Neues aus dem Ausland am Freitag

Neues aus dem Ausland am Freitag

Festnahmen nach mörderischer Attacke auf Lehrer bei Paris

PARIS: Nach der mutmaßlich terroristisch motivierten Attacke auf einen Geschichtslehrer in Frankreich hat es einem Bericht zufolge mehrere Festnahmen gegeben. Vier Menschen, darunter ein Minderjähriger, wurden am Freitagabend in Polizeigewahrsam genommen, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP. Sie sollen zur Familie des mutmaßlichen Angreifers gehören.

Der Lehrer wurde nach ersten Erkenntnissen in Conflans-Sainte-Honorine nordwestlich von Paris von einem Angreifer enthauptet. Die Anti-Terror-Fahnder der Staatsanwaltschaft übernahmen die Ermittlungen - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach von einem islamistischen Terroranschlag. Der mutmaßliche Täter wurde von der Polizei getötet.


Ein Toter bei Angriff auf Minusma-Streitkräfte in Mali

BAMAKO: Bei zwei Attacken auf die UN-Mission Minusma sind im westafrikanischen Mali ein Soldat getötet und mindestens zwei weitere verletzt worden. Wie die Vereinten Nationen am Freitagabend in einer Erklärung bekanntgaben, war beim ersten Zwischenfall am Vortag ein Militärfahrzeug nahe dem Ort Kidal von einem explodierenden Sprengkörper erfasst worden. Dabei war ein ägyptischer UN-Soldat getötet und ein weiterer schwer verletzt worden.

Bei der zweiten Attacke war in Timbuktu ein Militärlager unter Beschuss geraten, wodurch ein Soldat aus Malis Nachbarstaat Burkina Faso verletzt wurde. Erst vor zwölf Tagen waren zwölf Zivilisten und mindestens elf Soldaten der malischen Streitkräfte bei einem Angriff auf ein Militärlager in Sokoura im Zentrum des Landes getötet worden.

Die Bundeswehr beteiligt sich am Minusma-Einsatz. Er soll den Friedensprozess unterstützen, nachdem Nordmali 2012 vorübergehend in die Hände islamistischer und anderer Rebellengruppen geraten war, bevor Frankreich militärisch eingriff. Die UN-Mission gilt als der gefährlichste derzeit laufende Auftrag.


Verunreinigter Zuckerrohrschnaps: Mindestens zehn Tote

SAN JOSÉ: Mindestens zehn Menschen sind in Costa Rica nach dem Konsum von gepanschtem Schnaps in den vergangenen Tagen gestorben. Bei einer Untersuchung einer «Guaro» genannten Art von Zuckerrohrschnaps der Marke «Fiesta Blanca» sei Methanol festgestellt worden, teilte das Gesundheitsministerium des mittelamerikanischen Landes am Freitag mit. Da es sich um eine registrierte Marke handle, könne das Getränk gefälscht worden sein.

Bei einem Polizeieinsatz in einem Vorort der Hauptstadt San José seien Flaschen dieses Produkts aus dem Verkehr gezogen worden. Die Marke wurde auf eine Liste mit zwölf anderen Schnapsmarken gesetzt, vor denen gewarnt wird und deren Verkauf bestraft werden soll.

Nach Angaben der staatlichen Sozialversicherungskasse Costa Ricas wurden in den vergangenen Tagen 28 Menschen mit Vergiftungen nach dem Konsum von verunreinigten alkoholischen Getränken in Krankenhäusern behandelt. Zehn von ihnen seien gestorben, drei seien auf der Intensivstation. Alle Todesopfer sind laut Gesundheitsministerium Männer. Bereits im vergangenen Jahr hatte es in Costa Rica mindestens 29 Todesfälle mit Verdacht auf Vergiftung durch gepanschten Schnaps gegeben.

Methanol entsteht, wenn beim Destillieren von Alkohol nicht richtig gearbeitet wird. Versucht die Leber dann, den Körper vom Alkohol zu entgiften, wird das Methanol zu Formaldehyd und Ameisensäure umgewandelt. Dies kann die Nervenzellen schädigen, zur Erblindung und sogar zum Tod führen.


Eurojackpot geknackt - Fast 59 Millionen für Spieler aus Slowakei

BERLIN: Der Eurojackpot ist geknackt und ein Gewinner aus der Slowakei darf sich über fast 59 Millionen Euro freuen. Die Gewinnzahlen waren 5, 11, 35, 44 und 50 sowie die beiden Eurozahlen 4 und 10, wie Westlotto am Freitagabend mitteilte. Der Jackpot hatte sich über fünf Wochen aufgebaut. Die genaue Gewinnsumme beträgt 58.807 427,70 Euro.

