Neues aus dem Ausland am Freitag

Neues aus dem Ausland am Freitag

Linke Regierungen kritisieren Einladungspraxis zum Amerika-Gipfel

HAVANNA: Mehrere linke Regierungen aus Lateinamerika haben die USA für ihre Einladungspraxis zum Amerika-Gipfel übernächste Woche in Los Angeles kritisiert. Zuletzt war bekannt geworden, dass die US-Regierung die autoritären Präsidenten von Kuba, Venezuela und Nicaragua offensichtlich nicht zu dem Treffen einladen will. «Die Praxis des Ausschlusses ist nicht neu und bestätigt das Interesse der Vereinigten Staaten an der Kontrolle des interamerikanischen Systems, um es für hegemoniale Ziele zu nutzen», sagte der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel am Freitag beim 21. Gipfel der Bolivarianischen Allianz für Amerika (Alba) in Havanna. «Dazu hat sie weder politisch noch moralisch ein Recht.»

Auch der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro kritisierte den Ausschluss der drei Länder von dem Gipfel. «Venezuela, als revolutionäres Volk, ist auf dem Weg der Einheit und Befreiung des Kontinents», sagte Maduro, der von den USA nicht mehr als Präsident anerkannt wird. Nicaraguas Staatschef Daniel Ortega wurde aus Managua zugeschaltet und verurteilte die «interventionistische, tyrannische, imperialistische und terroristische Politik der USA.»

Zuletzt hatten sich mehrere Staatschefs wie der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador und der bolivianische Präsident Luis Arce mit den Ausgeschlossenen solidarisiert. Sie machten ihre Teilnahme davon abhängig, dass alle Länder eingeladen werden.

Medienberichten zufolge bemühen sich US-Diplomaten derzeit, möglichste viele Staats- und Regierungschefs aus der Region zum Kommen zu bewegen. Sollten wichtige Länder den Gipfel boykottieren, droht US-Präsident Joe Biden eine diplomatische Schlappe.


Palästinenser: 15-Jähriger stirbt nach Zusammenstößen mit Armee

RAMALLAH: Im besetzten Westjordanland ist ein Jugendlicher nach palästinensischen Angaben bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten getötet worden. Der 15-Jährige sei in der Nähe der Stadt Bethlehem von einer Kugel in den Nacken getroffen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Ramallah am Freitag mit. Palästinensische Medien berichteten, der Jugendliche sei zunächst in ein Krankenhaus eingeliefert worden und dort an den Folgen seiner Verletzungen gestorben.

Israels Armee teilte auf Twitter mit, eine Gruppe habe in dem Dorf bei Betlehem Steine und Molotowcocktails auf Soldaten geworfen. Diese hätten daraufhin das Feuer eröffnet und schließlich einen Verletzten medizinisch erstversorgt. Ob es sich dabei um den später verstorbenen Jugendlichen handelte, teilte die Armee nicht mit.

Seit März sind bei einer Terrorwelle in Israel 18 Menschen getötet worden, außerdem wurden im Westjordanland ein israelischer Wachmann und ein Soldat von Palästinensern erschossen. Seit Wochen führt die israelische Armee in Teilen des Westjordanlands Razzien durch. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums sind seit Ende März mehr als 30 Palästinenser getötet worden. Sie wurden zum Teil bei Militäreinsätzen getötet, aber auch bei eigenen Anschlägen oder bei Zusammenstößen mit der Armee.

Vor zwei Wochen war zudem eine Journalistin des TV-Senders Al-Dschasira bei einem solchen Einsatz in Dschenin tödlich verletzt worden. Die Palästinenser machen Israel für ihren Tod verantwortlich. Nach Darstellung der israelischen Armee ist dagegen nicht eindeutig, von wo der tödliche Schuss kam.


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(ohne Gewähr)


New Yorker Generalstaatsanwältin darf weiter gegen Trump ermitteln

NEW YORK: Der ehemalige US-Präsident Donald Trump ist mit dem Versuch gescheitert, Ermittlungen der New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James gegen ihn zu stoppen. Ein Gericht in dem Bundesstaat wies am Freitag eine entsprechende Klage Trumps zurück.

