Neues aus dem Ausland am Donnerstag

Neues aus dem Ausland am Donnerstag

Erfolge im Kampf gegen Brand in Kalifornien - Notstand ausgerufen

LOS ANGELES: Wegen eines verheerenden Buschfeuers im US-Bundesstaat Kalifornien hat der Bezirk Orange den Notstand ausgerufen. Der Schritt ermögliche dem Bezirk, alle notwendigen Ressourcen einzusetzen und Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, wie es in einer Mitteilung der Behörden vom Donnerstag hieß. Nach Angaben der Feuerwehr zeigte der Kampf gegen die Flammen im Süden Kaliforniens erste Erfolge. «Wir freuen uns, berichten zu können, dass wir Fortschritte machen», sagte ein Feuerwehrsprecher. Rund 550 seiner Kollegen seien im Einsatz.

Tote oder Verletzte wurden bei dem Brand zunächst nicht gemeldet. Der Feuerwehrsprecher sagte, unglücklicherweise seien Häuser beschädigt oder zerstört worden. Er bedankte sich ausdrücklich dafür, dass die Betroffenen der Aufforderung zur Evakuierung Folge geleistet hätten. Das habe nicht nur für die Sicherheit der Menschen gesorgt, sondern auch die Arbeit der Feuerwehrleute erleichtert.

Das von starkem Pazifik-Wind angefachte Buschfeuer nahe der Ortschaften Laguna Niguel und Laguna Beach zerstörte mehrere Häuser, darunter nach Medienberichten auch einige Villen im Millionenwert. Der Südwesten der USA leidet bereits seit Wochen unter mehreren Waldbränden, die nach Angaben der Behörden durch die anhaltende Trockenheit begünstigt werden. Am schlimmsten betroffen ist derzeit der Bundesstaat New Mexico.


Engpässe bei Säuglingsnahrung - Biden schaltet sich ein

WASHINGTON: Wegen dramatischer Engpässe bei Säuglingsmilchnahrung in den USA hat sich US-Präsident Joe Biden eingeschaltet, um die Versorgung zu gewährleisten. Biden habe die Regierung angewiesen, «dringend dafür zu sorgen, dass Säuglingsmilchnahrung für Familien im ganzen Land sicher und verfügbar ist», sagte seine Sprecherin Jen Psaki. Der Präsident habe dafür am Donnerstag mit Herstellern und Handelsketten gesprochen. Das Weiße Haus teilte mit, aus dem Ausland solle zusätzliche Säuglingsmilchnahrung importiert werden. Die Behörden seien außerdem dazu aufgerufen, gegen Wucher vorzugehen.

Hintergrund der Engpässe ist der Ausfall einer Fabrik des größten Herstellers von Säuglingsmilchnahrung in den USA. Der Produzent hatte mehrere Produktlinien zurückgerufen, nachdem womöglich wegen bakterieller Verunreinigungen vier Säuglinge erkrankt und zwei gestorben waren. Psaki sagte, die Schließung der Fabrik sei notwendig gewesen, «um Leben von Babys zu retten». Eine hochrangige Mitarbeiterin der US-Regierung sagte mit Blick auf die verzweifelte Suche vieler Eltern nach Säuglingsmilchnahrung: «Wir sind uns der Frustration von Eltern und Familien durchaus bewusst.»


Weißes Haus: Nordkorea könnte noch im Mai wieder Atomwaffe testen

WASHINGTON: Nordkorea könnte nach Einschätzung der US-Regierung noch in diesem Monat erstmals seit fast fünf Jahren wieder eine Atomwaffe testen. «Wir haben diese Informationen an unsere Verbündeten und Partner weitergegeben und stimmen uns eng mit ihnen ab», sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Donnerstag in Washington. US-Präsident Joe Biden will noch im Mai nach Südkorea und nach Japan reisen, den beiden wichtigsten Verbündeten Washingtons in der Region.

Zuletzt hatte Nordkorea im September 2017 eine Atomwaffe getestet - es war der sechste solche Test. Biden-Vorgänger Donald Trump hatte mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un erfolglos über eine nukleare Abrüstung verhandelt.

Nordkorea hat seit Beginn dieses Jahren mehrfach Raketen getestet, darunter auch eine Interkontinentalrakete. Erst am Donnerstag feuerte Nordkorea nach Angaben der südkoreanischen Streitkräfte von der Hauptstadtregion Pjöngjang aus drei ballistische Kurzstreckenraketen ins offene Meer ab. Pjöngjang treibt seit Jahren die Entwicklung von atomwaffenfähigen Raketen voran. Das Land ist deswegen harten internationalen Sanktionen unterworfen.


Rettungseinsätze nach Hotelexplosion in Havanna beendet - 45 Tote

HAVANNA: Sechs Tage nach der Gasexplosion in einem geschlossenen Luxushotel auf Kuba ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 45 Menschen gestiegen. Die Rettungsarbeiten in den Trümmern in der Altstadt von Havanna wurden am Donnerstag beendet, wie das Präsidialamt des sozialistischen Karibikstaates auf Twitter mitteilte. Die staatliche Nachrichtenagentur ACN berichtete, am Donnerstag sei noch eine Leiche geborgen worden. Von 98 Verletzten wurden nach einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums zwölf Erwachsene und vier Minderjährige noch in Krankenhäusern behandelt - darunter sechs Menschen in kritischem Zustand.

Unter den Toten waren den Angaben zufolge vier Minderjährige, eine schwangere Frau und eine Ausländerin - eine spanische Touristin. Die Todesopfer waren demnach zwischen 10 und 77 Jahre alt. Staatspräsident Miguel Díaz-Canel rief am Donnerstag Staatstrauer von 6.00 Uhr am Freitag (Ortszeit) bis Mitternacht am Samstag aus.

Am Vormittag des 6. Mai hatte eine starke Explosion das Hotel Saratoga großteils zerstört. Nach ersten Erkenntnissen war ein Gastank explodiert, als gerade Flüssiggas angeliefert wurde. Wegen der Coronavirus-Pandemie war das bekannte Fünf-Sterne-Hotel, wenige Schritte vom Kapitol entfernt, seit etwa zwei Jahren geschlossen. Am Dienstag dieser Woche sollte es wiedereröffnet werden.

Die unteren drei Etagen des neoklassizistischen Gebäudes waren völlig verwüstet. Die Wucht der Explosion riss die Fassade weg, von der Straße aus waren die zerstörten Zimmer zu sehen. Auch mehrere weitere Gebäude in der Umgebung wurden beschädigt, darunter ein Theater, eine Grundschule und eine Kirche.


