Neues aus dem Ausland am Freitag

Neues aus dem Ausland am Freitag

Mehr als 20 Tote im Vorfeld der Wahl in Elfenbeinküste

ABIDJAN: Im Vorfeld der Präsidentenwahl in der westafrikanischen Republik Elfenbeinküste sind Menschenrechtlern zufolge mehr als 20 Menschen getötet worden. Sie seien entweder durch politische Gewalt oder Gewalt zwischen Bevölkerungsgruppen ums Leben gekommen, teilte Human Rights Watch am Freitag mit. Die Regierung verbiete seit Mitte August öffentliche Demonstrationen. Sicherheitskräfte hätten mehrmals Proteste der Opposition mit Gewalt aufgelöst und Demonstranten festgenommen.

Bei der Wahl am Samstag bewirbt sich Präsident Alassane Ouattara um eine dritte Amtsperiode. Der 78-Jährige hatte im März zwar den Verzicht auf eine erneute Kandidatur verkündet, war dann nach dem überraschenden Tod seines designierten Nachfolgers aber doch erneut angetreten. Der zersplitterten Opposition räumen Experten wenig Chancen ein. Im Vorfeld der Wahl rief UN-Generalsekretär António Guterres alle Anführer und deren Unterstützer auf, keine Gewalt anzustacheln, Fehlinformationen zu verbreiten oder Hassreden einzusetzen.

Die Elfenbeinküste mit ihren rund 25 Millionen Einwohnern hat in der Vergangenheit immer wieder politische Unruhen erlebt. 2010 brach nach umstrittenen Präsidentschaftswahlen ein Bürgerkrieg aus, dem etwa 3000 Menschen zum Opfer gefallen sein sollen. Das Land war bis 1960 eine französische Kolonie und hat noch immer enge Verbindungen nach Frankreich. Es ist der größte Exporteur von Kakao.


Polizist bei Auseinandersetzung mit Demonstranten erschossen

TEMUCO: Bei Auseinandersetzungen mit Demonstranten ist im Süden von Chile ein Polizist ums Leben gekommen. «Der Beamte ist feige ermordet worden. Diese Tat wird nicht ungesühnt bleiben», sagte Polizeichef Mario Rozas am Freitag. Der 24-Jährige war mit Kollegen zu einem Einsatz südlich der Stadt Temuco in der Region Araucanía gerufen worden, wo Demonstranten Barrikaden errichtet und in Brand gesteckt hatten. Der Beamte wurde von einer Kugel am Hals getroffen und erlag später im Krankenhaus seiner Verletzung.

Im Süden Chiles kam es zuletzt immer wieder zu Brandanschlägen auf Häuser und Fahrzeuge. Hinter den Angriffen sollen teilweise radikale Gruppen vom indigen Volk der Mapuche stecken, die seit Jahrzehnten für die Rückgabe ihrer Ländereien kämpfen. Der nun getötete Polizist war selbst Mapuche. «Ein junger Mann und Vater von zwei Kindern ist getötet worden, weil er Uniform trug und seine Pflicht erfüllte», sagte Innenminister Víctor Pérez im Fernsehsender Canal 13. «Der Vorfall zeigt einmal mehr, dass Gewalt nur Schmerz, Zerstörung und Spaltung der Chilenen bringt.»

Chiles Polizei war bei den schweren Protesten gegen die Regierung im vergangenen Jahr stark in die Kritik geraten. Immer wieder ging sie mit extremer Gewalt gegen Demonstranten vor. Bei den Protesten kamen über 30 Menschen ums Leben. 460 Demonstranten erlitten Augenverletzungen, weil die Beamten offenbar gezielt mit Gummigeschossen in Gesichter feuerten. Menschenrechtsorganisationen verurteilten das Vorgehen und forderten Ermittlungen gegen die Polizeiführung.


