Neues aus dem Ausland am Dienstag

Foto: Pixabay/Walkerssk
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Waldbrände wüten in Texas - Gouverneur warnt Anwohner

WASHINGTON/HOUSTON: Hausbewohner im südlichen Texas müssen flüchten. Denn im Norden des US-Bundesstaats wüten Waldbrände. Die Lage könnte sich noch verschlimmern: Starke Winde fachen die Flammen an.

Die Feuerwehr kämpft im US-Bundesstaat Texas gegen mehrere sich schnell ausbreitende Waldbrände. Gouverneur Greg Abbott rief am Dienstag den Katastrophenfall für 60 Gemeinden aus, damit die Hilfe besser zentral koordiniert werden kann. Die Feuer im Norden des Bundesstaats bedrohten bewohnte Gebiete, die evakuiert werden mussten. «Die Texaner werden dringend gebeten, Aktivitäten einzuschränken, die Funken erzeugen könnten, und Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um die Sicherheit ihrer Angehörigen zu gewährleisten», warnte der Gouverneur.

Die Flammen werden durch starke Winde angefacht. Abbott erwartet, dass sich die Wetterbedingungen in der Region in den kommenden Tagen nicht bessern werden - und die Waldbrände so noch größer und gefährlicher werden könnten.

Das Feuer hat Medienberichten zufolge innerhalb von 24 Stunden mehr als 780 Quadratkilometer Land verbrannt und breitet sich schnell aus. Besonders gefährdet ist die texanische Kleinstadt Canadian nahe der Grenze zum Bundesstaat Oklahoma. «Es sieht aus wie der Weltuntergang. Alle Bäume sind mit weißer Asche bedeckt», sagte eine Ladenbesitzerin in der Stadt dem Sender CNN.


Neun Tote bei Polizeieinsatz in Rio de Janeiro

RIO DE JANEIRO: Bei einem größeren Polizeieinsatz in mehreren Armenvierteln der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Zwei Polizisten seien verletzt und fünf Menschen festgenommen worden, berichteten brasilianische Medien wie das Nachrichtenportal «G1» am Dienstag übereinstimmend. Laut Polizeiangaben handele es sich bei den Toten um Kriminelle. Aufgrund des Einsatzes seien viele Schulen mit Tausenden Schülern geschlossen worden, Anwohner hätten aus Angst vor Schüssen ihre Häuser nicht verlassen.

Die Polizei, die von der Spezialeinheit Bope unterstützt wurde, wollte dem «G1»-Bericht zufolge die Chefs des Verbrechersyndikats Comando Vermelho (Rotes Kommando) festnehmen, die sich in dem Armenviertel versteckt haben sollen. Die Kriminellen hatten Barrikaden aus Fahrzeugen errichtet und angezündet, die von der Polizei geräumt werden mussten.

In Rios Armenvierteln kommen bei Polizeieinsätzen immer wieder zahlreiche Menschen ums Leben. Mächtige Banden ringen dort um die Kontrolle bei Drogenhandel und Schutzgeldgeschäften. 2021 töteten Polizisten beim blutigsten Einsatz in Rios Geschichte in der Favela Jacarezinho mindestens 28 mutmaßliche Mitglieder von Drogenbanden.


Vorwahlen der Demokraten und Republikaner im US-Bundesstaat Michigan

LANSING/WASHINGTON: Im US-Bundesstaat Michigan stimmen sowohl die Demokraten als auch die Republikaner darüber ab, wen sie im November als Präsidentschaftskandidaten ins Rennen schicken wollen. Die Wahllokale sind noch bis 3.00 Uhr MEZ (Dienstag 20.00 Uhr Ortszeit) geöffnet. Das Ergebnis wird am frühen Mittwochmorgen deutscher Zeit erwartet.

