Neues aus dem Ausland am Freitag

Neues aus dem Ausland am Freitag

Lady Gaga nach Hundediebstahl: «Ich bin todtraurig»

LOS ANGELES: Lady Gaga hat sich zwei Tagen nach dem Überfall auf ihren Hundeausführer und dem Diebstahl ihrer beiden Hunde Koji und Gustav erstmals selbst zu Wort gemeldet. «Ich bin todtraurig», schrieb die 34-jährige Sängerin und Schauspielerin am Freitag auf Instagram: «Ich bete dafür, dass meine Familie durch einen Akt von Güte wieder vollständig sein wird». Dazu postete sie acht Fotos ihrer Hunde.

Die Musikerin erklärte weiter, dass sie 500.000 Dollar (etwa 410.000 Euro) Belohnung für die sichere Rückgabe ihrer Hunde leisten werde. Diese Summe würde sie auch zahlen, falls jemand unwissentlich die Tiere gekauft oder gefunden habe. Ihr Dogwalker, Ryan Fischer, habe sein Leben riskiert, als er um die Hunde kämpfte. Er sei «für immer ein Held» und sie würde ihn lieben, schrieb der Popstar.

Die Polizei in Los Angeles sucht nach zwei Tatverdächtigen im Alter von 20 bis 25 Jahren. Der bei dem Vorfall verletzte Hundesitter, der in ein Krankenhaus gebracht wurde, befand sich nach Angaben der Behörde in stabilem Zustand. Der Straßenraub ereignete sich am Mittwochabend (Ortszeit), als Fischer drei Französische Bulldoggen der Sängerin in Hollywood spazieren führte. Die Männer seien aus einem Auto gesprungen und hätten mit Waffengewalt die Herausgabe der Hunde gefordert. Der Hundesitter wehrte sich und wurde durch einen Schuss verletzt. Die Diebe entkamen mit zwei Hunden.

Der Raub ereignete sich während eines Rom-Besuchs von Lady Gaga, die sich nach Medienberichten dort zu Dreharbeiten aufhalten soll.


Opferzahl bei Gefängnisausbruch auf 25 gestiegen

CROIX-DES-BOUQUETS: Einen Tag nach einem Massenausbruch aus einem Gefängnis in Haiti sind inzwischen 25 Todesopfer gezählt worden. Darunter waren sechs Häftlinge, wie ein Sprecher der Regierung des Karibikstaates am Freitag bei einer Pressekonferenz mitteilte. Es seien noch 200 Insassen auf der Flucht, 60 weitere seien inzwischen wieder gefasst. Der Sprecher erklärte außerdem, dass der aus der Haftanstalt geflohene Chef einer berüchtigten Bande, Anel Joseph, am Freitag gut 100 Kilometer nordwestlich des Gefängnisses getötet worden sei, nachdem er Polizisten angegriffen habe.

Die Identitäten des Großteils der Todesopfer bei dem Ausbruch am Donnerstag waren zunächst unklar. Die Regierung bestätigte allerdings, dass darunter der Direktor des Hochsicherheitsgefängnisses in Croix-des-Bouquets, einem Vorort der Hauptstadt Port-au-Prince, war.

Aus dieser Haftanstalt waren bereits im Jahr 2014 Dutzende Insassen geflohen. Damals hatten bewaffnete Angreifer inhaftierte Komplizen befreit. Vor dem Ausbruch saßen dort nach Angaben des Nachrichtenportals Haiti Press Network gut 1500 Häftlinge ein.


Saudi-Arabien weist US-Bericht zu Khashoggi als falsch zurück

RIAD: Saudi-Arabien hat den US-Bericht zur Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi als «falsch» und «inakzeptabel» zurückgewiesen. Er enthalte «fehlerhafte Informationen und Schlussfolgerungen» zur saudischen Führung, teilte das Außenministerium in Riad am Freitag über Twitter mit.

Das «schreckliche Verbrechen» stelle einen eklatanten Verstoß gegen saudisches Recht dar, hieß es. Diejenigen, die es begangen hätten, seien veruteilt worden. Es sei bedauerlich, dass der US-Bericht veröffentlicht worden sei. Das Königreich lehne Maßnahmen ab, die seine Souveränität und die Unabhängigkeit seiner Justiz verletzten.

Kashoggi war im Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul von einem Spezialkommando aus Riad ermordert worden. Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman hatte die Operation zur Gefangennahme oder Tötung des Journalisten nach Einschätzung der US-Geheimdienste genehmigt. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Büro der neuen US-Geheimdienstkoordinatorin Avril Haines am Freitag veröffentlichte.

Ein saudisches Gericht hatte fünf Angeklagte zu 20 Jahren Haft verurteilt und damit eine Todesstrafe gegen die Männer aufgehoben. Zuvor hatte Khashoggis Familie erklärt, dass sie den Tätern vergebe.


Sechs Menschen getötet - darunter bekannter Geschäftsmann

SAN PEDRO SULA: Im Zentrum der honduranischen Metropole San Pedro Sula sind ein prominenter Geschäftsmann und fünf weitere Menschen erschossen worden. Eine siebte Person sei verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden, sagte ein Polizeisprecher vor Journalisten. Unbekannte waren demnach am Freitag in zwei Autos zu einem im Bau befindlichen Gebäude in der zweitgrößten Stadt des mittelamerikanischen Landes gefahren und hatten dort mit Langwaffen geschossen. Honduras hat eine der höchsten Mordraten der Welt.

Der getötete Geschäftsmann, Miguel Carrión, kandidierte laut honduranischen Medien für eine Nominierung der linken Partei Libre für einen Parlamentssitz. Er war demnach im Jahr 2017 wegen Vorwürfen der Erpressung und der Geldwäsche aus Panama ausgeliefert worden. Nach mehr als einem Jahr Haft wurde er aber wegen fehlender Beweise freigesprochen.

Das Gebäude im Zentrum von San Pedro Sula gehörte den Berichten zufolge Carrión. Bei drei weiteren Todesopfern handelte es sich laut der Zeitung «La Prensa» um seine zwei Leibwächter sowie einen Mann, der am Eingang des Gebäudes Desinfektionsgel verteilte und bei Besuchern die Körpertemperatur maß.


Jugendlicher in Pariser Vorstadt getötet

PARIS: Ein Jugendlicher ist in einem Pariser Vorort Medienberichten zufolge erschossen worden. Der 15-Jährige sei am späten Freitagnachmittag vor einem Gemeindezentrum in Bondy getötet worden, berichtete unter anderem der Sender Franceinfo unter Berufung auf Polizeikreise. Demnach sind die Schüsse von Unbekannten abgegeben worden, die auf einem Motorroller flüchteten. Nach ihnen wurde am Freitagabend noch gefahndet.

Der Hintergrund des Vorfalls war noch unklar. Der Sender BFM TV berichtete, dass das Opfer polizeibekannt gewesen sei. Bondy liegt im Nordosten von Paris, im Département Seine-Saint-Denis. Erst zu Beginn der Woche sind im Großraum Paris zwei Jugendliche innerhalb eines Tages bei Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Banden getötet worden. Die Vorfälle im Département Essonne hatten in Frankreich großes Entsetzen ausgelöst.


Myanmars UN-Botschafter spricht sich gegen Militärjunta aus

NEW YORK: Myanmars Botschafter Kyaw Moe Tun hat die internationale Gemeinschaft vor der UN-Vollversammlung dazu aufgerufen, der Machtübernahme durch die Militärjunta in seinem Land ein Ende zu setzen. Er repräsentiere die demokratisch gewählte Zivilregierung in dem Land, sagte der Diplomat am Freitag bei einem Treffen des Gremiums in New York. «Wir brauchen das stärkstmögliche Handeln der internationalen Gemeinschaft, um den Militärputsch zu beenden, um die Unterdrückung unschuldiger Menschen zu stoppen, die Macht wieder dem Volk zu geben und die Demokratie wiederherzustellen.»

Zum Abschluss seiner etwa zehnminütigen Rede formte er mit drei Fingern einen Gruß, der auch von den Demonstranten in Myanmar benutzt wird. Viele andere Teilnehmer des Treffens applaudierten anschließend, die UN-Botschafterin der USA, Linda Thomas-Greenfield, bezeichnete die Ansprache als «mutig».

Anfang Februar hatte das Militär in Myanmar gegen Regierungschefin Aung San Suu Kyi geputscht. Die 75-Jährige hatte die Parlamentswahl im November mit klarem Vorsprung gewonnen. Seit dem Umsturz hatte es immer wieder Massenproteste in Myanmar gegeben. Die Demonstranten fordern die Freilassung der festgesetzten Regierungschefin und die Wiedereinsetzung ihrer zivilen Regierung. Das Militär hat zuletzt mit zunehmender Härte gegen die Widerstandsbewegung durchgegriffen.


Gefechte in der Ostukraine: Verluste auf beiden Seiten

WODJANNE/DONEZK: In der Ostukraine haben Regierungstruppen und prorussische Separatisten trotz geltendem Waffenstillstand Verluste durch Gefechte verzeichnet. Auf Regierungsseite seien durch Mörser-Beschuss bei der Ortschaft Wodjane nahe des Asowschen Meeres mindestens neun Soldaten verletzt worden, teilte die Armee am Freitag mit. Die Donezker Aufständischen informierten am selben Frontabschnitt über einen getöteten Kämpfer. Ein weiterer Regierungssoldat sei zudem ebenfalls im Donezker Gebiet bei der Explosion eines Sprengsatzes verwundet worden.

