Neues aus dem Ausland am Donnerstag

Neues aus dem Ausland am Donnerstag

Trump-Regierung droht chinesische Firmen von US-Börsen zu verbannen

WASHINGTON: Die US-Regierung will gegen chinesische Unternehmen mit Börsennotiz in den Vereinigten Staaten vorgehen, die sich nicht an die dort gängigen Bilanzprüfungen halten. Nach einem am Donnerstag (Ortszeit) vom Finanzministerium in Washington vorgestellten Plan sollen Firmen aus China die Auflagen bis 2022 erfüllen oder ihre Börsenpräsenz in den USA aufgeben. Dadurch sollten Anleger vor «erheblichen Risiken» bewahrt werden.

Den Finanzaufsehern ist es schon lange ein Dorn im Auge, dass chinesische Konzerne wie der Onlineriese Alibaba sich nicht wie üblich von US-Bilanzprüfern in die Bücher gucken lassen wollen. Finanzminister Steven Mnuchin plädiert deshalb dafür, dass die US-Börsenaufsicht SEC ihre Standards entsprechend ändert. Bislang handelt es sich allerdings lediglich um Vorschläge und Empfehlungen einer von US-Präsident Donald Trump beauftragten Arbeitsgruppe.


Trump vermisst alte Glühbirnen: Er will nicht «orangefarben aussehen»

CLYDE: US-Präsident Donald Trump findet sich im Licht klassischer Glühbirnen schöner als bei modernen Energiesparlampen. «Ich mag sie besonders, weil ich nicht so orangefarben aussehe», sagte der 74-Jährige bei einer Rede vor Angestellten eines Haushaltsgeräteherstellers. «Ihr seid alle schöne Leute, aber ihr habt mit der alten Glühbirne besser ausgesehen, als mit den furchtbaren neuen Glühbirnen», sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) im US-Bundesstaat Ohio. «Ich mag diesen Look nicht», sagte er mit Blick auf das Licht energieeffizienter Lampen.

Seine Regierung hatte schon vor einiger Zeit eine Verordnung kassiert, die den Verkauf der eher verschwenderischen Birnen mit Glühdraht - ähnlich wie in der EU - weitestgehend verboten hätte. Trump behauptet, Energiesparlampen seien schädlich für die Umwelt.

Für seinen unnatürlich wirkenden Teint wird der Republikaner immer wieder verspottet. Er hat zum Beispiel auch wiederholt erklärt, er halte Pressekonferenzen lieber im Freien, weil er bei natürlichem Licht besser aussehe.


Uber mit tiefroten Zahlen - Pandemie bremst Fahrdienstgeschäft aus

SAN FRANCISCO: Der weltgrößte Fahrdienst-Vermittler Uber hat inmitten der Corona-Krise einen weiteren hohen Verlust erlitten. Im zweiten Quartal fiel unterm Strich ein Minus von 1,8 Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro) an, wie der Taxikonkurrent am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Wegen hoher Kosten für den großen Börsengang hatte das Unternehmen vor einem Jahr sogar noch deutlich mehr Miese gemacht. Dennoch war das Quartal alles andere als positiv.

Die Pandemie bremste das Fahrdienstgeschäft kräftig aus, insgesamt sanken die Erlöse um 29 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar. Der Essensbringdienst Uber Eats verbuchte dank hoher Nachfrage während des Lockdown zwar weiter starkes Wachstum, das konnte die Bilanz aber nicht retten. Im Großen und Ganzen fielen die Ergebnisse wesentlich schlechter aus als von Analysten erwartet. Die Aktie geriet nachbörslich zunächst mit mehr als drei Prozent ins Minus.


Telekom-Tochter T-Mobile mit Umsatzsprung dank Sprint-Übernahme

BELLEVUE: Die US-Tochter des Bonner Telekom-Konzerns hat ihr Geschäft dank der Übernahme des kleineren Rivalen Sprint im zweiten Quartal kräftig ausgebaut. Die Erlöse legten im Jahresvergleich um 61 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar (14,9 Mrd Euro) zu, wie T-Mobile am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Hohe Kosten wegen der Fusion und Belastungen durch die Corona-Krise ließen den Gewinn jedoch um 88 Prozent auf 110 Millionen Dollar einbrechen.

