Neues aus dem Ausland am Dienstag

Neues aus dem Ausland am Dienstag

Microsoft steigert Gewinn und Erlöse dank Cloud-Boom kräftig

REDMOND: Der anhaltende Boom des Cloud-Geschäfts hat dem Software-Riesen Microsoft im jüngsten Quartal abermals starke Geschäftszuwächse eingebracht. In den drei Monaten bis Ende Juni kletterten die Erlöse im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 46,2 Milliarden Dollar (39,1 Milliarden Euro), wie der Konzern am Dienstag nach US-Börsenschluss in Redmond mitteilte. Der Nettogewinn nahm sogar um 47 Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar zu. Damit wurden die Erwartungen der Wall-Street-Analysten klar übertroffen.

Microsoft konnte sich einmal mehr auf seine lukrativen Cloud-Services verlassen. Die Azure-Plattform, die zahlreichen anderen Unternehmen und Apps IT-Dienste und Speicherplatz im Netz bietet, steigerte den Umsatz um überraschend starke 51 Prozent. Die PC-Sparte, zu der neben Windows-Software auch Hardware-Produkte wie die Spielkonsole Xbox und «Surface»-Tablets gehören, legte um 9 Prozent auf 14,1 Milliarden Dollar zu. Obwohl die Zahlen besser als erwartet ausfielen, reagierte die Aktie nachbörslich zunächst mit deutlichen Kursverlusten.


Tödliche Angriffe in Massagesalons - lebenslange Haft für 22-Jährigen

CHEROKEE COUNTY: Wegen einer tödlichen Attacke in einem Massagesalon nahe der US-Stadt Atlanta ist ein 22-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Angeklagte gab am Dienstag vor Gericht in Cherokee County zu, im März vier Menschen in einem Massagesalon im südlichen Bundesstaat Georgia getötet zu haben. Dem Mann steht allerdings noch ein weiteres Verfahren bevor. Ihm wird vorgeworfen, in zwei anderen Salons vier weitere Menschen getötet zu haben.

«Heute wurde der Gerechtigkeit Genüge getan und der Angeklagte bekannte sich in allen Anklagepunkten schuldig und wurde zu vier aufeinanderfolgenden lebenslangen Haftstrafen ohne die Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung verurteilt», sagte Staatsanwältin Shannon Wallace nach der Anhörung in einer Pressekonferenz. In dem zweiten Verfahren droht ihm die Todesstrafe.

Die Opfer bei den drei Attacken, die sich alle am selben Tag kurz nacheinander ereignet hatten, waren überwiegend asiatischstämmig. Ein Mann überlebte mit schweren Verletzungen. Der Schütze hatte angegeben, nicht aus rassistischen, sondern sexuellen Motiven gehandelt zu haben. Die Tat hatte in den USA die heftige Debatte über zunehmenden Hass und Gewalt gegenüber asiatischstämmigen Amerikanern angeheizt.

Der 22-Jährige schilderte bei der Anhörung, dass er zunächst eine Waffe gekauft habe, um sich selbst zu töten. Schließlich habe er sich betrunken und sei zum ersten Massagesalon gefahren, um dort auch sexuelle Dienste in Anspruch zu nehmen. Noch im Auto habe er beschlossen, die Menschen dort zu töten. Er gab an, er habe sie «bestrafen» wollen. «Es war im Wesentlichen eine Abwälzung der Schuld für mein Handeln auf sie», sagt er. Der Angeklagte erklärte, nach seinem Verständnis sei Sex nur in der Ehe in Ordnung.


Überfall auf Pariser Juwelierladen - Dieb flieht auf Tretroller

PARIS: In Paris hat ein Mann ein Schmuckgeschäft überfallen und ist auf einem Tretroller mit der kostbaren Beute geflohen.

Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete Untersuchungen wegen bewaffneten Diebstahls ein, wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag von der Behörde erfuhr. Aus Polizeikreisen hieß es, der Dieb habe eine Pistole dabei gehabt. Demnach ereignete sich der Überfall am Nachmittag in der Pariser Innenstadt. Von den Behörden gab es zunächst keine Auskunft über den genauen Wert der erbeuteten Ware.


US-Außenminister Blinken zu Besuch gelandet

NEU DELHI: US-Außenminister Antony Blinken ist zu seinem ersten amtlichen Besuch in Indien angekommen. Er landete am Dienstagabend (Ortszeit) in Neu Delhi, wie ein Sprecher des US-Außenministeriums auf Twitter schrieb. Man freue sich, die «starke und wachsende» Partnerschaft der beiden Länder auszudehnen. Blinken will am Mittwoch Indiens Premierminister Narendra Modi sowie Außenminister Subrahmanyam Jaishankar treffen.

Bei den Gesprächen soll es nach Angaben beider Außenministerien unter anderem um die angespannte Situation in Afghanistan gehen, wo die Taliban nach dem US-Truppen-Rückzug zunehmend Territorien übernehmen. Auch die Lage im Indo-Pazifik mit Blick auf ein stärker werdendes China in der Region steht auf der Tagesordnung. Die beiden Demokratien arbeiten seit einigen Jahren in Verteidigungsangelegenheiten enger zusammen. Schließlich ist die weltweite Impfstoffverteilung ein Thema.


Schwerer Schlag gegen Bande von «Haschisch-Messi»: 77 Festnahmen

MADRID: Die spanische Polizei hat einer der größten Haschischhändlerbanden Europas einen schweren Schlag versetzt. Bei Aktionen gegen die von Marokko aus geführte Organisation seien im Landkreis Campo de Gibraltar in der Region Andalusien im Süden des Landes 77 Menschen festgenommen worden, teilte die Nationalpolizei am Dienstag mit. Bei zahlreichen Durchsuchungen von Häusern, Wohnungen und Lagerstätten seien zudem unter anderem insgesamt acht Tonnen Haschisch, zwei Schusswaffen, 15.000 Euro Bargeld sowie 22 als gestohlen gemeldete Fahrzeuge sichergestellt worden.

Es sei bereits der vierte Schlag gegen die Organisation in den vergangenen Jahren, hieß es. Der Chef der Bande, der in Anlehnung an den argentinischen Fußball-Superstar Lionel Messi auch von den Behörden «Haschisch-Messi» genannt wird, sei aber weiterhin flüchtig. Nach spanischen Medienberichten handelt es sich bei dem Mann um einen Marokkaner. Den 77 Festgenommenen werde unter anderem Drogenhandel, Dokumentenfälschung sowie Beteiligung an einer kriminellen Organisation vorgeworfen, teilte die Policía Nacional mit.

Der sehr arme Landkreis Campo de Gibraltar, an den das britische Überseegebiet Gibraltar angrenzt, ist bereits seit Jahrzehnten eine Drogenhochburg. Vor allem der Handel mit Haschisch und Marihuana ist dort sehr rege. Die Straße von Gibraltar ist an der engsten Stelle nur rund 14 Kilometer breit. Jeden Tag erreichen die andalusische Küste unzählige mit Drogen beladene Motorboote, die die Meerenge zwischen Marokko und Spanien blitzschnell überqueren. «Haschisch-Messi» beherrsche den Drogenhandel an der Straße von Gibraltar, betonte die spanische Polizei. Seine Organisation ist nach Medienangaben eine der größten Drogenbanden Europas.


Petersburger Dialog: Deutsche Seite setzt Arbeit weiter aus

ST. PETERSBURG: Der vor rund 20 Jahren für die deutsch-russische Verständigung ins Leben gerufene Petersburger Dialog bleibt wegen politischer Spannungen ausgesetzt. «Wir können nicht hinnehmen, dass einige unserer Mitgliederorganisationen in Russland ihre Arbeit nicht verrichten können», teilte Ronald Pofalla, Vorsitzender des Petersburger Dialogs auf deutscher Seite, am Dienstag in Berlin mit. Russland hatte zuletzt mehrere Nichtregierungsorganisationen (NGO), die sich für eine mündige Zivilgesellschaft einsetzen, für unerwünscht erklärt.

Trotzdem zeigte sich Moskau bereit, den Dialog fortzusetzen, um in schwierigen Zeiten eine Gesprächsbasis zu haben. Pofalla meinte nun, es gebe die Gefahr einer strafrechtlichen Verfolgung von Mitgliedern des Dialogs. Das sei nicht hinnehmbar. Zugleich bot er einen «bilateralen Austausch über diese aktuellen Probleme im Rahmen einer gemeinsamen Vorstandssitzung» für Anfang September an.

