Neues aus dem Ausland am Dienstag

Neues aus dem Ausland am Dienstag

USA helfen Olympia-Sportlern durch Plattform bei Sponsorensuche

LOS ANGELES: Olympische Sportler aus den USA sollen dank einer Initiative von Team USA zukünftig viel einfacher an Sponsoren kommen und Geld verdienen können.

Im Januar soll eine neue Plattform an den Start gehen, die Sportler und Firmen direkt zusammenbringt. Das gab Team USA - das amerikanische Gegenstück zum Deutschen Olympischen Sport Bund - am Dienstag (Ortszeit) bekannt. Athleten können freiwillig zustimmen, wie und in welchen Bereichen mit ihrem Namen und Fotos geworben werden darf und bekommen dafür eine Garantiezahlung von 1250 US-Dollar pro Jahr. Darüber hinaus sollen mit Hilfe des Werkzeugs auch persönliche Sponsoren-Deals entstehen.


Widerspruch beim Thema Wahlbetrug: Trump feuert Behördenchef

WASHINGTON: Der amtierende US-Präsident Donald Trump feuert den Chef der Cybersicherheitsagentur des Heimatschutzministeriums. Chris Krebs' Äußerung, wonach die Präsidentenwahl nicht manipuliert worden sei, sei «hochgradig unzutreffend», schrieb Trump am Dienstagabend (Ortszeit) auf Twitter. Es habe «massive Unregelmäßigkeiten» gegeben, auch Verstorbene hätten ihre Stimme abgegeben, behauptete Trump. Krebs sei deswegen «mit sofortiger Wirkung» entlassen worden, schrieb er.

Krebs und weitere führende Vertreter von US-Behörden hatten am Donnerstag Trumps anhaltende Vorwürfe in einer gemeinsamen Erklärung zurückgewiesen - natürlich ohne den Präsidenten dabei beim Namen zu nennen. «Die Wahl am 3. November war die sicherste in der amerikanischen Geschichte», hieß es in der Stellungnahme. Sie wiesen darauf hin, dass die Abstimmung nicht durch den Einsatz von Computersoftware manipuliert worden sei. «Es gibt keine Belege dafür, dass ein Abstimmungssystem Stimmen gelöscht oder verändert hätte - oder auf irgendwelche Weise kompromittiert worden wäre», hieß es in der Erklärung mit der Vereinigung der Wahlleiter der Bundesstaaten.


US-Justiz will Klage gegen mexikanischen Ex-Minister fallen lassen

WASHINGTON: Die US-Justiz will ihre Klage gegen Mexikos früheren Verteidigungsminister Salvador Cienfuegos fallen lassen und dafür dem Nachbarland bei einer möglichen Strafverfolgung helfen. Das erklärte US-Justizminister Bill Barr am Dienstag in einer gemeinsamen Stellungnahme mit seinem mexikanischen Kollegen Alejandro Gertz Manero. Ex-Minister Cienfuegos war vergangenen Monat in den USA wegen des Verdachts auf Drogenhandel festgenommen worden.

Die US-Justiz liefere den mexikanischen Behörden vorhandenes Beweismaterial, damit Cienfuegos dort «untersucht, und falls angemessen, angeklagt» werden könne, hieß es in der Stellungnahme. Beide Länder seien «stärker, wenn wir zusammenarbeiten und die Souveränitat unserer Staaten und Institutionen respektieren».

Dem 72-jährigen Cienfuegos wurde unter anderem der bandenmäßige Schmuggel von Heroin, Kokain, Methamphetamin und Marihuana in die USA sowie Geldwäsche vorgeworfen. Ein US-Richter ordnete Untersuchungshaft an.


Großbritannien will über 13 Milliarden Euro in grüne Projekte stecken

LONDON: Großbritannien will bis ins Jahr 2030 zwölf Milliarden Pfund (etwa 13,4 Milliarden Euro) in grüne Projekte investieren. Premierminister Boris Johnson stellt an diesem Mittwoch darüber hinaus einen Zehn-Punkte-Plan vor, mit dem das Land nach dem Abschied aus der EU innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte klimaneutral werden soll. Am Dienstagabend erklärte er vorab: «Auch wenn dieses Jahr einen anderen Verlauf genommen hat als erwartet, habe ich unsere ambitionierten Pläne nicht aus den Augen verloren.»

Im Kern des Plans steht die Wende zur Elektromobilität sowie der Ausbau von Offshore-Windparks. In verschiedenen Branchen sollen bis zu 250.000 «grüne» Arbeitsplätze entstehen - vor allem fernab der Hauptstadt London. So will die Regierung die unterschiedlichen Lebensverhältnisse in den Landesteilen angleichen. Im Norden des Vereinigten Königsreichs sind sie deutlich schlechter als im Süden.

Von 2030 an soll der Verkauf von neuen Diesel-Fahrzeugen und Benzinern verboten sein. Der Verkauf von Hybrid-Modellen soll bis 2035 erlaubt bleiben. Damit will Johnson die britische Elektroautoindustrie ankurbeln. 1,3 Milliarden Pfund sollen in die Lade-Infrastruktur fließen und knapp 600 Millionen in Kauf-Anreize für umweltfreundliche Fahrzeuge.


Francisco Sagasti als neuer Präsident Perus vereidigt

LIMA: Nach Tagen der politischen Unruhe hat Peru einen neuen Staatschef. Der Mitte-Rechts-Politiker Francisco Sagasti legte am Dienstag im Kongress in Lima seinen Amtseid ab. Damit ist der 76-Jährige der dritte Präsident des südamerikanischen Landes innerhalb von etwas mehr als einer Woche. Als Übergangsstaatschef soll der Ingenieur die Amtsgeschäfte bis zur Wahl im kommenden Jahr führen. Nach den jüngsten Turbulenzen muss Sagasti vor allem das Vertrauen in die Politik wiederherstellen.

Zuletzt stand der Andenstaat zeitweise ohne Staatschef da. Der Kongress hatte Präsident Martín Vizcarra am Montag vergangener Woche wegen Korruptionsvorwürfen des Amtes enthoben. Daraufhin übernahm Parlamentspräsident Manuel Merino kommissarisch die Amtsgeschäfte. Nach heftigen Protesten und Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei mit mindestens zwei Toten und zahlreichen Verletzten trat Merino am Sonntag aber zurück und stürzte Peru damit in eine schwere Regierungskrise.

Das Machtvakuum traf das Land zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Peru hat in der Corona-Krise eine der höchsten Sterblichkeitsraten weltweit. Zudem leidet es extrem unter den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für das laufende Jahr mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft um 13,9 Prozent.


Mindestens ein Toter bei Raketenbeschuss in Bagdad

BAGDAD: Bei Raketenangriffen auf die sogenannte Grüne Zone in der irakischen Hauptstadt Bagdad ist am Dienstagabend ein Kind getötet worden. Mindestens fünf Menschen wurden nach Angaben der irakischen Sicherheitskräfte verletzt. Insgesamt seien vier Raketen des Typs Katjuscha in dem Gebiet eingeschlagen, in dem sich das hoch gesicherte Regierungsviertel sowie die Botschaften der USA und anderer Länder befinden. Zum Alter des getöteten Kindes machten die Behörden zunächst keine Angaben.

Die Raketen wurden aus dem Südosten der Hauptstadt abgefeuert. Zunächst bekannte sich niemand dazu. Nahe der Grünen Zone und am Flughafen kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu Raketenangriffen. Meist stecken dahinter örtliche Milizen, von denen manche vom Nachbarland Iran unterstützt werden. Die Angriffe richteten sich auch gegen irakische Militärstützpunkte, die von US-Truppen genutzt werden. Die mit dem Iran verbündeten schiitischen Milizen fordern den Abzug der US-Soldaten.

Kurz vor den Angriffen hatten die USA einen weiteren Truppenabzug aus dem Irak sowie aus Afghanistan angekündigt. Bis zum 15. Januar werde die Zahl der Soldatinnen und Soldaten auf jeweils etwa 2500 reduziert, erklärte der geschäftsführende Verteidigungsminister Christopher Miller. Dem US-Sender CNN zufolge sind im Irak derzeit etwa 3000 US-Soldaten stationiert.