Die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit kräftigen Kursaufschlägen auf die Zahlen. T-Mobile hatte am 1. April nach einer zweijährigen kartellrechtlichen Zitterpartie endlich den Zusammenschluss mit Sprint abschließen können. Durch die Mega-Fusion zog der Konzern im vergangenen Quartal nach eigenen Angaben bereits am Konkurrenten AT&T vorbei und stieg gemessen am Kundenvolumen zum zweitgrößten US-Mobilfunker hinter dem Branchenführer Verizon auf.


Gewinne an Wall Street dank guter Daten - Tech-Indizes in Rekordlaune

NEW YORK: Die Wall Street hat am Donnerstag ihre jüngsten Gewinne ausgebaut. Börsianern zufolge wogen gute Konjunkturdaten schwerer als der zuletzt wieder aufgeflammte Konflikt zwischen den USA und China. Damit konnten die technologielastigen Indizes Nasdaq 100 und Nasdaq Composite ihre jüngste Rekordjagd wieder aufnehmen.

Der Leitindex Dow Jones Industrial rückte um 0,68 Prozent auf 27.386,98 Punkte vor und näherte sich damit weiter seinem Anfang Juni erreichten Hoch seit dem Corona-Crash bei gut 27.580 Punkten. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,64 Prozent auf 3349,16 Zähler aufwärts. Der Nasdaq 100 zog um 1,27 Prozent auf 11.267,09 Punkte an.

Der US-Arbeitsmarkt hat sich ein wenig entspannt. In der vergangenen Woche fiel die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 249.000 auf 1,186 Millionen. Volkswirte hatten im Schnitt mit 1,4 Millionen Anträgen gerechnet. Die Zahl der Erstanträge befindet sich aber weiter auf einem hohen Niveau.


Twitter versieht staatsnahe Konten mit Symbolen

SAN FRANCISCO/WASHINGTON: Twitter versieht eine Reihe von Nutzerkonten mit Verbindung zu Regierungen künftig mit Symbolen, um seinen Usern eine bessere Orientierung zu bieten. So würden kleine Flaggen ab sofort anzeigen, wenn es sich um den Account von Mitgliedern von Regierungen oder Spitzendiplomaten handele, teilte der Kurzmitteilungsdienst am Donnerstag mit.

Betroffen seien auch staatsnahe Medien sowie deren Herausgeber oder hochrangige Journalisten. Solche Medienkonten würden ab sofort von Twitter auch nicht mehr für andere Nutzer für Abonnements empfohlen. Beispielsweise führte das Unternehmen aus San Francisco die chinesische Staatsagentur Xinhua am Donnerstag mit dem Label «Staatsnahe Medien in China», das russische Medium RT bekam den Hinweis «Staatsnahe Medien in Russland».

Laut Twitter sollen die Maßnahmen der besseren Einordnung von Informationen im öffentlichen Gespräch dienen. «Ein wichtiger Teil dieser Arbeit besteht darin, den Menschen einen Kontext zu bieten, damit sie fundierte Entscheidungen darüber treffen können, was sie sehen und wie sie sich auf Twitter engagieren.»


Neues aus dem Ausland am Freitag

Zur Meldung «16 Hafenmitarbeiter nach Explosion in Beirut aktualisierte Tageszusammenfassung .

dpa ll/jot xx s5 ll

062140 Aug 20


UN wollen Libanon mit neun Millionen Dollar Soforthilfe unterstützen

NEW YORK: Die Vereinten Nationen (UN) wollen mit mindestens neun Millionen Dollar (7,6 Millionen Euro) Soforthilfe die unmittelbare Not nach der Explosionskatastrophe in der libanesischen Hauptstadt Beirut mindern. Unter anderem sollen im Libanon Krankenhäuser bei der Ausstattung für Intensivstationen und bei Medikamenten finanziell unterstützt werden, sagte ein UN-Sprecher am Donnerstag in New York.