«Das nennt man einen goldenen Oktober», wird Andreas Kötter, Chairman der Eurojackpot-Kooperation, in der Mitteilung zitiert. Auch in der zweiten Gewinnklasse gab es einen Millionengewinner: Ein Tipper aus Polen erhält knapp 2,5 Millionen Euro. Am Freitag startet der Eurojackpot in eine neue Runde.


Opfer von brutaler Attacke nahe Paris war Geschichtslehrer

PARIS: Bei dem Opfer einer brutalen Messerattacke bei Paris soll es sich übereinstimmenden Medienberichten zufolge um einen Geschichtslehrer handeln. Dieser solle seinen Schülern während des Unterrichts zum Thema Meinungsfreiheit Mohammed-Karikaturen gezeigt haben, berichteten mehrere Medien unter Berufung auf Polizeiquellen am Freitagabend. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht.

Innenminister Gérard Darmanin kündigte einen Krisenstab mit Präsident Emmanuel Macron und Premierminister Jean Castex an. Der Angreifer sei ein junger Mann im Alter von 18 Jahren, berichtete der Sender Franceinfo. Auch hierfür gab es zunächst keine offizielle Bestätigung.

Der Angriff hatte sich am späten Freitagnachmittag in Conflans-Sainte-Honorine nordwestlich von Paris ereignet. Das Opfer soll in der Nähe der Schule, in der es unterricht hatte, angegriffen worden und ersten Erkenntnissen nach enthauptet worden sein. Der Täter wurde von der Polizei getötet.


Mann nahe Paris enthauptet

PARIS: Ein Mann ist Berichten zufolge in der Nähe von Paris auf offener Straße enthauptet worden. Der Vorfall soll sich in Conflans-Sainte-Honorine nordwestlich von Paris am späten Freitagnachmittag ereignet haben, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP. Die Polizei schrieb auf Twitter, dass dort aktuell ein Einsatz laufe und die Menschen den Bereich meiden sollten.

Der mutmaßliche Angreifer soll in der nahe gelegenen Stadt Éragny-sur-Oise von der Polizei verletzt worden sein, so die Agentur weiter. Auch hier warnte die Polizei via Twitter, den Bereich zu meiden, ohne weitere Angaben zu machen. Die Hintergründe des Vorfalls waren zunächst unklar.


UN: Corona trübt Aussichten im Kampf gegen extreme Armut

NEW YORK: Die Corona-Pandemie trübt die Aussichten im Kampf gegen extreme Armut.

Auch bei guter wirtschaftlicher Erholung sei eine «vollständige Beseitigung der extremen Armut selbst unter den optimistischsten Annahmen höchst unwahrscheinlich», teilte die UN-Abteilung für Wirtschaft am Freitag mit. Auch könnten im Zuge der Krise in diesem Jahr zusätzlich 100 Millionen Menschen in die Armut getrieben werden, hieß es. 2015 hatten Staats- und Regierungschefs der UN-Mitgliedstaaten als Ziel eine Beseitigung der extremen Armut bis 2030 beschlossen. Von ihr sind derzeit 680 Millionen Menschen betroffen.


Parlamentswahl - Regierungschefin Ardern ist Favoritin

WELLINGON: Neuseeland wählt am Samstag ein neues Parlament. Premierministerin Jacinda Ardern stellt sich bei der Abstimmung in dem Pazifikstaat zur Wiederwahl. Die 40-jährige Labour-Chefin ist seit 2017 im Amt. Ihre schärfste Widersacherin in Judith Collins (61) von der konservativen National-Partei. Nach Umfragen gilt Ardern als Favoritin, jedoch braucht eine Partei oder Koalition mindestens 61 der 120 Parlamentssitze, um regieren zu können. Es gilt als unwahrscheinlich, dass Labour alleine die absolute Mehrheit schafft.

Ardern steht derzeit einer Koalition aus Labour, der populistischen Kleinpartei «New Zealand First» und den Grünen vor. Wegen ihres Umgangs mit den Attentaten von Christchurch, bei denen ein Rechtsextremist im vergangenen Jahr 51 Muslime erschossen hatte, und ihres erfolgreichen Kampfes gegen die Corona-Pandemie ist Ardern mitlerweile auch international bekannt.