Endspurt des Wahlkampfs: Trump will auf 14 Veranstaltungen sprechen

WASHINGTON: Vor der Abstimmung am Dienstag will US-Präsident Donald Trump am Wochenende und am Montag noch in mehreren Landesteilen insgesamt 14 Wahlkampfauftritte absolvieren. Das teilte sein Wahlkampfteam am Freitag mit. Für Samstag plante Trump demnach vier Auftritte im Bundesstaat Pennsylvania. Am Sonntag sollte er in Michigan, Iowa, North Carolina, Georgia und Florida auftreten. Am Montag sollten dann erneut North Carolina, Pennsylvania und Michigan folgen. Zudem will er am Montag auch noch in Wisconsin auftreten.

Auch am Freitag standen drei Wahlkampfauftritte auf Trumps Programm - er wollte in Michigan, Wisconsin und Minnesota auftreten. Trump spricht bei den Auftritten vor seinen Anhängern meist eine Stunde oder länger. Der hektische Reiseplan der letzten Tage vor der Wahl wird Trump in umkämpfte Bundesstaaten führen, in denen Umfragen derzeit zumeist ein knappes Ergebnis vorhersehen.

Der Republikaner Trump bewirbt sich bei der Wahl am Dienstag um eine zweite Amtszeit. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden liegt in landesweiten Umfragen derzeit deutlich vor Trump. Auch Erhebungen in entscheidenden Bundesstaaten sehen Biden im Vorteil, dort sieht es aber teils knapper aus. Auch Biden plant vor der Abstimmung am Dienstag noch zahlreiche Wahlkampfauftritte.


Bisher keine Hinweise auf Deutsche unter den Erdbebenopfern

BERLIN: Nach dem heftigen Erdbeben in der Ägäis hat das Auswärtige Amt derzeit keine Hinweise darauf, dass unter den Toten und Verletzten Deutsche sein könnten. Die Botschaft in der griechischen Hauptstadt Athen und das Konsulat im türkischen Izmir seien aber weiter mit den zuständigen Behörden in Kontakt, hieß es am Freitagabend aus dem Ministerium.

Nach heftigen Erdstößen wurden aus der Westtürkei zunächst sechs Tote und 321 Verletzte gemeldet. Auf der griechischen Insel Samos kamen nach ersten Erkenntnissen zwei 17-Jährige ums Leben, die in einer schmalen Gasse von einstürzenden Mauern erschlagen wurden. Acht Menschen sollen verletzt sein.


Nach Präsidentenwahl in Tadschikistan: Hunderte Gefangene begnadigt

DUSCHANBE: Kurz nach seiner Vereidigung für eine weitere Amtszeit hat der autoritäre Staatschef Emomali Rachmon im zentralasiatischen Land Tadschikistan 378 Gefangene begnadigt.

Das teilte das Präsidialamt am Freitag in der Hauptstadt Duschanbe mit. Als Grund für die Entscheidung wurde allgemein auf die «Prinzipien der Menschlichkeit und des Mitgefühls, der Sorge um Familien, Kinder, Jugendliche» verwiesen. Die Namen der Freigelassenen nannte Rachmon nicht. Kurz zuvor war der 68-Jährige als neuer Präsident vereidigt worden. Er hatte die Wahl gut drei Wochen mit über 90 Prozent gewonnen. Rachmon regiert das bitterarme Land mit Grenzen unter anderem zu China und Afghanistan seit fast drei Jahrzehnten.


Mexikos Präsident nominiert Frau für Kampf gegen Kartelle

MEXIKO-STADT: Eine Frau soll die nächste Sicherheitsministerin von Mexiko werden. Präsident Andrés Manuel López Obrador will Rosa Icela Rodríguez für den wichtigen Posten im Kampf gegen die mächtigen Drogenkartelle in dem lateinamerikanischen Land nominieren. Der Senat muss die Personalie noch bestätigen.

«Wir wissen noch nicht, ob sie akzeptieren wird, weil sie es gerade erst erfährt», sagte der linkspopulistische Staatschef am Freitag bei seiner täglichen Pressekonferenz im Nationalpalast. Rodríguez würde auf Alfonso Durazo folgen, der für die Gouverneursstelle des Bundesstaates Sonora kandidieren wird und deshalb von seinem Posten zurücktrat. Rodríguez arbeitet derzeit als Generalkoordinatorin für Häfen und Handelsmarine und ist seit einem Monat an Covid-19 erkrankt.