Auch die diesjährige Hauptveranstaltung, den Petersburger Dialog am 14. und 15. Oktober in Kaliningrad (früher Königsberg), solle es nur geben, wenn alle Organisationen ungehindert daran teilnehmen können, sagte Pofalla. Kritiker sehen das russische Vorgehen gegen die deutschen NGO als Zeichen zunehmend autoritärer Tendenzen in Russland. Auch mehrere unabhängige Medien mussten zuletzt ihre Arbeit einstellen - wegen umstrittener neuer Gesetze. Das kritisierte auch die Bundesregierung.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte im Juni in einem Gespräch mit den Chefs internationaler Nachrichtenagenturen, darunter die Deutsche Presse-Agentur, die restriktiven Gesetze und das Vorgehen verteidigt - als Schutz gegen Einflussnahme von außen. Zugleich betonte er die Bereitschaft zum Dialog mit dem «wichtigen Partner» Deutschland. Putin hatte den Petersburger Dialog vor 20 Jahren mit dem damaligen Kanzler Gerhard Schröder ins Leben gerufen.


USA und Russland beginnen neue Abrüstungsgespräche in Genf

GENF: Sechs Wochen nach dem amerikanisch-russischen Gipfeltreffen in Genf beginnt in der Schweiz eine neue Runde von Abrüstungsgesprächen zwischen den Atommächten.

Es geht um Fragen der «strategischen Stabilität», wie US-Präsident Joe Biden und der russische Präsident Wladimir Putin bei ihrem Gipfeltreffen am 16. Juni vereinbart hatten. Das voraussichtlich eintägige Treffen gilt als wichtiges Signal für die globale Sicherheit. Es sollen Themen für künftige Verhandlungen abgesteckt werden. Grundlage ist das einzige noch verbliebene große Abkommen zur Rüstungskontrolle zwischen den USA und Russland: der atomare Abrüstungsvertrag New Start.


Genfer Flüchtlingskonvention wird 70 Jahre alt

GENF: Einer der wichtigsten Grundpfeiler der internationalen humanitären Zusammenarbeit wird 70 Jahre alt: am 28. Juli 1951 wurde die Genfer Flüchtlingskonvention verabschiedet. Sie garantiert Menschen Schutz und Aufnahme, die in ihrem eigenen Land verfolgt werden. Die Konvention verpflichtet Aufnahmeländer zudem dazu, niemanden dorthin zurückzuschicken, wo ihm Verfolgung droht.

Die Konvention ist die Grundlage der Asylgesetze in aller Welt. 149 Staaten haben entweder die Konvention oder ihr Zusatzprotokoll unterzeichnet. In jüngster Zeit wird die Konvention wegen der hohen Zahl von Migranten und Flüchtlingen immer wieder kritisiert. Sie bezieht sich aber nur auf Verfolgte, nicht auf Menschen, die frustriert anderswo ein besseres Leben suchen.


Belarus stuft Oppositionssender Belsat als extremistisch ein

MINSK: Die autoritären Behörden in Belarus haben den oppositionellen Fernsehkanal Belsat als extremistisch eingestuft und damit verboten. Der Apparat von Machthaber Alexander Lukaschenko wolle damit in Belarus die Verbreitung «unzensierter Informationen» so weit wie möglich erschweren, sagte der Vize-Direktor von Belsat, Alexej Dikowizki am Dienstag. «Die Entscheidung ist natürlich absurd. Weder Belsat noch andere unabhängige Medien sind Extremisten.» Die Behörden in Belarus gehen seit Monaten gegen unabhängige Medien und Nichtregierungsorganisationen vor.

Ein Gericht in der Stadt Gomel im Südosten des Landes habe diese Entscheidung getroffen, teilte das Innenministerium in der Hauptstadt Minsk mit. Nach Angaben des in Polen ansässigen Senders war unklar, um welche Vorwürfe es sich handelt. Belsat werde weiter «Informationen ohne Zensur» auf Belarussisch verbreiten, hieß es.

Mit der Einstufung als extremistisch drohen dem Innenministerium zufolge auch denjenigen eine Geldstrafe oder Festnahme, die Informationen von diesen Medien weiter verbreiten.

Erst vor anderthalb Wochen hatte es Razzien bei Belsat mit mehreren Festnahmen gegeben. Lukaschenko hatte zuletzt mehrfach gesagt, dass Nichtregierungsorganisationen, die unabhängigen Medien und Menschenrechtler eine Gefahr für Belarus seien. Die EU erkennt den immer wieder als «letzten Diktator Europas» kritisierten Politiker seit der weithin als gefälscht geltenden Präsidentenwahl vor rund einem Jahr nicht mehr als Staatsoberhaupt an.


Unwetter in Norditalien sorgen für Erdrutsche

COMO: Unwetter mit starkem Regen haben in Norditalien mehrere Bewohner einer Ortschaft von der Außenwelt abgeschnitten.

In Brienno am Westufer des Comer Sees versperrte ein Erdrutsch eine Schnellstraße und isolierte rund 50 Menschen in dem Ort, teilte die Feuerwehr am Dienstag mit. Eine ältere Frau retteten die Einsatzkräfte aus ihrem Haus, weil sie dort festsaß. Zwei Häuser wurden evakuiert. Die Zivilschutzbehörde sprach von starken Unwettern, die vor allem über die Lombardei zogen. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge waren auch andere Teile am Westufer des Comer Sees von den starken Regenfällen betroffen. Über Verletzte wurde zunächst nichts berichtet.


Polizisten schildern im Kongress Brutalität bei Sturm auf US-Kapitol

WASHINGTON: Bei der ersten Sitzung des Untersuchungsausschusses zum Angriff auf das US-Kapitol vom 6. Januar haben mehrere Polizisten eindringlich ihre Erlebnisse während jener brutalen Attacke geschildert. Einer der Beamten, Aquilino Gonell, sagte am Dienstag bei der Anhörung im US-Repräsentantenhaus, er habe an jenem Tag gedacht, er würde sterben. Er beschrieb den Gewaltausbruch «wie etwas aus einer mittelalterlichen Schlacht». Die Beamten hätten sich mit ihren Händen Zentimeter für Zentimeter gegen den gewalttätigen Mob verteidigen müssen. Er und seine Kollegen seien geschlagen und getreten, mit Hämmern und Stöcken malträtiert und Chemikalien besprüht worden.

«Mehr als sechs Monate später versuche ich immer noch, mich von meinen Verletzungen zu erholen», sagte der Beamte der Kapitol-Polizei, dem während seiner Aussage mehrfach die Tränen kamen. «Für die meisten Leute hat der 6. Januar ein paar Stunden gedauert, aber für diejenigen von uns, die mittendrin waren, hat es nie aufgehört.» Der Angriff habe ein bleibendes Trauma ausgelöst.

Anhänger des damaligen US-Präsidenten Donald Trump hatten am 6. Januar den Sitz des US-Kongresses in Washington erstürmt. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist. Der Ausschuss im Kongress soll die Hintergründe des Angriffs untersuchen.

Der Polizist Michael Fanone, sagte bei der Sitzung, er sei gepackt, geschlagen, mit einem Elektroschocker malträtiert und gleichzeitig als Verräter beschimpft worden. Er habe in jenem Moment gedacht, die Wahrscheinlichkeit sei groß, «dass ich auseinandergerissen oder mit meiner eigenen Waffe erschossen werde», sagte der Beamte der Hauptstadt-Polizei in Washington. «Ich dachte an meine vier Töchter, die ihren Vater verlieren könnten.»


Polnischem Theologen droht Verfahren wegen Volksverhetzung

WARSCHAU/KÖLN: In Polen hat eine deutsche Justizentscheidung für Aufsehen gesorgt. Wie Medien im Nachbarland am Dienstag berichteten, hat der katholische Theologieprofessor Dariusz Oko aus Krakau (Krakow) einen deutschen Strafbefehl wegen Volksverhetzung erhalten. Grund sei ein Beitrag in der in Köln erscheinenden Zeitschrift «Theologisches», in dem Homosexuelle innerhalb der Kirche abwertend als «Parasiten», «Krebsgeschwür», «Homo-Mafia» und «homosexuelle Plage» bezeichnet wurden.

