Neues aus dem Ausland am Donnerstag

Neues aus dem Ausland am Donnerstag

Regierungskritischer Bischof von Polizei bedrängt

MATAGALPA: Nach der Schließung mehrerer katholischer Radiosender hat die Polizei in Nicaragua einen regierungskritischen Bischof am Verlassen seiner Residenz gehindert. Rolando Álvarez wollte nach eigenen Angaben am Donnerstag eine Messe in der Kathedrale von Matagalpa lesen. Beamte mit Schilden und Schlagstöcken blockierten jedoch die offene Garagentür, wie auf Videoaufnahmen zu sehen war. Erst am Montag hatte die autoritäre Regierung von Präsident Daniel Ortega eine Reihe kirchlicher Radiosender des mittelamerikanischen Landes schließen lassen.

«Sie halten uns in der bischöflichen Residenz fest», sagte Álvarez in einem von mehreren im Internet veröffentlichten Videos. In den Aufnahmen waren mindestens acht Beamte und ein Polizeiwagen zu sehen. Álvarez sang ein religiöses Lied und erteilte den Polizisten seinen Segen, bevor das Tor von innen geschlossen wurde. Stunden zuvor hatte der Bischof auf der Straße vor der von der Polizei umstellten Residenz kniend gebetet und die Gemeinde zu der Messe eingeladen. Diese sei aber nicht genehmigt worden, sagte er in dem Video.

Der Ex-Guerillero Ortega geht seit Jahren massiv gegen politische Gegner und die freie Presse vor. Bei Protesten gegen die Regierung kamen im Jahr 2018 mehr als 350 Menschen ums Leben, zahlreiche Oppositionelle sitzen in Haft. Auch Vertreter der katholischen Kirche werden immer wieder unter Druck gesetzt. Die Europäische Union verurteilte am Donnerstag die Schließung der Radiosender. «Die nicaraguanischen Behörden müssen die Unterdrückung beenden und die Menschenrechte wieder achten», hieß es in der Stellungnahme.


Taiwan-Konflikt: Japan und USA wollen eng zusammenarbeiten

TOKIO: Japan und die USA wollen angesichts des Konflikts um Taiwan eng zusammenarbeiten. Es sei wichtig, den Frieden und die Stabilität in der Taiwanstraße zu wahren. Darauf verständigten sich Japans Regierungschef Fumio Kishida und die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, am Freitag bei einem Treffen in Tokio. Am Vortag waren bei Manövern der chinesischen Volksbefreiungsarmee in den Gewässern vor Taiwan fünf Raketengeschosse in Japans ausschließlicher Wirtschaftszone (AWZ) niedergegangen. Chinas Verhalten habe «ernste Auswirkungen auf den Frieden und die Stabilität in der Region und der internationalen Gemeinschaft», sagte Kishida laut japanischen Medienberichten.

Pelosi war am Vorabend zum Abschluss ihrer Asienreise in Tokio eingetroffen. Sie hatte zuvor Gespräche in Singapur, Malaysia, Taiwan und Südkorea geführt. In Reaktion auf ihren Besuch in Taiwan hatte China am Donnerstag die größte militärische Machtdemonstration seit Jahrzehnten anlaufen lassen. Die Muskelspiele sollen Taiwan vor weiteren Bestrebungen nach Unabhängigkeit abschrecken. Zudem sind sie eine Warnung an die USA, sich aus dem Streit herauszuhalten.

Japan hat darauf verzichtet, eine offizielle Haltung zu dem Besuch von Pelosi in Taiwan einzunehmen, drängt jedoch auf eine friedliche Lösung der Probleme durch Dialog. Nach Kishida wollte Pelosi auch den Sprecher des japanischen Unterhauses treffen. Japan ist ein wichtiger Verbündeter Washingtons. Die USA sind zugleich Japans Schutzmacht.


UN: Nordkorea bereitet ersten Atomtest seit 2017 vor

NEW YORK: Nordkorea bereitet sich den Vereinten Nationen zufolge auf seinen ersten Atomtest seit 2017 vor. Zuletzt seien Bauarbeiten an einer unterirdischen Testanlage im Norden des Landes beobachtet worden: «Die Arbeiten am Atomtestgelände Punggye-ri ebnen den Weg für weitere Atomtests zur Entwicklung von Atomwaffen», hieß es in einem bislang vertraulichen UN-Expertenbericht, der der Deutschen Presse-Agentur in Teilen vorlag.

Satellitenaufnahmen ließen darauf schließen, dass Nordkorea sein Stollen-Netzwerk in Punggye-ri instand setze sowie 2018 im Zuge von Verhandlungen mit den USA abgerissene Gebäude auf dem Gelände wieder aufbaue. Nach Angaben des UN-Berichts, der den Zeitraum der vergangenen Monate abdeckt, wurden zudem die Kapazitäten zur Produktion von spaltbarem Material in der nordkoreanischen Atomanlage Yongbyon hochgefahren.

Seit Monaten befürchten Beobachterinnen und Beobachter, dass nach zahlreichen Raketentests der erste Atomtest von Machthaber Kim Jong Un seit knapp fünf Jahren bevorstehen könnte. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte bereits im Juni auf Aktivitäten in Punggye-ri verwiesen. Nordkorea hat dort zwischen 2006 und 2017 sechs Testexplosionen durchgeführt.


Tesla-Hauptversammlung stimmt Aktiensplit zu

AUSTIN: Teslas Aktionäre haben dem zweiten Aktiensplit des US-Elektroautobauers innerhalb von rund zwei Jahren zugestimmt. Bei der Aktion soll jede bestehende Aktie in drei neue umgewandelt werden. Damit werden die Anteilsscheine günstiger und zugänglicher für Kleinanleger. Tesla hatte den Plan im März angekündigt und im Juni mitgeteilt, dass der Split im Verhältnis 3 für 1 durchgeführt werden solle. Bei der Hauptversammlung gaben die Aktionäre nun grünes Licht. Wann genau der Split erfolgen soll, blieb zunächst offen.

Aktiensplits ändern eigentlich nichts am Börsenwert eines Unternehmens, doch der Preis pro Anteilsschein sinkt dadurch. Die Papiere können so besonders für Kleinanleger attraktiver werden, auch wenn viele Broker inzwischen ohnehin schon anbieten, Aktien anteilig zu kaufen. Dennoch erfreut sich die Maßnahme großer Beliebtheit bei Unternehmen: Dieses Jahr haben auch andere große US-Konzerne wie die Google-Mutter Alphabet oder Amazon schon Aktiensplits angekündigt. Der letzte Tesla-Aktiensplit fand im August 2021 statt.


UN: «Handfeste Beweise» für Militäreinsatz Ruandas in DR Kongo

NEW YORK/KINSHASA: Ruanda hat einem UN-Bericht zufolge offenbar militärische Operationen in der benachbarten Demokratischen Republik Kongo durchgeführt. Es gebe «handfeste Beweise für die Präsenz von Angehörigen der ruandischen Verteidigungskräfte» im Osten der DR Kongo nahe der Grenze zu Ruanda. Dies geht aus einem internen Expertenbericht der Vereinten Nationen hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in Teilen vorliegt. Die ruandischen Kräfte hätten Kampfhandlungen ausgeführt und die Rebellengruppe M23 unterstützt, hieß es weiter. Ähnliche Vorwürfe der kongolesischen Regierung hatte Ruanda in der Vergangenheit zurückgewiesen.

Die kongolesische Armee hatte die Rebellen der M23-Bewegung 2013 besiegt. Seit Ende März kommt es im Osten der DR Kongo aber wieder zu Angriffen der Rebellenbewegung auf Zivilisten und militärische Einrichtungen sowie zu Gefechten mit der kongolesischen Armee. Tausende Menschen sind bereits vor der Gewalt geflohen. Die M23-Bewegung besteht aus ehemaligen Soldaten der kongolesischen Armee, die 2012 eine Rebellengruppe gebildet hatten.

Im Osten der DR Kongo sollen nach Angaben der USA etwa 130 unterschiedliche bewaffnete Gruppen aktiv sein; vielen von ihnen geht es um die Kontrolle der wertvollen Bodenschätze. Das Land mit seinen rund 90 Millionen Einwohnern ist reich an Bodenschätzen wie Kupfer, Kobalt, Gold und Diamanten.


Verschwörungstheoretiker muss mehr als 4 Millionen US-Dollar zahlen

WASHINGTON: Der US-Verschwörungstheoretiker Alex Jones muss wegen seiner falschen Behauptungen zu einem Massaker an der Sandy-Hook-Grundschule im US-Bundesstaat Connecticut mehr als 4 Millionen US-Dollar Entschädigung an die Eltern eines Opfers zahlen. Das entschied ein Gericht am Donnerstag in Texas, wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichteten. Jones hatte in der Vergangenheit behauptet, dass der Amoklauf im Dezember 2012 von Schauspielern inszeniert worden sei. Ein 20-Jähriger hatte in Newtown 20 Schulkinder und sechs Lehrer erschossen.

