corona-Pandemie nach kurzer Zeit wieder entfernt, als sich Menschen davor versammelten. Stattdessen wurde auf einem Schild angekündigt, dass Blumen, Kerzen und andere Andenken entfernt würden, wie der Sender Sky News berichtete.

In Windsor, wo sich Philip bis zu seinem Tod aufgehalten hatte, kamen der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge Hunderte Menschen zusammen, um Blumen und andere Beileidsbekundungen am Tor des Schlosses niederzulegen. Später wiesen Polizisten die Menschen an, ihre Blumen nur noch auf einem Weg südlich der Residenz abzulegen. Die britische Regierung rief die Menschen auf, die Schlösser wegen der Abstandsregeln zu meiden.


Ägyptens Präsident Al-Sisi kondoliert der Queen

KAIRO: Ägyptens Präsident Al-Sisi hat der britischen Königsfamilie nach dem Tod von Prinz Philip sein Beileid ausgesprochen.

Al-Sisi trauere um den Ehemann von Königin Elizabeth II., wie sein Sprecher am Freitag mitteilte. Der Präsident habe der Königin eine persönlichen Beileidsbotschaft geschickt. Prinz Philip war am Freitag im Alter von 99 Jahren gestorben.


US-Präsident Biden würdigt Prinz Philips Einsatz für die Briten

WASHINGTON: US-Präsident Joe Biden hat nach dem Tod von Prinz Philip der Queen, ihrer Familie und dem britischen Volk sein Beileid ausgedrückt. Der Prinzgemahl habe im Laufe seines Lebens erlebt, wie sich die Welt dramatisch verändert habe, hieß es am Freitag in einer schriftlichen Stellungnahme Bidens.

Prinz Philip habe sein Leben den Menschen im Vereinigten Königreich gewidmet. Sein Erbe werde nicht nur durch seine Familie weiterleben, sondern auch durch die vielen wohltätigen Zwecke, für die er sich eingesetzt habe. Der Ehemann der britischen Königin Elizabeth II. war am Freitag im Alter von 99 Jahren gestorben.

Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton und seine Ehefrau, die frühere Außenministerin Hillary Clinton, würdigten ebenfalls den Einsatz von Prinz Philip und sprachen der Queen, der Königlichen Familie und dem britischen Volk ihr Mitgefühl aus. Sie erklärten: «Wir haben über die Jahre jede Gelegenheit genossen, ihn zu treffen, und werden immer tief dankbar sein für die Freundlichkeit, die er uns entgegengebracht hat.»

Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, sprach der Königlichen Familie das Beileid des US-Kongresses aus. Das Leben von Prinz Philip habe sich durch dessen hingebungsvollen Dienst ausgezeichnet, schrieb Pelosi in einem Tweet.


Sudan: 137 Tote seit Ausbruch von Kämpfen in Darfur

KHARTUM: Bei Kämpfen in der westsudanesischen Konfliktregion Darfur sind Ärzten zufolge seit Samstag mindestens 137 Menschen getötet und 221 verletzt worden. Mindestens 28 Schwerverletzte müssten zur Weiterbehandlung in die etwa 1400 Kilometer entfernte Hauptstadt Khartum gebracht werden, teilte das sudanesische Ärztekomitee am Freitag mit.

Der Gewaltausbruch hatte Samstag in Al-Dschunaina begonnen, der Hauptstadt des Bundesstaates West-Darfur. Nach Angaben des örtlichen Ärztekomitees fehlen dort Medikamente und medizinische Instrumente, um die Verletzten adäquat versorgen zu können. Augenzeugen zufolge soll die Zerstörung der Stadt immens sein. Nach Angaben von Hilfsorganisationen soll eine Schule niedergebrannt worden sein, auch sei die Versorgung mit Wasser, Lebensmitteln und Strom nur noch unzureichend gewährleistet.

In derselben Stadt war es zuletzt im Januar zu einem ähnlichen Gewaltausbruch gekommen, als ein Mitglied des Volkes der Masalit ein Mitglied einer arabischen Bevölkerungsgruppe getötet hatte. Die Milizen hatten den Vorfall ausgenutzt und die Stadt angegriffen. Die Region Darfur ist seit Jahren unruhig. Dort brachen 2003 Kämpfe zwischen Bevölkerungsgruppen, die mehr politische Mitbestimmung forderten, und der Regierung des damaligen Präsidenten Omar al-Baschir aus. Regierungskräfte und die verbündete arabische Miliz Dschandschawid gingen brutal gegen die Bevölkerung vor, Schätzungen zufolge wurden 300.000 Menschen getötet.


Britisches Parlament kehrt nach dem Tod Philips früher zurück

LONDON: Das britische Parlament in London wird wegen des Todes von Prinz Philip verfrüht aus der Osterpause zurückberufen.