Aktuell bewerteten die Vereinten Nationen den Schaden durch die Detonationen und planten einen Sonderaufruf zur Finanzierung zusätzlicher Unterstützung, hieß es weiter. «Der Libanon wird sicher sehr grundsätzliche Bedürfnisse haben - von Hilfen für das Krankenhaussystem über Unterstützung bei Nahrungslieferungen bis hin zu langfristigen Kosten des Wiederaufbaus», sagte der Sprecher.


Gleitschirmflieger abgestürzt und verletzt

MEERFELD: Ein Gleitschirmflieger ist am Donnerstag bei Meerfeld (Kreis Bernkastel-Wittlich) abgestürzt und verletzt worden.

Der Flieger aus Belgien sei an einer Rampe gegen 15.25 Uhr oberhalb des Meerfelder Maares nach rechts abgedriftet und auf eine Wiese abgestürzt, teilte die Polizei mit. Er habe sich komplizierte Frakturen am Oberschenkel zugezogen und sei in ein Krankenhaus nach Trier gebracht worden.


US-Sondergesandter für den Iran tritt zurück

WASHINGTON: Der als Hardliner bekannte Sondergesandte des US-Außenministeriums für den Iran, Brian Hook, tritt zurück.

Hook habe in seinen mehr als zwei Jahren im Amt beim Zurückdrängen des iranischen Regimes «historische Ergebnisse» erreicht, erklärte US-Außenminister Mike Pompeo am Donnerstag. Hook sei ihm ein wichtiger Berater und guter Freund gewesen, so Pompeo weiter. Nach einer kurzen Übergangszeit soll der Sondergesandte für Venezuela, Elliott Abrams, Hooks Aufgaben zusätzlich übernehmen, hieß es weiter. Hook war für seine harte Haltung gegenüber dem Iran bekannt.


Macron kündigt internationale Hilfskonferenz für den Libanon an

BEIRUT: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach der Explosionskatastrophe in Beirut mit mindestens 130 Toten eine baldige internationale Hilfskonferenz angekündigt. Die Hilfe an Ort und Stelle solle von den Vereinten Nationen (UN) und der Weltbank koordiniert werden, sagte er am Donnerstag vor Journalisten in der libanesischen Hauptstadt.

So solle sichergestellt werden, dass die Hilfe direkt die Bevölkerung erreiche. Es seien etwa 50 französische Staatsbürger von der Katastrophe betroffen, sagte Macron. Er ging dabei aber nicht auf Details ein. Der Präsident bekräftigte seine frühere Aussage, wonach er am 1. September in den Libanon zurückkehren wolle.


USA schicken drei Flugzeugladungen mit Hilfsgütern nach Beirut

TAMPA: Nach der gewaltigen Explosion in Beirut haben die USA Hilfsgüter in die libanesische Hauptstadt geschickt. Das Zentralkommando des US-Militärs berichtete am Donnerstag von drei Flugzeugladungen mit Essen, Wasser und medizinischem Material. Genauere Angaben zu Menge und Produkten gab es zunächst nicht.

In Beirut hatte eine heftige Detonation am Dienstag große Teile des Hafens zerstört und ganze Straßen im Zentrum in Scherben und Trümmer gelegt - mehr als 130 Menschen starben und Tausende wurden verletzt. Spekuliert wird, dass große Mengen an Ammoniumnitrat, die jahrelang im Hafen ohne Sicherheitsvorkehrungen gelagert wurden, explodierten.

Die Weltgesundheitsorganisation hatte bereits 20 Tonnen Hilfsgüter ins Land gebracht, um Hunderte Menschen mit Brand- und anderen Verletzungen zu versorgen. Die EU sagte Nothilfe in Höhe von mehr als 33 Millionen Euro zu, um etwa medizinische Ausrüstung zu finanzieren. Aus der Türkei, Griechenland, Zypern und Katar traf ebenfalls Hilfe ein. Auch Israel, das mit dem Libanon keine diplomatischen Beziehungen pflegt, will bei der Versorgung von Opfern helfen.