Trumps Kandidatin für US-Zentralbank vorerst gescheitert

WASHINGTON: Die Bestätigung der umstrittenen Ökonomin Judy Shelton für einen Sitz im Direktorium der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ist im Senat vorerst gescheitert. Die Republikaner verfehlten in der Parlamentskammer am Dienstag knapp die nötige Mehrheit, um die vom amtierenden US-Präsidenten Donald Trump nominierte Shelton voranzubringen. Mit einem Verfahrenstrick ermöglichte der republikanische Mehrheitsführer Mitch McConnell aber eine erneute Abstimmung zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Republikaner haben im Senat eigentlich eine knappe Mehrheit. Drei von ihnen hatten jedoch vorab erklärt, dass sie gegen Shelton stimmen würden. Die Abstimmung über das weitere Nominierungsverfahren ging - auch wegen Abwesenheiten - letztlich mit 50 zu 47 gegen Shelton aus. Für die absehbar knappe Abstimmung war auch die gewählte Vizepräsidentin Kamala Harris angereist. Die Demokratin ist noch Senatorin für Kalifornien.

Shelton ist als ausgewiesene Kritikerin der US-Notenbank bekannt. Sie hatte Trump im Präsidentschaftswahlkampf 2016 in Wirtschaftsfragen beraten und arbeitete zuletzt in einer hochrangigen Position für die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Fachlich fiel Shelton durch ungewöhnliche Positionen auf. Sie vertritt etwa die Ansicht, das internationale Währungssystem solle wieder zu einem System der Golddeckung zurückkehren.

Das Direktorium der Fed hat sieben Mitglieder und ist an den wichtigsten Entscheidungen der Notenbank beteiligt, auch der Festsetzung des Leitzinses. Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte über Twitter, Shelton sei «unglaublich qualifiziert». Man bleibe zuversichtlich, dass sie gewählt würde. Sollte die Personalie erneut zur Abstimmung kommen, könnte ein Patt entstehen, also 50 Senatoren dafür, 50 dagegen. Dann könnte der amtierende Vizepräsident Mike Pence die entscheidende Stimme abgeben und Shelton ans Ziel bringen.


Vier Raketen in Grüner Zone in Bagdad eingeschlagen

BAGDAD: In der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Dienstagabend mehrere Raketen niedergegangen. Vier Raketen des Typs Katjuscha seien in der sogenannten Grünen Zone eingeschlagen, meldete die Medienabteilung der irakischen Sicherheitskräfte bei Twitter. Dort befinden sich das hoch gesicherte Regierungsviertel sowie die Botschaften der USA und anderer Länder. Die Raketen seien aus dem Osten der Hauptstadt abgefeuert worden. Über mögliche Opfer gab es keine Angaben. Zunächst bekannte sich auch niemand zu dem Angriff.

Nahe der Grünen Zone und am Flughafen von Bagdad kam es in vergangenen Monaten immer wieder zu Raketenangriffen. Meist stecken dahinter örtliche Milizen, von denen manche vom Nachbarland Iran unterstützt werden. Die Angriffe richteten sich auch gegen irakische Militärstützpunkte, die von US-Truppen genutzt werden. Die mit dem Iran verbündeten schiitischen Milizen fordern den Abzug der US-Soldaten.

Die Raketenangriffe folgten kurz nachdem die USA am Dienstag einen weiteren Truppenabzug aus dem Irak sowie aus Afghanistan angekündigt hatten. Bis zum 15. Januar werde die Zahl der Soldatinnen und Soldaten auf jeweils etwa 2500 reduziert, erklärte der geschäftsführende Verteidigungsminister Christopher Miller. Dem US-Sender CNN zufolge sind im Irak derzeit etwa 3000 US-Soldaten stationiert.


Türkisches Parlament bewilligt Einsatz in Aserbaidschan

ISTANBUL: Das türkische Parlament hat der Entsendung von Soldaten nach Aserbaidschan zur Überwachung der Waffenruhe in der Südkaukasus-Region Berg-Karabach zugestimmt. Die Truppen werden in einem gemeinsamen Zentrum mit russischen Soldaten stationiert, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag berichtete. Unter Vermittlung Russlands hatten sich die verfeindeten Nachbarn Armenien und Aserbaidschan vergangene Woche auf eine Waffenruhe für Berg-Karabach verständigt.

Das Mandat für die türkischen Truppen ist zunächst auf ein Jahr befristet. Die Entscheidung über den genauen Umfang liege in der Hand von Präsident Recep Tayyip Erdogan, berichtete Anadolu. Die Abstimmung galt als Formalität. Erdogans islamisch-konservative Regierungspartei AKP hat dort in Allianz mit der ultranationalistischen MHP eine Mehrheit.


Palästinenser nehmen Kontakte mit Israel wieder auf

TEL AVIV/RAMALLAH: Die Palästinensische Autonomiebehörde will nach mehrmonatiger Pause ihre Kontakte mit Israel wieder aufnehmen. «Wir haben von Israel ein Papier mit der Verpflichtung erhalten, die Vereinbarungen mit uns einzuhalten», teilte der palästinensische Ministerpräsident Mohammed Schtaje nach örtlichen Medienberichten am Dienstag mit. «Deshalb kündigen wir die Wiederaufnahme der Kontakte an.» Die Zusammenarbeit betrifft unter anderem Sicherheitsfragen und Steuereinnahmen.

Aus Zorn über Israels Pläne, sich Teile des besetzten Westjordanlands einzuverleiben, hatte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im Mai alle Vereinbarungen mit Israel und dessen Bündnispartner USA aufgekündigt. Nach Vereinbarungen mit Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen setzte Israel die Pläne wieder aus. Mit großem Interesse wird nun darauf gewartet, wie sich nach der Abwahl von US-Präsident Donald Trump die Vereinigten Staaten unter Nachfolger Joe Biden verhalten werden.

Die nach Unterzeichnung der Osloer Friedensverträge 1994 eingerichtete Palästinensische Autonomiebehörde ist zuständig für die Versorgung der Bevölkerung in den von ihr verwalteten Gebieten. Wichtigster Geldgeber der Palästinenserbehörde ist die Europäische Union, die vergangenes Jahr mehr als 150 Millionen Euro zahlte. Die USA hatten unter Trump ihre Finanzhilfen massiv gestrichen.


CDU-Fraktionschef Torsten Renz soll Caffier-Nachfolger werden

SCHWERIN: Neuer Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern soll der bisherige Fraktionsvorsitzende der CDU im Schweriner Landtag, Torsten Renz, werden.

Die Personalie soll Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) vorgeschlagen werden, wie es bei einer Pressekonferenz der CDU am Dienstagabend in Schwerin hieß. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hatte wenige Stunden zuvor seinen Rücktritt wegen eines umstrittenen Waffenkaufs erklärt.


Merkel: Raschere Verhandlungen über EU-Flüchtlingszentrum auf Lesbos

BERLIN: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auf schnellere Verhandlungen über ein Aufnahmezentrum für Flüchtlinge auf Lesbos unter gemeinsamer Führung der EU und Griechenlands gedrängt. «Wir drängeln da auch», sagte Merkel am Dienstag in Berlin laut Teilnehmern in einer virtuellen Sitzung der Unionsfraktion. Die Verhandlungen zwischen der Europäischen Kommission und der griechischen Regierung gingen nicht so schnell voran, wie sie es sich wünschen würde. Sie werde das Thema bei der Schalte mit den EU-Staats- und Regierungschefs an diesem Donnerstag ansprechen.

Nach dem Brand des griechischen Flüchtlingslagers Moria in der Nacht zum 9. September hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen von Überlegungen zu einem solchen gemeinsam geleiteten Flüchtlingslager gesprochen. Merkel hatte deutsche Unterstützung zugesichert, sollte es eingerichtet werden.


Litauen stellt mehr Soldaten für Militäreinsätze

VILNIUS: Litauen will sich mit zusätzlichen Truppen an internationalen Militäreinsätzen im Irak und im Mittelmeer beteiligen. Das Parlament des EU-Landes erteilte am Dienstag ein Mandat, wonach künftig bis zu 50 Soldaten für die Ausbildungsmission der Nato im Irak abgestellt werden. Bislang durften sich nur 11 Soldaten und ziviles Militärpersonal beteiligen. Weiter können nun bis zu 20 Soldaten aus Litauen an der EU-Operation «Irini» im Mittelmeer teilnehmen, die Waffenschmuggel in das nordafrikanische Bürgerkriegsland Libyen unterbinden soll.

Nach einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums ist geplant, nächstes Jahr zwölf Soldaten an Bord eines Schiffes der deutschen Marine zu der Mittelmeer-Mission zu entsenden. Litauen mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern gehört seit 2004 der EU und der Nato an. Im Zuge des verstärkten Schutzes der Nato-Ostflanke führt die Bundeswehr in dem Baltenstaat ein Nato-Bataillon.


