Neues aus dem Ausland am Freitag

Neues aus dem Ausland am Freitag

Lange Haftstrafen nach Mordanschlag auf Mafia-Ermittler

CARTAGENA: Nach dem Mord an einem prominenten Mafia-Ermittler aus Paraguay in Kolumbien hat ein Gericht in der Hafenstadt Cartagena vier Tatbeteiligte zu jeweils 23 Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Nachdem drei Männer und eine Frau die Vorwürfe weitgehend eingeräumt hatten, wurden ihre Haftstrafen um die Hälfte reduziert, wie örtliche Medien am Freitag unter Berufung auf Justizkreise berichteten. Der mutmaßliche Drahtzieher des Mordanschlags erklärte sich hingegen für unschuldig - sein Prozess wird fortgesetzt.

Der paraguayische Mafia-Ermittler Marcelo Pecci war im Mai während seiner Flitterwochen auf der Halbinsel Barú nahe der Hafenstadt Cartagena in Kolumbien erschossen worden. Die Angreifer näherten sich Pecci und seiner Frau während eines Strandspaziergangs auf Jetskis und feuerten mindestens drei Schüsse auf den Staatsanwalt ab. Peccis Ehefrau hatte kurz zuvor in sozialen Netzwerken bekanntgegeben, dass sie ein Kind erwartet.

Pecci war einer der leitenden Staatsanwälte in einem Großverfahren wegen Drogenhandels und Geldwäsche gegen Verbrechersyndikate in dem südamerikanischen Land. In Paraguay sind eine Reihe von kriminellen Organisationen aktiv. Auch bei einem Rekord-Drogenfund im Februar vergangenen Jahres im Hamburger Hafen gab es eine Verbindung nach Paraguay: Die rund 16 Tonnen Kokain waren in Containern aus Paraguay nach Deutschland verschifft worden.


Leiche im Amazonasgebiet identifiziert - Überreste vom Journalisten

BRASÍLIA: Die im Amazonasgebiet in Brasilien entdeckten sterblichen Überreste eines Menschen sind dem vermissten britischen Journalisten zugeordnet worden. Bei den im Grenzgebiet zu Peru und Kolumbien entdeckten Leichenteilen handele es sich um die sterblichen Überreste von Dom Phillips, teilte die Bundespolizei am Freitag mit. Weitere Untersuchungen sollen demnach Aufschluss über die Todesursache geben.

Andere am Tatort entdeckte Leichenteile werden weiter analysiert. Dabei handelt es sich vermutlich um die sterblichen Überreste des Indigenen-Experten Bruno Pereira. Die beiden Männer waren zuletzt bei einer Reise in das Javari-Tal im Westen von Brasilien verschwunden. Zwei Verdächtigte wurden daraufhin festgenommen. Einer räumte ein, an dem Mord an den beiden Männern beteiligt gewesen zu sein und führte die Polizei zu menschlichen Überresten.

Phillips recherchierte für ein Buch über den Schutz des Amazonasgebiets, die starken wirtschaftlichen Interessen an dessen Ausbeutung und verschiedene Entwicklungsmodelle. Das Motiv für den mutmaßlichen Mord war zunächst unklar. Unter anderem prüfen die Ermittler, ob die Tat im Zusammenhang mit illegaler Fischerei oder Drogenhandel steht.


Teil des Yellowstone-Parks soll nach Überschwemmungen wieder öffnen

MAMMOTH: Nach heftigen Überschwemmungen soll ein Teil des weltberühmten Yellowstone-Nationalparks in den USA in der kommenden Woche wiedereröffnen. Eine Wiedereröffnung des südlichen Teils mit Änderungen am Besuchereingang sei «sehr wahrscheinlich», teilte der Parkbetreiber mit Sitz in Mammoth am Freitag (Ortszeit) mit. Wann der nördliche Teil des Parks wieder öffnen könne, sei noch offen. «Die Wasserstände sind nach wie vor hoch, sind aber in den letzten 24 Stunden deutlich zurückgegangen», hieß es.

Extremer Regen hatte zu Beginn der Woche heftige Überschwemmungen und Schlammlawinen zur Folge. Straßen und Brücken wurden weggespült, Bäume stürzten um. «Viele Straßenabschnitte in diesen Gebieten sind völlig zerstört, und es wird viel Zeit und Mühe kosten, sie wiederherzustellen oder zu verlegen und neu zu bauen», so der Parkbebetreiber. Zahlreiche Menschen wurden aus dem Park in Sicherheit gebracht. Bislang seien aber keine Verletzten gemeldet worden, hieß es. Der Yellowstone-Nationalpark liegt nahezu vollständig im Bundesstaat Wyoming, reicht aber bis nach Idaho und Montana.


US-Regierung verhängt neue Sanktionen gegen Nicaragua

WASHINGTON: Die US-Regierung verhängt erneut Sanktionen gegen Nicaragua und nimmt ein staatliches Bergbauunternehmen in dem autoritär geführten Land ins Visier. «Nicaragua vertieft zunehmend seine Beziehungen zu Russland, während es dem nicaraguanischen Volk den Rücken zuwendet», teilte das US-Außenministerium am Freitag (Ortszeit) mit. Mit der Gründung des Bergbauunternehmens Eniminas habe die Regierung des Landes ihr Engagement im Goldbergbau verstärkt. Von den Gewinnen profitierten auch hochrangige Mitglieder der Regierungspartei. Die US-Regierung belege daher das Unternehmen und den Vorsitzenden des Verwaltungsrats mit Sanktionen.

Nicaragua und Kuba gehören zusammen mit Venezuela zu Russlands Verbündeten in Lateinamerika. Die USA haben bereits zahlreiche Sanktionen gegen ihre autoritären, sozialistischen Regierungen verhängt. Zu einem von US-Präsident Joe Biden veranstalteten Amerika-Gipfel vergangene Woche in Los Angeles waren die drei Länder nicht eingeladen worden. Das US-Außenministerium forderte nun erneut die «Rückkehr zur Demokratie» in Nicaragua und die Freilassung aller politischen Gefangenen.


Sicherheitskreise: Raketen treffen türkische Militärbasis in Nordirak

BAGHDAD: Zwei Raketen sind Sicherheitskreisen zufolge im Norden des Iraks auf einer türkischen Militärbasis und in deren Nähe eingeschlagen. Bei dem Angriff seien keine Menschen verletzt worden, hieß es aus irakischen Sicherheitskreisen am späten Freitagabend. Demnach hatten die Geschosse auf die Militärbasis nordöstlich von Mossul gezielt. Irakische Truppen hätten alle Straßen abgesperrt, die zum Ort des Angriffs führten. Die türkische Seite äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.