Die Eltern des Opfers hatten den rechten Radiomoderator wegen seiner Behauptungen verklagt. Sie hatten zuvor geschildert, welche Auswirkungen die Lügen des 48-Jährigen gehabt hätten. Sie forderten 150 Millionen US-Dollar als Entschädigung. Der Anwalt des Verschwörungstheoretikers argumentierte, die Kläger hätten nicht beweisen können, dass die Worte seines Mandanten tatsächlich Schaden verursacht hätten. Es soll nun noch einen separaten, kürzeren Prozess geben, bei dem es um einen weiteren Schadenersatz geht. Dieser könnte zusätzlich zuerkannt werden, wenn das Gericht das Verhalten Jones' als besonders anstößig einstuft.

Jones hat in der Vergangenheit immer wieder diverse Verschwörungstheorien verbreitet und zum Beispiel behauptet, dass die US-Regierung an den Anschlägen am 11. September 2001 in New York beteiligt gewesen sei. Der Anwalt der Kläger, Mark Bankston, sagte nach der Entscheidung am Donnerstag laut «New York Times»: «Ich hoffe, dass alle andere Medien-Leute, die das sehen und sich denken, dass sie Menschen derart diffamieren können, nun wissen, dass es dafür sehr teure Konsequenzen gibt.»


Sunak überzeugt Zuschauer im TV-Duell um Johnson-Nachfolge

LONDON: Bei einem TV-Duell um die Nachfolge des scheidenden britischen Premierministers Boris Johnson hat Ex-Finanzminister Rishi Sunak eine klare Mehrheit der Zuschauer im Studio von sich überzeugen können. Für seine Rivalin Liz Truss - bisherigen Umfragen zufolge klare Favoritin für das Regierungsamt - hoben bei einer Abstimmung zum Ende der 90-minütigen Sendung am Donnerstagabend deutlich weniger Gäste die Hand. Eingeladen waren Mitglieder der konservativen Tory-Partei. Diese dürfen in den kommenden Wochen per Brief oder online darüber abstimmen, wer Anfang September in die Downing Street einziehen wird. Sunak (42) teilte die Aufzeichnung der Abstimmung nach der Sendung siegesgewiss auf Twitter.

Außenministerin Truss hatte sich im Interview mit Sky-News-Moderatorin Kay Burley für eine Kehrtwende in ihrem Wahlkampf rechtfertigen müssen. In einer Pressemitteilung hatte Truss angekündigt, die Löhne von Beschäftigten außerhalb der wohlhabenderen Gebiete London und Südengland zu senken, damit sie die regionalen Lebensverhältnisse besser widerspiegelten. Experten wiesen darauf hin, dass die Kürzungen vor allem Gruppen wie Pflegekräfte und Lehrer treffen dürften. Gewerkschaften kündigten harten Widerstand an. Als auch prominente Mitglieder ihrer Konservativen Partei widersprachen, ruderte Truss zurück und sagte, ihre Pläne seien von den Medien falsch wiedergegeben worden.

Diesen Vorwurf wiederholte die Kandidatin auch in der TV-Debatte, räumte jedoch auch ein, sich nach «Bedenken» entschieden zu haben, die Pläne nicht weiter zu verfolgen. «Es war nicht die richtige Maßnahme», bekannte Truss auf Nachfrage. In regelmäßigen Umfragen unter Tory-Mitgliedern lag die 47-Jährige zuletzt immer deutlich vorne. Viele prominente Mitglieder des aktuellen oder früheren Johnson-Kabinetts sprachen ihr ihre Unterstützung aus.


Orban fordert in Texas «weniger Drag Queens und mehr Chuck Norris»

DALLAS: Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat in den USA zum Kampf gegen Liberale aufgerufen und diese mit Kommunisten gleichgesetzt. «Wir brauchen eine totale Verteidigung», sagte Orban am Donnerstag in Dallas zum Auftakt einer Konferenz Rechtskonservativer. Orban sprach von einem «Kulturkrieg». «Wenn jemand Zweifel hat, ob progressive Liberale und Kommunisten dasselbe sind, fragt einfach uns Ungarn (...) Sie sind das Gleiche. Also müssen wir sie wieder besiegen.» Orban bediente sich in seiner Rede immer wieder der Kriegsrhetorik.

Orban bekam von den einigen hundert Zuschauerinnen und Zuschauern im Saal lauten Applaus. Er bezeichnete sich als «altmodischer Freiheitskämpfer» und behauptete, sein Land werde von «progressiven Liberalen» belagert. «Wir brauchen mehr Rangers, weniger Dragqueens und mehr Chuck Norris», sagte Orban weiter. Chuck Norris ist ein US-amerikanischer Kampfkünstler.

«Ihr müsst mutig sein. Wenn ihr Angst habt, habt ihr eine Aufgabe zu erfüllen», sagte er an seine US-amerikanischen Gastgeber gerichtet. «Das Einzige, was wir Ungarn euch zeigen können, ist, wie wir uns nach unseren eigenen Regeln wehren können.»

Die «Conservative Political Action Conference» ist ein regelmäßiges Treffen Rechtskonservativer, bei dem sich auch zahlreiche Anhänger des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und Verschwörungstheoretiker versammeln. Bei dem Treffen, das bis Sonntag andauert, wird auch Trump sprechen - und zwar am Samstagabend (Ortszeit). Außerdem erwartet werden der Trump-Gefährte Steve Bannon, die für rechte Verschwörungstheorien bekannte US-Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene und die erzkonservative frühere Gouverneurin von Alaska und Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin.


Überreaktion und Eskalation durch China nach Pelosi-Besuch

WASHINGTON: Die US-Regierung wirft China eine Überreaktion und unnötige Eskalation nach dem Taiwan-Besuch der amerikanischen Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi vor. China habe schätzungsweise elf ballistische Raketen in Richtung Taiwan abgeschossen, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, am Donnerstag in Washington. «Wir verurteilen diese Aktionen.» Das Vorgehen Pekings sei unverantwortlich. «China hat überreagiert und den Besuch der Vorsitzenden (des Repräsentantenhauses) zum Vorwand genommen, um seine provokativen militärischen Aktivitäten in und um die Taiwanstraße zu verstärken.» Kirby beklagte: «Pekings provokative Aktionen sind eine bedeutsame Eskalation.»

Im Konflikt um Taiwan hatte China die größte militärische Machtdemonstration seit Jahrzehnten anlaufen lassen. Dabei wurden nach chinesischen Angaben auch Raketen für «Präzisionsschläge» abgefeuert. Die Muskelspiele sollen Taiwan vor weiteren Bestrebungen nach Unabhängigkeit abschrecken. Zudem sind sie eine Warnung an die USA, sich aus dem Streit herauszuhalten.

Chinas Volksbefreiungsarmee ordnete die Manöver als Reaktion auf die Taiwan-Reise der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, am Dienstag und Mittwoch an - der ranghöchste Besuch aus den USA seit einem Vierteljahrhundert. China sieht die Insel als Teil der Volksrepublik an. Taiwan versteht sich hingegen schon längst als unabhängig. Peking hatte vehement vor Pelosis Besuch gewarnt.

Kirby sagte, die US-Regierung habe ein Vorgehen dieser Art vorhergesagt und gehe davon aus, dass weitere Reaktionen Chinas folgen werden. Man erwarte weitere Militärübungen und aggressive Rhetorik. Die USA strebten keine Krise an, betonte er. Es gebe keinen Grund, dass sich dies zu einer Krise entwickele. Es sei auch nicht im Interesse Taiwans und der Region, dass sich die Spannungen weiter verschärften. Daher hätten sich die USA entschieden, einen ursprünglich für diese Woche geplanten Raketentest einer ballistischen Interkontinentalrakete zunächst zu verschieben. Kirby betonte aber erneut, die USA seien darauf vorbereitet, mit allem umzugehen, was die chinesische Regierung beschließe zu tun.


USA verhängen nationalen Notstand wegen Affenpocken

WASHINGTON: Die US-Regierung hat wegen der sich weiter verbreitenden Affenpocken den nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Mit dem Schritt sollen unter anderem Mittel des Bundes freigegeben werden können, um das Virus zu bekämpfen. «Wir sind bereit, unsere Maßnahmen zur Bekämpfung dieses Virus auf die nächste Stufe zu heben, und wir fordern jeden Amerikaner auf, die Affenpocken ernst zu nehmen und Verantwortung zu übernehmen, um uns bei der Bekämpfung dieses Virus zu helfen», sagte US-Gesundheitsminister Xavier Becerra am Donnerstag.

Angesichts der schnellen Verbreitung der Affenpocken hatte die WHO vor knapp zwei Wochen die höchste Alarmstufe ausgerufen. Der Ausbruch sei eine «Notlage von internationaler Tragweite», hatte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärt. Die internationale Verbreitung der Infektionskrankheit ist ungewöhnlich. Bisher war sie im Wesentlichen auf sechs afrikanische Länder beschränkt.

Laut Gesundheitsministerium gibt es in den USA mittlerweile rund 6600 Fälle. Rund 1,1 Millionen Impfdosen würden für die Menschen im Land bereitgestellt, sagte Becerra. Er kündigte an, die Kapazitäten bei den Test auf 80.000 pro Woche zu erhöhen. Einzelne US-Bundesstaaten und große Städte, etwa der Bundesstaat New York und San Francisco, hatten bereits zuvor den Notstand ausgerufen und um Hilfe des Bundes gebeten.