Eine Sprecherin des Amtsgerichts Köln bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag die Existenz des Strafbefehls. Dagegen habe der Anwalt des Beschuldigten inzwischen Einspruch erhoben. Es komme daher zur Verhandlung. Derzeit gebe es keine rechtskräftige Entscheidung. Der Strafbefehl hatte eine Geldstrafe von 4800 Euro vorgesehen.

In Polen stellte sich die ultrakonservative Stiftung Ordo Iuris wortstark hinter Oko, der an der Päpstlichen Universität in Krakau Philosophie lehrt. Sie hat eine Online-Petition gestartet, die bereits von Tausenden Menschen unterzeichnet wurde und an Bundeskanzlerin Angela Merkel adressiert ist. Der Theologe habe nur «mutig eine akademische Diskussion» angestoßen, hieß es darin.

Oko ist Autor eines Buchs mit dem übersetzten Titel «Lavendel-Mafia» über angebliche schwule Netzwerke innerhalb der katholischen Kirche. Kritiker verurteilten es als offen homophob. Der 61-Jährige ist in Polen häufiger Gast in Fernsehsendungen.


Mann nach Schüssen auf Kinder in Untersuchungshaft

STOCKHOLM: Nach den Schüssen in Schweden mit zwei verletzten Kindern ist ein Verdächtiger in Untersuchungshaft genommen worden. Es bestehe der begründete Verdacht eines schweren Waffendelikts und schwerer Körperverletzung, teilte das Bezirksgericht Södertörn am Dienstagnachmittag mit. Der 25-Jährige komme deshalb für eine Woche in U-Haft, in der die Staatsanwaltschaft weitere Beweise gegen ihn vorlegen könne, sagte der zuständige Staatsanwalt Stefan Creutz der Deutschen Presse-Agentur.

Der Mann war am Samstag festgenommen worden. Schwedischen Medienberichten zufolge ist er bereits in der Vergangenheit wegen Straftaten verurteilt worden, darunter Drogenvergehen und ein Raubüberfall auf ein Elektrogeschäft.

Am Abend des 17. Julis waren in Flemingsberg im Stockholmer Vorort Huddinge Schüsse gefallen. Dabei wurden zwei Kinder im Grund- und Vorschulalter beim Spielen verletzt. In Lebensgefahr schwebten sie nicht. Die Ermittler gehen davon aus, dass ein Konflikt zwischen zwei Banden hinter den Schüssen steckte und die Kinder versehentlich angeschossen wurden. Schweden hat gerade in den Vororten seiner großen Städte seit längerem mit Bandenkriminalität zu kämpfen.


Zahl der Todesopfer nach Unwetter steigt auf 41

BRÜSSEL: Die Zahl der bestätigten Todesopfer nach den verheerenden Unwettern in Belgien ist auf 41 gestiegen.

Das teilte der wallonische Ministerpräsident Elio Di Rupo am Dienstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Premierminister Alexander De Croo mit, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Zwei Menschen werden den Angaben zufolge in der Wallonie noch vermisst. Vor allem der Osten des Landes war vor knapp zwei Wochen schwer getroffen worden. Vor rund einer Woche wurde aufgrund der Katastrophe ein Staatstrauertag abgehalten.


Mehr als 4000 Bauern suchen vor bewaffneten Kämpfen Schutz

ITUANGO: Wegen eines Konflikts zwischen bewaffneten Gruppen im Nordwesten Kolumbiens sind mehr als 4000 Bauern vertrieben worden. Das sagte der Bürgermeister von Ituango, Edwin Mauricio Mira, am Dienstag dem Sender RCN Radio. Zuvor hatte der Gouverneur des kolumbianischen Departments Antioquia, Luis Fernando Suárez, am Montagabend (Ortszeit) auf Twitter geschrieben, das mehr als 3700 Vertriebene in Ituango unterstützt würden. Diese sahen sich gezwungen, ins Stadtgebiet zu fliehen und dort Schutz zu suchen, wie die Zeitung «El Tiempo» berichtete.

Als Verantwortliche machte Suárez die Anführer organisierter bewaffneter Gruppen wie «Residual 18» und des Verbrechersyndikats «Clan del Golfo» aus, auf die er Kopfgelder aussetzte. Immer wieder kommt es in der Gegend zu Machtkämpfen um Koka-Anbaugebiete und Transportrouten.

Kolumbien litt 52 Jahre lang unter einem bewaffneten Konflikt zwischen den Streitkräften, linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs. Es gab mehr als 220.000 Tote und Millionen Binnenvertriebene. Die größte Rebellen-Gruppe Farc schloss 2016 einen Friedensvertrag mit der Regierung und legte die Waffen nieder.

Die Sicherheitslage in dem südamerikanischen Land hat sich seitdem verbessert. Aber der Frieden ist brüchig: Die kleinere Guerillagruppe ELN ist noch immer gegen aktiv; auch Tausende ehemalige Farc-Kämpfer und Verbrechersyndikate, die in Drogenschmuggel verwickelt sind, liefern sich bewaffnete Kämpfe untereinander, mit Polizei und Streitkräften.


Zehntausende Gläubige feiern Jahrestag der Christianisierung

KIEW: In der Ukraine haben Zehntausende Anhänger der ukrainisch-orthodoxen Kirche mit einer Prozession den Jahrestag der Christianisierung gefeiert. Die Polizei schätzte die Teilnehmer in der Hauptstadt Kiew in einer Mitteilung vom Dienstag auf mehr als 50.000. Die Kirche sprach von bis zu 350.000 Menschen.

Bis zum Kiewer Höhlenkloster waren weite Teile der Innenstadt stundenlang für den Straßenverkehr gesperrt. Anlass ist die sogenannte Taufe der Kiewer Rus. Am 28. Juli 988 soll der Kiewer Fürst Wladimir nach orthodoxem Ritus getauft worden sein. Das Christentum wurde danach zur Staatsreligion des mittelalterlichen Reiches. Historisch sehen sowohl die Ukraine als auch Russland und Belarus (Weißrussland) ihren Ursprung in der Rus.

Die jährlich durchgeführte Prozession gilt daher auch als Machtdemonstration der mit dem Moskauer Patriarchat verbundenen ukrainisch-orthodoxen Kirche. Ex-Präsident Petro Poroschenko hatte 2019 versucht, durch eine Neugründung eine von Moskau unabhängige Landeskirche ins Leben zu rufen.

Die orthodoxe Kirche der Ukraine untersteht formal dem Patriarchat von Konstantinopel (Istanbul). Der Zahl der Kirchgemeinden nach steht sie jedoch weiter im Schatten des Moskauer Patriarchats.


«Romantische Triebe» seines Hundes bereiten Johnson Sorgen

GUILDFORD: Die «romantischen Triebe» seines Hundes Dilyn bringen den britischen Premierminister Boris Johnson (57) nach eigenen Angaben häufig in peinliche Situationen. Das gut zwei Jahre alte Tier bespringe regelmäßig die Beine von Mitarbeitern und Besuchern, erzählte Johnson am Dienstag bei einem Treffen mit Hundeführern in einer Polizeidirektion in Guildford. «Müssen Sie sich Sorgen um seine romantischen Triebe machen?», fragte der Premierminister - und erfuhr, dass Polizeihund Zorro keine solchen Anstalten mache. «Mein Hund ist ausdauernd ... an den Beinen von Menschen», sagte Johnson.

Dilyn wurde vom Premier und seiner heutigen Frau Carrie im September 2019 als 15 Wochen junger Welpe in die Downing Street geholt. Seitdem steht das Tier immer wieder im Zentrum der Aufmerksamkeit. Ein Opfer seiner «romantischen Triebe» soll einst Johnsons damaliger Top-Berater Dominic Cummings gewesen sein, dessen Wut auf Besitzerin Carrie Johnson dadurch noch gesteigert worden sein soll. Johnson selbst soll einmal wütend «erschießt den verdammten Hund» geschrien haben, nachdem Dilyn auf dem Landsitz Chequers antike Möbel und Bücher angeknabbert hatte.


