Neues aus dem Ausland am Donnerstag

Neues aus dem Ausland am Donnerstag

US-Berichte: Mann getöteter Lehrerin stirbt an «gebrochenem Herzen»

WASHINGTON: Bei dem schrecklichen Massaker in einer Grundschule in Texas sind nicht nur 19 Schulkinder getötet worden - auch zwei Lehrerinnen wurden erschossen. Jetzt ist der Ehemann einer der getöteten Lehrerinnen übereinstimmenden Berichten zufolge ebenfalls gestorben. Der etwa 50-Jährige habe am Donnerstagmorgen eine Gedenkstätte für seine Ehefrau besucht, um Blumen abzulegen, zitierte die «New York Times» den Neffen der Lehrerin, John Martinez. Als er wieder nach Hause kam, sei er einfach umgefallen. Das Paar war den Berichten nach rund 24 Jahre verheiratet und hatte vier Kinder.

Auf einer eingerichteten Spendenseite schrieb eine Frau, bei der es sich um Cousine der getöteten Lehrerin handeln soll, dass der Ehemann infolge eines medizinischen Notfalls gestorben sei. «Ich glaube wirklich, dass (er) an einem gebrochenen Herzen gestorben ist und dass der Verlust der Liebe seines Lebens (...) zu schwer zu ertragen war», hieß es. Der Sender ABC berichtete unter Berufung auf Martinez und einen engen Freund der Familie, dass der Ehemann an einem Herzinfarkt gestorben sei.

Ein 18-Jähriger hatte am Dienstag in einer Grundschule in der texanischen Gemeinde das Feuer eröffnet und ein Blutbad angerichtet. Das Massaker ereignete sich einem Klassenraum der Schule. Der Schütze wurde von der Polizei getötet.


Bayerns Innenminister rechnet bei G7-Gipfel mit weniger Krawallen

BERLIN: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) rechnet beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau Ende Juni mit weniger Krawallen als bei anderen Gipfeln. «Die Mobilisierung ist zum jetzigen Zeitpunkt deutlich geringer als beim G20-Gipfel in Hamburg 2017. Eine wesentliche Rolle dürfte dabei auch der Nato-Gipfel vom 28. bis 30. Juni in Madrid spielen. Möglicherweise wird es insbesondere die Krawallmacher aus den umliegenden Staaten eher dorthin ziehen», sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Freitag). Außerdem habe Donald Trump 2017 im linksradikalen Lager wesentlich mehr polarisiert als Barack Obama 2015 oder aktuell US-Präsident Joe Biden.

Die Anreise «gewaltbereiter Chaoten» sei leider nicht auszuschließen. Die Polizei habe das aber auf dem Schirm und tausche sich eng mit den Kollegen aus dem In- und Ausland aus. Man setze auf eine starke Polizeipräsenz sowie auf ein konsequentes und vor allem frühzeitiges Eingreifen bei Straftaten und Sicherheitsstörungen, sagte der CSU-Politiker, der auch Vorsitzender der Innenministerkonferenz ist. «Ein Baustein unseres Schutzkonzeptes werden eigens eingerichtete polizeiliche Kontrollstellen sein. Damit wollen wir anreisende Krawallmacher gezielt aus dem Verkehr ziehen», sagte er dem RND. Der Gipfel findet vom 26. bis 28. Juni 2022 statt. Dort werden die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen zusammenkommen.


Winziger Roboter in Form einer Mini-Krabbe

NEW YORK: Forscher in den USA haben nach eigenen Angaben den bislang kleinsten ferngesteuerten Roboter entwickelt - in Form einer Mini-Krabbe. Die rund einen halben Millimeter breite Roboterkrabbe sei kleiner als ein Floh und könne laufen, springen sowie sich verbiegen und drehen, teilten die Wissenschaftler der Northwestern University im US-Bundesstaat Illinois mit. Außerdem entwickelten die Wissenschaftler auch noch Mini-Roboter unter anderem in Form von Würmern und Käfern.

Bislang gehe es bei den Ergebnissen, die im Fachjournal «Science Robotics» veröffentlicht wurden, vor allem um Forschungsfragen, hieß es von den Wissenschaftlern. Darauf aufbauend könnten aber möglicherweise in der Zukunft solche Mini-Roboter Arbeiten in für Menschen nicht zugänglichen engen und kleinen Räumen übernehmen.


Rund 50 Tote bei Angriff im Osten von Burkina Faso

OUAGADOUGOU: Im westafrikanischen Sahelstaat Burkina Faso sind am Donnerstag bei einem Angriff im Osten des Landes rund 50 Zivilisten getötet worden. Laut einem Armeesprecher stammten die Opfer aus der Madjoari-Region. Sie seien auf dem Weg zu dem Ort Nadiagou gewesen, als die Bewaffneten an einer Brücke das Feuer auf sie eröffnet hätten. Die Armee sei dabei, die Gegend zu sichern. Die Armee machte zunächst keine näheren Angaben zu den Tätern. Erst vor wenigen Tagen waren bei einem ähnlichen Angriff im Osten von Burkina Faso elf Soldaten getötet worden.

Das Land mit 21 Millionen Einwohnern gehört zur Sahelregion und befindet sich seit 2019 in einer schweren humanitären Krise. Bewaffnete Gruppen, die zum Teil der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder der Terrororganisation Al-Kaida die Treue geschworen haben, sind dort und in den benachbarten Ländern Mali und Niger aktiv. Auch langwierige Dürren und Hungersnöte machen dem trotz reicher Goldvorkommen verarmten Land zu schaffen. Seit einem Putsch im Januar regiert dort das Militär.


Herzogin Meghan reist nach Massaker an Grundschule nach Texas

WASHINGTON: Herzogin Meghan hat nach dem tödlichen Massaker in einer Grundschule im Bundesstaat Texas die betroffene Gemeinde besucht.

Die 40-Jährige sei am Donnerstag nach Uvalde gereist, bestätigte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur in Washington. Herzogin Meghan habe der Gemeinde, die unvollstellbaren Kummer durchlebe, persönlich und als Mutter ihr Mitgefühl zeigen wollen. Die Ehefrau von Prinz Harry hat mit dem Queen-Enkel zwei kleine Kinder - Archie und Lilibet. Auf Fotos war zu sehen, wie sie Blumen an einer Gedenkstätte für die Opfer niederlegte. Ein 18 Jahre alter Schütze hatte am Dienstag in der Kleinstadt Uvalde 19 Schulkinder und zwei Lehrkräfte erschossen.


Frankreich und Australien wollen wieder vertrauensvolle Beziehung

PARIS: Nach dem Zerwürfnis um einen geplatzten milliardenschweren U-Boot-Deal wollen Frankreich und Australien wieder eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen. Wie es in einem Schreiben des Pariser Élyséepalasts vom Donnerstag hieß, verständigten sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der neugewählte australische Premier Anthony Albanese darauf in einem Telefonat. Gemeinsam wollten sie demnach die Klimakrise und die strategischen Herausforderungen im Indopazifik überwinden. Die beiden Länder strebten zudem an, durch Kooperationen resilienter zu werden und zu Frieden und regionaler Sicherheit beizutragen.

Im Herbst hatten Australien, die USA und Großbritannien ohne Absprache mit den Verbündeten ein neues gemeinsames Sicherheitsbündnis im Indopazifik bekanntgegeben. Australien soll in diesem Rahmen Zugang zur US-Technik für Bau und Betrieb von Atom-U-Booten gegeben werden. Ein 56-Milliarden-Euro-Deal über U-Boote zwischen Frankreich und Australien war dadurch geplatzt. Paris reagierte wütend. Macron bezichtigte den damaligen australischen Premier Scott Morrison der Lüge. Auch in der Mitteilung des Élysée zum Telefonat am Donnerstag wurde Morrisons Vorgehen als Vertrauensbruch bezeichnet. Albaneses Labor-Partei gewann vergangene Woche die Parlamentswahlen in Australien.