James sagte dazu, dass es wieder einmal klar geworden sei, dass «die unbegründeten rechtlichen Anfechtungen von Donald J. Trump unsere rechtmäßige Untersuchung seiner Finanzgeschäfte und der der Trump-Organisation nicht stoppen können». Trump hatte im Dezember Klage eingereicht und die Ermittlungen als unrechtmäßig beschrieben.

Bei den umfassenden Untersuchungen von James geht es unter anderem um den Verdacht, dass Trumps Firma falsche Angaben zum Wert ihrer Immobilien gemacht hat, um Kredite zu bekommen oder sich Preisvorteile zu erschleichen. Trump hatte die Ermittlungen bereits in der Vergangenheit als «Hexenjagd» bezeichnet. Erst am Donnerstag hatte ein anderes New Yorker Gericht entschieden, dass Trump unter Eid in der Untersuchung aussagen muss.


Schulmassaker in Texas: Kinder im Raum riefen mehrfach Polizeinotruf

UVALDE/WASHINGTON: Bei dem Massaker an einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas wurden mehrere Polizeinotrufe aus jenem Klassenraum abgesetzt, in dem sich der Amokläufer mit Kindern und Lehrern verschanzt hatte. Mehrere Kinder hätten von dort aus die Polizei angerufen, sagte der Direktor der Behörde für öffentliche Sicherheit in Texas, Steven McCraw, am Freitag in der Kleinstadt Uvalde, in der der Schütze am Dienstag an einer Grundschule das Blutbad angerichtet hatte. Der erste Anruf sei um kurz nach 12 Uhr Ortszeit eingegangen. Etwa 40 Minuten später habe ein Kind bei einem Anruf gebeten, «bitte jetzt die Polizei zu schicken».

Eine Schülerin habe mehrfach den Polizeinotruf gewählt, mit flüsternder Stimme von mehreren Toten berichtet, sagte McCraw. In einem Anruf um 12.16 Uhr Ortszeit habe sie gesagt, acht bis neun Schüler seien noch am Leben.

Die Polizei hatte nach Angaben des Behördenchefs trotz der Präsenz von 19 Beamten vor dem Klassenraum rund 45 Minuten lang keine Versuche unternommen, in den Raum einzudringen und den Schützen zu stoppen. Stattdessen sei in jenem Moment die Entscheidung getroffen worden, auf Spezialkräfte zu warten.


Behörden: Schütze hat Tat nicht öffentlich auf Facebook angekündigt

WASHINGTON: Die Behörden im US-Bundesstaat Texas haben nach dem Massaker an einer Grundschule in der Gemeinde Uvalde Angaben über Veröffentlichungen des Schützen auf Facebook korrigiert. «Ich möchte etwas richtig stellen, was zu Beginn der Ermittlungen gesagt wurde», betonte der Direktor der Behörde für öffentliche Sicherheit in Texas, Steven McCraw, am Freitag in Uvalde. So habe der 18 Jahre alte Schütze seine Tat nicht kurz vorher öffentlich auf Facebook angekündigt. Stattdessen habe er private Nachrichten über einen Messenger-Dienst abgesetzt.

McCraw berichtete außerdem, dass Angreifer Salvador Ramos bereits vor dem Massaker in Gruppenchats bei Instagram über den Kauf von Waffen sprach und die Tat in dem Netzwerk zumindest andeutete. Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, hatte in einer Pressekonferenz am Mittwoch von Postings des Täters nur wenige Minuten vor der Tat auf Facebook gesprochen. Der Schütze hatte am Dienstag in einer Grundschule 19 Kinder und zwei Lehrerinnen erschossen.


Schulmassaker in Texas: Behörde räumt schwere Fehler bei Einsatz ein

UVALDE/WASHINGTON: Nach dem verheerenden Schulmassaker mit 19 getöteten Kindern und zwei getöteten Lehrern hat die zuständige Sicherheitsbehörde schwere Fehler bei dem Einsatz eingeräumt.