Wer in den Vereinigten Staaten Präsidentschaftskandidat werden will, muss sich zunächst in parteiinternen Abstimmungen in den verschiedenen Bundesstaaten durchsetzen. Bei den Republikanern treten Ex-Präsident Donald Trump und die ehemalige Gouverneurin von South Carolina, Nikki Haley, gegeneinander an. Der 77-Jährige liegt in Umfragen weit vor der 52-Jährigen.

Bei den Demokraten hat der amtierende US-Präsident Joe Biden keine ernst zu nehmende Konkurrenz. Allerdings gilt die Vorwahl in Michigan wegen der verhältnismäßig großen arabischstämmigen und muslimisch-amerikanischen Gemeinde in dem Bundesstaat als ein Stimmungstest für die Wahl im November. Aufgrund seiner Nahost-Politik könnte der 81-Jährige bei dieser sonst eher Demokraten zugewandten Wählergruppe Stimmen einbüßen.

Ein Duell zwischen Trump und Biden bei der Präsidentenwahl am 5. November gilt als wahrscheinlich. Die Republikaner küren ihren Kandidaten auf einem Parteitag Mitte Juli, die Demokraten Mitte August.


Snowboard-Weltcup in Berchtesgaden abgesagt

BERCHTESGADEN: Der Snowboard-Weltcup am dritten März-Wochenende in Berchtesgaden ist abgesagt worden.

Aufgrund der aktuellen Wetterlage könne das Raceboard-Finale am 16. und 17. März nicht wie geplant stattfinden, wie der Verband Snowboard Germany am Dienstag mitteilte. Jetzt werde die Möglichkeit einer Verschiebung nach Winterberg geprüft, hieß es. Dort findet bereits eine Woche vorher ein Raceboard-Weltcup statt.


Argentiniens Präsident Milei verbietet gendersensible Sprache

BUENOS AIRES: Die neue Regierung des ultraliberalen argentinischen Präsidenten Javier Milei hat die Verwendung von gendersensibler Sprache in allen Bundesbehörden untersagt. «Es dürfen keine Sonderzeichen verwendet werden und die unnötige Verwendung der weiblichen Form in Dokumenten ist zu vermeiden», sagte Regierungssprecher Manuel Adorni am Dienstag. Die Anweisung galt bereits für die Streitkräfte des südamerikanischen Landes, nun wurde sie auf alle Bundesbehörden ausgeweitet. Beim Gendern geht es um einen geschlechterbewussten Sprachgebrauch, der die Gleichbehandlung aller Geschlechter und Identitäten ausdrücken soll.

Während Milei bei wirtschaftlichen Themen ultraliberale Positionen vertritt, ist er in anderen Bereichen ausgesprochen konservativ. So lehnt er unter anderem das Recht auf Abtreibung ab. Zuletzt ließ er zudem das Nationale Institut gegen Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus schließen. «Wir schreiten bei der Auflösung von Behörden voran, die zu nichts nutze sind», sagte Regierungssprecher Adorni in der vergangenen Woche dazu. Im Gegensatz zu anderen Ländern in Lateinamerika gibt es in Argentinien eine starke Frauenrechtsbewegung. Vor allem Politiker aus dem linken Lager und Aktivisten verwenden regelmäßig gendersensibler Sprache.


Deutsche Polizei: Weitere Person gefasst - Identität unklar

HANNOVER: Nach der Festnahme der früheren deutschen RAF-Terroristin Daniela Klette haben die Fahnder wenig später in Berlin eine weitere Person festgenommen.

Es handele sich um einen Mann im «gesuchten Alterssegment», sagte der Präsident des Landeskriminalamts Niedersachsen, Friedo de Vries, am Dienstag in Hannover. Die Identität des Festgenommenen werde noch geklärt, es sei nicht sicher, ob sein Ausweisdokument echt sei.

Die Staatsanwaltschaft Verden (Niedersachsen) und das Landeskriminalamt fahnden seit Jahrzehnten nach den früheren RAF-Terroristen Burkhard Garweg (55), Ernst-Volker Staub (69) und Klette (65). Sie werden der sogenannten dritten RAF-Generation zugeordnet.