US-Republikaner blockieren Gesetz zur Bekämpfung von Hassverbrechen

WASHINGTON: Die Republikaner im US-Senat haben einen Gesetzesentwurf zur besseren Bekämpfung von Hassverbrechen blockiert. Das Vorhaben hatte nach der rassistisch motivierten Attacke mit zehn Toten in einem Supermarkt in der Stadt Buffalo vergangene Woche mit der Mehrheit der Demokraten das Repräsentantenhaus passiert. Der Entwurf scheiterte am Donnerstag aber im Senat, der zweiten Kammer des US-Kongresses, am sogenannten Filibuster. Demnach sind bei vielen Gesetzesvorhaben 60 der 100 Stimmen im Senat notwendig, damit es überhaupt zu einem Votum über ein Gesetzesvorhaben kommen kann. Ein Erfolg der Demokraten war nicht erwartet worden.

Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, hatte vor der Abstimmung erklärt, dass mit dem Gesetz «eine ernste Ursache von Waffengewalt» bekämpft werden solle: Inlandsterrorismus und Rassismus. Unter Inlandsterrorismus versteht man in den USA in der Regel terroristische Verbrechen, die von US-Amerikanern innerhalb des Landes begangen werden. Der Entwurf sieht unter anderem vor, dass Behörden wie das Heimatschutzministerium, das Justizministerium oder das FBI besser Informationen austauschen müssen. Außerdem soll eine behördenübergreifende Arbeitsgruppe eingerichtet werden, die sich mit der Unterwanderung etwa der Polizei durch Neonazis befasst.

Republikaner hatten den Entwurf bereits in der Vergangenheit mit der Argumentation abgelehnt, dass das Thema Linksextremismus zu kurz komme. Die Demokraten hatten gehofft, nach dem Massaker in einer Schule im US-Bundesstaat Texas mit den Republikanern auch einen Kompromiss bei strengeren Waffengesetzen finden und das Gesetz gegen Hassverbrechen dafür nutzen zu können. Schumer kündigte nun an, an einem Kompromissentwurf mit dem Republikanern arbeiten zu wollen.

Vor knapp zwei Wochen hatte ein Schütze in Buffalo zehn Menschen erschossen und drei weitere verletzt. Die Mehrheit der Opfer war schwarz. Der Schütze hat den Ermittlern zufolge vor der Tat ein rassistisches Manifest veröffentlicht. Nur gut eine Woche später hatte ein Schütze in der Kleinstadt Uvalde in einer Grundschule das Feuer eröffnet und 19 Schulkinder und zwei Erwachsene getötet. Nach den beiden Attacken ist in den USA die Debatte um Waffengewalt wieder aufgeflammt.


Vor möglicher Syrien-Offensive: Türkei rechtfertigt Militäreinsätze

ISTANBUL/WASHINGTON: Vor einer möglichen Offensive in Nordsyrien hat die Türkei Militäreinsätze als notwendig für die nationale Sicherheit deklariert. Bei einer Sitzung des Sicherheitsrats am Donnerstag sei festgehalten worden, dass Militäroperationen an den Südgrenzen der Türkei, die zurzeit durchgeführt werden oder noch durchgeführt werden sollen, nicht auf die territoriale Integrität der Nachbarländer abzielten, sondern für die nationale Sicherheit notwendig seien, hieß es in einer Erklärung.

Erdogan hatte am Montag eine mögliche neue Offensive in Nordsyrien angekündigt, wo Ankara bereits Gebiete kontrolliert. Am Donnerstag wurde das Thema bei der Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats behandelt.

Das türkische Militär ist bereits mehrmals gegen die Kurdenmiliz YPG in Syrien vorgegangen. Die Türkei geht zudem im Nachbarland Irak gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vor. Ankara sieht sowohl die PKK als auch die YPG als Terrororganisationen. Die von der YPG angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) sind allerdings ein enger Verbündeter der USA im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien.

Aus der US-Regierung wurden Sorgen über die Auswirkungen einer möglichen türkischen Offensive auf die Zivilbevölkerung und auf den Kampf gegen den IS laut. Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, sagte am Donnerstag, bei einer Offensive könnten SDF-Partner vom Kampf gegen die Terrormiliz abgezogen werden, die weiterhin eine Bedrohung darstelle. Er betonte zugleich, die Türkei sei ein «geschätzter» Nato-Partner.


Berufungsgericht: Trump muss in Rechtsstreit in New York aussagen

NEW YORK: Im Rechtsstreit um die Herausgabe von Dokumenten hat ein Berufungsgericht den früheren US-Präsidenten Donald Trump sowie dessen Kinder Ivanka und Donald Jr. zur Aussage verpflichtet. Damit wies das Gericht die Argumente der Trumps, die sich einer Aussage verweigern wollten, zurück, wie die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James am Donnerstag mitteilte. Die Entscheidung eines New Yorker Richters vom Februar bleibt damit bestehen. Trump hat sich in dem Verfahren immer wieder als Opfer einer «Hexenjagd» dargestellt.

Bereits vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass der Ex-Präsident in dem Rechtsstreit 110.000 Dollar (etwa 104.000 Euro) Strafe gezahlt hatte. Trotz der Zahlung müsse Trump aber noch Informationen über die Suche von Dokumenten vorlegen. Ansonsten werde die Verfügung wieder in Kraft gesetzt - einschließlich einer Geldstrafe von 10.000 Dollar pro Tag wegen Missachtung des Gerichts.

Hintergrund sind zivilrechtliche Ermittlungen der Generalstaatsanwältin, die der Demokratischen Partei angehört, gegen das Firmenimperium des Republikaners Trump wegen möglicherweise betrügerischer Geschäftspraktiken. Trump und die Trump Organization haben James zufolge betrügerische und irreführende Finanzberichte verwendet, um wirtschaftliche Vorteile zu erlangen. Es geht auch um den Verdacht, dass Trumps Firma falsche Angaben zum Wert von Immobilien gemacht haben soll. Trumps Konzern weist die Anschuldigungen zurück. Der Sender CNBC hatte berichtet, Trumps Anwälte hätten angegeben, sie könnten die von James angeforderten Dokumente nicht finden.

Donald Trump ist Gründer der Trump Organization, seine beiden Söhne Donald Trump Jr. und Eric Trump sind die Vizepräsidenten des vor allem im Immobilienbereich tätigen Firmen-Konglomerats. Gleichzeitig laufen in New York auch strafrechtliche Ermittlungen gegen Trump und sein Imperium.


Mutmaßlicher Selbstmordattentäter in Südosttürkei angeschossen

ISTANBUL: Die türkische Polizei hat nach Behördenangaben in der Stadt Gaziantep einen mutmaßlichen Selbstmordattentäter angeschossen. Der Verdächtige sei vor der Polizeidirektion der südosttürkischen Stadt «außer Gefecht» gesetzt und verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, teilte der Provinzgouverneur Davut Gül am Donnerstag auf Twitter mit.

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, der Verdächtige sei zum Haupteingang der Polizeistelle gegangen, habe den Beamten eine Weste und eine Fernbedienung gezeigt und gesagt, dass er sich selbst in die Luft sprengen werde. Daraufhin habe die Polizei auf den Verdächtigen geschossen. Der Hintergrund des Vorfalls war zunächst unklar. Die Behörden leiteten Ermittlungen ein.


