Neues aus dem Ausland am Freitag

Neues aus dem Ausland am Freitag

Scheidende US-Regierung verhängt weitere Sanktionen gegen Iran

WASHINGTON: Die scheidende US-Regierung hat weitere Sanktionen gegen den Iran verhängt. Betroffen seien zwei dem iranischen Verteidigungsministerium untergeordnete Organisationen - die Marine Industries Organization (MIO) und die Aerospace Industries Organization (AIO) - sowie die staatliche Iran Aviation Industries Organization (IAIO), teilte US-Außenminister Mike Pompeo am Freitag mit. Sie sollen nach Angaben Pompeos am Verkauf und an der Lieferung von Waffen vom oder an den Iran beteiligt sein. Weitere Sanktionen verhängte die US-Regierung gegen die staatliche iranische Reederei (IRISL) sowie gegen ein chinesisches Unternehmen, das mit der Reederei zusammenarbeiten soll.

Am Freitagabend (Ortszeit) veröffentlichte das US-Außenministerium außerdem eine Liste mit 15 spezifischen Materialien, darunter bestimmte Arten von Aluminium. Diese würden im Zusammenhang mit iranischen Nuklear-, Raketen- und Militärprogrammen genutzt, erklärte Pompeo. Wer diese Materialien künftig an den Iran liefere, könne mit US-Sanktionen belegt werden.


Slowake Kubis nimmt Hürde auf Weg zum neuen Libyen-Vermittler der UN

NEW YORK: Der slowakische Diplomat Jan Kubis hat eine wichtige Hürde für die Nominierung als neuer Libyen-Vermittler der Vereinten Nationen genommen. Am Freitagabend (Ortszeit) verstrich in New York eine Frist, bis zu der Mitglieder des UN-Sicherheitsrates ihre Vorbehalte gegen die von Generalsekretär António Guterres geplante Berufung hervorbingen konnten, dies nach Angaben aus Diplomatenkreisen aber nicht taten. Damit könnte der nächste Schritt die offizielle Nominierung sein.

Kubis kann auf jahrelange Erfahrung in Krisengebieten zurückschauen: Vor seiner Zeit im Libanon war er UN-Gesandter im Irak und in Afghanistan. Guterres hatte in den vergangenen Monaten große Probleme, die Position des Libyen-Vermittlers zu besetzen. Der Favorit und vorherige Nahostgesandte Nikolai Mladenow hatte sich kurz vor seiner geplanten Ernennung überraschend zurückgezogen.

In Kreisen des UN-Sicherheitsrates hatte Mladenow eigentlich als sicherer Nachfolger des Libyen-Vermittlers Ghassam Salamé gegolten. Salamé war im März unter Verweis auf hohen Stress und seine Gesundheit zurückgetreten. Die US-Amerikanerin Stephanie Williams übt seitdem die Vermittlerrolle kommissarisch aus.


Elfjährige von Schneepflug verschüttet

LUSTENAU: Beim Spielen im Schnee ist ein elfjähriges Mädchen im österreichischen Lustenau (Vorarlberg) von einem Schneepflug verschüttet worden. Das Kind sei kurze Zeit später mit leichten Verletzungen aus einem Schneehaufen ausgegraben und in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte die Polizei am Freitag mit.

Zuvor hatte das Kind am Freitagnachmittag an einem Schneehaufen bei einer Einfahrt einen Iglu gebaut, während Schneeräumungen in der Straße stattfanden, wie es hieß. Der Fahrer des Schneeräumfahrzeugs habe die Elfjährige vermutlich übersehen, die Schneemasse an der Einfahrt zum vorhandenen Schneehaufen geschoben und dabei wohl das Mädchen verschüttet. Später habe die Schwester die Polizei alarmiert und das Kind als vermisst gemeldet. Die Beamten gruben das Mädchen schließlich «unter großer Anstrengung» aus.


Von der Leyen will Neustart in Beziehungen mit den USA

BERLIN: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich für einen Neustart in den transatlantischen Beziehungen ausgesprochen.

Sie sagte am Freitagabend in einem Grußwort auf dem digitalen CDU-Parteitag mit Blick auf den Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Joe Biden als Nachfolger von Donald Trump am nächsten Mittwoch, dies sei der Moment, auf den viele vier Jahre lang gewartet hätten. Die EU wolle die Chance für einen Neustart nutzen. Als Beispiel nannte von der Leyen die Klimaschutzpolitik. Außerdem gehe es darum, großen digitalen Plattformen wirksame Grenzen zu setzen.


Wahl in Konfliktregion Katalonien wegen Corona verschoben

BARCELONA: Die vorgezogene Neuwahl des Parlaments der spanischen Konfliktregion Katalonien ist wegen der Corona-Pandemie vom 14. Februar auf den 30. Mai verschoben worden. Das Dekret zur Verlegung der Abstimmung sei am Freitag auf einer Kabinettssitzung gebilligt worden, teilte die Regionalregierung in Barcelona mit.

Wegen des weiterhin schwelenden Unabhängigkeitskonflikts gilt die Wahl in Katalonien als sehr wichtig. Nach dem illegalen Referendum der Separatisten vom 1. Oktober 2017 sitzen zahlreiche Politiker und Aktivisten hinter Gittern. Es gab für sie Haftstrafen von bis zu 13 Jahren. Andere flohen ins Exil. Die Separatisten sind in der Region aber weiterhin an der Macht. Die regionalen Parteien, die für eine Trennung von Spanien eintreten, bilden seit der Wahl vom Dezember 2017 eine Minderheitsregierung in Barcelona.

Die Neuwahl war vom Parlament ausgerufen worden, nachdem die Justiz den separatistischen Regionalpräsidenten Quim Torra im vergangenen September wegen Ungehorsams abgesetzt hatte. Nach der Ansetzung der Neuwahl rief Torra die Katalanen dazu auf, die Abstimmung zu einem «Plebiszit» über die Gründung eines unabhängigen katalanischen Staates zu machen. Die Regierungsgeschäfte übernahm bis zur Wahl einer neuen Regionalregierung Torras Vize Pere Aragonés.


UN: Corona-Krise verlangsamt Migration - 16 Millionen in Deutschland

NEW YORK: Die Corona-Krise und die mit ihr verbundenen weltweiten Reisebeschränkungen haben den Vereinten Nationen zufolge auch die Migrationsbewegungen gebremst. «Vorläufige Schätzungen deuten darauf hin, dass die Pandemie das Wachstum der Anzahl internationaler Migranten bis Mitte 2020 um rund zwei Millionen verlangsamt haben könnte», teilten die Vereinten Nationen am Freitag mit.

Dies seien 27 Prozent weniger Anstieg, als noch 2019 erwartet wurden. Insgesamt sei die Zahl von etwa 274 Millionen internationalen Migranten Mitte 2019 auf 281 Millionen ein Jahr später gestiegen - das entspreche 3,6 Prozent der Weltbevölkerung.

Die Zahl sei in den vergangenen Jahrzehnten stetig gewachsen, im Jahr 2000 hatte sie noch bei 173 Millionen gelegen. Zwei Drittel aller Migranten leben den Vereinten Nationen zufolge dabei in nur 20 Ländern: Alleine in den USA seien es 51 Millionen, Deutschland ist auf Platz zwei mit 16 Millionen, unter ihnen viele Migranten aus anderen europäischen Ländern. In der Rangliste folgen Saudi-Arabien, Russland und Großbritannien.