Die Türkei unterhält seit 2016 mehrere Militärposten im Nordirak. Die Regierung in Ankara begründet die Militärpräsenz in der Region mit ihrem Kampf gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK.

Im Mai hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine mögliche neue Militäroperation in Nordsyrien gegen die Kurdenmiliz YPG angekündigt. Ankara sieht die YPG als Teil der PKK. Die Kurden kontrollieren eine großes Gebiet im Norden und Osten Syriens, wo die USA und die von Kurden geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) gegen Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgehen.


Ex-Präsident Trump greift Pence erneut an - «Mike hatte keinen Mut»

WASHINGTON: Ex-US-Präsident Donald Trump hat seinen damaligen Vize Mike Pence erneut öffentlich attackiert. «Mike hatte nicht den Mut, zu handeln», sagte Trump am Freitag in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee auf einer Veranstaltung einer ultra-konservativen religiösen Organisation. Pence habe am 6. Januar 2021 die Chance gehabt, «historisch» zu sein. «Aber Mike hatte Angst, wovor er auch immer Angst hatte.»

Am Donnerstag waren bei einer öffentlichen Sitzung des Untersuchungsausschusses zur Attacke auf das US-Kapitol neue Details zu den chaotischen Stunden an jenem Tag offengelegt worden. Trump verunglimpfte den Ausschuss und seine Mitglieder in seiner Rede erneut. Es handle sich um «Hochstapler». «Jeder von ihnen ist ein linksradikaler Hasser, der euch alle hasst», sagte Trump zu seinem Publikum.

Anhänger Trumps hatten damals den Parlamentssitz in Washington erstürmt. Dort war der Kongress zusammengekommen, um den Wahlsieg von Trumps demokratischem Herausforderer Joe Biden formal zu bestätigen. Die gewalttätige Menge wollte das verhindern. Pence leitete damals in seiner Rolle als Vizepräsident die Kongresssitzung - rechtlich eine rein zeremonielle Aufgabe. Trump hatte seinen Vize zuvor aber unverhohlen öffentlich aufgerufen, das Prozedere zu blockieren - um ihm so nachträglich zum Wahlsieg zu verhelfen.

Kurz vor dem Angriff auf das Kapitol hatte Trump seine Anhänger bei einer Kundgebung einmal mehr damit aufgewiegelt, dass ihm der Wahlsieg gestohlen worden sei. Bei dieser Rede habe im Publikum eine «eine unglaubliche Liebe und Patriotismus» in der Luft gelegen, sagte Trump nun. Nur ein kleiner Prozentsatz sei danach zum Kapitol gegangen. Und auch von denen hätten «viele gar nichts falsch gemacht». Bei der Attacke kamen mehrere Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Anhänger Trumps suchten damals im Gebäude Pence, den sie als Verräter beschimpften und zu hängen drohten.


Rebellen: Hubschrauber der Taliban im Pandschir-Tal abgeschossen

KABUL: Rebellen der Nationalen Widerstandsfront (NRF) in Afghanistan haben eigenen Angaben zufolge einen Hubschrauber der militant-islamistischen Taliban im strategisch wichtigen Pandschir-Tal im Hindukusch-Gebiet abgeschossen. Nach dem Abschuss des russischen Helikopters vom Typ MI-17 seien fünf Crew-Mitglieder der Taliban gefangen genommen worden, teilte die NRF am Freitag mit. Zwei weitere Taliban seien im Gefecht getötet worden.

Das Verteidigungsministerium der Taliban hatte den Vorfall zunächst bestritten. Ein Mitglied der Provinzverwaltung sagte der Deutschen Presse-Agentur aber später, dass der Hubschrauber in der Gegend notgelandet sei. Der Abschuss des Helikopters ist der erste bekannte Erfolg der Rebellen in den vergangenen zehn Monaten.

Die NRF besteht aus Anhängern der Vorgängerregierung in Afghanistan, die nach dem Abzug internationaler Truppen im vergangenen August von den Taliban gestürzt worden war.


Israel fürchtet baldige Anschläge auf seine Bürger in Istanbul

TEL AVIV/ISTANBUL: Israel rechnet noch an diesem Wochenende mit Terrorangriffen auf seine Bürger in der türkischen Metropole Istanbul durch iranische Agenten. Es gebe konkrete Hinweise auf Anschläge, meldeten israelische Medien unter Berufung auf hochrangige Beamte am Freitagabend. Israelische Touristen sollen demnach Istanbul möglichst umgehend verlassen. Wer nicht gehen könne, solle auf seinem Hotelzimmer bleiben, die Türen verschließen und Unbekannten nicht öffnen.

Israel sprach wegen drohender Anschläge bereits Ende Mai eine Reisewarnung für die Türkei aus. Nach der Erschießung eines Mitglieds der Revolutionsgarden (IRGC) in Teheran hatte Irans Präsident Ebrahim Raisi Vergeltung angekündigt. Der Iran beschuldigt Israel und die USA. Teheran betrachtet Israel als seinen Erzfeind.

Israelische Medien berichteten, dass israelische und türkische Sicherheitskräfte am Freitag auf Istanbuls Straßen nach Angreifern fahndeten. Iraner und türkische Rekruten suchten um jeden Preis nach Israelis. Die Zeitung «Haaretz» meldete, dass mehrere Zellen gleichzeitig an Angriffen arbeiteten. Für Sicherheitskräfte könne es deshalb schwierig werden, alle Anschläge zu vereiteln.

Israel hat eigenen Angaben zufolge in jüngster Zeit mehrere Angriffspläne Teherans verhindert - darunter auch ein Attentat auf einen US-General in Deutschland. Nach Informationen mehrer Medien halten sich derzeit rund 2000 Israelis in der Türkei auf.


Scholz: Zukunft der Demokratie entscheidet sich nicht nur bei uns

TUZTING: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat auf die Bedeutung einer Ausbreitung der demokratischen Staatsform in der Welt für die Zukunft auch der westlichen Demokratien hingewiesen. «Die Zukunft unserer Demokratie entscheidet sich nicht bei uns allein», sagte Scholz am Freitag im Politischen Club der Evangelischen Akademie Tutzing und der Theodor-Heuss-Stiftung.

«Wir brauchen gleich oder ähnlich gesinnte Partner. Wir brauchen neue Partner, und wir brauchen mehr Partner», sagte Scholz. Die klassischen Demokratien würden in Zukunft «nicht mehr genug Gewicht auf die Waage» bringen, sagte Scholz. Die G7-Länder stünden heute noch für 45 Prozent der Wirtschaftsleistung in der Welt, aber nur für etwa 10 Prozent der Weltbevölkerung. Die Gewichte verschöben sich.