Unesco berät doch noch über jüdisches Erbe und Limes am Rhein

FUZHOU: Die Unesco hat am Dienstag überraschend doch noch die Beratungen über die Aufnahme des Niedergermanischen Limes und des jüdischen Erbes in Mainz, Speyer und Worms in die Welterbeliste begonnen.

Das Komitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (Unesco) zog die beiden Nominierungen auf seiner Sitzung im chinesischen Fuzhou wieder vor, nachdem sie ursprünglich aus Zeitgründen auf Mittwoch verschoben worden waren.

Indem die laufende Sitzung verlängert wurde, kamen die beiden deutschen Bewerbungen doch noch am Dienstag auf die Tagesordnung. Mit einer Entscheidung wurde noch am Nachmittag (MESZ) gerechnet.


Tui verlängert Kreditlinie bei KfW und Privatbanken bis 2024

HANNOVER: Der Reisekonzern Tui hat sich mit der Staatsbank KfW und privaten Geldhäusern auf eine Verlängerung einer milliardenschweren Kreditlinie in der Corona-Krise geeinigt.

Der Kreditrahmen in Höhe von 4,7 Milliarden Euro stehe nun bis Sommer 2024 zur Verfügung und damit zwei Jahre länger als bisher geplant, teilte Tui überraschend am Dienstag in Hannover mit. Den Löwenanteil der Kreditlinie stellt mit rund drei Milliarden Euro die staatliche Förderbank KfW, die den Reisekonzern nach dem Geschäftseinbruch im vergangenen Jahr zusammen mit dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes vor dem Aus gerettet hat. Der Rest der Summe entfällt auf 19 private Banken.


Waldbrände richten in Russlands Osten Millionenschaden an

JAKUTSK: Schwere Waldbrände haben in Russland große Verwüstung angerichtet. Allein in der sibirischen Republik Jakutien sprach die Zivilschutzbehörde am Dienstag von Schäden in Höhe von mehr als einer Milliarde Rubel. Das entspricht umgerechnet mehr als elf Millionen Euro. In dem besonders schwer betroffenen Gebiet im Nordosten Russlands liefen nach Angaben der Forstschutzbehörde zuletzt Löscharbeiten auf einer Fläche von mehr als 5000 Quadratkilometern - etwa das Doppelte der Fläche des Großherzogtums Luxemburg.

Russische Medien zeigen seit Tagen Bilder unter anderem aus der Stadt Jakutsk, die in dichtem Rauch versinkt. Insgesamt waren am Dienstag in ganz Russland mehr als 5000 Menschen und rund 30 Löschflugzeuge im Einsatz, um knapp 200 Feuer zu bekämpfen.

Im flächenmäßig größten Land der Erde stehen jedes Jahr riesige Baumbestände in Flammen. Umweltexperten beklagen, dass sich die Situation wegen des Klimawandels verschärft habe.


Welternährungsprogramm: Hungerkrise im Jemen verschlimmert sich

GENF: Die Hungerkrise im Bürgerkriegsland Jemen verschlimmert sich nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) von Tag zu Tag. Die Lebensmittelpreise schießen durch die Decke, und Millionen Menschen kämpfen, um sich und ihre Familien noch ernähren zu können, wie Tobias Flaemig vom WFP am Dienstag aus der Hauptstadt Sanaa berichtete. Die Benzinpreise seien 90 Prozent höher als vor einem Jahr, was den Transport und damit auch die Lebensmittel verteuere.

Der ohnehin bitterarme Jemen ist seit mehr als sechs Jahren in der Krise. Huthi-Rebellen überrannten 2014 weite Teile des Nordens und die Sanaa und kontrollieren die Gebiete seitdem. Saudi-Arabien begann 2015 mit arabischen Verbündeten an der Seite der Regierung, Angriffe gegen die Huthis zu fliegen. Nach UN-Schätzungen sind 24 Millionen der rund 30 Millionen Einwohner auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Mehr als 40 Prozent der Einwohner hätten nicht genug zu essen. 2,3 Millionen Kinder unter fünf Jahren seien akut unterernährt, ebenso 1,2 Millionen schwangere und stillende Mütter. Mahlzeiten würden gestrichen oder Eltern verzichteten auf das Essen, um ihre Kinder zu ernähren, so Flaemig. Manche Familien verschuldeten sich, um Nahrungsmittel zu kaufen. Das WFP unterstützt 13 Millionen Menschen.

Hilfsorganisationen und auch die Vereinten Nationen warnen bereits seit langem immer wieder vor einer Hungersnot im Jemen. Dass diese noch nicht deklariert wurde, liegt Flaemig zufolge auch daran, dass man dafür genaue Daten über Mangelernährung und Todesfälle brauche, die aber in den Konfliktgebieten kaum erhoben werden könnten. «Menschen fangen nicht an zu sterben, wenn eine Hungersnot deklariert ist - vielmehr ist es umgekehrt: Todesfälle führen zur Erklärung einer Hungersnot», sagte Flaemig. Er rief zu mehr Spenden auf. Das WFP brauche 1,9 Milliarden Dollar für den Jemen, habe aber erst eine Milliarde Dollar (850 Mio Euro) erhalten.


Londoner Bezirk vertuschte Missbrauch von 700 Kindern

LONDON: Mit einer «Kultur der Vertuschung» haben die Behörden im Londoner Bezirk Lambeth über Jahrzehnte den Missbrauch von mehr als 700 Kindern in kommunalen Einrichtungen ermöglicht. Zu diesem Ergebnis kommt ein am Dienstag veröffentlichter Untersuchungsbericht. Darin heißt es, dass allein zu einem Kinderheim seit den 1960er Jahren Vorwürfe von mehr als 500 früheren Bewohnern gegen insgesamt 177 Betreuer und andere Personen eingegangen seien. Trotzdem sei nur ein ehemaliger ranghoher Angestellter wegen sexuellen Missbrauchs strafrechtlich belangt worden.

Der Bezirksrat von Lambeth, unter dessen Kontrolle die Heime standen, habe zugelassen, dass Gewalt und sexuelle Übergriffe in den Kindereinrichtungen «gedeihen» und habe es versäumt, gegen bekannte Täter vorzugehen oder die «brutale, harte und strafende Kultur» zu bekämpfen, urteilt der Bericht. Rassismus sei allgegenwärtig gewesen. Die amtierende Bezirksratsvorsitzende Claire Holland entschuldigte sich im Namen des Gremiums bei den Opfern. «Der Rat war für ihre Pflege und ihren Schutz verantwortlich, aber hat versagt - das hatte schwerwiegende Folgen», sagte Holland.

Der Bericht legt der Polizei nahe, mindestens einen Fall von 1977 neu aufzurollen. Damals wurde ein Kind tot im Badezimmer gefunden. Der Bezirksrat verschwieg den Behörden, dass es zuvor einem Betreuer sexuellen Missbrauch vorgeworfen hatte.


Frankreich erhöht nach Angriff auf kubanische Botschaft Sicherheit

PARIS: Frankreich hat nach einem Angriff auf die kubanische Botschaft in Paris das Sicherheitsaufgebot rund um das Gebäude verstärkt. Das teilte das französische Außenministerium am Dienstag mit. Verletzte habe es keine gegeben, lediglich ein materieller Schaden sei zu beklagen, hieß es. Frankreichs Außenministerium teilte zudem mit, dass Untersuchungen liefen. Den Anschlag verurteile man.

Kubas Außenminister Bruno Rodríguez schrieb auf Twitter von einem «Terroranschlag» auf die Botschaft mit Molotowcocktails. Er machte die USA verantwortlich, zu Gewalt aufzurufen.

Zuletzt waren Tausende Kubaner in zahlreichen Städten spontan für Freiheit, gegen Unterdrückung und Mangelwirtschaft auf die Straßen gegangen. Solche Proteste hatte es in dem Karibikstaat seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben. Kubas Wirtschaft leidet stark unter dem Einbruch des Tourismus in der Pandemie sowie unter US-Sanktionen. Im Zusammenhang mit der Niederschlagung der Proteste verhängten die USA weitere Sanktionen.


Explosion in Tanklager - Identität des Toten noch unklar

LEVERKUSEN: Die Identität des Todesopfers nach der Explosion im Chempark Leverkusen am Dienstag ist noch nicht abschließend geklärt.