Studentin in Nigeria wegen «Blasphemie» getötet und verbrannt

LAGOS: Offenkundig in einem Akt von religiösem Fanatismus haben Studierende im nordwestlichen Nigeria eine Kommilitonin getötet und ihre Leiche verbrannt. Der Polizeisprecher in Sokoto im Nordwesten Nigerias, Sanusi Abubakar, teilte mit, der Vorfall habe sich am Donnerstagmorgen an der Shehu Shagari Hochschule für Bildung in Sokoto ereignet.

Nach Aussagen der Hochschule sei die Studentin beschuldigt worden, in einem Beitrag in den sozialen Medien den Propheten Mohammed zu kritisieren. Noch sei die konkrete Aussage der angeblichen «Blasphemie» unklar. Die Studentin im zweiten Jahr sei selbst Christin gewesen. Die Polizei verhaftete zwei Studenten wegen Beteiligung an der Tat. Die Schule im Bundesstaat Sokoto sei bis auf weiteres geschlossen, wie die Polizei bestätigte.

Videos im Internet zeigen, wie die Studentin mit Steinen und Stöcken geschlagen wurde. Ihr Körper sei später von einer Gruppe Studenten in Brand gesetzt worden. Die Videos sorgten in den sozialen Netzwerken in Nigeria für starke Reaktionen.

Dies ist der jüngste Vorfall, bei dem fanatische Jugendliche im Norden Nigerias Menschen aufgrund angeblicher Blasphemie getötet haben. Anders als der überwiegend christliche Süden Nigerias wird der Norden von konservativen Muslimen bewohnt. In vielen Bundesstaaten des Nordens gilt die Scharia, die für Gotteslästerung die Todesstrafe vorsieht. Religiöse Konflikte, insbesondere zwischen Muslimen und Christen, kommen in dem westafrikanischen Land mit rund 206 Millionen Einwohner immer wieder vor.


Chilenische Journalistin stirbt nach Schüssen bei Demonstration

SANTIAGO DE CHILE: Zwölf Tage nach Schüssen auf einer 1.Mai-Demonstration in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile ist eine Journalistin ihren Verletzungen erlegen. Die TV-Reporterin Francisca Sandoval war bei Krawallen am Rande der Demonstration von drei Schüssen im Gesicht getroffen worden. «Francisca ist nicht von uns gegangen. Sie haben sie ermordet», erklärte der Fernsehsender Señal 3 La Victoria am Donnerstag.

Am 1. Mai war es am Rande einer Demonstration zum Tag der Arbeit zu Plünderungen und Ausschreitungen gekommen. Drei Menschen wurden angeschossen. Wegen der Schüsse auf die Journalistin wurde ein fliegender Händler festgenommen.

Chiles Präsident Gabriel Boric verurteilte die Tat. «Gewalt schadet der Demokratie und fügt Familien irreparablen Schaden zu. Wir sind der Sicherheit und dem Recht verpflichtet, und wir werden in diesem Streben nicht nachlassen», schrieb der Staatschef auf Twitter. «Mein Beileid gilt der Familie von Francisca Sandoval, einem unschuldigen Opfer von Kriminellen. Wir werden keine Straflosigkeit zulassen.»


Ausschuss zu Kapitol-Angriff lädt Kongressabgeordnete vor

WASHINGTON: Der Untersuchungsausschuss zum Angriff auf das US-Kapitol hat den führenden republikanischen Kongressabgeordneten Kevin McCarthy und vier seiner Kollegen unter Strafandrohung vorgeladen. Der Ausschuss teilte mit, McCarthy und die republikanischen Abgeordneten Scott Perry, Jim Jordan, Andy Biggs und Mo Brooks hätten es zuvor abgelehnt, freiwillig auszusagen. Daher sei man zu diesem Schritt gezwungen worden. Die Vorgeladenen hätten rund um die Erstürmung des Kapitols mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump gesprochen, an Treffen im Weißen Haus teilgenommen oder andere Aktivitäten geplant.

Anhänger Trumps hatten am 6. Januar 2021 den Parlamentssitz in der Hauptstadt Washington erstürmt. Sie wollten verhindern, dass der Wahlsieg des Demokraten Joe Biden vom November 2020 bestätigt wird. Bei der Attacke kamen fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist. Trump musste sich wegen des Angriffs einem Amtsenthebungsverfahren stellen, weil er seine Anhänger zuvor in einer Rede aufgestachelt hatte. Am Ende des Verfahrens wurde er freigesprochen.

McCarthy ist Fraktionschef der Republikaner im Repräsentantenhaus, in dem Bidens Demokraten die Mehrheit haben. McCarthy hatte Trump zunächst mitverantwortlich für die Erstürmung des Kapitols gemacht, ihn danach aber in Schutz genommen. Er dürfte darauf spekulieren, Vorsitzender des Repräsentantenhauses zu werden, sollten die Republikaner bei den Kongresswahlen die Mehrheit in der Kammer gewinnen. Derzeit hat den Posten die Demokratin Nancy Pelosi inne.

Das Untersuchungsgremium im US-Repräsentantenhaus soll die Hintergründe des Angriffs auf das Kapitol aufklären. Im Juni sollen erstmals öffentliche Anhörungen des Ausschusses stattfinden. In dem Ausschuss sind außer Demokraten nur zwei Republikaner vertreten, die beide ausgewiesene Trump-Kritiker sind. Wegen der Kongresswahlen und des drohenden Verlusts der Mehrheit der Demokraten ist der Ausschuss unter Druck, möglichst schnell Ergebnisse zu präsentieren.


Bester Pariser Baguettebäcker beliefert Élyséepalast

PARIS: In Paris sind 135 Bäcker zum großen Preis des besten Baguettes angetreten.

Der von einer Jury nach sorgfältiger Verkostung am Donnerstagabend gekürte Gewinner hat nun die Ehre, während eines Jahres den Élyséepalast des französischen Präsidenten als offizieller Lieferant mit seinem Stockbrot versorgen zu dürfen. Außerdem erhielt Damien Dedun von der «Boulangerie-Pâtisserie Frédéric Comyn» ein Preisgeld von 4000 Euro, wie die Stadt Paris mitteilte. Die laut Jury zehn besten Baguettebäcker wurden namentlich geehrt. Begutachtet wurden der äußere Aspekt, die Backqualität, die Konsistenz der Krume, der Geruch und natürlich der Geschmack. Der Wettbewerb wurde bereits zum 29. Mal organisiert.


Geiselnehmer von Polizei erschossen - Medien: Deutscher

LISSABON: Die Polizei hat in Portugal einen Geiselnehmer erschossen, der nach übereinstimmenden Medienberichten Deutscher war. Der Mann sei in den frühen Morgenstunden in Algés rund zehn Kilometer westlich von Lissabon tödlich getroffen worden, nachdem «mehrere Versuche, ihn zur Aufgabe zu überreden, gescheitert» seien, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Ob es sich bei dem Getöteten tatsächlich um einen Deutschen handelte, wollte die Polizei auf Anfrage bis zum Abend weder bestätigen noch dementieren.

