Neues aus dem Ausland am Dienstag

Foto: Pixabay/Dan Novac
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Parlamentswahl in Indien: Modi-Partei wird stärkste Kraft

NEU-DELHI: Bei der Parlamentswahl in Indien ist die Partei von Premierminister Narendra Modi nach Auszählung fast aller Stimmen klar stärkste Kraft geworden. Seine hindu-nationalistische BJP verliert jedoch ihre absolute Mehrheit im Unterhaus, wie vorläufige Ergebnisse der Wahlbehörde in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) ergaben. Damit ist sie auf Koalitionspartner angewiesen, um eine Regierung zu bilden. Es wurde erwartet, dass Modi nach Premier Jawaharlal Nehru der zweite Staatschef seines Landes wird, der drei Amtszeiten in Folge regieren kann.

Die BJP hatte bei der vorherigen Wahl allein 303 Sitze gewonnen - und damit deutlich mehr als die zum Regieren erforderliche Mehrheit von 272 Mandaten. Zusammen mit ihren Verbündeten hatte sie vor fünf Jahren noch 353 Sitze und damit eine satte Mehrheit. Vor dieser Wahl hatte Modi als Ziel ausgegeben, diese Mehrheit auf mehr als 400 Sitze auszubauen. Doch ein solch überwältigender Sieg blieb aus. Stattdessen konnte das Oppositionslager überraschend zulegen.


«Frankfurter Rundschau» zu Wahl in Indien

Der indische Premier Narendra Modi darf wohl weiter regieren.

Doch das angestrebte Ziel einer Zwei-Drittel-Mehrheit hat er mit seiner hindu-nationalistischen BJP verfehlt. Damit kann er die größte Demokratie nicht so schnell zu einer ethnischen Demokratie umwandeln, wie er wollte. Das ist eine gute Nachricht. Die schlechte: Er wird es weiter versuchen. Eine zweite Lehre für Modi sollte sein, dass er alle an dem Aufstieg des Landes zur fünftgrößten Volkswirtschaft der Welt und den damit verbundenen Wohlstand teilhaben lassen sollte. Von derlei innenpolitischen Querelen kann sich Modi auf internationalem Parkett erholen. Der Subkontinent ist mit seinen rund 1,4 Milliarden Menschen nicht nur wirtschaftlich interessant. Geopolitisch wird Modi weiter davon profitieren, dass die USA und die EU-Staaten ihn umwerben, um ihn als Partner gegen China zu gewinnen. Von dieser Seite muss Modi also kaum allzu kritische Töne fürchten, wenn er mal wieder gegen Minderheiten wie die Muslime wettert.


63 Verurteilte in Afghanistan öffentlich ausgepeitscht

KABUL: Ein Gericht in der zentralafghanischen Provinz Sar-i Pul hat 63 Menschen in einem Stadion öffentlich auspeitschen lassen. Das gab der Oberste Gerichtshof der in dem Land herrschenden islamistischen Taliban am Dienstag bekannt. Den 14 Frauen und 49 Männern würden unter anderem mutmaßlich homosexuelle Handlungen, Diebstahl und andere «moralische Verbrechen» vorgeworfen. Die Strafe sei am Dienstag im Beisein von lokalen Taliban-Vertretern und Anwohnern vollzogen worden.

Die Taliban führten nach ihrer Rückkehr an die Macht in Afghanistan im August 2021 trotz Kritik von Menschenrechtsorganisationen und den Vereinten Nationen wieder öffentliche Strafen ein, darunter Hinrichtungen und Auspeitschungen für Verbrechen wie Mord, Raub und Ehebruch. Seitdem wurden fünf wegen Mordes verurteilte Männer öffentlich hingerichtet.

Vergangenen März versprach der oberste Talibanführer Haibatullah Achundsada die vollständige Einführung der Scharia in Afghanistan. In einer Audiobotschaft erwähnte er ausdrücklich Strafen für Ehebruch wie Steinigung und öffentliche Auspeitschungen.


Argentiniens Militär verteilt Lebensmittel in Armenvierteln

BUENOS AIRES: Argentiniens Regierung hortete Tausende Tonnen Lebensmittel. Jetzt bringen Soldaten die Nahrungsmittel zu den Suppenküchen in den armen Vierteln.

Nach einem Eklat um gehortete Lebensmittel versorgen die argentinischen Streitkräfte die Ärmsten des südamerikanischen Landes mit Nahrung. Soldaten begannen am Dienstag, Lebensmittel an soziale Organisationen und gemeinnützige Suppenküchen auszuliefern, wie der Fernsehsender TN berichtete. Zuvor hatten Sozialverbände moniert, die Regierung des ultraliberalen Präsidenten Javier Milei halte rund 5000 Tonnen Lebensmittel für die Suppenküchen in den Lagern zurück. Ein Gericht wies die Regierung an, einen Plan zur Verteilung der Nahrungsmittel vorzulegen.

Wegen der schweren Wirtschaftskrise sind viele Argentinier auf Unterstützung angewiesen. Der harte Sparkurs der Regierung und die hohe Inflation verschärfte die Lage zuletzt. Nach Angaben der Katholischen Universität Argentiniens leben 55,5 Prozent der Menschen in dem einst reichen Land unter der Armutsgrenze und 17,5 Prozent in extremer Armut.


Mit Badeanzug: Frau geht im Hochwasser schwimmen

DEGGENDORF: Eine Frau ist in Deutschland im Hochwasser schwimmen gegangen - in einer vollgelaufenen Fußgängerunterführung. Die Feuerwehr habe bei einer Kontrollfahrt im niederbayerischen Deggendorf am Montagabend die Frau im Badeanzug gesehen und aus dem Wasser gerufen, sagte eine Rathaussprecherin am Dienstag.

