Neues aus dem Ausland am Freitag

Neues aus dem Ausland am Freitag

Südossetien beschließt Referendum zur Abspaltung von Georgien

TIFLIS: Die von Georgien abtrünnige Region Südossetien will in einem Referendum die endgültige Abspaltung von der Schwarzmeerrepublik und den gleichzeitigen Anschluss an Russland besiegeln. Das Oberste Gericht in der Hauptstadt Zchinwali habe einen entsprechenden Ukas des amtierenden Präsidenten Anatolij Bibilow abgesegnet und damit die Volksabstimmung für den 17. Juli angesetzt, berichtete die russische Staatsagentur Tass in der Nacht zum Samstag. «Wir haben den schicksalhaften Schritt gemacht, wir kehren heim, wir gehen nach Russland», wurde Bibilow zitiert.

Russland hatte Südossetien 2008 nach einem Krieg gegen Georgien - ebenso wie das Gebiet Abchasien - als unabhängigen Staat anerkannt und Tausende Soldaten in der Region stationiert.


Staatsmedien: Fünf Tote bei israelischem Luftangriff in Syrien

Damaskus (dpa)- Bei einem Raketenangriff in Zentralsyrien sind nach Angaben syrischer Staatsmedien fünf Menschen getötet worden. Sieben weitere Menschen wurden bei dem Angriff am Freitagabend verletzt, darunter auch ein Kind, wie die Nachrichtenagentur Sana mitteilte. Der Luftangriff sei aus Richtung des Mittelmeers gekommen, aus der westlichen Umgebung der Küstenstadt Banias. Das syrische Militär machte demnach Israel für den Angriff verantwortlich. Unter den Todesopfern sei auch ein Zivilist. In den Wäldern von Masyaf westlich von Hama seien mehrere Brände ausgebrochen. Laut Sana schoss die syrische Luftabwehr die meisten Raketen ab.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte feuerten israelische Flugzeuge mindesten acht Raketen ab. Diese hätten Waffendepots und Militärposten iranischer Milizen in der Region Masyaf getroffen. Die Beobachtungsstelle sprach von vier getöteten Soldaten unbekannter Nationalität und sieben Verletzten. Es handle sich um den zwölften Angriff Israels auf syrischem Gebiet seit Jahresbeginn.

Israelische Angriffe in Syrien gelten als Versuch, den Iran daran zu hindern, seinen militärischen Einfluss in der Region auszuweiten. Der Iran ist einer der Hauptverbündeten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Israel äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.


Letztes Briefing von Biden-Sprecherin Psaki - «gelebte Demokratie»

WASHINGTON: Abschied vom Briefing-Raum im Weißen Haus in Washington: Nach fast 16 Monaten als Sprecherin von US-Präsident Joe Biden hat sich Jen Psaki am Freitag zum letzten Mal den Fragen der Korrespondenten gestellt. «Ich habe mir versprochen, dass es nicht emotional werden würde», sagte die 43-Jährige - die zwischenzeitlich dennoch mit ihren Gefühlen zu kämpfen hatte. Psaki gehörte zu den prominenten Gesichtern der Regierung des Demokraten Biden. Mit der bisherigen Vizesprecherin Karine Jean-Pierre (44) übernimmt nach Psaki erstmals eine schwarze Frau den wichtigen Posten.

Psakis Weggang zeichnete sich bereits im April ab. Sie selber äußerte sich nicht zu weiteren Berufsplänen. Nach Medienberichten soll sie aber zum liberalen Fernsehsender MSNBC wechseln. Psaki dankte am Freitag dem US-Präsidenten und der First Lady Jill Biden, ihrem Team sowie den Korrespondenten. «Sie haben mich herausgefordert, Sie haben mich gedrängt, Sie haben mit mir debattiert, und manchmal waren wir nicht einer Meinung», sagte sie. «Das ist gelebte Demokratie.» Die Mutter von zwei kleinen Kindern dankte außerdem ihrem Ehemann.

Psaki sagte weiter, als sie nach dem Wahlsieg mit Biden über ihre künftige Rolle gesprochen habe, sei es darum gegangen, «Integrität, Respekt und Höflichkeit ins Weiße Haus zurückzubringen». Unter den Sprecherinnen und Sprechern von Biden-Vorgänger Donald Trump waren die werktäglichen Pressekonferenzen abgeschafft worden. Trump bezeichnete kritische Medien als «Feinde des Volkes». Mit Psaki kehrten die regelmäßigen Pressekonferenzen und ein respektvoller Umgang mit den Journalisten im Briefing-Raum zurück.