Der mit zwei Messern bewaffnete, «sehr große und starke Mann» habe eine Geisel schwer und einen Polizeibeamten leichter verletzt, hieß es in der Mitteilung. Die Polizei bedauere «den Tod des Angreifers» und habe interne Ermittlungen eingeleitet, hieß es. Der Hintergrund des Vorfalls blieb zunächst unklar.

Wie der TV-Sender CNN Portugal und andere Medien unter Berufung auf Einsatzkräfte der Polizei berichteten, handelte es sich bei dem Getöteten um einen deutschen Touristen, der kurz vor fünf Uhr morgens in das Haus eines Landsmannes eingebrochen sei. Als die Polizei eintraf, habe der Angreifer mindestens einen Mann als Geisel genommen. Er sei «völlig außer sich» und vermutlich unter Alkoholeinfluss gewesen.


Mann gesteht Tötung einer jungen Frau - nach 36 Jahren

GRENOBLE: In Frankreich hat ein Mann die Tötung einer Zeitungsausträgerin 36 Jahre nach der Tat gestanden. Der heute 57-Jährige sei zwar kurz nach Verschwinden der Frau in der Nähe von Grenoble 1986 festgenommen, mangels Beweisen aber wieder freigelassen worden, berichtete der Sender France Info am Donnerstag.

Auf Drängen der Familie wurden die 1988 beendeten Ermittlungen vor zwei Jahren wieder aufgenommen. Anfang Mai wurde der Verdächtige erneut festgenommen. Wie der Sender unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtete, gestand der Mann, die Frau verschleppt und getötet zu haben. In einem Waldstück, in dem die Tote vergraben worden sein soll, will die Polizei nun eine Suchaktion starten.

Eigentlich hatte die damals 25-jährige Mutter von zwei kleinen Kindern nur einen Stapel Gratiszeitungen in einen Hausflur legen wollen, als sie spurlos verschwand. Ihr Kleinwagen wurde mit steckendem Schlüssel und der Handtasche auf dem Beifahrersitz auf der anderen Straßenseite gefunden.

Zeugen berichteten damals von einem panikartigen, etwa zehn Sekunden langen Schrei einer Frau aus dem Haus. Obwohl die Fahnder dort nichts fanden, nahmen sie den damals 21 Jahre alten Hausbesitzer fest. Er kam aber schnell wieder frei.


94 Millionen Euro aus der EU-Kasse für deutsch-dänische Region

KIEL: Die EU unterstützt bis 2027 mit 93,8 Millionen Euro Projekte im nördlichen Schleswig-Holstein sowie in den dänischen Regionen Seeland und Süddänemark. Damit würden dort Entwicklung und Wachstum gefördert, teilte das für das deutsch-dänische Förderprogramm Interreg zuständige Büro am Donnerstag mit. Mit dem Geld würden vielfältige Kooperationsprojekte zwischen deutschen und dänischen Akteuren, Organisationen und Unternehmen unterstützt. Anträge könnten nach den Sommerferien eingereicht werden. Die ersten Projekte würden Ende des Jahres genehmigt.

Eine Konferenz mit 300 Teilnehmern, darunter Schleswig-Holsteins Europaminister Claus Christian Claussen (CDU), habe dazu am Donnerstag in Korsør (Seeland), stattgefunden, hieß es. «Ziel der neuen Förderperiode muss es sein, noch enger zusammenzuwachsen, Stärken und Synergien zum Wohle unserer Bürger, Unternehmen und der Gesellschaft zu nutzen», erklärte Claussen der Mitteilung zufolge.

Mit dem Programm werden Projekte zu Themen gefördert, die nicht an der Grenze Halt machen, zum Beispiel in Bildung, Verwaltungszusammenarbeit, Gesundheit, Tourismus, Kultur und Umweltschutz. Zum ersten Mal ist in dem Programm der Bereich Jugend dabei.


Ärzte ohne Grenzen retten 470 Menschen von Booten im Mittelmeer

ROM: Die Organisation Ärzte ohne Grenzen hat in dieser Woche 470 Migranten aus dem Mittelmeer gerettet. Die Menschen befanden sich am Donnerstag in Sicherheit auf dem Schiff «Geo Barents», das von der libyschen Küste in Richtung Sizilien fuhr. Dort warten die Helfer auf die Zuteilung eines sicheren Hafens, um die Menschen an Land bringen zu können. Dies dauert oft mehrere Tage.

«In den vergangenen drei Tagen haben wir 470 Menschen vor dem Ertrinken im Mittelmeer gerettet», twitterte die Organisation. In der vorangegangenen Nacht seien die Hilfsaktionen in der maltesischen Such- und Rettungszone abgelaufen, das kleinste EU-Land habe aber nicht eingegriffen. Die Seenotretter kritisieren Malta schon seit Langem dafür, Flüchtlingsbooten nicht zu helfen.

Auch die Schiffe «Sea Watch 4» des Berliner Vereins Sea-Watch mit rund 140 Menschen an Bord und die «Sea-Eye 4» der Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye mit 43 Überlebenden kreuzten am Donnerstag vor Sizilien und warteten auf die Erlaubnis, anlegen zu können.


Gericht bestätigt Urteil gegen türkische Oppositionspolitikerin

ISTANBUL: Ein türkisches Berufungsgericht hat Haftstrafen von insgesamt rund fünf Jahren sowie ein Politikverbot gegen die bekannte Istanbul-Chefin der größten Oppositionspartei CHP bestätigt. Canan Kaftancioglu dürfe sich damit fünf Jahre lang nicht mehr politisch betätigen, sagte ihr Anwalt Ergün Özer der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Er kündigte Einspruch an. Ob Kaftancigolu die Haftstrafe antreten muss, war zunächst unklar.

Kaftancioglu ist CHP-Vorsitzende der Provinz Istanbul und eine einflussreiche Unterstützerin ihres Parteikollegen Ekrem Imamoglu - dem Bürgermeister von Istanbul. Sie wurde im Jahr 2019 wegen mehrerer Anklagepunkte, darunter Präsidentenbeleidigung und öffentlicher Herabwürdigung des türkischen Staates, zu fast zehn Jahren Haft verurteilt worden. Das Oberste Gericht in Ankara bestätigte nach Angaben des Anwalts nun die Urteile in drei Anklagepunkten mit einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren, 11 Monaten und 20 Tagen. Urteile wegen Terrorpropaganda und Volksverhetzung hob das Gericht demnach auf. Die Anklage hatte sich auf Twitter-Nachrichten aus den Jahren 2012 bis 2017 gestützt.

Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu rief alle Abgeordneten seiner Partei dazu auf, sich aus Protest umgehend zur Istanbuler Parteizentrale zu begeben. Der Istanbuler Bürgermeister Imamoglu bezeichnete Kaftancioglu als seine «Weggefährtin» und verurteilte die Entscheidung als politisch motiviert. Imamoglu wird von einigen als Oppositionskandidat gegen Staatschef Recep Tayyip Erdogan bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr gehandelt. Der Sieg Imamoglus bei der Bürgermeisterwahl 2019 hatte Symbolwert: Davor wurde die Metropole mehr als 25 Jahre lang von Erdogans Regierungspartei AKP regiert.


Berliner Polizei verbietet mehrere Palästina-Demonstrationen

BERLIN: Die Polizei in Deutschlands Hauptstadt Berlin hat fünf für die kommenden Tage angemeldete Palästina-Demonstrationen verboten. Palästinensische Gruppen hatten angekündigt, zum Vertreibungs-Gedenktag Nakba (arabisch für «Katastrophe») insbesondere am Samstag und Sonntag gegen die Politik Israels protestieren zu wollen.

Nach Einschätzung der Versammlungsbehörde bestehe die unmittelbare Gefahr, dass es dabei unter anderem zu volksverhetzenden, antisemitischen Ausrufen, Gewaltverherrlichung und Gewalttätigkeiten komme, wie es am Donnerstag hieß. Nach Bewertung aller Erkenntnisse sowie der Abwägung sämtlicher Interessen, insbesondere des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit, habe die Polizei alle fünf angemeldeten Versammlungen deshalb verboten.

Palästinenser erinnern jedes Jahr am Nakba-Tag am 15. Mai an Flucht und Vertreibung Hunderttausender Palästinenser im ersten Nahostkrieg 1948. Aus einem Teil des britischen Mandatsgebiets Palästina wurde am 14. Mai 1948 Israel. Die arabischen Nachbarn griffen daraufhin den neuen Staat an. Im Zuge der Kämpfe flohen rund 700.000 Palästinenser oder wurden vertrieben.


Zwei Arbeiter sterben nach Explosion in türkischer Fabrik

ISTANBUL: Infolge einer Explosion in einer Eisen- und Stahlfabrik in der Türkei sind zwei Arbeiter gestorben.

Ein weiterer wurde verletzt, wie die regierungsnahe Nachrichtenagentur Demirören Haber Ajansi am Donnerstag berichtete. Die Ursache für die Explosion ist demnach noch nicht bekannt. Der Zwischenfall hatte sich in der Nacht in der im westtürkischen Bilecik gelegenen Fabrik ereignet. Beide Arbeiter seien 37 Jahre alt gewesen, nach der Explosion ins Krankenhaus gebracht worden und dort ihren Verletzungen erlegen.


U-Haft für Verdächtige nach Massenpanik mit vier Toten

POTOSÍ: Nach einer Massenpanik während einer Versammlung an einer Universität in Bolivien mit vier toten Studentinnen und mindestens 70 Verletzten sind vier Verdächtige im Gefängnis. Sie müssten für sechs Monate in Untersuchungshaft in der Stadt Potosí, wie bolivianische Medien am Mittwochabend (Ortszeit) berichteten. Demnach ermittelt die bolivianische Staatsanwaltschaft gegen die Verdächtigen wegen Tötungsdelikten, schwerer und leichter Körperverletzung, illegalen Besitzes von Waffen sowie illegalen Handels damit. Die Massenpanik an der Unabhängigen Universität Tomás Frías in Potosí am Montag war von einer Gasgranate ausgelöst worden.

Der Rektor der Universität, Pedro López, rief 30 Tage Trauer aus, Vorlesungen und Seminare wurden für drei Tage ausgesetzt. Boliviens Präsident Luis Arce drückte den Familien und der Bevölkerung von Potosí auf Twitter sein Beileid aus.


Neuer Premierminister

COLOMBO: Sri Lanka hat einen neuen Premierminister, nachdem sein Vorgänger inmitten gewaltsamer Proteste zurückgetreten war. Ranil Wickremesinghe wurde am Donnerstag vereidigt, wie das Büro des Präsidenten mitteilte. Der 73-Jährige ist nun zum sechsten Mal im Amt.

Von Oppositionspolitikern gab es Kritik. Anführer Anura Kumara Dissanayake (JVP) sagte, dass der neue Premier nur die kontroverse Rajapaksa-Familie beschütze. Die Familie war lange in dem Land an der Macht. Zu ihr gehören auch der am Montag zurückgetretene Premierminister Mahinda Rajapaksa und der noch amtierende Präsident Gotabaya Rajapaks.

Nach dem Rücktritt des vorherigen Premiers hatte der hoch verschuldete Inselstaat südlich von Indien zeitweise keine Regierung mehr. Denn mit dessen Rücktritt verloren auch alle Minister ihre Posten. Nach einer Welle der Gewalt Anfang der Woche mit Dutzenden Verletzten und mehreren Toten war es am Donnerstag relativ ruhig - auch angesichts einer strikten Ausgangssperre. Militär und Polizei patrouillierten.

In dem Inselstaat mit rund 22 Millionen Einwohnern herrscht die schlimmste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Es mangelt an Treibstoff, Lebensmitteln und Medikamenten. Das Land hofft auf Hilfe vom Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie aus China und Indien. Die jüngste Welle der Gewalt hatte mit Auseinandersetzungen von Anhängern und Gegnern der bisherigen Regierung begonnen. Nach Polizeiangaben gab es mindestens neun Tote und mehr als 250 Verletzte.


Russland meldet Tötung von mehr als 300 ukrainischen Soldaten

MOSKAU: Die russischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben in den vergangenen 24 Stunden mit schweren Luft- und Raketenangriffen Hunderte ukrainische Soldaten getötet und zahlreiche Militärfahrzeuge zerstört. Mit Luft-Boden-Raketen seien «mehr als 320 Nationalisten vernichtet und 72 Militärfahrzeuge außer Gefecht gesetzt worden», sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Donnerstag. Von unabhängiger Seite waren die Angaben zunächst nicht überprüfbar.

Raketenstreitkräfte und Artillerie hätten derweil mehr als 400 Truppenansammlungen und Militärkonvois, 12 Gefechtsstände und 26 gegnerische Artilleriestellungen unter Feuer genommen. Im Raum Korotytsch, nur wenige Kilometer westlich der ostukrainischen Millionenstadt Charkiw, sei dabei ein Flugabwehrsystem vom Typ S-300 ausgeschaltet worden. In der Großstadt Slowjansk seien drei Stellungen für den Raketenwerfer Smertsch getroffen worden.


Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe steigen überraschend

WASHINGTON: In den USA sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend gestiegen. Die Zahl sei um 1000 auf 203.000 geklettert, teilte das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Analysten hatten hingegen im Schnitt mit einem Rückgang auf 193.000 Anträge gerechnet. Das Niveau der Hilfsanträge bleibt trotz des Anstiegs im längeren Vergleich niedrig.