Seit Jahresbeginn wurden auf Regierungsseite mindestens zwölf Soldaten getötet und rund 30 verwundet. Die Donezker Rebellen informierten am Freitag für den gleichen Zeitraum über neun getötete und einen verletzten Kämpfer. Allein in der laufenden Woche sollen sieben Rebellenkämpfer getötet worden sein.

Seit April 2014 werden Teile der Gebiete Donezk und Luhansk entlang der russischen Grenze von aus Russland unterstützten Rebellen kontrolliert. UN-Schätzungen nach wurden infolge der Kämpfe über 13.000 Menschen getötet. Ein deutsch-französisch vermittelter Friedensplan wurde nur in Ansätzen umgesetzt.


Vier Tote und mehr als 100 Verletzte bei Protesten im Irak

BAGDAD: Bei gewaltsamen Protesten im Irak sind vier Demonstranten getötet worden. Mehr als 100 weitere Menschen seien in der Stadt Nassirija im Süden des Landes verletzt worden, hieß es am Freitag aus medizinischen Kreisen und von Augenzeugen. Bei den Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften seien scharfe Munition, Steine und Tränengas eingesetzt worden, teilte die vom Parlament gewählte Menschenrechtskommission mit. Sie appellierte an die Regierung der betroffenen Provinz, auf die Forderungen der Demonstranten einzugehen und das Blutvergießen zu beenden.

Die Menschen fordern die Absetzung des Gouverneurs und weiterer lokaler Politiker, die sie für Korruption und hohe Arbeitslosenzahlen verantwortlich machen. Sie pochen zudem auf die Freilassung inhaftierter Aktivisten. Die Proteste dauern bereits seit fünf Tagen an. Augenzeugen zufolge sollen die Demonstranten auch ein Gebäude in Brand gesetzt haben, das mit dem Gouvernoratsbüro verbunden ist.

Im Irak protestieren seit Oktober 2019 immer wieder Menschen gegen die politische Führung und die weit verbreitete Korruption im Land. Dabei kamen bereits Hunderte ums Leben, Zehntausende wurden verletzt.


IOC-Funktionär: Wunsch nach deutscher Bewerbung für 2036 wird begrüßt

DÜSSELDORF: IOC-Direktor Christophe Dubi hat das Festhalten der Rhein-Ruhr-Region an der Olympia-Bewerbung für 2032 begrüßt und zu einer deutschen Kandidatur für die Sommerspiele 2036 geraten. «Die Gespräche werden fortgesetzt, egal, was passiert», sagte der beim Internationalen Olympischen Komitee zuständige Direktor für die Olympischen Spiele in einem Interview der Funke Mediengruppe. Dies beinhalte auch die Rhein-Ruhr-Region, betonte Dubi.

Die IOC-Exekutive hatte am Mittwoch entschieden, das australische Brisbane zum bevorzugten Kandidaten für die Ausrichtung der Sommerspiele in elf Jahren zu erklären. Dennoch erklärte Dubi, er wolle «gern mit der Initiative um Michael Mronz weiter diskutieren». Das Projekt sei «ein sehr starkes». Er halte es «für sehr sinnvoll, mit Herrn Mronz und seinem Team weiter im Dialog zu bleiben».

CDU-Chef Armin Laschet und Olympia-Initiator Mronz hatten zuvor mitgeteilt, dass der Versuch, das Mega-Event nach Nordrhein-Westfalen zu holen, weitergehen solle. Dabei wurde auch das Jahr 2036, 100 Jahre nach den von den Nazis für ihre Propaganda missbrauchten Spielen in Berlin, explizit nicht ausgeschlossen. «Ich habe dazu eine klare Meinung: Der Wunsch nach einer deutschen Bewerbung für 2036 wird aus IOC-Sicht absolut begrüßt. Ich kann nur noch mal sagen: Wir haben hervorragend mit Michael Mronz und seinem Team zusammengearbeitet, das führen wir gerne fort. Wenn der Wille besteht, gehen wir partnerschaftlich in die Zukunft», sagte Dubi.


DOSB zu Rhein-Ruhr-Bewerbung: Alle Schritte ausnahmslos gemeinsam

FRANKFURT/MAIN: Der Deutsche Olympische Sportbund DOSB hat Vorwürfe zurückgewiesen, bei der geplanten Olympia-Bewerbung für 2032 nicht mit der Initiative Rhein-Ruhr abgestimmt zusammengearbeitet zu haben. «Da die nachvollziehbare Enttäuschung in der Region Fragen und Interpretationen über die bisherigen Abläufe ausgelöst hat, machen wir noch einmal deutlich: Alle Schritte in den vergangenen Wochen wurden von DOSB und Rhein Ruhr City 2032 ausnahmslos gemeinsam gegangen», sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann am Freitag. «Umso mehr hoffen wir, dass wir schnell zum bewährten partnerschaftlichen Geist der bisherigen Zusammenarbeit zurückkehren.»

Nach der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees, die australische Stadt Brisbane als bevorzugten Partner für eine Bewerbung um die Sommerspiele in elf Jahren anzusehen, hatten die Initiatoren an Rhein und Ruhr kritisiert, nicht genügend vom DOSB unterstützt worden zu sein.

«Ganz offensichtlich besteht hinsichtlich der tatsächlichen Abläufe im Zusammenspiel der beteiligten Institutionen noch erheblicher Informationsbedarf», teilte der DOSB mit. Deshalb wolle man «das gesamte Verfahren noch einmal detailliert und transparent aus Sicht des DOSB» im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz am Montag darstellen.


Fidesz-Leuten im EU-Parlament droht Suspendierung aus EVP-Fraktion

BRÜSSEL: Den Abgeordneten der ungarischen Fidesz-Partei droht die Suspendierung aus der christdemokratischen EVP-Fraktion im Europaparlament. Die Fraktionsspitze einigte sich am Freitag auf den Entwurf einer neuen Geschäftsordnung, der die Suspendierung oder den Ausschluss ganzer Gruppen möglich machen würde, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Fraktionskreisen erfuhr. Nächsten Mittwoch dürfte die Fraktion über die Geschäftsordnung abstimmen. In den Folgewochen könnte die Suspendierung stehen.

«Die Fraktion wird das Instrument der Suspendierung einführen und nach derzeitigem Stand auf die ungarischen Abgeordneten anwenden», sagte CDU-Politiker Daniel Caspary, der die deutsche Delegation im Europaparlament leitet. Er wünsche sich, dass die Parteivorsitzenden in nächster Zeit mit Fidesz-Chef Viktor Orban klären, ob er in der Partei bleiben wolle und sich angemessen verhalte. Der Schritt solle «als gut durchtrainierter, aber freundschaftlicher Arm» verstanden werden, der ausgestreckt sei.

Die Europäische Volkspartei, in der auch CDU und CSU sind, ist die größte Parteienfamilie in Europa. Sie ringt schon seit Jahren um ihren Umgang mit der Partei von Ungarns Ministerpräsidenten Orban. Die EVP-Mitgliedschaft des Fidesz wurde 2019 auf Eis gelegt - unter anderem wegen mutmaßlicher Verstöße gegen EU-Grundwerte sowie wegen Verbalattacken auf den damaligen EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Zur Fraktion gehören die Fidesz-Abgeordneten bislang weiter.

Nach einigem Hin und Her gibt es nun den Kompromiss auf eine neue Geschäftsordnung. Er dürfte eine breite Mehrheit in der Fraktion finden, hieß es.


Sea-Watch rettet 45 Bootsmigranten vor libyscher Küste

ROM: Die Hilfsorganisation Sea-Watch hat im zentralen Mittelmeer 45 Bootsmigranten aus Seenot gerettet. Unter den Menschen seien 13 unbegleitete Minderjährige, teilte die Organisation mit Sitz in Berlin am Freitag mit. Die Geretteten befänden sich auf dem Schiff «Sea-Watch 3» und würden medizinisch versorgt.

Das Schiff hatte vor einer Woche nach sieben Monaten «Zwangspause» den Hafen der spanischen Stadt Burriana verlassen, wie Sea-Watch auf Twitter schrieb. Am Donnerstag war die Crew aus ehrenamtlichen Helfern im anvisierten Suchgebiet rund 30 Seemeilen vor der Küste Libyens angekommen.

Zuletzt hatte unter anderem der Ankerschlepper «Vos Triton» knapp 80 Migranten aus dem Meer gerettet und zur sizilianischen Küste gebracht. Nach UN-Angaben waren zuvor und bei der Rettungsaktion zahlreiche Menschen gestorben. Der Internationalen Organisation für Migration zufolge starben im zentralen Mittelmeer in diesem Jahr bislang etwa 170 Menschen.


Iran verurteilt US-Luftangriffe in Syrien

TEHERAN: Iran hat die die Luftangriffe der USA im Osten Syriens scharf verurteilt. «Diese illegalen Angriffe sind ein klarer Verstoß gegen internationales Recht und die territoriale Integrität Syriens», sagte Außenamtssprecher Said Chatibsadeh am Freitagabend. Solche «Aggressionen» würden die Krise in Syrien nur weiter eskalieren und die Friedensbemühungen untergraben, so der Sprecher laut Nachrichtenagentur Tasnim.

Das US-Militär hatte am Donnerstag im Osten Syriens Luftangriffe gegen Milizen geflogen, die eng mit dem Iran verbündet sind. Dabei kamen mindestens 19 Kämpfer der Milizen ums Leben, wie es aus ärztlichen Kreisen in der Region hieß. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums handelte es sich um eine Antwort auf Angriffe gegen US-Soldaten und ihre Partner im benachbarten Irak.