Den Abgeordneten soll damit Gelegenheit gegeben werden, den am Freitag im Alter von 99 Jahren gestorbenen Ehemann von Queen Elizabeth II. zu würdigen. Das Unterhaus werde am Montag zusammentreten, bestätigte die Regierung. Der Präsident des Unterhauses, Lindsay Hoyle, würdigte Philip als treuen Diener seines Landes. «Wir müssen heute innehalten, um ihn zu ehren und unsere tiefste Dankbarkeit für die ergebene Treue des Prinzen zu unserem Land zum Ausdruck bringen», so Hoyle. «Alle Landesteile werden ihn sehr vermissen».


Vulkan La Soufrière auf Karibikinsel St. Vincent ausgebrochen

KINGSTOWN: Auf der Karibikinsel St. Vincent ist der Vulkan La Soufrière ausgebrochen. An dem Berg im Norden der Insel sei eine explosive Eruption registriert worden, teilte am Freitag die Katastrophenschutzbehörde Nemo mit. Eine bis zu acht Kilometer hohe Rauchsäule baue sich über dem Vulkan auf. Es sei mit Ascheregen zu rechnen.

An dem Vulkan waren zuvor unterirdische Erschütterungen festgestellt worden, die darauf hindeuteten, dass sich Magma zur Erdoberfläche bewegte. Bereits am Donnerstag hatte die Regierung des Inselstaats St. Vincent und die Grenadinen mit der Evakuierung der sogenannten Roten Zone rund um den Vulkan begonnen.

Bei einem Ausbruch von La Soufrière waren im Jahr 1902 etwa 1500 Menschen ums Leben gekommen. Die aktuelle vulkanische Aktivität begann nach Angaben von Nemo im vergangenen Dezember.


Doping-Verdacht gegen estnischen Olympia-Ringer Nabi bestätigt

TALLINN: Der Doping-Verdacht gegen den estnischen Ringer Heiki Nabi hat sich bestätigt. Der 35 Jahre alte Olympia-Zweite von London 2012 und zweimalige Weltmeister im griechisch-römischen Stil gab am Freitag bekannt, dass auch die B-Probe seines Urins positiv sei. Im Januar war bereits in seiner A-Probe die verbotene Substanz Letrozol gefunden worden. Nabi wurde daraufhin umgehend suspendiert.

Der Ringer, der bei der Öffnung der B-Probe im deutschen Labor in Kreischa (Sachsen) anwesend war, bestritt erneut die Vorwürfe. «Ich halte an dem fest, was ich zuvor gesagt habe. Ich habe nicht wissentlich oder absichtlich irgendetwas Verbotenes eingenommen und beabsichtige daher, bis zum Schluss für meine Rechte und meinen Ruf zu kämpfen», wurde er von estnischen Medien zitiert.

Letrozol ist ein Arzneistoff, der zur Brustkrebsbehandlung eingesetzt wird. Er steht seit 2008 auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada).


Niederländisches Königshaus: Großer Respekt für Prinz Philip

DEN HAAG: Das niederländische Königshaus hat der britischen Königsfamilie sein Mitgefühl zum Tode von Prinz Philip (99) ausgesprochen.

«Mit großem Respekt gedenken wir seiner königlichen Hoheit Prinz Philip», erklärten König Willem-Alexander, seine Frau Máxima sowie die Mutter des Königs, Prinzessin Beatrix, am Freitag in Den Haag. Er habe sein langes Leben in den Dienst des britischen Volkes gestellt, würdigte die Oranje-Familie. «Seine lebendige Persönlichkeit machte einen unauslöschlichen Eindruck.».


Tschechiens Präsident hebt Prinz Philips Charme und Noblesse hervor

PRAG: Der tschechische Präsident Milos Zeman hat die Verdienste des verstorbenen Prinz Philip gewürdigt. Er sei eine «einzigartige Persönlichkeit» gewesen und habe «mit seinem Charme, seiner Noblesse und seinem Intellekt» Großbritannien in bester Weise repräsentiert. Weiter schrieb Zeman am Freitag in einem Kondolenzbrief an die britische Königin Elisabeth II., Prinz Philips Leben sei «gewissermaßen eine unglaubliche Chronik der modernen Geschichte nicht nur Großbritanniens, sondern ganz Europas» gewesen.

Die britische Königin und ihr Gatte hatten Tschechien vor fast genau 25 Jahren auf Einladung des damaligen tschechischen Präsidenten Vaclav Havel besucht. Der für seine Pferdeleidenschaft bekannte Prinz Philip besuchte dabei unter anderem das Nationalgestüt in Kladruby an der Elbe. Der Herzog von Edinburgh war am Freitagmorgen im Alter von 99 Jahren friedlich auf Schloss Windsor bei London eingeschlafen.


UN-Menschenrechtler wollen Treffen mit Prinzessin Latifa aus Dubai

GENF: Das UN-Menschenrechtsbüro hat noch immer kein Lebenszeichen der verschwundenen Prinzessin Latifa von der Regierung in Dubai erhalten. Das gab eine Sprecherin des Büros am Freitag in Genf bekannt. Zudem forderte sie direkten Zugang zu der Tochter des Emirs Mohammed bin Raschid al-Maktum von Dubai.