Merkel wünscht sich Team an der Spitze der CDU

BERLIN: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihre Partei vor der Wahl eines neuen Vorsitzenden zur Einigkeit aufgerufen. «Ich wünsche mir, dass ein Team gewählt wird, das die Geschicke unserer stolzen Volkspartei in die Hand nimmt und dann gemeinsam mit allen Mitgliedern die richtigen Antworten für die Aufgaben der Zukunft findet», sagte Merkel am Freitagabend beim Online-Wahlparteitag der CDU. Es dürfte der letzte CDU-Wahlparteitag sein, an dem Merkel als Kanzlerin teilnimmt.

Auf die Arbeit ihrer 2018 als Wunschnachfolgerin im Parteivorsitz und in der Kanzlerschaft gestartete CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ging Merkel nicht ein. Lediglich zu Beginn sprach sie Kramp-Karrenbauer zur Begrüßung mit deren Vornamen an.

Merkel sagte vor dem Hintergrund ihrer 2005 begonnenen Kanzlerschaft, die Welt werde sich in den kommenden 15 Jahren noch schneller wandeln als in den vergangenen 15 Jahren. Es müssten immer wieder ausgleichende Antworten gefunden werden, um regierungsfähig zu bleiben - zwischen Generationen, Stadt und Land, Ökonomie und Ökologie. Das Verständnis für alle Teile der Gesellschaft und alle Facetten der Herausforderungen schütze vor vorschnellen Festlegungen und zu einfachen Antworten, «wie sie ja manch andere Parteien zur Genüge haben». Sie wünsche sich, dass der Parteitag die richtigen Entscheidungen für die Zukunft treffe.

Merkel sagte, man erlebe «fundamentale, grundlegende Veränderungen, und alle diese Veränderungen gleichzeitig». Sie nannte die Digitalisierung, den Klima- sowie den demografischen Wandel. Wenn man in einer globalen Welt Interessen und Werte durchsetzen wolle, «dann werden wir europäisch gemeinsam handeln müssen». Die CDU werde sich den Aufgaben stellen und gute Antworten finden. Dies werde auch deswegen gelingen, «weil wir pragmatisch an die Dinge herangehen, nach Lösungen im täglichen Leben suchen und nicht einfach am theoretischen Reißbrett».


Palästinenser sollen Ende Juli neuen Präsidenten wählen

RAMALLAH/GAZA: Die Palästinenser sollen Ende Juli nach rund 15 Jahren einen neuen Präsidenten wählen. Amtsinhaber Mahmud Abbas unterzeichnete am Freitagabend ein entsprechendes Dekret. Der Abstimmungstermin wurde darin auf den 31. Juli festgelegt. Zugleich wurde eine Parlamentswahl auf den 22. Mai datiert. Aufgerufen zu den Abstimmungen sind die Menschen im Westjordanland, im Gazastreifen und in Ost-Jerusalem.

Wahlen waren in den vergangenen Jahren mehrfach geplant - allerdings wurde nie ein Präsidentendekret unterzeichnet. Zuletzt war etwa für Ende 2019 eine Abstimmung geplant. Abbas machte sie abhängig von Israels Erlaubnis, diese auch in Ost-Jerusalem abzuhalten - die nie erteilt wurde.

Die bislang letzte Präsidentschaftswahl wurde 2005 abgehalten, die letzte Parlamentswahl 2006. Die Fatah von Abbas und die im Gazastreifen herrschende Hamas hatten sich in den vergangenen Monaten nach langer Rivalität um eine Aussöhnung bemüht. Die Abstimmung 2006 hatte die islamistische Hamas gewonnen, ein Jahr später vertrieb sie die gemäßigtere Fatah aus dem Gazastreifen und übernahm die Kontrolle des Gebiets. Die Fatah herrscht seither nur noch in den nicht von Israel verwalteten Teilen des Westjordanlands.


Merkel und Selenskyj telefonieren zum Konflikt in der Ostukraine

BERLIN/KIEW: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj haben zum seit knapp sieben Jahren währenden Dauerkonflikt in der Ostukraine telefoniert. «Sie vereinbarten, die Arbeit im Normandie-Format an der Umsetzung der Minsker Vereinbarungen zu intensivieren», teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag mit. Das Normandie-Format geht zurück auf ein Treffen von Frankreich, Deutschland, Russland und der Ukraine in der Normandie.

Russland wirft der Ukraine immer wieder mangelnden Willen bei der Umsetzung politischer Vereinbarungen der Normandie-Gipfel vor, um den Konflikt zu beenden. Am vergangenen Dienstag hatten Unterhändler Moskaus und Kiews in Berlin in dem Format beraten. Vertreter Frankreichs und Deutschlands vermittelten. Dabei ging es vor allem um die Umsetzung von Absprachen des Pariser Gipfels vom Dezember 2019. Dort hatten sich der russische Präsident Wladimir Putin und Selenskyj zum ersten Mal getroffen.

Ursprünglich war ein neuer Gipfel in Berlin im April vergangenen Jahres geplant gewesen. Mangels Fortschritten kam dieses Treffen jedoch nicht zustande. Selenskyj räumte nach eigener Darstellung bei dem Gespräch mit Merkel ein, dass es kaum Fortschritte gebe. Er bat der Präsidialverwaltung zufolge zudem um Hilfe etwa bei der Beschaffung von Impfstoff im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

Seit April 2014 kontrollieren von Russland unterstützte Separatisten Teile der ostukrainischen Gebiete Luhansk und Donezk. UN-Schätzungen zufolge wurden bei Kämpfen zwischen Einheiten der Regierung und den Aufständischen mehr als 13.000 Menschen getötet. Ein 2015 in Minsk (Belarus) vereinbarter Friedensplan wurde nur in Ansätzen umgesetzt. Seit Juli gilt eine neue Waffenruhe, die laut Beobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zu einer spürbaren Verringerung der Kämpfe geführt hat.


Trump verlässt Washington am Morgen vor Biden-Vereidigung

WASHINGTON: Der scheidende US-Präsident Donald Trump will die Hauptstadt Washington Medienberichten zufolge am Morgen der Amtseinführung seines Nachfolgers Joe Biden verlassen. Mehrere US-Medien, darunter die «Washington Post» und der Sender Fox News, meldeten am Freitag unter Berufung auf Regierungskreise, Trump wolle das Weiße Haus und die Hauptstadt am Mittwochmorgen Richtung Florida verlassen - kurz bevor Biden vor dem Kapitol vereidigt werden soll.

Trump hatte vor einigen Tagen auf Twitter angekündigt, dass er nicht an der feierlichen Amtseinführung seines Nachfolgers Biden teilnehmen werde. Trumps Anwesenheit bei der Zeremonie entspräche den politischen Gepflogenheiten, sie hat aber keine rechtliche Auswirkung. Biden wird auch ohne den Amtsvorgänger als neuer Präsident vereidigt.

Die «Washington Post» schrieb, Trump plane stattdessen eine Abschiedszeremonie für sich selbst auf dem Militärflugplatz außerhalb Washingtons, von wo aus der Regierungsflieger Air Force One startet. Das habe es in dieser Form noch nie gegeben, hieß es in dem Bericht. Fox News meldete, Trump wolle auch mehrere Mitarbeiter aus dem Weißen Haus mit nach Florida nehmen, wo er sein Club-Resort Mar-a-Lago hat.