Mexiko erlebt seit Jahren sehr hohe Gewaltraten. Diese gehen zu einem großen Teil auf das Konto von Kartellen und Banden, die in den Drogenhandel in die USA, aber auch etwa Entführung und Erpressung verwickelt sind. Oft haben sie Verbindungen zu Sicherheitskräften. Nach jüngsten Zahlen gibt es in dem lateinamerikanischen Land mit rund 130 Millionen Einwohnern jeden Tag knapp 100 Morde. Die meisten Verbrechen werden nie aufgeklärt.


Westgate-Terroranschlag : Lange Haftstrafen für Verurteilte

NAIROBI: Sieben Jahre nach dem islamistisch motivierten Anschlag auf ein Einkaufszentrum in Nairobi mit mindestens 67 Toten hat ein Gericht zwei Menschen zu langen Haftstrafen verurteilt. Die zwei Angeklagten erhielten Haftstrafen von 33 und 18 Jahren, wie ein Mitarbeiter des Gerichts in der Hauptstadt Nairobi am Freitag sagte. Die sieben bereits abgesessenen Jahre werden demnach den zwei Männern von der Haftstrafe abgezogen. Sie waren bereits Anfang Oktober wegen Verschwörung zur Durchführung eines Terrorangriffs verurteilt worden.

Islamisten hatten Nairobis Einkaufszentrum Westgate im September 2013 überfallen und sich Schießereien mit Sicherheitskräften geliefert, bevor die Mitglieder getötet wurden. Zudem plünderten und zerstörten Sicherheitskräfte Teile des Einkaufszentrums. Als Drahtzieher gilt die Terrormiliz Al-Shabaab, die seit Jahren im Nachbarland Somalia um die Vorherrschaft kämpft. Das ostafrikanische Kenia hat in Somalia Truppen stationiert, die gegen Al-Shabaab kämpfen. Die Miliz fordert deren Abzug und verübt immer wieder Anschläge in Kenia.


Isolierte Familie in Niederlanden: Österreicher vorläufig frei

ASSEN: Im Fall der über Jahre isolierten Familie auf einem Bauernhof im Nordosten der Niederlande hat das Gericht einen der Verdächtigen vorläufig freigelassen. Der Österreicher Josef B. könne auf den Beginn des Hauptverfahrens in Freiheit warten, entschied das Gericht am Freitag in Assen. Vor gut einem Jahr waren B. sowie der Niederländer Gerrit Jan van D. festgenommen worden. Ihnen wird unter anderem Freiheitsberaubung von den sechs Kindern des Niederländers zur Last gelegt. Sie sollen nach Darstellung der Anklage die Kinder in «psychischer Gefangenschaft» gehalten haben.

Der Vater lebte neun Jahre lang mit seinen sechs Kindern auf einem abgelegenen Hof beim Dorf Ruinerwold in der Provinz Drenthe nahe der deutschen Grenze, ohne dass Nachbarn dies wussten. Er hatte eine Art Natursekte gegründet und soll auch eine Tochter und einen Sohn vergewaltigt haben. Die Hintergründe des Falles sind noch weitgehend unklar. Der Österreicher hatte den Hof gemietet und die Familie ernährt. Er weist alle Vorwürfe zurück.

Der Fall war im Oktober 2019 ans Licht gekommen, als ein Sohn in einer Dorfkneipe um Hilfe gebeten hatte. Die Kinder sind heute volljährig. Die Mutter war bereits vor Jahren gestorben. Der Vater kann nach einem Schlaganfall nicht mehr sprechen. Sein Anwalt hatte die Einstellung des Verfahrens beantragt, da der Mann nicht prozessfähig sei.


Georgien wählt mitten in Corona-Pandemie neues Parlament

TIFLIS: In der Schwarzmeerrepublik Georgien sind am Samstag (ab 5.00 Uhr MEZ) mehr als 3,5 Millionen Menschen zur Wahl eines neuen Parlaments aufgerufen. 48 Parteien und 2 Wahlblöcke kämpfen um die 150 Sitze in der Volksvertretung. In den Umfragen liegt die Regierungspartei Georgischer Traum des Multimilliardärs Bidsina Iwanischwili vorn. Dahinter kommt die Oppositionspartei Vereinte Nationale Bewegung.