Schüsse in New Yorks U-Bahn: Verdächtiger plädiert auf nicht schuldig

NEW YORK: Der in New York angeklagte mutmaßliche U-Bahn-Schütze von Brooklyn hat vor Gericht übereinstimmenden Medienberichten zufolge auf nicht schuldig plädiert.

Der 62-Jährige ist in zwei Punkten, darunter wegen Terrorismus, beschuldigt. Die Anklage wurde am Freitag verlesen. Dem Mann wird vorgeworfen, Mitte April während der morgendlichen Hauptverkehrszeit in einer U-Bahn im Stadtteil Brooklyn das Feuer eröffnet zu haben. Mehr als 20 Menschen wurden durch Schüsse oder bei der entstehenden Panik verletzt. Der mutmaßliche Täter konnte zunächst fliehen, wurde aber einen Tag später in Manhattan gefasst. Bei einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Haftstrafe. Es blieb zunächst unklar, wann der Prozess beginnen wird.


Biden berät mit jordanischem König über Israel und Westjordanland

WASHINGTON: US-Präsident Joe Biden hat sich mit dem jordanischen König Abdullah II. über eine Eindämmung der Gewalt und einen Abbau der Spannungen in Israel und im Westjordanland ausgetauscht. Die beiden hätten bei einem Besuch des jordanischen Königs im Weißen Haus am Freitag über die jüngsten Ereignisse in der Region gesprochen, hieß es aus der Regierungszentrale in Washington.

Jordanien sei ein «wichtiger Verbündeter und eine treibende Kraft für die Stabilität im Nahen Osten», so das Weiße Haus. Biden habe auf die Notwendigkeit hingewiesen, den historischen Status quo auf dem Tempelberg (Al-Haram Al-Scharif) zu erhalten. Der US-Präsident habe außerdem Jordaniens Rolle als Hüter der heiligen Stätten der Muslime in Jerusalem gewürdigt.

Bei einer Terrorwelle in Israel sind seit Ende März 17 Menschen getötet worden, zudem wurde ein israelischer Wachmann im besetzten Westjordanland von Palästinensern erschossen. Nach der Tötung einer Reporterin des TV-Senders Al-Dschasira während eines israelischen Militäreinsatzes in Dschenin am Mittwoch ist die Sicherheitslage in Israel und den Palästinensergebieten derzeit besonders angespannt.

Israel und Jordanien hatten 1994 einen Friedensvertrag unterzeichnet. Trotzdem kommt es immer wieder zu diplomatischen Spannungen. Dabei geht es häufig um Israels Palästinenserpolitik sowie um die Lage auf dem Tempelberg in Jerusalem (Al-Haram al-Scharif), der Muslimen und Juden heilig ist. Jordanien ist Hüter der heiligen Stätten des Islam in Jerusalem.


UN schockiert von Gewalt bei Beerdigung von Journalistin in Jerusalem

NEW YORK: Die Vereinten Nationen haben sich angesichts mutmaßlicher Übergriffe israelischer Sicherheitskräfte auf Teilnehmer der Beerdigung einer getöteten Reporterin bestürzt gezeigt. «Wir haben gerade das Video davon gesehen und es ist einfach sehr schockierend für uns», sagte Sprecher Farhan Haq am Freitag in New York. Momentan arbeiteten die UN daran, mehr Informationen zu dem Vorfall zu sammeln. «Natürlich wollen wir wie in allen Fällen sicherstellen, dass die Grundrechte auf Versammlungsfreiheit und natürlich das Recht auf friedliche Demonstrationsfreiheit geschützt und gewahrt werden.»

Die im Westjordanland erschossene Schirin Abu Akle vom TV-Sender Al-Dschasira war am Freitag auf einem christlich-orthodoxen Friedhof neben der Altstadt Jerusalems beigesetzt worden. Al-Dschasira beschuldigte israelische Sicherheitskräfte, sie vorsätzlich getötet zu haben. Tausende Menschen kamen zu der Beerdigung. Während der Prozession kam es zu Konfrontationen. Videos schienen israelische Sicherheitskräfte zu zeigen, die unter anderem auf Menschen einprügeln, die einen Sarg tragen.