Trumps Stellvertreter Mike Pence hat zuletzt bereits öffentliche Aufgaben im Zusammenhang mit der anstehenden Vereidigung übernommen. Biden hatte Pence ausdrücklich zur Amtseinführung eingeladen - US-Medien zufolge will Pence auch teilnehmen. Am Donnerstag hatte sich Trumps Vize mit den Chefs mehrerer Sicherheitsbehörden getroffen, um sich über die Sicherheit bei der Zeremonie zu informieren. Am Freitag berichteten US-Medien übereinstimmend unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen, Pence habe am Donnerstag auch die künftige US-Vizepräsidentin Kamala Harris angerufen, um ihr zum Wahlsieg zu gratulieren und ihr - verspätet - direkte Unterstützung bei der Übergabe der Amtsgeschäfte anzubieten.


Kramp-Karrenbauer ruft CDU zu Geschlossenheit auf

BERLIN: Die scheidende CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihre Partei dazu aufgerufen, nach der Neuwahl eines Vorsitzenden Geschlossenheit zu wahren. «Unterstützen wir geschlossen den neuen Vorsitzenden der CDU», sagte sie am Freitagabend am Ende ihrer nur rund 15-minütigen Rede auf dem rein digitalen Bundesparteitag der Christdemokraten. «Stehen wir zusammen ein für eine moderne und offene CDU, für eine Union, die zusammenhält, für eine CDU, die so eng mit den Menschen vor Ort verbunden ist wie keine andere Partei.»

Kramp-Karrenbauer verteidigte erneut ihre Entscheidung, den Parteivorsitz nur zwei Jahre nach ihrer Wahl wieder abzugeben: «Dieser Schritt war schwer. Aber er war reiflich überlegt und er war richtig». Im Februar 2020 habe sie nach den Ereignissen in Thüringen gespürt, «dass ich als Parteivorsitzende nicht mehr genügend Autorität und Unterstützung hatte, um unsere Partei unbeschadet durch diese schwierige Phase zu bringen». Deshalb habe sie sich entschieden, nicht als Kanzlerkandidatin anzutreten und den Weg für einen neuen Vorsitzenden frei zu machen.

Im Februar 2020 erschütterte eine Regierungskrise in Thüringen auch die Bundespolitik. Die Krise wurde ausgelöst durch die Wahl von Thomas Kemmerich (FDP) zum Ministerpräsidenten mit Stimmen von AfD, CDU und FDP. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik wurde damit ein Ministerpräsident mit Stimmen der AfD ins Amt gewählt.

Kramp-Karrenbauer betonte, dass sich die CDU in den vergangenen Jahren weiterentwickelt habe: «Die CDU ist bereit für das Wahljahr 2021», sagte sie. Sie habe es nicht nur geschafft, den Streit mit der CSU beizulegen, auch inhaltlich habe sie etwa beim Klimaschutz «programmatische Lücken» geschlossen und gezeigt, dass sie sich weiterentwickeln könne. Die CDU müsse «Deutschlands starke Mitte» bleiben und auch in der Corona-Krise das Land führen.


Russischer Zirkus präsentiert Affe und Ziegen in Hakenkreuz-Kostümen

ISCHEWSK: Mit Tieren in Nazi-Kostümen hat sich ein Zirkus in Russland viel Empörung beschert - und juristische Konsequenzen. Anfang Januar hatten Dompteure in sowjetischen Uniformen in der Stadt Ischewsk rund 970 Kilometer östlich von Moskau einen Affen und Ziegen durch die Manege geführt, die Hakenkreuz-Symbole Hitlerdeutschlands trugen. Es habe sich um eine einmalige Neujahrsvorführung gehandelt, um den Sieg über Hitlerdeutschland im Zweiten Weltkrieg zu illustrieren, erklärte der Zirkus am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Zunächst hatte die «Bild»-Zeitung berichtet.

Die Veranstaltung sei im Auftrag der orthodoxen Kirche konzipiert worden, die sich einen «historischen Ausflug» über ihre Rolle in der russischen und sowjetischen Geschichte gewünscht habe, heißt es in einer zuvor veröffentlichten Stellungnahme. In diesem Kontext sei auch der Zweite Weltkrieg thematisiert worden. Dompteure in sowjetischen Uniformen, die Ziegen in Nazi-Kostümen jagen, sollten demnach «den Effekt von Ansage und visueller Sequenz verstärken».

Wegen der umstrittenen Vorführung ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Der Zirkus beruft sich auf ein Gesetz, das die Verwendung faschistischer Symbole erlaubt, sofern sie nicht zu Propaganda-, sondern zu Bildungszwecken dient.


Neue Ermittlungen gegen Ex-Staatschef Sarkozy

PARIS: Die französische Justiz untersucht nun auch Beratungstätigkeiten des französischen Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy. In den Vorermittlungen gehe es unter anderem um den Vorwurf der unerlaubten Einflussnahme, berichteten französische Medien am Freitag. Justizkreise bestätigten der Deutschen Presse-Agentur die Eröffnung der Untersuchungen, nahmen aber zu Einzelheiten keine Stellung.

Der 65-Jährige ist seit langem im Visier der Justiz. Im spektakulären Prozess wegen vermuteter Bestechung und unerlaubter Einflussnahme hatte die Anklage im Dezember eine Haftstrafe von vier Jahren für ihn gefordert, zwei davon auf Bewährung. Die Anklage wirft Sarkozy vor, über seinen Rechtsbeistand versucht zu haben, von einem wichtigen Juristen Ermittlungsgeheimnisse zu erfahren. Das Urteil soll am 1. März bekanntgegeben werden. Der Konservative regierte von 2007 bis 2012 im Élyséepalast.

Es gehe bei den neuen Untersuchungen um die Beratung eines russischen Versicherungsunternehmens, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Das Umfeld des früheren Staatsoberhauptes habe erklärt, bei den Beratungstätigkeiten Sarkozys würden legale und berufsethische Regeln eingehalten, so die Agentur.


Pelosi kündigt nach Krawallen am Kapitol Sicherheitsüberprüfung an

WASHINGTON: Nach der Erstürmung des US-Kapitols hat die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, eine «rigorose» Überprüfung aller Sicherheitsvorkehrungen angekündigt. Die Untersuchung solle vom pensionierten General Russel Honoré geleitet werden, sagte Pelosi am Freitag vor Journalisten. Die Überprüfung sei unabhängig von einer bevorstehenden parlamentarischen Aufarbeitung und einer externen Analyse des Handelns der Sicherheitskräfte, sagte Pelosi.

Nach der Erstürmung des Parlamentsgebäudes am vergangenen Mittwoch ist die Sicherheit rund um das Kapitol massiv verstärkt worden, unter anderem mit zusätzlichen Barrieren rund um das Gelände. Zudem stehen nun neben der eigenen Polizei des Kapitols auch Tausende Soldaten der Nationalgarde Wache. Mit Blick auf die am Mittwoch bevorstehende Amtseinführung des neuen Präsidenten Joe Biden sagte Pelosi, wegen der Corona-Pandemie sei ohnehin eine Zeremonie mit deutlich weniger Gästen geplant gewesen. Infolge der Ereignissen der letzten Woche sei die Sicherheit nochmals verstärkt worden. Die im historischen Vergleich kleinere Zeremonie sei aber der Pandemie geschuldet, «es ist kein Zugeständnis an die Terroristen», betonte Pelosi.