Es sei falsch gewesen, nicht früher in den Klassenraum einzudringen, in dem sich der Amokläufer mit Schülern und Lehrern verschanzt hatte, sagte der Direktor der Behörde für öffentliche Sicherheit in Texas, Steven McCraw, am Freitag in der Kleinstadt Uvalde, in der der Schütze am Dienstag an einer Grundschule das Blutbad angerichtet hatte. «Es war die falsche Entscheidung. Punkt», sagte McCraw. «Dafür gibt es keine Entschuldigung.»

Der Behördenchef berichtete am Freitag, 19 Polizisten seien bereits zu einem frühen Zeitpunkt im Flur vor dem Klassenraum postiert gewesen, hätten aber keine Versuche unternommen, in den Raum einzudringen und den Schützen zu stoppen. Stattdessen sei in jenem Moment die Entscheidung getroffen worden, auf Spezialkräfte zu warten. Dies habe sich im nachhinein als Fehleinschätzung erwiesen.

Auf die Frage, wie viele Kinder während der Wartezeit erschossen worden seien und andernfalls womöglich hätten gerettet werden können, sagte er, dies werde noch untersucht. «Wir sind nicht hier, um zu verteidigen, was passiert ist», sagte er. «Wir sind hier, um die Fakten darzulegen.»


USA verhängen nach Nordkoreas Raketentests neue Sanktionen

WASHINGTON: Nach erneuten nordkoreanischen Tests mit atomwaffenfähigen Raketen haben die USA Sanktionen gegen Unterstützer des Regimes in Pjöngjang verhängt. Betroffen sind zwei russische Banken, eine chinesisch-nordkoreanische Handelsfirma sowie ein Nordkoreaner mit Sitz im belarussischen Minsk, wie das US-Finanzministerium am Freitag mitteilte.

Ihnen werde vorgeworfen, «die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketenprogrammen» Nordkoreas oder Regierungsinstitutionen in dem Land zu unterstützen. Die Sanktionen bedeuten für die Betroffenen, dass etwaiger Besitz in den USA eingefroren wird. US-Bürgern sind Geschäfte mit ihnen untersagt.

Nordkorea hatte vor wenigen Tagen drei ballistische Raketen in Richtung offenes Meer im Osten abgeschossen. Nach Angaben der US-Regierung war darunter eine Interkontinentalrakete (ICBM). Demnach hat Nordkorea unter Verstoß gegen UN-Sicherheitsratsresolutionen in diesem Jahr bereits 23 ballistische Raketen abgeschossen, darunter sechs ICBM. Die USA warnen außerdem seit einiger Zeit, dass ein neuer Atomversuch bevorstehen könnte. Zuletzt hatte Nordkorea im September 2017 eine Atomwaffe getestet - es war der sechste solche Test.

Im UN-Sicherheitsrat waren die USA erst am Donnerstag mit einer Resolution für schärfere internationale Sanktionen gegen Pjöngjang gescheitert. Russland und China legten bei der Abstimmung in New York Vetos gegen die Verabschiedung ein. US-Regierungsbeamte hatten zuvor argumentiert, dass Nordkorea durch die Resolution mit Strafmaßnahmen geschwächt werden solle, «die die Fähigkeit Nordkoreas weiter einschränkt, seine rechtswidrigen Programme für Massenvernichtungswaffen und ballistische Flugkörper voranzutreiben».


Lateinamerikas erster Affenpocken-Fall

BUENOS AIRES: Die Affenpocken sind nun auch in Lateinamerika nachgewiesen. Bei einem Mann in Argentinien sei das Virus bestätigt worden, teilte das Gesundheitsministerium des südamerikanischen Landes am Freitag mit. Der Mann aus dem Großraum Buenos Aires war Anfang Mai in Spanien und entwickelte nach seiner Rückkehr nach Argentinien Symptome wie Fieber und Hautbläschen an verschieden Körperstellen. Nach einer Untersuchung in einem Krankenhaus kam er in Quarantäne.

Der Mann hat die erste nachgewiesene Infektion mit Affenpocken in Lateinamerika. Zudem gibt es einen neuen Verdachtsfall bei einer Person aus Spanien, die derzeit in Argentinien zu Besuch ist. Ein weiterer Verdachtsfall wurde aus Bolivien gemeldet. Die Proben des Patienten wurden ebenfalls zur Untersuchung in ein Labor in Argentinien geschickt.