Bei der Sommertagung des Politischen Clubs in Tutzing kommen noch bis Sonntag Politikexperten aus Parteien, Parlamenten und aus der politischen Wissenschaft zusammen, um über die Zukunft der Demokratie zu diskutieren. Am Samstag werden unter anderem Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) und der Präsident des Bundesverfassungsgericht, Stephan Harbarth erwartet.


Deutscher Diplomat wird stellvertretender UN-Afghanistan-Beauftragter

NEW YORK: Der deutsche Diplomat Markus Potzel wird neuer stellvertretender Afghanistan-Beauftragter der Vereinten Nationen. Potzel werde Nachfolger der Dänin Mette Knudsen als stellvertretender Leiter der UN-Afghanistan-Mission (Unama), teilte UN-Generalsekretär António Guterres am Freitag in New York mit. Der 1965 geborene Potzel arbeitet seit rund 30 Jahren als Diplomat und war zuletzt designierter deutscher Botschafter für Afghanistan.

Zumindest vorübergehend soll Potzel die Unama-Mission demnach auch leiten, da deren Chefin, die kanadische Diplomatin Deborah Lyons den Posten, den sie seit 2020 innehatte, vor kurzem aufgegeben hat. Wer ihr nachfolgen soll, war zunächst noch nicht klar.

Unama ist seit knapp zwei Jahrzehnten für die Koordinierung der politischen Entwicklung und die humanitäre Hilfe in Afghanistan zuständig und überwacht zudem die Einhaltung der Menschenrechte. Nach dem Machtwechsel im August 2021 ist die UN auf Zusammenarbeit mit den regierenden Taliban angewiesen. Die militanten Islamisten haben nach ihrer Machtübernahme Freiheitsrechte eingeschränkt und schließen insbesondere Mädchen und Frauen vom öffentlichen Leben zunehmend aus. Das Land leidet unter einer humanitären Katastrophe. Millionen Menschen sind auf Unterstützung und Lebensmittelhilfen angewiesen.


Biden spielt Aufeinandertreffen mit saudischem Kronprinzen herunter

WASHINGTON: US-Präsident Joe Biden bemüht sich, sein umstrittenes Aufeinandertreffen mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman im Juli herunterzuspielen. «Ich treffe mich nicht mit MbS - ich gehe zu einem internationalen Treffen, und er wird daran teilnehmen», sagte Biden am Freitag in Washington mit Blick auf Bin Salman, der kurz «MbS» genannt wird. Die saudische Botschaft in den USA hatte dagegen angekündigt, der Kronprinz werde «offizielle Gespräche» mit Biden zu einer ganzen Reihe von Themen führen.

Das Weiße Haus hatte vor wenigen Tagen offiziell verkündet, dass Biden Mitte Juli Saudi-Arabien besucht. Dort wolle er unter anderem an einem Treffen des Golf-Kooperationsrats teilnehmen, bei dem auch Vertreter aus Ägypten, dem Irak und Jordanien erwartet werden.

Der Trip sorgt für viel Kritik und bringt das Weiße Haus in Erklärungsnot. Saudi-Arabien ist traditionell ein enger Verbündeter der USA und einer der wichtigsten Ölexporteure weltweit. Biden hatte jedoch die Menschenrechtsverstöße in dem Königreich in der Vergangenheit scharf kritisiert: Im November 2019 hatte Biden im Präsidentschaftswahlkampf angekündigt, Riad werde für die Tötung des regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi «einen Preis bezahlen» und zum «Ausgestoßenen» werden.

Nach Einschätzung der US-Geheimdienste hatte der saudische Kronprinz die Operation zur Gefangennahme oder Tötung Khashoggis im saudischen Konsulat in Istanbul im Oktober 2018 genehmigt. Nach Bidens Amtsantritt verhängte die US-Regierung im Februar 2020 Sanktionen gegen Saudi-Arabien, von denen Bin Salman aber verschont blieb.


Affe mit Schutzweste unter Toten bei Schusswechsel

PALO AMARILLO: In Mexiko ist bei einer Schießerei zwischen mutmaßlichen Verbrechern und der Polizei auch ein Klammeraffe in einer Schutzweste ums Leben gekommen. Der Affe mit langem Greifschwanz sei vermutlich das Haustier eines der elf dabei getöteten Kriminellen gewesen, berichteten örtliche Medien am Freitag unter Berufung auf die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates México.

Der Affe trug einen Kapuzenpullover in Flecktarn und eine Babywindel, wie auf Fotos in mexikanischen Medien zu sehen war. Er sei neben seinem ebenfalls erschossenen Besitzer gefunden worden. Diese Primaten, die in Mexiko und Mittelamerika leben, sind von der International Union for the Conservation of Nature als gefährdete Art gelistet. Mitglieder mexikanischer Drogenkartelle halten sich oft exotische Tiere.

Am Dienstag waren Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben in einem Dorf der Gemeinde Texcaltitlán angegriffen worden. Nach örtlichen Medienberichten hatten Polizisten in dem zentralmexikanischen Ort ein mit Haftbefehl gesuchtes Mitglied des Kartells Familia Michoacana festnehmen wollen. Sie seien mit Schüssen empfangen worden. Zehn Menschen wurden festgenommen, unter ihnen ein 15 Jahre alte Junge.


AfD setzt Parteitag mit Wahl der Parteispitze fort

RIESA: Mit der Wahl einer neuen Parteispitze setzt die AfD im sächsischen Riesa an diesem Samstag (10.00 Uhr) ihren Bundesparteitag fort. Offen ist nach dem Auftakt am Freitag, ob die Partei künftig von nur einem oder zwei Vorsitzenden geführt wird. Der Parteitag hatte am Freitag die Satzung der AfD dahingehend geändert, dass in Zukunft auch eine Einzelspitze möglich ist. Zunächst müssen die Delegierten nun entscheiden, ob sie diese Regel bereits jetzt anwenden wollen.

Der amtierende Parteichef Tino Chrupalla aus Sachsen, der seit dem Weggang seines ehemaligen Co-Chefs Jörg Meuthen die AfD alleine führt, will wieder antreten. Herausgefordert wird er vom Bundestagsabgeordneten Norbert Kleinwächter aus Brandenburg. Als möglicher Co-Vorsitzender hatte sich der AfD-Europaabgeordnete Nicolaus Fest beworben. Auch Alice Weidel, die mit Chrupalla bereits die Bundestagsfraktion führt, kündigte am Freitagabend an, dass sie im Falle einer Doppelspitze für diesen Posten kandidieren will.

AfD-Gegner haben für den Mittag eine Protestkundgebung vor dem Versammlungsort, der Sachsenarena, angekündigt und eine anschließende Demonstration durch die Innenstadt von Riesa.