Proteste im Niger nach Präsidentenwahl - Mehrere Tote und Verletzte

NIAMEY: Nach der Verkündung der Ergebnisse der Präsidentenwahl im Niger ist es in vielen Teilen des westafrikanischen Landes zu Demonstrationen gekommen. Dabei seien mindestens zwei Menschen getötet und mehrere Menschen verletzt worden, teilte Innenminister Alkache Alhada am Freitag mit. Zudem seien fast 500 Menschen festgenommen worden.

Die Wahlkommission erklärte am Dienstag nach vorläufigen Ergebnissen Ex-Außenminister Mohamed Bazoum mit 55,75 Prozent der Stimmen zum Sieger der Präsidentenwahl. Herausforderer und Ex-Präsident Mahamane Ousmane sprach von Wahlbetrug und beanspruchte den Sieg für sich. Bazoum gilt als enger Verbündeter des bisherigen Staatschefs Mahamadou Issoufou. Mit der Wahl soll der erste demokratische Wechsel in der Geschichte des Landes vollzogen werden.

Der Niger ist eines der wichtigsten Transitländer für afrikanische Migranten, die das Mittelmeer erreichen wollen. In den vergangenen Jahren hatte Europa Druck auf die nigrische Regierung ausgeübt, den Menschenschmuggel einzudämmen. Im Niger und anderen Ländern der Region sind zudem etliche islamistische Terrorgruppen aktiv. Zusammen mit Mali, Mauretanien, dem Tschad und Burkina Faso ist der Niger Teil der G5-Sahel-Gruppe, die Terrorgruppen bekämpfen will. Der Niger steht im UN-Index der menschlichen Entwicklung von 189 Ländern an letzter Stelle.


Wieder Massenproteste - Abgang des Präsidenten gefordert

ALGIER: In Algerien haben erneut Tausende Menschen für politische Reformen demonstriert. «Die Menschen wollen Unabhängigkeit», skandierten sie am Freitag im Zentrum der Hauptstadt Algier. Mit Sprechchören forderten die Demonstranten auch erneut den Abgang von Präsident Abdelmadjid Tebboune. Sie halten ihn und auch andere Politiker für einen Teil alter Seilschaften. Bis all diese Männer abgesetzt würden, wolle er weiter demonstrieren, sagte etwa ein 23 Jahre alter Student der Deutschen Presse-Agentur.

Bereits am Montag waren Tausende in der Hauptstadt und anderen Teilen des nordafrikanischen Landes für Reformen und ein Ende des «Militärstaates» auf die Straße gegangen. Vor zwei Jahren hatte es in dem Land Massenproteste gegeben, die schließlich zum Sturz von Langzeitherrscher Abdelaziz Bouteflika führten. Tebboune wurde im Dezember 2019 zu dessen Nachfolger als Staatschef gewählt.

Um Vertrauen in seinen Regierungsapparat zu gewinnen, hatte Tebboune in der vergangenen Woche die Auflösung des Parlaments und eine Neuwahl angekündigt. Damit sehen die Demonstranten ihre Forderungen jedoch nicht erfüllt. Tebboune bildete außerdem die Regierung um und ordnete die Freilassung inhaftierter Aktivisten an.


Berühmter «Guernica»-Wandteppich verlässt UN-Hauptquartier

NEW YORK: Nach mehr als 35 Jahren vor dem Eingang des Sicherheitsrats im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York ist der berühmte «Guernica»-Wandteppich abgehängt worden. Das Kunstwerk sei eine Leihgabe des früheren US-Vizepräsidenten Nelson Rockefeller gewesen, dessen Sohn die UN vor kurzem darüber informiert habe, dass er es zurückhaben wolle, teilte ein UN-Sprecher in der Nacht zum Freitag mit. «Wir danken der Rockefeller-Familie, dass sie dieses kraftvolle und ikonische Kunstwerk mehr als 35 Jahre lang ausgeliehen hat.»

Der Wandteppich basiert auf dem Werk «Guernica», das der Künstler Pablo Picasso 1937 als Reaktion auf die Zerstörung der spanischen Stadt Guernica durch einen Luftangriff der deutschen «Legion Condor», unter geringer Beteiligung des faschistischen Italiens, malte. Das Original gilt als eines der berühmtesten Mahnmale gegen den Krieg und hängt heute in Madrid. Die Vereinten Nationen überlegten nun, welches Kunstwerk an die Stelle des Wandteppichs vor den Eingang des Sicherheitsrat gehängt werden könne, hieß es.


Schottischer Ex-Regierungschef attackiert Nachfolgerin Sturgeon

EDINBURGH: Der schottische Ex-Regierungschef Alex Salmond hat in einer Affäre um Missbrauchsvorwürfe seine Nachfolgerin Nicola Sturgeon scharf attackiert. Die schottische Führung verkörpere nicht mehr die Grundsätze von Offenheit, Rechenschaftspflicht und Transparenz, sagte Salmond am Freitag vor dem Parlamentsausschuss für Belästigungsvorwürfe in Edinburgh. Sturgeon habe die Beschlüsse einer Gerichtsjury öffentlich in Frage gestellt. Salmond warf Sturgeon und der Führung ihrer Schottischen Nationalpartei (SNP) vor, «häufig und offensichtlich» versagt zu haben. «Die Regierung handelte illegal, aber irgendwie soll niemand schuld sein», sagte er.

Der 66-Jährige war vor knapp einem Jahr von Vorwürfen der versuchten Vergewaltigung und der sexuellen Belästigung freigesprochen worden. Er beschuldigt Sturgeon und mehrere ihrer Vertrauten, sie hätten mit grundlosen Anschuldigungen versucht, ihn kaltzustellen. Die Regierungschefin soll an diesem Mittwoch vor dem Ausschuss aussagen. Sie hatte zuletzt betont, es gebe «keinen Fetzen Beweis» für eine Verschwörung gegen Salmond.

Sollte herauskommen, dass Sturgeon das Parlament belogen hat, müsste sie vermutlich zurücktreten. Das würde der Unabhängigkeitsbewegung in dem britischen Landesteil einen herben Schlag versetzen. Sturgeon gilt als äußerst beliebt. Es wird damit gerechnet, dass sie bei der Regionalwahl im Mai eine deutliche Mehrheit holt und dann Forderungen nach einem neuen Unabhängigkeitsreferendum verstärkt. Die britische Regierung lehnt eine zweite Volksbefragung ab. Eine knappe Mehrheit der Schotten hatte 2014 gegen die Loslösung gestimmt, daraufhin trat Salmond als Regierungschef zurück.


Uni-Protest - Staatsanwaltschaft fordert Haft für Studenten

ISTANBUL: Wegen eines umstrittenen, auf einer Universitäts-Ausstellung präsentierten Bilds hat die Istanbuler Staatsanwaltschaft bis zu drei Jahren Haft für sieben Studenten gefordert. Ihnen wird «Aufhetzung zu Hass und Feindseligkeit» angelastet, wie aus der Anklageschrift hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur am Freitag vorlag. Zwei von ihnen wird etwa vorgeworfen, das Bild in der Ausstellung auf dem renommierten Bogazici-Campus aufgehängt zu haben.

Darauf ist eine Szene rund um das muslimische Heiligtum in Saudi-Arabien, die Kaaba, zu sehen: Die Kaaba ist fast vollständig von einem mythischen Wesen verdeckt. Den Rand des Bildes zieren LGBTQ+-Flaggen. LGBTQ+ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans- und queere Menschen - und das Pluszeichen als Platzhalter für weitere Identitäten. Die Urheber des Bildes sind nicht bekannt. Zwei Studenten wurden in dem Zusammenhang verhaftet.

Studierende und Akademiker der Bogazici-Universität sowie Unterstützer protestieren seit Anfang Januar gegen den neuen Direktor Melih Bulu. Er steht der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP nahe und wurde von Präsident Recep Tayyip Erdogan eingesetzt. In dem Zusammenhang hatten die Studenten auch eine Ausstellung auf dem Campus organisiert, auf der unter anderem das umstrittene Bild ausgestellt wurde.

Das Bild wurde unter anderem von der islamischen Gruppe der Studentinnen und Studenten der Bogazici-Universität als beleidigend kritisiert. Erdogan und Innenminister Süleyman Soylu hatten die protestierenden Studierenden wiederholt scharf attackiert.


Datum für Auslieferung unklar: Drach weiter in Haft in Amsterdam

AMSTERDAM: Der frühere Reemtsma-Entführer Thomas Drach muss weiterhin in Amsterdam in Auslieferungshaft bleiben. Ein Richter hatte die Haft am Freitag erneut verlängert, wie eine Sprecherin des Gerichts der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Wider Erwarten hatte sich das Gericht noch nicht mit dem Auslieferungsantrag der Kölner Justiz befasst. Wann das geschehen soll, ist nach Angaben der Sprecherin noch unklar.

Ursprünglich hatte das Gericht angegeben, dass bereits an diesem Freitag über die Auslieferung beraten werden sollte. Das Auslieferungsverfahren kann bis zu 90 Tage dauern, wie die Sprecherin sagte. Die Anhörungen vor Gericht sind nicht-öffentlich.