Die Wahl hätte eigentlich bereits im September stattfinden sollen, war aber wegen der Virus-Krise verschoben worden. Die 3,7 Millionen Wahlberechtigten stimmen in zwei Referenden auch über die Legalisierung von Cannabis als Freizeitdroge und die Legalisierung von Sterbehilfe ab. Die Wahllokale sind von 9.00 bis 19.00 Uhr geöffnet (22.00 Uhr MESZ am Freitag bis 8.00 Uhr MESZ am Samstag).


Zwölf Tote bei Polizeieinsatz gegen Miliz in Rio

RIO DE JANEIRO: Bei einem Polizeieinsatz in der brasilianischen Stadt Itaguaí im Großraum Rio de Janeiro sind zwölf Menschen getötet worden. Dies berichtete das Nachrichtenportal «G1» am Freitag unter Berufung auf die Polizei. Dem Bericht nach waren die Opfer Mitglieder der Miliz von Itaguaí und trugen verschiedene Waffen. Unter den Toten soll auch der Chef des lokalen Verbrechersyndikats gewesen sein. Milizen bestehen aus aktiven und ehemaligen Polizisten, Feuerwehrleuten, städtischen Beamten und sollen in Rio nach Einschätzung von Ermittlern etwa 25 Prozent des Stadtgebiets kontrollieren.

Laut des Portals «Terra» waren die Männer in vier Fahrzeugen von Rio nach Santos im Bundesstaat São Paulo unterwegs, als die Polizei sie abfing. Verschiedenen Berichten unter Berufung auf die Polizei zufolge hätten die Verdächtigen das Feuer eröffnet. Ein Beamter wurde demnach verletzt.


Mordfall Nicky: Angeklagter bittet um «weises» Urteil

MAASTRICHT: Der Angeklagte im Prozess um die Tötung des elfjährigen Jungen Nicky Verstappen hat seine Richter um ein «weises» Urteil gebeten. «Sie beschließen darüber, wie mein weiteres Leben aussehen wird», sagte der 57-jährige Jos B. am Freitag zum Abschluss des letzten Verhandlungstages vor dem Gericht in Maastricht.

Nicky war vor 22 Jahren in der Brunssummerheide in der Nähe der deutsch-niederländischen Grenze bei Aachen tot gefunden worden. B. soll den Jungen entführt, sexuell missbraucht und getötet haben. Die Staatsanwaltschaft hat mindestens 15 Jahre Gefängnis gefordert, die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Das Gericht setzte die Urteilsverkündung am Freitag für den 20. November an. Der Fall hatte die Niederlande tief erschüttert und auch in Deutschland Bestürzung ausgelöst.

Der Angeklagte hatte vor Gericht ausgesagt, dass der Junge schon tot gewesen sei, als er ihn gefunden habe - er habe mit dem Verbrechen nichts zu tun. Die Mutter und Schwester von Nicky hatten B. in einem emotionalen Aufruf im Gerichtssaal aufgefordert, seine Schuld zu bekennen. Jos B. war 2018 in Spanien festgenommen und in die Niederlande ausgeliefert worden. Die Ermittler waren ihm nach einem Massen-Gentest auf die Spur gekommen. An der Leiche von Nicky waren 27 Spuren entdeckt worden, die alle mit der DNA des Angeklagten übereinstimmen sollen.


Kommandeur bei Überfall auf Militärstützpunkt in Guinea getötet

CONAKRY: Im westafrikanischen Guinea ist der Auftakt für die Wahl an diesem Wochenende von Gewalt überschattet.

Dort kandidiert Präsident Alpha Condé am Sonntag für eine dritte Amtszeit. Bei einem Überfall auf einen Militärstützpunkt in dem Ort Kindia wurde dessen Kommandeur getötet, wie das Verteidigungsministerium am Freitag bekanntgab. Die Situation in der 130 Kilometer von der Hauptstadt Conakry entfernten Kaserne sei aber wieder unter Kontrolle, betonte Verteidigungsminister Mohamed Diané ohne weitere Angaben zu den näheren Umständen des Zwischenfalls. Gerüchte über eine gescheiterte Meuterei blieben offiziell unbestätigt.