Palästinenser: Reporterin gezielt von israelischem Schützen getötet

RAMALLAH: Der palästinensische Generalstaatsanwalt hat Israel am Donnerstag dafür verantwortlich gemacht, die Journalistin Schirin Abu Akle des TV-Senders Al-Dschasira gezielt getötet zu haben. Die Reporterin war vor zwei Wochen während eines israelischen Militäreinsatzes in Dschenin im nördlichen Westjordanland ums Leben gekommen. Ihr Tod sowie Polizeigewalt bei ihrer Beerdigung in Jerusalem hatten international für Bestürzung gesorgt.

Der Generalstaatsanwalt Akram Chatib sagte vor Journalisten, eine Untersuchung der tödlichen Kugel habe ergeben, dass diese von einem Scharfschützen mit einem Gewehr des Typs Ruger abgefeuert worden sei. Das Geschoss sei aus Richtung der israelischen Soldaten gekommen. Weitere Einschusslöcher in einem Baum zeigten, dass gezielt auf den oberen Körper der in der arabischen Welt bekannten 51-Jährigen geschossen worden sei. Dies zeige eine klare Tötungsabsicht, sagte Chatib.

Der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz wies dies als Lüge zurück. Israel bedaure den Tod der Journalistin und die Armee untersuche den Vorfall, um die Wahrheit herauszufinden. Nach Darstellung der Armee ist nicht eindeutig, von wo der tödliche Schuss kam. Sie berichtete von heftigen Feuergefechten mit militanten Palästinensern in Dschenin. Die Palästinenserführung hatte Israels Wunsch nach einer gemeinsamen Untersuchung jedoch abgelehnt.

Seit März sind bei einer Terrorwelle in Israel 18 Menschen getötet worden, außerdem wurden im Westjordanland ein israelischer Wachmann und ein Soldat von Palästinensern erschossen. Mehrere Attentäter stammten aus dem Bereich Dschenin. Die Stadt gilt als Hochburg militanter Palästinenser. Seit Wochen führt die israelische Armee dort und in anderen Teilen des Westjordanlands Razzien durch. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums sind seit Ende März mehr als 30 Palästinenser getötet worden. Sie wurden zum Teil bei Militäreinsätzen getötet, aber auch bei eigenen Anschlägen oder bei Zusammenstößen mit der Armee.


Mächtiger Drogenboss getötet

BOLÍVAR: Sicherheitskräfte haben im Nordosten von Kolumbien einen der meistgesuchten Drogenhändler des südamerikanischen Landes getötet. «In einer Operation der Polizei und der Staatsanwaltschaft wurde in Bolívar Juan Larinson Castro Estupiñán alias «Matamba», früherer Anführer des Golf-Clans und einer der meist gesuchten Verbrecher des Landes, neutralisiert», schrieb der kolumbianische Präsident Iván Duque am Donnerstag auf Twitter. «Wir gehen weiter gegen den Golf-Clan vor und stellen sicher, dass kein Bandit eine Höhle findet, in der er sich verstecken kann.»

«Matamba» war im Mai 2021 festgenommen und im Hochsicherheitsgefängnis La Picota in Bogotá inhaftiert worden. Im März gelang ihm allerdings die Flucht. Offenbar konnte er in der Uniform eines Vollzugsbeamten die Haftanstalt unbemerkt verlassen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Gefängniswärter ihm bei der Flucht halfen. Die Behörden setzten daraufhin ein Kopfgeld in Höhe von zwei Milliarden Pesos (476.000 Euro) auf «Matamba» aus.

Der «Clan del Golfo», der seine Mitglieder vor allem aus ehemaligen rechten Paramilitärs rekrutiert, gilt als eines der mächtigsten Verbrechersyndikate Kolumbiens. Auf sein Konto geht der tonnenweise Schmuggel vor allem von Kokain nach Mittel- und Nordamerika. Zudem ist er in illegalen Bergbau und Schutzgelderpressung verwickelt und für zahlreiche Morde und Vertreibungen verantwortlich. Kartellchef Dairo Antonio Úsuga alias «Otoniel» war Anfang Mai an die USA ausgeliefert worden.


Softwarefehler: BMW muss mehr als 61.000 Autos zurückrufen

MÜNCHEN: Der Autobauer BMW muss weltweit mehr als 61.000 Autos wegen eines Softwarefehlers zurückrufen.

Das betreffe die Modelle X3, X4 und 5 aus den Baujahren 2016 bis 2022, wie aus Angaben auf der Internetseite des Kraftfahrt-Bundesamts hervorgeht. Von den weltweit 61.714 Fahrzeugen seien in Deutschland 12.721 betroffen. Das fehlerhafte Softwareupdate könne zum Drehmomentverlust und Motorausfall führen. Es gebe bisher keine Sachschäden, zudem sei niemand verletzt worden. Die Angaben sind auf vergangenen Dienstag datiert. Ein BMW-Sprecher sagte am Donnerstag, betroffene Kunden würden eine Nachricht bekommen, ihr Auto in die Werkstatt zu bringen. Dort werde die Software dann neu programmiert.


Kuba schließt Teilnahme am Amerika-Gipfel in Los Angeles aus

HAVANNA: Inmitten des diplomatischen Ringens um die Einladungsliste für den Amerika-Gipfel hat der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel seine Teilnahme an dem Treffen in den USA ausgeschlossen. «Ich kann versichern, dass ich unter keinen Umständen teilnehmen werde», schrieb der Staatschef der sozialistischen Karibikinsel in der Nacht auf Donnerstag (Ortszeit) auf Twitter. «Aber wie es schon oft in der Vergangenheit geschehen ist: Die Stimme Kubas wird auf dem Amerika-Gipfel gehört werden.»

Vom 6. bis 10. Juni treffen sich in Los Angeles die Staats- und Regierungschefs aus Nord-, Mittel- und Südamerika sowie der Karibik zum 9. Amerika-Gipfel. Allerdings will die US-Regierung die Präsidenten der linksautoritär geführten Staaten Kuba, Venezuela und Nicaragua offenbar nicht einladen. Andere Staatschefs wie der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador und der bolivianische Präsident Luis Arce solidarisierten sich daraufhin mit den Ausgeschlossenen und machten ihre eigene Teilnahme davon abhängig, dass alle Länder eingeladen werden.

«Es ist bekannt, dass die Vereinigten Staaten von Anfang an geplant hatten, dass der Amerika-Gipfel nicht inklusiv sein würde», schrieb Díaz-Canel auf Twitter. «Es war ihre Absicht, mehrere Länder, darunter Kuba, auszuschließen.» Medienberichten zufolge bemühen sich US-Diplomaten derzeit, möglichste viele Staats- und Regierungschefs aus der Region zum Kommen zu bewegen. Sollten wichtige Länder den Gipfel boykottieren, droht US-Präsident Joe Biden eine diplomatische Schlappe.


Gerettete Menschen aus dem Mittelmeer nach Lampedusa gebracht

LAMPEDUSA: Nach der schwierigen Rettung von 110 Menschen im Mittelmeer durch ein deutsches und ein spanisches Segelschiff sind die Migranten nach Lampedusa gebracht worden. Das Schiff «Astral» der Organisation Open Arms aus Spanien durfte auf der italienischen Mittelmeerinsel anlegen, wo die Menschen am Donnerstagmorgen an Land gingen, wie die Seenotretter bei Twitter mitteilten. Die «Astral» hatte zusammen mit dem Segelschiff «Nadir» der deutschen Organisation Resqship die Flüchtenden 24 Stunden zuvor gerettet, nachdem deren völlig überfülltes Holzboot vor der Küste Tunesiens gekentert war.

Unterdessen gab es über das Schicksal der 76 vermissten Migranten ebenfalls im Mittelmeer am Donnerstag keine neuen Mitteilungen. Am Mittwoch hatte die Internationale Organisation für Migration (IOM) mitgeteilt, dass ein Boot aus der Stadt Suwara im Westen Libyens abgelegt habe. Vor der Küste Tunesiens nahe der Stadt Sfax liefen die Such- und Rettungsmaßnahmen, 24 Menschen seien gerettet worden.