Affenpocken sind eine Viruserkrankung und vor allem in West- und Zentralafrika verbreitet. Anfang Mai war ein Affenpocken-Fall bei einem Menschen in Großbritannien nachgewiesen worden. Seitdem berichten immer mehr Staaten, in denen das Virus bislang eigentlich nicht vorkam, von nachgewiesenen Ansteckungen von Mensch zu Mensch. Auch mehrere Bundesländer in Deutschland meldeten Fälle.


Gondel in niederländischem Vergnügungspark stürzt ab - vier Verletzte

VALKENBURG: In einem Vergnügungspark im südniederländischen Valkenburg aan de Geul sind bei einem Gondelunglück vier Menschen verletzt worden. Zwei Erwachsene und ein Kind seien ins Krankenhaus eingeliefert worden, wie die Behörden am Freitag über Twitter mitteilten. Ihr Zustand sei stabil.

Am Freitag war aus bisher ungeklärter Ursache ein Wagen aus einer Art Riesenrad abgestürzt. Ein Sprecher des «Märchenwaldes» sagte Medienvertretern, dass es sich um eine Attraktion handelte, bei dem Besucher in Gondeln etwa zehn Meter nach oben gezogen und dann rund herum gedreht werden. Der «Märchenwald» ist einer der ältesten Vergnügungsparks der Niederlande und wird vor allem von Familien mit kleinen Kindern besucht.


Johnson schwächt Ethik-Regeln für Minister nach «Partygate» ab

LONDON: Nur wenige Tage nach scharfer Kritik an der britischen Regierung im «Partygate»-Untersuchungsbericht hat Premierminister Boris Johnson die Verhaltensvorgaben für sein Kabinett abgeschwächt. Von Regierungsmitgliedern, die den «Ministerial Code» mit ethischen Richtlinien brechen, werde nicht mehr erwartet, dass sie automatisch zurücktreten oder entlassen werden, teilte die Regierung am Freitag in London mit. Es sei «unverhältnismäßig», wenn sie wegen «geringfügiger» Vergehen ihren Job verlieren müssten. Stattdessen könne der Premier eine Art öffentlicher Entschuldigung oder eine vorübergehende Aussetzung des Gehalts anordnen, hieß es.

Der «Partygate»-Untersuchungsbericht gibt der politischen Führung um Johnson die Schuld an einer Feierkultur in der Downing Street, die illegale Lockdown-Partys geduldet habe. Johnson hatte angekündigt, die volle Verantwortung zu übernehmen, einen Rücktritt schloss er aber aus. Demnächst wird ein Parlamentsausschuss prüfen, ob der Premier das Parlament in dem Skandal belogen hat. Wenn ein Regierungsmitglied lügt, muss es laut «Ministerial Code» zurücktreten oder entlassen werden.

Zusätzlich blockierte Johnson die Möglichkeit, dass ein unabhängiger Ethik-Berater eigene Ermittlungen gegen den Premierminister aufnehmen kann. Dafür ist weiterhin die Zustimmung des Regierungschefs notwendig. «Um die Rechenschaftspflicht des Premierministers für das Verhalten der Exekutive widerzuspiegeln, ist es wichtig, dass der Premierminister bei Entscheidungen über Ermittlungen eine Rolle behält», hieß es zur Begründung. Die Zeitung «Daily Mirror» kritisierte, Johnson verwässere den Ethikkodex.


Nach Vatikan-Appell: Italiens Bischöfe kündigen Missbrauchs-Report an

ROM: Nach jahrelanger Kritik von Opfern und einem Appell aus dem Vatikan will die italienische Kirche verstärkter gegen Kindesmissbrauch durch Kleriker vorgehen. Die Bischofskonferenz (CEI) teilte zum Abschluss ihrer Vollversammlung am Freitag in Rom einen Fünf-Punkte-Plan mit. Demnach sollen etwa die Anlaufstellen für Opfer ausgebaut werden, außerdem werde ein Gutachten zum Stand der Jahre 2020 und 2021 erstellt. Zudem sollen in Zusammenarbeit mit einer unabhängigen Institution die von 2000 bis 2021 bei der Glaubenskongregation im Vatikan angezeigten Fälle analysiert werden.