In Großbritannien waren im Februar Videos der Prinzessin veröffentlicht worden. Darin sagt die Frau, sie sei entführt worden und werde in einer Villa wie in einem Gefängnis festgehalten. Daraufhin hatte das Menschenrechtsbüro am 18. Februar einen Lebensbeweis gefordert.

«Bisher haben wir noch keinen erhalten», sagte die Sprecherin Marta Hurtado bei einer Pressekonferenz. «Idealerweise wollen wir sie treffen, um frei und allein mit ihr zu sprechen und alle Umstände ihrer Situation zu untersuchen.» Die gleiche Forderung gelte auch für Latifas Schwester, über deren Schicksal man ebenfalls sehr besorgt sei.

Die Herrscherfamilie Dubais gab im Februar an, dass Latifa von ihrer Familie und medizinischem Personal zu Hause betreut werde. Latifa hatte im Februar 2018 per Schlauchboot und Jacht versucht, Dubai zu verlassen. Sie soll von einem Sonderkommando vor der indischen Küste gestoppt und gewaltsam zurückgebracht worden sein, berichteten ihre Freunde. Eine ältere Schwester Latifas war im Jahr 2000 aus Cambridge entführt und nach Dubai gebracht worden, nachdem sie versucht hatte, sich abzusetzen.


Von der Leyen betrübt über den Tod von Prinz Philip

BRÜSSEL/LONDON: EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat sich betrübt über den Tod von Prinz Philip gezeigt.

«Ich bin traurig, von dem Tod seiner königlichen Hoheit Prinz Philip zu hören», schrieb die CDU-Politikerin am Freitag auf Twitter. «An diesem sehr traurigen Tag» wolle sie der britischen Königin, der königlichen Familie und dem britischen Volk ihr aufrichtiges Mitgefühl aussprechen. Prinz Philip, Ehemann der britischen Queen Elizabeth II., war am Freitag im Alter von 99 Jahren gestorben.


Urteil im Missbrauchskomplex Münster: Über fünf Jahre Haft

MÜNSTER: Für den dreifachen schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes hat das Landgericht Münster in Deutschland am Freitag einen 45-jährigen Mann zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt.

Außerdem sah das Landgericht es nach Angaben eines Sprechers als erwiesen an, dass der Mann aus Berlin in drei Fällen kinderpornografische Schriften besessen hat. Strafmildernd beurteilten die Richter, dass der nicht vorbestrafte Mann mit Zweitwohnsitz in Magdeburg ein Geständnis abgelegt und somit dem Opfer eine Zeugenaussage erspart hatte.

Die Staatsanwaltschaft hatte sich für eine Haftstrafe von sechs Jahren und neun Monaten ausgesprochen. Der Verteidiger für eine Strafe nicht über fünf Jahren. Der Prozess im Zusammenhang mit dem Missbrauchskomplex Münster fand zum Schutz der Opfer weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Bei dem Opfer soll es sich um einen heute elf Jahre alten Jungen aus Münster (Nordrhein-Westfalen) handeln, der in dem Komplex bereits laut den Ermittlern wiederholt Opfer von schwerem Missbrauch geworden war. Im Hauptprozess wird im Frühjahr ein Urteil erwartet.


Neuseelands Regierung übermittelt der Queen «aufrichtiges Beileid»

WELLINGTON: Die neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern hat der britischen Königsfamilie nach dem Tod von Prinz Philip die Trauer und das Beileid des Pazifikstaats übermittelt. «Unsere Gedanken sind bei Ihrer Majestät der Königin in dieser zutiefst traurigen Zeit», hieß es am Freitag in einer Mitteilung. «Im Namen des neuseeländischen Volkes und der Regierung möchte ich Ihrer Majestät und der gesamten königlichen Familie mein aufrichtiges Beileid aussprechen.» Elizabeth II. ist das Staatsoberhaupt Neuseelands.

Ardern erinnerte auch an die «enorme Unterstützung», die der Herzog von Edinburgh der Königin stets gegeben habe. Prinz Philip habe seine Frau bei allen zehn Besuchen in Neuseeland begleitet, der erste Besuch war demnach im Jahr 1953, der letzte im Jahr 2002. Die Flaggen an allen Regierungsgebäuden und auf Marineschiffen würden auf halbmast gesetzt, erklärte die Regierung.


Mindestens 45 Tote nach Verkehrsunfall im Kongo

KINSHASA: Im Kongo sind bei einem Verkehrsunfall mindestens 45 Menschen getötet und 32 verletzt worden. Der Unfall ereignete sich am Donnerstagabend etwa 860 Kilometer östlich der Hauptstadt Kinshasa in der Provinz Kwilu, sagte Gouverneur Willy Itsundala Asang der Deutschen Presse-Agentur am Freitag.

Bei einem Überholmanöver habe ein Bus mit 66 Passagieren, der zudem mit Palmöl und hochprozentigem Alkohol beladen gewesen sein soll, Feuer gefangen. Die Menschen seien im Bus gefangen gewesen und bei lebendigem Leibe verbrannt, sagte der Gouverneur. Eine Identifizierung sei schwierig. Von den 32 Überlebenden seien neun, darunter auch der Fahrer, schwer verletzt und sollen im Laufe des Nachmittages zur Weiterbehandlung in die Hauptstadt gebracht werden.