Streit um Abtreibungsrecht : Protest vor Parlament geplant

WARSCHAU: Im Streit um eine Verschärfung des Abtreibungsverbots in Polen hat die Frauenbewegung für Mittwoch (18.00 Uhr) zu einer Blockade vor dem Parlament in Warschau aufgerufen. Im Oktober hatte das Verfassungsgericht des EU-Landes entschieden, dass Frauen auch dann keine Abtreibung vornehmen dürfen, wenn ihr Kind schwere Fehlbildungen aufweist. Seitdem gibt es Proteste. Die Entscheidung bedeutet eine Verschärfung des polnischen Abtreibungsrechts, das ohnehin zu den strengsten in Europa gehört.

Entgegen den Gepflogenheiten wurde die Entscheidung des Verfassungsgerichts bislang nicht im amtlichen Anzeiger veröffentlicht. Ein Regierungssprecher begründete dies damit, dass noch nach gesetzgeberischen Lösungen gesucht werde.

Staatspräsident Andrzej Duda hatte einen eigenen Gesetzentwurf angekündigt. Dieser sieht die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs vor, wenn es der medizinischen Diagnose zufolge wahrscheinlich ist, dass das Kind tot zur Welt kommt oder wegen Fehlbildungen kurz nach der Geburt sterben wird. Der Vorschlag wird aber von den meisten Demonstranten abgelehnt. Sie fordern eine grundsätzliche Liberalisierung des Abtreibungsrechts.


Bahrains Außenminister erstmals - Treffen mit Pompeo

TEL AVIV: Rund zwei Monate nach einer Vereinbarung über die Aufnahme diplomatischer Kontakte reist Bahrains Außenminister erstmals nach Israel. Abdullatif bin Raschid al-Sajani trifft der staatlichen Nachrichtenagentur BNA zufolge am Mittwoch in Israel ein. Ziel der Reise seien weitere Verhandlungen im Lichte der getroffenen Abmachungen. Details wurden offiziell zunächst nicht mitgeteilt.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur trifft al-Sajani am Mittwoch den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, Israels Außenminister Gabi Aschkenasi und US-Außenminister Mike Pompeo. Wie lange Pompeo im Rahmen seiner Nahost-Reise in Israel Station macht, blieb vorerst unklar. Medienberichten zufolge plant er als erster US-Außenminister einen Besuch in einer israelischen Siedlung im Westjordanland.

Israel hatte im September in Washington mit Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) Abkommen über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen unterzeichnet. Die Golfstaaten versprechen sich wirtschaftliche Vorteile, schmieden aber mit Israel vor allem eine Allianz gegen den gemeinsamen Erzfeind Iran.

Beide Länder rückten damit von der bisherigen Linie ab, Beziehungen mit Israel zu verweigern, solange der Konflikt mit den Palästinensern nicht gelöst ist. Im Gegenzug kündigte Israel an, die Annektierung von Gebieten im besetzten Westjordanland auszusetzen, das die Palästinenser für einen eigenen Staat beanspruchen.


Boliviens Präsident Arce besetzt Spitzen der Sicherheitskräfte neu

LA PAZ: Rund ein Jahr nach den gewalttätigen Zusammenstößen in Bolivien hat der neue bolivianische Präsident Luis Arce die Spitzen der Polizei und des Militärs neu besetzt. Arce ernannte unter anderem die Offiziere, die das neue Militärische Oberkommando bilden, mit der Bitte, die «Institutionalität» der Streitkräfte und das «Vertrauen» der Bürger wiederherzustellen, wie die bolivianische Zeitung «Página Siete» in der Nacht von Montag auf Dienstag (Ortszeit) berichtete.

Der damalige Staatschef Evo Morales hatte nach der Präsidentenwahl im Oktober 2019 auf Druck des Militärs zurücktreten müssen. Morales wurde Wahlbetrug vorgeworfen, auch wenn manche Studien inzwischen zu anderen Ergebnissen kommen. Er setzte sich ins Ausland ab und eine Interimsregierung mit der erzkonservativen Übergangspräsidentin Jeanine Áñez übernahm. Morales' Anhänger und Verbündete in der Region sprechen von einem Putsch.

Bei den Zusammenstößen im vergangenen Jahr zwischen Morales-Anhängern und Sicherheitskräften kamen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge 35 Menschen ums Leben. Nach den neu angesetzten und mehrmals verschobenen Wahlen im Oktober 2020 und der Amtseinführung Arces, des früheren Wirtschaftsministers von Morales' linker MAS-Partei Anfang November, war Morales aus dem Exil in Argentinien in sein Heimatland Bolivien zurückgekehrt.


Durchsuchungen in Berlin - Keine Spur von Kunstschätzen

BERLIN/DRESDEN: Auch nach der großangelegten Razzia im Zusammenhang mit dem Einbruch ins Dresdner Grüne Gewölbe in Berlin bleibt die Beute verschwunden.

«Die gestohlenen Kunstschätze wurden bislang nicht aufgefunden», teilte die Staatsanwaltschaft Dresden am Dienstagnachmittag mit. Der Einsatz sei weitgehend abgeschlossen. Insgesamt wurden den Angaben nach 20 Wohnungen, zwei Garagen, ein Café sowie mehrere Fahrzeuge durchsucht. Dabei stellten die Beamten unter anderem zahlreiche Speichermedien, Kleidung sowie geringe Mengen Betäubungsmittel sicher. Nach zwei Tatverdächtigen werde weiterhin gesucht. Zwischenzeitlich dazu eingegangenen einzelnen Hinweisen werde nachgegangen.


Rechtsstreit im Brustimplantate-Skandal geht in Paris in neue Runde

PARIS: Erneut gibt es in Frankreich ein Verfahren im Skandal um minderwertige Brustimplantate. Der Opferverband sieht Chancen auf hohe Entschädigung für betroffene Frauen. Aber auch der juristische Gegner TÜV Rheinland ist zuversichtlich.

Der Kampf um Schadenersatz im Skandal um minderwertige Brustimplantate ist in Frankreich in die nächste Runde gegangen. Am Dienstag begann eine Anhörung in dem Fall gegen den TÜV Rheinland vor dem Pariser Berufungsgericht, wie ein Sprecher des Prüfunternehmens der Deutschen-Presse Agentur sagte. Die Forderungen werden damit neu aufgerollt. Der Opferverband PIPA World rechnet mit einer Entscheidung im kommenden Frühjahr.

Der juristische Streit hat eine lange Vorgeschichte. 2018 hatte das oberste französische Gericht ein Urteil aus Aix-en-Provence aufgehoben. Das dortige Berufungsgericht hatte 2015 entschieden, dass der TÜV Rheinland nicht hafte. Das Unternehmen sehe sich auch in der Neuauflage durch eine lange Reihe von Entscheidungen zugunsten des TÜV Rheinland bestätigt, sagte die Anwältin des Unternehmens, Christelle Coslin. PIPA World schrieb hingegen, dass erste medizinische Gutachten auf Entschädigungen zwischen 17.000 und 70.000 Euro hoffen ließen.

Zahlreiche Frauen hatten den TÜV Rheinland in dem Skandal auf Schadenersatz verklagt. Dieser sieht sich selbst aber als Opfer des Betrugs des Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP). Das französische Unternehmen PIP hatte jahrelang ein nicht zugelassenes Silikon-Gel für Brustimplantate verwendet. Der Skandal war 2010 aufgeflogen, Schätzungen zufolge könnten die reißanfälligen Silikon-Kissen weltweit bei Hunderttausenden Frauen eingesetzt worden sein. Der TÜV hatte Unterlagen zur Konzeption der Implantate und die Qualitätssicherung überprüft - auf dieser Basis erhielt das Unternehmen das europäische CE-Siegel.


Juwelendiebstahl in Dresden: Drei Verdächtige in U-Haft

BERLIN/DRESDEN: Die drei am Dienstagmorgen in Berlin festgenommenen Verdächtigen im Fall des Kunstdiebstahls aus dem Dresdner Grünen Gewölbe sind in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht Dresden setzte die bereits bestehenden Haftbefehle gegen die beiden 23- und einen 26-Jährigen wegen schweren Bandendiebstahls und Brandstiftung in Vollzug, wie die Staatsanwaltschaft am Nachmittag mitteilte. Die dringend tatverdächtigen Beschuldigten haben sich zu den Vorwürfen bisher nicht geäußert.

Die Männer sind deutsche Staatsbürger und gehören laut den Ermittlern zum Berliner Remmo-Clan. Sie waren bei einer lange vorbereiteten, großangelegten Razzia im Zuge der Ermittlungen zu dem spektakulären Juwelendiebstahl aus dem berühmten Schatzkammermuseum am 25. November 2019 gefasst worden.