Das sagte Chempark-Leiter Lars Friedrich vor Journalisten. Unter den 16 Verletzten sei bei einer Person «Lebensgefahr real vorhanden». Der Betroffene sei mit schweren Brandverletzungen in eine Kölner Klinik gebracht worden.


Londoner Urteil gegen mutmaßlichen IS-Unterstützer aus NRW verschoben

LONDON: Im Prozess gegen einen mutmaßlichen Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus Nordrhein-Westfalen hat ein Gericht in London das Urteil erneut kurzfristig vertagt. Ein neues Datum in dem Verfahren gegen den 23-jährigen Deutschen aus Düsseldorf stehe noch nicht fest, teilte das Gericht am Dienstag in der britischen Hauptstadt auf Anfrage mit. Noch am Montagnachmittag hatte das Gericht den Termin für Dienstagvormittag bestätigt.

Der 23-Jährige soll IS-Videos geteilt haben und wird verdächtigt, einer Gruppe von IS-Anhängern aus Ratingen anzugehören. Laut «Spiegel» lief Florian F. bei den deutschen Sicherheitsbehörden bereits als Prüffall - der Vorstufe von Gefährder. Der Mann war am 12. Oktober 2020 am Londoner Flughafen Stansted festgenommen worden, als er nach mehreren Monaten in Großbritannien, wo er Arbeit suchte, zurück nach Deutschland fliegen wollte. Er bekannte sich im Prozess in mehreren Anklagepunkten für schuldig. Die Urteilsverkündung wurde bereits mehrmals verschoben.


Weltgesundheitsorganisation warnt vor E-Zigaretten

GENF: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor E-Zigaretten und anderen elektronischen Geräten zum Konsum des Suchtmittels Nikotin. Diese Produkte würden oft mit ihren Geschmacksnoten gezielt für Kinder vermarktet. Und minderjährige Nutzer griffen später zwei- bis dreimal häufiger zur herkömmlichen Zigarette als andere Jugendliche, heißt es im 8. Bericht über die Tabak-Epidemie, den die WHO am Dienstag veröffentlichte.

Die langfristigen Folgen von E-Zigaretten seien noch nicht erforscht. «Aber es zeichnet sich zunehmend ab, dass diese Produkte nicht harmlos sind», so die WHO. Manche Liquids enthielten doppelt so viel Nikotin wie herkömmliche Zigaretten. In Studien seien bereits Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hoher Blutdruck und Lungenprobleme nachgewiesen worden. Selbst in angeblich nikotinfreien Produkten finde sich das Suchtmittel oft. Die WHO ruft Regierungen auf, E-Zigaretten besser zu regulieren, um Kinder, Jugendliche und andere Zielgruppen besser vor den Schäden durch solche Geräte schützen.


Hitze und Brände - Häuser nahe Athen evakuiert

ATHEN: Wegen wochenlanger extremer Trockenheit sowie starker Winde sind in Griechenland am Dienstag mehr als 50 Busch- und Waldbrände ausgebrochen. Der gefährlichste Brand tobte in der Region Stamata-Dionysos rund 20 Kilometer nordöstlich von Athen. «Es wurden Häuser beschädigt. Viele Einwohner mussten in Sicherheit gebracht werden», sagte der stellvertretende Gouverneur der Region, Wassilis Kokkalis, dem Nachrichtensender Skai. Löschflugzeuge und Hubschrauber sowie zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehr kämpften gegen die Flammen, wie das Staatsfernsehen zeigte.

Der griechische Zivilschutz warnte am Dienstag vor großer Brandgefahr. In den kommenden Tagen werden in allen Landesteilen Temperaturen über 40 Grad erwartet. Auch die Winde werden stark sein.


EU fordert Ende der Parlamentsblockade in Tunesien

BRÜSSEL: Die EU hat den tunesischen Präsidenten Kais Saied aufgefordert, die Blockade des Parlaments zu beendigen. Man rufe dazu auf, die institutionelle Stabilität so rasch wie möglich wieder herzustellen, teilte der EU-Auenbeauftragte Josep Borrell am Dienstag im Namen der 27 EU-Staaten mit. Dazu gehöre insbesondere die Wiederaufnahme des Parlamentsbetriebs. Die demokratische Verankerung des Landes sowie die Achtung der Rechtsstaatlichkeit, der Verfassung und des Rechtsrahmens müssten bewahrt werden.

Die EU reagierte mit der Erklärung darauf, dass Saied am Sonntagabend überraschend Ministerpräsident Hichem Mechichi entlassen und die Arbeit des Parlaments ausgesetzt hatte. In der Hauptstadt Tunis waren das Parlamentsgebäude und wichtige Einrichtungen der Regierung auch am Dienstag noch von Sicherheitskräften umstellt.

Präsident Saied ordnete zudem an, dass sämtliche Arbeit in öffentlichen Einrichtungen für zwei Tage ausgesetzt wird. Bis Ende August gilt wieder eine nächtliche Ausgangssperre. Diese gab es schon mehrfach, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Mechichi hatte den Posten als Ministerpräsident im September 2020 angetreten. Er hatte dabei den Rückhalt der beiden stärksten Parteien im Parlament, die islamisch-konservative Ennahda und «Kalb Tounes» (Herz Tunesiens). Die beiden Parteien liegen wie Mechichi mit Präsident Saied über Kreuz. Die Spannungen zwischen Saied und Mechichi hatten unter anderem zugenommen, nachdem der Präsident sich im Januar weigerte, fast ein Dutzend neue Minister zu vereidigen.


Deutsche Industrie: USA schaden sich mit Einreisestopp selbst

BERLIN: Die deutsche Industrie hat Kritik an der Entscheidung der USA geäußert, Einreisebeschränkungen für Reisende aus Europa und anderen Staaten vorerst nicht aufzuheben. «Mit den Einreisestopps schadet sich die US-Regierung selbst und anderen», erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Joachim Lang, am Dienstag in Berlin. Verzögerungen in der Produktion, Lieferung und Durchführung strategischer Projekte behinderten eine beherzte Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivität.

«Wegen der Delta-Variante werden wir die bestehenden Reisebeschränkungen an dieser Stelle beibehalten», sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Montag. US-Präsident Joe Biden hatte beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Mitte Juli eine baldige Entscheidung zum Thema angekündigt. Bei vielen weckte das die Hoffnung auf eine Lockerung.

Lang erklärte: «Unter den Beschränkungen leiden nicht nur die vielen in den USA aktiven deutschen Unternehmen mit ihren Arbeitnehmern, sondern auch alle im Produktionsverbund beteiligten Akteure, wie Lieferanten, Partner und Kunden, vor Ort.» Deutsche Firmen, insbesondere mit Tochtergesellschaften in den USA, hätten derzeit große Probleme, ihre Mitarbeiter in die USA zu entsenden oder ihre Rückkehr dorthin sicherzustellen, obwohl die EU ihre Beschränkungen für US-Bürger aufgehoben habe.


Stadt: Brand nach Explosion im Chempark Leverkusen gelöscht

LEVERKUSEN: Der Brand nach der schweren Explosion im Leverkusener Chempark ist nach Informationen der Stadt Leverkusen gelöscht. Das habe der Chempark mitgeteilt, erklärte die Kommune am Dienstagnachmittag auf ihrer Homepage. «Die Rettungskräfte suchten weiter mit Hochdruck nach Vermissten.»

Nach der Explosion, die sich nach Angaben der Feuerwehr gegen 9.30 Uhr in der Abfallverbrennungsanlage des Chemparks ereignet hatte, war eine gigantische Rauchwolke aufgestiegen. Nach Angaben der Betreiberfirma Currenta war es im Tanklager des Entsorgungszentrums zu dem Vorfall gekommen. Die Ursache war zunächst unklar. Fünf Menschen wurden vermisst. Es gab mehrere Verletzte.


UPS steigert Gewinn um mehr als die Hälfte

ATLANTA: Ein Boom in allen Geschäftsfeldern hat den US-Paketdienst UPS im zweiten Quartal überraschend stark angetrieben. Der Umsatz sprang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14,5 Prozent auf 23,4 Milliarden US-Dollar (19,8 Mrd Euro) nach oben, wie United Parcel Service (UPS) am Dienstag in Atlanta mitteilte. Der Nettogewinn legte sogar um 51 Prozent auf knapp 2,7 Milliarden Dollar zu. Dabei übertraf das Unternehmen durchweg die Erwartungen von Analysten.