Auch die US-amerikanische UN-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield zeigte sich «zutiefst erschüttert von den Bildern», wie sie auf Twitter schrieb. «Die Tragödie ihres Mordes sollte mit größtem Respekt, Nüchternheit und Sorgfalt behandelt werden.» Wie auch die UN hatten die USA eine Untersuchung zu der Tötung gefordert.


Deutschland und weitere Länder besorgt wegen Israels Siedlungsausbau

BERLIN: Deutschland und 14 weitere europäische Länder haben besorgt auf eine Entscheidung der obersten Planungsbehörde in Israel reagiert, den Bau von mehr als 4000 Wohneinheiten im Westjordanland voranzutreiben. «Die israelischen Siedlungen stellen eindeutig eine Verletzung des Völkerrechts dar und verhindern einen gerechten, dauerhaften und umfassenden Frieden zwischen Israelis und Palästinensern», hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Sprecherinnen und Sprecher der Außenministerien vom Freitag. Die israelischen Behörden werden darin nachdrücklich aufgerufen, die Entscheidung rückgängig zu machen.

Außer Deutschland haben sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes Belgien, Dänemark, Finnland, Polen, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Norwegen, Schweden und Spanien der Erklärung angeschlossen.

Israel hat während des Sechs-Tage-Krieges 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Rund 600.000 Israelis leben dort heute in mehr als 200 Siedlungen. Der UN-Sicherheitsrat bezeichnete diese Siedlungen 2016 als Verletzung des internationalen Rechts. Er forderte Israel auf, alle Siedlungsaktivitäten zu stoppen. Die Palästinenser wollen im Westjordanland, dem Gazastreifen und Ost-Jerusalem einen eigenen Staat errichten.


Finnische Sozialdemokraten entscheiden über Position zu Nato-Beitritt

HELSINKI: Die sozialdemokratische Regierungspartei in Finnland will an diesem Samstag über ihre Haltung zu einem Antrag des skandinavischen Landes auf Mitgliedschaft in der Nato entscheiden. Die finnische Regierungschefin Sanna Marin und Präsident Sauli Niinistö hatten sich am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung ausdrücklich für eine Mitgliedschaft in der Militärallianz ausgesprochen. «Finnland muss unverzüglich die Nato-Mitgliedschaft beantragen», hatten sie gefordert.

Sollte sich die Partei dieser Meinung anschließen, würde sich eine breite Mehrheit im finnischen Parlament für einen Nato-Beitritt abzeichnen. Niinistö und Marins Regierung entscheiden über einen entsprechenden Antrag zwar letztlich gemeinsam, sie haben das Parlament in die Entscheidungsfindung in einer solch historischen Frage aber eng mit eingebunden.


Zehn Tote bei Angriff auf Militärbus im Norden Syriens

DAMASKUS: Bei einem Raketenangriff auf einen Militärbus im Norden des Bürgerkriegslandes Syriens sind mindestens zehn Anhänger der Regierung getötet worden. Neun weitere Militärangehörige seien verletzt worden, meldete die staatliche syrischen Nachrichtenagentur Sana am Freitag. Sie machte nicht näher genannte «Terroristen» für den Beschuss westlich der Großstadt Aleppo verantwortlich.

Nach Angaben des regierungstreuen Senders Sham FM feuerte die militant-islamistische Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) die Raketen ab. Sie dominiert die Rebellengebiete im Umland von Aleppo. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, verantwortlich für den Angriff seien Oppositionsgruppen.

Aleppo steht unter Kontrolle der Regierungstruppen von Machthaber Baschar al-Assad. Westlich der Stadt beherrschen aber Rebellen ein größeres Gebiet, das an der Grenze zur Türkei liegt. Dort gilt seit mehr als zwei Jahren eine von der Türkei und Russland ausgehandelte Waffenruhe. Dennoch kommt es immer wieder zu Gewalt. Ankara unterstützt in dem Bürgerkrieg die Rebellen, Moskau die Regierung.


Grenzpolizist bei Konfrontation mit Palästinensern getötet

TEL AVIV: Ein israelischer Grenzpolizist ist nach israelischen Angaben bei Konfrontationen mit bewaffneten Palästinensern im Westjordanland tödlich verletzt worden. Bei einem Anti-Terror-Einsatz nahe Dschenin hätten bewaffnete Angreifer die Sicherheitskräfte beschossen sowie Sprengsätze geworfen, teilten Polizei und Armee am Freitag mit. Die Soldaten hätten zurückgeschossen. Der 47-jährige Offizier sei beim Verlassen des Ortes Burkin verletzt und noch ins Krankenhaus gebracht worden.