Die Wahllokale schließen um 17.00 Uhr MEZ. Danach wird mit ersten Prognosen gerechnet. In der Südkaukasus-Republik steigt seit Anfang September die Anzahl der Corona-Neuinfektionen deutlich. Im Frühjahr war die Ex-Sowjetrepublik vergleichsweise glimpflich durch die Pandemie gekommen. Der offiziellen Statistik zufolge haben sich seit dem Frühjahr mehr als 37.000 Menschen infiziert.

Georgien strebt einen Beitritt zur EU und Nato an. Dagegen gilt das Verhältnis zu Russland seit einem Krieg 2008 als zerrüttet. Beide Länder pflegen keine diplomatischen Beziehungen.


Wahl in Elfenbeinküste - Amtsinhaber Ouattara tritt erneut an

ABIDJAN: Bei der Wahl in der westafrikanischen Republik Elfenbeinküste bewirbt sich Präsident Alassane Ouattara am Samstag um eine dritte Amtsperiode. Der 78-Jährige hatte im März zwar den Verzicht auf eine erneute Kandidatur verkündet, war dann nach dem überraschenden Tod seines designierten Nachfolgers aber doch erneut angetreten.

Beobachter wie die International Crisis Group räumen der weitgehend zersplitterten Opposition und ihren Kandidaten kaum Chancen ein. Überschattet war der Wahlkampf von vereinzelten Fällen von Gewalt. Auch die von Corona-Beschränkungen verursachte Wirtschaftskrise prägte den Wahlkampf. Das Land gilt als weltgrößter Produzent des Schokolade-Rohstoffs Kakao.


Geländewagen rast über den Maidan und tötet zwei Menschen

KIEW: Mitten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist ein Geländewagen mit hoher Geschwindigkeit über den Unabhängigkeitsplatz gerast und hat mehrere Menschen erfasst. Bei dem Vorfall am Freitag auf dem Maidan seien zwei Menschen ums Leben gekommen, teilte die Polizei mit. Zudem wurden mindestens drei Fußgänger verletzt.

In Videos ist zu sehen, wie der Jeep mehrere Treppen auf dem zentralen Platz hinunterfährt. Etliche Menschen konnten noch rechtzeitig zur Seite laufen. Auf einem Gehweg erfasste das Auto dann viele Fußgänger und rammte mehrere andere Autos auf der Straße.

Die Polizei ging zunächst von einem Unfall aus. Der 66-jährige Fahrer habe die Kontrolle über sein Auto verloren, teilte die Behörde weiter mit. Er soll unverletzt geblieben sein. Der Fahrer habe angegeben, das Bewusstsein verloren zu haben. Er sei erst vor kurzem operiert worden. Ein Alkoholtest fiel demnach negativ aus. Die genauen Hintergründe waren am Abend unklar.


Ex-Champion Wade erreicht Viertelfinale bei der Darts-EM

OBERHAUSEN: Der ehemalige Titelträger James Wade aus England hat das Viertelfinale bei der Darts-Europameisterschaft in Oberhausen erreicht.

«The Machine» bezwang am Freitagnachmittag in der Runde der letzten 16 seinen Landsmann Nathan Aspinall mit 10:8 und darf damit weiter hoffen, sein Preisgeld vom Titelgewinn 2018 für die Weltrangliste verteidigen zu können. Das Ranking wird über einen Zeitraum von zwei Jahren erstellt. Im Viertelfinale bekommt es Wade am Samstag mit William O'Connor aus Irland zu tun. Die beiden deutschen Starter Max Hopp (5:6 gegen Jonny Clayton) und Gabriel Clemens (3:6 gegen Peter Wright) waren bereits am Donnerstag ausgeschieden. Auch Rob Cross als Titelverteidiger ist bereits raus.


Auf Samos zwei tote Jugendliche nach Erdbeben in der Ägäis

SAMOS: Auf der griechischen Insel Samos sind nach dem schweren Erdbeben am Freitagmittag zwei 17 Jahre alte Jugendliche tot geborgen worden.