Nach zwei weiteren Mitgliedern der polizeibekannten arabischstämmigen Großfamilie - 21-jährigen Zwillingsbrüdern - wird im Zusammenhang mit dem Fall noch gefahndet. Der Clan soll für weitere schwere Straftaten verantwortlich sein, darunter den Diebstahl einer 100 Kilo-Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum 2017.


UN: Mehr als 1000 Menschen bei Kämpfen im Südsudan getötet

JUBA: In zwei Regionen des Krisenlands Südsudan sind der UN zufolge im ersten Halbjahr mehr als 1000 Menschen bei Kämpfen zwischen Bevölkerungsgruppen getötet worden. Bis Juli seien im Bundesstaat Jonglei im Zentrum des Landes Hunderte Menschen gestorben und mehr als 400 Menschen entführt worden, sagte am Dienstag David Shearer, der Leiter der UN-Mission im Südsudan (UNMISS). Zudem seien in dem Zeitraum im Bundesstaat Warrap mehr als 1000 Menschen getötet worden. Er warnte vor möglichen weiteren Kämpfen in Jonglei während der Trockenzeit, in der Hirten verstärkt umherziehen, um für ihre Kühe Weideland und Wasser zu suchen.

Seit Jahrzehnten kommt es in dem ostafrikanischen Land immer wieder zu Gewalt und Konflikten. Kurz nach der Unabhängigkeit vom Sudan 2011 brach in dem Staat ein Bürgerkrieg aus. Zwar bildeten Präsident Salva Kiir und Rebellenführer Riek Machar Anfang dieses Jahres eine Einheitsregierung. Allerdings kommt es dennoch immer wieder zu Gewalt zwischen Bevölkerungsgruppen. Meist geht es um Ressourcen wie Land und Wasser, dabei werden oft Menschen getötet und entführt und Kühe gestohlen, und die Angriffe führen wiederum zu Vergeltungsschlägen.

Shearer zufolge herrscht in vielen Bezirken ein Machtvakuum, da seit der Bildung der Einheitsregierung viele Posten noch nicht besetzt wurden. Dies sei aber extrem wichtig, um die Probleme in den Bezirken zu lösen, bevor Gewalt ausbreche.


Grünes Gewölbe: Mögliches Auto der Gesuchten gefunden

BERLIN/DRESDEN: Nach der Großrazzia zum spektakulären Kunstdiebstahl im Grünen Gewölbe in Dresden ist ein noch gesuchtes Auto, das im Zusammenhang mit zwei flüchtigen Verdächtigen steht, gefunden worden. Nähere Angaben dazu machte ein Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft am Dienstagabend nicht. Die Fahndung nach den beiden jungen Männern dauere an. Dabei handelt es sich um zwei 21 Jahre alte Zwillingsbrüder aus einer polizeibekannten arabischstämmigen Großfamilie.

Nach Angaben der Ermittler handelt es sich um den Berliner Remmo-Clan, der auch für andere große Straftaten wie den Goldmünzen-Diebstahl aus dem Berliner Bode-Museum 2017 verantwortlich gemacht wird. Am Morgen waren drei andere Männer aus dem Clan im Alter von 23 und 26 Jahren festgenommen worden, sie sind in Untersuchungshaft.


Deutscher Länderminister tritt nach umstrittenem Waffenkauf zurück

SCHWERIN: Der Innenminister des deutschen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier (CDU), ist wegen eines Waffenkaufs Anfang 2018 bei einem mutmaßlichen Rechtsextremisten zurückgetreten.

«Ich habe eine Waffe bei jemanden erworben, bei dem ich sie aus der heutigen Sicht nicht hätte erwerben dürfen. Aber: Nicht der Erwerb war ein Fehler, sondern mein Umgang damit. Dafür entschuldige ich mich», heißt es in einer persönlichen Erklärung des Ministers vom Diensttag. «Ich trete daher als Minister für Inneres und Europa mit Ablauf des heutigen Tages zurück.»

Caffier war 14 Jahre Innenminister des strukturschwachen nordostdeutschen Bundeslandes mit 1,6 Millionen Einwohnern. Er ist damit der dienstälteste Innenminister Deutschlands. Nach Darstellung des Innenministeriums gab es erst im Mai 2019 belastbare Hinweise darauf, dass der Waffenhändler rechtsextremes Gedankengut habe.


Brics-Staaten fordern Verlängerung von atomarem Abrüstungsvertrag

MOSKAU: Russland, Brasilien, Indien, China und Südafrika haben bei einem Videogipfel die Rettung des letzten großen atomaren Abrüstungsvertrags zwischen Moskau und Washington gefordert. «Wir rufen die Seiten auf, ihn ohne Verzögerung zu verlängern», hieß es in der am Dienstag verabschiedeten Moskauer Gipfel-Erklärung der Brics-Staaten - das Kürzel setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Länder zusammen. Der New-Start-Vertrag begrenzt die Nukleararsenale beider Länder auf je 800 Trägersysteme und je 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe. Er endet im Februar.

Russland bemüht sich seit einiger Zeit bei den USA um eine Verlängerung des Vertrags, sah unter US-Präsident Donald Trump zuletzt aber keine Chancen mehr dafür. Der gemeinsame Brics-Vorstoß soll Moskaus Bemühungen für eine Rettung des Abkommens stärken. Es seien eilige politische und diplomatische Anstrengungen nötig, um den internationalen Frieden und die Sicherheit zu erhalten und zu stärken, hieß es in der Erklärung.

Bei dem Videogipfel waren Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping, der indische Premierminister Narendra Modi sowie die Präsidenten Brasiliens und Südafrikas, Jair Bolsonaro und Cyril Ramaphosa, zugeschaltet. Die Brics-Staaten repräsentieren mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung und fast ein Viertel der globalen Wirtschaftsleistung. Nach Russland hat im kommenden Jahr Indien den Vorsitz in der Fünfer-Gruppe.


Schutz gegen Wilderer: Weiße Giraffe mit Sender versehen

NAIROBI: In Kenia haben Tierschützer die weltweit einzig bekannte weiße Giraffe zum Schutz mit einem Sender versehen. Der GPS-Peilsender sei an einem der Hörner des Männchen festgemacht worden und werde stündlich den Standort des Tiers an die Ranger durchgeben, teilte das Ishaqbini Hirola Schutzgebiet am Dienstag mit. Somit könne man «dieses einzigartige Tier vor Wilderern schützen». An dem Einsatz beteiligte sich die kenianische Wildparkbehörde (KWS).

Die Giraffe hat dem Reservat zufolge eine seltene Defekt-Mutation namens Leuzismus. Diese führt bei Tieren dazu, dass Fell und Federn weiß und die darunterliegende Haut rosa sind, weil die Haut keine Melanozyten, also farbstoffbildende Zellen, enthält. Laut des Schutzgebiets ist das mit einem Sender versehene Männchen die weltweit einzig bekannte weiße Giraffe. In dem Reservat lebten demnach bis vor kurzem noch ein weißes Weibchen und ihr weißes Junges, die beiden wurden aber im März von Wilderern getötet.

Die Ishaqbini Hirola Community Conservancy wurde nach eigenen Angaben von den umliegenden Gemeinden gegründet, um das Ökosystem zu schützen und gleichzeitig den Gemeindemitgliedern eine Lebensgrundlage zu bieten. Demnach werden bislang insgesamt 58 Menschen aus den Gemeinden in dem Reservat angestellt. Es liegt im Bezirk Garissa im Osten Kenias nahe der Grenze zu Somalia.


Außenminister Lawrow: Können deutsch-russische Spannungen überwinden

MOSKAU: Inmitten angespannter deutsch-russischer Beziehungen hat Russlands Außenminister Sergej Lawrow versöhnliche Töne angeschlagen. In einem am Dienstag veröffentlichten Video sprach sich Lawrow für ein Wiedererstarken des Verhältnisses aus. «Wir sind daran aufrichtig interessiert», sagte er in der Botschaft, die an die Teilnehmer der 24. Potsdamer Begegnungen gerichtet ist. «Wir gehen davon aus, dass die Zeit der Spannung in unseren beiderseitigen Beziehungen überwunden werden kann und muss.»

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland waren zuletzt vor allem wegen des Giftanschlags auf den Kremlkritiker Alexej Nawalny sehr angespannt gewesen. Die EU hatte Sanktionen unter anderem gegen den ersten Vizechef der Präsidialverwaltung, Sergej Kirijenko, erlassen. Lawrow kündigte daraufhin in der vergangenen Woche an, darauf mit Gegensanktionen gegen leitende Beamte der Regierungsapparate in Deutschland und Frankreich reagieren zu wollen.