Die wöchentlichen Erstanträge gelten als kurzfristiger Indikator für die Entwicklung des US-Arbeitsmarktes. Die US-Notenbank Fed berücksichtigt die Lage am Jobmarkt in ihrer Geldpolitik. Angesichts der robusten Entwicklung und der hohen Inflation hat die Fed ihren Leitzins in der vergangenen Woche zum zweiten Mal in Folge und merklich angehoben. Sie hat zudem weitere Zinserhöhungen in Aussicht gestellt.


Peace Now: Israel treibt Siedlungsausbau im Westjordanland voran

TEL AVIV: Israel treibt nach Angaben einer israelischen Menschenrechtsorganisation den Siedlungsausbau im besetzten Westjordanland weiter voran. Das zuständige Planungskomitee habe insgesamt 4427 Wohneinheiten in mehreren Siedlungen genehmigt, teilte Peace Now am Donnerstag mit. «Die Genehmigung dieser Baupläne in den Siedlungen ist ein Schlag ins Gesicht, nicht nur für die Aussichten auf Frieden, sondern auch für die Möglichkeit einer gewissen künftigen Entwicklung der palästinensischen Wirtschaft», hieß es in einer Stellungnahme.

Die Entscheidung kommt vor einem in Kürze erwarteten Besuch von US-Präsident Joe Biden. Biden will in den nächsten Monaten nach Israel reisen, nach Medienberichten bereits im Juni. Dabei hatte ein Sprecher des US-Außenministeriums erst vergangene Woche gesagt: «Wir sind entschieden gegen die Ausweitung von Siedlungen, welche die Spannungen verschärft und das Vertrauen zwischen den Parteien untergräbt.» Israels Siedlungsausbau beschädige «stark die Aussicht auf eine Zwei-Staaten-Lösung».

Während eines früheren Besuchs von Biden - 2010 als Vizepräsident - hatte Israel Baupläne in der Siedlung Ramat Schlomo in Ost-Jerusalem bekanntgegeben. Dies führte damals zu einem diplomatischen Eklat.

Israel hat während des Sechs-Tage-Krieges 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Rund 600.000 Israelis leben dort heute in mehr als 200 Siedlungen. Der UN-Sicherheitsrat bezeichnete diese Siedlungen 2016 als Verletzung des internationalen Rechts und forderte Israel auf, alle Siedlungsaktivitäten zu stoppen. Die Palästinenser wollen im Westjordanland, dem Gazastreifen und Ost-Jerusalem einen eigenen Staat errichten.


Mercedes ruft über 290.000 Autos in USA zurück

WASHINGTON: Der deutsche Autokonzern Mercedes-Benz muss wegen Bremsproblemen gut 292.000 ältere Fahrzeuge in den USA reparieren lassen.

Betroffen sind nach Unternehmensangaben ML-, GL- und R-Klasse-Autos der Modelljahrgänge von 2006 bis 2012, bei denen Rost am Gehäuse der Bremskraftverstärker zu erhöhten Unfallrisiken führen könnte. Das geht aus Unterlagen hervor, die am Donnerstag im Internet von der US-Verkehrsbehörde NHTSA veröffentlicht wurden. Den Fahrzeugbesitzern wird demnach geraten, ihre Autos nicht zu fahren, bis die Mängel behoben sind. Laut Mercedes-Benz USA sind keine Unfälle oder Verletzungen im Zusammenhang mit dem Problem bekannt.


Waffen gefunden - Schüler im deutschen Essen unter Terrorverdacht

DÜSSELDORF: Die Polizei in der deutschen Großstadt Essen hat möglicherweise einen Anschlag in Schulen verhindert. In der Nacht zum Donnerstag wurde ein 16 Jahre alter Gymnasiast nach einem Hinweis festgenommen, wie die Behörden mitteilten. Gegen ihn werde wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt.

Am Morgen hatte die Polizei einen Großeinsatz am Don-Bosco-Gymnasium in Essen-Borbeck und an der Realschule am Schloss Borbeck im Land Nordrhein-Westfalen begonnen. Zuvor war das Wohnhaus des tatverdächtigen 16 Jahre alten deutschen Gymnasiasten von einem Spezialeinsatzkommando durchsucht worden. Dabei habe man Speere, Stichwaffen sowie explosive Stoffe und Material zum Bau einer Bombe sichergestellt, aber keinen zündfähigen Sprengsatz. Das Material sei «funktionsfähig, aber nicht einsatzfähig» gewesen. Mit ihren Einsätzen in Essen habe die Polizei womöglich «einen Alptraum verhindert», sagte der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul, auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf.

Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei habe sich um 4.20 Uhr Zutritt zu der Wohnung des Jugendlichen verschafft. Man habe dort auch seine Eltern angetroffen. Der Schüler werde derzeit verhört. Möglicherweise habe er psychische Probleme gehabt. Es seien Aufzeichnungen gefunden worden, die als «dringender Hilferuf eines verzweifelten jungen Mannes gelesen werden» könnten, sagte Reul weiter. Es gebe Hinweise darauf, dass der 16-Jährige «massive psychische Probleme und Suizidgedanken hatte». Er sei nach derzeitigem Ermittlungsstand offenbar ein Einzeltäter.

Am Morgen hatte die Polizei einen Großeinsatz am Don-Bosco-Gymnasium in Essen-Borbeck und an der Realschule am Schloss Borbeck begonnen. Reul sagte, man habe auch zehn Sprengstoffhunde in den beiden Schulen eingesetzt - dort seien keine Sprengsätze gefunden worden. Insgesamt seien 123 Beamtinnen und Beamte an der Aktion beteiligt gewesen.


Denkmal für Tote nach blutigem Polizeieinsatz in Rio niedergerissen

RIO DE JANEIRO: Rund eine Woche nach dem Jahrestag eines der blutigsten Polizei-Einsätze in der Geschichte von Rio de Janeiro hat die Polizei laut Medienberichten ein Denkmal für die Toten zerstört. Ein gepanzertes Fahrzeug habe ein um die Gedenktafel gewickeltes Seil gezogen, um diese niederzureißen, berichtete die «Folha de S. Paulo» am Mittwochabend (Ortszeit). Polizisten hätten zudem Hämmer eingesetzt. Die Gedenktafel war erst am Freitag eingeweiht worden, als Bewohner von Jacarezinho zum Jahrestag demonstrierten.

Bei heftigen Gefechten zwischen mutmaßlichen Mitgliedern von Drogenbanden und der Polizei in der Favela im Norden der brasilianischen Metropole waren im Mai 2021 28 Verdächtige und ein Beamter der Anti-Drogen-Einheit ums Leben gekommen. Bewohner klagten Menschenrechtsverletzungen an und forderten Gerechtigkeit. Die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft zu 24 der Toten wurden brasilianischen Medien zufolge eingestellt.