Aktuell konzentriert sich der Ausbruch weitgehend auf Männer, die Sex mit Männern haben. In den USA wurden jedoch nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC bereits Fälle bei Kindern bestätigt. Bei einer Affenpocken-Infektion können Hautausschlag, geschwollene Lymphknoten sowie Fieber, Schüttelfrost und Muskelschmerzen auftreten. In der Regel verläuft die Krankheit nicht tödlich, allerdings wurden am vergangenen Freitag und Samstag die ersten beiden europäischen Todesfälle in Spanien bekannt.


Ehemalige Gouverneurin von Puerto Rico wegen Korruption festgenommen

SAN JUAN: Puerto Ricos Ex-Gouverneurin Wanda Vázquez ist wegen Korruptionsvorwürfen festgenommen worden. Der 62-Jährigen werde vorgeworfen, Bestechungsgelder zur Finanzierung ihres parteiinternen Wahlkampfs angenommen zu haben, teilte der Bezirksstaatsanwalt für Puerto Rico, Stephen Muldrow, am Donnerstag in San Juan mit.

Laut der sieben Punkte umfassenden Anklage soll sie 2020 von einem venezolanischen Bankier die Zahlung von 300.000 US-Dollar (293.000 Euro) an politische Berater akzeptiert haben. Im Gegenzug habe sie Schritte unternommen, um den Rücktritt des Kommissars des Amtes für Finanzinstitute (OCIF) zu erreichen. Vázquez beteiligte sich mit weiteren Personen «an einer Bestechungsaktion», sagte Muldrow weiter. Sie wurde in der Nacht auf Donnerstag von der US-Bundespolizei FBI in ihrer Wohnung verhaftet.

Die frühere Justizministerin von Puerto Rico regierte das karibische US-Außengebiet übergangsweise von August 2019 bis Januar 2021 nach dem Rücktritt von Gouverneur Ricardo Rosselló. Anschließend bewarb sie sich um die Nominierung der Neuen Progressiven Partei (PNP) für die nachfolgenden Wahlen. Sie verlor schließlich gegen den derzeitigen Gouverneur Pedro Pierluisi.


Neue Anklagen auf Bundesebene im Fall Breonna Taylor in den USA

WASHINGTON: Mehr als zwei Jahre nach dem Tod der Afroamerikanerin Breonna Taylor ist gegen vier frühere und derzeitige Polizisten in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky Anklage auf Bundesebene erhoben worden. Drei Angeklagten werde vorgeworfen, auf Basis von gefälschten Angaben einen Durchsuchungsbefehl für Taylors Wohnung erwirkt zu haben, sagte US-Justizminister Merrick Garland am Donnerstag in Washington. Der vierte Angeklagte werde beschuldigt, exzessive Gewalt bei dem Einsatz angewendet zu haben, bei dem Taylor in ihrer Wohnung erschossen worden war.

Dieser ehemalige Polizist war im März von einem örtlichen Gericht freigesprochen worden. Er war bislang der einzige an dem Einsatz beteiligte Polizist, der sich vor Gericht verantworten musste - allerdings nicht wegen Taylors Tod, sondern wegen Gefährdung anderer Hausbewohner. Taylor war im März 2020 in ihrer Wohnung von der Polizei erschossen worden. Der Name der 26-jährigen schwarzen Rettungsassistentin wurde ähnlich wie der von George Floyd zu einem Symbol der Bewegung gegen Rassismus und Polizeigewalt. Für Empörung und Proteste hatte gesorgt, dass im Zusammenhang mit dem Tod der 26-Jährigen niemand zur Verantwortung gezogen wurde.

Garland sagte am Donnerstag, drei Mitglieder der Ermittlungseinheit würden beschuldigt, durch gefälschte Angaben für den Durchsuchungsbeschluss Taylors Bürgerrechte verletzt und letztlich ihren Tod herbeigeführt zu haben. Dem vierten Angeklagten würden Bürgerrechtsverstöße vorgeworfen, «da er in seiner beruflichen Eigenschaft als Beamter vorsätzlich verfassungswidrig übermäßige Gewalt angewendet haben soll».

Den früheren Ermittlungen zufolge drangen mit einem Durchsuchungsbefehl ausgestattete Polizisten nachts in Taylors Wohnung ein, als sie auf ihr Klopfen keine Antwort erhielten. In der Wohnung soll Taylors Freund als Erster geschossen und einen der Beamten am Bein verletzt haben. Der Freund gab später an, dass er die Polizisten für Einbrecher gehalten habe. Die Beamten erwiderten das Feuer und trafen die unbewaffnete Breonna Taylor nach offiziellen Angaben mindestens fünf Mal. US-Medienberichten zufolge suchten sie Taylors Ex-Freund, der nicht anwesend war.


Übergangsregierung im Südsudan verschiebt Wahlen um zwei Jahre

JUBA: Die Übergangsregierung im ostafrikanischen Südsudan hat eine Verschiebung demokratischer Wahlen um 24 Monate angekündigt. Ursprünglich war eine Abstimmung für Dezember angesetzt. Als Grund für die Verzögerung nannte das Büro des Präsidenten Salva Kiir Mayardit am Donnerstag nicht umgesetzte Ziele des Friedensabkommens von 2018.

Das Land am Horn von Afrika mit seinen rund elf Millionen Einwohnern wird seit Anfang 2020 von einer fragilen Übergangsregierung von Kiir und dem ehemaligen Rebellenführer Riek Machar geführt. 2013 brach in dem ölreichen und von Jahrzehnten der Konflikte gebeutelten Land ein Bürgerkrieg aus, in dem Tausende Menschen starben und Millionen flohen. Dieser wurde 2018 offiziell beendet.

Großbritannien, Norwegen und die USA kritisierten den Entschluss. Südsudans Zivilgesellschaft sei an der Entscheidung, die Wahlen zu verschieben, nicht beteiligt worden, sagten die drei Länder in einer Mitteilung.


Vermisster Deutscher nach eineinhalb Monaten auf Mallorca gefunden

PALMA: Ein zunächst nur in Deutschland als vermisst gemeldeter Mann ist nach rund eineinhalb Monaten auf Mallorca wieder aufgetaucht. Eine Polizeistreife entdeckte den 61-Jährigen am Mittwoch an der Playa de Palma, kurz nachdem auch auf der spanischen Urlaubsinsel eine Vermisstenanzeige erstattet worden war, wie die «Mallorca Zeitung» am Donnerstag berichtete. Die Polizei bestätigte auf Anfrage diese Informationen. Der Mann leide an einer schweren Krankheit, die für Demenzanfälle sorge, sagte ein Polizeisprecher. Es gehe ihm aber den Umständen entsprechend gut.

Die Frau des ehemaligen Polizeibeamten aus Nordrhein-Westfalen erklärte im Gespräch mit der «Mallorca Zeitung», der Mann habe zu Hause eine Liste mit Dingen angefertigt, die er im Leben noch tun wollte. Auf dieser war auch eine Mallorca-Reise vermerkt. Offenbar ohne Familie und Freunden etwas zu sagen, packte der Mann seine Koffer und stieg den amtlichen Erkenntnissen zufolge am 24. Juni in ein Flugzeug. Die Frau meldete ihren Mann am gleichen Tag als vermisst, jedoch zunächst nur bei den deutschen Behörden.

Warum der Mann alleine auf die Mittelmeer-Insel reiste und den Angaben zufolge unter anderem einen Diebstahl von Handy sowie Geldbeutel samt Kreditkarte kurz nach Ankunft nicht meldete, ist bisher nicht bekannt. In einem Hotel war er nicht registriert. «Er lebte auf der Straße», sagte der Polizeisprecher.

Freunde hatten den Mann dem Bericht zufolge zwar bereits vor einiger Zeit auf dem Mäuerchen an der Playa de Palma gesehen, sich aber nichts weiter dabei gedacht, da sie von der Vermisstenanzeige keine Kenntnis hatten. Es dauerte bis Anfang August, ehe die deutschen Behörden den Suchauftrag an die mallorquinischen Kollegen weitergaben. Nur rund 24 Stunden später wurde der Mann gefunden. Der Urlauber kommt nun in ein Vier-Sterne-Hotel, bis ihn am Freitag ein Familienangehöriger abholt und zurück nach Deutschland bringt.


Bauernproteste in Niederlanden: Erste Gespräche mit Regierung

DEN HAAG: Nach den seit Wochen andauernden heftigen Protesten gegen geplante Umweltauflagen in den Niederlanden werden die Bauern erstmals mit der Regierung verhandeln. Die meisten Verbände wollen an den Gesprächen am Freitag teilnehmen. Die Bauernvertreter erklärten jedoch am Donnerstag, dass sie kein Vertrauen in die Gespräche hätten und keine Einigung erwarteten. Teilnehmen will auch Premier Mark Rutte.

Die Proteste der Bauern eskalierten in den vergangenen Wochen. Mit Treckern und Abfall blockierten sie Autobahnen und Lager von Supermärkten, legten Brände und bedrohten auch Politiker. Wo die Gespräche am Freitag stattfinden werden, wurde aus Sicherheitsgründen nicht mitgeteilt.