Britischer Regierungssprecher: Verhandlung nur mit Zugeständnissen

BRÜSSEL/LONDON: Die britische Regierung hat sich skeptisch zu weiteren Verhandlungen mit der EU über einen Handelspakt gezeigt. Es mache nur Sinn, dass Chef-Unterhändler Michel Barnier nach London komme, wenn die EU bereit sei, intensiv über den Rechtstext zu sprechen und nicht nur Großbritannien Zugeständnisse abzuverlangen, sagte ein Regierungssprecher am Freitag nach Berichten der britischen Nachrichtenagentur PA. «Andernfalls macht es keinen Sinn, zu kommen.»

Der britische Premier Boris Johnson hatte zuvor sein Land darauf eingeschworen, sich auf einen harten Bruch mit der EU vorzubereiten. Eine Einigung könne nur zustande kommen, wenn die EU sich bewege und auch auf London zukomme. Die Signale der Staats- und Regierungschefs auf dem EU-Gipfel hätten «nicht sehr ermutigend» geklungen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte nach Johnsons Ansage dennoch angekündigt, die Verhandlungen über einen Handelspakt in der kommenden Woche in London fortsetzen zu wollen.


Weltrekord: Forscher erfassen kleinste jemals gemessene Zeitspanne

FRANKFURT/MAIN: Deutsche Atomphysiker haben nach eigenen Angaben eine Art Stoppuhr-Weltrekord aufgestellt.

Den Forschern aus Frankfurt gelang zusammen mit Kollegen aus Berlin und Hamburg die kleinste jemals gemessene Zeitspanne zu bestimmen, wie die Frankfurter Goethe-Universität am Freitag mitteilte. Die Zeitspanne ist unvorstellbar kurz und liegt im Bereich von sogenannten Zeptosekunden. Eine Zeptosekunde ist demnach ein Billionstel einer Milliardstel Sekunde lang. Die Forscher maßen, wie lange ein Lichtteilchen braucht, um ein Wasserstoffmolekül zu durchqueren - etwa 247 Zeptosekunden. Dabei machten sich die Wissenschaftler unter anderem Röntgenlicht zunutze.


Mindestens 94 Tote nach Überschwemmungen

NEU DELHI/HYDERABAD: In Indien sind bei Überschwemmungen infolge heftiger Regenfälle binnen weniger Tage mindestens 94 Menschen gestorben. Zudem seien Straßen, Häuser sowie Ernten von den Unwettern zerstört worden, teilten Behörden in den betroffenen Gebieten im Süden und Westen des Landes am Freitag mit.

Der südliche Bundesstaat Telangana mit der Millionenstadt Hyderabad war demnach besonders stark von den für die Saison ungewöhnlich starken Regenfällen und Überschwemmungen betroffen. Nach Angaben der Behörden kamen allein dort seit Dienstag mindestens 50 Menschen ums Leben. Die Unwetterschäden wurden auf rund 60 Milliarden Rupien (umgerechnet etwa 670 Millionen Euro) geschätzt.

Die Monsunzeit in Indien dauert normalerweise etwa von Juni bis Anfang Oktober. In diesem Jahr starben nach Angaben von Indiens Innenministerium bis Mitte September im Zusammenhang mit der Regenzeit bereits mehr als 1030 Menschen.


73 Kilo Haschisch an niederländischer Grenze in Auto gefunden

BAD BENTHEIM: Ein deutsch-niederländisches Polizeiteam hat bei einer Kontrolle nahe der Grenze 73 Kilogramm Haschisch in einem Auto-Versteck gefunden.

Es habe einen Schwarzmarktwert von rund 600.000 Euro, teilte die Polizei am Freitag mit. Die Beamten fanden die Drogen bei der Kontrolle auf der A30 Amsterdam-Hannover bei Bad Bentheim am Donnerstag in einem «professionell installierten» Versteck im Innenraum des Autos, wo sich mehrere in Folie verschweißte Haschisch-Pakete befanden. Der 32 Jahre alte Fahrer des Wagens, der aus den Niederlanden eingereist war, wurde festgenommen. Ein Haftrichter ordnete am Freitag Untersuchungshaft an.


EU-Gipfel zu Ende

BRÜSSEL: Der zweitägige EU-Gipfel ist am Freitagnachmittag zuende gegangen.

Am Vormittag hatten die Staats- und Regierungschefs über die Beziehungen zu Afrika und zur Türkei beraten. Am Donnerstag hatten sie bereits über die Themen Brexit und Klimaschutz sowie die engere Abstimmung in der Corona-Krise gesprochen. Angekündigt sind nun eine Reihe von Abschlusspressekonferenzen, unter anderem von Bundeskanzlerin Angela Merkel.