Waffenruhe in der Ostukraine: Präsident Selenskyj besucht Front

BACHMUT: Im Ukraine-Konflikt hat Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einem Besuch im Frontgebiet von Donezk die Bedeutung einer dauerhaften Waffenruhe unterstrichen. «Wir kämpfen dafür, dass dieser Waffenstillstand nicht gebrochen wird», betonte der 42-Jährige am Donnerstag einer Mitteilung zufolge. Auf Bildern war zu sehen, wie das Staatsoberhaupt mit schutzsicherer Weste aus einem Unterstand der Regierungstruppen Positionen der prorussischen Separatisten beobachtet. «Wenn alles nur von unserer Seite abhängen würde, dann wäre es eine durchgängige Ruhe, und wir würden zu den nächsten Etappen der Beendigung des Krieges übergehen», sagte er.

Am 27. Juli war eine neue Vereinbarung über eine Einstellung der seit 2014 immer wieder aufflammenden Kämpfe in Kraft getreten. Beide Seiten warfen sich seither Verstöße vor. Einem Bericht der Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vom Donnerstag zufolge wurde die neue Waffenruhe seit Inkrafttreten mehr als 250 Mal gebrochen. Die Regierungseinheiten haben seit dem Inkrafttreten der neuen Waffenruhe keine Verluste verzeichnet. Insgesamt sind nach UN-Schätzungen seit 2014 in dem Konflikt mehr als 13.000 Menschen getötet worden.


Flüchtlingshilfswerk: Boot mit 40 Menschen vor Mauretanien gekentert

NOUAKCHOTT: Vor der Küste Mauretaniens ist den UN zufolge ein Boot mit rund 40 Menschen an Bord gekentert. Der Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Charlie Yaxley, schrieb am Donnerstag auf Twitter von einer «tragischen Nachricht». Das Boot sei vor der Küstenstadt Nuadibu gesunken, schrieb der UNHCR-Sondergesandte für die Situation der Flüchtlinge auf der zentralen Mittelmeerroute, Vincent Cochetel, auf Twitter. Eine Person aus Guinea habe überlebt.

«Dies sind die schrecklichen Folgen der unmoralischen und skrupellosen Schmuggler und Menschenhändler, die diese verzweifelten Seereisen organisieren», schrieb Yaxley. UN-Mitarbeiter seien vor Ort und stellten Hilfe bereit.

Das nordwestafrikanische Mauretanien liegt am Atlantik und grenzt im Norden an Algerien und die von Marokko beanspruchte Westsahara. Es dient vielen Migranten und Flüchtlingen als Transitland, bevor sie die lebensgefährliche Überfahrt nach Europa wagen.


New Yorker Generalstaatsanwältin klagt gegen Waffenlobby NRA

NEW YORK: Nach 18-monatigen Ermittlungen erhebt die Generalstaatsanwältin des US-Bundesstaats New York Anklage gegen die mächtige Waffenlobby-Organisation NRA (National Rifle Association), um ihre Auflösung zu erreichen. «Betrug und Missbrauch» seien über Jahre an der Tagesordnung gewesen, sagte Letitia James am Donnerstag in New York.

Über drei Jahre hinweg seien Schäden in Höhe von mehr als 64 Millionen Dollar entstanden. Unter anderem sollen vier Führungspersönlichkeiten Gelder für Luxusreisen veruntreut und Aufträge an Familienmitglieder und Freunde vergeben haben.

Die NRA besitzt in den USA gemeinnützigen Status und unterliegt daher besonderen Auflagen für Spenden und Wohltätigkeit. Sie gilt als sehr konservative Organisation mit großem politischem Einfluss und als loyale Unterstützerin vor allem von Donald Trumps Republikanern. James ist Mitglied der Demokraten; sie hatte im vergangenen Jahr bereits einen Prozess geführt, durch den eine Stiftung Trumps aufgelöst wurde.


Große Ratsversammlung tagt

KABUL: In Kabul tritt am Freitag die Große Ratsversammlung afghanischer Würdenträger zusammen, um über die geplanten Friedensverhandlungen der Regierung mit den Taliban zu beraten. Dabei geht es ganz zentral auch um die Forderung der Taliban, 400 ihrer als besonders gefährlich eingeschätzten Kämpfer freizulassen. Die Ratsversammlung - die Loja Dschirga - soll drei Tage mit der Regierung beraten.