Unterdessen kündigte auch die unabhängige Kontrollbehörde des Verteidigungsministeriums eine Untersuchung der Abläufe rund um die Ausschreitung am 6. Januar an. Unter anderem solle geklärt werden, welche Bitten um Unterstützung vor dem 6. Januar und dann während der Erstürmung des Kapitols beim Pentagon eingingen und wie diese beantwortet worden seien, hieß es. Zuvor hatte es Medienberichte gegeben, die nahelegten, dass die Führung des Heeres während der Krise die Mobilisierung der Nationalgarde verzögert hatte.


Skitourengeher stirbt bei Lawinenabgang

BRUNTAL: Ein Skitourengeher ist in Tschechien von einer Lawine erfasst und getötet worden. Die Einsatzkräfte der Bergwacht versuchten noch, den Mann zu retten, wie ein Sprecher am Freitag mitteilte. Ein Hubschrauber habe einen Notarzt abgesetzt. Doch alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Zwei Begleiter des Mannes konnten sich selbst aus den Schneemassen befreien und blieben den Angaben nach unverletzt.

Zu dem Unglück kam es im Altvatergebirge in dem Tal Velka Kotlina (Großer Kessel) im Nordosten des Landes. Für die Gegend in einem Naturschutzgebiet galt wegen starken Neuschnees eine Lawinenwarnung. In den tschechischen Mittelgebirgen herrscht derzeit ein enormer Andrang, da viele Wintersportler aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie sonst üblich in die Alpen fahren. Die Bergretter appellierten an alle Besucher, keine unnötigen Risiken einzugehen.


Trumps Zustimmungswerte nach Sturm aufs Kapitol abgestürzt

WASHINGTON: Kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt sind die Zustimmungswerte für US-Präsident Donald Trump einer Umfrage zufolge auf einen negativen Rekordwert abgestürzt. Nach der Erstürmung des Kapitols durch seine Anhänger stellten Trump nur noch 29 Prozent der Befragten ein positives Zeugnis für seine Amtsführung aus, wie das Institut Pew am Freitag in Washington mitteilte. 68 Prozent missbilligten, wie der Präsident seinen Job ausführt. Ebenfalls 68 Prozent sagten, dass sie sich nicht wünschten, dass der Republikaner in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle in der US-Politik spielt.

Der künftige Präsident Joe Biden - der am Mittwoch vereidigt werden wird - bekommt für sein Verhalten seit der Wahl vom 3. November mehrheitlich positive Noten: 64 Prozent bewerteten es als gut oder hervorragend. Bei Trump äußerten sich nur 23 Prozent entsprechend. Das liegt auch daran, dass sich Unterstützer von ihm abwenden: In dieser Gruppe hat sich nach Angaben von Pew der Anteil derjenigen, die das Verhalten Trumps als mangelhaft bewerteten, innerhalb von zwei Monaten auf 20 Prozent verdoppelt.

Drei von vier Befragten hielten Trump für mitverantwortlich für den Angriff auf den Kongress. Selbst unter den Anhängern seiner Republikaner äußerten sich 52 Prozent entsprechend. Bei der Frage nach dem Wahlausgang glaubten allerdings immer noch zahlreiche Unterstützer der Republikaner Trumps unbewiesenen Behauptungen über Wahlbetrug: 64 Prozent sagten, Trump habe die Wahl wahrscheinlich oder definitiv gewonnen. Das Lager des scheidenden Präsidenten war mit Dutzenden Klagen gegen die Ergebnisse gescheitert.

Das US-Repräsentantenhaus hatte am vergangenen Mittwoch ein erneutes Amtsenthebungsverfahren gegen Trump eröffnet, an dessen Ende eine Ämtersperre in der Zukunft stehen könnte. Auch zehn Republikaner stimmten mit den Demokraten. Trump wird vorgeworfen, seine Anhänger zum Sturm auf das Kapitol am 6. Januar bei einer vorhergehenden Kundgebung aufgestachelt zu haben. Er muss sich in dem Verfahren im Senat wegen «Anstiftung zum Aufruhr» verantworten. Pew befragte vom 8. bis 12. Januar 5360 erwachsene Amerikaner, darunter 4040, die angaben, bei der Präsidentenwahl ihre Stimme abgegeben zu haben.


Sturm auf das Kapitol: Angreifer wollten laut Anklage Politiker töten

WASHINGTON: Bei der Erstürmung des US-Kapitols wollten manche Angreifer einem Justizdokument zufolge Politiker «gefangen nehmen und töten». Es gebe dafür «starke Beweise», hieß es in einem Dokument der Staatsanwaltschaft in Arizona zur Festnahme eines Verdächtigen. Es handelte sich dabei um einen als «Schamanen» bekanntgewordenen Eindringling, dessen Fotos, die ihn mit nacktem Oberkörper und mit einem Kopfschmuck aus Fell und Hörnern zeigten, um die Welt gingen. Er sollte am Freitagnachmittag dem Haftrichter vorgeführt werden.

Der in Arizona festgenommene Jacob Chansley soll nach Willen der Staatsanwaltschaft bis zu einem Prozess in Haft bleiben. Er sei ein aktiver Teilnehmer an einem «gewaltsamen Aufruhr» gewesen, der zum Ziel gehabt hätte, «zu versuchen, die Regierung der Vereinigten Staaten zu stürzen», hieß es in dem Dokument.

Die Anklage wirft Chansley bislang weder die geplante Gefangennahme noch die Absicht zur Tötung von Politikern vor. Chansley habe im Kapitol auf dem Schreibtisch von Vizepräsident Mike Pence aber eine Drohbotschaft hinterlassen, erklärte die Anklage. «Es ist nur eine Frage der Zeit, die Gerechtigkeit wird kommen», stand demnach auf dem Zettel. Bei einem Verhör habe Chansley erklärt, dies sei keine Drohung gewesen. Vertreter der Staatsanwaltschaft in Washington haben erklärt, dass für viele Verdächtige zusätzliche Anklagepunkte, die schwerwiegender und daher komplexer seien, noch vorbereitet würden.

US-Medien berichteten zuletzt unter Berufung auf Abgeordnete und ungenannte Beamte, dass die Eindringlinge den Parlamentariern am 6. Januar extrem nah gekommen seien. Die «Washington Post» berichtete am Freitag, dass auch Vizepräsident Mike Pence um ein Haar mit den Eindringlingen zusammengestoßen wäre. Seine Personenschützer des Secret Services hätten ihn gerade noch rechtzeitig aus dem Senat in einen sicheren Raum bringen können, hieß es weiter.


Erste Ergebnisse der Uganda-Wahl: Präsident Museveni liegt vorne

KAMPALA: Nach der von Spannungen überschatteten Präsidentenwahl in Uganda liegt Amtsinhaber Yoweri Museveni nach ersten Auszählungen vorne. Es seien bislang 37,3 Prozent der Stimmen ausgewertet worden und davon habe Museveni 62 Prozent erhalten, teilte die Wahlkommission am Freitag mit. Sein prominenter Herausforderer Bobi Wine steht demnach bislang bei 30,6 Prozent. Das Gesamtergebnis der Wahl vom Donnerstag wird in den kommenden Tagen erwartet.