Johnson: Prinz Philip war «Stärke und Stütze» der Queen

LONDON: Der britische Premierminister Boris Johnson hat den am Freitag im Alter von 99 Jahren gestorbenen Ehemann von Königin Elizabeth II., Prinz Philip, als wichtigen Lenker des britischen Königshauses und der Monarchie gewürdigt. Auch dank ihm sei das Königshaus «eine Institution, die unbestreitbar bedeutsam für das Gleichgewicht und das Glück unseres nationalen Lebens bleibt», sagte Johnson in einer Ansprache vor dem Regierungssitz Downing Street.

Prinz Philip habe sich die Zuneigung von Generationen im Vereinigten Königreich, quer durch den Commonwealth und rund um die Welt erarbeitet. Aus seinen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg habe er einen «Geist des Dienens» entwickelt, den er auch nach dem Krieg durch alle Veränderungen hindurch bewahrt habe.

Philip sei seiner Zeit weit voraus gewesen, beispielsweise in seinem Engagement für die Umwelt, so der konservative Politiker weiter. Vor allem hob Johnson die Rolle des Herzogs von Edinburgh als Wegbegleiter der 94 Jahre alten Queen hervor. Er sei «nicht nur als Gemahl an ihrer Seite an jedem Tag ihrer Regentschaft, sondern als Ehemann mehr als 70 Jahre lang ihre Stärke und Stütze» gewesen, so Johnson.

Wegen der Trauerzeit, die auf den Tod des Prinzgemahls folgt, werden auch Auftritte von Regierungsvertretern abgesagt. Das betrifft etwa einen geplanten Besuch von Johnson in einem Pub. An diesem Montag darf in Großbritannien die Außengastronomie wieder öffen. Der Premier hatte bereits angekündigt, er werde dann «langsam, aber unwiderruflich» ein Pint Bier an seine Lippen führen. Das muss er nun verschieben.


Schwedischer König: Prinz Philip war ein langjähriger Freund

STOCKHOLM: Das schwedische Königshaus hat mit großer Trauer auf den Tod von Prinz Philip reagiert.

«Prinz Philip ist über viele Jahre ein guter Freund unserer Familie gewesen, eine Freundschaft, die wir sehr geschätzt haben», erklärte Schwedens König Carl XVI. Gustaf (74) am Freitag in einer Stellungnahme. Philips Einsatz für sein Land sei ein Vorbild für alle. «Wir sprechen Ihrer Majestät der Königin, der königlichen Familie und der Bevölkerung Großbritanniens unser Beileid aus.» Prinz Philip, der Ehemann der britischen Königin Elizabeth II., ist im Alter von 99 Jahren gestorben, wie der Buckingham-Palast am Freitag in London mitteilte.


Prinz Philip: Der Mann an der Seite der Queen

LONDON: Prinz Philip war seit der Krönung von Queen Elizabeth II. im Jahr 1953 «der Mann an der Seite der Königin». Häufig trat er in Uniform auf, mitunter fiel er durch bissigen Humor und schräge Witze auf. In früheren Jahren beschwerte er sich auch über seine «Nebenrolle». Dennoch galt er stets als eine wichtige Stütze der Königin, mit der er seit 1947 verheiratet war. Nun ist Philip im Alter von 99 Jahren gestorben.

Seine offiziellen Titel lauteten Herzog von Edinburgh, Graf von Merioneth und Baron Greenwich. Er kam als Prinz von Griechenland und Dänemark am 10. Juni 1921 auf der griechischen Insel Korfu zur Welt. Er war Spross des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, in seinem Stammbaum wimmelt es von Deutschen. Philip besuchte ein Jahr lang die Eliteschule Salem in Süddeutschland und sprach gut Deutsch.

Die Kindheit war nicht glücklich, die Ehe der Eltern scheiterte früh. Die Familie musste ins Exil nach Paris und war dort auf das Wohlwollen von Verwandten angewiesen. Die Mutter erkrankte psychisch. Jahrelang sah Philip seine Eltern so gut wie nicht. Als 18-Jähriger begann er, mit der damals 13-jährigen Elizabeth Briefe auszutauschen. Die Queen sprach später von Liebe auf den ersten Blick.

Am 20. November 1947 läuteten in Londons Westminster Abbey die Hochzeitsglocken. Für die Heirat verzichtete Philip auf den Titel Prinz von Griechenland. Im Zweiten Weltkrieg diente er als Leutnant in der britischen Marine. Seine Karriere dort musste er allerdings im Jahr der Krönung aufgeben. Als Prinzgemahl lernte er dafür das Fliegen, was zur Leidenschaft wurde. Philip war lange Schirmherr von Hunderten Organisationen und galt bis ins hohe Alter als sehr fleißiger Royal. Das Königspaar hat vier Kinder.


Deutscher Botschafter in London trauert um Prinz Philip

LONDON: Der deutsche Botschafter in London, Andreas Michaelis, hat seine Trauer über den Tod von Prinz Philip ausgedrückt.