Untersuchung zu Kapitol-Attacke - Ex-Trump-Berater vor Gericht

WASHINGTON: Der frühere Handelsberater von Ex-US-Präsident Donald Trump, Peter Navarro, hat vor Gericht den Vorwurf der Missachtung des Kongresses zurückgewiesen. Navarro plädierte am Freitag in der US-Hauptstadt Washington auf nicht schuldig, wie US-Medien übereinstimmend berichteten. Ihm wird vorgeworfen, sich der Vorladung des Untersuchungsausschusses des Repräsentantenhauses zur gewaltsamen Erstürmung des Kapitols widersetzt zu haben. Zudem habe er dem Gremium geforderte Dokumente nicht zur Verfügung gestellt. Der 72-Jährige argumentiert, die Vorladung des Ausschusses sei nicht rechtmäßig. Das Gremium sei nicht befugt, ihn einzubestellen.

Im Falle einer Verurteilung könnte Navarro pro Anklagepunkt eine Freiheitsstrafe von mindestens 30 Tagen bis zu einem Jahr drohen. Nachdem sich Navarro geweigert hatte, mit dem Untersuchungsgremium im Kongress zu kooperieren, machte das Repräsentantenhaus Anfang April mit der Mehrheit der Demokraten den Weg für strafrechtliche Schritte gegen ihn frei. Die Entscheidung über eine mögliche Anklage lag daraufhin in der Verantwortung des Justizministeriums. Der Untersuchungsausschuss im Kongress soll die Hintergründe der Kapitol-Attacke aufklären.

Anhänger des Republikaners Trump hatten am 6. Januar 2021 den Sitz des US-Kongresses erstürmt. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben, unter ihnen ein Polizist. Vor Navarro war im vergangenen November bereits Trumps einstiger Chefstratege, Steve Bannon, aus den gleichen Gründen angeklagt worden. Bannons Prozess soll Berichten zufolge im kommenden Monat beginnen.


Hitzewarnung bei Temperaturen über 40 Grad

PARIS: Für weite Teile Frankreichs haben die Behörden eine Hitzewarnung erlassen, nachdem die Temperaturen am Freitag auf örtlich bis zu 40 Grad geklettert sind. Für Samstag werden teils noch etwas höhere Temperaturen erwartet, berichtete der Wetterdienst Météo France. Frankreich erlebe eine intensive Hitzewelle, die so früh wie nie zuvor auftrete. Ballungsräume wie Paris, Lyon und Straßburg erließen Beschränkungen für den Autoverkehr, um die Ozon-Belastung zu senken. Nur Autos mit bestimmten Umweltplaketten durften fahren, die Höchstgeschwindigkeit wurde gesenkt. Paris öffnete sonst nachts verschlossene Parks, damit die Menschen dort Abkühlung finden konnten.

So manchen Arbeitnehmer trieb es gerade wegen der Hitze aus dem Homeoffice ins klimatisierte Büro, berichtete die Zeitung «Le Parisien». Beschäftigte, die es wegen der Hitze in ihren eigenen vier Wänden bei Spitzentemperaturen kaum aushalten konnten, zogen da die Fahrt ins wohl temperierte Büro vor.


Merkel will als Kanzlerin a.D. in Ruhe Westdeutschland bereisen

BERLIN: Angela Merkel (CDU) will nach ihrer 16-jährigen Kanzlerschaft in ihrem neuen Lebensabschnitt den Westen Deutschlands näher kennenlernen. «Ich bin selten zweckfrei in den alten Bundesländern gewesen», sagte die frühere Kanzlerin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Samstag). «Ich bin nie einfach so auf der Loreley gewesen oder an der Moselschleife oder alleine im Trierer Dom oder Speyerer Dom», ergänzte die in Ostdeutschland aufgewachsene Merkel.

Sie habe bisher nur wenig gemacht, was viele Menschen gern und selbstverständlich unternähmen, sagte Merkel. «Ich gehe jetzt in den Teil meines Lebens, der mir bisher verwehrt war. Als Mensch.» Ihre politische Zeit über gut 30 Jahre sei eine große Ehre gewesen. Darüber sowie über ihre Kindheit und Jugend in der DDR werde sie mit ihrer langjährigen Büroleiterin Beate Baumann ein Buch schreiben, betonte Merkel.


Mutmaßliche Mörder von Journalist im Amazonas handelten wohl allein

ATALAIA DO NORTE: Die mutmaßlichen Mörder eines britischen Journalisten und eines Indigenen-Experten im brasilianischen Amazonasgebiets handelten nach ersten Ermittlungsergebnissen wahrscheinlich allein. «Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass die Täter allein gehandelt haben und kein Auftraggeber oder kriminelle Organisation hinter der Tat stand», teilte die Bundespolizei am Freitag mit.

Nach dem Verschwinden von Dom Phillips und Bruno Pereira im Javari-Tal im Grenzgebiet zu Peru und Kolumbien wurden zwei Verdächtige festgenommen. Einer räumte demnach ein, an dem Mord an den beiden Männern beteiligt gewesen zu sein und führte die Polizei zu menschlichen Überresten. Sie wurden zur Identifizierung in die Hauptstadt Brasília gebracht. Mit den Ergebnissen wird innerhalb von zehn Tagen gerechnet.

Phillips recherchierte für ein Buch über den Schutz des Amazonasgebiets, die starken wirtschaftlichen Interessen an dessen Ausbeutung und verschiedene Entwicklungsmodelle. Das Motiv für den mutmaßlichen Mord war zunächst unklar. Unter anderem prüfen die Ermittler, ob die Tat im Zusammenhang mit illegaler Fischerei oder Drogenhandel steht.


Kroatin gebiert Kind in ungarischen Weinbergen - Tod im Spital

PECS/OSIJEK: Eine 31-jährige Kroatin aus der Stadt Osijek hat ihr Kind in einem Weinberg im Nachbarland Ungarn geboren und es dort zurückgelassen. Ungarische Polizisten fanden das Neugeborene zwar noch lebend im Gestrüpp und ließen es mit dem Helikopter ins Krankenhaus bringen. Doch trotz der dort erhaltenen Hilfe starb der Säugling, wie die ungarische Polizei am Freitag mitteilte.

Die Frau war am Donnerstag nach der Geburt des Kindes nach Kroatien zurückgekehrt und hatte sich ins Krankenhaus in Osijek begeben. Die ungarischen Polizisten nahmen die Suche nach dem Neugeborenen aufgrund der Hinweise auf, die sie von den kroatischen Kollegen erhalten hatten. Die Fundstelle in der südungarischen Gemeinde Marfa liegt etwa 70 Kilometer von Osijek entfernt.