Italiens Bischöfe werden seit Jahren dafür kritisiert, anders als in anderen Ländern noch keine umfassende Analyse zum Missbrauch in der katholischen Kirche angestellt zu haben. Kardinal Sean O'Malley, der Kinderschutzbeauftragte des Vatikans, hatte die CEI noch in dieser Woche zu mehr Engagement ermutigt und dazu aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um die Schuldigen aus der Kirche zu entfernen: «Dort, wo Individuen ihre Pflicht verletzt haben, müssen wir entschlossene Schritte gehen, um sie zur Verantwortung zu ziehen für ihre Fehler. Ohne Gerechtigkeit kann es keine Heilung geben.»

Ein entsprechender Passus aber fehlt in der Mitteilung der Bischöfe, in der es fast nur um Prävention geht. «Unsere Gedanken sind immer bei den Opfern, ihr Schmerz ist meine größte Sorge», sagte der neu gewählte CEI-Vorsitzende Kardinal Matteo Zuppi am Freitag. Der Erzbischof von Bologna gilt als Vertrauter von Papst Franziskus und eher progressiv - allerdings bezweifeln Opfervertreter, dass sich unter ihm die Aufklärung und Verfolgung der Täter stark verbessert.

Dass die Bischofskonferenz die angekündigten Gutachten etwa intern und nicht öffentlich erstellen wolle, sei «nicht hinzunehmen», kritisierte Francesco Zanardi vom Opferverein Rete L'Abuso. In Italien gebe es laut Zahlen der Initiative aktuell 164 des Missbrauchs beschuldigte Geistliche, 162 bereits verurteilte Priester und 161 neue Anzeigen allein in diesem Jahr. «Die schlimmste Zahl», sagte Zanardi, seien die 471 Fälle, bei denen ein Missbrauchsvorfall zu keiner Konsequenz führte. Laut Schätzungen und Vergleichen etwa mit Gutachten aus Irland könnte es in Italien rund eine Million Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester und Mitarbeiter der katholischen Kirche geben.


Achtjähriger Überlebender: Todesangst nach Schulmassaker

WASHINGTON: Für den achtjährigen Edward Timothy Silva klangen die Schüsse des Amokläufers in einem anderen Klassenzimmer seiner Grundschule in Texas «wie Feuerwerk» - er und seine Klassenkameraden versteckten sich während des Massakers. Der Zweitklässler sagte am Freitag im Sender CNN, er glaube, dass die vielen Übungen für eine solche Situation dazu geführt hätten, dass er sicher geblieben sei. «Wir haben im Kindergarten angefangen.» Wegen der wiederkehrenden Schulmassaker in den USA sind Übungen für mögliche Amokläufe in den Schulen des Landes üblich.

Während des Massakers habe er gebetet und gedacht: «Warum passiert das?», sagte Edward. «Ich habe jetzt Angst vor Waffen, weil ich Angst habe, dass mich jemand erschießen könnte.» Seine Mutter Amberlynn Diaz sagte: «Es bricht mir das Herz.» Ihr Sohn habe sie gefragt, ob er nächstes Schuljahr wieder in die Schule gehen müsse. «Ich will einfach nicht, dass er Angst vor der Schule hat.»

Ein 18 Jahre alter Angreifer hatte am Dienstag in der texanischen Gemeinde Uvalde die Robb Elementary School gestürmt und sich im Klassenraum einer vierten Klasse verbarrikadiert. Er tötete 19 Kinder und zwei Lehrerinnen, bevor er von der Polizei erschossen wurde.


Zwei Deutsche auf Mallorca wegen Vergewaltigung in U-Haft

PALMA: Zwei Urlauber aus Deutschland sitzen auf Mallorca unter dem Verdacht der Vergewaltigung im Gefängnis. Nach der Festnahme der beiden Männer an der Playa de Palma habe der diensthabende Richter am Donnerstag die Einweisung der Verdächtigen in Untersuchungshaft angeordnet, berichteten am Freitag Medien der spanischen Mittelmeer-Insel.