Jacarezinho gilt als einer der Stützpunkte des «Comando Vermelho» (Rotes Kommando) im Norden Rios. Mächtige Verbrechersyndikate wie das «Comando Vermelho» und kleinere Banden ringen in den Armenvierteln um die Kontrolle von Drogenhandel und Schutzgeldgeschäft. Die Gewalt schwappt immer wieder auch auf andere Teile Rios über und trifft Unbeteiligte.

Der Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, Cláudio Castro, stellte Ende Januar das Programm «integrierte Stadt» vor, bei dem die Favelas Jcarezinho und Muzema mit Millioneninvestitionen «zurückerobert» werden sollen. In keinem anderen Land der Welt kommen so viele Menschen bei Polizeieinsätzen ums Leben wie in Brasilien.


Bärenmutter verletzt Wanderer in der Slowakei schwer

BRATISLAVA: Auf einem slowakischen Waldwanderweg hat eine Braunbärin zwei Männer angegriffen und verletzt. Das berichteten TV-Sender und Online-Medien am Donnerstag. Einer der beiden Wanderer sei «in sehr ernstem Zustand» per Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen worden, erklärte die Verwaltungsdirektorin des Naturschutzgebietes Polana, Vladimira Fabriciusova. Dem Nachrichtenportal «Sme.sk» schilderte sie die Verletzungen drastisch: «Er hat kein Gesicht mehr.» Auch am übrigen Körper sei der Mann schlimm zugerichtet. Sein Begleiter habe Bisswunden und einen schweren Schock erlitten.

Der leichter Verletzte berichtete den Behörden, die beiden Männer hätten am Mittwochabend unerwartet ein Bärenjunges wenige Meter vor sich gesehen, im nächsten Augenblick habe sich auch schon die Bärenmutter auf sie gestürzt. Er selbst sei zunächst geflüchtet. Als er begonnen habe, sich um seinen schwer verletzten Kameraden zu kümmern, sei die Bärin unerwartet zurückgekehrt und habe auch ihn attackiert.

Nach der bisher letzten offiziellen Zählung des staatlichen Naturschutzes im Jahr 2016 gibt es in der Slowakei mehr als 1200 freilebende Bären. Wenn sie Menschen rechtzeitig bemerken, gehen sie ihnen normalerweise aus dem Weg, bevor sie selbst überhaupt gesehen werden. Wenn sie sich oder ihre Jungen bedroht fühlen, können sie aber auch angreifen.

Experten wiesen wiederholt darauf hin, dass sich solche Zusammenstöße in den vergangenen Jahren häuften. Das hänge nicht zuletzt mit Fehlverhalten von Touristen zusammen, die auf der Jagd nach einem Bärenfoto bewusst die Tiere mit Futter anlockten, worauf diese ihre natürliche Scheu ablegten und sich immer öfter Menschen näherten.


Motorradunfall im Iran: Ein Deutscher tot, drei weitere verletzt

TEHERAN: Ein deutscher Tourist ist bei einem Motorradunfall im Iran ums Leben gekommen, drei weitere wurden verletzt. Nach Angaben der örtlichen Behörden in der südwestlichen Chuzestan Provinz ereignete sich der Unfall am Donnerstag auf der Landstraße Bagh-Malek. Die drei weiteren Deutschen wurden nur leicht verletzt.

Unklar ist noch, ob der Deutsche an den Folgen des Unfalls starb. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ilna hatte der Mann vor seiner Iran-Reise eine Herzoperation. Weitere Details zu dem Unfall und den Ursachen sollen erst nach genaueren Untersuchungen bekanntgegeben werden.


Mehr als zehn Millionen Menschen in Sahelregion von Hunger bedroht

DAKAR: Mehr als 10,5 Millionen Menschen in der Sahelregion sind dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (ICRC) zufolge in den kommenden Monaten von Hunger bedroht. Die Situation im sogenannten grünen Hunger - wenn die Vorräte aufgebraucht sind, die neue Ernte aber noch nicht zur Verfügung steht -, werde durch Konflikte und Fluchtbewegungen verschärft, warnte das ICRC am Donnerstag. In den westafrikanischen Ländern Mali, Burkina Faso, Niger und Mauretanien seien mindestens zwei Millionen Menschen auf der Flucht. In Burkina Faso kommt es immer wieder zu Anschlägen durch Islamisten.

Besonders dramatisch sei die Situation in Burkina Faso, wo 1,8 Millionen Menschen ihr Zuhause verlassen hätten, um in anderen Landesteilen oder den Nachbarländern Sicherheit zu finden - das ist ein Zehntel der Bevölkerung. Dorfbewohner ohne Zugang zu ihren Feldern oder Herden seien dringend auf Hilfe angewiesen, könnten aber teilweise nicht von Hilfsorganisationen erreicht werden. Hinzu komme, dass der Sahel zu den besonders vom Klimawandel betroffenen Regionen gehört. Eine der schwersten Dürren seit Jahrzehnten hat zu starkem Rückgang der Ernteerträge geführt.

«In manchen Gebieten von Burkina Faso müssen die Menschen 72 Stunden warten, um Zugang zu einer Wasserstelle zu haben», sagte ICRC-Afrika-Direktor Patrick Youssef. «Sollte sich die Situation weiter verschlechtern, könnten Menschen und Tiere vor Durst sterben.»


Mehr als 2000 Granaten aus Zweitem Weltkrieg entdeckt

ZNOJMO: Bei Grabungen sind Bauarbeiter in Tschechien auf große Mengen Waffen und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen. Herbeigerufene Experten des Kampfmittelräumdienstes stellten am Fundort im Südosten des Landes mehr als 2000 Handgranaten sowie 92 Panzerfäuste sicher, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Die Fundstücke werden nun auf einem nahen Feld kontrolliert zur Explosion gebracht.

Rund ein Dutzend Anwohner mussten sicherheitshalber vorübergehend ihre Häuser verlassen. Zum genauen Ort im Bezirk Znojmo machte die Polizei keine Angaben, um keine Schaulustigen anzulocken. Waffen und Munition stammen demnach aus deutscher und ungarischer Produktion. In Südmähren war es in der Schlussphase des Zweiten Weltkriegs zu schweren Kämpfen zwischen Roter Armee und Wehrmacht gekommen.


Internationale Vernetzung im Kampf gegen Rechtsextremismus angestrebt

BERLIN: Um rassistisch motivierte Gewalt und andere Formen des Rechtsextremismus wirksamer zu bekämpfen, haben die Bundesregierung und die US-Regierung Vertreter von Ministerien und Sicherheitsbehörden aus knapp 40 Staaten zu einer Konferenz in Berlin versammelt. «Die zunehmende auch internationale Vernetzung von Rechtsextremisten erfordert ein international abgestimmtes konsequentes Vorgehen», sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), am Donnerstag, dem zweiten Tag der Veranstaltung.