Griechischen Medienberichten zufolge waren das Mädchen und der Junge in der Kleinstadt Vathy nach der Schule zu Fuß auf dem Weg nach Hause, als wegen des Bebens in einer engen Gasse Hauswände einstürzten. Zuvor hatten griechische Behörden von acht Verletzten berichtet, die nach dem Erdbeben ins Krankenhaus der Insel gebracht worden waren. Über weitere Verletzte oder Tote herrscht noch Unklarheit.


Quote von 50 Prozent für schwarze Models bei «São Paulo Fashion Week»

SÃO PAULO: Die «São Paulo Fashion Week» (SPFW), eine der wichtigsten Modeschauen Lateinamerikas, verschärft seine Quotenregelung für schwarze Models. Nach brasilianischen Medienberichten vom Freitag müssen Modemarken künftig eine Verhaltensrichtlinie erfüllen und 50 Prozent schwarze und indigene Models auf den Laufsteg schicken. Der Zeitung «Folha de S. Paulo» zufolge, die aus einem Schreiben an die teilnehmenden Modemarken zitierte, gehören die Marken nicht mehr zum Programm, wenn sie diese Vorgabe nicht einhalten.

Mit dieser Regelung kommt die «São Paulo Fashion Week» Forderungen nach, dass die brasilianische Bevölkerung auf dem Laufsteg repräsentiert ist. In Brasilien sei rund die Hälfte der Bevölkerung dunkelhäutig, so die Vertreter dieser Forderung. SPFW-Direktor Paulo Borges sagte auch, dass die Überlegungen zur Verschärfung der Quote nach den Ereignissen vom Juni, als Models auf der Welle der weltweiten Proteste den Rassismus in der Modewelt anklagten, Form angenommen hätten. 2009 hatte die SPFW erstmals eine Quotenregelung von zehn Prozent für schwarze Models eingeführt.


Zusammenstöße bei Protesten gegen Mohammed-Karikaturen im Libanon

BEIRUT: Bei Protesten gegen Frankreichs Haltung im Streit um die Mohammed-Karikaturen ist es im Libanon zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften gekommen. Hunderte Demonstranten zogen nach den Freitagsgebeten in der Hauptstadt Beirut auf die Straße, wie Augenzeugen berichteten. Sicherheitskräfte sperrten den Weg zur französischen Botschaft ab. Einige der Demonstranten hätten Flaschen und Steine auf die Polizei geworfen. Diese setzte Tränengas sein.

Lokalen Medien zufolge waren Demonstranten mit Bussen aus anderen Gebieten des Landes nach Beirut gebracht worden. Einige trugen Plakate mit der Aufschrift der im Libanon weitgehend unbekannten islamistischen Partei Hisb al-Tahrir (Partei der Befreiung).

Als frühere Kolonialmacht hat Frankreich noch immer enge Beziehungen zum Libanon. Der französische Staatschef Emmanuel Macron hatte das Land nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut zweimal besucht und unter anderem den Reformdruck auf die Regierung erhöht.


Erdbeben in der Ägäis - Zahl der Toten steigt auf 14

ISTANBUL: Nach dem Erdbeben in der Ägäis ist die Zahl der Toten in der Westtürkei auf 12 gestiegen. Mindestens 419 Menschen seien verletzt worden, teilte die türkische Katastrophenschutzbehörde Afad am Freitagabend mit. Damit stieg die Gesamtzahl der Toten auf 14. Griechische Behörden hatten zwei Tote auf der Insel Samos gemeldet. Nach Medienberichten werden dort acht Verletzte im Krankenhaus behandelt.

Das erste Beben hatte nach Angaben der nationalen türkischen Katastrophenbehörde eine Stärke von 6,6. Die zuständige US-Behörde USGS gab die Stärke mit 7 an. In der Provinz Izmir waren mehrere Gebäude eingestürzt und hatten Menschen unter sich begraben.