Der seit 35 Jahren amtierende Staatschef Museveni will sich eine weitere Amtszeit sichern - doch der Popstar und Abgeordnete Wine stellt die wohl größte Herausforderung seiner politischen Laufbahn dar. Der 38-jährige Wine, mit seiner lautstarken Kritik an Museveni und seiner unkonventionellen Art, ist zum Hoffnungsträger einer jungen Generation geworden, die von der schlechten Regierungsführung, von Korruption und schleppendem Fortschritt frustriert ist.

Wine (mit bürgerlichem Namen Robert Kyagulanyi) werden in einer freien und fairen Wahl gute Siegeschancen eingeräumt, allerdings erwarteten Experten Wahlmanipulation. Zudem wurde die Opposition in den Monaten vor der Wahl schikaniert und eingeschränkt. Am Freitag etwa twitterte Wine, dass das Militär in sein Haus eingedrungen sei und «die Kontrolle» über sein Zuhause übernommen hätte. Insgesamt traten elf Kandidaten für das höchste Amt im Land an. Neben dem Präsidenten wählten die Ugander auch ein Parlament.


Pentagon: Abbau der US-Truppen in Afghanistan und Irak vollzogen

WASHINGTON: Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit ist die von Präsident Donald Trump angeordnete Truppenreduzierung in Afghanistan und dem Irak auf jeweils 2500 US-Soldaten vollzogen. In Afghanistan seien damit weniger Soldatinnen und Soldaten im Land als je zuvor seit dem Jahr 2001, erklärte der geschäftsführende Verteidigungsminister Christopher Miller am Freitag. «Mit einer Truppenstärke von 2500 haben unsere Kommandeure, was sie brauchen, um Amerika, unsere Leute und Interessen zu sichern», erklärte Miller.

Zum Irak erklärte der Minister, die Reduzierung der Truppenstärke reflektiere die «gestiegenen Fähigkeiten» der irakischen Sicherheitskräfte. Die US-Streitkräfte hätten im Land weiter die Fähigkeiten für Anti-Terror-Einsätze, um den Irak und Verbündete mit Geheimdiensterkenntnissen und Unterstützung aus der Luft beizustehen.

Der Republikaner Trump, der am 20. Januar vom Demokraten Joe Biden im Weißen Haus abgelöst wird, hatte Mitte November den Teilabzug aus Afghanistan und dem Irak angeordnet und damit sowohl Nato-Partner als auch Politiker beider Parteien in den USA verärgert.

Ein Nato-Beamter betonte am Freitag, dass jede Entscheidung gemeinsam und koordiniert getroffen werden müsse. In den kommenden Monaten werde man die Präsenz in Afghanistan auf Grundlage der Bedingungen vor Ort weiter bewerten, und man sei bereit, diese weiter anzupassen. Im Februar würden die Nato-Verteidigungsminister darüber beraten.


USA verhängen Sanktionen wegen Festnahme von Aktivisten in Hongkong

WASHINGTON: Im Zusammenhang mit dem umstrittenen Sicherheitsgesetz in Hongkong hat die scheidende US-Regierung sechs Vertreter der chinesischen Führung und der Polizei in Hongkong mit Sanktionen belegt. Das US-Außenministerium teilte am Freitag in Washington mit, sie würden wegen der Massenfestnahmen von Anfang Januar mit Strafmaßnahmen belegt.

In dem größten Schlag gegen die Opposition seit Einführung des umstrittenen Sicherheitsgesetzes hatte die Polizei Anfang Januar in Hongkong mehr als 50 demokratische Aktivisten festgenommen. Die Festnahmen standen im Zusammenhang mit inoffiziellen Vorwahlen, die die Oppositionskräfte im vergangenen Juli vor der später wegen der Pandemie abgesagten Parlamentswahl abgehalten hatten. Den Festgenommenen werden Staatsgefährdung und Verstoß gegen das am 1. Juli in Kraft getretene nationale Sicherheitsgesetz vorgeworfen.

Die Massenfestnahmen stießen international auf Empörung. Das US-Außenministerium sprach am Freitag von einem «erschreckenden» Schlag gegen Aktivisten, die sich für faire und offene Wahlen eingesetzt hätten, und forderte deren sofortige Freilassung.

Der Erlass des Sicherheitsgesetzes als Reaktion auf die seit einem Jahr anhaltenden Demonstrationen in Hongkong war international scharf kritisiert worden. Es richtet sich gegen Aktivitäten, die Peking als umstürzlerisch, separatistisch, terroristisch oder verschwörerisch ansieht. Seit dem 1. Juli 1997 gehört Hongkong wieder zu China und wird nach dem Grundsatz «ein Land, zwei Systeme» als eigenes Territorium regiert. Diese Vereinbarung sieht eigentlich vor, dass die sieben Millionen Hongkonger bis 2047 «ein hohes Maß an Autonomie» und viele Freiheiten genießen. Seit der Verabschiedung des Sicherheitsgesetzes sagen viele aber nur noch: «Ein Land, ein System».


Gespräche über große Koalition angelaufen

TALLINN: In Estland sind wenige Tage nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Jüri Ratas die Verhandlungen über ein neues Regierungsbündnis angelaufen. Die wirtschaftsliberale Reformpartei von Oppositionsführerin Kaja Kallas und Ratas' linksgerichtete Zentrumspartei setzten am Freitag ihre am Vorabend begonnenen Koalitionsgespräche fort. Dies berichtete der estnische Rundfunk.

Die Reformpartei und die Zentrumspartei sind die beiden führenden politischen Kräfte Estlands seit der wiedererlangten Unabhängigkeit von der Sowjetunion 1991. «Wir werden eine gleichberechtigte Koalition bilden, Entscheidungen werden im Konsens getroffen. Dies ist eine zukunftsorientierte Koalition», sagte Kallas. Die 43-jährige Juristin und Tochter des früheren EU-Kommissars Siim Kallas war am Donnerstag mit der Regierungsbildung beauftragt worden. Die beiden Parteien wollen den bisherigen Kurs in der Außen- und Sicherheitspolitik des baltischen EU- und Nato-Landes fortsetzen.

Ratas war nach Korruptionsvorwürfen gegen seine Partei am Mittwoch zurückgetreten - und hat damit auch das Aus der bisherigen Regierung besiegelt. Bei den Ermittlungen gegen die Zentrumspartei geht es um einen umstrittenen staatlichen Hilfskredit an ein Immobilienprojekt. Dass die Partei nun gleich wieder an der Regierung beteiligt werden soll, sorgt in estnischen Medien teils auch für Unverständnis.


Lipa: EU warnt Sarajevo vor negativen Konsequenzen für EU-Perspektive

BRÜSSEL: Angesichts der verheerenden Lage für Migranten im bosnischen Flüchtlingslager Lipa hat die EU das Land vor negativen Auswirkungen auf dessen Beitrittsperspektive gewarnt. «Das könnte negative Konsequenzen für ihre Ambitionen haben, wenn es um EU-Bestrebungen geht», sagte ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell am Freitag in Brüssel. Schon jetzt wirke die Situation sich negativ auf das internationale Ansehen Bosnien-Herzegowinas aus. Zugleich betonte der Sprecher, dass die Situation in dem Lager trotz leichter Verbesserungen inakzeptabel sei und dringend gelöst werden müsse.

Das Camp Lipa im Nordwesten des Landes war im Dezember von der Internationalen Organisation für Migration geräumt worden, weil die bosnischen Behörden es nicht winterfest gemacht hatten. Die Migranten blieben zeitweise bei winterlichem Wetter unter freiem Himmel. Mittlerweile wurden nach Angaben der EU-Kommission beheizte Militärzelte auf- und eine Wasserversorgung hergestellt.