Kern des Konflikts ist der Plan der Regierung, bis 2030 den Stickstoff-Ausstoß landesweit im Schnitt um 50 Prozent zu reduzieren. Einer der größten Verursacher der Emissionen durch Ammoniak sind Viehbetriebe. Nach den Berechnungen der Regierung könnten die Auflagen das Aus für ein Drittel von ihnen bedeuten. Die Landwirte lehnen die Zielvorgaben als total überzogen ab.


EU verurteilt Schließung katholischer Radiosender in Nicaragua

BRÜSSEL/MANAGUA: Die Europäische Union hat die Schließung von mehreren katholischen Radiosendern in Nicaragua durch die autoritäre Regierung von Präsident Daniel Ortega scharf verurteilt. «Dies stellt eine weitere Verletzung des Rechts auf freie Meinungsäußerung und der Glaubens- und Religionsfreiheit dar», hieß es am Donnerstag in einer Stellungnahme der EU. Die nicaraguanische Regierung hatte vor wenigen Tagen elf Radiosender und vier Fernsehsender von der Polizei schließen lassen. Die meisten der betroffenen Medienhäuser gehören der katholischen Kirche.

Der Ex-Guerillero Ortega geht seit Jahren massiv gegen politische Gegner und die freie Presse vor. Bei Protesten gegen die Regierung starben in den vergangenen Jahren mehr als 350 Menschen, zahlreiche Oppositionelle sitzen in Haft. Auch Vertreter der katholischen Kirche werden immer wieder unter Druck gesetzt.

«Die nicaraguanischen Behörden müssen die Unterdrückung beenden und die Menschenrechte wieder achten», hieß es nun in der Stellungnahme der Europäischen Union. «Die EU fordert die nicaraguanische Regierung erneut auf, alle politischen Gefangenen unverzüglich und bedingungslos freizulassen und alle gegen sie eingeleiteten Gerichtsverfahren, einschließlich ihrer Verurteilungen, aufzuheben.»


Getreidesilo in Beirut weiter eingestürzt - Jahrestag der Explosion

BEIRUT: Am zweiten Jahrestag der verheerenden Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut sind dort weitere Teile der symbolträchtigen Getreidesilos eingestürzt. Eine weiße Staubwolke stieg Augenzeugen zufolge am Donnerstag über dem Hafen auf. Trotz des Einsturzes versammelten sich dort Dutzende Familien von Opfern der Explosion vor zwei Jahren. Am Sonntag waren die Silos bereits teilweise eingestürzt, nachdem dort ein Feuer ausgebrochen war.

Einige der Angehörigen weinten, andere riefen: «Wir wollen Gerechtigkeit für unsere Kinder.» Die Menge trug leere Särge, um an die mehr als 190 Todesopfer der Explosion vor zwei Jahren zu erinnern. Andere forderten eine Aufarbeitung der immer noch nicht geklärten Ursachen. Auf einem Schild war von einer «offenen Wunde» die Rede.

Bei der Explosion im August 2020 im Hafen von Beirut wurden mehr als 190 Menschen getötet und rund 6000 weitere verletzt. Der Hafen und große Teile der angrenzenden Wohngebiete wurden zerstört. Es detonierten große Mengen der hochexplosiven Chemikalie Ammoniumnitrat, die zuvor über Jahre ohne Schutzmaßnahmen im Hafen gelagert worden waren. Die Behörden haben bis heute nicht erklärt, wie genau die Substanz in den Hafen kam.

Im April hatten die Behörden entschieden, die Silos gegen den Widerstand von Hinterbliebenen abzureißen. Experten vermuten, dass die Silos bei der Explosion einen Teil der Wucht absorbierten und damit noch größeren Schaden verhinderten. Die Hinterbliebenen der Opfer wollten die Silos als Symbol der Erinnerung bewahren - zumindest bis die Ermittlungen abgeschlossen sind.


Britin stirbt nach Bootsunfall in der Türkei

ISTANBUL: Bei einem Bootsunfall im türkischen Mittelmeerort Marmaris ist eine Frau aus Großbritannien getötet worden.

Am Mittag sei ein Schnellboot in ein mit Touristen besetztes Taxiboot gefahren, berichtete die staatsnahe Nachrichtenagentur Demirören Haber Ajansi am Donnerstag. Fünf weitere Menschen seien verletzt worden und würden im Krankenhaus behandelt, darunter zwei Fahrer des Taxibootes. Die türkische Küstenwache untersuche den Fall.


Nach Diebstahl von Lady Gagas Hunden: Vier Jahre Haft für Täter

LOS ANGELES: Nach dem Diebstahl der Hunde von US-Sängerin Lady Gaga (36) ist einer der Täter zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Der 20-Jährige sei wegen der Teilnahme an einem bewaffneten Raubüberfall verurteilt worden, berichteten US-Medien am Donnerstag unter Berufung auf die zuständige Staatsanwaltschaft in Los Angeles.

Gemeinsam mit anderen hatte der Mann im Februar 2021 den Hundesitter von Lady Gaga bei einem Spaziergang überfallen und zwei ihrer Hunde gestohlen. Der «Dogwalker» war dabei durch einen Schuss schwer verletzt worden.

Der Überfall ereignete sich während eines Italien-Besuchs von Lady Gaga, die sich dort zu Dreharbeiten aufhielt. Die Schauspielerin und Musikerin hatte eine Belohnung von 500.000 Dollar für die sichere Rückgabe ihrer Hunde angekündigt. Zwei Tage nach dem Überfall hatte eine Frau die Tiere auf einer Polizeiwache abgegeben. Die Polizei nahm später fünf Tatverdächtige fest, einige Verfahren stehen noch aus.


Venezolanischer Oppositioneller zu langer Haft verurteilt

CARACAS: In Venezuela ist der oppositionelle Abgeordnete Juan Requesens wegen Verschwörung zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Dies teilten sein Anwalt Joel García und seine Schwester Rafaela Requesens am Donnerstag mit. García kritisierte via Twitter, dass seinem Mandanten seiner Ansicht nach keines der sieben ihm vorgeworfenen Delikte nachgewiesen werden konnte. Das Justizsystem sei «gekidnappt» worden. Requesens lebte zuletzt im Hausarrest, zuvor war er etwas mehr als zwei Jahren im Helicoide in Caracas gefangen gewesen, dem Gefängnis des gefürchteten venezolanischen Geheimdienstes.

Im August 2018 wurde Requesens wegen eines mutmaßlichen Anschlagsversuchs mit Drohnen auf Präsident Nicolás Maduro einige Tage zuvor zusammen mit seiner Schwester Rafaela verhaftet. Ihm wurden Landesverrat und Mordversuch vorgeworfen. Der selbst ernannte Übergangspräsident Juan Guaidó beschrieb Requesens bei Twitter als «Kämpfer für die Demokratie, ein Freund, Vater, Sohn und ein Venezolaner, der für seine Überzeugungen niemals aufgeben wird».

Venezuela steckt in einer tiefen Verfassungs- und Wirtschaftskrise. Guaidó versucht den autoritär regierenden Präsidenten Maduro seit Anfang 2019 aus dem Amt zu drängen. Zahlreiche Staaten - darunter Deutschland und die USA - haben ihn als Interimspräsidenten anerkannt. Guaidó konnte sich bisher jedoch nicht gegen Maduro durchsetzen, der das Militär auf seiner Seite hat.


Argentinien steigert Einnahmen aus Rindfleischexport um 40 Prozent

BUENOS AIRES: Aufgrund der weltweit höheren Lebensmittelpreise hat Argentinien seine Einnahmen aus den Rindfleischexporten deutlich erhöht. Im ersten Halbjahr verkaufte das südamerikanische Land Rindfleisch im Wert von 1,7 Milliarden US-Dollar ins Ausland, wie die Industrie- und Handelskammer für Fleisch- und Fleischprodukte (Ciccra) am Donnerstag mitteilte. Das waren 40,3 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum ein Jahr zuvor.

Der kräftige Erlösanstieg war vor allem den höheren Weltmarktpreisen geschuldet. Die Exportmenge stieg zwischen Januar und Juni lediglich leicht um 0,5 Prozent auf 300.000 Tonnen. Hauptabnehmer von Fleisch aus Argentinien ist China, gefolgt von Israel, Deutschland und Chile.

Der Fleischexport spült dringend benötigte Devisen in die klamme Staatskasse: Rindfleisch macht etwa fünf Prozent der gesamten Exporte Argentiniens aus. Im vergangenen Jahr verkauften die argentinischen Bauern Rindfleisch im Wert von rund 2,8 Milliarden US-Dollar ins Ausland.


Urteil präzisiert: Managementgehälter für VW-Betriebsräte unzulässig

BRAUNSCHWEIG/WOLFSBURG: Nach dem Untreue-Freispruch für vier VW-Personalmanager hat das Landgericht Braunschweig klargestellt, dass auch leitende Betriebsräte in der Regel keine hohen Gehälter auf dem Niveau von Führungskräften beziehen dürfen. Die zuständige Kammer vertritt die Auffassung, die Einstufung Freigestellter müsse sich dagegen an dem Lohn orientieren, den sie zum Zeitpunkt der Entsendung in die Belegschaftsvertretung für ihre bisherige Tätigkeit bekamen.