Stadtbrandinspektor Tim Rothenwöhrer sagte, dass sich Menschen am Hochwasser nicht an Absperrungen halten und versuchen Selfies zu machen, sei inzwischen schon «normal». Einen Fall wie den der Schwimmerin habe er aber noch nicht erlebt.

Die Stadt appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, das Badeverbot in überschwemmten Bereichen einzuhalten und bat um «Durchhalten». Am Donnerstag starte in Deggendorf die Freibadsaison, hieß es.


Wahlprognosen: Indiens Regierungskoalition wohl ohne Erdrutschsieg

NEU-DELHI: Bei der Parlamentswahl in Indien hat sich nach ersten Prognosen ein Sieg der Regierungskoalition von Premierminister Narendra Modi abgezeichnet, der erwartete Erdrutschsieg dürfte jedoch ausbleiben.

Das Oppositionslager scheine besser abzuschneiden als erwartet, berichteten örtliche Medien am Dienstag nach Auszählung eines Teils der Stimmen. Modis Partei BJP werde zur Regierungsbildung künftig auf ihre Koalitionspartner angewiesen sein, meldete die Zeitung «Times of India». Damit wäre Modi zwar eine dritte fünfjährige Amtszeit sicher. Er selbst hatte die Messlatte für einen Erfolg im Wahlkampf jedoch hoch gehängt: die von seiner BJP geführte Koalition werde mehr als 400 der zur Wahl stehenden 543 Sitze im Unterhaus gewinnen und ihre Mehrheit ausbauen, sagte er. Die Partei des 73-Jährigen setzt auf einen stark hindu-nationalistischen Kurs.


Zwei Piloten bei Absturz von Militärflugzeug getötet

ISTANBUL: Im zentralanatolischen Kayseri ist ein Militärflugzeug bei einem Testflug abgestürzt. Beide Piloten seien dabei ums Leben gekommen, teilte Innenminister Ali Yerlikaya am Dienstag auf der Plattform X mit. Das Verteidigungsministerium erklärte, es habe sich um ein Leichtflugzeug des Typs SF-260 D gehandelt, das in der Regel zu Trainingszwecken verwendet wird. Es sei von einem Militärstützpunkt in Kayseri gestartet und aus noch ungeklärten Gründen abgestürzt.

Fernsehbilder des Senders CNN Türk zeigten Trümmerteile in einem Feld, aus dem Rauch aufstieg. Dem Sender zufolge waren die Piloten erfahren und wollten das Flugzeug nach einer Wartung testen.


Nach starken Regenfällen: Hochwasserwarnung im Süden Polens

WARSCHAU: Nach starken Niederschlägen in Polen stehen Teile der Stadt Bielsko-Biala in Schlesien unter Wasser. Der Bürgermeister gab eine Hochwasserwarnung heraus, wie die Nachrichtenagentur PAP am Dienstag berichtete.

Nach Angaben von Innenminister Tomasz Simoniak wurde die Feuerwehr bis zum Nachmittag in der Region zu mehr als 1000 Einsätzen gerufen. Zahlreiche Keller und Grundstücke wurden überflutet. Das Wasser blockierte zwei Gleise des örtlichen Bahnhofs, die Züge mussten auf andere Gleise umgeleitet werden, einige fielen ganz aus. Überschwemmt wurden zudem das Stadtarchiv und das Busdepot der städtischen Verkehrsbetriebe.

Das Portal «Onet.pl» veröffentlichte Videoaufnahmen, auf denen zu sehen ist, wie Straßen, Verkehrskreisel und eine Brücke unter Wasser standen. In den Flüssen der Region steigt derzeit der Wasserstand, an fünf Stellen rief das Krisenzentrum der Gebietsadministration den Alarmzustand aus. Die Meteorologen vom staatlichen Wetterdienst sagten für den Verlauf des Dienstags noch weitere starke Regenfälle voraus.


Zahl der Arbeitslosen im Mai gesunken

NÜRNBERG: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Mai im Vergleich zum April um 27.000 auf 2,723 Millionen gesunken. Das sind 179.000 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg weiter mitteilte.

Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum April um 0,2 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent.


Hitze und Dürre machen den Menschen auf Zypern zu schaffen

NIKOSIA: Die Thermometer sollen bis auf 42 Grad steigen, gleichzeitig sind nach einem regenarmen Winter die Wasserspeicher nicht einmal zur Hälfte gefüllt. Eine Folge des Klimawandels, sagen Meteorologen.

Der Sommer kündigt sich auf der Ferieninsel Zypern mit Temperaturen über 40 Grad Celsius an. Wie das zyprische Wetteramt am Dienstag mitteilte, werden im Inselinneren und in der Hauptstadt Nikosia im Laufe des Tages sogar bis zu 42 Grad Celsius erwartet. An den Küsten sollen die Thermometer auf 37 Grad steigen. Zu den hohen Temperaturen kommen Sorgen um das Wasser: Wegen des unüblich regenarmen Winters sind die Wasserspeicherseen der kleinen EU-Inselrepublik nur zu 42 Prozent gefüllt, berichteten zyprische Medien in Bezug auf das zyprische Wasseramt. Im Juni des Vorjahres waren sie demnach zu knapp 66 Prozent gefüllt.

Die Hitzewelle soll bis zum Freitag andauern, hieß es bei zyprischen Meteorologen - sie käme sehr früh im Jahr und sei, so wie die Dürre, eine Folge des Klimawandels. Ärzte rieten älteren und Menschen mit Herz- und Atemwegsproblemen, zu Hause zu bleiben. Arbeiten im Freien sollten um die Mittagszeit eingestellt werden.

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