«Die Welt» zitierte am Freitag aus einem vertraulichen Bericht der EU-Kommission, wonach sich die Zelte häufig in mangelhaftem Zustand befänden. Migranten beklagten, «dass Wasser durch Löcher eindringt und die Luft verschmutzt ist, weil die Heizsysteme mit Kraftstoff angetrieben werden und keine Ventilatoren vorhanden sind». Wegen fehlender sanitärer Anlagen litten «viele Menschen» an Hautkrankheiten. Einige wiesen Covid-19-Symptome auf.

Der Sprecher unterstrich am Freitag, dass die EU in den vergangenen drei Jahren 88 Millionen Euro für das Migrationsmanagement in dem Balkanland bereitgestellt habe. Das Geld sei an internationale Organisationen gegangen, weil das Land selbst keine effektiven Mechanismen habe, die Angelegenheit anzugehen. Bosnien-Herzegowina hat derzeit den Status eines potenziellen Beitrittskandidaten. Das Land hatte 2016 einen EU-Beitrittsantrag gestellt.


Niederländischer Premier: Rechtsstaat hat in ganzer Linie versagt

DEN HAAG: Der niederländische Premier Mark Rutte hat den Rücktritt seiner Regierung mit dem Versagen des Rechtsstaats begründet. Tausenden Eltern sei jahrelang «großes Unrecht» angetan worden, sagte Rutte am Freitag in Den Haag. Der Rechtsstaat habe in ganzer Linie versagt und «Bürger gegen einen mächtigen Staat nicht geschützt». Nach einer beispiellosen Affäre um Kinderbeihilfen traten Premier Mark Rutte und sein Kabinett am Freitag nur wenige Wochen vor der Parlamentswahl im März zurück.

Rund 20.000 Eltern waren jahrelang fälschlicherweise als Betrüger dargestellt und in große finanzielle Not gestürzt worden. Der Rücktritt wird vor allem als symbolischer Schritt bewertet und wird wohl kaum Einfluss auf den Wahlausgang am 17. März haben. Rutte versicherte, dass der Kampf gegen die Corona-Pandemie unvermindert fortgesetzt werde.


Gericht lehnt posthumen Freispruch von Lockerbie-Attentäter ab

EDINBURGH: Die Verurteilung des Lockerbie-Attentäters Abdel Bassit al-Megrahi wird nicht posthum aufgehoben. Das oberste schottische Gericht in Edinburgh lehnte am Freitag einen Berufungsantrag von al-Megrahis Sohn ab. Weder liege ein Justizirrtum vor noch habe die Staatsanwaltschaft wichtige Unterlagen zurückgehalten, entschieden die Richter.

Der 2012 gestorbene libysche Geheimdienstoffizier ist bislang der einzige, der für den Anschlag auf einen Jumbo-Jet über dem schottischen Lockerbie mit 270 Toten im Jahr 1988 verurteilt wurde. Er hatte mehrfach vergeblich gegen das Urteil zu lebenslanger Haft geklagt und war 2009 vorzeitig aus einem schottischen Gefängnis entlassen worden, weil ihm Ärzte eine Lebenserwartung von nur noch wenigen Monaten bescheinigt hatten.

Der Anwalt der Familie kündigte Berufung vor dem obersten britischen Gerichtshof in London an. Im Namen der Angehörigen forderte er die Freigabe als geheim eingestufter Regierungsakten.

Erst im Dezember hatten die USA angekündigt, einen weiteren Verdächtigen in dem Fall vor Gericht zu stellen. Es handele sich um einen früheren libyschen Geheimdienstmitarbeiter, der die Bombe für das Attentat gebaut haben soll. Der Mann sei in Libyen in Haft. Die US-Regierung werde die libysche Führung um seine Auslieferung bitten, damit ihm in den USA der Prozess gemacht werden könne, hatte Justizminister William Barr gesagt.


UN-Flüchtlingswerk warnt: Immer mehr Vertriebene in Zentralafrika

BANGUI/GENF: Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat angesichts drastisch steigender Vertriebenenzahlen ein sofortiges Ende des Konflikts in der Zentralafrikanischen Republik gefordert. Allein über den Ubangi-Grenzfluss seien seit Ende des vergangenen Jahres rund 50.000 Menschen in die benachbarte Republik Kongo geflohen, gab UNHCR-Sprecher Boris Cheshirkov am Freitag bekannt. Im Land selbst sowie den Nachbarländern Kamerun und Tschad seien Zehntausende weitere Menschen auf der Flucht. Die Entwicklung mache alle bisher erreichten Fortschritte zunichte; alle Konfliktparteien müssten sich umgehend an einen Verhandlungstisch setzen. Die Hilfe sei schwierig - nicht nur wegen der schlechten Infrastruktur, sondern auch wegen eines wachsenden Finanzbedarfs.

Vor den Folgen der jüngsten Gewaltausbrüche rund um die Wahlen in der Zentralafrikanischen Republik warnte auch die Hilfsorganisation Aktion gegen den Hunger. Rund 2,3 Millionen Menschen seien dort von «akuter Ernährungsunsicherheit» betroffen - eine Zahl, die schnell anzuschwellen drohe. Durch Straßensperren würden wichtige Versorgungswege abgeschnitten, die Lebensmittelpreise stiegen dramatisch, in vielen Regionen könne humanitäre Hilfe nur noch eingeschränkt geleistet werden. Aufgrund der angespannten Sicherheitslage haben auch die SOS-Kinderdörfer im Lande ihre Hilfsprogramme in den Gemeinden vorerst unterbrochen.

Kurz vor der Präsidentenwahl im Dezember hatten Rebellen in dem afrikanischen Binnenstaat Sicherheitskräfte und UN-Soldaten angegriffen. Die neue Rebellen-Allianz wurde nach Angaben der UN-Mission im Land von Ex-Präsident François Bozizé unterstützt, dessen Kandidatur zuvor von dem Verfassungsgericht zurückgewiesen wurde; Bozizé bestreitet Verstrickung in Rebellenaktivitäten. Die Wahl am 27. Dezember gewann der amtierende Staatschef Faustin-Archange Touadéra. Das Land verfügt über reiche Mineralienvorkommen, ist aber trotzdem verarmt und seit Jahren von Konflikten und Umstürzen gebeutelt.


Lawinengefahr in Alpen verbreitet «groß» - Wanderwege gesperrt

MÜNCHEN: In weiten Teilen der bayerischen Alpen ist die Lawinengefahr inzwischen auf die zweithöchste Warnstufe gestiegen. Die Experten schätzen die Gefahr inzwischen in den Allgäuer, Ammergauer und Werdenfelser Alpen durchgängig in sämtlichen Höhenlagen als groß ein, ebenso in den Bayerischen Voralpen ab 1500 Metern. Im östlichen Alpenraum ist sie in diesen höheren Lagen erheblich. «Die Situation bleibt angespannt», betonte der Lawinenwarndienst Bayern. Schon am Donnerstag wurden viele Lawinenabgänge gemeldet.

Bei Lenggries in den Voralpen südlich von München ereignete sich auch bereits ein Lawinenunfall, bei dem zwei Menschen teilweise verschüttet worden sind. Sie wurden im Aufstieg zum Brauneck auf etwa 1350 Metern von einer Lawine mittlerer Größe erfasst. «Der Neuschnee der letzten Tage löste sich im stark mit Triebschnee eingefrachteten Gipfelhang des Braunecks», schilderte der Lawinenwarndienst. Die Beteiligten konnten sich am Donnerstag zum Glück unverletzt selbst aus dem Schnee befreien.