Bei der gefährlichen Überfahrt im Mittelmeer kommen immer wieder Migranten in überfüllten und oft seeuntüchtigen Booten ums Leben. Vor allem Libyen ist wegen der instabilen politischen Lage und des Bürgerkriegs ein wichtiges Transitland für Migranten, die nach Europa wollen, weil sie sich in der EU ein besseres Leben erhoffen.


Irans Außenminister hofft auf Treffen mit saudischem Kollegen

TEHERAN/DAVOS: Irans Außenminister Hussein Amirabdollahian hofft auf ein baldiges Treffen mit seinem Kollegen aus Saudi-Arabien. «Wir haben uns mit den Saudis darauf geeinigt, dass sich Vertreter der beiden Außenministerien - oder gar auch auf Ministerebene - demnächst in einem Drittland treffen», sagte Amirabdollahian am Donnerstag beim Weltwirtschaftsforum in Davos in den Schweizer Alpen, wie die iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete. Wenn Riad Bereitschaft signalisiere, könnten beide Länder auch wieder diplomatische Beziehungen aufnehmen. «Irans Türen stehen diesbezüglich immer offen», sagte Amirabdollahian.

Nach einem Angriff iranischer Islamisten auf die saudische Botschaft in Teheran 2016 hatte der Golfstaat die Beziehungen abgebrochen. Beide Staaten tragen ihre Rivalität durch Stellvertreterkriege aus, unter anderem im Jemen und in Syrien. Nach fast fünfjähriger diplomatischer Eiszeit gab es jüngst eine Annäherung zwischen dem sunnitischen Saudi-Arabien und dem schiitischen Iran. Im Irak fanden mehrere Gesprächsrunden statt. Zudem schickte der Iran wieder Diplomaten nach Saudi-Arabien. Präsident Ebrahim Raisi betonte mehrfach, dass Beziehungen zu den Nachbarn - insbesondere zu Saudi-Arabien - für regionalen Frieden und Ölexport enorm wichtig seien.


Überlebende von Schulmassaker hat Jahre später Angst vor Schützen

WASHINGTON: Der Amoklauf an einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas hat Entsetzen ausgelöst - so wie vor knapp zehn Jahren das Massaker an der Sandy-Hook-Grundschule im US-Bundesstaat Connecticut. Maggie LaBanca hat die Bluttat damals überlebt und leidet bis heute darunter, wie sie am Donnerstag dem Sender CNN berichtete.

Sie müsse mit Licht schlafen, weil sie im Dunkeln glaube, «dass ich einen Schützen im Schatten sehe», sagte LaBanca, die laut CNN kurz vor Beginn ihres Studiums steht. «Ich muss mit einem Kissen hinter meinem Rücken schlafen, weil ich Angst habe, dass mich ein Schütze dort erwischt, wo ich ihn nicht sehen kann.»

Knapp zehn Jahre später wache sie manchmal mitten in der Nacht abrupt auf, «weil ich das Kissen nicht mehr spüre. Oder ich habe einen Flashback oder so etwas, und es ist alles sehr real für mich», sagte LaBanca. «Das geht nicht weg, und ich glaube, das ist vielen Leuten nicht klar.»

An der Sandy-Hook-Grundschule in Connecticut hatte im Dezember 2012 ein 20-Jähriger um sich geschossen. Er tötete 20 Schulkinder und sechs Lehrer. An der Robb Elementary School in Texas hatte sich ein 18-Jähriger am vergangenen Dienstag in einem Klassenraum verschanzt. Er tötete 19 Kinder und zwei Lehrerinnen.


Exil-Uiguren fordern Sanktionen gegen China

MÜNCHEN: Die Exil-Organisation der Uiguren hat nach neuen Berichten über eine brutale Verfolgung der muslimischen Minderheit in China Sanktionen verlangt. «In den vergangenen fünf, sechs Jahren hat die chinesische Regierung ihren Kurs geändert - von erzwungener Assimilierung und Diskriminierung zum Völkermord», sagte der Präsident des Uigurischen Weltkongresses (UWC), Dolkun Isa, am Donnerstag in München. «Verurteilung und leere Statements können Genozid nicht stoppen.» Auch an die Bundesregierung direkt richtete Isa die Aufforderung, Strafmaßnahmen gegen China zu verhängen.

In München treffen sich bis Samstag etwa 200 Vertreter des UWC und politische Unterstützer zu einer Tagung. Die Organisation beruft sich auf Untersuchungen des unabhängigen Uyghur Tribunals in London, das von dem Juristen Geoffrey Nice geleitet wurde, ehedem Chefankläger des früheren serbischen Staatschefs Slobodan Milosevic. Das Tribunal hatte China im Dezember Völkermord an dem muslimischen Zehn-Millionen-Volk vorgeworfen, das in der Wüstenregion Xinjiang im Westen Chinas lebt. Nach Schätzungen sind Hunderttausende Uiguren und Angehörige anderer muslimischer Minderheiten in Lagern interniert.

Isa forderte: «Deutsche Unternehmen sollten keine Geschäfte mehr in China machen». Als Beispiele für solche Konzerne nannte er VW, Bosch und Adidas. Was in Xinjiang geschehe, seien keine «gewöhnlichen Menschenrechtsverletzungen». Viele Jahre lang sei es «sehr schwierig für uns gewesen, die Welt davon zu überzeugen, was in Xinjiang geschieht». Mittlerweile sei die Beweislage aber klar. «Es gibt keine Entschuldigung mehr für Regierungen, Länder und internationale Organisationen, wegzusehen.»

München ist Sitz des UWC. In der bayerischen Landeshauptstadt leben nach Isas Worten etwa 1500 Uiguren, die zum größten Teil aus China geflohen sind.


Zwei Tote bei Explosion in Biodiesel-Fabrik in Nordspanien

MADRID: Bei einer Explosion und einem anschließenden Brand in einer Biodiesel-Fabrik in der nordspanischen Region La Rioja sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Die Fabrik und das gesamte Industriegebiet El Recuenco in der Gemeinde Calahorra seien unmittelbar nach dem Notfall am frühen Donnerstagnachmittag evakuiert worden, berichteten die Zeitung «El Día de La Rioja» und andere Medien unter Berufung auf die Sicherheitsbehörden. Außerdem seien rund 250 Kinder, die in der Nähe an einem Schulausflug teilgenommen hätten, bereits in Sicherheit gebracht worden.

Eine dichte schwarze Rauchwolke und Flammen waren nach der Explosion von weitem zu sehen, wie Videoaufnahmen und Fotos zeigten, die von Medien und in sozialen Netzwerken veröffentlicht wurden. Alle zur Verfügung stehenden Einheiten der Polizei und der Feuerwehr seien zur Brandbekämpfung und für Sicherungsmaßnahmen zu der Fabrik geschickt worden, teilte die Gemeindeverwaltung von Calahorra mit. Man solle das Gebiet meiden, da weitere Explosionen nicht auszuschließen seien. Die Ursache der Explosion, die sich in Calahorra rund 300 Kilometer nordöstlich von Madrid gegen 13.00 Uhr ereignete, blieb zunächst unklar.


Schweres Erdbeben erschüttert Süden von Peru

AZÁNGARO: Ein schweres Erdbeben hat den Süden von Peru erschüttert. Das Zentrum des Bebens der Stärke 7,2 lag 13 Kilometer nordwestlich von Azángaro in einer Tiefe von 217 Kilometern, wie die US-Erdbebenwarte USGS am Donnerstag mitteilte. Das Geophysikalische Institut von Peru gab die Stärke mit 6,9 an. Der Erdstoß sei auch in den Regionen Arequipa, Cusco, Tacna und Puno zu spüren gewesen, berichtete der Radiosender RPP.