Schlappe für Melonis Rechtsallianz bei Regionalwahl auf Sardinien

CAGLIARI: Die Rechtsallianz von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat bei der ersten Regionalwahl in Italien in diesem Jahr eine Schlappe kassiert. Auf der Mittelmeerinsel Sardinien gewann die Mitte-Links-Kandidatin Alessandra Todde die Wahl zur Regionalpräsidentin knapp. Sie landete mit einem hauchdünnen Vorsprung vor dem Kandidaten des Rechtsbündnisses, Paolo Truzzu, der eigentlich als Favorit galt.

Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen stand das Ergebnis erst in der Nacht zum Dienstag fest. Todde bekam demnach 45,3 Prozent der Stimmen, Truzzu 45 Prozent. Die Wahlbeteiligung war auf Sardinien mit 51,9 Prozent etwas niedriger als bei der Regionalwahl 2019 (53,1 Prozent).

Seit Oktober 2022 regieren die ultrarechten Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) unter Meloni gemeinsam mit der rechtspopulistischen Lega von Matteo Salvini sowie der konservativen Partei Forza Italia. Nach der Regionalwahl auf Sardinien haben nun fünf der insgesamt 20 Regionen Italiens - vergleichbar mit deutschen Bundesländern - Mitte-Links-Regierungen. In 14 Regionen regieren rechte Bündnisse und im Aostatal ein Präsident einer regionalen Partei.

In jüngsten Umfragen auf nationaler Ebene liegen Melonis Fratelli d'Italia weiter stabil auf Platz eins mit rund 28 Prozent. Dahinter folgen die Sozialdemokraten (PD) von Oppositionsführerin Elly Schlein mit knapp 20 Prozent sowie die Fünf-Sterne-Bewegung von Ex-Regierungschef Giuseppe Conte mit rund 16 Prozent.


Pilz wächst auf lebendem Frosch

NEU-DELHI: In Indien berichten Umweltschützer über einen lebenden Frosch mit einem darauf wachsenden weißen Pilz-Fruchtkörper. Das sei sehr ungewöhnlich, sagte der Feuchtgebietsexperte Lohit Y.T. von der Umweltorganisation WWF der Deutschen Presse-Agentur. Ihnen sei kein anderer Fall bekannt, bei dem der Fruchtkörper eines Pilzes aus einem lebenden Frosch herausrage, schreibt er mit einem weiteren Autor im Fachjournal «Reptiles and Amphibians».

Der Helmling (Mycena) scheine dem daumengroßen goldgelben Frosch (Hylarana intermedia) nicht geschadet zu haben, sagte Lohit Y.T. weiter. Die Umweltschützer fanden das Tier, als sie zu Dokumentationszwecken im Westen des Landes in einem Vorgebirge der Westghats unterwegs waren, das für seine große Artenvielfalt bekannt ist. Der Frosch war mit rund 40 weiteren, anscheinend pilzfreien Artgenossen unterwegs. Es müsse wissenschaftlich untersucht werden, wovon sich der Pilz ernähre, sagte Lohit Y.T. Das dürfte schwierig werden: Das Autorenduo sammelte den Frosch nicht ein, sondern ließ ihn weiterhüpfen.


Europarat empfiehlt besseren Zugang zu Verhütung und Abtreibung

STRAßBURG: Der Europarat fordert einen besseren Zugang zu Verhütung und Abtreibung frei von Diskriminierung für die Menschen in Europa. Es ergebe sich ein gemischtes Bild beim Stand der sexuellen Gesundheit und reproduktiven Rechten in den Mitgliedstaaten, teilte die Menschenrechtskommissarin der Organisation, Dunja Mijatovic, anlässlich der Veröffentlichung eines neuen Berichts zu dem Thema am Dienstag in Straßburg mit. Man könne sich über bemerkenswerte Erfolge freuen. Allerdings gebe es weiterhin starke Defizite und rückläufige Entwicklungen, sodass die Staaten wachsam und entschlossen bleiben müssten.