Menschenrechtler prangern Gewalt gegen Demonstranten in Nigeria an

LAGOS: Im westafrikanischen Staat Nigeria reagieren die Sicherheitskräfte nach Angaben von Menschenrechtlern mit neuer Gewalt auf Demonstranten, die gegen Polizeigewalt auf die Straße gehen. In einer am Freitag veröffentlichten Erklärung der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) heißt es: «Menschen, die ihr Recht auf Protest ausüben und ein Ende der Polizei-Brutalität fordern, werden selber brutal behandelt und belästigt durch diejenigen, die sie eigentlich schützen sollten.» Die landesweiten Proteste hatten am 8. Oktober begonnen und richteten sich vor allem gegen die mittlerweile aufgelöste Eliteeinheit Special Anti-Robbery Squad (SARS).

«Als Reaktion darauf hat die Polizei mit Tränengas, Wasserwerfern und scharfer Munition auf die Demonstranten geschossen und dabei mindestens vier Menschen getötet und viele andere verletzt», kritisierte die HRW. Ausgelöst worden waren die Proteste durch ein Video, das einen SARS-Beamten beim Töten eines jungen Mannes zeigte und in den sozialen Medien die Runde machte. Unter dem Hashtag


Russland beginnt Militärmanöver im Kaspischen Meer

MOSKAU: Inmitten von Konfrontationen zwischen Aserbaidschan und Armenien um Berg-Karabach hat Russland ein Militärmanöver im Kaspischen Meer begonnen. Es werde seit Freitag nördlich der Halbinsel Apscheron abgehalten, auf der die aserbaidschanische Hauptstadt Baku liegt, teilte das russische Verteidigungsministerium in Moskau der Agentur Interfax zufolge mit. An der Übung seien sechs Schiffe, sieben Flugzeuge und mehr als 400 Soldaten beteiligt. Sie stelle keine Bedrohung dar, hieß es in der Mitteilung.

Seit Ende September kommt es in Berg-Karabach im Südkaukasus zu den schwersten Gefechten seit Jahren. Armenien und Aserbaidschan kämpfen schon seit Jahrzehnten um die Region. Russland pflegt zwar zu beiden Ex-Sowjetrepubliken Kontakt, hat aber für Armenien den Status einer Schutzmacht. Aserbaidschan sieht die Türkei als Verbündeten.

Bei dem Manöver im Kaspischen Meer sollen russischen Angaben zufolge bordgestützte Raketen auf Ziele in der Luft und auf See abgefeuert werden. Dabei gehe es auch um Schutz und Verteidigung etwa von Handelsschiffen und Häfen sowie um die «Vernichtung» illegaler bewaffneter Gruppen. Im vergangenen Jahr wurde eine vergleichbare Militärübung zu Land in Dagestan am Kaspischen Meer abgehalten.


Sechs Zivilisten durch Sprengfalle getötet

KABUL: Im Westen Afghanistans sind sechs Zivilisten durch eine am Straßenrand versteckte Sprengfalle getötet worden. Die Explosion habe das Auto der Frauen und Männer morgens auf einer Schnellstraße in der Provinz Ghor erfasst, teilten das Verteidigungsministerium und lokale Behörden am Freitag mit. Ein Polizeisprecher in Ghor sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass die Gruppe mit einer schwangeren Frau auf dem Weg in eine Entbindungsklinik gewesen sei.

In den vergangenen zehn Jahren wurden in Afghanistan mehr als 100.000 Zivilisten in Afghanistan verwundet oder getötet. Dort bekämpfen die militant-islamistischen Taliban die vom Westen gestützte Regierung. Am 12. September hatten die Konfliktparteien in Doha lang geplante Friedensgespräche aufgenommen. Trotzdem reißt die Gewalt nicht ab.


VW-Verkäufe legen im September leicht zu - Quartalswerte negativ

WOLFSBURG: Das Geschäft des VW-Konzerns scheint nach dem Corona-Einbruch langsam wieder Tritt zu fassen. Im September nahmen die Auslieferungen des weltgrößten Autoherstellers im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,3 Prozent auf 933.600 Fahrzeuge zu, nachdem es im August noch ein Minus von 6,6 Prozent gegeben hatte. Wie Volkswagen am Freitag berichtete, verliefen die ersten drei Quartale aber insgesamt deutlich schlechter: Alle Marken wurden von Januar bis September 18,7 Prozent weniger Neuwagen los als 2019, das dritte Quartal selbst ging mit einem Minus von 1,1 Prozent zu Ende. Ein wesentlicher Grund ist der Nachfragerückgang infolge der Pandemie, viele Menschen sind weiterhin vorsichtig mit größeren Neuanschaffungen.