Nach der Tötung einer Reporterin des TV-Senders Al-Dschasira während eines israelischen Militäreinsatzes in Dschenin am Mittwoch ist die Sicherheitslage in Israel und den Palästinensergebieten besonders angespannt. Es blieb zunächst unklar, wer für den Tod der in der arabischen Welt bekannten 51-jährigen Schirin Abu Akle verantwortlich ist.

Die israelische Armee berichtete am Mittwoch, es habe ein heftiges Feuergefecht mit Dutzenden militanten Palästinensern während einer Razzia in Dschenin gegeben. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas machte Israel für den Tod der Journalistin verantwortlich. Israel hat die Vorwürfe zurückgewiesen und eine gemeinsame Untersuchung gefordert.

Israel hat während des Sechs-Tage-Krieges 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Die Palästinenser wollen im Westjordanland, dem Gazastreifen und Ost-Jerusalem einen eigenen Staat errichten.


Mit einem Maserati die Spanische Treppe in Rom hinunter

ROM: Er soll mit einem Maserati die Spanische Treppe in Rom hinuntergefahren sein und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Welt beschädigt haben: Nun ist der Fahrer gefunden. Der Mann sei am Mailänder Flughafen gefasst worden, als er den Wagen bei einer Autovermietung zurückgeben wollte, teilte die römische Polizei am Freitag mit. Der 37-Jährige wurde wegen Beschädigung eines Kulturerbes angezeigt.

Dem Mann wird vorgeworfen, in der Nacht zu Mittwoch den Maserati an der Kirche Trinità dei Monti hinunter auf die Stufen gelenkt haben. Mindestens drei Stufen seien beschädigt, sagte der Polizeisprecher. Der Vorfall sei mit Videokameras aufgenommen worden. Mit Hilfe von Passanten kam der Fahrer laut Medienberichten wieder von der Treppe und fuhr davon.

Die Freitreppe des Architekten Francesco De Sanctis aus dem 18. Jahrhundert gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Schon mehrmals sind Autos die Stufen hinuntergefahren. 2018 hatte ein Fahrer die Kontrolle über seinen Wagen verloren, 2007 fuhr ein Betrunkener die Barocktreppe hinab. Seit langem wird diskutiert, wie die Treppe besser zu schützen sei - am oberen Teil führt eine Straße vorbei, die nicht für den Verkehr gesperrt ist.


Messerattacke in Zug - Ermittler prüfen islamistisches Motiv

HERZOGENRATH/DÜSSELDORF: Nach einer Messerattacke mit mehreren Verletzten in einer Regionalbahn bei der westdeutschen Stadt Aachen prüfen die Ermittler einen islamistischen Hintergrund.

Das teilte der Innenminister des Bundeslands Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul, am Freitag mit. Bei dem Täter handele es sich um einen 31-jährigen Mann, der im Irak geboren wurde, seine Staatsangehörigkeit sei noch unklar. Bei der Attacke am Freitagmorgen habe der Mann fünf Menschen verletzt, Lebensgefahr habe nicht bestanden. Auch der Täter sei verletzt worden.

Der Mann habe in einer Regionalbahn bei Herzogenrath am Freitagmorgen plötzlich «wahllos und willkürlich» auf Passagiere eingestochen, schilderte Reul. Es handele sich um «eine grausame Tat, die in einem Akt enormen Mutes gestoppt werden konnte». Einem 60 Jahre alten Bundespolizisten, der sich zufällig im Zug befand, sei es mit Hilfe zweier weitere Passagiere gelungen, den Angreifer zu überwältigen. In der Bahn hätten sich etwa 270 Fahrgäste befunden.

Der Täter sei bei den Behörden 2017 als sogenannter Prüffall Islamismus aufgelaufen, sagte Reul. Der Mann habe damals in einem Flüchtlingsheim gelebt und sich stark verändert, so dass das Heim dann die Behörden informiert habe. Es gelte nun zu ermitteln, ob es wirklich ein islamistisches Motiv für die aktuelle Tat gegeben habe.