Dies geht aus einer erweiterten Urteilsbegründung zu dem Strafprozess hervor, der im September 2021 zunächst abgeschlossen worden war. Bald dürfte nun eine Grundsatzentscheidung zur Vergütung von Betriebsräten anstehen. Auch der «Spiegel» berichtete am Donnerstag darüber.

Kernargumentation des Gerichts: Vollzeit-Jobs im Betriebsrat seien letztlich Ehrenämter, die selbst bei Erwerb besonderer Kenntnisse und Erfahrungen nicht mit Aufgaben im höheren Management zu vergleichen sind. Der VW-Konzernbetriebsrat in Wolfsburg betonte auf Anfrage, der Gesetzgeber müsse mit einer Reform des Betriebsverfassungsgesetzes nun endlich Klarheit schaffen, welche genauen Maßstäbe für die Bezahlung anzulegen seien. «Die rechtlichen Unsicherheiten bei der Festlegung sind ein Thema für die betriebliche Mitbestimmung in ganz Deutschland. Es geht hier inzwischen nicht mehr nur um Volkswagen.»


Taliban warnen USA nach Tod Al-Zawahiris vor ähnlichen Aktionen

KABUL: Nach der Tötung des Al-Kaida-Chefs Aiman al-Sawahiri durch einen US-Angriff in Afghanistan haben die dort regierenden Taliban die Vereinigten Staaten vor weiteren solchen Aktionen gewarnt. Mit dem Einsatz hätten die USA ihr Friedensabkommen mit den Taliban gebrochen, heißt es in einer Erklärung, die die militanten Islamisten am Donnerstag in Kabul veröffentlichten. Bei einer Wiederholung trage die US-Regierung die Verantwortung für jegliche Folgen.

Die Taliban, die in Afghanistan seit einem Jahr wieder an der Macht sind, wiesen zugleich Vorwürfe zurück, von Al-Sawahiris Aufenthalt in Kabul gewusst zu haben. Die USA hatten den 71 Jahre alten Chef der Terrorbewegung am Wochenende mit einem Drohnenangriff auf dem Balkon seines Haues in Kabul getötet. 2020 hatten die Taliban und die USA den Rückzug aller internationalen Truppen ausgehandelt, wenn die Islamisten als Gegenleistung der Terrormiliz Al-Kaida in Afghanistan keinen Rückzugsort bieten.


Tokio: Chinesische Raketen in Japans Wirtschaftszone niedergegangen

TOKIO: Fünf chinesische Raketengeschosse sind nach japanischen Angaben während Pekings Manövern vor Taiwan in Japans ausschließlicher Wirtschaftszone (AWZ) niedergegangen. «Dies ist eine ernste Angelegenheit, die die nationale Sicherheit unseres Landes und die Sicherheit der Menschen betrifft», sagte Verteidigungsminister Nobuo Kishi am Donnerstag. Japan habe bei der chinesischen Seite protestiert. Es sei das erste Mal, dass eine Rakete der chinesischen Volksbefreiungsarmee in japanischen AWZ-Gewässern niedergegangen sei.

Im Konflikt um Taiwan hat China am selben Tag die größte militärische Machtdemonstration seit Jahrzehnten voll anlaufen lassen. Die Manöver in sechs Gebieten rund um die demokratische Inselrepublik zielen auf eine Luft- und Seeblockade. Sie könnten auch Modell für eine gewaltsame Eroberung sein. Dabei wurden nach chinesischen Angaben auch Raketen für «Präzisionsschläge» abgefeuert.

Die Muskelspiele sollen Taiwan vor weiteren Bestrebungen nach Unabhängigkeit abschrecken. Zudem sind sie eine Warnung an die USA, sich aus dem Streit herauszuhalten. Aus Verärgerung über eine Stellungnahme der sieben führenden demokratischen Industrieländer (G7) zur Eskalation um Taiwan sagte Chinas Außenminister Wang Yi ein Gespräch mit Japans Außenminister Yoshimasa Hayashi am Rande eines internationalen Treffens in Kambodscha ab. Japan gehört der G7 an.

Japan hatte bereits am Mittwoch während des Besuchs der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Taiwan darauf hingewiesen, dass Chinas Manöver in einem Gebiet stattfinden, das sich mit Japans Wirtschaftszone überschneide. Pelosi will am Freitag in Tokio Gespräche mit der Regierung führen. Japan ist ein wichtiger Verbündeter Washingtons. Die USA sind zugleich Japans Schutzmacht.


Katzen - Vorsicht bei Zecken- und Flohmitteln mit Permethrin

BERLIN: Vor allem Katzenhalter warnt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vor der Anwendung Permethrin-haltiger Zeckenmittel. Bekomme eine Katze ein Arzneimittel mit diesem Wirkstoff, könne es zu schweren, im schlimmsten Fall tödlichen Vergiftungen kommen, schrieb das Bundesamt am Donnerstag in einer Mitteilung.

Tierarzneimittel mit dem Wirkstoff werden bei Hunden gegen äußere Parasiten wie Flöhe und Zecken eingesetzt. Katzen dürften aber keinesfalls in Kontakt mit dem Mittel kommen, mahnte Tierärztin Katrin Kirsch der Mitteilung nach: «Nicht jedem ist bekannt, dass Katzen ein Enzym fehlt, das für den Abbau dieses Wirkstoffs sorgt.»

Während Hunde die Mittel demnach gut vertragen, könnten bei Katzen Krämpfe, Lähmungserscheinungen, erhöhter Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall sowie Atembeschwerden auftreten, die sogar zum Tod führen könnten. Insbesondere in Haushalten, in denen Hunde und Katzen lebten, bestehe die erhöhte Gefahr, dass es durch Kontakt der Tiere untereinander zu Vergiftungen komme, wenn die Hunde mit Permethrin behandelt wurden, mahnte Kirsch.

Laut Bundesamt sind von 2011 bis 2021 über 200 solcher Vergiftungen bei Katzen gemeldet worden. Wenn es zu den genannten Symptomen nach Kontakt der Katze mit Permethrin komme, müsse schnell ein Tierarzt aufgesucht werden, riet das Bundesamt.


Polen protestiert gegen Haft für Journalistinnen in Belarus

WARSCHAU: Polen hat entschieden gegen die Verurteilung der Journalistin Irina Slawnikowa zu fünf Jahren Straflager durch ein Gericht im Nachbarland Belarus protestiert.

Der belarussische Geschäftsträger, Alexander Tschessnowski, sei dazu am Donnerstag ins Außenministerium in Warschau einbestellt worden, teilte ein Sprecher mit. Man fordere Slawnikowas sofortige Freilassung - ebenso wie im Fall der vor kurzem zu acht Jahren Haft verurteilten Journalistin Katerina Andrejewa.

Slawnikowa war den Angaben zufolge bis zu ihrer Verhaftung für den polnischen öffentlich-rechtlichen Sender TVP tätig. Sie sei «nicht nur Mitarbeiterin des polnischen Fernsehens, sondern auch eine jener Journalistinnen, die für Frieden und Rechtsstaatlichkeit in Belarus kämpfen», sagte Außenamtssprecher Lukasz Jasina nach Angaben der Agentur PAP.

Slawnikowa wurde im vorigen Oktober in Minsk festgenommen, als sie mit ihrem Ehemann aus dem Urlaub in Ägypten zurückkehrte. Die belarussischen Behörden warfen ihr die angebliche Bildung einer extremistischen Vereinigung vor. Vor ihrem Wechsel zu TVP arbeitete sie für den polnischen Auslandssender Belsat. Belarus wird seit 1994 von Präsident Alexander Lukaschenko autoritär regiert.


Kreml: Militärmanöver um Taiwan sind «Chinas souveränes Recht»

MOSKAU: Im Konflikt um die demokratische Inselrepublik Taiwan bekommt China bei seinen umstrittenen Militärmanövern Rückhalt vom verbündeten Russland. «Was die Manöver betrifft: Das ist Chinas souveränes Recht», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge. Einmal mehr kritisierte Peskow auch den von Peking scharf verurteilten Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in Taipeh vor wenigen Tagen. «Das war ein völlig unnötiger Besuch und eine unnötige Provokation», sagte der Sprecher von Kremlchef Wladimir Putin.

China sieht Taiwan als Teil der Volksrepublik an. Die Inselrepublik selbst versteht sich hingegen schon längst als unabhängig. Als Reaktion auf Pelosis Besuch ließ China die größte militärische Machtdemonstration seit Jahrzehnten anlaufen: Seit Donnerstag sind Manöver in sechs Gebieten rund um Taiwan voll im Gange. In der Meerenge, die Taiwan vom Festland trennt, sowie östlich der Insel wurden weit reichende Geschosse abgefeuert.


Tötung von korsischem Separatisten treibt Frankreich weiter um

ARLES: Mehr als vier Monate nach dem Tod des inhaftierten korsischen Separatisten Yvan Colonna sorgt der Fall in Frankreich weiter für Wirbel. Der 61-Jährige, der wegen der Ermordung eines Spitzenbeamten im südfranzösischen Arles im Gefängnis saß, war von einem anderen Häftling angegriffen und tödlich verletzt worden. Deshalb wurde kürzlich ein Disziplinarverfahren gegen einen Aufseher eingeleitet. Aus Protest blockierten am Donnerstag Medienberichten zufolge in Arles etwa hundert Wärter den Zugang zur Haftanstalt. Eine Gewerkschaft warf den Ermittlern vor, den Aufseher zum Sündenbock machen zu wollen.