Der 60 Jahre alte Drach war am Dienstag in der niederländischen Hauptstadt festgenommen worden. Die Kölner Justiz verdächtigt ihn, an drei Raubüberfällen in Köln und Frankfurt/Main 2018 und 2019 beteiligt gewesen zu sein. Bei einem Überfall war ein Wachmann schwer verletzt worden. Die Fahnder waren Drach über ein Fluchtfahrzeug auf die Spur gekommen. Das war in den Niederlanden zugelassen. Nach möglichen Komplizen wird noch gefahndet.

Vor etwa 25 Jahren hatte Drach mit Komplizen den Hamburger Erben der Tabak-Dynastie, Jan Philipp Reemtsma, entführt und dafür Millionen Euro kassiert - er war aber zwei Jahre später gefasst worden. Nach einer langen Gefängnisstrafe war er im Herbst 2013 freigekommen.


Weitere Erdbeben auf Island

REYKJAVIK: Zwei Tage nach einem Erdbeben der Stärke 5,7 kommt die Erde unterhalb Islands nicht zur Ruhe. Nach Hunderten Nachbeben am Donnerstag wurden auf der Reykjanes-Halbinsel bei Reykjavik am Freitag etliche weitere Erschütterungen gemessen, wie aus Daten der isländischen Wetterbehörde Vedurstofa hervorging. Eines der Beben hatte in den Mittagsstunden eine Stärke von 4,4 und war in der Region um die Hauptstadt Reykjavik deutlich zu spüren, wie die Behörde auf Facebook schrieb. Größere Schäden oder Schwerverletzte sind im Zuge der Erdbebenreihe bislang nicht gemeldet worden.

Island liegt auf einer Reihe von Verwerfungslinien, Beben dieser Art sind für die Isländer also keine Seltenheit. Die Erde in verschiedenen Teilen des Landes und besonders unterhalb der Reykjanes-Halbinsel bebt regelmäßig.


Klimabericht: «Alarmstufe Rot» bei aktualisierten Plänen

BONN: Die aktualisierten Klimapläne der Vertragsstaaten des Pariser Abkommens bleiben bisher weit hinter den Erwartungen zurück. Obwohl die Frist für die Aktualisierung am 31. Dezember abgelaufen ist, haben viele Länder noch nichts vorgelegt. Und diejenigen, die es getan haben, wollen teilweise nur das tun, was sie schon vor Jahren zugesagt hatten - oder noch weniger.

«Im Moment ist es so, als würden wir blind in ein Minenfeld laufen», sagte die Generalsekretärin des UN-Klimasekretariats in Bonn, Patricia Espinsosa. UN-Generalsekretär António Guterres warnte: «Der heutige Zwischenbericht des UN-Klimasekretariats ist Alarmstufe Rot für unseren Planeten.»

Einige Staaten haben sich tatsächlich ambitioniertere Ziele gesetzt. Dazu gehören die Länder der Europäischen Union, Großbritannien, Norwegen, die Ukraine, Argentinien, Chile und Kenia. Andere Staaten wie die Schweiz, Japan, Südkorea, Russland, Australien und Neuseeland haben dagegen ihre vorigen Ziele von 2015 faktisch nicht erhöht. Brasilien ist sogar hinter seine früheren Zusagen zurückgefallen.


Bundesregierung stützt US-Militäreinsatz: «Selbstverteidigungsrecht»

BERLIN/WASHINGTON: Die Bundesregierung hat dem Nato-Partner USA für den ersten offiziell bekannt gewordenen Militäreinsatz unter Oberbefehl des neuen Präsidenten Joe Biden Rückendeckung gegeben. Es handele sich dabei um US-Angriffe in Syrien auf Iran-nahe Milizen - in Reaktion auf deren Raketenattacken gegen Angehörige der Anti-IS-Koalition im Irak, die «scharf zu verurteilen» seien. Das sagte Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Freitag in Berlin.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes betonte in der Bundespressekonferenz, dass es zuletzt in der irakischen Grenzregion zu Syrien eine Zunahme der Angriffe auf internationale Truppen im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) gegeben habe. Diese seien «inakzeptabel», weil sie «Fortschritte im Irak bei der Stabilisierung auch gefährden», und würden daher «auf das Schärfste verurteilt». Nach ihren Informationen auf Grundlage des Pentagons beziehe sich die US-Seite bei den Luftschlägen auf ihr Selbstverteidigungsrecht.

Das US-Verteidigungsministerium (Pentagon) hatte erklärt, das Ziel der Angriffe seien «mehrere Einrichtungen» an einem Grenzübergang gewesen. Die Luftangriffe seien eine «verhältnismäßige» Antwort auf jüngste Attacken gegen US-Soldaten und deren internationale Partner im Irak gewesen. Nach Berichten des Nachrichtensenders CNN, der sich auf US-Quellen berief, wurden durch den Angriff «bis zu einer Hand voll» Milizen-Angehörige getötet. Zuvor war vorige Woche bei einem Raketenangriff auf die nordirakische Stadt Erbil ein ziviler Auftragnehmer der internationalen Militärkoalition getötet worden.


«Hotel Ruanda»-Held kann in Afrika Prozess gemacht werden

KIGALI: Dem wegen Terrorismus angeklagten Held des Films «Hotel Ruanda» darf in dem ostafrikanischen Land der Prozess gemacht werden. Das entschieden Richter in Ruanda am Freitag. Der ehemalige Hotelmanager Paul Rusesabagina muss sich unter anderem wegen der Gründung einer bewaffneten Gruppe und Mitgliedschaft einer Terrorgruppe verantworten. Beim Prozessauftakt hatten seine Anwälte argumentiert, dass Rusesabagina belgischer und nicht ruandischer Staatsbürger sei - und nach Belgien ausgeliefert werden sollte. Die Richter in Kigali entschieden, dass die Zuständigkeiten für den Fall in Ruanda liegen. Rusesabaginas Anwalt kündigte an, dagegen Berufung einzulegen. Der Prozess wurde auf Mittwoch vertagt.

Rusesabagina wurde durch den Hollywood-Film «Hotel Ruanda» bekannt. Darin wird erzählt, wie der Hotelmanager während des Völkermords in Ruanda 1994 etwa 1200 Menschen das Leben rettete. Damals wurden mehr als 800.000 Angehörige der Bevölkerungsgruppen Tutsi und Hutu getötet. Später wurde Rusesabagina zu einem scharfen Kritiker des ruandischen Präsidenten Paul Kagame und ging ins Exil nach Belgien.

Rusesabagina leitete im Exil die oppositionelle Ruandische Bewegung für Demokratischen Wandel (MRCD). Er sagte, dass er den bewaffneten Flügel, die Nationale Befreiungsfront (FLN), mitgegründet habe. Diese hat tödliche Angriffe in Ruanda für sich beansprucht. Es wird befürchtet, dass Rusesabagina kein faires Verfahren erhalten wird. Er wurde nach eigenen Angaben in Dubai von den ruandischen Behörden entführt, um vor Gericht gestellt werden zu können.


US-Polizei: Milizionäre wollen Kapitol bei Biden-Rede angreifen

WASHINGTON: Angehörige der rechten Milizen, die bereits am Sturm auf das Kapitol in Washington im Januar beteiligt waren, erwägen nach Informationen der Kapitol-Polizei einen mörderischen weiteren Angriff auf das Parlamentsgebäude. Die Milizionäre wollten das Kapitol «in die Luft jagen und so viele (Kongress-)Mitglieder wie möglich töten», sagte die amtierende Chefin der Kapitol-Polizei, Yogananda Pittman, am Donnerstag bei einer Anhörung im US-Repräsentantenhaus. Dies solle während der ersten Rede des neuen Präsidenten Joe Biden zur Lage der Nation geschehen. Ein Datum für Bidens Rede steht noch nicht fest.

Bei der Anhörung ging es um mögliche Sicherheitsmängel im Zusammenhang mit dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar. Pittman riet mit Blick auf die möglichen Pläne der rechten Milizen, die Sicherheitsmaßnahmen rund um das Kapitol aufrechtzuerhalten, bis diese «Schwachstellen» angegangen seien.

Bei der Erstürmung des Sitzes des US-Kongresses am 6. Januar hatten sich nach Schätzungen Pittmans etwa 800 Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump aus Wut über die Wahlniederlage Zutritt zu dem Gebäude verschafft. Weit mehr als 10.000 Menschen waren nach ihren Angaben auf dem Gelände des Kapitols, nachdem Trump zuvor eine Rede unweit des Weißen Hauses gehalten hatte. Im Kapitol waren an jenem Tag die Kongressabgeordneten zusammengekommen. Die Sicherheitskräfte des Parlaments konnten den Angriff nicht stoppen. Mindestens fünf Menschen kamen bei dem Vorfall ums Leben, darunter ein Polizist.

Gegen zahlreiche Personen wird mittlerweile ermittelt - auch gegen 35 Polizeibeamte, wie Pittman erklärte. Sechs Polizisten seien zudem vom Dienst suspendiert worden.


Russischer Strafvollzug: Nawalny ist im Lager sicher

MOSKAU: Nach der Verlegung Alexej Nawalnys aus einer Moskauer Haftanstalt in ein Straflager hat Russlands Strafvollzug betont, dass der Kremlkritiker dort in Sicherheit sein werde. «Ich garantiere, dass es keinerlei Bedrohungen für seine Gesundheit und erst recht nicht für sein Leben gibt», sagte der Direktor der Behörde, Alexander Kalaschnikow, am Freitag der Agentur Interfax. Nawalny könne im Lager auch Arbeit finden, wenn er das wünsche. Menschenrechtler hatten zuvor erklärt, Angst um den Oppositionspolitiker zu haben. Russlands Straflager sind berüchtigt für rohe Gewalt, Folter und auch Todesfälle.