Für das laufende Jahr peilt die UPS-Spitze jetzt eine operative Marge von etwa 12,7 Prozent an. Für den Umsatz und den Gewinn je Aktie gab das Unternehmen erneut keine Prognose ab.


Krokodil-Alarm in tschechischer Großstadt Ostrava

OSTRAVA: In der tschechischen Großstadt Ostrava wird fieberhaft nach einem verschwundenen Krokodil gefahndet. Die Suche nach dem Reptil dauere weiter an, sagte eine Sprecherin der Polizei am Dienstag auf Nachfrage. Das fünf Jahre alte Tier sei flink und in der Lage, Katzen und kleinere Hunde zu erjagen. Das Stumpfkrokodil war seinem Halter bereits am Samstag entlaufen, dieser meldete den Vorfall aber erst Tage später der Polizei.

Das Stumpfkrokodil gehört zu den kleineren Krokodilarten und hat seinen Namen aufgrund seiner platten Schnauze erhalten. Es ist ursprünglich im Westen Afrikas beheimatet. Der Halter des vermissten Tieres muss sich nun auf Ärger mit den Behörden einstellen. Er hatte das Reptil zwar ordnungsgemäß registriert, aber in einer anderen Stadt, dem knapp 100 Kilometer entfernten Olomouc (Olmütz).

Ostrava (Mährisch-Ostrau) hat mehr als 280.000 Einwohner und liegt im äußersten Osten Tschechiens. Die Großstadt ist ein Zentrum der Industrie und früher auch des Steinkohlebergbaus. Erst im Mai waren Feuerwehrleute beim Löschen eines Hausbrandes in dem tschechischen Dorf Klopina auf ein drei Meter langes Nilkrokodil gestoßen.


Zahl der Verletzten bei Explosion in Leverkusen auf 31 gestiegen

LEVERKUSEN: Nach der Explosion in einer Müllverbrennungsanlage im Chempark Leverkusen ist die Zahl der Verletzen auf 31 gestiegen. Fünf von ihnen werden intensivmedizinisch versorgt, wie die Kölner Polizei am Dienstagnachmittag mitteilte. Bisher hatte die Betreiberfirma Currenta des Chemparks die Zahl der Verletzten mit 16 angegeben. Bei dem Unglück kam ein Mensch ums Leben, vier weitere gelten weiter als vermisst.

Die Ermittlung der Ursache der gewaltigen Explosion konnte noch nicht beginnen. Die Arbeiten im Gefahrenbereich dauerten noch an, teilte die Polizei weiter mit. Erst wenn diese abgeschlossen seien, könnten die Brandspezialisten der Kriminalpolizei die Ermittlungen aufnehmen. Zu der Explosion war es nach Angaben des Betreibers gegen 9.30 Uhr im Tanklager des Entsorgungszentrums gekommen.


Iraner wegen Massenhinrichtungen 1988 angeklagt

STOCKHOLM: Ein iranischer Staatsbürger ist in Schweden wegen Beteiligung an Massenhinrichtungen von politischen Gefangenen in seinem Heimatland vor 33 Jahren angeklagt worden. Ihm werden Völkerrechtsverletzungen, schwere Verbrechen und Mord vorgeworfen, wie die schwedische Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte. Dem schwedischen Radio und der Nachrichtenagentur TT zufolge streitet der 60-Jährige die Vorwürfe ab.

Die Staatsanwaltschaft ging in ihrer Mitteilung zur Anklage auf den bewaffneten Konflikt zwischen dem Iran und dem Irak von 1981 bis 1988 ein. In der Endphase dieses Konflikts sei der Iran mehrmals von einem bewaffneten Zweig der politischen Organisation Volksmudschahedin angegriffen worden. Der damalige oberste geistliche Führer im Iran, Ajatollah Chomeini, habe daraufhin eine Anordnung verhängt, wonach alle mit dieser Gruppe sympathisierenden Gefangenen hingerichtet werden sollten. Auf dieser Grundlage sei zwischen dem 30. Juli und 16. August 1988 im Gefängnis Gohardascht in Karadsch bei Teheran eine sehr hohe Anzahl an Gefangenen exekutiert worden.

Der Angeklagte war nach Ansicht der beiden Staatsanwältinnen Kristina Lindhoff Carleson und Martina Winslow zu diesem Zeitpunkt Assistent des stellvertretenden Anklägers in Gohardascht gewesen. Laut Anklage war er zusammen mit anderen Tätern an den Massenhinrichtungen beteiligt und steht im Verdacht, sehr vielen Gefangenen vorsätzlich das Leben genommen zu haben sowie Häftlinge Folter und unmenschlicher Behandlung ausgesetzt zu haben.

Die umfassenden und zur Anklage führenden polizeilichen Ermittlungen seien ein wichtiges Signal, dass selbst weit zurückliegende und außerhalb des Landes begangene Verbrechen in Schweden strafrechtlich verfolgt werden könnten, erklärte Anklägerin Carleson. Beginnen soll der Prozess gegen den Mann am 10. August vor dem Bezirksgericht Stockholm. Er war Ende 2019 nach der Landung am Flughafen Arlanda festgenommen worden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.


Feuerwehr: Brand-Situation auf Sardinien unter Kontrolle

ORISTANO: Im Kampf gegen die Feuer auf der italienischen Urlaubsinsel Sardinien hat die Feuerwehr vorsichtig Entwarnung gegeben. Die Situation sei unter Kontrolle und bessere sich, teilten die Einsatzkräfte am Dienstag auf Twitter mit. Auf der Insel brannten hauptsächlich Wälder, auch einige Gebäude waren betroffen. Fünf Löschflugzeuge seien in der Luft und zahlreiche Feuerwehrleute am Boden im Einsatz, hieß es. Frankreich und Griechenland unterstützten die Italiener mit je zwei Fliegern zur Brandbekämpfung. Die Zivilschutzbehörde sagte für den Dienstag ein mittleres Brand-Risiko für ganz Sardinien voraus.

Seit einigen Tagen loderten Flammen im Westen Sardiniens in der Provinz Oristano. Geschätzt 20.000 Hektar Land verbrannten. Hunderte Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Der Schaden dürfte der Zeitung «La Repubblica» zufolge im dreistelligen Millionen-Bereich liegen. Die Regierung Sardiniens teilte mit, das Verfahren für Hilfsgelder zu verkürzen, damit Bürger und Unternehmen schneller Unterstützung erhielten, um Schäden zu beseitigen.

Leute vor Ort berichteten, es rieche in der Luft überall verbrannt. Feuer und Qualm seien auch vom Strand aus zu sehen - auch von beliebten Touristenorten aus. Der Agrarverband Coldiretti sprach von einer «Katastrophe» und erheblichen Schäden für die Landwirtschaft. Die Wälder wieder aufzuforsten, dürfte bis zu 15 Jahre dauern. Hitze und Trockenheit hätten die Feuer begünstigt.

Viele Politiker in Italien drückten den Menschen auf Sardinien ihre Solidarität via Twitter aus. Der Chef der rechten Partei Lega sagte laut Nachrichtenagentur Ansa, er werde Ministerpräsident Mario Draghi schreiben, damit Sardinien sofort Gelder zukämen.


Lage offenbar beruhigt

TUNIS: In Tunesien hat sich die Lage nach der Absetzung von Ministerpräsident Hichem Mechichi am Dienstag zunächst offenbar beruhigt. In der Hauptstadt Tunis waren das Parlamentsgebäude und wichtige Einrichtungen der Regierung weiterhin von Sicherheitskräften umstellt. Präsident Kais Saied ordnete zudem an, dass sämtliche Arbeit in öffentlichen Einrichtungen für zwei Tage ausgesetzt wird. Bis Ende August gilt wieder eine nächtliche Ausgangssperre. Diese gab es schon mehrfach, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Saied hatte den Regierungschef am Sonntagabend überraschend entlassen und die Arbeit des Parlaments ausgesetzt. Mechichi erklärte, die Verantwortung - wie vom Präsidenten verfügt - an einen Nachfolger übergeben zu wollen. «Ich kann niemals ein Störfaktor oder Teil des Problems sein, der die Lage erschwert», versicherte er am späten Montagabend. Er werde die Verantwortung abgeben, um «die Sicherheit aller Tunesier zu wahren». Die Mitteilung war seine erste öffentliche Äußerung nach der Entmachtung.