Auch in seiner aktuellen Botschaft übte Lawrow Kritik an der EU: «In den vergangenen Jahren sind die Beziehungen zwischen Russland und der Europäischen Union immer mehr verkommen - und das war nicht unsere Schuld», sagte er. Gleichzeitig lobte er Dialogplattformen wie die Potsdamer Begegnungen. Bei den Konferenzen kommen Vertreter aus deutscher und russischer Politik, Wirtschaft und Kultur zusammen. Ziel ist unter anderem, ein besseres gegenseitiges Verständnis zu entwickeln. In der Corona-Pandemie finden sie online statt.


Grütters sieht Museen bei Sicherheit vor Herausforderungen

BERLIN/DRESDEN: Nach den Verhaftungen im Zusammenhang mit dem Einbruch im Dresdner Grünen Gewölbe sieht Kulturstaatsministerin Monika Grütters Museen weiterhin erheblichen Gefahren ausgesetzt. «Die brachiale Gewalt und das hochprofessionelle Vorgehen der Täter haben uns schmerzlich vor Augen geführt, vor welch großen Herausforderungen unsere Museen beim Thema Sicherheit stehen», sagte die CDU-Politikerin am Dienstag in Berlin.

Dies gelte insbesondere mit Blick darauf, «dass auch in diesem Fall die Spuren offenkundig in Richtung organisierte Clan-Kriminalität weisen». Grütters gratulierte den Ermittlungsbehörden zu dem «ermutigenden Fahndungserfolg» bei einem «nicht eben risikoarmen Einsatz».

Nach dem spektakulären Kunstdiebstahl vor knapp einem Jahr waren am Dienstag während einer Razzia in Berlin drei Tatverdächtige aus dem Clan-Milieu festgenommen worden. Nach zwei weiteren Verdächtigen wird noch mit Haftbefehl gefahndet.


Millionenschwerer Raub auf englischer Autobahn

NORTHAMPTONSHIRE: Auf einer Autobahn in England haben Diebe einen Lastwagen überfallen und Apple-Produkte im Wert von mehreren Millionen Euro erbeutet.

Die Polizei rief Zeugen am Dienstag dazu auf, Videomaterial ihrer Dashcams von dem Vorfall bereitzustellen, der sich vergangene Woche in der Grafschaft Northamptonshire ereignet hatte. Die unbekannten Täter hatten den Laster auf einer Autobahnauffahrt unter Kontrolle gebracht, den Lastwagenfahrer und einen Wachmann gefesselt und das Auto auf ein Industriegelände gefahren.

Dort sollen sie die Paletten voller Apple Watches, neuer iPhones und anderer Apple-Produkte im Wert von rund fünf Millionen Britischen Pfund (umgerechnet rund 5,57 Millionen Euro) auf ein anderes Fahrzeug umgeladen haben und geflüchtet sein.


Katze warnt Pärchen vor Einbrecher in Erfurt

ERFURT: Eine Katze hat in der Nacht zum Dienstag ein junges Paar auf einen Einbrecher in ihrer Wohnung aufmerksam gemacht.

Durch das Murren des Tiers sei der Mann geweckt worden und habe festgestellt, dass ein Einbrecher mit einem Handy den Flur der Wohnung in Erfurt ausleuchtete, teilte die Polizei mit. Als der Dieb mitbekam, dass er aufgeflogen war, flüchtete er unerkannt. Wie er in die Wohnung gelangen konnte, blieb zunächst unklar.


Lambrecht: Stärkung der Menschenrechte in Europa wichtiger denn je

BERLIN: Das Bundesjustizministerium will während der deutschen Präsidentschaft im Ministerausschuss des Europarats den Menschenrechtsschutz weiter vorantreiben. «Die Stärkung von Menschenrechten und rechtsstaatlicher Ordnung in Europa ist in unserer Zeit wichtiger denn je», sagte Justizministerin Christine Lambrecht laut einer Ministeriumsmitteilung vom Dienstag. Die Entwicklungen der vergangenen Jahre zeigten, dass diese Werte nicht selbstverständlich seien.

Am Mittwoch soll Deutschland turnusgemäß den halbjährigen Vorsitz des Ministerkomitees von Griechenland übernehmen. Der Europarat mit Sitz im französischen Straßburg setzt sich gemeinsam mit seinem Gerichtshof für die Wahrung der Menschenrechte in seinen 47 Mitgliedstaaten ein. Er ist kein Organ der Europäischen Union. Das Ministerkomitee besteht aus den Außenministern der 47 Länder. In dem Gremium wird die Politik des Europarats festgelegt.

Die deutsche Präsidentschaft will auch aktuelle Herausforderungen angehen. So soll es etwa Veranstaltungen zur Regulierung im Bereich der Künstlichen Intelligenz und zur Bekämpfung von Hass im Internet geben, wie das Justizministerium mitteilte.


Krawalle und Tränengas beim Gedenken an Studentenaufstand in Athen

ATHEN: In Athen ist es am Dienstagmittag zu Ausschreitungen zwischen kommunistischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Mehrere Hundert Menschen, darunter auch Abgeordnete der kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) hatten sich im Gedenken an den Studentenaufstand von 1973 in der Innenstadt versammelt, obwohl die Regierung die traditionellen Demonstrationen zum 17. November wegen der Corona-Pandemie untersagt hatte. Die Beamten setzten Tränengas ein, wie Berichte griechischer Fernsehsender zeigten.

Auch am Athener Polytechnikum - dem Ort des einstigen Aufstandes - waren starke Polizeikräfte im Einsatz. Dort hatte Premier Kyriakos Mitsotakis am Morgen einen Kranz niedergelegt. Vor allem linke Parteien und Politiker, darunter der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis, hatten das Demonstrationsverbot kritisiert. Es wird damit gerechnet, dass Linksextreme und Autonome das Verbot noch im Laufe des Dienstags aushebeln und auf die Straße gehen, um sich Straßenschlachten mit der Polizei zu liefern.

Der Studentenaufstand von 1973 gilt in Griechenland als der Höhepunkt des Widerstandes gegen die Obristenjunta (1967-1974). Am 17. November verschanzten sich Studenten im Athener Polytechnikum. Mit einem selbstgebastelten Radiosender riefen sie die Bürger zum Aufstand gegen die Diktatur auf. In der Folge griff das Militär mit Gewalt ein - ein Panzer durchbrach den Eingang des Polytechnikums, der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen, es gab Tote und Verletzte. Die Junta der Obristen stürzte acht Monate später im Juli 1974.

Die zentrale Gedenkfeier findet immer am 17. November statt. Sie mündet traditionell in einem Demonstrationszug bis zur US-Botschaft in Athen. Viele Griechen werfen den USA bis heute vor, die damalige Junta geduldet zu haben.


Ex-Labour-Chef Jeremy Corbyn rudert nach Parteiausschluss zurück

LONDON: Der ehemalige britische Oppositionsführer Jeremy Corbyn hat seine kontroversen Äußerungen zum Thema Antisemitismus zurückgenommen. Corbyn war im Oktober aus der Labour-Partei ausgeschlossen worden, nachdem er die Ergebnisse einer unabhängigen Untersuchung zu antisemitischen Tendenzen der Partei als übertrieben bezeichnet hatte. «Um das klar zu machen, Sorgen über Antisemitismus sind weder «übertrieben» noch «überspitzt»», schrieb Corbyn am Dienstag auf seiner Facebook-Seite. Er habe nur klar machen wollen, dass die große Mehrheit der Labour-Partei überzeugt anti-rassistisch sei und Antisemitismus entschieden ablehne.

In dem Bericht heißt es, die Partei und ihr Ex-Chef hätten Diskriminierung und Schikanen gegen Juden jahrelang zugelassen. Nachdem Corbyn dies in einem Interview zurückwies, folgte der Parteiausschluss. Die Entscheidung sei aufgrund von Corbyns Reaktion auf den Bericht getroffen worden, begründete die Partei ihr Vorgehen. Im Parlament darf der 71-Jährige nun nicht mehr Labour vertreten, sondern ist ein unabhängiger Abgeordneter.

Corbyn schrieb in seinem Statement am Dienstag, er hoffe, die Angelegenheit schnell hinter sich lassen zu können, um weiter mit der Partei arbeiten zu können. Derzeit wird geprüft, ob der Ausschluss dauerhaft gelten soll.