Dino-Skelett für rund 12 Millionen Dollar versteigert

NEW YORK: Ein Skelett der Dinosaurier-Art Deinonychus antirrhopus hat bei einer Versteigerung in den USA knapp 12 Millionen Euro (12,4 Millionen Dollar) eingebracht. Damit überstieg der Preis der vom Auktionshaus Christie's angebotenen und etwa 110 Millionen Jahre alten Knochen die Erwartungen von vier bis sechs Millionen Dollar deutlich.

Der Saurier hat dabei auch einen großen Bruder in Hollywood: Nach dem Vorbild des im US-Bundesstaat Montana gefundenen Sauriers gestalteten die Macher des Erfolgsfilms «Jurassic Park» den «Velociraptor». Deinonychus war jedoch wesentlich kleiner als der blutrünstige Blockbuster-Dino. Das nun versteigerte Skelett des Fleischfressers misst zwar wegen des langen Schwanzes über drei Meter, ist aber nur 1,58 Meter hoch.


Israels Präsident betrauert Tod des Präsidenten der Emirate

TEL AVIV: Israels Präsident Izchak Herzog hat nachdem Tod des langjährigen Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Chalifa bin Sajid Al Nahjan, sein Beileid ausgesprochen. Die VAE gehören zu den wenigen arabischen Ländern, die ihre Beziehungen zu Israel normalisiert haben. «Die mutige Führung von Scheich Chalifa hat so viel zum Fortschritt der VAE und ihres Volkes beigetragen und zur wachsenden Partnerschaft zwischen unseren Ländern und ist ein großes Vermächtnis für seine Nachfolger», sagte Herzog laut einer Mitteilung am Freitag.

Chalifa bin Sajid Al Nahjan starb am Freitag im Alter von 73 Jahren, wie die staatliche Nachrichtenagentur WAM meldete. Scheich Chalifa stand seit 2004 an der Spitze des Landes. Er war zugleich Emir von Abu Dhabi, dem größten der sieben Emirate des Landes.

Israels Außenminister Jair Lapid zeigte sich ebenfalls traurig über Chalifa bin Sajid Al Nahjans Tod. «Er war ein mutiger Anführer, der nach vorne schaute und auf die Zukunft hinarbeitete», sagte Lapid. «Dies ist ein trauriger Tag für alle, die (...) an den Weg des Friedens glauben.» Auch Ministerpräsident Naftali Bennett drückte sein Beileid aus.

Im September 2020 hatte Israel Vereinbarungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie mit Bahrain geschlossen. Die «Abraham-Abkommen» wurden von den USA unter dem damaligen Präsident Donald Trump vermittelt. Auch Marokko und der Sudan kündigten danach an, ihre Beziehungen zu Israel zu normalisieren. Zuvor unterhielten mit Ägypten und Jordanien nur zwei arabische Staaten diplomatische Beziehungen zu Israel.


Lager mit 350 Migranten bei Calais geräumt

CALAIS: Die französische Polizei hat an der Kanalküste bei Calais mehrere improvisierte Lager mit rund 350 Migranten geräumt. Die Aktion am Freitagmorgen sei nach Angaben der Präfektur ruhig verlaufen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Flüchtlingsvereine hätten allerdings beklagt, dass die Migranten unter Zwang weggeführt worden seien und ihr Hab und Gut beschlagnahmt worden sei.

Seit Jahren versuchen Migranten von den nordfranzösischen Hafenstädten aus, über den Ärmelkanal nach Großbritannien zu gelangen. Ihre improvisierten Lager werden regelmäßig von der Polizei geräumt. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der in Großbritannien nach einer Überfahrt mit kleinen Booten eintreffenden Flüchtlinge in die Höhe geschnellt.


Papst-Reise nach Kanada bestätigt - Skandal um Missbrauch indigener Kindern

ROM: Papst Franziskus wird angesichts des Skandals um den Missbrauch indigener Kinder Ende Juli für eine Woche nach Kanada reisen. Das Katholiken-Oberhaupt besuche das nordamerikanische Land vom 24. bis 30. Juli «auf Einladung der zivilen und kirchlichen Behörden und der indigenen Gemeinschaften», teilte der Vatikan am Freitag mit. Der Papst werde in die Städte Edmonton, Québec und Iqaluit reisen.