Der Sprecher der mallorquinischen Polizei bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur diese Informationen. Erst am Samstag waren 13 Touristen aus Deutschland wegen mutmaßlicher Brandstiftung auf Mallorca in U-Haft gekommen.

Die Vergewaltigung soll sich am Mittwoch in einem Hotel am Ballermann ereignet haben. Bei dem mutmaßlichen Opfer handelt es sich den amtlichen Angaben zufolge um eine 22-Jährige, die ebenfalls aus Deutschland stammt und auf der Insel Urlaub machte. Die junge Frau sei auf der Polizeiwache an der Playa erschienen und habe weinend von der Vergewaltigung erzählt.

Die Zeitung «Ultima Hora» berichtete unter Berufung auf Ermittlerkreise, dass die Frau nach eigenen Angaben nach einem Bar-Besuch in angetrunkenem Zustand gewesen, von einem der beiden Männer angesprochen und auf ein Hotelzimmer eingeladen worden sei. Dort sei sie sexuell missbraucht worden. Die beiden Festgenommenen behaupteten derweil, die junge Frau habe dem sexuellen Kontakt zugestimmt, schrieb die Zeitung.


Mutter des Amokläufers in Texas: «Vergeben Sie meinem Sohn»

WASHINGTON: Nach dem Massaker an einer Grundschule in Texas hat die Mutter des 18 Jahre alten Amokläufers um Vergebung gebeten. «Ich habe keine Worte, ich weiß nicht, was er sich dabei gedacht hat», sagte Adriana Martinéz am Freitag auf Spanisch dem Sender Televisa nach einer Übersetzung des Partnersenders CNN. «Vergeben Sie mir, vergeben Sie meinem Sohn.»

Martinéz fügte hinzu: «Ich möchte nur, dass die unschuldigen Kinder, die gestorben sind, mir vergeben.» Der Angreifer Salvador Ramos, der nach Angaben der Polizei bei seinen Großeltern lebte, hatte am Dienstag in der texanischen Gemeinde Uvalde eine Grundschule gestürmt. Er tötete 19 Kinder und zwei Lehrerinnen, bevor er von der Polizei erschossen wurde.


Minenräumung in Berg-Karabach dauert noch Jahre

ISTANBUL: Auch anderthalb Jahre nach dem Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan ist die Minenräumung in der Konfliktregion Berg-Karabach noch lange nicht abgeschlossen. «Wir entdecken weiterhin neue gefährliche Objekte in der Nähe von mehr als 200 Wohngebieten», sagte Ramil Azizov vom örtlichen Minenräumungszentrum Anama der Deutschen Presse-Agentur. Nach Angaben des Zentrums sind seit Kriegsende insgesamt 221 Menschen durch Minenexplosionen getötet oder verletzt worden. Die Räumung werde noch mehrere Jahre dauern und mehrere Millionen Dollar kosten, so Azizov.

Im Herbst 2020 hatte Aserbaidschan in einem kurzen Krieg große Teile Berg-Karabachs zurückerobert, das zuvor seit Jahrzehnten von Armenien kontrolliert worden war. Ein Waffenstillstand wird von russischen Truppen überwacht. Es kommt aber immer wieder auch zu Gefechten. Die beiden verfeindeten Südkaukasus-Republiken haben sich im April auf die Aushandlung eines Friedensvertrags unter EU-Vermittlung verständigt.

Anama sowie lokale und ausländische Partnerteams haben seit Kriegsende fast 60.000 Blindgänger auf einer Fläche von fast 31.000 Hektar gefunden und zerstört. Von westlichen Staaten einschließlich Deutschland forderte Azizov Unterstützung. Die Bemühungen in der Region erforderten modernste Technologie, einschließlich Drohnen.


Mercedes-Benz ruft in USA Hunderttausende Autos zurück

WASHINGTON: Der Autobauer Mercedes-Benz muss bei knapp 235.000 Pkw in den USA ein Software-Problem beheben. Betroffen sind nach Unternehmensangaben bestimmte Fahrzeuge vieler Klassen, etwa CLA, GLA, GLE, GLS, A sowie C der Baujahre 2017 bis 2022. Hinzu kommen knapp 20.000 Vans und kleinere Transporter wie der Sprinter aus den Baujahren 2019 bis 2021. Das geht aus Unterlagen hervor, die am Freitag im Internet von der US-Verkehrsbehörde NHTSA veröffentlicht wurden.