«Es ist ein großes Privileg, dass er uns bei so vielen Gelegenheiten in Deutschland besucht und uns geholfen hat, eine sehr enge Partnerschaft zwischen Großbritannien und Deutschland aufzubauen», schrieb Michaelis am Freitag auf Twitter. Der Ehemann von Königin Elizabeth II. werde sehr vermisst werden. Seine Gedanken seien bei der Queen und ihrer Familie, so der Botschafter. Der Herzog von Edinburgh war am Freitag mit 99 Jahren auf Schloss Windsor gestorben.


Australiens Premier sendet britischem Königshaus «Liebe und Beileid»

SYDNEY: Der australische Premierminister Scott Morrison hat der britischen Königin Elizabeth II. und dem gesamten Königshaus sein Beileid zum Tod von Prinz Philip ausgedrückt. «Fast 80 Jahre lang hat Prinz Philip der Krone, seinem Land und dem Commonwealth gedient», hieß es am Freitag in einer längeren Mitteilung. Der Verstorbene habe eine Generation verkörpert, «die es so nicht mehr geben wird».

Morrison erinnerte daran, dass der Herzog von Edinburgh Australien mehr als 20 Mal besucht habe. Königin Elizabeth ist das Staatsoberhaupt des Landes. «Die Australier senden ihre Liebe und ihr tief empfundenes Beileid», hieß es weiter. Die Flaggen im Land würden auf halbmast gesetzt, so Morrison. Wie Australien Philips gedenken wird, soll in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden.


Polizei sprengt Drogen-Netzwerk der Mafia auf Sizilien

MESSINA: Anti-Mafia-Ermittler haben auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien bei Razzien ein Netzwerk von Drogenhändlern ausgenommen und mehr als 30 Verdächtige festgesetzt. Wie die Staatsanwaltschaft in Messina am Freitag mitteilte, werden den Männern und Frauen unter anderem Erpressung, Entführung, Körperverletzung und illegale Drogengeschäfte vorgeworfen. Ein Teil der kriminellen Aktivitäten soll aus einer Bar in der Hafenstadt Messina im Nordosten Siziliens gesteuert worden sein.

Unter den Verdächtigen, die zumeist ins Gefängnis oder in Hausarrest kamen, ist ein Banden-Boss, der schon 13 Jahre im Gefängnis saß. Nach seiner Freilassung soll er laut den Ermittlern wieder voll in die kriminellen Netzwerke eingestiegen sein.

Außerdem sei ein Kommunalpolitiker geschnappt worden. Ihm wird vorgeworfen, rund 10.000 Euro an die Mafia gezahlt zu haben, damit der Clan ihm bei einer Wahl Stimmen besorge. Der Kandidat sei bei der Abstimmung im Jahr 2018 aber nicht gewählt worden, hieß es. Die Behörden in Italien gehen regelmäßig mit großen Aktionen gegen Mafia-Organisationen vor.


Zum Thema «Prinz Philip ist tot» berichtet dpa wie folgt

LONDON: Prinz Philip ist tot

BERICHTERSTATTUNG

* Einzelmeldungen * Zusammenfassung ca. 50 Zl - bis 13:30 * Zusammenfassung ca. 60 Zl - bis 16:00 * KORR-Bericht ca. 80 Zl - bis 14:30


Weitere Berliner Museen wollen öffnen

BERLIN: Nach einer längeren Pandemiepause sollen in Berlin die nächsten Museen öffnen. Der Hamburger Bahnhof, die Gemäldegalerie und beispielsweise das Kupferstichkabinett sollen ab Dienstag (13. April) wieder zugänglich sein, wie die Staatlichen Museen am Freitag ankündigten.

Besucher müssen ein Zeitfenster buchen, einen negativen Coronatest vorlegen und eine FFP2-Maske zum Schutz vor Ansteckungen tragen. Mitte März hatten die ersten Staatlichen Museen wieder geöffnet, etwa das Neue Museum mit der berühmten Nofretete, die Alte Nationalgalerie und das Pergamonmuseum auf der Museumsinsel.


Tschechischer Regierungschef Babis bestreitet Agententätigkeit

PRAG: Ein halbes Jahr vor der Parlamentswahl in Tschechien gerät Ministerpräsident Andrej Babis wegen Vorwürfen zu seiner Rolle im Sozialismus vor der Wende von 1989 unter Druck. Das Nachrichtenportal Seznamzpravy.cz veröffentlichte am Freitag eine mutmaßliche Karteikarte des damaligen tschechoslowakischen Staatssicherheitsdienstes (StB), die Babis als Agenten zu führen scheint. Babis bestritt umgehend jede Agententätigkeit. Die Staatssicherheit habe Menschen ohne ihr Mitwissen in ihrer Kartei geführt, sagte der 66-Jährige.

Die Karteikarte trägt den Stempel «Agent» und listet auf der Vorderseite den Decknamen «Bures» sowie auf der Rückseite den Klarnamen Andrej Babis auf. Sie stammt den Angaben zufolge aus dem Archiv des slowakischen Instituts für Nationales Gedenken (UPN). Als Beginn der Agententätigkeit wird der November 1982 genannt. Die Aufnahme sei auf der Basis der «Freiwilligkeit» erfolgt. Als Interessengebiet wird der Außenhandel angeführt.