Colonna war Anfang März von einem Mitgefangenen attackiert worden. Er lag danach im Koma und starb wenige Wochen später. Wegen der Ermordung von Korsikas damaligem Präfekten Claude Érignac 1998 musste der Separatist eine lebenslange Haftstrafe verbüßen. Die Tat hatte damals weit über Frankreichs Grenzen hinaus für Entsetzen gesorgt. Der Angriff auf Colonna in der Haftanstalt löste auf der französischen Mittelmeerinsel nun wieder Proteste und Gewalt aus.

Das Verhältnis zwischen Korsika und Paris gilt seit langem als schwierig. Jahrzehntelang kämpften korsische Separatisten für mehr Eigenständigkeit, auch mit Mordanschlägen. Die Untergrundorganisation FLNC legte 2014 die Waffen nieder. Etwa zeitgleich gewannen gemäßigte korsische Nationalisten politisch an Bedeutung. Mittlerweile haben sie die Mehrheit im Regionalparlament.


Nach langem Warten: Seenotrettungsschiff darf in Italien anlegen

TARANTO: Nach mehr als einer Woche Warten im Mittelmeer darf das Seenotrettungsschiff «Geo Barents» mit 659 Geretteten an Bord in einem italienischen Hafen anlegen. Wie die Organisation Ärzte ohne Grenzen am Donnerstag mitteilte, sei ihr von den Behörden die Erlaubnis erteilt worden, in den Hafen von Tarent (Taranto) in der süditalienischen Region Apulien einzufahren. Die Migranten und Flüchtlinge waren in den vergangenen Wochen an Bord geholt worden.

Die internationale Organisation berichtete von «fast neun Tagen», die die Überlebenden auf dem Schiff ausharren mussten. Dies sei «eine der längsten Blockaden auf See, die unser Team je erlebt hat. Das darf nicht noch einmal passieren», twitterte die Organisation Ärzte ohne Grenzen.

Die zivilen Seenotretter beklagen schon seit längerem, dass sie mit den geretteten Menschen an Bord oft tagelang warten müssen, bis ihnen die Behörden einen sicheren Hafen zuteilen. Dies sei für die Menschen, die bei ihrer Überfahrt von Nordafrika Richtung Italien gerettet wurden, körperlich und seelisch eine Pein.

Am Mittwoch hatten drei Organisationen die europäische Politik in einem gemeinsamen Appell aufgefordert, ein staatliches Such- und Rettungsprogramm zu installieren. Derzeit seien die freiwilligen Helfer bei ihren Missionen auf sich allein gestellt. Aktuell wagen sehr viele Menschen die gefährliche Überfahrt über die zentrale Mittelmeerroute. Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen.


Adidas erhofft sich Rückenwind von Fußball-WM in Katar

HERZOGENAURCH: Der Sportartikelhersteller Adidas erhofft sich von der Fußball-Weltmeisterschaft der Herren in Katar im Spätherbst Rückenwind. Daneben soll die Einführung neuer Produkte sowie eine erwartete Aufstockung der Lager im Großhandel zu einer leichten Beschleunigung des Wachstums in der zweiten Jahreshälfte führen, sagte Finanzvorstand Harm Ohlmeyer am Donnerstag bei der Vorlage der detaillierten Zahlen zum zweiten Quartal. Das wichtige China-Geschäft ist in dieser Entwicklung allerdings ausgeklammert. Hier werde die Erholung nach dem Lockdown-bedingten Einbruch langsamer vorangehen als geplant. Aus diesem Grund hatte Adidas in der vergangenen Woche seine Jahresprognosen gesenkt.

Ohlmeyer geht im zweiten Halbjahr für den Konzern ohne das China-Geschäft von einem währungsbereinigten Wachstum im mittleren Zehnprozentbereich aus, nach einem vergleichbaren Plus von elf Prozent in den ersten sechs Monaten. Konzernweit soll das Plus zehn Prozent betragen. Dabei zeigte sich Adidas für den nord- sowie lateinamerikanischen Markt optimistischer als zuvor, während der Sportartikelhersteller für die europäische Region die Wachstumsaussichten leicht senkte. Im wichtigen China-Geschäft geht das Management von Kasper Rorsted von einem prozentual zweistelligen Rückgang aus.

Adidas hatte wegen der Probleme in China sowie einer zu erwartenden schwächeren Konsumlaune in anderen Ländern Ende Juli seine Prognosen gesenkt. Für 2022 erwartet das Management ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich - deutlich weniger als zuvor. Zuletzt hatte Adidas ein Plus am unteren Ende der Spanne von 11 bis 13 Prozent ausgegeben. Der Gewinn aus fortgeführten Bereichen soll mit rund 1,3 Milliarden Euro unter den zuvor erwarteten 1,8 Milliarden bis 1,9 Milliarden Euro ausfallen.

Im zweiten Quartal stiegen die Erlöse währungsbereinigt um vier Prozent. Zweistellige Zuwächse erzielte das Unternehmen den Angaben zufolge in Nord- und Lateinamerika. In der europäischen Region verbuchte Adidas ein Wachstum im hohen einstelligen Bereich. In Euro stieg der Umsatz um zehn Prozent auf knapp 5,6 Milliarden Euro. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft ging von 387 Millionen auf 360 Millionen zurück.


Überschwemmungen nach heftigem Regen

TOKIO: Sehr starker Regen hat weite Teilen Japans heimgesucht und teils schwere Überschwemmungen verursacht. Hunderttausende Menschen in mehreren Präfekturen waren aufgerufen, sich vor den Niederschlägen in Sicherheit zu bringen. Die nationale Wetterbehörde gab für die besonders stark betroffenen Präfekturen Yamagata und Niigata die höchste Warnstufe aus. In Yamagata trat der Fluss Mogami an mehreren Stellen über die Ufer. Straßen, Autos und Häuser standen unter Wasser, stellenweise gingen Erdrutsche nieder. Mehrere Menschen galten zunächst als vermisst, wie Medien berichteten.

Das Ausmaß der Schäden war noch nicht absehbar. In Yamagata wurde eine Straßenbrücke fortgerissen, wie Fernsehbilder zeigten. Der Ort Oguni war in Folge von Erdrutschen und Überschwemmungen von der Außenwelt abgeschnitten. Auch in der Präfektur Fukui kam es zu Erdrutschen und Überschwemmungen. Allein dort waren mehr als 260.000 Menschen aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen, wie der Fernsehsender NHK meldete.

In einigen Orten des Landes wurde die Trinkwasser- und Stromversorgung unterbrochen. Schlammiges Wasser überschwemmte ganze Straßen und drang in Wohnhäuser ein. Auch der regionale Bahnverkehr wurde durch die Wassermassen beeinträchtigt.

Infolge der globalen Klimaerwärmung erlebt die Inselnation Japan im Pazifik zunehmend heftigeren Regen. Dadurch kommt es in dem sehr bergigen Inselstaat auch immer häufiger zu Erdrutschen.


Urlauber zieht irrtümlich Notbremse: Seilbahn in Österreich evakuiert

OBERTRAUN: Der Missgriff eines Urlaubers aus Bayern in einer Seilbahn in Österreich hat eine aufwendige Rettungsaktion ausgelöst. Der 50-Jährige aus dem Raum Nürnberg wollte sich am Mittwoch bei einer Fahrt mit der Dachstein-Krippenstein-Seilbahn bei Obertraun im Salzkammergut an einem Haltegriff festhalten, wie die Polizei des Bundeslandes Oberösterreich am Donnerstag mitteilte. Stattdessen zog der Mann jedoch die Notbremse. Dadurch kam es nicht nur zu einem plötzlichen Stillstand, sondern auch zu einem technischen Defekt.

Bergretter und Seilbahnmitarbeiter seilten 38 Passagiere aus zwei Gondeln in rund 30 Metern Höhe ab. Die allesamt Unverletzten wurden per Hubschrauber und Einsatzfahrzeugen aus dem unwegsamen Gelände gerettet.


Erdspalte auf Island spuckt weiter Lava

REYKJAVIK: Nach einem Vulkanausbruch auf Island sprudelt südwestlich von Reykjavik weiter glutrote Lava aus einer Erdspalte. Live-Aufnahmen isländischer Medien aus dem Vulkangebiet zeigten am Donnerstagmorgen ein ähnliches Bild wie am Vortag: Lava spritzte ununterbrochen aus einem länglichen, mehrere hundert Meter langen Erdriss inmitten der hügeligen Landschaft der Reykjanes-Halbinsel, die sich etwa 30 Kilometer von der Hauptstadt Reykjavik entfernt befindet. Von dem flüssigen Gestein stieg unentwegt weißer Rauch auf. Ersten Messungen zufolge war die Eruption in den Anfangsstunden deutlich kräftiger als zu Beginn eines ähnlichen Ausbruchs 2021.