Demnach könnte ein Fehler in der Sim-Karten-Software des Kommunikationsmoduls der Fahrzeuge Probleme beim Mobilfunk-Netzzugang verursachen und somit das Notrufsystem ausschalten. Das Problem soll mit einem Software-Update gelöst werden, das via Mobilverbindung oder bei einem Händler aufgespielt werden soll.

Erst Mitte Mai hatte Mercedes in den USA gut 292.000 ältere Fahrzeuge wegen potenzieller Bremsprobleme in die Werkstätten zurückgerufen.


Aktivist versucht bei Scholz-Auftritt Bühne zu stürmen

STUTTGART: Ein Aktivist hat am Freitag bei einem Auftritt des deutschen Kanzlers Olaf Scholz beim Katholikentag in Stuttgart versucht, die Bühne zu stürmen. Er wurde jedoch von Sicherheitskräften daran gehindert und weggeführt.

Ein anderer Aktivist rief laut «Schwachsinn», als Scholz gerade über den Ausstieg aus der Kohleverstromung sprach und die Arbeitsplätze, die dadurch im Tagebau verloren gingen. Scholz kommentierte die Aktion spöttisch mit den Worten, er erlebe das «von immer den gleichen Leuten» nicht zum ersten Mal, es sei ein «schauspielerisch geübter Auftritt».

Das sei keine Diskussion, «sondern es ist der Versuch, Veranstaltungen für seine eigenen Zwecke zu manipulieren». Scholz bekam dafür stürmischen Applaus.

In Stuttgart findet derzeit der 102. Deutsche Katholikentag mit rund 1500 Veranstaltungen statt.


Mehrere Verletzte bei Bootsunfall

BROOME: Mehrere Menschen sind in Australien verletzt worden, als ein Ausflugsboot in einer bei Touristen beliebten Küstenregion in Schwierigkeiten geraten ist. Was genau passierte, als das Boot mit 28 Menschen an Bord am Freitagmorgen die Touristenattraktion Horizontal Falls in der Region Kimberley erreichte, war zunächst unklar. Bei dem Vorfall wurden Menschen ins Wasser geschleudert, konnten aber gerettet werden, wie die Polizei mitteilte.

Wie viele Menschen genau verletzt wurden, teilten die Beamten zunächst nicht mit. Es gebe mehrere Schwerverletzte. An Bord befanden sich den Angaben zufolge 26 Passagiere und 2 Besatzungsmitglieder. Der Vorfall werde untersucht.

Mehrere Menschen wurden in den Stunden nach dem Vorfall aus der entlegenen Gegend in Krankenhäuser im Bundesstaat Western Australia geflogen, wie es weiter hieß. Ein erfahrener Skipper habe die Tour geführt, berichten australische Medien unter Berufung auf den Veranstalter. Möglicherweise sei das Boot gekentert, hieß es in einigen Berichten.

Eine Bootsfahrt zu den Horizontal Falls - rund 250 Kilometer nordöstlich von Broome - gilt als ein Abenteuer. Das Naturphänomen zieht Schaulustige aus aller Welt an. Denn dort erzeugen die Gezeiten eine Art Wasserfall, der sich horizontal bewegt und bei dem sich Wassermassen durch zwei schmale Meerengen zwischen der Talbot Bay und ihren Nebenbuchten zwängen. Naturforscher David Attenborough bezeichnete den Ort als «eines der größten Naturwunder der Welt».


Softwarefehler: BMW muss mehr als 61.000 Autos zurückrufen

MÜNCHEN: Der Autobauer BMW muss weltweit mehr als 61.000 Autos wegen eines Softwarefehlers zurückrufen.