Babis erklärte dagegen, er habe nie eine Verpflichtungserklärung unterschrieben. Zudem interessiere das Thema heute niemanden mehr. In der Slowakei geht der gebürtige Slowake seit Jahren juristisch gegen den Vorwurf der Geheimdienstmitarbeit vor. Er räumte bisher nur die Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei (KSC) ein.

Der Multimilliardär und Gründer der populistischen Partei ANO steht seit Dezember 2017 an der Spitze einer Minderheitsregierung. Das Bündnis mit den Sozialdemokraten (CSSD) wird von den Kommunisten (KSCM) toleriert. In einem halben Jahr steht in Tschechien eine Parlamentswahl an.


Familien fordern Freilassung von Kriegsgefangenen

ERIWAN: Hunderte Angehörige vermisster Soldaten in Armenien haben fünf Monate nach dem Ende der Kämpfe in der Konfliktregion Berg-Karabach im Südkaukasus von Aserbaidschan die Freilassung von Kriegsgefangenen verlangt. Sie blockierten am Freitag den zweiten Tag infolge das armenische Verteidigungsministerium in der Hauptstadt Eriwan, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur vor Ort berichtete. Bis zu 400 Menschen hielten sich demnach an den Ein- und Ausgängen auf. Vereinzelt gab es Zusammenstöße mit der Polizei. Auch in anderen Landesteilen gab es Protestaktionen.

Am Donnerstag wurde berichtet, dass ein Flugzeug mit bis zu 25 Kriegsgefangenen aus Aserbaidschan in Eriwan eintreffen sollte. Der Flieger sei aber leer gewesen, hieß es danach. Regierungschef Nikol Paschinjan hatte erst am Mittwoch bei einem Besuch bei Kremlchef Wladimir Putin in Moskau das Nachbarland zur Freilassung aller Kriegsgefangenen aufgefordert. Danach telefonierte Putin mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev.

In dem Krieg vom 27. September bis 9. November um Berg-Karabach hatte sich Aserbaidschan weite Teile des Anfang der 1990er Jahre verlorenen Gebiets zurückgeholt. Mehr als 6000 Menschen starben bei den Kämpfen. Noch immer werden die sterblichen Überreste von Soldaten und Zivilisten geborgen. In der Vergangenheit waren bereits Gefangene ausgetauscht worden. Armenien beruft sich auf Russland als Schutzmacht. Aserbaidschan wird dagegen von der Türkei unterstützt.


Sechs Oppositionspolitiker kurz vor Wahl im Tschad verhaftet

N'DJAMENA: Wenige Tage vor der Präsidentenwahl im zentralafrikanischen Tschad sind sechs Oppositionspolitiker wegen Terrorismusvorwürfen festgenommen worden. Die Regierungskritiker hätten Unruhen während der für Sonntag geplanten Abstimmung organisieren wollen, sagte Regierungssprecher Jean-Bernard Padaré in einem Radiointerview am Freitagmorgen (Ortszeit). Die Maßnahme diene des «Abbaus eines terroristischen Netzwerks», so Padaré.

Sieben Männer kandidieren für die Präsidentenwahl im Tschad am 11. April. Langzeitherrscher Idriss Déby Itno, der seit 30 Jahren an der Macht ist, strebt eine sechste Amtszeit an und gilt als Favorit. Vor der Wahl kam es mehrfach zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizisten und Mitgliedern von Gewerkschaften, Oppositionsparteien und Menschenrechtsverbänden, die friedliche Märsche gegen Débys Wiederwahl organisierten. Dabei kam es nach Angaben von Human Rights Watch zu zahlreichen Verletzten und Festnahmen.


Neun Migranten bei Unfall verletzt

ATHEN/: Bei einem Autounfall nahe der nordgriechischen Stadt Edessa sind neun Menschen verletzt worden, einige davon schwer. Laut Polizei sind die Verletzten ersten Erkenntnissen zufolge Migranten, wie die halbamtliche Nachrichtenagentur ANA berichtete. Der Fahrer, ein 21 Jahre alter Syrer, versuchte demnach am Freitag, einer Polizeikontrolle zu entkommen. Es kam zu einer Verfolgungsjagd. Der Wagen mit den Migranten kam von der Fahrbahn ab und überschlug sich. Die Verletzten wurden in zwei Krankenhäuser der Region gebracht.

Sicherheitskräfte entdecken in Nordgriechenland immer wieder Schleuser, die trotz strenger Kontrollen Migranten mit Autos oder in Hohlräumen von Lastwagen aus der Grenzregion nahe der Türkei in den Westen Griechenlands bringen. Seit Jahresbeginn und bis zum 4. April sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR auf dieser Route gut 900 Migranten aus der Türkei nach Griechenland gekommen.

Unbekannt ist allerdings die Dunkelziffer derjenigen, die nicht aufgegriffen werden. Die Migranten hoffen, nach Mittel- und Westeuropa oder Italien gelangen zu können, ohne sich in Griechenland registrieren lassen zu müssen.