Motive und genauere Umstände des Zurücklassens des Neugeborenen blieben zunächst unklar. Das Krankenhaus in Osijek bestätigte am Freitag gegenüber der Zagreber Zeitung «Vecernji List» den Vorfall. Die Polizei in Osijek leitete Ermittlungen ein, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

Da der Tod des Säuglings auf ungarischem Gebiet eintrat, leitete auch die ungarische Polizei ein Strafverfahren gegen die Mutter ein. Sie wird der Tötung eines Menschen unter 14 Jahren verdächtigt.


Amnesty International nennt türkische Justiz «Unterdrückungswerkzeug»

ISTANBUL: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat der türkischen Regierung die Instrumentalisierung der Justiz attestiert. «Der Gezi-Fall ist eine deutliche Mahnung, dass das türkische Justizsystem zu einem stumpfen Unterdrückungswerkzeug geworden ist», sagte Agnes Callamard, Generalsekretärin der Organisation, in einer am Freitag verbreiteten Videobotschaft. Callamard bezog sich vor allem auf die Inhaftierung von sieben Menschen als Resultat des sogenannten Gezi-Prozesses - darunter der Kulturförderer Osman Kavala.

Kavala und sieben wichtige Persönlichkeiten der türkischen Zivilgesellschaft waren im April im Zusammenhang mit den Gezi-Protesten 2013 zu lebenslanger Haft verurteilt worden, eine Person wurde bisher nicht gefasst. Das Urteil hatte international scharfe Kritik hervorgerufen. Amnesty nannte die Inhaftierten in einer Mitteilung «politische Gefangene», die am Ende eines unfairen Verfahren zu Unrecht im Gefängnis seien.

In der Vergangenheit war von vielen Seiten besonders kritisiert worden, dass in dem Gerichtsverfahren keine konkreten Beweise für die Anschuldigungen vorgelegt worden seien. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte das Urteil als «verheerendes Signal» für die türkische Zivilgesellschaft bezeichnet.


Klimawandel-Gefahr: Nepal erwägt Verlegung von Everest-Basislager

KATHMANDU: Angesichts des Klimawandels erwägt die Regierung Nepals eine Verlegung des Mount-Everest-Basislagers aus Sicherheitsgründen. Beim Basislager des welthöchsten Bergs und umliegenden Bergen würde Gletschereis zunehmend schmelzen, was eine Gefahr für Bergsteiger im Basislager sein könnte, erklärte Behördenmitarbeiter Khimlal Gautam, der für Bergsteigerei in der Region zuständig ist. Es könnten sich große Gletscherseen bilden, und diese könnten irgendwann plötzlich wie eine Flut über das Basislager und Dörfer in der Nähe hereinbrechen.

Die Regierung suche jetzt nach Alternativorten für das Basislager weiter unten in der Nähe von Dörfern, wo es gewöhnlicherweise kein Eis gebe, sagte Gautam. Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen werde erst getroffen, wenn alle Interessensgruppen sich darauf einigten, sagte der Chef des nepalesischen Tourismusministeriums, Taranath Adhikari.

Gautam betonte auch, dass es über die Jahre mehr und mehr Expeditionen in der Everest-Region gebe und diese dann auch mehr Energie verbrauchen, also Flüssiggas oder Kerosin verbrennen und so Wärme erzeugen. Während man früher beim Basislager selbst im Frühling noch hohe, steil aufragende Türme aus Gletschereis gesehen habe, sei das heute seltener der Fall.

Das Eis auf dem Mount Everest schmilzt schnell, wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen.


Volkswagen baut China-Führungsriege aus - Manager von Huawei kommt

WOLFSBURG/PEKING: Der Volkswagen-Konzern (VW) baut die Führungsriege für das zuletzt schwächelnde Chinageschäft weiter um. In einem künftigen obersten Gremium will der Autobauer neben den verschiedenen Marken in der Volksrepublik auch Technik und Entwicklung stärker in Entscheidungen und Verantwortung einbinden. Dadurch sollten Produkte und Technologien konsequenter auf die Wünsche der chinesischen Kundinnen und Kunden ausgerichtet werden, sagte der designierte China-Chef Ralf Brandstätter am Freitag laut Mitteilung. Dazu holt VW China den Manager Marcus Hafkemeyer vom chinesischen Technologieriesen Huawei als Technikchef in die Führungsspitze, der bisherige VW-Russland-Markenchef Stefan Mecha soll zudem die Kernmarke und den Konzernvertrieb im Land führen.

Brandstätter, der bisher die VW-Kernmarke VW Pkw insgesamt leitet, wechselt wie bekannt von Wolfsburg nach Peking und übernimmt ab August die Gesamtleitung der wichtigen China-Sparte. Dazu rückt Brandstätter auch in den Konzernvorstand in Wolfsburg auf, bis dato ist dort Konzernchef Herbert Diess für das China-Ressort zuständig. Diess musste im Dezember im Streit mit den Arbeitnehmern die Verantwortung für China abgeben und konzentriert sich künftig vor allem auf die Softwarestrategie von VW.

Lange Jahre liefen die Geschäfte für Volkswagen in China blendend, VW ist Marktführer im größten Automarkt der Welt. Doch seit einiger Zeit hapert es: Vor allem die mangelnde Chipversorgung setzte dem Autobauer dort zu, der von Investoren scharf beäugte Verkauf der batterieelektrischen Autos im Land kam zunächst nicht wie erhofft in Schwung. Die Volksrepublik steht bei den Wolfsburgen typischerweise für rund 40 Prozent aller an Endkunden ausgelieferten Autos.


Erdogan will griechische Politiker bis auf Weiteres meiden

ISTANBUL: Im Konflikt zwischen den beiden Nato-Partnern Türkei und Griechenland ist keine Entspannung in Sicht. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte am Freitag an, sich mit der griechischen Seite erst wieder zu treffen, wenn ein «ehrlicher Politiker» vor ihm stehe. Damit spielte er auf Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis an, der bei einem Washington-Besuch im Mai den USA recht deutlich von Waffenverkäufen an die Türkei abgeraten hatte. Ankara wirft Athen deshalb Wortbruch vor.

Eigentlich hatten sich beide Seiten im März verständigt, Konflikte bilateral zu lösen. Seither gibt es zunehmend Spannungen. Griechenland wirft der Türkei vor, ohne Erlaubnis mit Kampfjets regelmäßig über griechisches Territorium zu fliegen. Die Türkei stellt die griechische Souveränität über mehrere Inseln in Frage. Mitsotakis betonte am Freitag, Kommunikationskanäle aufrecht erhalten zu wollen.


Sechs Tote bei Einsturz eines Hauses in Kairo

KAIRO: Beim Einsturz eines fünfstöckigen Hauses in Ägyptens Hauptstadt Kairo sind sechs Menschen ums Leben gekommen. Die Suche nach Opfern sei mittlerweile abgeschlossen, meldete die staatliche Nachrichtenseite Al-Ahram am Freitag. Die Toten waren demnach im untersten Stockwerk unter den Trümmern begraben. Die Ursache des Unglücks im Stadtteil Al-Dhahir war zunächst unklar.