Bei dem Beben wurden 15 Häuser, zwei Schulen, ein Gesundheitszentrum und eine Brücke beschädigt, wie die Notfalleinsatzzentrale der Region Puno mitteilte. Berichte über Verletzte lagen zunächst nicht vor.

In Peru kommt es immer wieder zu heftigen Erdbeben. Die gesamte Westküste des amerikanischen Doppelkontinents liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, der für seine seismische Aktivität bekannt ist. Rund 85 Prozent aller Erdbeben weltweit werden entlang des Pazifischen Feuerrings registriert.


Konflikt mit Türkei um griechische Inseln - Athen informiert UN

ATHEN: Die griechische Regierung will sich bei den Vereinten Nationen (UN) darüber beschweren, dass die Türkei die Souveränitätsrechte etlicher griechischer Inseln in der östlichen Ägäis in Frage stellt. Ein entsprechendes Schreiben soll am Donnerstagabend UN-Generalsekretär António Guterres überreicht werden, berichtete der Staatsrundfunk (ERT) am Donnerstag unter Berufung auf das Athener Außenministerium. Zu den betroffenen Eilanden gehören beliebte Urlaubsinseln wie Samos und Rhodos.

Die Lage zwischen den Nachbarstaaten und Nato-Mitgliedern ist seit Wochen extrem angespannt. Türkische Kampfbomber überfliegen derzeit fast täglich bewohnte griechische Inseln. Ankara argumentiert, Griechenland verliere seine Souveränitätsrechte über mehrere Inseln vor der türkischen Küste, weil diese militarisiert sind. Das stehe nicht im Einklang mit den Verträgen von Lausanne (1923) und Paris (1947). Athen hingegen begründet die Militarisierung mit der Bedrohung durch zahlreiche Landungsboote an der türkischen Westküste und dem Recht eines jeden Staates auf Selbstverteidigung.

Der Streit um die Inseln ist nur einer von vielen Konflikten zwischen den Nachbarn. Erst Anfang der Woche stellte Erdogan öffentlich den Kontakt mit Mitsotakis ein - dieser existiere für ihn nicht mehr, sagte der türkische Präsident. Hintergrund ist die derzeit enge Zusammenarbeit der Griechen mit den USA, die in Griechenland etliche Militärbasen unterhalten. Mitsotakis hatte die USA zuletzt in einer Rede vor dem US-Kongress gewarnt, keine Kampfjets an die Türkei zu verkaufen, was Ankara sehr übel nahm. Auch über Erdgasvorkommen im Meer streiten Ankara und Athen.


Broadcom kauft Software-Anbieter VMware für 61 Milliarden US-Dollar

NEW YORK: Der Chipkonzern Broadcom hat sich mit dem Softwareanbieter VMware auf eine Übernahme geeinigt. Der Deal, der VMware mit etwa 61 Milliarden US-Dollar (57 Mrd Euro) bewertet, soll in bar und mit Aktien bezahlt werden, wie Broadcom am Donnerstag mitteilte. Michael Dell, Gründer des Computerkonzerns Dell Technologies und die Investmentgesellschaft Silver Lake, die 40,2 und 10 Prozent an VMware hielten, stünden ebenfalls hinter der Transaktion.

VMware-Anteilseigner sollen zwischen 142,50 Dollar in bar oder 0,252 Broadcom-Papieren je eigener Aktie wählen dürfen. Dabei soll es allerdings eine Zuteilung geben, sodass am Ende je rund die Hälfte in Aktien und bar gezahlt werde. Damit ergebe sich eine Gegenleistung von insgesamt 138,23 Dollar je Aktie, was 44 Prozent über dem Schlusskurs von VMware vom 20. Mai liege. Anschließend war nach entsprechenden Medienberichten Übernahmefantasie aufgekommen, die die VMware-Titel per Schlusskurs vom Mittwoch bis auf 120,54 Dollar nach oben getrieben hatte.


Sommerhitze - 37 Grad erwartet

ATHEN: In Griechenland werden in den kommenden Tagen für den Mai ungewöhnlich hohe Temperaturen erwartet. Wie das Meteorologische Amt am Donnerstag mitteilte, sollten die Thermometer vor allem in West- und Mittelgriechenland Werte um die 37 Grad anzeigen. Auch auf den Inseln der Ägäis werden um die 35 Grad erwartet.

Die Mini-Hitzewelle soll das Wochenende über andauern. Von Sonntag an werden demnach Nordwinde einsetzen und die Temperaturen sollen auf für die Jahreszeit übliche Werte von etwa 30 Grad fallen, sagten Meteorologen im Staatsfernsehen.

Ärzte rieten im Rundfunk dazu, weite und helle Baumwollkleidung zu tragen, viel Wasser zu trinken und keinen Alkohol oder zuckerhaltige Getränke. Dies gelte vor allem für Touristen aus dem Norden Europas, deren Körper einige Tage brauche, um sich an die Temperaturen anzupassen.


Italiens Regierung will Schadenersatz von Berlusconi

MAILAND: Im Korruptionsprozess um Partys mit minderjährigen Frauen will das Büro des Ministerpräsidenten Schadenersatz vom einstigen Regierungschef Silvio Berlusconi haben. Die Anwältin Gabriella Vanadia, die das Präsidium des Ministerrats in Rom als Nebenklägerin in dem Verfahren um die «Bunga-Bunga-Partys» vertritt, forderte vom Gericht in Mailand eine Verurteilung des 85-Jährigen und von 27 anderen Angeklagten zu Schadenersatz in Höhe von 10,5 Millionen Euro. Berlusconi habe durch sein Verhalten Italien in «weltweiten Misskredit» gebracht, wie Vanadia ausführte.

Dem langjährigen Politiker und Unternehmer wird Korruption und Zeugenbestechung vorgeworfen. In früheren Prozessen rund um die Partys war er wegen Amtsmissbrauch und Förderung von Prostitution Minderjähriger aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft in Mailand forderte in ihrem Plädoyer am Mittwoch eine Haftstrafe von sechs Jahren für den Ex-Regierungschef.

Berlusconi beteuert seine Unschuld, sein Anwalt ist von einem Freispruch überzeugt. Ein Urteil wird im Herbst erwartet. Vertreter seiner Partei Forza Italia und auch die Chefs der Rechtsparteien Lega und Fratelli d'Italia bekundeten ihre Solidarität mit Berlusconi.

Laut Beobachtern dürfte der Antrag der Ministerratspräsidiums Berlusconi am meisten treffen. Zum einen war dieses in seinen vier Amtszeiten jeweils sein Büro. Und außerdem versuchte sich der Forza-Italia-Chef zuletzt als wackerer und zuverlässiger Unterstützer von Ministerpräsident Mario Draghi zu positionieren. Anwältin Vanadia machte aber deutlich, dass Berlusconis Eskapaden, ob nun strafrechtlich geahndet oder nicht, Italien in Verruf gebracht haben.


Menschenrechtler werfen Türkei Versäumnis beim Schutz von Frauen vor

ISTANBUL: Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat den türkischen Behörden Versäumnisse beim Schutz von Frauen vor Gewalt vorgeworfen. Zwar reagierten Polizei und Gerichte auf Beschwerden von Frauen, versäumten es aber, Anordnungen wie einstweilige Verfügungen durchzusetzen, erklärte die Türkei-Vertreterin der Organisation, Emma Sinclair-Webb, am Donnerstag. «Die mangelnde Durchsetzung hat dazu geführt, das Frauen auf dem Radar der Behörden von ihren Peiniger getötet wurden oder über Jahre hinweg immer wieder Gewalt ausgesetzt waren.»

In einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht dokumentierte Human Rights Watch 18 Fälle von häuslicher Gewalt. In sechs Fällen wurden Frauen demnach trotz gerichtlicher Anordnung zu ihrem Schutz von ihren Partnern oder Ex-Partnern ermordet. So beschreibt die Organisation den Fall von einer 38-jährigen Mutter von drei Kindern. Sie sei im Juni 2021 vor ihrem Haus im zentralanatolischen Aksaray von ihrem Ehemann erschossen worden. Die Frau habe sich von ihrem Mann scheiden wollen, sei aber von ihm bedroht und belästig worden. Gerichte hätten vor dem Mord viermal angeordnet, dass sich der Ehemann von seiner Frau fernzuhalten habe.

HRW forderte die Türkei zudem dazu auf, wieder der Istanbul-Konvention zum Schutz von Frauen beizutreten. Die Türkei war auf Betreiben von Präsident Recep Tayyip Erdogan vor fast einem Jahr aus dem internationalen Abkommen ausgetreten - das hatte weltweit für Empörung gesorgt.


Mutmaßlicher Schleuser in Ägäis nach Verfolgungsjagd festgenommen

ATHEN: Die griechische Küstenwache hat nach einer Verfolgungsjagd einen mutmaßlichen Schleuser festgenommen, der mit einem Boot neun Migranten an einem Strand der Touristeninsel Rhodos abgesetzt hatte. Wie die Behörden am Donnerstag weiter mitteilten, wollte der 23-Jährige mit seinem leistungsstarken Motorboot zurück in die Türkei. Eine Patrouille feuerte Warnschüsse ab, um ihn zu stoppen. Das Boot wurde beschlagnahmt.

Griechenland hat die Kontrollen entlang der Meerengen zwischen den griechischen Inseln und der Türkei in den vergangenen Jahren verstärkt. Seit Jahresbeginn wurden 22.000 Menschen im Osten der Ägäis daran gehindert, auf dieser Route illegal in die EU einzureisen. Zudem seien mehr als 25 mutmaßliche Schleuser festgenommen worden.


Inder beschädigt Götterstatuen wegen erfolglosen Gebeten

NEU DELHI: Ein Mann in Indien hat einem Medienbericht zufolge in einem Hindu-Tempel drei Götterstatuen mit einem Hammer und Meißel beschädigt.

Der 27 Jahre alte Tatverdächtige habe nach eigenen Angaben vergeblich für eine Besserung der Gesundheit seiner Frau und seines fünf Jahre alten Kindes gebetet, sagte ein Polizeisprecher laut dem indischen Fernsehsender NDTV am Donnerstag. Zudem sei kürzlich noch seine Tante gestorben. Er habe gestanden, aus diesen Gründen die Statuen im Bundesstaat Madhya Pradesh am Montag beschädigt zu haben. Die Tatwaffen seien sichergestellt worden. Gegen dann Mann werde nun wegen Schändung eines Andachtsorts ermittelt. In Indien leben mehr als 1,3 Milliarden Menschen, die überwiegende Mehrheit der Menschen sind Hindus.


Zwei Yubari-Melonen für über 22.000 Euro ersteigert

SAPPORO: Ein Paar der berühmten japanischen Yubari-Melonen ist in Sapporo bei einer Auktion zum Saisonauftakt für drei Millionen Yen (etwa 22.000 Euro) ersteigert worden. Der höchste Preis vom vergangenen Jahr sei damit um zehn Prozent übertroffen worden, berichtete der Sender NHK World am Donnerstag. Die Melonen seien am Vortag geerntet worden. Der erfolgreiche Bieter sei ein Unternehmen für Lebensmittelverpackung aus der östlich von Sapporo gelegenen Stadt Yubari gewesen.

Die alljährliche Auktion auf einem Großmarkt der größten Stadt auf Japans nördlichster Hauptinsel Hokkaido wird als feierlicher Beginn der Auslieferung der edlen Früchte abgehalten. Yubari-Melonen werden unter höchst schwierigen Bedingungen im harten Winter Hokkaidos gezüchtet. Die Ernte beginnt im Mai und dauert bis zum August. Im normalen Handel kostet eine solche Melone «lediglich» wenige Tausend Yen - was allerdings immer noch ein stolzer Preis ist.

Bei der traditionellen Auktion in diesem Jahr kamen den Berichten zufolge rund 2720 Yubari-Melonen unter den Hammer. Vor drei Jahren hatten zwei der Melonen den Rekordpreis von fünf Millionen Yen erzielt. Die erfolgreichen Bieter nutzen die Versteigerung in der Regel zu Werbezwecken.


Oberbürgermeisterin: Karlspreisträgerinnen «Licht in dunklen Zeiten»

AACHEN: Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen (parteilos) hat die Vergabe des Karlspreises an drei Bürgerrechtlerinnen aus Belarus als Zeichen der Solidarität und Unterstützung gewertet. Die drei Frauen träten mit unzähligen anderen in Belarus für das ein, was den Kern der europäischen Idee ausmache: Menschenrechte, Frieden und Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Solidarität, sagte die Oberbürgermeisterin am Donnerstag in Aachen vor der Verleihung an Swetlana Tichanowskaja, Veronika Zepkalo und Maria Kolesnikowa.

Zwei der Preisträgerinnen leben im Exil. Die dritte ist in dem vom Machthaber Alexander Lukaschenko autoritär geführten Belarus inhaftiert. Ein Foto der inhaftierten Kolesnikowa hielt ihre Schwester Tatjana Chomitsch während der Zeremonie hoch.

Keupen sagte, in autokratischen Staaten sei die Zivilgesellschaft ein wichtiges Gegengewicht. «Den mutigen Kräften, die gegen Willkür, Unterdrückung und Verletzung der Menschenrechte eintreten, möchten wir heute den Preis widmen und sie für einen Moment in den Fokus der internationalen Öffentlichkeit stellen.» Die Preisträgerinnen seien «ein Licht in dunklen Zeiten».

Der Karlspreis wird seit 1950 für Verdienste um Europa und die europäische Einigung verliehen. Zahlreiche Staatsmänner und -frauen sowie zwei Päpste haben ihn seitdem erhalten. Die Auszeichnung ist mit der Übergabe einer Medaille und einer Urkunde verbunden. Namensgeber ist Karl der Große, der als erster Einiger Europas gilt und der sich häufig in Aachen aufhielt.


VW: EU-Kommission gibt Europcar-Übernahme durch Green Mobility frei

WOLFSBURG/LUXEMBURG: Der Volkswagen-Konzern darf eigenen Angaben zufolge zusammen mit Attestor Limited und Pon Holdings nach Freigabe durch die EU-Kommission den französischen Autovermieter Europcar übernehmen. Damit sei die letzte Bedingung für das Übernahmeangebot erfüllt worden, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Bereits im November hatte die französische Finanzmarktaufsicht AMF grünes Licht für eine Übernahme durch die Green Mobility Holding gegeben.

Diese will mehr als 90 Prozent der Europcar-Aktien erwerben. Bereits bei der Übernahme-Ankündigung hatte die Holding nach eigenen Angaben Zusagen zur Annahme eines entsprechenden Angebotes von Europcar-Aktionären erhalten. Diese machten 68 Prozent der im Umlauf befindlichen Aktien aus. Sollte Green Mobility mit der Übernahme erfolgreich sein und das Ziel von mehr als 90 Prozent der Aktien schaffen, soll der Angebotspreis von 50 auf 51 Cent pro Aktie steigen. Die Annahmefrist für das Angebot endet am 10. Juni.

Früheren Angaben zufolge wollen die Wolfsburger Europcar vom reinen Autovermieter zum Service-Netzwerk für die eigenen Angebote umbauen. Dabei solle ein Dienstleistungsangebot rund ums Auto entstehen.