Bericht über zwölf vom IS in Mosambik getötete Ausländer

MAPUTO: Bei dem Angriff von Extremisten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf die nordmosambikanische Küstenstadt Palma sind nach Angaben eines Polizisten auch zwölf Weiße umgebracht worden. Die Männer seien in dem Hotel Amarulla Lodge von den Angreifern gefesselt und dann geköpft worden, sagte der örtliche Polizist Pedro da Silva Negro dem portugiesischen TV-Sender RTP. «Es waren Weiße, deshalb wohl Ausländer», sagte er. Welcher Nationalität die Opfer waren, wisse er nicht. Er habe die Leichen im Garten der Hotelanlage vergraben lassen, sagte der Polizist und zeigte auf einen Bereich frisch aufgewühlter Erde.

In dem Hotel hätten zurzeit des Angriffs viele Ausländer gewohnt und andere seien nach Beginn des Angriffs dorthin geflüchtet, weil sie es für sicherer hielten, berichtete da Silva. Das Hotel habe zwar eine eigene Sicherheitstruppe gehabt, aber die Angreifer seien viel stärker gewesen. RTP zeigte Bilder des völlig verwüsteten und teilweise ausgebrannten Hotels.

Palma im Norden des südostafrikanischen Landes war am 24. März von Extremisten überfallen worden. In der Region ist das Mineralölunternehmen Total an einem knapp 17 Milliarden Euro teuren Flüssiggasprojekt beteiligt. Der Konzern hatte gut 1000 Mitarbeiter in Sicherheit gebracht. Die Terrormiliz hatte in einem Bekennerschreiben betont, IS-Kämpfer hätten die Kontrolle über die Stadt übernommen und 55 Sicherheitskräfte getötet. Inzwischen haben Regierungstruppen die Stadt, aus der fast alle Bewohner geflüchtet sind, wiedererobert.

In der Provinz Cabo Delgado verüben islamistische Rebellen seit 2017 immer wieder brutale Angriffe. Dem UN-Flüchtlingshilfswerk zufolge wurden mehr als 530.000 Menschen vertrieben. Die Rebellion hat Experten zufolge ihre Wurzeln in den Missständen und Klagen der Bewohner der Region, die sehr arm ist und jahrelang von der Regierung vernachlässigt wurde.


Lungenexperte: Todesursache bei George Floyd war Mangel an Sauerstoff

MINNEAPOLIS: Der bei einem US-Polizeieinsatz im Mai 2020 getötete Afroamerikaner George Floyd ist einem Lungenspezialisten zufolge an den Folgen von Sauerstoffmangel gestorben. Der niedrige Gehalt an Sauerstoff habe Hirnschäden verursacht und Floyds Herz zum Stillstand gebracht, sagte der auf Pneumologie und Intensivmedizin spezialisierte Mediziner Martin Tobin am Donnerstag (Ortszeit) im Prozess gegen den angeklagten weißen Ex-Polizisten Derek Chauvin in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota.

Der Lungenexperte wies damit die von der Verteidigung vertretene Theorie zurück, nach der Floyds Tod nicht auf Gewalteinwirkung, sondern auf dessen Herzrhythmusstörungen und Rückstände von Drogen in seinem Blut zurückgehe. «Eine gesunde Person wäre infolge der Umstände, denen Herr Floyd ausgesetzt war, gestorben», sagte Tobin. Der 46-jährige Floyd war Ende Mai in Minneapolis bei einer brutalen Festnahme ums Leben gekommen. Videos dokumentierten, wie Polizisten den unbewaffneten Mann zu Boden drückten. Chauvin presste dabei sein Knie gut acht Minuten lang in Floyds Hals, während dieser flehte, ihn atmen zu lassen.

Chauvin habe zeitweise einen großen Teil seines Körpergewichts gegen Nacken und Oberkörper des Opfers gepresst und dessen Atmung dadurch erschwert, sagte Tobin von der Edward Hines Jr. Klinik bei Chicago. Die Bauchlage habe ihn zusätzlich am Luftholen gehindert, sagte der Mediziner, der bestimmte Beinbewegungen Floyds auf den Videos als Anzeichen für die erlittenen Hirnschäden wertete.

Die Beamten hatten Floyd wegen des Verdachts festgenommen, mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben. Chauvin hat auf nicht schuldig plädiert. Der schwerwiegendste Anklagepunkt lautet Mord zweiten Grades ohne Vorsatz. Darauf stehen bis zu 40 Jahre Haft. Nach deutschem Recht entspräche dies eher dem Totschlag. Zudem wird Chauvin auch Mord dritten Grades vorgeworfen, was mit bis zu 25 Jahren Haft geahndet werden kann. Auch muss er sich wegen Totschlags zweiten Grades verantworten, worauf zehn Jahre Haft stehen. Chauvin, der nach dem Vorfall entlassen wurde, ist derzeit auf Kaution frei.