In Ägypten kommt es immer wieder zum Einsturz von Häusern. Viele Gebäude wurden mangelhaft errichtet oder befinden sich in einem schlechten Zustand. In anderen Fällen wurden nachträglich zusätzliche Stockwerke hinzugefügt, obwohl die Statik dies nicht zulässt.

2013 stürzten in Ägypten an einem Tag gleich zwei Wohnhäuser ein. Dabei kamen mindestens 30 Menschen ums Leben. 2019 starben eine deutsche Touristin und zwei fünf und acht Jahre alte ägyptische Kinder, als in der Stadt Luxor ein Haus zusammenbrach.


Mehrere Waldbrände machen Spanien zu schaffen: Acht Dörfer evakuiert

MADRID: Mehrere Waldbrände in verschiedenen Teilen Spaniens haben die Feuerwehr und die Bewohner der betroffenen Gebiete am Freitag weiter in Atem gehalten. Am schlimmsten war die Situation in der Provinz Zamora im Nordwesten des Landes. Dort zerstörten die Flammen am Gebirgszug Sierra de la Culebra unweit der Grenze zu Portugal bis Freitagmittag rund 9000 Hektar, wie der staatliche Fernsehsender RTVE unter Berufung auf Feuerwehrsprecher berichtete. Das entspricht einer Fläche von knapp 13.000 Fußballfeldern.

In Zamora wurden die Flammen am Freitag von insgesamt 220 Angehörigen der Feuerwehr und des Zivilschutzes bekämpft. Rund 600 Bewohner von acht Dörfern seien in Sicherheit gebracht worden, hieß es. Mehrere Landstraßen waren laut RTVE seit Donnerstag gesperrt.

Die Trockenheit, die schon seit mehreren Tagen anhaltende extreme Hitzewelle mit Temperaturen von teils über 40 Grad in weiten Teilen des Landes und auch die teilweise sehr heftigen Winde begünstigen nach Angaben von Experten die Waldbrände. Größere Gemeinden würden von den Flammen allerdings vorerst nicht bedroht, hieß es.

In Katalonien im Nordosten Spaniens wüteten am Freitag vier größere Waldbrände, die zusammen bereits rund 3000 Hektar Wald dem Erdboden gleichgemacht hatten. In der Provinz Saragossa auf halbem Wege zwischen Madrid und Barcelona zerstörten die Flammen weitere 1200 Hektar. Alarm wegen Waldbrandgefahr galt am Freitag in allen 17 Regionen, den Autonomen Gemeinschaften des Landes. Also unter anderem auch auf den Balearen mit der Urlaubsinsel Mallorca.


Thyssenkrupp legt Börsengang von Wasserstofftochter auf Eis

ESSEN: Der Industriekonzern Thyssenkrupp legt den Börsengang seiner Wasserstofftochter Nucera auf Eis.

Mit Blick auf das aktuelle Marktumfeld habe das Unternehmen beschlossen, den Börsengang zum jetzigen Zeitpunkt nicht umzusetzen, teilte Thyssenkrupp am Freitag in Essen mit. Ein Börsengang sei aber unverändert die bevorzugte Option, um von den Wachstumsaussichten des Geschäfts für Anlagen zur Herstellung von «grünem Wasserstoff» zu profitieren. Die Entscheidung für eine potenzielle Börsennotierung hänge wie bisher auch von der Situation am Kapitalmarkt ab.


Saudischer Kronprinz bin Salman reist zu Staatsbesuch in die Türkei

ISTANBUL: Im Zuge der Annäherung an Ankara reist der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman zu einem Staatsbesuch in die Türkei. Man erwarte bin Salman am kommenden Mittwoch in der türkischen Hauptstadt und hoffe auf weitere Verbesserungen der Beziehungen, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Freitag.

Erdogan war im April erstmals seit dem brutalen Mord an Jamal Khashoggi nach Saudi-Arabien gereist. Der Journalist und Regierungskritiker war im Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul getötet worden. US-Geheimdienste sehen den Kronprinzen als Drahtzieher. Das Königshaus weist das zurück. Auch die türkische Regierung hatte scharfe Anschuldigungen gegen Saudi-Arabien erhoben und den Mord im eigenen Land verhandelt - das Gerichtsverfahren zur Empörung vieler dann im April aber an Saudi-Arabien abgegeben.

Die Annäherung beider Länder ist Teil geopolitischer Machtverschiebungen und der Bildung neuer Allianzen in der Region. Die außenpolitisch teilweise isolierte Türkei versucht, ihre bilateralen Beziehungen unter anderem zu arabischen Staaten auszubauen.


Katzenkinder auf Kreta im Müll entsorgt: 250.000 Euro Strafe drohen

HERAKLION: Ein Mann, der auf Kreta fünf Katzenkinder im Müll entsorgt haben soll, könnte dafür mit bis zu 250.000 Euro Geldstrafe belegt werden. Der 59-Jährige muss sich wegen Tiertötung vor Gericht verantworten, berichtete die Zeitung «Kathimerini» am Freitag. Er soll die fünf Kätzchen Anfang Juni an einer Schnellstraße in eine Mülltonne geworfen haben. Kurze Zeit später entdeckte eine Frau die Tiere und nahm sie zu sich. Allerdings waren sie so klein, dass nur eines überlebte. Die Frau meldete den Vorfall der Polizei, die den mutmaßlichen Täter mit Hilfe der Aufnahmen von Überwachungskameras identifizierte.

Dem Mann drohen nun 50.000 Euro Strafe pro Katze, insgesamt 250.000 Euro. Griechenland hatte sein Tierschutzgesetz im Jahr 2021 massiv verschärft. So können Anzeigen wegen Tierquälerei von den Bürgern mittlerweile online eingegeben werden. Auch wurden die Geld- und Gefängnisstrafen für Tiertötung und Tierquälerei erhöht. Außerdem sind Tierhalter nunmehr zur Kastration ihrer Tiere verpflichtet.


Nato-Manöver «Baltops» in der Ostsee geht ohne Zwischenfälle zu Ende

KIEL: Trotz starker militärischer Präsenz in der Ostsee hat es im Rahmen des Nato-Manövers «Baltops» keine Zwischenfälle gegeben. «Die russische Reaktion auf uns war so ziemlich die Standardreaktion auf Baltops, nichts Außergewöhnliches», sagte der Kommandeur der 6. US-Flotte, Vizeadmiral Eugene Black, am Freitag nach Abschluss der Übung in Kiel. «Einige ihrer Schiffe waren auf See.» Beide Seiten hätten dies professionell gehandhabt. «Es sind internationale Gewässer, internationaler Luftraum, und es gibt wirklich nichts zu berichten, außer dass wir sicher zusammen operiert haben.»