Toter bei Unfall in iranischem Militärforschungslabor

TEHERAN: Bei einem Unfall im Forschungslabor einer Militäranlage in der iranischen Hauptstadt Teheran ist ein Mann ums Leben gekommen. Bei dem Toten soll es sich um einen Ingenieur handeln, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Donnerstag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium meldete. Eine weitere Person sei verletzt worden. Die Hintergründe waren unklar. Der Unfall ereignete sich am Mittwoch.

Schon vor zwei Jahren gab es einen Unfall in der Anlage Parchin, eine der größten iranischen Militäranlagen. Dort sollen Experten an einem Raketenprogramm arbeiten. Nach ausländischen Geheimdienstberichten geht es auch um geheime Atomwaffenprojekte. Der Iran bestreitet dies.


Zwei Jahre nach George Floyd: Strengere Regeln für US-Bundespolizei

WASHINGTON: Zwei Jahre nach dem brutalen Tod des Afroamerikaners George Floyd setzt US-Präsident Joe Biden strengere Regeln für die Bundespolizei durch. Ohne das Vertrauen der Öffentlichkeit könnten die Sicherheitsbehörden ihre Aufgaben nicht erfüllen, sagte Biden am Mittwochnachmittag (Ortszeit) in Washington. Er unterzeichnete einen entsprechenden Erlass - es waren auch Angehörige von Floyd im Weißen Haus. Biden holte Floyds Tochter Gianna auf die Bühne.

Die neuen Regeln betreffen dem Weißen Haus zufolge mehr als 100.000 Bundespolizistinnen und -polizisten. Demnach soll eine neue nationale Datenbank für polizeiliches Fehlverhalten geschaffen werden. Bürgerrechtsverletzungen durch die Polizei sollen künftig besser untersucht und verfolgt werden. Der Erlass sieht außerdem vor, dass neue Richtlinien für Körperkameras verabschiedet werden. Diese müssen dem Weißen Haus zufolge vorschreiben, dass die Kameras bei Aktivitäten wie Festnahmen oder Durchsuchungen aktiviert werden. Die Freigabe von Filmmaterial nach Vorfällen mit schweren Körperverletzungen oder Todesfällen in Gewahrsam soll beschleunigt werden.

Künftig solle für die Bundespolizei auch ein weitgehendes Verbot bestimmter Würgegriffe gelten, hieß es weiter. Auch Durchsuchungen, bei denen sich die Polizei nicht zuvor an der Tür bemerkbar machen muss, sollen beschränkt werden. Zudem solle der Kauf von Militärausrüstung mit Bundesmitteln eingeschränkt werden. Eine Liste mit verbotenen Ausrüstungsgegenstände werde erweitert, hieß es.

Der Tod des Afroamerikaners Floyd am 25. Mai 2020 bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis hatte in den USA Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt ausgelöst. Videos dokumentieren, wie Polizisten den unbewaffneten Mann zu Boden drückten. Der weiße Beamte Derek Chauvin presste dabei sein Knie gut neun Minuten lang auf Floyds Hals, während dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Seine Kollegen schritten trotz Chauvins Handeln nicht ein. Floyd verlor der Autopsie zufolge das Bewusstsein - und starb.


Dutzende tote Delfine an mexikanischen Strand geschwemmt

LA PAZ: Im Golf von Kalifornien sind 39 tote Delfine an einen Strand gespült worden. Labortests und die Untersuchung der Tiere sollen nun die Todesursache klären, wie am Donnerstag das Netzwerk für gestrandete Meeressäuger mitteilte. Es arbeitet mit der mexikanischen Staatsanwaltschaft für Umweltschutz zusammen.

Die verendeten Tiere wurden am Mittwoch am Strand El Califín nahe La Paz im Südosten der mexikanischen Halbinsel Baja California entdeckt. «Die Ursachen für die Strandung sind noch unklar», sagte die Meeresbiologin Aurora Paniagua der Deutschen Presse-Agentur. Die Tiere wiesen keine durch Menschen verursachten Verletzungen auf.

Die Experten gehen davon aus, dass der Großteil der Delfine bereits tot an Land getrieben wurde. Nur zwei oder drei Tiere hätten Verletzungen von Steinen und Sand, die entstehen, wenn die Delfine versuchen, ins Meer zurückzukehren, sagte Paniagua.


Links-Liberaler Golob zum Ministerpräsidenten Sloweniens gewählt

LJUBLJANA: Das slowenische Parlament hat den Unternehmer und Quereinsteiger Robert Golob (55) zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Für den Chef der neuen links-liberalen Freiheitsbewegung (Gibanje svoboda) stimmten am Mittwochabend 54 der 90 Abgeordneten, wie Medien berichteten. Er löst den rechtsnationalen Regierungschef Janez Jansa ab, der bei der Wahl am 24. April mit seiner Slowenischen Demokratischen Partei (SDS) unterlag. Golob wird in einer Koalition mit den Sozialdemokraten (SD) und der Linken (Levica) regieren.

In seiner Rede unmittelbar vor der Abstimmung sagte Golob, dass sich sein Kabinett an sozialer Gerechtigkeit, Solidarität und dem Aufbau einer wissensbasierten Gesellschaft orientieren werde. Als erste Prioritäten bezeichnete er die Linderung der Nöte des Gesundheitswesens sowie die Eindämmung der steigenden Energie- und Lebensmittelpreise.

Jansa hatte nur etwas mehr als zwei Jahre regiert. Die Macht hatte er im März 2020 infolge des Zerfalls der damaligen Mitte-Links-Koalition errungen. Der enge Verbündete des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban pflegte einen konfrontativen Regierungsstil.

Kritiker beschimpfte er oft unflätig über den Kurznachrichtendienst Twitter. Ähnlich wie Orban ging Jansa mit repressiven Maßnahmen gegen die Justiz, Medien, Demonstranten und Zivilorganisationen vor.


Schulmassaker : Anwohner gedenken der Opfer

UVALDE: Nach dem Massaker an einer Grundschule in Uvalde im US-Bundesstaat Texas haben Anwohner bei einer Mahnwache um die Opfer getrauert. «Ich habe heute und gestern viel geweint. Vielleicht weine ich noch mehr, während wir hier sprechen», sagte Pastor Tony Gruben von der Baptist Temple Church am Mittwochabend (Ortszeit). «Ihr könnt weinen, denn unsere Herzen sind gebrochen. Wir sind am Boden zerstört.» Tags zuvor hatte ein Schütze an der Robb Elementary School 19 Kinder und zwei Lehrer getötet, bevor er von der Polizei erschossen wurde.

Wie der «Texas Tribune» berichtete, fanden sich rund 1000 Menschen in einem Mehrzweckstadion der Kleinstadt nahe der mexikanischen Grenze ein, um mit Gebeten und Gesang der Opfer zu gedenken. Auf Englisch und Spanisch sprachen Pastoren verschiedener örtlicher Kirchen vor der versammelten Menge. Viele Menschen waren sichtlich aufgebracht, weinten oder umarmten sich.

«Wir waren alle stark für El Paso», zitierte «Texas Tribune» eine Teilnehmerin und Mutter von drei Kindern. In einem Einkaufszentrum der texanischen Stadt El Paso hatte ein 21-jähriger weißer Rassist im August 2019 um sich geschossen. 22 Menschen starben damals. «Aber jetzt, wo wir das durchmachen, sind wir gerade nicht so stark. Wir versuchen es. Ich will stark sein», sagte die 33-Jährige weiter.