Der Vulkanausbruch hatte am Mittwochnachmittag in der Nähe des Bergs Fagradalsfjall begonnen. Wissenschaftler hatten aufgrund einer Erdbebenserie und damit verbundenen unterirdischen Magmabewegungen mit einer bevorstehenden Eruption gerechnet. Eine größere Gefahr für Menschen und die Umgebung besteht bisherigen Erkenntnissen zufolge nicht.

Es ist noch völlig unklar, wie lange der Ausbruch anhält. Bereits im vergangenen Jahr hatte Island eine Eruption auf der Halbinsel erlebt, sie hatte knapp ein halbes Jahr lang immer wieder Lavafontänen in die Höhe schnellen lassen. Das Naturspektakel hatte unzählige Vulkanologen, Wanderer und Reisende angezogen. Auch diesmal machten sich bereits erste Interessierte zum Ausbruchsort auf.


Pelosi besorgt über wachsende Spannungen mit Nordkorea

SEOUL: Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat sich auf ihrer Asien-Reise beunruhigt über die zunehmenden Spannungen zwischen Nord- und Südkorea geäußert. Die Bedrohungen durch Nordkorea seien besorgniserregend, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung mit dem südkoreanischen Parlamentspräsidenten Kim Jin Pyo, die am Donnerstag in Seoul veröffentlicht wurde. Pelosi war am Abend zuvor nach ihrem umstrittenen Besuch in Taiwan in Südkorea eingetroffen. Das nordkoreanische Atomprogramm sorgt international seit Jahren für Schlagzeilen.

Die Bemühungen um Nordkoreas Denuklearisierung sowie Frieden stünden auf der Grundlage einer «starken und erweiterten Abschreckung», hieß es weiter in der Erklärung. Unter «erweiterter Abschreckung» verstehen die USA die ganze Bandbreite ihrer militärischen Fähigkeiten, einschließlich Atomwaffen. Nordkorea hat dieses Jahr auch mehrfach wieder atomwaffenfähige Raketen getestet - ein Verstoß gegen UN-Resolutionen.

Der Streit mit Nordkorea gehört wie der Streit um Taiwan zu den gefährlichsten Konflikten weltweit. Pelosis Besuch in Taiwan hat die Spannungen mit China verschärft, das die Inselrepublik als Teil seines Territoriums sieht. Pelosi besuchte am Donnerstag auch die schwer befestigte Grenze zwischen Süd- und Nordkorea, wie sie selber mitteilte. Auch ein Treffen mit US-Truppen auf der Luftwaffenbasis Osan stand demnach auf ihrem Program. «Es war ein Privileg, mit amerikanischen Helden in Uniform vor Ort in Korea zu sprechen», teilte Pelosi anschließend mit.


Rüstungskonzern Hensoldt wächst kräftig - Noch mehr Aufträge erwartet

TAUFKIRCHEN: Der Rüstungselektronik-Hersteller Hensoldt hat dank der bereits im vergangenen Jahr erteilten Aufträge kräftig zugelegt und stellt sich angesichts der Bundeswehr-Aufrüstung auf weitere Aufträge ein. In den ersten sechs Monaten des Jahres zog der Umsatz um gut 40 Prozent auf 682 Millionen Euro an, wie das im SDax notierte Unternehmen am Donnerstag in Taufkirchen mitteilte. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um rund 38 Prozent auf 61 Millionen Euro.

«Das erste Halbjahr unterstreicht, dass Hensoldt den vor unserer Industrie liegenden Kraftakt aus einer Position der Stärke heraus angeht», sagte Konzernchef Thomas Müller laut Mitteilung. «Mit der parlamentarischen Verabschiedung des Sondervermögens und des erhöhten Verteidigungshaushalts für 2023 ist eine wichtige Grundlage gelegt, die Bundeswehr zu einer zukunftsorientierten Armee zu ertüchtigen, und entsprechende Ausschreibungen laufen aktuell an.» Aufgrund der für den Konzern günstigen Aussichten erhöhte er die Prognose für den Auftragseingang.

Beim Verhältnis Auftragseingang zum Umsatz (Book-to-bill-ratio) werde im laufenden Jahr jetzt ein Wert von 1,1 bis 1,2 erwartet. Bisher hatte das Unternehmen mehr als 1,0 in Aussicht gestellt. Die übrigen Prognosen wurden bestätigt. So soll der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zulegen. Beim bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde ein Wert von 285 bis 300 (2021: 261) Millionen Euro erwartet.


Chinas Manöver um Taiwan mit Schießübungen voll angelaufen

PEKING/TAIPEH: Die chinesischen Manöver um die demokratisch regierte Inselrepublik Taiwan sind mit Schießübungen voll angelaufen. Das östliche Militärkommando der Volksbefreiungsarmee berichtete am Donnerstag, in der Meerenge der Taiwanstraße, die Taiwan vom Festland trennt, sowie östlich der Insel seien am Donnerstag weit reichende Geschosse abgefeuert worden. Das Staatsfernsehen meldete, im Osten habe es zur Übung auch «Präzisionsschläge» gegeben. Insgesamt hat China nach dem Taiwan-Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi rund um die Insel sechs Manövergebiete ausgewiesen.

Taiwans Verteidigungsministerium teilte in der Hauptstadt Taipeh mit, die nationalen Streitkräfte seien in Kampfbereitschaft und überwachten alle sechs Gebiete sowie weiter vorgelagerte Inseln. Taiwan suche keinen Konflikt, werde aber die nationale Souveränität und territoriale Integrität verteidigen. Das kommunistisch regierte China sieht die Insel als Teil der Volksrepublik an. Taiwan betont seine Unabhängigkeit.

Das Verteidigungsministerium in Taipeh beklagte, dass Chinas Militär die Manövergebiete in Lage und Ausmaß so ausgewählt habe, dass Taiwans Status quo verletzt und der regionale Frieden untergraben werde. Die Äußerungen bezogen sich darauf, dass die sechs Gebiete zum Teil in Taiwans Hoheitsgewässer hereinreichen, was bei früheren Übungen nicht der Fall war. Die Manöver waren bereits am Dienstagabend angelaufen, wurden nun aber in vollem Umfang hochgefahren.

China hat die seit langem umfangreichsten Militärübungen als Reaktion auf den Besuch der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses am Dienstag angeordnet. Pelosi setzte ihre Asien-Reise am Donnerstag in Südkorea fort. Für Taiwan war es der ranghöchste Besuch aus den USA seit einem Vierteljahrhundert.


Bauarbeiten zur Verklappung von Fukushima-Kühlwasser ins Meer starten

TOKIO: Der Betreiber der Atomruine Fukushima hat mit dem Bau von Anlagen zur Verklappung riesiger Mengen radioaktiven Kühlwassers ins Meer begonnen. Das verstrahlte Wasser soll gefiltert, verdünnt und über einen rund ein Kilometer langen Tunnel in den Pazifischen Ozean geleitet werden. Wie örtliche Medien am Donnerstag unter Berufung auf den Betreiberkonzern Tepco berichteten, sollen die Bauarbeiten im Frühjahr bis spätestens Sommer nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Auch mehr als elf Jahre nach dem Super-Gau am 11. März 2011 in Folge eines Seebebens und eines Tsunamis müssen die zerstörten Reaktoren mit Wasser gekühlt werden, das bislang gefiltert in Hunderten von riesigen Tanks gelagert wird. Laut Tepco geht der Platz für die Tanks im Herbst dieses Jahres jedoch aus. Die Regierung hatte aus dem Grund entschieden, dass mehr als 1,25 Millionen Kubikmeter des Wassers in den Pazifik geleitet werden.

Umweltschützer sowie Nachbarländer wie China und Südkorea sind über das Vorhaben empört. Das Kühlwasser wird zwar behandelt, doch das Filtersystem ALPS kann das Isotop Tritium nicht herausfiltern. Japan argumentiert, Tritium sei in geringer Menge unschädlich für Menschen.

Der Gouverneur der Präfektur Fukushima, Masao Uchibori, hatte kurz vor Baubeginn seine Zustimmung gegeben. Er sowie örtliche Bürgermeister forderten jedoch die Zentralregierung am Vortag des Baubeginns auf, Maßnahmen zu ergreifen, um Schäden für den Ruf von Meeresprodukten zu verhindern. Der Plan habe in der Bevölkerung nicht ausreichend Verständnis gefunden.


Bayer hebt Jahresausblick an

LEVERKUSEN: Starke Agrargeschäfte und eine rege Nachfrage nach rezeptfreien Erkältungs- und Allergiemitteln stimmen Bayer für 2022 optimistischer. Bereinigt um Wechselkurseffekte erwartet Bayer laut einer Mitteilung vom Donnerstag für 2022 nun einen Umsatz von 47 bis 48 Milliarden Euro, nach bisher etwa 46 Milliarden Euro. Dies entspreche einem Plus von etwa 8 Prozent statt bisher etwa 5 Prozent. Als bereinigtes operativen Ergebnis (Ebitda) sollen auf Basis konstanter Wechselkurse rund 12,5 (alt etwa 12,0) Milliarden Euro hängen bleiben.