Nawalnys Anwalt hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass sein Mandant die Untersuchungsgefängnis in Moskau verlassen habe. Unterstützer kritisierten, dass weder sie noch Nawalnys Familie wüssten, wohin der 44-Jährige gebracht worden sei. Kalaschnikow erklärte lediglich, Nawalny sei auf Entscheidung des Gerichts nun «dort, wo er sein soll».

Am vergangenen Samstag hatte ein Gericht Nawalnys Verurteilung zu mehreren Jahren Straflager bestätigt. Unter Anrechnung früherer Haftzeiten und eines mehrmonatigen Hausarrests könnte der Oppositionelle nach Berechnungen seiner Anwälte in rund zweieinhalb Jahren im Sommer 2023 freikommen. Nach seiner Festnahme im Januar saß Nawalny zunächst gut einen Monat in einer Moskauer Haftanstalt.

Die russische Justiz wirft Nawalny einen Verstoß gegen Bewährungsauflagen in einem früheren Strafverfahren vor, während er sich in Deutschland von einem Giftanschlag auf ihn erholt hatte. Das Urteil steht im Westen als politisch motiviert in der Kritik.


Europarat: Menschenrechtsorganisationen sollen Zugang zur Krim haben

STRAßBURG: Der Europarat hat Russland anlässlich der sich zum siebten mal jährenden Annexion der Krim aufgefordert, Menschenrechtsorganisationen ungehindert Zugang zu der Halbinsel zu gewähren. Außenminister Heiko Maas (SPD) schrieb in seiner Funktion als derzeitiger Präsident des Ministerkomitees des Europarats am Freitag, Russland solle sich vollständig an internationales Menschenrecht halten.

Das Komitee sei besorgt, die Menschenrechtslage auf der Krim habe sich seit der «illegalen Annexion» entscheidend verschlechtert. Maas betonte zudem, man unterstütze eindeutig und unerschütterlich die Unabhängigkeit, Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine in ihren international anerkannten Grenzen.

Nach einem prowestlichen Regierungssturz in der Ukraine hatte sich Russland 2014 die Schwarzmeerhalbinsel Krim einverleibt. Völkerrechtlich gehört diese weiterhin zur Ukraine. Bei einer Großdemonstration am 26. Februar 2014 waren mehrere Menschen ums Leben gekommen. Der Tag ist in der Ukraine nun Tag des Widerstands gegen die Besetzung der Autonomen Republik Krim und der Stadt Sewastopol. Am 27. Februar begannen russische Spezialeinheiten dann, Gebäude und strategische Punkte zu besetzen.

Der Europarat mit Sitz im französischen Straßburg setzt sich gemeinsam mit dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte für die Wahrung der Menschenrechte in seinen 47 Mitgliedstaaten ein. Er ist kein Organ der Europäischen Union. Derzeit hat Deutschland den regelmäßig wechselnden Vorsitz des Ministerkomitees der Institution inne.


EU will bis März 2022 «strategischen Kompass» für Sicherheitspolitik

BRÜSSEL: Die Europäische Union will bis März 2022 einen neuen «strategischen Kompass» in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik beschließen. Dies kündigte EU-Ratschef Charles Michel am Freitag zum Abschluss des Videogipfels der Staats- und Regierungschefs an.

Dieser Kompass soll festlegen, was die EU in Krisen genau können soll - aber auch, was nicht. Grundlage für die Arbeiten an dem Kompass ist eine Ende 2020 fertiggestellte Bedrohungsanalyse. In dem Geheimdokument wird unter anderem auf Grundlage von nachrichtendienstlichen Erkenntnissen beschrieben, welche Gefahren von Ländern wie Russland und China ausgehen könnten.

Am zweiten Tag ihres Sondergipfels hatten sich die Staats- und Regierungschefs über die Außen- und Verteidigungspolitik sowie die Beziehungen zu den südlichen Nachbarländern am Mittelmeer ausgetauscht. Zeitweise nahm auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg an den Gesprächen teil. Topthema am ersten Tag am Donnerstag war der Kampf gegen die Corona-Pandemie.


Proteste - Kreml sieht keine Gefahr für Karabach-Abkommen

ERIWAN/BAKU: Trotz der innenpolitischen Krise in der Südkaukasus-Republik Armenien sieht der Kreml keine Gefahr für das Friedensabkommen für die Konfliktregion Berg-Karabach. «Bisher wird alles umgesetzt», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag in der russischen Hauptstadt Moskau der Staatsagentur Tass zufolge angesichts der neuen Proteste in Armenien. Es sei wichtig, den Weg der Umsetzung weiter zu gehen. Darauf pochte auch Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev. Eine Abkehr hätte «katastrophale Folgen», sagte er vor Journalisten.

Armenien und Aserbaidschan hatten die Vereinbarung über ein Ende aller Kämpfe vor mehr als drei Monaten unter Vermittlung Russlands getroffen. In dem jüngsten Karabach-Krieg vom 27. September bis 9. November hatte sich Aserbaidschan weite Teile des Anfang der 1990er verlorenen Gebiets zurückgeholt. Die Opposition in Armenien macht Regierungschef Nikol Paschinjan persönlich für die Niederlage gegen das Nachbarland verantwortlich und fordert seinen Rücktritt.

Am Donnerstag spitzte sich die Lage zu, nachdem sich das Militär auf die Seite der Opposition gestellt und Paschinjan ebenfalls zum Rücktritt aufgerufen hatte. Der 45-Jährige sprach daraufhin von einem versuchten Militärputsch. Zehntausende seiner Anhänger und die der Opposition gingen in der Hauptstadt Eriwan auf die Straße. Mehr als 200 Oppositionelle verbrachten die Nacht in Zelten am Parlament. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte den Aufruf des Militärs und schloss sich der Deutung Paschinjans an: «Wir sind gegen jede Art von Putsch», sagte er.

Die Proteste dauern seit Monaten an, nahmen in dieser Woche aber an Schärfe zu. Am Freitag war die Lage in Armenien zunächst ruhig. Es gab neue Proteste mit Tausenden Oppositionellen. Die Polizei sperrte mit einem großen Aufgebot den Regierungssitz ab, wie armenische Medien berichteten.


Laschet lässt Termin zur Olympia-Bürgerbefragung offen

DÜSSELDORF: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat offen gelassen, ob es im September eine Bürgerbefragung zu einer möglichen Austragung der Olympischen Spiele in der Rhein-Ruhr-Region im Jahr 2032 geben soll. Das hänge von mehreren «äußeren Faktoren» ab, sagte der CDU-Chef am Freitag in Düsseldorf. Ein möglicher Termin sei auch die NRW-Landtagswahl im Mai 2022.

Zuvor hatte Laschet gesagt, dass die Initiative für eine Bewerbung der Region um die Olympischen Spiele 2032 fortgesetzt wird. Die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees hatte am Mittwoch entschieden, das australische Brisbane zum bevorzugten Kandidaten für die Ausrichtung der Sommerspiele in elf Jahren zu erklären. Damit hat die deutsche Rhein-Ruhr-Initiative kaum noch Chancen.

Sollte die Bewerbung für 2032 erwartungsgemäß scheitern, käme für Rhein-Ruhr auch eine Kandidatur für die Spiele vier Jahre später in Betracht. «Wir würden uns auf Spiele in den 30er Jahren vorbereiten, das kann 32 sein, das kann 2036 auch sein», sagte Laschet.


Olympia-Initiative Rhein-Ruhr macht weiter: Stadt Kiel mit im Boot

DÜSSELDORF: Die Initiative Rhein-Ruhr-City will die Bemühungen um eine Olympia-Bewerbung für 2032 fortsetzen und dabei die Stadt Kiel als Austragungsort der Segelwettbewerbe mit ins Boot nehmen. Dies teilte Olympia-Initiator Michael Mronz am Freitag in Düsseldorf mit. Die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt war 1972 Schauplatz der olympischen Segel-Wettbewerbe und Außenstelle der Sommerspiele in München.

«Es ist der Standort, mit dem wir in ein mögliches Rennen für Olympische und Paralympische Spiele gehen würden», sagte Mronz. «Was für Kiel gesprochen hat, ist die Erfahrung durch die Kieler Woche.» Außerdem habe Kiel einen positiven Bürgerentscheid für die Bewerbung von Hamburg für 2024 herbeigeführt.


Gericht: Ex-IS-Anhängerin darf nicht nach Großbritannien zurück

LONDON: Eine ehemalige Anhängerin der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) darf aus Syrien nicht wieder nach Großbritannien einreisen, um den Entzug ihrer Staatsbürgerschaft dort anzufechten. Das entschied das Oberste Gericht (Supreme Court) am Freitag in London. Auch einen Antrag, ihr die britische Staatsbürgerschaft direkt wieder zu verleihen, lehnte das Gericht ab. Das Urteil gilt als wegweisend für viele ähnliche Fälle.