Zudem ist ein Sondereffekt bei den jüngsten Zahlen zu beachten: Der September des vergangenen Jahres war auch deshalb relativ schwach gewesen, weil viele Kunden vor der nächsten Stufe verschärfter Regeln für Abgastests in Europa Autokäufe noch vor den September gezogen hatten. Regional lief es für die VW-Gruppe zuletzt vor allem im Heimatmarkt Westeuropa wieder besser. Dort stiegen die Auslieferungen verglichen mit dem Vorjahresmonat um 10,3 Prozent. Auch in Zentral- und Osteuropa (+3,4), im Nahen Osten inklusive Afrika (+7,8) und im wichtigsten Markt China (+0,9) zogen die Verkäufe an. Probleme gab es dagegen weiterhin in Nord- und Südamerika - dort verzeichnete der Konzern Rückgänge um 5,3 beziehungsweise 4,4 Prozent.

Unter den einzelnen Marken konnten besonders Audi und die leichten VW-Nutzfahrzeuge im September spürbar zulegen, für sie meldete der Konzern ein Auslieferungsplus von 18,4 und 13,3 Prozent. Die Kernmarke VW Pkw rutschte dagegen um 0,7 Prozent ab. Über den gesamten Zeitraum seit dem Jahresbeginn sind alle Marken weiter klar im Minus, bis auf Porsche sowie die Luxusmarken Bentley, Lamborghini und Bugatti alle zweistellig.


IG Metall macht Front gegen Übernahme von TK-Stahlsparte durch Briten

DÜSSELDORF: Die IG Metall hat sich strikt gegen eine Übernahme der angeschlagenen Thyssenkrupp-Stahlsparte durch den britischen Konzern Liberty Steel ausgesprochen. «Wir brauchen keinen neuen Eigentümer, sondern zusätzliches Kapital und das hat Liberty auch nicht», sagte das Vorstandsmitglied Jürgen Kerner am Freitag der dpa am Rande einer Kundgebung in Düsseldorf. Eine Übernahme durch Liberty löse keines der Probleme.

Der nordrhein-westfälische Bezirksleiter Knut Giesler ergänzte: «Wer meint, in einem Ein-Euro-Laden Thyssenkrupp billig kaufen zu können, ist nicht der richtige Partner.» Liberty habe kein industrielles Konzept, sondern betreibe bislang nur Billigstandorte. Die IG Metall bekräftigte ihre Forderung nach einem Staatseinstieg bei Thyssenkrupp. Aus der Politik kommen dazu allerdings bislang nur ablehnende Signale.


Britischer Außenminister Raab: Wir sind nah an einem Handelspakt

LONDON: Nach Aussagen des britischen Außenministers Dominic Raab ist ein Handelspakt der EU mit Großbritannien trotz aller Differenzen in Sicht. «Wir sind nah dran», sagte Raab am Freitag dem Sender «Sky News». «Es bleiben nur noch zwei strittige Fragen.» Diese seien zum einen die Fischerei und zum anderen das sogenannte Level Playing Field, bei dem es um gemeinsame Standards geht.

Daher sei man «überrascht» und «enttäuscht» von der harten Linie der EU und der Forderung, Zugeständnisse sollten nur von Großbritanniens kommen. Der britische Premierminister Boris Johnson wollte sich am Freitag zum Ende des EU-Gipfels zu den Chancen auf eine Einigung äußern.

Derzeit ringen Großbritannien und die EU weiter um einen Handelspakt für die Zeit nach der Brexit-Übergangsphase, die zum Jahreswechsel ausläuft. Ohne Einigung drohen Zölle und hohe Handelshürden.


Zweiter Tag des EU-Gipfels begonnen: Afrika und Gasstreit mit Türkei

BRÜSSEL: Der zweite Tag des Brüsseler EU-Gipfels hat begonnen. Zunächst werde über die strategischen Beziehungen zum Nachbarkontinent Afrika beraten, teilte der Sprecher von EU-Ratschef Charles Michel am Freitagmorgen auf Twitter mit. Außerdem standen weitere außenpolitische Themen wie die eskalierenden Spannungen zwischen der Türkei und den EU-Staaten Griechenland und Zypern auf dem Plan.