Der Europarat wurde 1949 zum Schutz von Demokratie, Menschenrechten und Rechtsstaat in Europa gegründet. Er ist von der Europäischen Union unabhängig. Ihm gehören 46 europäische Staaten an, darunter auch Deutschland.

In dem Bericht werden etwa eine umfassende Sexualaufklärung und erschwingliche Verhütungsmittel empfohlen. Außerdem müssten Hindernisse beim Zugang zu hochwertiger Abtreibungsversorgung beseitigt werden. Die Arbeit von Menschenrechtsverteidigern, die sich diesen Themen widmen, dürfe nicht eingeschränkt werden, hieß es.

Zudem forderte der Europarat eine «würdevolle und respektvolle gynäkologische und geburtshilfliche Versorgung». Dazu müsste unter anderem die Diskriminierung von Frauen und Mädchen mit Behinderungen, Asylsuchenden, LGBTQI-Personen und Sexarbeiterinnen stärker bekämpft werden. Die englische Abkürzung LGBTQI steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-Menschen, queere sowie intergeschlechtliche Menschen.


Autozulieferer und Ladenetz Einfallstor für Hackerangriffe

MÜNCHEN: Autos und Autoindustrie werden nach einer Studie des Branchenexperten Stefan Bratzel zunehmend Ziel von Hackerangriffen. Die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge gehöre zu den besonders gefährdeten Bereichen: Sie sei durch die «verschiedenen Marktteilnehmer außerordentlich komplex und bietet grundsätzlich viele Angriffspunkte für Cyber-Kriminelle», heißt es in der am Dienstag vom CAM-Institut in Bergisch Gladbach veröffentlichten Studie. Ein weiteres Einfallstor seien Zulieferer: «Die komplexe Lieferkette gilt als große Schwachstelle und bietet zentrale Angriffspunkte, die mit hoher Wahrscheinlichkeit und oft großem Schadensausmaß ausgenutzt werden.»

Mit zunehmender E-Mobilität, Digitalisierung und Vernetzung der Fahrzeuge sowie der Produktion und Logistik wachse das Risiko. Umfassende Cybersicherheitsstrategien seien dringend notwendig, allerdings auch sehr aufwendig. «Die Unternehmen unterscheiden sich jedoch bezüglich der Qualität von Konzeption und Umsetzung erheblich», sagte Bratzel. Bei vielen Zulieferern und Dienstleistern seien sie noch auf niedrigem Niveau. Kundenwünsche nach Connected Cars und Connected Services erzeugten einen enormen Wettbewerbsdruck, durch den Sicherheitsaspekte mitunter in den Hintergrund gerieten. Mit zunehmender Vernetzung und Automatisierung der Lieferkette wachse die Angriffsfläche.

Die Menge und Qualität der Angriffe sei in den letzten Jahren erheblich gestiegen, heißt es in der Studie, die das CAM-Institut im Auftrag des kalifornischen IT-Konzerns Cisco erstellt hat. So habe Toyota den Betrieb seiner japanischen Fabriken 2022 kurz aussetzen müssen, weil ein Zulieferer von Kunststoffteilen und elektronischen Komponenten von einem mutmaßlichen Cyber-Angriff getroffen wurde. Bei General Motors, Continental und Moovit hätten Cyber-Kriminelle Daten gestohlen. «Im März 2023 wurde von einem Cyber-Angriff auf Tesla berichtet, bei dem sich Hacker aus der Ferne in ein Fahrzeug einwählen und diverse Funktionen ausführen konnten. Dazu zählten etwa die Betätigung der Hupe, das Öffnen des Kofferraumes, das Einschalten des Abblendlichts sowie die Manipulation des Infotainment-Systems.»