Shamima Begum war 2015 als 15-Jährige mit zwei weiteren Schülerinnen aus London nach Syrien in die damalige IS-Hochburg Al-Rakka gereist und hatte dort einen Dschihadisten geheiratet. Im Jahr 2019 bat sie von einem syrischen Flüchtlingslager aus darum, wieder nach Großbritannien zurückkehren zu dürfen. Sie war damals hoch schwanger. Sie hoffe, ihr Baby werde in Großbritannien größere Überlebenschancen haben, argumentierte sie. Zwei Kinder Begums waren nach ihren eigenen Angaben bereits gestorben. Der damalige Innenminister Sajid Javid entschied jedoch, ihr die Staatsbürgerschaft unter Berufung auf Sicherheitsgründe zu entziehen. Staatenlos werde sie dadurch nicht, argumentierte die Regierung, weil sie Anspruch auf die Staatsbürgerschaft Bangladeschs habe, das Land in dem ihre Eltern geboren worden waren.

Der Fall wurde in Großbritannien kontrovers diskutiert. Vor allem nachdem bekannt wurde, dass auch das dritte Kind der jungen Frau starb. Begum selbst war in Großbritannien geboren worden und hatte die britische Staatsbürgerschaft von Geburt an - in Bangladesch hatte sie nie gelebt.

Ihren Anwälten zufolge hat Begum von Syrien aus keine Möglichkeit, von ihrem Einspruchsrecht Gebrauch zu machen. Sie habe beispielsweise keinen Zugang zu einem Telefon. Die Regierung hielt dagegen, ihre Rückkehr stelle eine Gefahr für die Allgemeinheit dar und das wiege schwerer als ihr Recht auf Anfechtung des Entzugs der Staatsbürgerschaft. Das Oberste Gericht schloss sich dieser Argumentation nun an.


Laschet: Bewerbung für Olympia an Rhein und Ruhr wird fortgesetzt

DÜSSELDORF: Die Initiative für eine Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region um die Olympischen Spiele 2032 soll fortgesetzt werden. Das sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitag in Düsseldorf nach einer Beratung mit den Oberbürgermeistern der betroffenen Kommunen und der Initiative Rhein-Ruhr-City.

«Wir werden weiter kämpfen. Die Rückendeckung der Städte ist weiter da», sagte Laschet. Zugleich reagierte der Ministerpräsident mit Unverständnis auf die Entscheidung der Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees, die am Mittwoch das australische Brisbane zum bevorzugten Kandidaten für die Ausrichtung der Sommerspiele in elf Jahren erklärt hatte. Damit hat die deutsche Rhein-Ruhr-Initiative kaum noch Chancen.

«Keine Frage, die Entscheidung des IOC am Mittwoch hat uns überrascht und auch getroffen. Man hat mir erklärt, für das IOC sei Brisbane ein guter Kandidat in unsicheren Zeiten. Ich teile diese Auffassung nicht», sagte Laschet, der auch Kritik am Deutschen Olympischen Sportbund übte. Der DOSB habe sich nicht in der Lage gesehen, in den Dialog mit dem IOC zu treten. «Das Erstaunliche ist, dass man kein Gespür hat, was sich beim IOC tut.»


Wochen im Tunnel: Demonstranten gegen Schnellbahn beenden Protest

LONDON: Nach Wochen unter der Erde hat der letzte Demonstrant gegen ein milliardenschweres Schnellbahnprojekt ein selbst gegrabenes Tunnelsystem in einem Londoner Park verlassen. Das Gelände sei nun wieder unter Kontrolle, teilte das Baukonsortium High Speed 2 (HS2) am Freitag mit. Insgesamt neun Menschen, darunter ein Teenager und sein Vater, hatten sich im Januar im Park Euston Square Gardens unweit des Bahnhofs Euston in einem Dutzende Meter langen Röhrensystem verschanzt.

Die Schnelltrasse HS2 soll die wirtschaftlich abgehängten Regionen in den Midlands und im Norden Englands sowie Schottland besser mit der Hauptstadt London verbinden. Sie gilt als eines der größten derzeitigen Infrastrukturprojekte Europas.

Das Baukonsortium betonte den großen Einsatz seiner Mitarbeiter bei der Entfernung der «illegalen Eindringlinge». «HS2 akzeptiert das Recht auf friedlichen Protest, aber während es Großbritannien mit der Pandemie zu tun hat, haben die Aktionen dieser Personen zusätzlichen Druck auf die öffentlichen Dienste ausgeübt.» Sicherheitskräfte seien wiederholt attackiert und bestohlen worden. Das Aktionsbündnis HS2 Rebellion bezeichnete den 31 Tage langen Protest als Erfolg.


Französisch-russisches Gemeinschaftsunternehmen für Atomfabrik

LINGEN: Ein französisches und ein russisches Unternehmen wollen gemeinsam Brennelemente für Kernkraftwerke in Niedersachsen produzieren. Den entsprechenden Antrag zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens hätten die französische Framatome und die russische TVEL bereits am 12. Februar eingereicht, teilte das Bundeskartellamt in Bonn mit. Details zu dem Vorhaben wurden nicht bekanntgegeben. Auch das für die Aufsicht der Brennelementefabrik in Lingen zuständige Umweltministerium in Niedersachsen habe derzeit keine Kenntnis über den Stand des Verfahrens, sagte ein Sprecher.

Seitens des französischen Unternehmens Framatome gab es ebenfalls keine Informationen. «Wir kommentieren keine laufenden administrativen Vorgänge», teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. In Lingen betreibt die Framatome-Tochter Advanced Nuclear Fuels (ANF) eine Brennelementefabrik. Framatome hat in Deutschland drei Standorte in Erlangen, Karlstein und Lingen.

Die Lingener Brennelementefabrik war jüngst in die Kritik geraten, weil sie im Januar Brennelemente an das belgische Kernkraftwerk Doel geliefert hatte. Nach Ansicht des Bundesumweltministeriums hätten wegen eines Widerspruchs der Umweltorganisation BUND Nordrhein-Westfalen die Transporte nicht stattfinden dürfen. ANF sieht sich hingegen im Einklang mit den Vorgaben der zuständigen Behörden. Umweltschützer hatten daraufhin eine Strafanzeige gegen Verantwortliche des Unternehmens gestellt.

Deutschland hatte 2011 nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima einen Ausstieg aus der Kernkraft beschlossen. Bis spätestens Ende 2022 sollen alle deutschen Atomkraftwerke vom Netz gehen.


Erneut Hunderte Schulkinder in Nigeria verschleppt

LAGOS: Im westafrikanischen Staat Nigeria sind erneut mehrere hundert Schulkinder verschleppt worden. Bewaffnete Angreifer stürmten nach Behördenangaben am Freitagmorgen die Jangebe-Schule im nördlichen Bundesstaat Zamfara. «Zwei meiner Töchter im Alter von 10 und 13 Jahren sind unter den 300 Schülerinnen, die nach Angaben der Schule vermisst werden», sagte die Mutter Nasiru Abdullahi der Deutschen Presse-Agentur. Die Attacke kommt gut eine Woche nach dem Angriff auf eine Schule in Kagara, bei der mehrere Dutzend Menschen verschleppt wurden. Über ihr Schicksal herrscht weiter Unklarheit.

Vor knapp zwei Monaten hatte die islamistische Terrorgruppe Boko Haram im nördlich gelegenen nigerianischen Bundesstaat Katsina Hunderte Schulkinder entführt, sie eine Woche später aber wieder freigelassen. Unklar blieb, ob Lösegeld gezahlt wurde.

Boko Haram, aber auch Splittergruppen terrorisieren seit Jahren die Bevölkerung in Nordnigeria. 2014 hatten sie aus der Schule in Chibok 276 Mädchen entführt. Die Tat hatte international für Entsetzen gesorgt und eine von Prominenten unterstützte Solidaritätskampagne ausgelöst. Trotz diverser Freilassungsaktionen werden weiter viele Mädchen vermisst.


Russische Diplomaten schieben Gepäck auf der Schiene über die Grenze

MOSKAU: Not macht erfinderisch: Weil die Grenze zu Nordkorea wegen Corona seit mehr als einem halben Jahr geschlossen ist, haben Mitarbeiter der russische Botschaft in der Hauptstadt Pjöngjang ihre Heimreise teilweise mit einem provisorischen Wagen auf der Schiene zurückgelegt.

Das russische Außenministerium veröffentlichte im Nachrichtenkanal Telegram Bilder und ein Video dazu. Zu sehen ist, wie die Diplomaten mit ihren Familien den kleinen Wagen mit vielen Koffern über eine Brücke schieben. Zunächst seien sie mit dem Zug und einem Bus zur Grenze gefahren, hieß es. Das letzte Stück ging nur zu Fuß, weil zwischen beiden Ländern kein Verkehr rollen darf. Wegen des vielen Gepäcks kam den Diplomaten die Idee mit der Draisine. Auf russischer Seite wartete demnach wieder ein Bus auf die Reisenden.


Neue Eigner übernehmen Mehrheit bei Birkenstock

LINZ AM RHEIN: Der weltbekannte Sandalenhersteller Birkenstock geht mehrheitlich an die amerikanisch-französische Beteiligungsgesellschaft L Catterton und die Familienholding Financière Agache. «Über die Details der Vereinbarung wurde Stillschweigen vereinbart», teilte das Unternehmen mit Stammsitz im rheinland-pfälzischen Linz am Rhein am Freitag mit.

Die Transaktion stehe unter dem Vorbehalt der Genehmigung der zuständigen Wettbewerbsbehörden. Die Partnerschaft sei für Birkenstock «der nächste logische Schritt, um auch in Zukunftsmärkten wie China und Indien weiter stark zu wachsen».