Britischer Multimilliönär erstochen - 34-Jähriger festgenommen

GILLINGHAM: Nach dem Tod eines britischen Multimillionärs ist ein 34-jähriger Verdächtiger festgenommen worden. Der 83 Jahre alte Hotelier war am Mittwochabend tot auf seinem Anwesen nahe der englischen Stadt Gillingham aufgefunden worden, wie unter anderem die BBC berichtete. Auch eine Frau - wohl seine Partnerin - erlitt Stichverletzungen. Die Polizei stoppte den Tatverdächtigen in seinem Fahrzeug in London und nahm ihn wegen des Mordverdachts fest. Da auch er verletzt war, wurde er zunächst ins Krankenhaus gebracht.

Den Berichten zufolge sollen sich der junge Mann und das Opfer gekannt haben. Das Vermögen des Geschäftsmanns und seiner Familie wurde laut der «Sunday Times Rich List» im vergangenen Jahr auf rund 300 Millionen Pfund (rund 345 Millionen Euro) geschätzt.


Spannungen nach Draghis Einstufung von Erdogan als «Diktator»

ROM: Zwischen Italien und der Türkei ist es zu diplomatischen Spannungen gekommen, nachdem der italienische Ministerpräsident Mario Draghi den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan als einen «Diktator» bezeichnet hat. Anlass der Äußerung war die Debatte um die Sitzordnung beim Besuch von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei Erdogan am Dienstag. Die Türkei bestellte aus Protest den italienischen Botschafter ein, wie das türkische Außenministerium am späten Donnerstagabend mitteilte. Man erwarte, dass Draghi die Äußerungen zurücknehme und habe dies deutlich gemacht, hieß es. Außenminister Mevlüt Cavusoglu schrieb auf Twitter, er verurteile Draghis «hässliche und maßlose Äußerungen» aufs Schärfste.

Italiens Premier hatte sich am Donnerstagabend vor der Presse in Rom zu dem Besuch von Kommissionschefin von der Leyen und des EU-Ratspräsidenten Charles Michel bei Erdogan geäußert. Von der Leyen hatte dabei am Dienstag keinen Stuhl bekommen, sondern saß etwas abseits auf einem Sofa. «Das war ein Verhalten, das mir sehr wegen der Demütigung missfallen hat, die die Präsidentin der EU-Kommission von der Leyen erleiden musste», sagte der frühere Chef der Europäischen Zentralbank (EZB). Man müsse mit «diesen, nennen wir sie (...) Diktatoren» eine klare Sprache sprechen und die unterschiedlichen gesellschaftlichen Vorstellungen zum Ausdruck bringen. Man müsse aber auch bereit sein, mit ihnen im Interesse des Landes zu kooperieren. Es brauche das richtige Gleichgewicht, sagte Draghi.

Die Wahl des Wortes Diktator sorgte sofort danach in italienischen Medien für Schlagzeilen. Auch die Türkei reagierte umgehend.

In der Diskussion um die Sitzordnung beim EU-Türkei-Treffen in Ankara hat sich die Türkei bereits am Donnerstag gegen Vorwürfe aus Brüssel verteidigt. Es habe «ungerechte Anschuldigungen gegenüber der Türkei gegeben», sagte Außenminister Cavusoglu. «Es wurde entsprechend der Anregungen der EU-Seite so eine Sitzordnung aufgestellt.»


Eichmann-Ankläger lobt deutsche Strafverfolgung von NS-Verbrechern

JERUSALEM: 60 Jahre nach dem Prozess gegen Adolf Eichmann hat einer der damaligen israelischen Ankläger die konsequente Strafverfolgung von NS-Verbrechern im heutigen Deutschland gelobt. Die deutsche Justiz tue alles, «um Menschen zu bestrafen, die noch keine Strafe erhalten haben», sagte der aus Halberstadt stammende Jurist und stellvertretende Chefankläger im Eichmann-Prozess, Gabriel Bach. «Sie wollen weiter Leute vor Gericht stellen, die Teil der Nazi-Maschinerie waren und Menschen getötet haben.»

Am 11. April 1961 begann in Jerusalem der Prozess gegen Adolf Eichmann, Organisator des Massenmordes an Millionen europäischer Juden. Im Jahr zuvor hatten israelische Agenten ihn aus Argentinien entführt. 1962 wurde Eichmann nach seiner Verurteilung hingerichtet. Er war einer der Hauptverantwortlichen für die Deportation der europäischen Juden in die Vernichtungslager.

Der heute 94 Jahre alte Bach, der in Berlin aufwuchs, flüchtete 1938 mit seiner Familie aus Nazi-Deutschland. 1940 kam er ins damalige Palästina. Bach studierte später in London Jura, arbeitete seit 1953 bei der Staatsanwaltschaft und war von 1982 bis 1997 Richter am Obersten Gerichtshof in Israel.

Bach hat sich über die Jahre immer wieder für eine Annäherung zwischen Israel und seiner deutschen Heimat eingesetzt. Er habe viele positive Verbindungen zu Menschen in Deutschland, sagte der ehemalige Generalstaatsanwalt. «Dies sehe ich als sehr wünschenswert an und will es fortsetzen.»

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