Griechenland und Zypern werfen der Türkei vor, in Meeresgebieten nach Erdgas zu suchen, die nach dem internationalen Seerecht nur von ihnen ausgebeutet werden dürfen. Die Türkei argumentiert hingegen, dass sie das UN-Seerechtsübereinkommen nicht unterschrieben hat und die erkundeten Zonen zum türkischen Festlandsockel gehören.

Am Vortag hatten Kanzlerin Angela Merkel und die anderen Staats- und Regierungschefs bereits über den Brexit-Streit mit London, ein neues Klimaziel für 2030 und die dramatisch steigenden Corona-Infektionszahlen in Europa beraten. «Wir nehmen die Situation extrem ernst», sagte Michel am Freitagmorgen.


Naturschützer in Kenia besorgt über Kilimandscharo-Brand

NAIROBI/MOSHI: Naturschützer in Kenia machen sich Sorgen, dass der Brand am Fuße von Afrikas höchstem Berg in Tansania auch das Nachbarland betreffen könnte. «Feuer respektiert keine Grenzen», sagte am Freitag Robert Njue. Er ist stellvertretender Leiter der Tsavo Conservation Area, einer Gruppe von Naturschutzgebieten im Südwesten Kenias an der Grenze zu Tansania. Man sei über den Brand am Kilimandscharo, der direkt an der Grenze zu Kenia liegt, besorgt. «Wir beobachten die Lage genau.»

In Tsavo sei man für große Brände gewappnet, sagte Njue der Deutschen Presse-Agentur. In der Trockenzeit kommt es dort demnach jedes Jahr zu Bränden. In diesem Jahr seien sie aber besonders schlimm gewesen, weil es nach einer außergewöhnlich starken Regenzeit besonders viel Vegetation gegeben habe, die dann leicht brannte.

Der Großbrand war am Sonntag aus bislang unbekannten Gründen an der Südflanke des 5895 Meter hohen Kilimandscharos ausgebrochen und hat seitdem nach offiziellen Angaben mindestens 28 Quadratkilometer Heidefläche zerstört. Die Höhe und der teilweise nur schwer erreichbare Brandherd gestalten die Löscharbeiten schwierig. Bergsteiger berichteten von extrem schweren Bedingungen auf dem Berg, von Rauchwolken und abgebrannten Hütten. Viele entschieden sich für den Abstieg. Der Tourismusminister Hamisi Kigwangalla teilte allerdings am Donnerstag mit, das Bergsteigen im Kilimandscharo-Nationalpark werde «wie gewohnt fortgesetzt».


Japan will gefiltertes Kühlwasser aus Atomruine ins Meer ableiten

TOKIO: Trotz Protesten von Fischern will Japans Regierung gefiltertes Kühlwasser aus der Atomruine Fukushima ins Meer ableiten. Grund ist, dass allmählich kein Platz mehr zur Lagerung des Wassers auf dem Gelände des 2011 in Folge eines Erdbebens und Tsunamis zerstörten Atomkraftwerks ist.

Wie japanische Medien am Freitag berichteten, könnte nach siebenjähriger Debatte darüber, was mit dem in riesigen Tanks gelagerten Wasser geschehen soll, noch in diesem Monat eine Entscheidung fallen. Doch da für ein Ableiten des Wassers ins Meer Baumaßnahmen nötig seien und zunächst eine Einschätzung der Atomaufsicht erfolgen müsste, könne es etwa zwei Jahre dauern, bevor mit dem Ableiten begonnen werden könne, hieß es in den Berichten.

Fast zehn Jahre sind vergangen, seit an jenem 11. März 2011 ein schweres Erdbeben und ein gewaltiger Tsunami den Nordosten des Inselreiches heimsuchten. Rund 18.500 Menschen starben damals in den Fluten. Zum Sinnbild der Katastrophe aber wurde der Super-Gau im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi, auch wenn dadurch niemand direkt ums Leben kam. Wegen der radioaktiven Strahlung von Kernschmelzen in drei der Reaktoren mussten rund 160.000 Anwohner damals fliehen. Es war die schlimmste Atomkatastrophe seit dem Unfall in Tschernobyl 1986. Inzwischen gilt die Lage in der Atomruine Fukushima als stabil. Doch werden die enormen Mengen verstrahlten Wassers zunehmend zum Problem.


Mexikos Ex-Verteidigungsminister in den USA festgenommen

MEXIKO-STADT: Mexikos früherer Verteidigungsminister Salvador Cienfuegos ist in den USA festgenommen worden. Er wurde bei seiner Einreise am Flughafen von Los Angeles gefasst, wie der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard am Donnerstagabend (Ortszeit) auf Twitter mitteilte - über die Festnahme sei er von dem US-Botschafter in Mexiko informiert worden. Zu den Hintergründen äußerte sich Ebrard zunächst nicht.