Vergangenes Jahr waren Hunderte Kinderleichen in der Nähe von katholischen Internaten in Kanada gefunden worden. Das löste großes Entsetzen über die katholische Kirche aus, die zwischen dem 17. Jahrhundert und den 1990er Jahren in den Einrichtungen indigene Kinder unterbrachte, die zuvor ihren Familien entrissen wurden.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau hatte 2021 nach dem Fund der Gräber gefordert, dass der Pontifex nach Kanada kommen und sich entschuldigen solle. Im April hatte der Papst Vertreter indigener Gruppen im Vatikan getroffen und um Vergebung gebeten. Dabei hatte er die Reise schon in Aussicht gestellt.


Mindestens drei Verletzte bei Explosion in Kabuler Moschee

ISLAMABAD: Mindestens drei Menschen sind bei einer Explosion in einer Moschee in der afghanischen Hauptstadt Kabul Polizeiangaben zufolge verletzt worden. Ziel der Explosion seien Gläubige in der Ajub-e-Saber-Moschee während des Freitagsgebets gewesen, sagte ein Sprecher der Kabuler Polizei der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahl der Verletzten sei eine erste, vorläufige Information. Es werde mit einer höheren Zahl und möglicherweise auch Toten gerechnet. Der Hintergrund der Explosion war zunächst unklar.

In den zurückliegenden Monaten hat eine Welle von Anschlägen auf Moscheen, Schulen sowie religiöse Minderheiten das Land erschüttert, dabei kamen mehr als 100 Menschen ums Leben. Für die meisten dieser Anschläge erklärte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich. Sie gehört wie die seit August in Afghanistan regierenden Taliban dem sunnitischen Islam an, beide sind aber miteinander verfeindet.


Präsident der Emirate und Emir von Abu Dhabi gestorben

ABU DHABI: Der langjährige Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Chalifa bin Sajid Al Nahjan, ist tot. Er starb am Freitag im Alter von 73 Jahren, wie die staatliche Nachrichtenagentur WAM meldete. Scheich Chalifa stand seit 2004 an der Spitze des Landes. Er war zugleich Emir von Abu Dhabi, dem größten der sieben Emirate des Landes.

Scheich Chalifa hatte 2014 einen Schlaganfall erlitten. Damals hieß es, nach einem chirurgischen Eingriff befinde er sich in stabilem Zustand. In der Öffentlichkeit wurde er danach nur noch selten gesehen. Der eigentlich starke Mann der öl- und gasreichen Emirate ist sein Bruder Mohammed bin Sajid, der Kronprinz von Abu Dhabi.

Die Regierung rief eine 40-tägige Staatstrauer an, wie WAM weiter meldete. Zudem ordnete sie an, die Arbeit in allen Ministerien, öffentlichen Einrichtungen und im Privatsektor drei Tage auszusetzen.


Natur zerstört: Behörden verbieten Menschen auf griechischer Insel

KRETA: Die kretische Regionalverwaltung hat ein Betretungsverbot für die eigentlich unbewohnte griechische Insel Chrissi («Die Goldene») verhängt. Das kleine Eiland südlich von Kreta ist für seine traumhaften Strände und seine einzigartige Natur bekannt. In den vergangenen Jahren hatten sich deshalb während der Sommermonate Menschen auf der Insel niedergelassen. Hinzu kamen geschätzte 200.000 Tagesbesucher pro Jahr. Nun sei die Natur auf der Insel zerstört, hieß es in einer Mitteilung der Behörden am Freitag.

Vor allem die sogenannten «Chrissi-Zedern», Bäume einer Zedernart, die selbst am Sandstrand wurzeln kann, sind stark betroffen. Ein Großteil der oft mehr als 100 Jahre alten Bäume sei kurz vor dem Eingehen, sagte Verwaltungsmitarbeiterin der dpa. Die Bäume seien entwurzelt und vertrocknet - das Besuchsverbot sei notwendig, um der Natur Zeit zur Erholung zu geben.

Ursache ist der Mensch: Die Sommerbewohner, die nach Behördenangaben in Zelten und selbst gebauten Hütten leben und sogar notdürftige Tavernen errichtet haben, zapfen das Grundwasser an, das später den Pflanzen fehlt. Sie verursachen Müll und haben sogar Fahrzeuge auf die Insel gebracht. Zudem wanderten die Menschen ins Innere der Insel und zerstörten dabei die Jungpflanzen, die für neue Vegetation sorgen könnten. Manch einer brachte offenbar sogar Ziegen mit auf die Insel - die Tiere fressen alles an kleinen Pflanzen, was sie finden können.