Angriff an Londoner Bahnstation: Zwei Jungen mit Flüssigkeit verletzt

LONDON: An einer Londoner Bahnstation sind zwei Jungen nach eigenen Angaben mit einer schädlichen Substanz angegriffen worden. Sie hätten berichtet, dass sie an einer U-Bahnstation im Osten der britischen Hauptstadt mit einer Flüssigkeit beworfen worden seien, teilte die British Transport Police mit. Sie wurden in ein Krankenhaus gebracht. Ihre Verletzungen seien weder lebensbedrohlich noch lebensverändernd.

«Gewalt jeglicher Art wird nicht toleriert im Bahnverkehr, und wir möchten Reisenden versichern, dass unsere Beamten unermüdlich daran arbeiten, die Verantwortlichen zu identifizieren und zu fassen», teilte Detective Inspector Marvin Bruno am Montagabend mit. Die Jungen haben der Polizei am Samstag von dem Vorfall berichten.

In London war vor einigen Wochen eine Frau mit zwei Kindern mit einer ätzenden Substanz angegriffen worden. Mehrere Menschen verletzten sich zudem, als sie den Opfern helfen wollten. Die Polizei suchte mit großem Aufwand nach einem Verdächtigen, der früher mit der Frau liiert war. Seine Leiche wurde später in der Themse gefunden.


UN: Israel hält Konvoi mit Patienten sieben Stunden auf

GENF: Das UN-Nothilfebüro OCHA hat dem israelischen Militär vorgeworfen, einen Krankenwagen-Konvoi mit 24 evakuierten Patienten sieben Stunden lang aufgehalten zu haben. Das Militär habe alle Patienten, die laufen konnten, und die Sanitäter aus den Krankenwagen gezwungen, berichtete OCHA-Sprecher Jens Laerke am Dienstag in Genf. Darunter seien eine Schwangere und eine Mutter mit neugeborenem Baby gewesen. Der Zwischenfall hatte sich demnach am Sonntag vor dem Al Amal-Krankenhaus in Chan Junis ereignet. Der Konvoi sei von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geführt und ordnungsgemäß angemeldet und genehmigt gewesen.

Die Sanitäter hätten sich entkleiden müssen, als das Militär den Konvoi stoppte, berichtete Laerke. Drei seien abgeführt worden. Einer von ihnen sei bis Dienstag wieder freigelassen worden. Die Patienten hätten schließlich auf andere Einrichtungen verteilt werden können. 31 Schwerkranke hätten aber nicht mehr transportiert werden können. Sie seien wie rund gut 180 Menschen, die in dem Krankenhaus Zuflucht gesucht hatten, und 45 Angehörige des Pflegepersonals zurückgeblieben. Das Krankenhaus sei durch rund 40 Angriffe innerhalb eines Monats praktisch zerstört worden.

«Das ist kein Einzelfall», sagte Laerke. «Hilfskonvois werden immer wieder beschossen und erhalten systematisch keinen Zugang zu den Menschen in Not. Humanitäre Mitarbeiter sind von israelischen Streitkräften schikaniert, eingeschüchtert, und festgenommen worden, und humanitäre Einrichtungen sind getroffen worden», sagte er weiter.

Die israelische Armee teilte dazu auf Anfrage mit, dass es nachrichtendienstliche Hinweise darauf gegeben habe, dass sich in dem Konvoi «Terroristen» der islamistischen Hamas befunden hätten. Das Militär habe die Identität der Passagiere des Konvois beim Verlassen des Krankenhauses überprüft. Zwei Sanitäter seien wegen möglicher Verwicklung in terroristische Aktivitäten festgenommen, ein dritter nach einer ersten Befragung am Schauplatz freigelassen worden. Die Maßnahme sei «mit Blick auf die klare Beweislage» erfolgt, wonach «die Hamas systematisch Krankenhäuser sowie Krankenwagen für den Transport von Terroristen nutzt», hieß es weiter.