Der stellvertretende Inspekteur der Deutschen Marine, Vizeadmiral Frank Lenski, betonte, «wir müssen wissen, was in der Ostsee vor sich geht - über Wasser, unter Wasser und in der Luft». Die Nato müsse ihre Verteidigungsfähigkeiten demonstrieren. «Nur so kann eine glaubwürdige Abschreckung erreicht werden.»

Seit dem 5. Juni hatten sich nach Angaben von Vizeadmiral Black 45 Schiffe und Boote, 87 Flugzeuge und rund 7000 Soldaten aus 14 Nato-Staaten sowie Finnland und Schweden an der Übung beteiligt. Das unter Führung der US-Navy stehende, jährliche Manöver fand in diesem Jahr zum 51. Mal statt.


UNHCR: Rapider Anstieg von Flüchtlingszahlen in Burkina Faso

GENF/OUAGADOUGOU: Der westafrikanische Staat Burkina Faso steht nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR für eine der weltweit am schnellsten wachsende Flüchtlingskrisen. In dem Land mit 21 Millionen Einwohnern habe es nach Regierungsangaben Ende April bereits 1,9 Millionen Binnenflüchtlinge gegeben, sagte ein UNHCR-Sprecher am Freitag in Genf. Seit einem Angriff auf die Stadt Seytenga am vergangenen Sonntag seien bereits 16.000 Menschen in die nächstgelegene Stadt geflohen, die meisten von ihnen Frauen und Kinder.

Bei dem Angriff wurden mindestens 79 Menschen getötet. Flüchtlinge berichteten, die Täter seien von Haus zu Haus gegangen, um die Männer der Familien mitzunehmen und zu erschießen. Noch immer müssen nach UNHCR-Angaben Hunderte Flüchtlinge auf der Straße unter freiem Himmel schlafen, weil die Aufnahmemöglichkeiten erschöpft sind. Nun sollten Nothilfemaßnahmen verstärkt werden, hieß es. Allerdings seien trotz der zunehmenden Krise nur 20 Prozent des vorgesehenen Jahresbudgets von umgerechnet knapp 105 Millionen Euro gedeckt, hieß es. Außer den Binnenflüchtlingen gelte es auch, Flüchtlinge aus dem Nachbarstaat Mali zu versorgen.

Burkina Faso steckt seit 2019 in einer schweren humanitären Krise. Bewaffnete Gruppen, die zum Teil der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder der Terrororganisation Al-Kaida die Treue geschworen haben, sind dort und in den benachbarten Ländern Mali und Niger aktiv. Auch langwierige Dürren und Hungersnöte machen dem trotz reicher Goldvorkommen verarmten Land zu schaffen. Seit einem Putsch im Januar regiert das Militär.


UN-Wetterorganisation: Hitzewelle ist «Vorgeschmack auf die Zukunft»

GENF: Hitzewellen werden laut den Vereinten Nationen künftig häufiger so ungewöhnlich früh und intensiv auftreten wie in dieser Woche in Europa. «Was wir heute erleben ist leider ein Vorgeschmack auf die Zukunft», sagte Clare Nullis, die Sprecherin der Weltwetterorganisation (WMO), am Freitag in Genf und verwies auf den Klimawandel.

Die extrem hohen Temperaturen, die sich von Nordafrika über Südeuropa ausgebreitet haben und an diesem Wochenende in der Schweiz und Deutschland erwartet werden, sind laut der WMO eher typisch für den Juli oder August.

In manchen Teilen Spaniens und Frankreichs sind die Thermometer dieser Tage mehr als zehn Grad über den Mittelwert für diese Jahreszeit geklettert, wie Nullis berichtete. Spanien, Portugal, Ungarn und Serbien seien von Trockenheit betroffen. Außerhalb Europas seien in den Vereinigten Staaten Mitte dieser Woche für fast ein Drittel der Bevölkerung Hitzewarnungen ausgesprochen worden.

«Als Folge des Klimawandels beginnen Hitzewellen früher, und sie werden häufiger und heftiger», sagte Nullis. Schuld daran seien die rekordhohen Konzentrationen von Gasen in der Atmosphäre, die den Treibhauseffekt verursachten.


Wieder mehr Flüchtlinge am griechisch-türkischen Grenzfluss Evros

ATHEN: Seit Beginn des Jahres haben mehr Migranten den Grenzfluss Evros von der Türkei in Richtung Griechenland überquert als in den ersten Monaten 2021. Von Januar bis Mai wurden 2234 Fälle dokumentiert, wie die Tageszeitung «Kathimerini» (Freitag) unter Berufung auf die Grenzpolizei berichtete. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 1817. Begründet wurde dies unter anderem mit der Wirtschaftslage in der Türkei. In mehreren Fällen hätten Migranten auch ausgesagt, mit Einverständnis türkischer Behörden in Bussen zur Grenze gebracht worden zu sein, hieß es.

An dem Fluss gibt es einen 35 Kilometer langen Grenzzaun. Griechenland lässt ihn derzeit um 80 Kilometer verlängern, damit alle Gebiete abgesichert sind, die zu Fuß passiert werden können. Athen fürchtet, dass Ankara angesichts der angespannten Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern Flüchtlinge als Druckmittel nutzen könnte. Vor zwei Jahren hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Grenze zu Griechenland - und damit zur EU - für geöffnet erklärt. Tausende Migranten machten sich auf den Weg.


Parteitag der AfD - Chrupalla will freiheitlich-sozialen Kurs

RIESA: Der Vorsitzende der rechtspopulistischen deutschen AfD, Tino Chrupalla, will seine Partei in den kommenden zwei Jahren auf einen «freiheitlich-sozialen» Kurs führen.

In seiner Rede zur Eröffnung des 13. Bundesparteitages im sächsischen Riesa sagte er am Freitag, er sehe zwischen «freiheitlich» und «sozial» keinen Widerspruch. Wichtigster Tagesordnungspunkt der dreitägigen Veranstaltung ist die Wahl der neuen Parteispitze. Chrupalla, der gemeinsam mit Alice Weidel die Bundestagsfraktion der AfD leitet, tritt wieder an.

Die AfD - Alternative für Deutschland - ist die erfolgreichste Parteigründung in Deutschland der vergangenen Jahrzehnte. Doch manches deutet darauf hin, dass sie nach einem schnellen Aufstieg ihren Zenit überschritten hat. Gegründet wurde die Partei im Frühjahr 2013 von Kritikern der Euro-Rettungspolitik. Sie zog ins Europaparlament, 2017 in den Bundestag und in sämtliche 16 deutsche Landesparlamente ein. Doch sowohl bei der Bundestagswahl vom September 2021 als auch bei den drei Landtagswahlen, die seitdem stattfanden, büßte sie Stimmen ein. Im norddeutschen Land Schleswig-Holstein flog sie im Mai sogar aus dem Landesparlament.