Cienfuegos (72) wurde nach Informationen der mexikanischen Zeitung «El Universal» auf Betreiben der US-Antidrogenbehörde DEA festgesetzt. Dies habe eine DEA-Sprecherin in Los Angeles dem Blatt bestätigt. Ihm werde Rauschgifthandel zur Last gelegt, hieß es in anderen Medienberichten. Der General im Ruhestand sei mit Angehörigen eingereist, diese seien aber auf freiem Fuß. Cienfuegos war unter dem damaligen Präsidenten Enrique Peña Nieto (2012-2018) Verteidigungsminister.

Vergangenes Jahr war Mexikos früherer Sicherheitsminister Genaro García Luna (2006-2012) in der texanischen Stadt Dallas festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, Schmiergelder in Millionenhöhe von Ex-Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán angenommen zu haben. García Luna wurde in den USA der Verschwörung zum Kokainhandel und der Falschaussage angeklagt. Der Ex-Minister bestreitet die Vorwürfe.


Biden: Werde mich nie rassistisch äußern

PHILADELPHIA: Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat Gleichbehandlung der Menschen in den USA angemahnt. «Wir sind ein vielfältiges Land. Solange wir die Menschen nicht gleich behandeln können, werden wir nie unser Potenzial ausschöpfen können», sagte Biden am Donnerstagabend (Ortszeit) in einer TV-Fragestunde mit Wählern in Philadelphia. Wenn er zum Präsidenten gewählt werde, werde er sich niemals rassistisch oder spalterisch äußern. Er werde versuchen, zu einen.

Moderator George Stephanopoulos fragte Biden, was ihm eine Niederlage darüber sagen würde, was Amerika heute sei. «Nun, es könnte bedeuten, dass ich ein mieser Kandidat war und ich keinen guten Job gemacht habe», sagte Biden. Er hoffe nicht, dass es bedeute, dass die Menschen in ethnischen und religiösen Fragen so im Konflikt miteinander stünden, wie US-Präsident Donald Trump es wolle.

Eigentlich sollten sich Biden und Trump an diesem Donnerstag in einer gemeinsamen Fernsehdebatte den Fragen von Wählern stellen. Die Planungen für das zweite TV-Duell vor der Wahl am 3. November waren aber durcheinandergeraten, nachdem sich Trump Anfang Oktober mit dem Coronavirus infiziert hatte. Trump hatte sich geweigert, die Debatte online abzuhalten, um Ansteckungen auszuschließen. Biden kündigte daraufhin eine eigene TV-Veranstaltung an, Trump zog nach und hielt parallel zu Biden eine Fragestunde mit Wählern in Miami ab.


Transatlantik-Koordinator: Differenzen mit USA auch ohne Trump

BERLIN: Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Peter Beyer, rechnet auch bei einer Wahlniederlage von US-Präsident Donald Trump mit einem weiterhin schwierigen deutsch-amerikanischen Verhältnis. Bei einem Sieg des Demokraten Joe Biden würde sich zwar die Kommunikation verbessern und wieder mehr Respekt und Freundschaft spürbar werden, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Viele politische Differenzen ließen sich aber nicht so einfach beseitigen.

«Die Diskussion über Nord Stream 2 wird nicht verebben. Auch die Differenzen in Handelsfragen dürften bleiben, ebenso wie die - meines Erachtens gerechtfertigte - US-Forderung nach Erfüllung des Zwei-Prozent-Ziels der Nato.» Allerdings würde Biden schrittweise zur Achtung internationaler Verträge und Organisationen zurückkehren, zum Beispiel was die Haltung zur Weltgesundheitsorganisation oder das UN-Klimaschutzabkommen angehe.

Trump habe aber Realitäten geschaffen, die sich nicht so einfach zurückdrehen ließen, sagte Beyer. Man dürfe aber auch die Zeit vor Trump im deutsch-amerikanischen Verhältnis nicht verklären. «Ich warne vor rosaroten Brillen der transatlantischen Nostalgie.» Auch zur Zeit von US-Präsident Barack Obama sei nicht alles gut gewesen. Beyer erinnerte an die diplomatischen Verwerfungen, für die damals die Abhöraktionen des US-Geheimdienstes NSA gesorgt haben.

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