Anders als 2021, als hauptsächlich der schwache brasilianische Real belastet hatte, liefert der schwache Euro jetzt Rückenwind. Auf Basis der Wechselkurse vom 30. Juni ergeben sich daher ein Umsatzziel von 50 bis 51 Milliarden Euro und ein operatives Gewinnziel von etwa 13 Milliarden Euro. Das ist beim Umsatz etwas mehr als von Analysten erwartet, beim operativen Gewinn aber etwas weniger.


Mordfall Simone Strobel: Angeklagter kommt auf Kaution frei

SYDNEY: Der in Australien des Mordes an seiner damaligen Freundin angeklagte Deutsche kommt nun doch auf Kaution frei. Die Staatsanwaltschaft habe entschieden, keine Berufung gegen die Freilassung des Ex-Freundes der vor 17 Jahren getöteten Simone Strobel einzulegen, berichtete am Donnerstag die australische Nachrichtenagentur AAP. Ein Gericht in Sydney hat entschieden, der Freilassung des 42-Jährigen stattzugeben. Danach hatte die Staatsanwaltschaft zunächst mitgeteilt, Einspruch einlegen zu wollen.

Der Angeklagte kann nun unter Auflagen zu seiner Familie in Westaustralien zurückkehren. Zu den Kautionsauflagen gehört unter anderem, dass der Angeklagte sich drei Mal pro Woche auf einer Polizeistation melden und seinen Reisepass abgeben muss, wie aus dem Gerichtsbeschluss hervorgeht. Auch darf er demnach keine verschlüsselten Kommunikationsdienste wie Whatsapp benutzen.

Strobels Ex-Freund war vor einer Woche aus seinem Haus im westaustralischen Perth abgeführt und nach Sydney geflogen worden. Dort wurde er des Mordes angeklagt. Die Festnahme war eine überraschende Wendung in dem Fall, der trotz eingehender Ermittlungen bis heute ungelöst blieb. Die 25 Jahre alte Erzieherin Simone Strobel aus Unterfranken war 2005 mit ihrem damals 24 Jahre alten Freund mit dem Wohnmobil in Australien unterwegs. Später kamen die Schwester des Freundes und deren Freund aus Deutschland dazu. Die vier waren auf einem Campingplatz in Lismore nördlich von Sydney, als Strobel plötzlich verschwand. Wenige Tage später wurde ihre Leiche in der Nähe des Campingplatzes unter Palmwedeln gefunden.

Die Richterin im Dowing Local Court, Margaret Quinn, warf der Anklage am Donnerstag vor, bislang kaum Beweise für ihre Beschuldigungen vorgelegt zu haben. Zwar sprächen Beweise dafür, dass Strobel und ihr damaliger Freund kurz vor dem Mord gestritten und Alkohol getrunken hätten - «aber es scheint in diesem Fall keine direkten oder indirekten Beweise zu geben, die ihn mit der Straftat in Verbindung bringen», erklärte die Richterin. «Dies ist nicht der stärkste Indizienfall, den ich gesehen habe.»


Toyota hebt Jahresprognose dank Yen-Schwäche an

TOKIO: Der größte japanische Autobauer Toyota hat ungeachtet der andauernden Lieferengpässe bei Halbleitern seine Jahresprognose angehoben. Wie der Volkswagen-Rivale am Donnerstag bekanntgab, dürfte sich der Nettogewinn im laufenden Geschäftsjahr (bis 31. März 2023) auf 2,36 Billionen Yen (17,3 Milliarden Euro) belaufen. Zuvor war die Toyota-Gruppe, zu der auch der Nutzfahrzeughersteller Hino Motors und der Kleinwagenspezialist Daihatsu gehören, noch von einem Nettogewinn von 2,26 Billionen Yen ausgegangen. Anlass für die Anhebung der Ertragsprognose ist für Toyota vor allem die jüngste Yen-Schwäche.

In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres war der Nettogewinn noch um 17,9 Prozent auf 736,8 Milliarden Yen gesunken. Der Umsatz stieg dagegen um sieben Prozent auf 8,49 Billionen Yen. Für das Gesamtjahr rechnet Toyota jetzt mit einem Umsatz von 34,5 Yen, statt wie bisher 33 Billionen Yen. Der Konzern geht dabei unverändert von einer Produktion von 9,7 Millionen Fahrzeugen und einem globalen Absatz von 10,7 Mio Fahrzeugen aus.


Chinas Manöver zielen auf See- und Luftblockade Taiwans

PEKING: Die laufenden chinesischen Manöver rund um Taiwan zielen nach Angaben in Staatsmedien auf eine See- und Luftblockade der demokratischen Inselrepublik. Auch werde damit eine mögliche Eroberung Taiwans geübt. Die Militärübungen, zu denen auch Raketentests und Schießübungen gehören werden, hatte die chinesische Volksbefreiungsarmee als Reaktion auf den Besuch der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Taiwan angeordnet.

Der Besuch der US-Spitzenpolitikerin, die ihre Asienreise am Donnerstag in Südkorea fortsetzte, hatte die Spannungen um Taiwan angeheizt. Es war die ranghöchste Visite aus den USA seit einem Vierteljahrhundert. Peking reagierte empört, da es die Insel für sich beansprucht. Taiwan wird von der kommunistischen Führung nur als Teil der Volksrepublik angesehen. Peking lehnt offizielle Kontakte anderer Länder zu Taipeh strikt ab und hatte vehement vor dem Besuch gewarnt.

Die Manöver, die bis Sonntag dauern sollen, finden in sechs Meeresgebieten rund um Taiwan statt. Erstmals erstrecken sich die Sperrgebiete auch auf Taiwans Hoheitsgewässer, die Peking ohnehin nicht anerkennt. Chinesische Militärexperten schlossen in Staatsmedien nicht aus, dass auch Raketen von Westen nach Osten erstmals direkt über Taiwan geschossen werden könnten.


Mutmaßlicher Täter nach Bluttat in Kindergarten gefasst

PEKING: Nach der Bluttat in einem Kindergarten in Südostchina mit drei Toten und sechs Verletzten ist der mutmaßliche Täter gefasst worden. Bei der Fahndung, an der sich mehr als 1000 Polizisten beteiligt hätten, sei der 48-jährige auf einer Landstraße festgenommen worden, wie das Magazin «Zhongguo Xinwen Zhoukan» am Donnerstag berichtete. Nach Angaben der Polizei soll der Mann am Vortag maskiert in dem Kindergarten in Anfu in der Provinz Jiangxi mehrere Kinder und Lehrer attackiert haben. Nach Schilderungen von Angehörigen war er mit einem Messer bewaffnet.

Das Staatsfernsehen zitierte eine Mutter, deren dreijähriges Kind Schnittverletzungen erlitten habe. Eine Sehne sei durchtrennt worden. «Das Kind ist so verängstigt, dass es immer sagt, nicht im Krankenhaus sein zu wollen, sondern nach Haus gehen will.» Der Kindergarten sei im dritten Stock eines Einkaufszentrum gewesen - mit verriegelbaren Türen, berichtete die Mutter weiter. Ihr sei unklar, wie der Täter hereinkommen konnte. Zum Zeitpunkt der Attacke seien mehr als 20 Kinder und vier oder fünf Lehrer im Kindergarten gewesen. Unter den Opfern waren demnach Lehrer und Kinder.

Solche Angriffe auf Kindergartenkinder oder Schüler sind in China nicht selten. Bei früheren Verbrechen wollten sich Täter wegen empfundener Ungerechtigkeiten irgendwie an der Gesellschaft rächen und suchten sich dafür oftmals die schwächsten Mitglieder aus.

Deswegen herrschen an Schulen und Kindergärten in China schon lange strenge Sicherheitsmaßnahmen. Auch steht Wachpersonal an den Eingängen. Meist werden weder Eltern, Verwandte noch andere Personen auf das Schul- oder Kindergartengelände gelassen. Sie können ihre Kinder nur am Eingang abgeben und dort wieder abholen.


Perus Kabinettschef reicht Rücktritt ein

LIMA: In einer politischen Krise in Peru hat Kabinettschef Aníbal Torres seinen Rücktritt angeboten. Er wolle wieder zu seinen Studenten in der Universität zurückkehren und juristische Forschung betreiben, schrieb er in einem am Mittwoch bei Twitter veröffentlichten Brief an Präsident Pedro Castillo. Der Staatschef äußerte sich zunächst nicht dazu, ob er das Rücktrittsgesuch annimmt. Der Rücktritt des Kabinettschefs in Peru zieht üblicherweise den Austausch aller Minister nach sich.

Seit Castillos Amtsantritt vor rund einem Jahr war Torres bereits der vierte Kabinettschef. Zuvor war er Justizminister in Castillos Regierung. Die Regierung im Lima steht seit dem Amtsantritt des ehemaligen Dorfschullehrers unter Druck. Wegen verschiedener Vorwürfe oder Meinungsverschiedenheiten räumten immer wieder wichtige Minister ihre Posten. Gegen Staatschef Castillo wird unter anderem wegen Korruption ermittelt.

Zudem befindet sich die Regierung des Linkspolitikers in einem permanenten Machtkampf mit dem Parlament. Der Präsident hat bislang bereits zwei Amtsenthebungsverfahren überstanden. Zwei von Castillos Vorgängern wurden in ähnlichen Verfahren ihres Amtes erhoben.

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