Mechichi hatte den Posten als Ministerpräsident im September 2020 angetreten. Er hatte dabei den Rückhalt der beiden stärksten Parteien im Parlament, die islamisch-konservative Ennahda und «Kalb Tounes» (Herz Tunesiens). Die beiden Parteien liegen wie Mechichi mit Präsident Saied über Kreuz. Die Spannungen zwischen Saied und Mechichi hatten unter anderem zugenommen, nachdem der Präsident sich im Januar weigerte, fast ein Dutzend neue Minister zu vereidigen.


Menschenrechtler: Wohl Kriegsverbrechen bei Gaza-Kämpfen im Mai

TEL AVIV: Beim jüngsten bewaffneten Gaza-Konflikt im Mai hat es nach Einschätzung der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch auf beiden Seiten Verletzungen des Kriegsrechts gegeben. Sowohl auf Seiten Israels als auch der militanten Palästinenser handle es sich offenbar um Kriegsverbrechen, teilte die Organisation am Dienstag mit. Im Mai hatte bereits der UN-Menschenrechtsrat das Vorgehen beider Seiten verurteilt.

Human Rights Watch untersuchte nach eigenen Angaben drei israelische Angriffe, bei denen 62 palästinensische Zivilisten getötet worden seien. Dabei seien keine offensichtlichen militärischen Ziele in der Nähe gewesen. Palästinenser hätten mehr als 4360 Raketen und Mörsergranaten auf israelische Bevölkerungszentren und damit Zivilisten abgefeuert.

Israel weist alle Vorwürfe von Kriegsverbrechen zurück. Die Armee unternehme alles, um zivile Opfer zu vermeiden. Der Hamas warf Israel vor, Zivilisten gezielt als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Der jüngste Konflikt dauerte elf Tage. Dabei starben in Gaza nach Angaben des Gesundheitsministeriums 255 Menschen. In Israel gab es nach offiziellen Angaben 13 Todesopfer.

Ein Sprecher der Hamas wies den Bericht von Human Rights Watch zurück und bezeichnete ihn mit Blick auf Israels Besetzung der Palästinensergebiete als unausgewogen.


Sohn findet Leiche von Bergsteiger-Vater auf dem K2

ISLAMABAD: Der Sohn eines pakistanischen Bergsteigers hat die Leiche seines Vaters sowie zwei weiterer Bergsteiger aus Chile und Island Monate nach deren Verschwinden auf dem K2 gefunden. Das bestätigte der Chef der pakistanischen Reiseveranstalterorganisation (Pato) am Dienstag. Muhammad Ali Sadpara, Mohr Prieto und John Snorri waren im Februar bei dem waghalsigen Versuch gestorben, den zweithöchsten Berg der Welt im Winter zu besteigen.

Sadparas Sohn Sajid Ali war im Februar Teil der Expedition gewesen, bei dem die drei Bergsteiger umgekommen waren. Das von ihm nun angeführte Suchteam habe die Leichen aller drei Bergsteiger in einem steilen Abschnitt namens Flaschenhals in etwa 8000 Metern Höhe gefunden und identifiziert, sagte der Pato-Chef weiter.

Armee-Hubschrauber und Mitglieder anderer Expeditionen würden sich Ali und seinem Team am Dienstag bei dem Versuch anschließen, die Leichen zu bergen, erklärte Karrar Haidri vom pakistanischen Alpinclub. Allerdings sei es auf der Höhe praktisch unmöglich, einen Körper aus dem Schnee zu graben, sagte der Pato-Chef. Man werde die Familien möglicherweise darum bitten, sie dort zu bestatten.

Der 8611 Meter hohe K2 im Karakorum in Nordpakistan an der Grenze zu China gilt unter Bergsteigern als extrem schwierig. Eine Besteigung im Winter ist eine zusätzliche Herausforderung. Erst im Januar ist erstmals in der Geschichte einem Team von zehn nepalesischen Sherpas eine Winterbesteigung des Achttausenders gelungen.


GPS-Tracker für Diebe: Johnson will Kriminalität bekämpfen

LONDON: Mit härteren Regeln will der britische Premierminister Boris Johnson die Kriminalität besser bekämpfen. Einbrecher und Diebe, die mindestens ein Jahr im Gefängnis saßen, sollen nach ihrer Entlassung für ein weiteres Jahr mithilfe eines GPS-Trackers beobachtet werden. Straftäter, die auf Bewährung freikommen, müssen unbezahlte Arbeit leisten - zum Beispiel Müll sammeln. Zudem soll die Polizei mehr Befugnisse erhalten, um Menschen auf der Straße zu stoppen und zu kontrollieren. Die Opposition kritisiert das Vorhaben.

«Die Öffentlichkeit will, dass der Gerechtigkeit genüge getan wird und Kriminelle den Preis für ihre Verbrechen bezahlen», schrieb Innenministerin Priti Patel in der Zeitung «Daily Mail» (Dienstag). «Sie will, dass Rowdys der Gesellschaft das zurückgeben, was sie ihr mit ihren gedankenlosen Handlungen eingebrockt haben.» Die Pläne sehen zudem namentlich genannte Polizeibeamte als Ansprechpartner vor - sowie «Nüchternheitssensoren», die Alkohol im Schweiß nachweisen, für Menschen, die wegen Alkoholdelikten straffällig wurden.

Kritiker verurteilten das Vorhaben als Spielereien, die die Straßen nicht sicherer machten. Die konservative Regierung habe seit 2010 bei der Polizei mehr als 20.000 Stellen abgebaut. Die Vorschläge kommen aus Sicht von Polizeivertretern zudem zur Unzeit: Erst vor wenigen Tagen hatte die Regierung angekündigt, die Gehälter von Beamten einzufrieren.


Partygäste verfolgen mutmaßlichen Schützen - und töten ihn

FORT WORTH: Nach Schüssen bei einer Feier in Fort Worth im US-Bundesstaat Texas haben Partygäste den mutmaßlichen Täter verfolgt und mit Steinen erschlagen. Wie die Polizei am Montag (Ortszeit) mitteilte, kamen bei dem Zwischenfall zwei Menschen ums Leben, drei weitere wurden verletzt.

Der Mann war demnach in der Nacht zum Montag auf einer Gartenparty mit anderen Anwesenden in Streit geraten und hatte mindestens einen von ihnen mit Schüssen verletzt. Andere Gäste hätten den Schützen daraufhin verfolgt und mit Pflastersteinen auf ihn geworfen. Der Mann habe auf seine Verfolger geschossen und in einem Gerangel einen von ihnen tödlich getroffen und einen anderen verletzt.

Der mutmaßliche Täter selbst sei mehrfach mit einem Stein geschlagen und später noch am Tatort für tot erklärt worden, hieß es weiter. Ein Polizeisprecher warnte davor, Bewaffnete auf eigene Faust stellen zu wollen - dies solle der Polizei überlassen werden.

In den USA ereignen sich immer wieder tödliche Zwischenfälle mit Waffen, die dort leicht zu kaufen sind. Jeden Tag kommen dabei im Schnitt Dutzende Menschen ums Leben.


Bolsonaro und von Storch: Symbol für Zusammenarbeit der Neuen Rechten

SÃO PAULO: Die Begegnung der stellvertretenden AfD-Vorsitzenden Beatrix von Storch mit dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro zeigt laut einem Politologen die engen Verbindungen der Neuen Rechten nach dem Ende der Regierung von US-Präsident Donald Trump. «Dieses Treffen ist ein Symbol für die internationale Zusammenarbeit von rechten Parteien und politischen Akteuren», sagte der deutsch-brasilianische Politikwissenschaftler Oliver Stuenkel von der Fundação Getulio Vargas in São Paulo der Deutschen Presse-Agentur.

«Hauptsächlich geht es dabei um Best Practices in dem Bereich, wie man Politik macht, also etwa welche Online-Plattformen am besten funktionieren.» Akteure aus den USA wie der frühere Chefstratege von Ex-US-Präsident Trump, Steve Bannon, hätten daran gearbeitet, dass sich diese internationalen Netzwerke stärken. Nach dem Ende von Trumps Präsidentschaft kommt Brasilien nun gewissermaßen eine tragende Rolle bei deren Aufrechterhaltung und Stärkung zu.