Auf der griechischen Insel Samos als auch an der türkischen Westküste trat bei einem Tsunami nach dem Beben das Wasser über die Ufer, es gab mehrere Nachbeben mit einer Stärke von bis zu 5. Das Zentrum habe in der Ägäis vor der türkischen Provinz Izmir, rund 16 Kilometer nördlich der griechischen Insel Samos gelegen, berichteten türkische und griechische Medien.


Karikaturenstreit: Hunderte protestieren gegen Macron in Äthiopien

ADDIS ABEBA: Hunderte Menschen haben in Äthiopien gegen Äußerungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu Karikaturen des Propheten Mohammed protestiert. Die Menschen demonstrierten am Freitag in der Hauptstadt Addis Abeba mit Postern wie «Wir verabscheuen diejenigen, die versuchen, unsere Religion zu verspotten», wie Beobachter berichteten. In dem mehrheitlich christlichen Äthiopien ist rund ein Drittel der Bevölkerung muslimisch.

Macron hatte nach der Enthauptung eines Lehrers in Frankreich die Meinungsfreiheit und die Veröffentlichung auch religionskritischer Karikaturen verteidigt. Der Lehrer hatte im Unterricht Karikaturen des Propheten Mohammed als Beispiel für Meinungsfreiheit gezeigt. Macrons Äußerungen führten weltweit zu Protesten von Muslimen.

Die Menschen in Äthiopien protestierten auch gegen US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte jüngst gesagt, im Streit um den Renaissance-Staudamm in Äthiopien könne sich Ägypten gezwungen sehen, den «Damm zu sprengen». Dies sorgte in Äthiopien, wo der derzeit gebaute Staudamm für Nationalstolz sorgt, für Empörung.


Frankreich verstärkt nach Messerangriff Schutz von Schulen

PARIS: Nach dem Messerangriff in Nizza mit drei Toten verstärkt die französische Regierung den Schutz von Schulen oder Gotteshäusern. Dazu werden auch Soldaten der inländischen Anti-Terrormission «Sentinelle» eingesetzt. Das kündigte Armeeministerin Florence Parly am Freitag nach der Sitzung eines von Staatschef Emmanuel Macron geleiteten Verteidigungsrates in Paris an. Eine besondere Verstärkung mit Sicherheitskräfte werde es in der Mittelmeermetropole Nizza geben, sagte Innenminister Gérald Darmanin.

Ein mutmaßlicher Terrorist hatte am Donnerstag laut Ermittlern drei Menschen in Nizza mit einem Messer getötet, zwei Opfer wurden in der Kirche Notre-Dame im Stadtzentrum aufgefunden. Frankreich rief nach dem Angriff die höchste Terrorwarnstufe aus. Macron hatte angekündigt, dass der «Sentinelle»-Einsatz von bisher 3000 auf nun 7000 Soldaten aufgestockt werde.

Außenminister Jean-Yves Le Drian sagte, dass auch der Schutz von französischen Einrichtungen im Ausland verstärkt werden solle. Das gelte beispielsweise für Schulen.


Erdbeben der Stärke 6,6 erschüttert West-Türkei

ISTANBUL: In der West-Türkei hat es ein starkes Erdbeben gegeben. Das Epizentrum des Bebens mit der Stärke 6,6 habe in der Ägäis vor Seferihisar in der türkischen Provinz Izmir gelegen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag. Auch in Griechenland waren die Erschütterungen zu spüren. Besonders die Insel Samos ist betroffen, dort gab es Berichte über Gebäudeschäden.

Der türkische Nachrichtensender TRT zeigte Bilder von einem eingestürzten Gebäude in Izmir und berichtete von Panik auf den Straßen während des Bebens. Telefonverbindungen seien unterbrochen gewesen.

Auf Fernsehbildern waren größere Staubwolken zu sehen, die über der Stadt hingen. Der Gouverneur von Izmir sagte im Interview mit dem Fernsehsender, bisher könne man keine genauen Informationen über Opfer oder Schäden machen. Das Beben hat sich Anadolu zufolge um 14.51 Uhr Ortszeit zugetragen.