Das betreffe die Modelle X3, X4 und 5 aus den Baujahren 2016 bis 2022, wie aus Angaben auf der Internetseite des Kraftfahrt-Bundesamts hervorgeht. Von den weltweit 61.714 Fahrzeugen seien in Deutschland 12.721 betroffen. Das fehlerhafte Softwareupdate könne zum Drehmomentverlust und Motorausfall führen. Es gebe bisher keine Sachschäden, zudem sei niemand verletzt worden. Die Angaben sind auf vergangenen Dienstag datiert. Ein BMW-Sprecher sagte am Donnerstag, betroffene Kunden würden eine Nachricht bekommen, ihr Auto in die Werkstatt zu bringen. Dort werde die Software dann neu programmiert.


Deutsche Feuerwehrleute sollen Brände bekämpfen

ATHEN: Feuerwehrleute aus Deutschland und fünf anderen europäischen Staaten sollen diesen Sommer zur Bekämpfung der Waldbrände in Griechenland stationiert werden. Das Hilfsprogramm sei Teil der neuen EU-Politik für die Eindämmung der Waldbrände im Süden Europas und wird von der EU finanziert, berichtete das staatliche griechische Fernsehen am Freitag weiter.

Die Feuerwehrleute sollen in Athen, auf der Halbinsel Peloponnes nahe Tripolis und in Mittelgriechenland nahe Larisa stationiert werden.

Auch Feuerwehrleute aus Bulgarien, Rumänien, Frankreich, Finnland und Norwegen werden erwartet. Zudem sollen dieses Jahr rund 90 Löschhubschrauber und Löschflugzeuge in Griechenland zum Einsatz gegen die Flammen kommen. Das Militär wird patrouillieren, um rechtzeitig Brände zu lokalisieren. Dies wurde am Vorabend bei einer Sitzung im Zivilschutzministerium unter Vorsitz des griechischen Regierungschefs Kyriakos Mitsotakis beschlossen, berichtete der griechische Staatsrundfunk am Freitag weiter.

Bei gewaltigen Bränden wurden im Sommer 2021 weite Teile der Wälder im Norden Athens sowie fast ein Viertel der Wälder der zweitgrößten griechischen Insel Euböa (auch Evia) zerstört. Die Brände konnten damals auch mit Hilfe von großen Kontingenten von Feuerwehrleuten aus zahlreichen Staaten Europas gelöscht werden.


Ungarn: Ausländer tanken seit Freitag deutlich teurer als Inländer

BUDAPEST: Ausländische Autofahrer müssen in Ungarn seit Freitag einen deutlich höheren Preis für Kfz-Treibstoffe bezahlen als Inländer. Eine diesbezügliche Verordnung erschien Donnerstag kurz vor Mitternacht im Ungarischen Amtsblatt. Demnach dürfen Pkws mit ausländischem Kennzeichen nicht mehr zum amtlich festgelegten Preis von 480 Forint (1,22 Euro) für Super-Benzin (Oktanzahl 95) und Diesel betankt werden. Vielmehr müssen ausländische Fahrer den Marktpreis bezahlen.

Dieser liegt nach Medienberichten um durchschnittlich 40 Prozent über dem amtlichen Preis. Die Regierung des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban hatte den amtlich festgesetzten Benzinpreis im vergangenen November verfügt. Die Regelung, die vorerst bis 1. Juli gilt, soll bewirken, dass die Autofahrer nicht unter den weltweit steigenden Treibstoffpreisen leiden müssen.

Bisher konnten auch ausländische Pkw-Fahrer in Ungarn zum amtlichen Preis tanken. Regierungsvertreter hatten aber am Donnerstagnachmittag überraschend angekündigt, dass für Ausländer ab Freitag der Marktpreis gelten werde. Am Donnerstagabend kam es nach Medienberichten vor den Tankstellen in Grenznähe zu den EU-Nachbarn Österreich und Slowakei zu langen Schlangen, weil viele Ausländer noch zum billigeren amtlichen Preis tanken wollten.

Die unterschiedliche Behandlung von Inländern und Bürgern anderer EU-Staaten an den Zapfsäulen wirft die Frage auf, inwiefern das EU-Land Ungarn damit nicht gegen das in der EU bestehende Diskriminierungsverbot verstößt. Orbans Kanzleichef Antal Rogan räumte am Donnerstagabend in einer Fernsehsendung ein, dass die neue Preisregelung zu Diskussionen mit Brüssel führen könne.

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