Nun soll verhindert werden, dass sich in diesem Sommer wieder Menschen auf Chrissi niederlassen. Erlaubt sei den Besuchern nur noch, mit dem Boot an das Eiland heranzufahren und ans Ufer zu schwimmen - anlanden dürfen sich nicht mehr.


Queen zeigt sich freudestrahlend bei Pferde-Show in Windsor

WINDSOR: Queen Elizabeth II. hat bei der Royal Windsor Horse Show ihre Pferde persönlich unter die Lupe genommen. Die Pferdenärrin zeigte sich am Freitag freudestrahlend bei der traditionellen Veranstaltung im Park ihrer Residenz Schloss Windsor bei London. Die 96-Jährige hatte wegen gesundheitlicher Probleme am Dienstag die Zeremonie zur Parlamentseröffnung in London abgesagt - erst zum dritten Mal in ihrer nun 70-jährigen Regentschaft. Thronfolger Prinz Charles hatte seine Mutter vertreten. Daraufhin wurde spekuliert, dass die Queen auch nicht zur Horse Show kommen würde.

Elizabeth, eine getönte Brille tragend, wurde in einem Geländewagen auf das Areal unweit des Schlosses gefahren. Dort sprach sie, während sie auf dem Beifahrersitz saß, durchs offene Autofenster mit mehreren Menschen. Die Königin ist eine Pferde-Liebhaberin und besitzt mehrere der Tiere. Bei einem der Wettbewerbe gewann eines ihrer Pferde sogar den ersten Platz. Sichtlich erfreut nahm die Monarchin, die sich wie üblich bei Freizeitaktivitäten im Freien ein Kopftuch aufgesetzt hatte, später einen Pokal für eines ihrer Pferde entgegen.

Die Queen feiert in diesem Jahr ihr 70. Thronjubiläum. Sie hatte zuletzt wegen Mobilitätsproblemen mehrere Veranstaltungen abgesagt. Zuletzt hatte sich die Monarchin Ende März beim Gedenkgottesdienst für ihren 2021 gestorbenen Ehemann Prinz Philip in der Öffentlichkeit gezeigt.


Regen ohne Ende: Wieder Überschwemmungen im australischen Queensland

BRISBANE: Nur rund zwei Monate nach den katastrophalen Überschwemmungen an der australischen Ostküste stehen Teile des Bundesstaates Queensland erneut unter Wasser. Besonders schlimm betroffen waren die Orte Laidley im Lockyer Valley sowie Warrill Creek und Warwick südwestlich von Brisbane. Warwick sei derzeit von der Außenwelt abgeschnitten. Die Gemeinde bereite sich auf die womöglich schlimmsten Überflutungen seit einem Jahrzehnt vor, berichtete der Sender 9News am Freitag.

Nach tagelangen heftigen Regenfällen standen vor allem im Südosten der Region viele Straßen unter Wasser. Das Wetteramt teilte mit, dass die Niederschläge länger anhalten würden als zunächst erwartet. Es gebe ein erhöhtes Risiko für «lebensbedrohliche Sturzfluten, wobei auch Erdrutsche möglich sind», zitierten Medien die Meteorologin Laura Boekel.

Viele Anwohner waren verzweifelt. «Ich kann nicht glauben, dass das wirklich passiert», sagte eine Betroffene. Die Situation sei angsteinflößend. «Was wir dringend bräuchten wäre ein wenig Sonne, die uns Hoffnung gibt, dass der Regen irgendwann aufhört.»

Tagelanger Starkregen hatte schon im Februar und März zu historischen Überschwemmungen vor allem im Norden des Bundesstaates New South Wales und im angrenzenden Queensland geführt. Durch das Extremwetter kamen mehr als 20 Menschen ums Leben. Die Zerstörungen waren gewaltig. Australien leidet besonders unter dem Klimawandel.


Wanderin stürzt von Kreidefelsen in Étretat in den Tod

ÉTRETAT: Eine Wanderin ist von den Kreidefelsen in Étretat in der Normandie in den Tod gestürzt.

Die Frau sei am Donnerstag von den 90 Meter hohen Klippen ins Meer gefallen, teilte die Maritime Präfektur mit. Drei Rettungsboote und ein Hubschrauber rückten zur Bergung der Frau aus, für die aber jede Hilfe zu spät kam. Wie die Zeitung «Paris-Normandie» berichtete, war die 59-Jährige mit einer Gruppe Freunden zum Wandern unterwegs, als es zu dem Unglück kam. Die Frau habe sich zu sehr dem Rand der Klippen genähert. Zuletzt war dort im Januar eine 24-Jährige in den Tod gestürzt. Die Felsen locken jährlich über eine Million Besucher.