Mindestens sechs Tote bei Erdrutsch

NEJAPA: Als Folge heftigen Regens sind bei einem Erdrutsch im Westen von El Salvador mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Etwa 40 Häuser seien von Schutt und Schlamm begraben worden, als nach starkem Niederschlag die Hänge des Vulkans von San Salvador ins Rutschen gerieten, wie der Zivilschutz des mittelamerikanischen Landes am Freitag mitteilte. Zunächst wurden etwa 40 Menschen noch vermisst.

Präsident Nayib Bukele entsandte die Streitkräfte in die Region. Mitarbeiter des Zivilschutzes und Soldaten suchten mit Hilfe von Spürhunden nach Verschütteten. In Mittelamerika kommt es bei Erdrutschen immer wieder zu Toten und Verletzten, weil Häuser häufig in Risikogebieten errichtet und Hänge nicht ausreichend gesichert werden.


Mann angezündet - wegen Umgangs mit dem Koran

DHAKA: Ein Mob in Bangladesch hat einen Mann angezündet und dazu «Allahu akbar» (arabisch für «Gott ist groß») geschrien. Ein Video der Tat machte in den sozialen Medien in dem mehrheitlich muslimischen Land die Runde. Der Mann soll zuvor zusammen mit einem anderen Mann einem Imam in einem abgelegenen Dorf gesagt haben, dass Islamisten illegale Waffen in dessen Moschee gelagert haben könnten, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Anschließend hätten die beiden Männer am Donnerstagabend nach den Waffen gesucht, unter anderem auf einem Regal, wo der Koran und andere heilige Bücher standen. Dabei seien sie nach Aussagen des Imams nicht respektvoll mit den Büchern umgegangen, so die Polizei.

Anwohner hätten die beiden Männer daraufhin in einem Raum eingesperrt. Dann seien mehrere Hundert Muslime gekommen, hätten einen der Männer herausgeholt, verprügelt und anschließend in Brand gesteckt. Er sei gestorben, sagte ein örtlicher Behördenmitarbeiter. Die Polizei hat nach eigenen Angaben keine Waffen in der Moschee gefunden. Beamte hatten den überlebenden Mann zunächst mitgenommen.

Bangladesch gehört nach Angaben der Vereinten Nationen zu den am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Immer wieder kommt es in dem südasiatischen Staat wegen Gerüchten oder Aberglauben zu Gewalttaten. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 50 Menschen von Mobs getötet, wie die Nichtregierungsorganisation Ain o Salish Kendra schreibt.


Scheuer: «Digitaler Führerschein» soll kommen

BERLIN: In Deutschland soll es künftig möglich werden, den Führerschein bei Verkehrskontrollen auf dem Smartphone vorzuzeigen. «Die EU-Kommission hat sich gestern auf der Informellen Tagung der europäischen Verkehrsminister klar zum digitalen Führerschein bekannt», sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. «Norwegen hat ihn schon. Auch Deutschland wird mitmachen.» Wer seinen Führerschein nicht dabei habe, könne dann das Smartphone vorzeigen. «Über diesen praktischen Fortschritt freue ich mich sehr, denn er führt den Menschen die Vorteile der Digitalisierung klar vor Augen», sagte der CSU-Politiker.

Am Vortag hatten die EU-Verkehrsminister sich informell beraten - nicht wie geplant in Passau, Scheuers Wahlkreis, sondern wegen der Corona-Pandemie per Videoschalte. Die Ergebnisse sind dennoch in einer «Passauer Erklärung» festgehalten, dabei geht es vor allem um Digitalisierung im Verkehrsbereich. Darin heißt es: «Digitale Innovationen wie virtuelle Führerscheine und Ticketing-Plattformen müssen interoperabel sein, damit sie in der gesamten EU funktionieren.»


Berlin stuft Österreich und Italien fast ganz als Risikogebiete ein

BERLIN: Die deutsche Regierung hat Österreich bis auf zwei kleine Exklaven und fast ganz Italien wegen dramatisch steigender Infektionszahlen ab diesem Sonntag zu Corona-Risikogebieten erklärt.

Mit Kroatien, Slowenien, Ungarn, Bulgarien und Zypern werden zudem fünf EU-Länder komplett auf die Risikoliste gesetzt, wie das Robert Koch-Institut am Freitag auf seiner Internetseite mitteilte.