Zu den Teilnehmern zählten US-Botschafterin Amy Gutmann, Mitarbeiter des US-Justizministeriums, sowie Vertreter von Interpol und Europol. Zu den Staaten, die Polizisten, Vertreter der Justizbehörden, der Nachrichtendienste oder Ministerialbeamte zu dem Treffen entsandten, gehörten unter anderem Israel, Frankreich, Großbritannien, Australien und Belgien. Ein Thema der Konferenz waren die Möglichkeiten von Justiz und Polizei bei der Verfolgung rechtsextremistischer Straftaten, etwa durch Finanzermittlungen.


Emir von Katar in Teheran eingetroffen

TEHERAN: Der Emir von Katar, Scheich Tamim Bin Hamad al-Thani, ist am Donnerstag zu einem eintägigen Staatsbesuch in Teheran eingetroffen. Neben Präsident Ebrahim Raisi wird der Emir voraussichtlich auch Irans obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei treffen. Nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens stehen die Ausweitung der bilateralen Beziehungen und der Meinungsaustausch über die jüngsten internationalen Entwicklungen auf der Agenda. Medienberichten zufolge soll der Emir auch im Atomstreit zwischen dem Iran und den USA vermitteln.

Wegen der Differenzen der beiden politischen Erzfeinde, den USA und Iran, stocken seit März die Verhandlungen zur Rettung des Wiener Atomabkommens von 2015. Hintergrund sollen in erster Linie Differenzen zwischen der Führung in Teheran und der US-Regierung über den Status der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) sein. In den USA stehen die IRGC seit einigen Jahren auf der Liste von Terrororganisationen. Solange dies der Fall ist, will Teheran nicht weiterverhandeln.


Südkorea: Nordkorea feuert mehrere Raketen ab

SEOUL: Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs mindestens drei potenziell atomwaffenfähige Raketen abgefeuert. Die ballistischen Raketen seien nach dem Start am frühen Donnerstagabend (Ortszeit) nahe der Hauptstadt Pjöngjang in Richtung des Japanischen Meers (koreanisch: Ostmeer) geflogen, teilte der Generalstab mit. Es handelte sich demnach um Kurzstreckenraketen. Das Militär hatte zuvor vom Start nur einer Rakete gesprochen.

Südkoreas Streitkräfte hätten die Wachsamkeit erhöht und arbeiteten eng mit den USA zusammen, hieß es. Zunächst war unklar, wie weit die nordkoreanischen Raketen flogen. UN-Resolutionen verbieten dem Land den Test ballistischer Raketen jeglicher Reichweite. Das sind in der Regel Boden-Boden-Raketen, die einen oder mehrere Atomsprengköpfe tragen können.

Der jüngste Test erfolgt in Zeiten zunehmender Unsicherheit in der Region. Nordkokrea hat seit Beginn dieses Jahren mehrfach Raketen getestet, darunter auch mindestens eine Interkontinentalrakete. Zuletzt hatte Nordkorea am Samstag laut Südkorea eine Rakete getestet, die aus einem U-Boot gestartet wurde.

Pjöngjang treibt seit Jahren die Entwicklung von atomwaffenfähigen Raketen voran. Das Land ist deswegen harten internationalen Sanktionen unterworfen.


Deutsche Polizei stellt bei Schüler Stichwaffen und Speere sicher

ESSEN: Die Polizei in der deutschen Großstadt Essen hat bei der Durchsuchung der Wohnung eines 16 Jahre alten Schülers Speere und Stichwaffen sichergestellt. Polizisten hätten die Waffen und mehrere Kartons aus der Wohnung im Dachgeschoss eines Hauses in einen Lieferwagen getragen, berichtete ein dpa-Fotoreporter am Donnerstag.

Der 16-Jährige wird laut Polizei verdächtigt, am Essener Don-Bosco-Gymnasium und einer weiteren Schule im Essener Norden möglicherweise Straftaten geplant zu haben. Der Jugendliche war am Donnerstagvormittag in Polizeigewahrsam. Ob er sich geäußert habe, sei noch nicht bekannt, hieß es von der Polizei.


Trauerfeier mit Palästinenserpräsident für getötete Journalistin

RAMALLAH/TEL AVIV: Mehrere Tausend Menschen haben sich am Donnerstag in Ramallah zu einer offiziellen Trauerfeier für eine im Westjordanland erschossene Reporterin des TV-Senders Al-Dschasira versammelt. «Wir machen die israelischen Besatzungsbehörden voll verantwortlich für den Mord, und es wird bei diesem Verbrechen nicht möglich sein, die Wahrheit zu verbergen. Und dieses Verbrechen darf nicht ungestraft bleiben», sagte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas am Donnerstag. Man werde sich deswegen an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wenden. Israels Ministerpräsident Naftali Bennett hatte bereits zuvor die Vorwürfe von Abbas zurückgewiesen.

Die 51-jährige Schirin Abu Akle war am Mittwoch während eines israelischen Militäreinsatzes im Westjordanland durch Schüsse getötet worden. Es blieb zunächst unklar, wie sie genau ums Leben kam. Sie soll am Freitag in Jerusalem beerdigt werden. Die Journalistin war in der arabischen Welt sehr bekannt.

Die israelische Armee hatte am Mittwoch berichtet, es habe ein heftiges Feuergefecht mit Dutzenden militanten Palästinensern während einer Razzia in Dschenin gegeben. Generalstabschef Aviv Kochavi sagte, gegenwärtig könne man nicht festlegen, welche Seite für die tödlichen Schüsse verantwortlich sei. Israels Armee hatte zuvor mitgeteilt, möglicherweise sei die 51-Jährige von Kugeln der Palästinenser getroffen worden. Al-Dschasira warf Israel dagegen einen gezielten, kaltblütigen Mord vor. Auch Palästinenserpräsident Abbas sprach von einem «Verbrechen der Hinrichtung».


Palästinenser: Keine gemeinsame Untersuchung zu Tod von Journalistin

RAMALLAH/TEL AVIV: Ein führender Palästinenservertreter hat Israels Wunsch nach einer gemeinsamen Untersuchung des Todes einer im Westjordanland erschossenen Reporterin des TV-Senders Al-Dschasira abgelehnt. «Wir haben bekräftigt, dass unsere Untersuchung unabhängig abgeschlossen wird», schrieb Hussein al-Scheich, Berater des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas, am Donnerstag auf Twitter. Auch lehnte er eine Übergabe der Kugel, mit der die Journalistin getötet wurde, an Israel ab.