Buschfeuer in Kalifornien «zu 15 Prozent unter Kontrolle» - Notstand

LOS ANGELES: Das verheerende Buschfeuer im US-Staat Kalifornien südlich der Metropole Los Angeles hat Behörden zufolge bisher mindestens zwanzig Häuser zerstört und elf weitere beschädigt - darunter auch Villen im Millionenwert. Die Feuerwehr habe die Flammen des «Coastal Fire» in und um Laguna Niguel im Orange County «zu 15 Prozent unter Kontrolle gebracht», sagte Shane Sherwood von der Feuerschutzbehörde des Bezirks am Donnerstagabend (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz. Zwei Feuerwehrleute seien verletzt worden, Tote oder weitere Verletzte gebe es nicht. Die Ursache des Feuers war weiter unklar.

Die Wetterlage mit Winden, hohen Temperaturen und großer Trockenheit der Böden bleibe auch in den kommenden Tagen eine «Herausforderung» für die Löscharbeiten, sagte Sherwood. 550 Feuerwehrleute seien rund um die Uhr im Einsatz, um den Brand zu 100 Prozent zu löschen.

Der Bezirk hatte am Donnerstag wegen des Buschfeuers den Notstand ausgerufen. Der Schritt ermögliche es den Behörden, alle notwendigen Ressourcen einzusetzen und Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag hieß. Die Einwohner weiterer 900 Häuser sollten sich in Sicherheit bringen.

Brian Fennessy, der Chef der Feuerschutzbehörde Orange County, sprach angesichts dieses verheerenden Brandes noch vor Beginn der jährlichen Feuersaison in Kalifornien von einer «gefährlichen neuen Normalität», wie der Sender NBC berichtete. Vor allem die täglich auftretenden Winde machten es unmöglich, vorherzusagen, wie sich das Feuer verhalte. Der Südwesten der USA leidet bereits seit Wochen unter mehreren Waldbränden, die nach Angaben der Behörden durch die anhaltende Trockenheit begünstigt werden. In der Vergangenheit fing die Saison der Buschbrände in Kalifornien meist im Oktober an, mit dem Aufkommen der berüchtigten Santa-Ana-Winde.


Solarpanels und abbaubare Flaggen - Grüne Ideen für Mount Everest

KATHMANDU: Wird der Tourismus auf den Mount Everest nachhaltiger? Mindestens zwei Expeditionsfirmen nutzen dieses Jahr erstmals vorwiegend Solarpanels im Basislager des welthöchsten Berges für ihren Strom.

Eine österreichische und eine nepalesische Firma brachten dazu je 16 Solarpanels auf den Berg. Damit decke man den Strombedarf für Küche, Eigenbedarf der Expeditionsteilnehmer, Kommunikation und Laden von Ausrüstung, sagte Lukas Furtenbach, Geschäftsführer der österreichischen Firma Furtenbach Adventures. Von der nepalesischen Firma Everest Exped hieß es, dass man neben den Panels für Schlechtwetterzeiten noch einen Generator dabei habe.

Bislang nutzen die meisten Expeditionsfirmen Generatoren als Hauptenergiequelle. Furtenbach sagt, bei den Solarpanels sei die CO2-Bilanz besser. Vieles sei früher an den hohen Bergen nicht richtig gemacht worden, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens. «Es ist jetzt allerhöchste Zeit, es besser zu machen und Fehler und Umweltsünden vergangener Generationen nicht gedankenlos fortzusetzen, sondern auszumerzen und darüber hinaus auch zu kompensieren und wiedergutzumachen, also auch den Müll vergangener Expeditionen abzutransportieren und zu entsorgen.»

Die Firma Seven Summit Treks schließlich wolle nun die von den Sherpas für verbreitete Rituale verwendeten bunten buddhistischen Gebetsfahnen, die auf den Bergen zurückgelassen werden, durch biologisch abbaubare ersetzen. Die Flaggen wieder mitnehmen könne man nicht so einfach - sie seien eine religiöse Gabe an die Götter, um sicher auf den Berg zu kommen, sagte Firmenchef Mingma Sherpa.

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