An die Adresse der Delegierten sagte Chrupalla, es müsse ein neuer Bundesvorstand gewählt werden, der «kollegial und konstruktiv, vertrauens- und rücksichtsvoll» zusammenarbeite. Es gehe jetzt darum, «die destruktive Stimmung der vergangenen Zeit hinter uns lassen». Ein Grund für die teilweise schlechte Stimmung in der Partei waren die Ergebnisse der letzten drei Landtagswahlen. Gewählt worden war im im Saarland, in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen.


Drei Palästinenser bei Zusammenstößen mit Israels Armee getötet

RAMALLAH/TEL AVIV: Bei Auseinandersetzungen mit der israelischen Armee im besetzten Westjordanland sind nach palästinensischen Angaben drei Männer getötet worden. Acht weitere Menschen seien verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Ramallah am Freitag mit. Demnach eröffneten israelische Soldaten in der Stadt Dschenin das Feuer auf die Insassen eines Autos. Anschließend sei es zu Zusammenstößen gekommen.

Nach Angaben der israelischen Armee hatten die Soldaten in der Nacht versucht, illegale Waffen ausfindig zu machen und zu beschlagnahmen. Dabei seien sie beschossen und mit Sprengsätze beworfen worden. Die Soldaten hätten daraufhin scharf geschossen und bewaffnete Angreifer aus einem Auto «neutralisiert».

In Israel wurden seit März bei einer Terrorwelle 18 Menschen getötet. Im Westjordanland wurden ein israelischer Wachmann und ein Soldat von Palästinensern erschossen. Mehrere Attentäter stammten aus der Gegend um Dschenin. Die Stadt gilt als Hochburg militanter Palästinenser. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden in diesem Jahr bereits 67 Palästinenser getötet - bei Militäreinsätzen und Zusammenstößen mit der Armee, aber auch bei eigenen Anschlägen.


Niederländerin stirbt nach Attentat auf Drogenhändler in Kolumbien

LETICIA: Bei einem mutmaßlichen Attentat auf einen brasilianischen Drogenhändler in Kolumbien ist auch eine Touristin aus den Niederlanden ums Leben gekommen. Bei der Attacke in einem Restaurant in der Stadt Leticia schossen Medienberichten zufolge Unbekannte unvermittelt auf den Brasilianer. Dabei wurden der 42-Jährige, zwei seiner Begleiter sowie eine am Nebentisch sitzende Niederländerin verletzt, wie die Zeitung «El Espectador» mit Berufung auf die Polizei im kolumbianischen Department Amazonas am Donnerstag (Ortszeit) berichtete. Der Brasilianer und die junge Frau seien dann im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen. Wie das niederländische Blatt «De Telegraaf» berichtete, handelte es sich um eine 27-Jährige, die laut Außenministerium als Touristin unterwegs war.

Die Gemeinde Leticia am Ufer des Amazonas befindet sich im Dreiländereck von Kolumbien, Brasilien und Peru, und geht praktisch nahtlos in die brasilianische Kommune Tabalinga über. Die kolumbianischen Behörden vermuteten einen aus dem Drogenkartell-Millieu rührenden Konflikt hinter dem Angriff am Mittwoch.

Bei dem toten Brasilianer soll es sich laut «El Tiempo» um einen führenden Kopf in der organisierten Drogenkriminalität handeln. Er war in Kolumbien unter anderem wegen Drogenhandels zu 24 Jahren Haft verurteilt worden, die er laut «El Espectador» eigentlich in einem Gefängnis im brasilianischen Manaus absitzen sollte. Unklar war, warum er zu dem Zeitpunkt auf freiem Fuß in dem Restaurant war. Die Frau wurde dagegen offenbar zufällig in den Gewaltakt verwickelt: Sie saß mit zwei weiteren Niederländern einfach am Nachbartisch.


Russisches Gericht verurteilt US-Bürger zu 14 Jahren Straflager

MOSKAU: Ein russisches Gericht hat einen US-Amerikaner zu 14 Jahren Straflager wegen angeblichen Drogenschmuggels verurteilt. Der frühere Diplomat der US-Botschaft und Lehrer einer englischen Schule habe gestanden, mit Rauschgift gehandelt zu haben, teilte das Stadtgericht Chimki im Moskauer Gebiet mit. Demnach wurde der Mann am Donnerstag zu Straflager unter verschärften Haftbedingungen verurteilt.

Für Moskau haben solche Verurteilungen von US-Amerikanern eine besondere Bedeutung, weil die Inhaftierten unter Umständen gegen in den USA verurteilte Russen ausgetauscht werden können.

Der US-Bürger war im August 2021 auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo nach der Landung aus New York festgenommen worden. Er soll die Drogen - Berichten zufolge elf Gramm Marihuana und acht Gramm Cannabis-Öl - in Behältern für Kontaktlinsen und Kartuschen für E-Zigaretten geschmuggelt haben. Demnach schlugen Spürhunde der Drogenfahnder an, als der Mann und seine Frau ihr Gepäck durch den Zoll schoben.

Russische Medien berichteten, dass er bis Mai 2021 einen diplomatischen Status gehabt habe. Aus Sicht der Ermittler hatte er diesen Status auch genutzt, um einen Kanal für den Handel mit Drogen zu etablieren - mit dem Ziel, diese auch an Schüler zu übergeben. Bei der betroffenen Bildungseinrichtung soll es sich um eine von den Botschaften der USA, Kanadas und Großbritanniens geführte Schule in Moskau handeln.


Drei Tote nach Schüssen auf Kirchengruppe in Alabama

WASHINGTON/BIRMINGHAM: Im US-Südstaat Alabama hat ein Mann auf Teilnehmer eines Kirchenkreises geschossen.

Drei Menschen kamen dabei ums Leben, wie die Polizei in Vestavia Hills, einem Ortsteil der Stadt Birmingham, am Freitag mitteilte. Eines der Opfer sei noch am Tatort gestorben, die beiden anderen seien im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen. Der mutmaßliche Schütze sei festgenommen worden. Es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung. Der Mann war nach ersten Informationen am frühen Donnerstagabend (Ortszeit) allein bei dem Treffen einer kleinen Gruppe in einer örtlichen Kirche aufgetaucht und hatte das Feuer eröffnet. Die Polizei machte zunächst keine weiteren Angaben zu dem Täter oder einem möglichen Motiv.

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