Wegen der erhöhten Lawinengefahr sperrten Ausflugsorte zahlreiche Wanderwege. In Garmisch-Partenkirchen sind nach Angaben der Gemeinde «mindestens über das Wochenende» sämtliche Berg- und Wanderwege gesperrt, in Oberstdorf im Allgäu dürfen Wanderer und Skitourengeher zahlreiche Routen ebenfalls nicht benutzen. In Schwangau im Ostallgäu ist zudem unter anderem der Weg zur Marienbrücke nahe Schloss Neuschwanstein gesperrt.


Straßensperrung für Seelöwen - Begeisterung im Netz

WELLINGTON/DUNEDIN: Die Tierliebe der Stadtverwaltung von Dunedin in Neuseeland hat weltweit Begeisterung hervorgerufen. Zum Schutz einer Seelöwin und ihres vergangene Woche geborenen Jungen werde eine Küstenstraße für einen Monat komplett für den Autoverkehr gesperrt, hatte die Administration der zweitgrößten Stadt auf der Südinsel vor wenigen Tagen bekanntgegeben. Grund: Mutter und Kind haben sich auf einem angrenzenden Golfplatz eingenistet, robben aber regelmäßig über den Asphalt, um den Strand zu erreichen.

«Wir haben John Wilson Ocean Drive für einen Monat für den Verkehr gesperrt», twitterten die Stadtväter vor wenigen Tagen. «Ihr könnt immer noch zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen, aber haltet einen Abstand von 20 Metern und haltet Hunde an der Leine.»

Das ungewöhnliche Seelöwen-Schutzprogramm sorgte im Netz für Begeisterung und wurde von zahlreichen lokalen Medien aufgenommen. «Wie unglaublich und wie wunderbar... Neuseeland forever!», kommentierte eine Userin. «In Dunedin kümmern sie sich», meinte eine andere.

In der Gegend seien zehn weitere Seelöwinnen gesichtet worden, weitere würden noch erwartet, um dort ihre Jungen zur Welt zu bringen, schrieb die Zeitung «New Zealand Herald». Neuseeländische Seelöwen werden als gefährdet eingestuft.


Schlüssel von Napoleons Sterbezimmer für 81.900 Pfund versteigert

LONDON: Historischer Türöffner: Für 81.900 Pfund (gut 92.000 Euro) ist der Schlüssel zum Sterbezimmer von Napoleon versteigert worden. Das 13 Zentimeter lange Artefakt ging beim Auktionshaus Sotheby's für das 16-Fache des Schätzwerts an einen unbekannten Käufer, wie britische Medien am Freitag berichteten. Der Schlüssel gehört demnach zur Tür des Zimmers auf der Atlantik-Insel St. Helena, in dem der französische Ex-Kaiser am 5. Mai 1821 als britischer Gefangener starb.

Beigefügt ist eine handschriftliche Notiz des Offiziers Charles Richard Fox: «Schlüssel zum Zimmer auf St. Helena, in dem Napoleon starb und den ich 1822 aus der Tür gezogen habe.» Fox schenkte den historischen Gegenstand seiner Mutter, der Baronin Holland, die als großer Fan Napoleons galt und verschiedene Andenken sammelte. Nachfahren fanden den Schlüssel in einem Landhaus bei Edinburgh, als sie eine alte Kiste auspackten.

Der Schlüssel habe etwas Jenseitiges, sagte David Macdonald von Sotheby's. «Es war damals ein ebenso kraftvolles und mächtiges Objekt wie heute.» Insgesamt habe es elf Interessenten gegeben. Mit versteigert wurde auch ein Stück Papier, das in der Nähe von Napoleons Bett lag.

Der französische Herrscher war nach der Niederlage seiner Truppen in der Schlacht bei Waterloo 1815 auf die abgelegene britische Insel St. Helena verbannt worden.


Istanbul-Attentat 2016 - Haftbefehl gegen Verdächtigen erlassen

ISTANBUL: Der kürzlich im Zusammenhang mit dem Terroranschlag in der Istanbuler Altstadt 2016 festgenommene mutmaßliche Täter ist nun verhaftet worden. Ein türkisches Gericht stellte einen Haftbefehl gegen den Mann aus, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag.

Am 12. Januar 2016 hatte sich ein Selbstmordattentäter inmitten einer deutschen Reisegruppe in die Luft gesprengt. Dabei wurden zwölf Deutsche getötet und 16 weitere Menschen verletzt. Am Montag hatten Ermittler den Mann in der südosttürkischen Provinz Sanliurfa festgenommen.

Anadolu berichtete, der Verhaftete sei Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Er sei mit einem der Drahtzieher des Attentates in Kontakt gewesen und habe den Sprengstoff für den Anschlag geliefert. Auch für das Attentat im Juli 2015 im südtürkischen Grenzort Suruc habe er den Sprengstoff besorgt. Ein Selbstmordattentäter tötete damals 33 pro-kurdische Aktivisten.

2018 wurden in Zusammenhang mit dem Anschlag drei Syrer unter anderem wegen Beihilfe zur Tötung zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie bei der Vorbereitung halfen. Zur Aufklärung der Hintergründe trug der Prozess nur teilweise bei. Der mutmaßliche Auftraggeber wurde nicht gefasst.


Kanal von Korinth erneut nach Erdrutsch geschlossen

ATHEN: Zum zweiten Mal binnen knapp zwei Monaten musste am Freitag der Kanal von Korinth in Griechenland nach einem Erdrutsch geschlossen werden. «Wir entfernen das Geröll», sagte ein Kontrolleur der Deutschen Presse-Agentur. Die Kanaldirektion ging davon aus, dass der Kanal erst nach dem 19. Januar wieder geöffnet werden könnte. Die Räumungsarbeiten sollen bis kommenden Dienstag dauern. Bereits am 22. November war der Kanal für mehrere Tage geschlossen worden, weil hunderte Tonnen Erde in die Fahrrinne gestürzt waren.

Die Fahrt durch den 6,3 Kilometer langen Kanal mit seinen bis zu 85 Meter hohen Wänden gilt als spektakuläre Tourismusattraktion in Mittelgriechenland. Der Kanal war 1893 fertigestellt worden. Er verkürzt die Fahrt aus der Adria und dem Ionischen Meer in die Ägäis und das Schwarze Meer um knapp 400 Kilometer. Allerdings können größere Schiffe nicht mehr durch den Kanal. Schiffe, die breiter als 17 Meter sind, müssen eine Fahrt südlich der Halbinsel Peloponnes in Kauf nehmen.


Griechische Wetterkapriolen - von Sommerwärme zu Eiseskälte

ATHEN: Quasi über Nacht hat Tief «Leandros» den sommerlichen Temperaturen in Griechenland abrupt ein Ende bereitet - und die Temperaturen bis in den Minusbereich stürzen lassen: Genossen die Menschen gerade noch Temperaturen von über 20 Grad, wurden in der Nacht zum Freitag vielerorts Minusgrade gemessen; in der nordgriechischen Stadt Florina minus 20 Grad.