Corbyn war 2015 Labour-Chef geworden. Unter der Führung des Alt-Linken hatte die Partei bei der Parlamentswahl im vergangenen Dezember die schwerste Niederlage seit 1935 eingefahren. Lange ließ der Politiker keinen klaren Kurs beim Thema Brexit erkennen. Im April 2020 wurde Corbyn schließlich vom heutigen Chef Keir Starmer abgelöst.


Irischer Premier rechnet mit Brexit-Handelspakt

DUBLIN/LONDON: Der irische Premierminister Micheál Martin erwartet einen erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen über einen Brexit-Handelspakt zwischen Großbritannien und der EU. «Nach Gesprächen mit dem britischen Premier Boris Johnson denke ich, dass sein Bauchgefühl ihm sagt, dass ein Deal einen Sinn hätte», sagte Martin am Montagabend der US-Nachrichtenagentur Bloomberg. Obwohl bei den Konfliktpunkten wie Fischereirechten oder Wettbewerbsbedingungen noch keine Einigung erzielt worden sei, bereiteten sich die Verhandlungsteams beider Seiten auf einen Abschluss vor.

Derzeit verhandeln die Unterhändler David Frost und Michel Barnier in Brüssel. Die Zeit drängt, da beide Seiten einen Deal noch ratifizieren müssten. Mehrere Fristen sind bereits verstrichen. Medienberichten zufolge halten Beteiligte einen Durchbruch Anfang der kommenden Woche für möglich.

Die EU-Kommission wollte diese optimistischen Berichte am Dienstag nicht kommentieren. Intensive Verhandlungen seien im Gange, sagte Chefsprecher Eric Mamer in Brüssel. «Und wir zielen selbstverständlich darauf ab, einen Deal zu finden, wenn die Bedingungen stimmen.» Solange werde man nicht im Detail sagen, woran die Unterhändler arbeiteten.

Großbritannien ist Ende Januar aus der EU ausgetreten, befindet sich bis zum Jahresende aber noch in einer Übergangsphase, in der weitgehend die gleichen Regeln gelten wie zuvor. Ohne eine Einigung drohen Zölle, lange Staus an den Grenzen und andere Handelshürden. Der irische Regierungschef Martin bezeichnete dieses Szenario eines No-Deal-Brexits als «entsetzlich».


Polizei: Paar ließ Kind für Ritual schwarzer Magie töten

NEU DELHI: Ein kinderloses Paar hat in Indien nach Polizeiangaben ein siebenjähriges Mädchen töten lassen, um seine Leber in einem Ritual schwarzer Magie zu essen. Die beiden hätten gehofft, dadurch selbst ein Kind zeugen zu können, sagte ein Polizeimitarbeiter am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Der Mann habe zugegeben, in einem okkulten Buch von dem Ritual gelesen zu haben.

Das Paar aus einem Dorf im Bundesstaat Uttar Pradesh habe zwei männliche Verwandte gebeten, die Leber zu besorgen, hieß es von der Polizei. Dafür hätten sie 1000 Rupien, umgerechnet rund 11 Euro, bezahlt. Die Männer hätten das Kind am Samstagabend gekidnappt und getötet, die sterblichen Überreste des Mädchens seien am Sonntag in der Nähe des Dorfes gefunden worden. Das Paar und die beiden Verwandten hätten die Tat gestanden. Nach Polizeiangaben könnte ihnen lebenslängliches Gefängnis oder die Todesstrafe drohen.

Indien hat eine jahrhundertealte Tradition von Menschenopfern - in der Hoffnung, damit Götter zu besänftigen, Glück oder Wohlstand zu erlangen oder das Böse abzuwenden. Heutzutage gibt es aber nur noch vereinzelte Berichte zu solchen Fällen.


Athen rüstet wegen Erdgaskonflikt mit der Türkei weiter auf

ATHEN: Wegen der schweren Spannungen mit der Türkei im östlichen Mittelmeer will Griechenland bis zu 24 F-35-Kampfbomber aus den USA kaufen. Dies berichtete das staatliche griechische Fernsehen (ERT) am Dienstag unter Berufung auf das griechische Verteidigungsministerium. Ein entsprechender Antrag sei bereits an die USA gestellt worden. Mit dem Kauf wolle sich Athen gegenüber der Türkei Vorteile in der Ägäis verschaffen, hieß es im Staatsfernsehen.

Im östlichen Mittelmeer streiten sich die Nato-Mitglieder Griechenland und Türkei seit Monaten um Erdgas in dem Seegebiet. Griechenland wirft der Türkei vor, in der Region griechischer Inseln illegal Vorkommen zu erkunden. Die Regierung in Ankara weist die Vorwürfe zurück und argumentiert, dass die Gewässer, in denen nach Erdgas gesucht werde, zum türkischen Festlandsockel gehörten. Zudem haben Inseln, auch große Eilande wie Kreta, nach Ansicht Ankaras gar keinen Festlandsockel. Die EU hat die Aktivitäten der Türkei wiederholt scharf verurteilt und mit Sanktionen gedroht.

Griechenland hat wegen der Spannungen mit der Türkei seit September ein umfangreiches Aufrüstungsprogramm in die Wege geleitet. Die Regierung will nach Angaben von Premier Kyriakos Mitsotakis auch 18 französische Mehrzweckjets vom Typ Rafale kaufen. Zudem sollen vier neue Fregatten angeschafft und vier weitere vorhandene Fregatten aus deutscher Produktion modernisiert werden. Auch der Bestand an Flugabwehrraketen, Torpedos und anderer Munition werde erhöht, hieß es.


US-Medien: Vierjähriger nahe Chicago von Autodieb mitgenommen

CHICAGO: Horrorvorstellung für alle Eltern: Ein allein im Wagen sitzender Vierjähriger ist laut Medienberichten nahe der US-Großstadt Chicago von einem Autodieb mitgenommen worden. Der unbekannte Täter fuhr zunächst mit dem Kind davon, wie die US-Zeitung «Chicago Tribune» am Montag (Ortszeit) schrieb.

Der Vater des Jungen sagte demnach der Polizei, der Wagen mit seinem Sohn sei gestohlen worden, während er Essen eingekauft habe. US-Medien berichteten, das Auto mit dem Jungen darin sei später am Abend in Chicago gefunden worden. Der Vierjährige kam demnach zur Untersuchung in ein Krankenhaus. Die Suche nach dem Autodieb laufe.

Die Familie des Jungen hatte über Medien an den unbekannten Dieb appelliert, dem Kind nichts anzutun. «Ich möchte nur meinen Jungen zurück», zitierte die Zeitung die Mutter. «Ich weiß, dass Sie wahrscheinlich gar nicht bemerkt haben, dass er dort drinnen war. Bitte fassen Sie ihn nicht an und verlassen Sie einfach das Fahrzeug.»


Mutmaßlicher Autodieb in Unterhose erwischt - Drogentest positiv

HALLE: Weil er nur mit einer Unterhose und einer um den Kopf gebundenen Jacke bekleidet am Hauptbahnhof in Halle unterwegs war, ist der Polizei ein mutmaßlicher Autodieb ins Netz gegangen.

Der 35-Jährige sei am Montagabend von Beamten angesprochen worden, teilte die Bundespolizei in Magdeburg am Dienstag mit. Seinen Ausweis händigte er den Beamten aus - lief dann aber den Angaben zufolge schreiend davon. Versuche, dem Mann zu helfen, seien auf heftige Gegenwehr gestoßen. Daher sei er schließlich überwältigt und auf die Wache gebracht worden. Dort habe sich der Verdacht erhärtet, dass er am Vortag in Bitterfeld ein Auto gestohlen hatte. Den Wagen stellten die Polizisten auf dem Bahnhofsvorplatz sicher. Zudem sei der Drogentest des Mannes positiv ausgefallen. Gegen ihn wird nun unter anderem wegen Autodiebstahls ermittelt.


Polizei räumt wieder großes Migranten-Zeltlager bei Paris

PARIS: Die Polizei hat nördlich von Paris erneut ein großes Migranten-Zeltlager geräumt. In dem Lager am Stade de France hätten rund 2000 Menschen «unter erbärmlichen Bedingungen» gelebt, schrieb Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin am Dienstag bei Twitter. Die Räumung begann in den frühen Morgenstunden. Die Menschen, die dort lebten, würden untergebracht, erklärte die zuständige Präfektur.

Die Pariser Polizei hat in den vergangenen Jahren Dutzende solcher Camps geräumt. Doch am Stadtrand von Paris bilden sich immer wieder Elendslager, in denen Migranten unter menschenunwürdigen Bedingungen in Zelten leben. Das Problem: Es fehlt an dauerhaften Unterkünften für sie. Oft dauert es nur wenige Wochen, bis nach der Räumung wieder die ersten Zelte stehen.