Rund zwei Jahrzehnte nach ihrer Vertreibung aus Kabul durch eine US-geführte Militärkoalition beherrschen die militant-islamistischen Taliban wieder große Gebiete Afghanistans. Mehr als die Hälfte der Bezirke des Landes sind derzeit umkämpft, wie eine Recherche der Deutschen Presse-Agentur ergab. Die Taliban vereinbarten mit den USA ein Abkommen, das den Abzug der internationalen Truppen und die Aufnahme von Verhandlungen der Taliban mit der Regierung vorsah. Zu den Vorbedingungen dieser Verhandlungen gehört ein Gefangenenaustausch. Über den Personenkreis dieses Austauschs herrscht jedoch keine Einigkeit.


Bundesamt gibt Daten bekannt - Export auf Erholungskurs?

WIESBADEN: Nach dem dramatischen Einbruch der Warenausfuhren auf dem Höhepunkt der Coronakrise hat sich die Stimmung in den deutschen Exportunternehmen zuletzt etwas aufgehellt. Wie sich der Export im Juni und damit im ersten Halbjahr entwickelt hat, gibt das Statistische Bundesamt an diesem Freitag (08.00 Uhr) bekannt. Einen ersten Hoffnungsschimmer hatte es im Mai gegeben. Zwar sanken die Ausfuhren gegenüber dem Vorjahresmonat erneut deutlich um fast 30 Prozent, im Vergleich zum April gab es jedoch ein Plus von 9 Prozent.

Der April hatte bislang den Tiefpunkt markiert. Zeitweise Grenzschließungen, Störungen in der Logistik und Unterbrechungen der Lieferketten hinterließen tiefe Spuren. Zuletzt spürten die deutschen Exporteure die Erholung der Wirtschaft in vielen Ländern. In der Branche machte sich nach einer Umfrage des Ifo-Instituts im Juli vorsichtiger Optimismus breit.

Für das Gesamtjahr rechneten der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zuletzt mit einem Rückgang der Ausfuhren um 15 Prozent. Neben dem Privatkonsum zählt der Export zu den Stützen der deutschen Konjunktur.


Neue Gattung der Weberknechte nach Greta Thunberg benannt

MAINZ: Ein Mainzer Zoologe hat eine neue Gattung von Weberknechten beschrieben und nach der Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg benannt. Der Experte für eurasische Weberknecht-Arten begründete die Namensgebung damit, dass die Bedrohung von Flora und Fauna durch den Klimawandel noch immer nicht ausreichend beachtet werde. So seien in China durch jahrhundertelange Rodungen bereits Teile der Spinnentier- und Insektenfauna unwiderruflich verloren gegangen. Zu ihnen gehörten vor allem solchen Gruppen, die am Boden lebten und auf eine Beschattung ihres Waldlebensraumes angewiesen seien. «Der Klimawandel verschärft die Situation zunehmend.» Die Weberknechte gehören wie etwa die Milben und die Webspinnen zur Klasse der Spinnentiere.

Die nun beschriebene Gattung umfasst eine neue Art, die den Namen Thunbergia gretae erhält, sowie drei bereits bekannte Arten, die bislang anderen Gattungen zugerechnet wurden. Sie wurden jetzt als Thunbergia grandis, Thunbergia wangi und Thunbergia zhui neu bestimmt. Die nun bestimmte Art ist in China zuhause. Zwei weitere Arten stammen aus Mittelchina, eine aus Japan und Sibirien. Martens hat nach Angaben der Universität nahezu 200 neue Weberknechtarten entdeckt und beschrieben, hauptsächlich in Europa und auf Forschungsreisen in Asien. Bei der neuen Gattung Thunbergia sind die als Pedipalpen bezeichneten Tastorgane im Kopfbereich bei den Männchen zu kräftigen Zangen umgebildet. Außerdem unterscheiden sich die Fortpflanzungsorgane von denen anderer Weberknechtarten.