Die Journalistin war am Mittwoch während eines israelischen Militäreinsatzes im Westjordanland durch Schüsse getötet worden. Es blieb zunächst unklar, wie die in der arabischen Welt bekannte 51-Jährige genau ums Leben kam. Sie soll am Freitag in Jerusalem beerdigt werden.

Die israelische Armee berichtete am Mittwoch, es habe ein heftiges Feuergefecht mit Dutzenden militanten Palästinensern während einer Razzia in Dschenin gegeben. Generalstabschef Aviv Kochavi sagte, gegenwärtig könne man nicht festlegen, welche Seite für die tödlichen Schüsse verantwortlich sei. Israels Armee hatte zuvor mitgeteilt, möglicherweise sei die 51-Jährige von Kugeln der Palästinenser getroffen worden. Al-Dschasira warf Israel dagegen einen gezielten, kaltblütigen Mord vor. Auch Palästinenserpräsident Abbas sprach von einem «Verbrechen der Hinrichtung».


Erneute Attacken in Mosambiks Nord-Provinz Cabo Delgado

MAPUTO: Nach einer längeren Ruhephase flammt die Gewalt in Mosambiks Nord-Provinz Cabo Delgado wieder auf. In der Krisenregion des südostafrikanischen Landes attackierten rund 40 Bewaffnete die Orte Macoma und Quiterajo, wie die Behörden am Mittwoch bekanntgaben. Dabei wurden ein Polizist und drei Soldaten getötet sowie Militärgerät erbeutet. Präsident Filipe Nyusi hatte erst im vergangenen September erklärt, alle von Aufständischen gehaltenen Bezirke in Cabo Delgado seien zurückerobert.

Im Norden Mosambiks - einer Region, in der der französische Energiekonzern Total an einem milliardenschweren Flüssiggasprojekt beteiligt ist - verüben islamistische Rebellen seit 2017 brutale Angriffe. Mitte März wurde der Hafenort Palma von Extremisten überfallen. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verkündete danach die Einnahme der Stadt. Dem UN-Flüchtlingshilfswerk zufolge wurden Hunderttausende Menschen vertrieben, zahlreiche andere wurden getötet. Die Rebellion hat Experten zufolge ihre Wurzeln in Missständen und Klagen der Bewohner der Region, die sehr arm sind und jahrelang von der Regierung vernachlässigt wurden.

Die Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) unterstützt mit einer Bereitschaftstruppe Mosambik bei der Bekämpfung der Terrorangriffe. Im Rahmen eines bilateralen Abkommens sind zudem Kontingente des ruandischen Militärs an der Bekämpfung des Terrorismus beteiligt.

Die EU hatte im vergangenen Juli einen Militäreinsatz beschlossen, bei dem Soldaten aus EU-Staaten mosambikanische Streitkräfte ausbilden sollen. Die Ausbilder stellt vor allem die frühere Kolonialmacht Portugal.


Inderin will Enkel und verklagt Sohn und Schwiegertochter

NEU DELHI: Eine Inderin hat ihren Sohn und ihre Schwiegertochter verklagt, weil diese keine Kinder haben. Die Klägerin fordert vor dem Gericht in der Stadt Haridwar, dass ihr Sohn und dessen Frau innerhalb eines Jahres en Kind bekommen oder stattdessen eine Entschädigung von 50 Millionen Rupien (613.000 Euro) zahlen, wie das indische Rechtsportal «Bar and Bench» am Donnerstag berichtete. Die Frau argumentierte demnach, dass das Paar sie mit ihrer Kinderlosigkeit seelisch foltere.

Die Klägerin rechtfertigte die Klage auch damit, dass sie ihren einzigen Sohn mit viel Liebe erzogen habe - und immer viel Geld ausgegeben habe. Sie hätte ihm etwa eine gute Pilotenausbildung in den USA finanziert oder 500.000 Rupien (6131 Euro) für Flitterwochen in Thailand gegeben. Das Paar sei aber in eine andere indische Stadt gezogen und habe die Kommunikation mit der Klägerin und ihrem Ehemann beendet. Als sie das Paar aufgefordert habe, ein Kind zu bekommen, hätten die beiden angegeben, sich getrennt zu haben.

In Indien leben viele verheiratete Paare noch bei den Eltern des Mannes. Viele Familien erwarten, dass die Paare Kinder haben.


EU und Japan schließen digitale Partnerschaft

TOKIO: Die Europäische Union (EU) und Japan haben eine Partnerschaft zur Entwicklung von digitalen Technologien, Cybersicherheit und künstlicher Intelligenz ins Leben gerufen.

«Führung in diesem Bereich ist der Schlüssel zu unserer Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit», sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag in Tokio im Anschluss an ein Gipfeltreffen zwischen der EU und Japan. Die digitale Partnerschaft sei die erste dieser Art zwischen der EU und einem anderen Land. Beide Seiten einigten sich zudem darauf, ihre strategische Partnerschaft zu nutzen, um die Lieferketten zum Beispiel bei Halbleitern zu stärken und zu diversifizieren, wie von der Leyen sagte.

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Hartmut Wirth 13.05.22 14:10
Ärzte ohne Grenzen
Man muss neue Wortbedeutungen lernen: Schleusen = retten!!

Solange diese Schleuser helfen, die armen Menschen, die in der EU ihre Rettung vor Armut sehen, auszunehmen, indem sie quasi als Netz und doppelter Boden auftreten, solange werden diese Menschen ihr letztes Hab und Gut an die Schleuser geben.
Was erwartet diese Wirtschaftsflüchtlinge denn hier? Arbeiten dürfen sie nicht (die meisten haben ja nichts gelernt und wollen auch nicht arbeiten) und mangels der Landessprache ist ihnen quasi nur ein Leben im Ghetto möglich. Dazu kommt, dass viele dieser Wirtschaftsflüchtlinge die soziale/christliche Lebensweise ablehnen.
Das kann und wird auf Dauer nicht funktionieren.
Somit kommen diese Menschen vom Regen in die Traufe!! Diese menschliche Leid scheint den "Profischleusern" aber egal zu sein!!

Und bevor hier wieder jemand die rechte Keule hervorkramt, da er ansonsten keine Argumente hat: ich hatte mit diesen Menschen zu tun. Bei uns waren zeitweise bis zu 50.000 dieser Wirtschaftsflüchtlinge untergebracht!! (Die Politik forderte, dass Frauen ihren Kopf und nackte Arme bedecken, sowie von der Gastronomie, dass sie kein Schweinefleisch auf der Speisekarte anbieten! Das könnte die "Gäste" beleidigen oder Frauen sollten nach Einbruch der Dunkelheit keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen! Man hat damals und auch heute vergessen: diese "Gäste" kommen zu uns und nicht umgekehrt!)