Die AfD-Bundestagsabgeordnete von Storch hatte am Montag ein Foto von sich mit dem rechtspopulistischen Staatschef Bolsonaro in Brasília verbreiten lassen. Von Storch schrieb dazu, ihre Partei wolle sich «stärker vernetzen und auf internationaler Ebene für unsere christlich-konservativen Werte einstehen». Das Treffen fand nach Angaben ihres Bundestagsbüros bereits vergangene Woche statt. «Zugang zu Regierenden stärkt solche Gruppierungen immer», sagt Stuenkel.

Die brasilianische Linke übte Kritik an dem Treffen: «Bolsonaros internationale Treffen setzen das Land nur herab», schrieb die Vorsitzende der Arbeiterpartei von Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, Gleisi Hoffmann, auf Twitter.


China baut neues Areal mit Silos für Atomraketen im Nordwesten

PEKING: China erweitert die Zahl seiner Silos für Atomraketen. Nach der Entdeckung eines Geländes mit im Bau befindlichen Raketensilos bei Yumen in der Provinz Gansu im Juni haben Atomexperten der Vereinigung amerikanischer Wissenschaftler (FAS) anhand weiterer Satellitenaufnahmen nahe Hami in der Nordwestregion Xinjiang ein zweites Feld ausfindig gemacht. «Der Bau der Silos in Yumen und Hami stellt die bisher bedeutendste Expansion des chinesischen Atomwaffenarsenals dar», schrieben die Atomexperten in ihrem Dienstag veröffentlichten Bericht.

Die Arbeiten an dem zweiten Areal in Hami rund 380 Kilometer nordwestlich von dem ersten Feld in Yumen hätten im März begonnen und seien noch nicht so weit vorangeschritten. Kuppelhallen überdecken den Blick auf vorerst 14 Baustellen, wie auf den Fotos zu sehen ist. Anhand der Vorbereitungsarbeiten an dem Komplex schätzen die Wissenschaftler, dass es ein Raster von ungefähr 110 Silos werden soll. Das erste Feld wird auf 120 Silos geschätzt.

Es ist allerdings unklar, ob alle Silos auch mit Raketen bestückt werden oder wie viele auch der Täuschung dienen könnten. China besitzt nach FAS-Schätzungen heute rund 350 Atomsprengköpfe. Chinas Arsenal ist damit deutlich kleiner als das der USA oder Russlands, die jeweils 4000 Atomsprengköpfe haben.


Nach Unwetter-Sperrung: Bahnstrecke München-Salzburg wieder frei

ROSENHEIM/SALZBURG: Die wegen Beeinträchtigungen durch Unwetter gesperrte Bahnstrecke München-Salzburg ist wieder befahrbar.

Das teilte die Deutsche Bahn in der Nacht zum Dienstag via Twitter mit. Die Strecke war zuvor zwischen Rosenheim und Salzburg gesperrt worden, weil Bäume aus der Oberleitung entfernt werden mussten. Weil nur ein Gleis zur Verfügung stehe, könne es aber weiterhin zu Verzögerungen kommen, hieß es. In Südbayern hatten am Montagabend Gewitter mit starken Regenfällen erneut für Überschwemmungen gesorgt.


Briten vor Klimakonferenz: Erhebliche Differenzen bleiben

LONDON: Keine 100 Tage vor der UN-Weltklimakonferenz in Glasgow ist nach Worten des designierten Präsidenten Alok Sharma der Weg zu einer Einigung noch weit. «Es gibt immer noch erhebliche Differenzen, die bestehen bleiben», sagte Sharma am Montag nach einem zweitägigen Vorbereitungstreffen mit Vertretern aus Dutzenden Ländern in London. «Wir sind enger zusammengerückt. Dennoch sind wir bei diesen lebenswichtigen Fragen noch nicht nah genug beinander.» Vor der COP26 in der schottischen Großstadt gebe es noch viel zu tun.

In Glasgow soll im November die Weltklimakonferenz stattfinden, nachdem sie im vergangenen Jahr wegen der Pandemie verschoben worden war. Das Treffen gilt als wichtiger Meilenstein, um Vereinbarungen über die konkrete weitere Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens zu treffen.

Bei den Beratungen in London ging es vor allem darum, wie die Klimakonferenz im Herbst zu Erfolgen führen kann. Dabei stand vor allem die konkrete Umsetzung von Maßnahmen im Mittelpunkt, um das 1,5-Grad-Klimaziel noch zu erreichen. Deutschland kommt dabei zusammen mit Kanada die Aufgabe zu, die Klimafinanzierung für Entwicklungsländer zu verbessern und einen Plan für die Bereitstellung von 100 Milliarden Dollar pro Jahr verhandeln. Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth sagte, dass viele Länder des «globalen Südens» Klimaneutralität nur mit globaler Solidarität erreichen könnten.

Zentrales Ziel des Pariser Klimaabkommens ist es, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen sowie alles daran zu setzen, den Temperaturanstieg bereits bei 1,5 Grad zu stoppen. Viele Staaten haben zwar Ziele zur Reduzierung ihrer klimaschädlichen Emissionen verabschiedet, tun aber bislang nicht genug, um diese auch tatsächlich rechtzeitig zu erreichen.


Letzte Vermisste nach Hauseinsturz in Florida identifiziert - 98 Tote

MIAMI: Gut einen Monat nach dem Teileinsturz eines zwölfstöckigen Hochhauses im US-Bundesstaat Florida haben Einsatzkräfte die sterblichen Überreste der letzten noch vermissten Person identifiziert. Die Zahl der Todesopfer des verheerenden Unglücks stieg damit auf 98. Das teilte die Bürgermeisterin von Miami-Dade, Daniella Levine Cava, am Montagabend (Ortszeit) mit. Eine 54 Jahre alte Frau hatte zuvor noch als vermisst gegolten.

Der als Champlain Towers South bekannte Wohnkomplex mit rund 130 Einheiten war am 24. Juni in Surfside bei Miami aus noch ungeklärten Gründen teilweise kollabiert. Der einsturzgefährdete Rest des Gebäudes wurde später gezielt gesprengt. Überlebende waren nur in den ersten Stunden nach dem Einsturz gefunden worden. Vor rund zwei Wochen war daher die Rettungs- in eine Bergungsaktion umgewandelt worden. Am Wochenende hatte die Feuerwehr ihre Bergungsarbeiten am Unglücksort schließlich eingestellt.

Die Trümmer wurden fast vollständig abgetragen und nahe dem internationalen Flughafen von Miami gelagert. Dort setzen nun Forensiker der Polizei die Suche nach menschlichen Überresten und persönlichen Gegenständen fort. Das Unglück hatte die Gemeinde und das ganze Land schwer erschüttert.

Bürgermeisterin Levine Cava sprach am Montag von einer «undenkbaren Tragödie». Nichts könne die «98 Engel» zurückbringen, doch die Einsatzkräfte hätten alles getan, damit die Angehörigen zumindest Gewissheit hätten und abschließen könnten.


Spanien und die Niederlande sind nun Corona-Hochinzidenzgebiete

BERLIN: Spanien und die Niederlande sind seit Mitternacht als Corona-Hochinzidenzgebiete eingestuft. Damit gelten bei der Einreise von dort nach Deutschland zusätzliche Auflagen, wie das Robert Koch-Institut mitgeteilt hatte. Mit der Entscheidung reagierte die Bundesregierung auf einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen in beiden Ländern.

Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen. Kurz vor Inkrafttreten der Entscheidung am Dienstag hätten nur sehr wenige deutsche Touristen ihren Urlaub auf der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca vorzeitig beendet, hieß es dort.

Die Reisebranche hatte die Entscheidung der Bundesregierung kritisiert. Nach Angaben des Reiseverbandes DRV machten in der vergangenen Woche etwa 200.000 Pauschalreisende aus Deutschland in Spanien Urlaub - etwa 60 Prozent von ihnen auf den Balearen, 30 Prozent auf den Kanaren und der Rest auf dem Festland. Hinzu kommen insgesamt geschätzt etwa 200.000 Individualurlauber aus Deutschland in dem Land.

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