Der Frankfurter Forscher Peter Jäger hatte im Juni eine neue Spinnengattung auf Madagaskar nach Greta Thunberg benannt. Damit wollt der Wissenschaftler der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung auf die Bedrohung der Artenvielfalt aufmerksam machen. Die Studie über fünf Thunberga-Arten innerhalb der Riesenkrabbenspinnen ist im Journal «Zootaxa» erschienen.


Die Hitzewelle - gekommen um zu bleiben

OFFENBACH: Der Hochsommer lässt nicht locker. Passend zu den Hundstagen stehe Deutschland am Beginn der ersten langanhaltenden Hitzewelle in diesem Sommer, so der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstag. Das Wetter sei also «schnell erzählt»: Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen. Am Freitag klettern sie schon auf 30 bis 36 Grad, am Samstag und Sonntag sind in den wärmsten Regionen entlang des Rheins sogar 37 oder 38 Grad drin. Die 40-Grad-Marke wird allerdings wohl nicht erreicht werden. Währenddessen steigt auch die Waldbrandgefahr in Deutschland. Wegen der anhaltenden Trockenheit gilt vor allem in Brandenburg am Wochenende die höchste Warnstufe.


Verdächtiger im Fall Maddie muss mit Niederlage am EuGH rechnen

LUXEMBURG: Der Tatverdächtige im Fall Maddie hat bei seinen Bemühungen um eine Freilassung aus dem Gefängnis einen Rückschlag hinnehmen müssen. Ein Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofes kam am Donnerstag in einem Rechtsgutachten zu dem Ergebnis, dass der 43 Jahre alte Deutsche im Dezember 2019 vom Landgericht Braunschweig wegen der Vergewaltigung einer US-Amerikanerin verurteilt werden durfte. Relevant ist das Verfahren auch wegen möglicher Auswirkungen auf den Fall der vor 13 Jahren verschwundenen Britin Madeleine «Maddie» McCann: Sollte der Mann vom EuGH Recht bekommen, könnte ihm womöglich in Deutschland nicht der Prozess gemacht werden.


DLRG: Weniger Badetote - aber zu wenige Kinder können schwimmen

STUTTGART: Mehr Aufklärung über die Gefahren des Schwimmens und wechselhaftes Wetter - das hat nach Ansicht der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) für einen Rückgang bei den Badetoten gesorgt. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres starben mindestens 192 Menschen beim Baden, wie die DLRG am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Das waren aber 63 weniger als im Vorjahreszeitraum. Es bestehe aber die Sorge, dass die Zahlen bei schönem Wetter wieder anstiegen, hieß es.


Missbrauchsfall Münster: Franzose in Saarbrücken festgenommen

MÜNSTER: Im Missbrauchsfall Münster hat die Polizei im Saarland einen weiteren Tatverdächtigen identifiziert. Nach Angaben der Polizei in Köln wurde der 62-jährige Franzose in Saarbrücken festgenommen. Bei einer Hausdurchsuchung des Beschuldigten durch die französische Polizei stellten die Ermittler Datenmaterial sicher. Der Mann soll im Dezember 2018 in Pulheim nordwestlich von Köln ein Kind sexuell missbraucht haben. Das Kind soll ihm durch den Hauptbeschuldigten im Missbrauchsfall Münster zugeführt worden sein.


Rockerboss Frank Hanebuth zu Geldstrafe verurteilt

ANNOVER: Im Prozess gegen Frank Hanebuth hat das Amtsgericht Hannover Geldstrafen gegen den Rockerboss und weitere Angeklagte verhängt. Eine gemeinschaftliche Körperverletzung sei nicht nachweisbar, eine einfache Körperverletzung aber schon, sagte die Vorsitzende Richterin am Donnerstag zur Urteilsbegründung. Hanebuth wurde wegen Nötigung und Beihilfe zu 4000 Euro Geldstrafe verurteilt. Ein 46 Jahre alter Angeklagter wurde zu 90 Tagessätzen zu 60 Euro - also 5400 Euro Strafe - verurteilt. Er hatte demnach den Chef einer Autowerkstatt in Langenhagen bei Hannover geschlagen.

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