Kritiker sehen in den Räumungsaktionen eine reine Symbolpolitik, da sich am eigentlichen System nichts ändere. Mehrere Organisationen sprechen in einer gemeinsamen Erklärung von einem «endlosen und zerstörerischen Kreislauf». «Wie viele Tage noch, bis diese Menschen wieder auf die Straße gesetzt werden?», fragte die Flüchtlingsorganisation Utopia 56.

Die Zeitung «Le Parisien» schrieb, dass sich das Lager am Stade de France bei einer Autobahnbrücke im Département Seine-Saint-Denis im August gebildet habe. Demnach lebten dort vor allem Männer aus Afghanistan, dem Sudan, Äthiopien oder Somalia. Hilfsorganisationen berichteten auch von Familien mit Kindern.


Das Historische Grüne Gewölbe in Dresden

DRESDEN: Das Historische Grüne Gewölbe im Dresdner Residenzschloss ist das barocke Schatzkammermuseum der sächsischen Kurfürsten und Könige.

In zehn prachtvoll ausgestatteten Räumen beherbergt es rund 3000 Schmuckstücke und andere Meisterwerke aus Gold, Silber, Edelsteinen, Elfenbein und anderen wertvollen Materialien aus mehreren Jahrhunderten. Das 1723 bis 1729 eingerichtete Prunkstück der Kunstsammlung des legendären Kurfürst-Königs August der Starke (1670-1733) gilt als eine der reichsten Schatzkammern und eines der ältesten Museen Europas.

Drei der acht Räume aus dem 18. Jahrhundert fielen den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg 1945 zum Opfer. Die Rote Armee beschlagnahmte die ausgelagerten Kostbarkeiten und brachte sie nach Moskau, 13 Jahre später wurde die Sammlung zurückgegeben. Wegen Platzmangels konnte bis in die 90er Jahre aber nur ein geringer Teil davon gezeigt werden.

In die Rekonstruktion der barocken Räume - vom Bernsteinzimmer über den Pretiosensaal bis zum Juwelenzimmer - investierte Sachsen 45 Millionen Euro. Seinen Namen verdankt das Museum malachitgrünen Abfärbungen einzelner Bauteile darin. Seit ihrer Wiedereröffnung im September 2006 gehört die Schatzkammer zu den Besuchermagneten der Kulturstadt. In einem modernen Teil, dem Neuen Grünen Gewölbe, sind zudem mehr als 1000 Objekte zu sehen - dank modernster Vitrinentechnik können die Prachtstücke der Sammlung im Detail studiert werden.


Zwei Tote bei Explosion in israelischer Metallfabrik

TEL AVIV: Bei einer Explosion in einer israelischen Metallfabrik sind am Dienstag zwei Menschen getötet worden. Zwei weitere Personen seien bei dem Vorfall im Industriegebiet der Hafenstadt Aschdod verletzt worden, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit. Es werde nach möglichen weiteren Opfern gesucht.

«Als wir ankamen, bot sich uns ein Bild der Zerstörung», erzählte ein Sanitäter. Ein Mann sei mit einer schweren Beinverletzung ins Krankenhaus gebracht worden. Die Polizei teilte mit, sie untersuche noch die Ursache der Explosion. Man gehe von einem Arbeitsunfall aus.


Polizei: Wenig Hoffnung auf Beute aus Grünem Gewölbe

BERLIN/DRESDEN: Trotz der Festnahme von drei Verdächtigen im Kunstraub-Fall Grünes Gewölbe haben die Ermittler in Deutschland wenig Hoffnung, dass die Objekte wieder nach Dresden zurückkehren.

«Da müsste man sehr viel Glück haben, dass man die ein Jahr nach der Tat noch finden würde», sagte der Sprecher der Dresdner Polizei, Thomas Geithner, am Dienstag vor Journalisten in Berlin. Doch: «Die Hoffnung stirbt zuletzt.» Der eigentliche Erfolg sei die Festnahme der Verdächtigen. Sie sollten noch am Dienstag einem Ermittlungsrichter in Dresden vorgeführt werden.

Die drei Männer aus dem Berliner Clan-Milieu wurden am Morgen in einer großangelegten Razzia in Berlin festgenommen. Sie gehören nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Ermittlerkreisen einer polizeibekannten, arabischstämmigen Großfamilie an, die auch für andere große Straftaten verantwortlich gemacht wird. Dazu zählt der spektakuläre Diebstahl einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum. Dafür waren zwei Männer verurteilt worden.


Ex-Minister muss für Waldaufforstung zahlen

COLOMBO: Nach einem Gerichtsurteil auf Sri Lanka muss ein ehemaliger Minister dort für die Aufforstung einer 2000 Hektar großen Fläche zahlen. Rishad Bathiudeen habe während seiner Amtszeit eine genauso große Fläche Naturschutzgebiet roden lassen, um dort rund 1500 muslimische Familien anzusiedeln, teilte das Gericht am Dienstag mit. Die Familien seien während des 26-jährigen Bürgerkriegs auf dem Inselstaat von tamilischen Aufständischen vertrieben worden. Tamilen sind wie Muslime eine Minderheit im Land. Der Konflikt endete 2009, nachdem das Militär die Rebellen brutal niedergeschlagen hatte. Dafür war der jetzige Präsident als Verteidigungsminister verantwortlich.

Bathiudeen, der selbst Muslim ist, verantwortete als Minister die Umsiedelungen. Das Naturschutzgebiet lag in einem Gebiet, wo viele Muslime leben. Wie viel er für die Aufforstung bezahlen muss, war zunächst unklar. Die für Wald zuständige Behörde soll während der kommenden Wochen einen Betrag bekanntgeben. Auf dem Inselstaat hat die Waldfläche in den vergangenen Jahren insgesamt abgenommen.


Vogelgrippe - 25.000 Hühner werden getötet

KOPENHAGEN: In Dänemark ist die Tötung von 25.000 Hühnern angeordnet worden, nachdem in einem Bestand die Vogelgrippe nachgewiesen wurde. Wie die dänische Veterinär- und Lebensmittelbehörde am Montagabend mitteilte, ist ein Hof in Randers im Norden des Landes betroffen. Vor etwa einer Woche war der Vogelgrippe-Erreger H5N8 bei Wildvögeln unter anderem in Aalborg und Vejle nachgewiesen worden.

Ein Ausbruch in Geflügelhaltungen sei äußerst schwerwiegend, da die Krankheit eine hohe Sterblichkeitsrate aufweise, erklärte der Tierarzt der dänischen Veterinär- und Lebensmittelbehörde, John Larsen. Eine Übertragung des Virus auf den Menschen sei bislang nicht bekannt.

Der Export von Eiern und Geflügel in bestimmte Länder außerhalb der EU werde für mindestens drei Monate eingestellt, hieß es. «Die Vogelgrippe kommt alle zwei, drei, vier Jahre nach Dänemark. Und die Norm ist, dass wir sie bei einer oder zwei Beständen finden», sagte Larsen der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau.


Polizei: Verdächtige aus Berliner Clan-Milieu

BERLIN/DRESDEN: Die festgenommenen Verdächtigen für den Kunstdiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden gehören nach Polizeiangaben zum Berliner Clan-Milieu. Die drei seien deutsche Staatsbürger, wie ein Sprecher der Dresdner Polizei am Dienstag in Berlin sagte. Die Männer waren am Morgen bei einer großangelegten Razzia festgenommen worden.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Ermittlerkreisen gehören die Männer einer polizeibekannten, arabischstämmigen Großfamilie an, die auch für andere große Straftaten verantwortlich gemacht wird. Dazu zählt der spektakuläre Diebstahl einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum. Dafür waren zwei Männer verurteilt worden.


Verdächtiger im Fall Maddie: Ermittlungen nach Anhörung im Gericht

BRAUNSCHWEIG: Der jüngste Gerichtstermin des im Fall Maddie Verdächtigen hat ein juristisches Nachspiel. Nach einer Auseinandersetzung im Landgericht Braunschweig am Montag gibt es Ermittlungen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig, Hans Christian Wolters, am Dienstag. Der Anwalt des 43-Jährigen habe Strafanzeige gegen Justizbedienstete wegen Körperverletzung gestellt. Das Verfahren liege derzeit bei der Polizei, sagte Wolters.