Tesla hat Antrag auf Erweiterung mit Güterbahnhof gestellt

GRÜNHEIDE: Der US-Elektroautobauer Tesla will das Gelände seiner Autofabrik in Grünheide bei Berlin um einen Güterbahnhof und weitere Logistikflächen erweitern. Das Unternehmen stellte nach Angaben der Gemeinde Grünheide einen Antrag zur Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens. «Das ist eine Fläche, die ist noch nicht mit einem B-Plan belegt», sagte Bürgermeister Arne Christiani (parteilos) am Donnerstag auf Anfrage. Er sprach von mehr als 100 Hektar. Es gehe nicht um eine Erweiterung der Autofabrik. Tesla wolle dort einen Güterbahnhof, Logistikflächen und Stellplätze bauen. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) berichtete darüber am Mittwoch.

Der Bürgermeister sagte dem Sender, die neue Fläche liege im direkten Umfeld des jetzigen 300 Hektar großen Geländes. Für die neue Fläche ist nach seinen Angaben ein neuer B-Plan nötig. Der Hauptausschuss der Gemeinde berät am 2. Juni darüber. Wenn er eine Empfehlung gibt, könnte die Gemeindevertretung am 23. Juni darüber entscheiden. Das Verfahren für den Bebauungsplan der Autofabrik dauerte laut Christiani knapp ein Jahr.

Tesla will in einer ersten Ausbauphase rund 500.000 Fahrzeuge im Jahr vom Band rollen lassen und rund 12.000 Mitarbeiter beschäftigen. Die Produktion wird erst allmählich hochgefahren. Die von Firmenchef Elon Musk geplante Batteriefabrik ist noch im Bau. Das Land Brandenburg hatte die Auto- und die Batteriefabrik im März genehmigt, danach begann die offizielle Produktion. Die Brandenburger Landesregierung war nach eigenen Angaben über die Erweiterungspläne östlich des Tesla-Geländes informiert. Umweltschützer befürchten mit der Fabrik negative Folgen für die Natur.


Israel vor umstrittenem Flaggenmarsch in Alarmbereitschaft

TEL AVIV: Aus Sorge vor einer Eskalation ist Israels Polizei vor einem umstrittenen Flaggenmarsch in Jerusalem in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Rund 3000 Sicherheitskräfte werden den Marsch nationalistischer Israelis, der am Sonntag durch die Altstadt führen soll, absichern, wie die Polizei mitteilte. Der Marsch werde allerdings - entgegen falscher Berichte - nicht auf den Tempelberg (Al-Haram Al-Scharif) führen. Die Polizei wolle zudem schon vor der Veranstaltung Dutzende Personen wegen Hetze und Plänen, den Marsch zu sabotieren, festnehmen.

Die Route soll demnach auch durch das muslimische Viertel der Altstadt führen, was Palästinenser als besondere Provokation empfinden. Der Marsch findet jährlich am sogenannten Jerusalem-Tag statt. Dabei wird die israelische Eroberung Ost-Jerusalems während des Sechstagekrieges 1967 gefeiert. Die Palästinenser sehen den arabisch geprägten Ostteil Jerusalems dagegen als künftige Hauptstadt eines eigenen Staates. Israel beansprucht ganz Jerusalem als Hauptstadt.

Die islamistische Palästinenserorganisation Hamas warnte vor angeblichen Plänen einer Beschädigung des Felsendoms auf dem Tempelberg durch israelische Extremisten. Der Felsendom is Muslimen heilig. Sollte es zu einer solchen Tat kommen, werde Israel jegliche Verantwortung für die Auswirkungen dieser Tat tragen. Auch der Chef der Schiiten-Miliz Hisbollah im Libanon, Hassan Nasrallah, sagte, eine Beschädigung des Felsendoms und der Al-Aksa-Moschee würden «zu einer großen Explosion in der Region führen».

Im vergangenen Jahr wurde der Flaggenmarsch anlässlich des Jerusalem-Tags am 10. Mai wegen Raketenangriffen der im Gazastreifen herrschenden Hamas abgebrochen. Die Hamas bezeichnete den Angriff auf Jerusalem als eine Reaktion auf Israels Vorgehen auf dem Tempelberg und in dem Viertel Scheich Dscharrah.


Elf Neugeborene sterben bei Krankenhausbrand im Senegal

DAKAR: Im westafrikanischen Senegal sind elf Neugeborene bei einem Krankenhausbrand ums Leben gekommen. Das Feuer war in der Nacht in der Entbindungsstation der «Mame Abdou Aziz Sy Dabakh»-Klinik in der westlichen Stadt Tivaouane ausgebrochen, schrieb Präsident Macky Sall am Donnerstag auf Twitter. Ersten Berichten zufolge sei der Brand durch einen Kurzschluss ausgelöst worden und habe sich rasant ausgebreitet.

Gesundheitsminister Abdoulaye Diouf Sarr kündigte eine unabhängige Untersuchung an. Die Regierung versprach außerdem, die technische Ausstattung von Kliniken landesweit Prüfungen zu unterziehen. Ein Einwohner Tivaouanes, der als Freiwilliger die Rettungsarbeiten unterstützte, sagte der Deutschen Presse-Agentur, drei Babies seien aus den Flammen gerettet worden.


Hohenzollern wollen Klärung von Roth zu Leihgaben

POTSDAM/BERLIN: Die Hohenzollern wünschen sich von Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) eine Klärung der staatlichen Position von Bund sowie den Ländern Berlin und Brandenburg zu Leihgaben der Familie des letzten deutschen Monarchen. «Mir geht es darum, die Kunstwerke aus den früheren königlichen Sammlungen dauerhaft für die Öffentlichkeit zu erhalten», wird Georg Friedrich Prinz von Preußen in einer Mitteilung zitiert. «Ich bin überzeugt, dass auf dem Gesprächsweg die beste Lösung für die staatlichen Schlösser und Museen und damit auch für alle kunstinteressierten Bürgerinnen und Bürger erzielt werden kann.»

Die öffentliche Hand verhandelt seit 2014 mit den Hohenzollern über die Rückgabe von zahlreichen Kunstobjekten und über Entschädigungen. Die Gespräche ruhen, nachdem Brandenburg einen seit 2015 laufenden Prozess um enteignete Immobilien wieder aufgenommen hat. Das Land hatte eine Entschädigung auf Basis des Einigungsvertrages abgelehnt. Dagegen klagen die Hohenzollern. Es geht um 1,2 Millionen Euro. Laut Gesetz bekommt keinen Ausgleich, wer dem NS-System «erheblichen Vorschub geleistet hat». Zuletzt hatten Bund und Länder auf eine gerichtliche Klärung gesetzt.

Von Preußen dazu: «Selbstverständlich respektiere ich die Entscheidung der staatlichen Seite, einen Teil der offenen Themen durch Gerichte klären zu lassen.» Aktuell liegt das Verfahren nur vor einem Gericht. Zu klären sei nun, so von Preußen, wie es mit den privaten Dauerleihgaben in staatlichen Museen weitergehe sowie mit Kunstwerken aus der privaten Sammlung und aus Sammlungen des früheren Hohenzollernmuseums, die nach Kriegsende als sogenannte Beutekunst in die Sowjetunion gebracht und später an Kulturinstitutionen der DDR übergeben worden seien.

Im Gegensatz zu zahlreichen Historikern bestreitet von Preußen die Vorschubleistung seiner Vorfahren für die Nazis. Er beruft sich dabei auf andere Einschätzungen. Zwischen Hohenzollern und mehreren Historikern, Medienhäusern und anderen Organisationen gab es zahlreiche juristische Auseinandersetzungen.

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Rene Amiguet 27.05.22 14:10
Inder beschädigt Götterstatuen wegen erfolglosen G
Inder beschädigt Götterstatuen wegen erfolglosen Gebeten
Alle religiösen Vertreter von verschiedensten Glaubensrichtungen und Religionen sollten sich nicht wundern wenn sie unter den gläubigen solchen Irrglauben verbreiten. Immerhin werden heutzutage höchst wahrscheinlich keine Menschenopfer mehr gemacht.