Die Erben Christian und Alex Birkenstock erklärten laut Mitteilung: «Für die nächsten 250 Jahre brauchen wir Partner mit der gleichen strategischen und langfristigen Vision wie die der Familie Birkenstock. In L Catterton and Financière Agache haben wir diese Partner gefunden.» Die Marke Birkenstock hat im Jahr 1774 ihren Anfang genommen.


Lukaschenkos Sohn zum NOK-Präsidenten von Belarus gewählt

MINSK: Der Sohn von Machthaber Alexander Lukaschenko ist neuer Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) von Belarus (Weißrussland). Viktor Lukaschenko trat am Freitag die Nachfolge seines Vaters an, wie die Staatsagentur Belta meldete. Er wurde demnach bei einer Versammlung des Gremiums in der Hauptstadt Minsk gewählt. Alexander Lukaschenko hatte seit 1997 diesen Posten inne. Seit der weithin als gefälscht geltenden Präsidentenwahl vor mehr als einem halben Jahr und den Massenprotesten mit massiver Polizeigewalt übten immer wieder Sportler Kritik an dem Staatschef.

Lukaschenko nannte diese Sportler Unterstützer der Opposition und beschimpfte sie als Landesverräter. «Eines sage ich: Mit Vaterlandsverrat wirst du nicht glücklich.» Diese Sportler seien von den Sportschulen des Landes ausgebildet worden, belarussische Ärzte hätten sich kostenlos um sie gekümmert, und selbst nach einer Disqualifikation habe man sie nicht im Stich gelassen. Nun würden sie bei internationalen Organisationen um Sanktionen gegen die olympische Bewegung in Belarus «betteln», meinte der 66-Jährige.

Belarus war wegen der Lage im Land erst vor gut einem Monat die Eishockey-Weltmeisterschaft entzogen worden. Das Internationale Olympische Komitee hatte Lukaschenko zudem von allen olympischen Aktivitäten einschließlich der Sommerspiele in Tokio ausgeschlossen.

Im Herbst hatten mehr als 1500 Sportler aus Belarus in einem offenen Brief faire Neuwahlen und ein Ende der Gewalt gegen friedliche Demonstranten gefordert. Lukaschenko hatte sich bei der Wahl mit 80,1 Prozent der Stimmen für eine sechste Amtszeit bestätigen lassen. Bei Protesten wurden mehr als 30.000 Menschen zeitweise festgenommen.


Niederländisches Parlament: China begeht Völkermord an Uiguren

DEN HAAG: Das niederländische Parlament hat China Völkermord an den Uiguren vorgeworfen. Die Zweite Kammer des Parlaments erklärte am späten Donnerstagabend mit großer Mehrheit, dass «in China Genozid stattfindet an der Minderheit der Uiguren».

Die Regierung lehnt es aber nach den Worten von Außenminister Stef Blok weiter ab, das Vorgehen gegen die muslimische Minderheit als Völkermord zu bezeichnen. Das müsse zuvor von einem internationalen Gericht oder den UN festgestellt werden. Es gebe aber in «großem Stil Verletzungen der Menschenrechte der Uiguren, die in der nordwestlichen Region Xinjiang wohnen», sagte Blok.

China verurteilte die Erklärung als Einmischung in innere Angelegenheiten des Landes. Die Vorwürfe seien «regelrechte Lügen», erklärte die chinesische Botschaft in Den Haag. Mit der Erklärung des Parlaments sei China «absichtlich besudelt» worden.

Bereits zuvor hatte das Parlament die Regierung aufgefordert, sich für europäische Sanktionen gegen chinesische Unternehmen einzusetzen, die an Menschenrechtsverletzungen gegen die Uiguren beteiligt sind. Eine Entschließung für die Verlegung der Olympischen Winterspiele 2022 bekam dagegen keine Mehrheit. Die Spiele sollen in Peking stattfinden.


US-Polizei: Milizionäre wollen Kapitol bei Biden-Rede angreifen

WASHINGTON: Angehörige der rechten Milizen, die bereits am Sturm auf das Kapitol in Washington im Januar beteiligt waren, erwägen nach Informationen der Kapitol-Polizei einen mörderischen weiteren Angriff auf das Parlamentsgebäude. Die Milizionäre wollten das Kapitol «in die Luft jagen und so viele (Kongress-) Mitglieder wie möglich töten», sagte die amtierende Chefin der Kapitol-Polizei, Yogananda Pittman, am Donnerstag bei einer Anhörung im US-Repräsentantenhaus. Dies solle während der ersten Rede des neuen Präsidenten Joe Biden zur Lage der Nation geschehen. Ein Datum für Bidens Rede steht noch nicht fest.

Bei der Anhörung ging es um mögliche Sicherheitsmängel im Zusammenhang mit dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar. Pittman riet mit Blick auf die möglichen Pläne der rechten Milizen, die Sicherheitsmaßnahmen rund um das Kapitol aufrechtzuerhalten, bis diese «Schwachstellen» angegangen seien.

Bei der Erstürmung des Sitzes des US-Kongresses am 6. Januar hatten sich nach Schätzungen Pittmans etwa 800 Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump aus Wut über die Wahlniederlage Zutritt zu dem Gebäude verschafft. Weit mehr als 10.000 Menschen seien auf dem Gelände des Kapitols gewesen, wo Trump zuvor eine Rede gehalten hatte, sagte sie. In dem Kapitol waren an jenem Tag die Kongressabgeordneten zusammengekommen. Die Sicherheitskräfte des Parlaments konnten den Angriff nicht stoppen. Mindestens fünf Menschen kamen bei dem Vorfall ums Leben, darunter ein Polizist.

Gegen zahlreiche Personen wird mittlerweile ermittelt - auch gegen 35 Polizeibeamte, wie Pittman erklärte. Sechs Polizisten seien zudem vom Dienst suspendiert worden.


China und Indien wollen gemeinsame Hotline

NEU DELHI/PEKING: Indien und China wollen über eine Hotline Kontakt halten, um gefährliche Konflikte zu vermeiden oder schnell entschärfen zu können. Die Außenminister beider Staaten hätten die Einrichtung der Hotline bei einem 75-minütigen Telefongespräch vereinbart, teilte das indische Außenministerium am Freitag mit.

Die Beziehungen der beiden benachbarten Atommächte und bevölkerungsreichsten Länder der Welt waren zuletzt angespannt. Im vergangenen Sommer war es an ihrer Grenze im Himalaya zu einem tödlichen Zwischenfall gekommen, bei dem Soldaten beider Seiten mit Steinen, Stöcken und Fäusten aufeinander losgegangen waren. Es gab nach offiziellen Angaben mindestens 20 indische und vier chinesische Tote. Anschließend verstärkten beide Seiten ihre Truppen. Die beiden Länder haben verschiedene Auffassungen über den Grenzverlauf in den weitgehend unbewohnten Bergen in 4500 bis 5500 Metern Höhe.

Nach mehreren Gesprächsrunden diplomatischer und militärischer Vertreter hatten sich China und Indien kürzlich auf einen phasenweisen Truppenrückzug verständigt. Die Außenminister Wang Yi und Subrahmanyam Jaishankar hätten Zufriedenheit über eine erste erfolgreiche Phase ausgedrückt, berichtete das Außenministerium in Neu Delhi. Jaishankar betonte demnach, dass die Entwicklungen an der Grenze die bilateralen Beziehungen zutiefst beeinträchtigt hätten und dass eine Wiederherstellung des Friedens für Fortschritte nötig sei. Wang Yi sagte, dass Grenzangelegenheiten nicht die ganzen Beziehungen der beiden Länder ausmachten und es wichtig sei, zusammen vorwärts zu gehen, anstatt Mauern zu bauen, wie Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Der Vorfall im Sommer 2020 war der schlimmste seit Jahrzehnten. Der Streit der asiatischen Rivalen um die gemeinsame Grenze hatte in den 1960er Jahren zu einem kurzen Krieg geführt, den China gewann.


Vier Männer tot aus See geborgen

STOCKHOLM: Vier ältere Männer sind in Schweden tot aus einem Loch im Eis eines zugefrorenen Sees geborgen worden. Trotz Wiederbelebungsmaßnahmen konnten die Männer im Alter von 65 bis 75 Jahren nicht mehr gerettet werden, wie die schwedische Polizei am Freitagmorgen mitteilte. Die Todesumstände blieben zunächst unklar. Es gebe aber keine Anzeichen für eine Straftat, sagte eine Polizeisprecherin der Zeitung «Aftonbladet». Warum sich die Männer auf dem Eis befunden hatten, ist noch unbekannt.

Nach Polizeiangaben waren die Behörden am Donnerstagabend wegen eines Notfalls auf einem See nahe Sävsjö rund 200 Kilometer östlich von Göteborg alarmiert worden. Zuvor hatte jemand einen Rettungsring auf dem Eis gesehen, aber keine Menschen.

Der Vorfall war nicht das einzige Eisunglück in Schweden am Donnerstagabend: Drei Erwachsene und ein Kind brachen in der Nähe von Ekerö bei Stockholm durch das Eis eines Sees, sie kamen daraufhin in ein Krankenhaus, wie die Nachrichtenagentur TT berichtete. Sie waren demnach allesamt ansprechbar gewesen, bevor man sie ins Krankenhaus brachte.

Viele Seen in Schweden sind nach der Kälte der vergangenen Wochen zugefroren. Allerdings sind die Temperaturen vor allem in Südschweden deutlich gestiegen, was vielerorts Auswirkungen auf die Dicke des Eises hat und für Einbruchgefahr sorgt.