Am Wochenende zieht die Kälte dann gen Süden. In der Hauptstadt Athen werden der Prognose griechischer Meteorologen zufolge erstmals seit langer Zeit wieder Temperaturen um den Gefrierpunkt erwartet. Im Laufe der kommenden Woche soll es dann jedoch wieder frühsommerlich werden.


Mindestens 10 Sicherheitskräfte getötet

KABUL: Im Norden Afghanistans sind in der Nacht mindestens 10 Sicherheitskräfte getötet worden. In der Provinz Kundus attackierten Talibankämpfer einen Kontrollposten und verwundeten rund ein Dutzend weitere Streitkräfte, wie Provinzräte am Freitag mitteilten. In der Provinz Ghasni wurden mindestens sieben Soldaten bei einem Anschlag mit einer Autobombe auf eine Militärbasis verwundet.

Trotz der Aufnahme von Friedensgesprächen im September geht der Konflikt mit den militant-islamistischen Taliban weiter. Eine Waffenruhe lehnt die Gruppe weiter ab. Das Krisenland wird zudem von einer Reihe gezielter Tötungen von Aktivisten, Journalisten und Religionsgelehrten erschüttert. Experten sehen hinter den Attacken die Strategie, Afghanistans Zivilgesellschaft zu schwächen.


Schnee sorgt für Verkehrschaos in Süddeutschland - Frau stirbt

FREIBURG/WITTLINGEN: Starke Schneefälle haben in der Region um die südwestdeutsche Stadt Freiburg in der Nacht zum Freitag für chaotische Verhältnisse im Verkehr gesorgt.

Straßen wurden gesperrt, Bäume stürzten auf Fahrbahnen und Autos blieben stecken, wie die Polizei mitteilte. Bei Wittlingen nahe der deutsch-schweizerischen Grenze wurde eine Fußgängerin von einem umstürzenden Baum getroffen, der wohl unter der Schneelast zusammenbrach. Die Frau starb kurze Zeit später an ihren Verletzungen im Krankenhaus.

Auf der Bundesstraße 317 mussten Dutzende Lastwagenfahrer im Bereich Stühlingen die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen - die Straßen konnten nicht mehr ausreichend von den Schneemassen befreit werden.

Im Schwarzwald bestand aufgrund der Schneemassen in einigen Teilen Lawinengefahr. Aufgrund der Gefahr eines Erdrutsches musste im Landkreis Emmendingen eine Straße gesperrt werden. Vereinzelt fielen Bäume auf parkende Autos und verursachten Sachschäden. Die Polizei warnte eindringlich davor, die Gefahr, die von den Schneemassen ausgeht, nicht zu unterschätzen. Zahlreiche Bäume drohten unter der Last zu brechen. Auch vor Dachlawinen warnte die Polizei.


«Ende einer Ära»: Las Vegas würdigt Magier Siegfried Fischbacher

LAS VEGAS: Die weltbekannte Vergnügungsmeile von Las Vegas, auf der sich riesige Casinos und Luxushotels aneinanderreihen, nimmt Abschied von «Siegfried & Roy»-Magier Siegfried Fischbacher. Mehrere Hotels entlang des Las Vegas Strip erinnerten in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) mit großen Leuchttafeln an den aus Deutschland stammenden Star-Magier. Der gebürtige Rosenheimer war am Mittwoch im Alter von 81 Jahren an den Folgen einer schweren Krebserkrankung gestorben.

«Der Tod von Siegfried Fischbacher markiert das Ende einer Ära», teilte der in Las Vegas ansässige Hotelbetreiber MGM Resorts mit. Man sei dankbar für die Bedeutung des Duos für «Las Vegas und die Welt des Entertainment». Bürgermeisterin Carolyn Goodman schrieb am Donnerstag auf Twitter: «Wer in die Stadt kam, dessen Wunsch war immer: «Ich muss Siegfried und Roy sehen!»». Goodman verabschiedete sich mit den Worten: «Du wirst geliebt, lieber Siegfried.»

Über Jahre traten «Siegfried & Roy» in Las Vegas mit weißen Tigern und Löwen vor Millionen Zuschauern auf. Die Karriere des Duos endete 2003, als ein Tiger Roy Horn bei einer Vorstellung schwer verletzte. Horn starb schließlich vor wenigen Monaten an Covid-19.


Verbesserungen der Luftqualität bei Lockdown weniger groß als gedacht

BIRMINGHAM: Die Luftverschmutzung in Städten ist während der coronabedingten Einschränkungen im Frühjahr 2020 weniger stark zurückgegangen als angenommen. Einer neuen Analyse zufolge wirkten sich das Wetter und die üblichen Veränderungen beim Übergang vom Winter auf den Frühling deutlich auf die Werte von Stickstoffdioxid (NO2), Ozon (O3) und Feinstaub (PM2,5) aus. Das Team um Zongbo Shi von der University of Birmingham (Großbritannien) veröffentlichte seine Ergebnisse im Fachmagazin «Science Advances».

«Wetteränderungen können Änderungen der Emissionen im Hinblick auf die Luftqualität überlagern», sagte Shi. Die Forscher nutzten sogenanntes maschinelles Lernen: Das Computermodell lernte anhand älterer Messdaten die durch das Wetter verursachten Effekte herauszurechnen. Dies wandten sie dann auf Messreihen jeweils vor und nach Beginn eines Lockdowns in elf Städten an. Das Team verglich daher nicht die Daten von 2020 mit den Vorjahreszeiträumen, sondern die Werte vor dem Lockdown mit denen währenddessen. Die Städte lagen in Asien, Europa und Nordamerika. Des Weiteren rechneten die Forscher den Einfluss der saisonalen Veränderungen heraus.

So war berichtet worden, dass der NO2-Wert in Wuhan (China) während des Lockdowns um 93 Prozent gesunken sei. Unter Berücksichtigung des Wetters beträgt der Rückgang nur noch 43,9 Prozent und unter Berücksichtigung der saisonalen Veränderungen nur noch 33,9 Prozent. In Berlin war ein Rückgang des NO2-Werts um 28,1 Prozent gemessen worden. Den Wettereinfluss herausgerechnet, sank der Wert um 25,4 Prozent, nach Berücksichtigung der saisonalen Veränderungen nur um 11,3 Prozent.

Andererseits fällt nach den neuen Berechnungen der Anstieg der Ozonwerte im Lockdown nicht mehr so hoch aus wie bisher angegeben. Weil Reaktionen mit NO2 für einen Abbau von Ozon sorgen, führen generell geringere NO2-Werte zu höheren Ozonwerten. Bei den Daten zum Feinstaub (PM2,5) fanden die Forscher keinen klaren Trend, sondern deutliche Unterschiede von Stadt zu Stadt.


Nordkorea demonstriert bei Militärparade Stärke

SEOUL: Die selbst erklärte Atommacht Nordkorea hat mit einer abendlichen Militärparade Stärke demonstriert.

Bei der Heerschau am Donnerstagabend (Ortszeit) in Pjöngjang seien auch ballistische Raketen vorgeführt worden, die von einem U-Boot aus abgefeuert werden können, berichteten die Staatsmedien am Freitag. Nach Angaben von Experten wurden vermutlich neue Varianten einer ballistischen U-Boot-Rakete sowie Kurzstreckenraketen gezeigt. Ballistische Raketen können je nach Bauart auch Atomsprengköpfe befördern. Die Parade wurde zur Feier des zwei Tage zuvor beendeten Kongresses der herrschenden Arbeiterpartei abgehalten. Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms international isoliert.

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