US-Wahl: Millionen Amerikaner können im Ausland abstimmen

WASHINGTON: Rund neun Millionen US-Staatsbürger leben nach Schätzung des amerikanischen Außenministeriums außerhalb der USA. Das Wähler-Programm, das für Soldaten und andere Bürger im Ausland zuständig ist (FVAP), geht mit etwa 5,5 Millionen von deutlich weniger «Expats» aus.

Für diese gelten dieselben Voraussetzungen wie für Amerikaner, die in der Heimat wählen: Sie müssen mindestens 18 Jahre sein und sich vor der Wahl registrieren. Die Registrierung erfolgt in dem Bundesstaat, in dem der «Expat» zuletzt seinen Wohnsitz hatte. Daraufhin erhält er seine Wahlunterlagen. Die ausgefüllten Unterlagen schickt er per Post an das für ihn zuständige Wahllokal oder er gibt sie in einer US-Botschaft ab. Einige Bundesstaaten ermöglichen es auch, die Unterlagen elektronisch zu übermitteln.

Wie hoch die Wahlbeteiligung unter den im Ausland lebenden Amerikanern ist, wurde zuletzt nach der Präsidentschaftswahl 2016 analysiert. Ergebnis: Durchschnittlich nur rund sieben Prozent der Wahlberechtigten hatten gewählt. Die Beteiligung war von Land zu Land sehr unterschiedlich: In Deutschland gaben von den geschätzt rund 95.000 Betroffenen 17 Prozent ihre Stimme ab.


Auch Tunesiens Behörden ermitteln gegen Tatverdächtigen von Nizza

TUNIS: Nach dem tödlichen Messerangriff in Nizza ermitteln auch die tunesischen Behörden gegen den Tatverdächtigen. Dabei soll es sich um einen 21 Jahren alten Tunesier handeln. Gemäß dem Recht des Landes werde jeder Tunesier strafrechtlich verfolgt, der in Terrorakte verstrickt sei, egal ob im Inland oder Ausland, sagte ein tunesischer Justizsprecher am Donnerstagabend. So solle ermittelt werden, ob der Täter in Tunesien möglicherweise Komplizen hatte.

Der Tatverdächtige soll am Donnerstag drei Menschen in Nizza mit einem Messer getötet haben, zwei Opfer wurden in der Kirche Notre-Dame im Stadtzentrum aufgefunden. Die Tat hatte weltweit Entsetzen und Anteilnahme ausgelöst.

Der Angreifer war dem italienischen Innenministerium zufolge im September illegal auf der Mittelmeerinsel Lampedusa angekommen. Nach italienischen Agenturberichten ging er mit anderen Bootsmigranten an Land und wurde im Oktober ins süditalienische Bari, die Hauptstadt Apuliens, gebracht. Dort soll er abgetaucht sein.


47-Jähriger nach tödlichem Messerangriff von Nizza festgenommen

NIZZA: Nach dem mutmaßlich terroristischen Messerangriff in Nizza mit drei Toten haben Ermittler einen 47-jährigen Mann festgenommen und in Gewahrsam genommen. Er soll am Vorabend der Tat Kontakt mit dem Angreifer gehabt haben, bestätigten Justizkreise der Deutschen Presse-Agentur am Freitag in Paris. Der Verdächtige sei am Donnerstagabend gestellt worden, hieß es weiter.

Anti-Terror-Staatsanwalt Jean-François Ricard hatte am Donnerstagabend gesagt, dass Ermittler herausfinden wollen, ob der Angreifer von Komplizen unterstützt wurde. Sie wollen auch genauer wissen, wie der Mann, der aus Tunesien stammen soll, nach Südfrankreich kam. Der von Polizisten schwer verletzte Angreifer kam in ein Krankenhaus und schwebt in Lebensgefahr.

Der Tatverdächtige soll am Donnerstag drei Menschen in Nizza mit einem Messer getötet haben, zwei Opfer wurden in der Kirche Notre-Dame im Stadtzentrum aufgefunden. Die Tat hatte weltweit Entsetzen und Anteilnahme ausgelöst.

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