Kramp-Karrenbauer bei deutschen Soldaten in Afghanistan

BERLIN/KABUL: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) ist am Freitag zu einem öffentlich nicht angekündigten Besuch bei deutschen Soldaten in Afghanistan eingetroffen. Nach dem Kabinettsbeschluss zur Verlängerung des Mandats für den Einsatz bis zum 31. Januar wolle sie sich über die Lage informieren, teilte das Verteidigungsministerium mit. Die Ministerin wolle sich im Feldlager Masar-i-Scharif im direkten Austausch mit den Männern und Frauen der Bundeswehr einen Überblick über die Situation in Afghanistan verschaffen.

«Afghanistan braucht dringend Perspektiven und den gesellschaftlichen Ausgleich zwischen verfeindeten Gruppen. Unsere Soldatinnen und Soldaten können diese Prozesse nicht ersetzen», zitierte das Ministerium Kramp-Karrenbauer. «Mit unserem militärischen Engagement in den zurückliegenden fast 20 Jahren haben wir wichtige Voraussetzungen geschaffen: Die Bildungsangebote sind, insbesondere für Mädchen und Frauen, deutlich gestiegen.» Die Mehrheit der Bevölkerung habe Zugang zu sauberem Trinkwasser, die Jugend nutze die elektronische Vernetzung.

«Wir sind dazu bereit, den Friedensprozess weiterhin zu unterstützen», so Kramp-Karrenbauer. Der Schutz der Soldaten habe mit Blick auf die Sicherheitslage dabei sehr hohe Priorität, dafür würden alle erforderlichen Maßnahmen gemeinsam mit den Partnern ergriffen. «Das Ziel bleibt der geordnete Abzug.»


Aktivisten: US-Luftangriffe töten 22 Angehörige von Milizen

DAMASKUS: Bei den US-Luftangriffen im Osten Syriens sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 22 Anhänger pro-iranischer Milizen getötet worden. Die meisten Opfer hätten zu der Miliz Kataib Hisbollah aus dem benachbarten Irak gehört, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag. Die Raketen galten demnach einem Munitionstransport aus dem Irak nach Syrien.

Der Angriff war der erste offiziell bekannt gewordene Militäreinsatz unter dem Oberbefehl des neuen US-Präsidenten Joe Biden. Das US-Verteidigungsministerium erklärte, das Ziel der Angriffe seien «mehrere Einrichtungen» an einem Grenzübergang gewesen. Die Militäraktion sei eine «verhältnismäßige» Antwort auf jüngste Angriffe gegen US-Soldaten und deren internationale Partner im Irak.

Bei einem Raketenangriff auf die nordirakische Stadt Erbil war in der vergangenen Woche ein ziviler Auftragnehmer der von den USA angeführten Militärkoalition getötet worden. Mehrere Menschen wurden verletzt. Der Verdacht richtete sich gegen irakische Milizen, die eng mit dem Iran verbündet sind. Die USA hatten Kataib Hisbollah auch für frühere Angriffe auf US-Einrichtungen im Irak verantwortlich gemacht.

Kritik an den US-Luftangriffen kam aus Russland. Der prominente Außenpolitiker Konstantin Kossatschow warnte vor einer Eskalation und vor den Folgen für die Atomvereinbarung mit dem Iran. Der Vizechef des Auswärtigen Ausschusses im Parlament, Alexej Tschepa, sprach von «rechtswidrigen Handlungen» der USA. «Ich denke, das sollte von allen Ländern verurteilt werden. Eine solche Willkür und offene Einmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten sind völlig inakzeptabel.»


Hausbrand in Istanbul - Mutter wirft Kinder aus drittem Stock

ISTANBUL: Eine Mutter in Istanbul hat mit der spektakulären Rettung ihrer Kinder vor einem Feuer für Schlagzeilen gesorgt. Die Frau warf ihre vier Kinder aus dem dritten Stock eines brennenden Wohnhauses, wie die türkische Nachrichtenagentur Demirören Haber Ajansi berichtete. Die Kinder wurden von einem von Helfern aufgespannten Tuch aufgefangen. Mutter und Kinder wurden nach der Rettung ins Krankenhaus gebracht.

Das Feuer brach dem Bericht zufolge am Mittwochmittag wegen eines Stromzählers in dem fünfstöckigen Haus im Istanbuler Stadtteil Esenler aus. Die Mutter und ihre Kinder wurden von dem Feuer in ihrer Wohnung eingeschlossen. Zeugen berichteten, den Kindern gehe es gut, sie seien aber verängstigt gewesen. Die Feuerwehr konnte das Feuer löschen und alle verbliebenen Bewohner aus dem Gebäude befreien.


Camper finden Fuß: Rätsel um Tod einer australischen Geschäftsfrau

SYDNEY: Der mysteriöse Tod einer prominenten und vor drei Monaten spurlos verschwundenen Geschäftsfrau sorgt in Australien für Schlagzeilen. Am Wochenende hatten Camper am Bournda Beach rund 400 Kilometer südlich von Sydney einen Turnschuh mit den Überresten eines menschlichen Fußes gefunden. Am Freitag bestätigte die Polizei nun, dass es sich laut DNA-Proben um den Fuß von Melissa Caddick handelt. Die 49-Jährige, die verdächtigt worden war, Investoren um Millionengelder betrogen zu haben, wurde für tot erklärt.

Der Fall erregte in «Down Under» viel Aufsehen. Caddick war zuletzt am 11. November in ihrer Luxusvilla in Dover Heights, einem Küstenvorort von Sydney, gesehen worden. Ihre Familie dachte zunächst, sie sei zum morgendlichen Joggen gegangen - ihr Telefon, ihr Portemonnaie und ihre Schlüssel hatte sie zurückgelassen. Zwei Tage später meldete ihr Ehemann Caddick als vermisst.

Kurz vor ihrem Verschwinden hatten Ermittler der australischen Aufsichtsbehörde Asic ihr Haus im Zusammenhang mit den Betrugsvorwürfen durchsucht. Auch ihre Konten waren eingefroren worden, um zu verhindern, dass sie das Land verlassen konnte. Berichten zufolge soll Caddick über ihre Firma und ein nicht lizenziertes Investitionsprogramm zahlreiche Menschen um hohe Summen geprellt haben, um so ihren extravaganten Lebensstil zu finanzieren.

Der Sportschuh mit dem Fuß lag Angaben eines Polizeisprechers zufolge länger im Wasser und wurde jetzt an den Strand gespült. «Wie Melissa genau ins Wasser gekommen ist, ist noch ein Rätsel, die Ermittlungen laufen», sagte der stellvertretende Leiter der Polizeibehörde von New South Wales vor Journalisten. Es sei auch möglich, dass Caddick sich das Leben genommen habe. Es werde in alle Richtungen ermittelt.


Hunde von Lady Gaga gestohlen - Polizei sucht nach zwei Verdächtigen

ROM/LOS ANGELES: Nach einem Überfall auf einen Hundeausführer, bei dem der Mann angeschossen und zwei Hunde der Sängerin Lady Gaga gestohlen wurden, sucht die Polizei in Los Angeles nach zwei Tatverdächtigen. Es handle sich um zwei Männer im Alter von 20 bis 25 Jahren, teilte die LAPD-Behörde am Donnerstagabend (Ortszeit) mit. Der bei dem Vorfall verletzte Hundesitter, der in ein Krankenhaus gebracht wurde, sei in «stabilem» Zustand.

Der Straßenraub ereignete sich nach Angaben der Polizei am Mittwochabend (Ortszeit), als der Mann drei Französische Bulldoggen der Sängerin in Hollywood spazieren führte. Die Tatverdächtigen seien aus einem Auto gesprungen und hätten mit Waffengewalt die Herausgabe der Hunde gefordert. Der Hundesitter wehrte sich und wurde durch einen Schuss verletzt. Die Diebe entkamen mit zwei Hunden.

Der Internetdienst «TMZ.com» postete ein Video von einer Überwachungskamera an einem Haus, das den brutalen Überfall zeigt. Laut «People.com» bestätigte ein Sprecher des Popstars, dass die Aufzeichnung von einem Nachbarn der Sängerin stammte.

Der Raub ereignete sich während eines Rom-Besuchs von Lady Gaga, die sich nach Medienberichten dort zu Dreharbeiten aufhalten soll. Die Sängerin hat 500.000 Dollar (etwa 410.000 Euro) Belohnung für Informationen über den Aufenthaltsort ihre Hunde geboten, wie ihr Sprecherteam mitteilte.


Gefängnisdirektor unter Toten bei Ausbruch

CROIX-DES-BOUQUETS: Bei einem Gefängnisausbruch in Haiti sind nach Medienberichten mehrere Menschen getötet worden. Darunter war demnach auch der Direktor der Anstalt in einem Vorort der Hauptstadt Port-au-Prince. Demnach flohen zahlreiche Häftlinge, nachdem am Donnerstagmittag (Ortszeit) Schüsse in dem Gefängnis zu hören waren.

Unter den Entkommenen war der Anführer einer als besonders brutal berüchtigten Bande, wie unter anderen die US-Zeitung «Miami Herald» unter Berufung auf einen Polizeisprecher berichtete. Demnach wurden rund 40 entkommene Häftlinge wieder gefangen. Wie viele insgesamt geflüchtet waren, war zunächst ebenso unklar wie die Hintergründe des Ausbruchs.

Aus derselben Haftanstalt waren bereits im Jahr 2014 Dutzende Insassen geflohen. Damals hatten bewaffnete Angreifer inhaftierte Komplizen befreit.

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