Nach dem Vorfall wurde der Mann in einem Krankenhaus behandelt. Mehrere Medien berichteten, dass sich der 43-Jährige zwei Rippen gebrochen haben soll. Der Anwalt des Verdächtigten wollte sich am Dienstag auf Nachfrage nicht zu dem Geschehen im Landgericht und den möglichen Verletzungen seines Mandaten äußern. Der eigentliche Anhörungstermin vor der Strafvollstreckungskammer fand im Anschluss statt. Wann es ein Ergebnis nach der nicht öffentlichen Sitzung gibt, war laut einer Gerichtssprecherin noch unklar.

Bei der Anhörung ging es um die mögliche Aussetzung einer Reststrafe auf Bewährung. Die aktuelle Gefängnisstrafe in Kiel wegen Drogenhandels endet am 7. Januar 2021. Anfang Juni hatten das Bundeskriminalamt (BKA) und die Staatsanwaltschaft Braunschweig gemeinsam mitgeteilt, dass sie im Fall der vermissten Britin Madeleine McCann gegen einen mehrfach vorbestraften Sexualstraftäter wegen Mordverdachts ermitteln.


Äthiopiens Regierung kündigt Schlussoffensive in Tigray an

NAIROBI/GENF: Im Konflikt mit der Führung der Region Tigray hat Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed eine finale Militäroffensive angekündigt. Eine dreitägige Frist, die den Kräften in Tigray für eine Kapitulation gegeben worden sei, sei am Dienstag abgelaufen, schrieb der Ministerpräsident auf Facebook. «Die endgültige und wichtige Strafverfolgungs-Operation wird in den kommenden Tagen erfolgen». International häuften sich Forderungen an die Konfliktparteien, an den Verhandlungstisch zu kommen. Kenias Präsident Uhuru Kenyatta etwa rief am Montag die Regierung Äthiopiens und die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) auf, «friedliche Mittel» zu finden, um die Krise zu beenden.

Äthiopiens Regierung hatte nach Monaten der Spannungen zwischen Addis Abeba und der TPLF jüngst eine Offensive gegen die Rebellengruppe und Regierungspartei der nördlichen Region Tigray begonnen. Über die Lage vor Ort ist wenig bekannt, da Internet, Telefonverbindungen und Strom gekappt und Straßen blockiert sind. Am Wochenende eskalierte die Situation, als die TPLF das Nachbarland Eritrea mit Raketen beschoss. US-Außenminister Mike Pompeo verurteilte den Angriff aufs Schärfste und nannte ihn am Dienstag einen «eklatanten Versuch der TPLF, durch die Ausweitung ihres Konflikts mit den äthiopischen Behörden auf Nachbarländer die Region zu destabilisieren».

Inzwischen seien mehr als 27.000 Menschen ins Nachbarland Sudan geflüchtet, rund 4000 Flüchtlinge pro Tag in der vergangenen Woche, sagte Babar Baloch, ein Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks. Einen derartigen Zustrom an Flüchtlingen habe es im Osten des Sudans seit zwei Jahrzehnten nicht gegeben. Das UNHCR warne, dass sich eine «komplette humanitäre Krise» entfalte.

Die TPLF war die dominante Partei in der Parteienkoalition, die Äthiopien mehr als 25 Jahre lang mit harter Hand regierte. Doch als Abiy Ahmed 2018 an die Macht kam, brachte er Reformen auf den Weg, entfernte Funktionäre der alten Garde und gründete eine neue Partei, der die TPLF nicht beitrat. Die TPLF und viele Menschen in Tigray fühlen sich von der Zentralregierung nicht vertreten und wünschen sich größere Autonomie. Unter Abiy - der 2019 den Friedensnobelpreis erhielt - sind die ethnischen Spannungen in dem Vielvölkerstaat Äthiopien mit seinen rund 112 Millionen Einwohnern gestiegen.


Immer mehr Zwillinge und Drillinge

WIESBADEN: In Deutschland kommen immer mehr Kinder in einer Mehrlingsgeburt zur Welt. Seit den 1980er Jahren steige der Anteil von Zwillingen, Drillingen oder Vierlingen an, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit.

Im vergangenen Jahr sei jedes 27. Neugeborene ein Mehrlingskind gewesen, 1977 sei dies noch bei jedem 56. Neugeborenen der Fall gewesen.

Der Grund für die Entwicklung seien die moderne Reproduktionsmedizin und das inzwischen im Schnitt höhere Alter von Frauen bei der Geburt von Kindern, das Mehrlingsgeburten begünstige. Rund 29.000 Kinder seien vergangenes Jahr als Mehrling geboren worden, der Großteil (98 Prozent) als Zwilling. 265 Mal gab es den Angaben zufolge Drillinge und fünfmal Vierlinge oder sonstige Mehrlingsgeburten.


Razzia in Berlin im Zusammenhang mit Raub im Grünen Gewölbe

BERLIN/DRESDEN: Die Polizei durchsucht seit dem frühen Dienstagmorgen Wohnungen in Berlin-Neukölln.

Es bestehe ein Zusammenhang mit dem Kunstdiebstahl im Grünen Gewölbe in Dresden, sagte ein Sprecher der Dresdner Polizei am Dienstagmorgen. Zuvor hatte «Bild» über den Einsatz berichtet. Bei einem der spektakulärsten Einbrüche der vergangenen Jahrzehnte hatte Unbekannte im November 2019 in Dresden aus der berühmten Schatzkammer Grünes Gewölbe Kunstschätze von kaum messbarem Wert gestohlen.


Klimawandel und Extremwetter lösen immer mehr Katastrophen aus

GENF: Vier von fünf Naturkatastrophen weltweit sind nach einer Studie des Roten Kreuzes in den vergangenen zehn Jahren auf extremes Wetter und die Folgen der Klimakrise zurückgegangen. Dazu gehören Unwetter, Überschwemmungen und Hitzewellen. Zusammen haben diese Katastrophen demnach mehr als 410.000 Menschenleben gefordert. Seit den 90er Jahren sei die Zahl der klima- und wetterbedingten Katastrophen in jedem Jahrzehnt um fast 35 Prozent gestiegen, berichtete die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften am Dienstag in Genf.

Insgesamt wurden durch solche Katastrophen 1,7 Milliarden Menschen in Mitleidenschaft gezogen. Sie verloren Angehörige, wurden verletzt oder verloren Wohnbauten, Vieh, Felder und Lebensgrundlagen.

Bei allem Einsatz zur Eindämmung des Klimawandels denke die Welt viel zu wenig an den Schutz der gefährdetsten Menschen, kritisiert die Föderation. Die Länder, die wegen des Klimawandels die meisten Naturkatastrophen erlebten, erhielten nur einen kleinen Teil des Geldes, das für die Anpassung an den Klimawandel aufgewendet werde.

Reiche Länder, die milliardenschwere Konjunkturpakete wegen der Corona-Pandemie schnürten, müssten dieses Versäumnis angehen, fordert die Föderation. Investiert werden müsse in Frühwarnsysteme und Programme, die den schlimmsten Folgen der Naturkatastrophen vorbeugen können.


Saudi-Arabien schließt atomare Bewaffnung nicht aus

BERLIN: Saudi-Arabien behält sich eine atomare Bewaffnung für den Fall vor, dass eine iranische Atombombe nicht verhindert werden kann. «Das ist definitiv eine Option», sagte der Staatsminister für Auswärtiges, Adel al-Dschubair, in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Wenn der Iran zur Nuklearmacht werde, würden andere Länder folgen. «Und Saudi-Arabien hat sehr klar gemacht, dass es alles tun wird, was möglich ist, um seine Bevölkerung zu schützen und um sein Staatsgebiet zu schützen.»

Saudi-Arabien und der Iran ringen um die Vorherrschaft im Nahen und Mittleren Osten, einer Region mit zahlreichen Konflikten wie den blutigen Kriegen in Syrien oder im Jemen. Der Iran arbeitet schon seit Jahrzehnten an der Nutzung der Atomkraft. 2015 schlossen die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Deutschland ein Abkommen mit der Regierung in Teheran, um den Bau einer Atombombe zu verhindern. Im Gegenzug wurden Wirtschaftssanktionen aufgehoben.

In der Präsidentschaft Donald Trumps stiegen die USA jedoch aus dem Abkommen aus und brachten es an den Rand des Scheiterns. Die Trump-Regierung will ein weitreichenderes Abkommen, das auch das iranische Raketenprogramm umfasst und die Einmischung Irans in regionale Konflikte stoppt. Saudi-Arabien unterstützt diese Haltung. «Wir glauben, dass der Iran bisher nur auf Druck reagiert hat», sagte Al-Dschubair. Zur Frage, ob er unter dem künftigen US-Präsidenten Joe Biden einen Kurswechsel befürchte, wollte er sich nicht äußern: «Das werden wir sehen.»

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