Chinas verschwundener Ex-Außenminister tritt als Abgeordneter zurück

PEKING: Seit Monaten ist von Qin Gang nichts mehr zu hören. Nun wird sein Rücktritt im Vorfeld eines wichtigen Kongresses bekannt. Die offizielle Mitteilung bleibt jedoch wage.

Chinas aus der Öffentlichkeit verschwundener Ex-Außenminister Qin Gang ist kurz vor einem wichtigen Treffen als Abgeordneter im höchsten gesetzgebenden Organ der Volksrepublik zurückgetreten. Der Ständige Ausschuss des Volkskongresses der Stadt Tianjin habe den Rücktritt Qins akzeptiert, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag. Nähere Angaben zu einem Grund machte das Sprachrohr der regierenden Kommunistischen Partei nicht. Im Sommer vergangenen Jahres war Qin plötzlich nicht mehr zu öffentlichen Terminen erschienen. Im Juli wurde der von Staats- und Parteichef Xi Jinping für das Amt ausgewählte Top-Kader schließlich nach nur etwa sieben Monaten als Außenminister abgesetzt. Derzeit fungiert Wang Yi als Chinas Chef-Diplomat.

Neben Qin verschwand im Spätsommer 2023 auch Ex-Verteidigungsminister Li Shangfu nach nur wenigen Monaten im Amt und wurde ohne Angabe von Gründen im Oktober durch Marine-Admiral Dong Jun ersetzt. Lange listete das Verteidigungsministerium Li noch in Chinas höchstem militärischen Entscheidungsorgan. Dort ist er allerdings seit Kurzem nicht mehr zu finden. Wann und warum der Name entfernt wurde, ist jedoch unklar.

Qins Rücktritt kam wenige Tage vor dem Beginn des Nationalen Volkskongresses (NVK) kommende Woche in der Hauptstadt Peking. In der Versammlung gibt die Partei wichtige politische und ökonomische Ziele aus und beschließt Etats wie etwa jenen des Militärs. Laut Xinhua sollen nach jüngsten Ernennungen und Absetzungen 2956 Abgeordnete daran teilnehmen. Der Ständige Ausschuss des NVK ist für die Gesetzgebung zuständig. Im NVK sollen die Abgeordneten diese dann absegnen.


VW-Dieselprozess: Klägeranwälte unzufrieden mit Winterkorn-Anworten

BRAUNSCHWEIG: Die Vernehmung des Zeugen Winterkorn zum Dieselskandal geht in den dritten Tag. Der 76-Jährige antwortet geduldig, kann sich aber nicht immer erinnern. Die Klägerseite versucht, weiter nachzuhaken.

Im milliardenschweren Anlegerprozess zur VW-Dieselaffäre hat die Klägerseite versucht, Ex-Konzernchef Martin Winterkorn mit aus ihrer Sicht widersprüchlichen Angaben zu konfrontieren. Mit den bisherigen Antworten des 76-Jährigen sei man nicht glücklich, weil er bestimmte Abläufe nicht plausibel genug schildere, sagte Anwalt Axel Wegner am Dienstag in Braunschweig. Winterkorn reagierte auf den Vorwurf nicht und beantwortete weiter geduldig die Fragen der Klägerseite. «Wenn Sie mich so konkret fragen, muss ich doch weiter ausholen», sagte er in einem Fall.

Die Vernehmung des früheren Konzernbosses zu den Abgasmanipulationen beim Wolfsburger Autobauer dauert bereits den dritten Verhandlungstag an. Winterkorn ist als Zeuge in dem Zivilverfahren vor dem Oberlandesgericht Braunschweig geladen. In dem Prozess nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMug) wird seit 2018 über möglichen Schadenersatz für Investoren verhandelt, die nach dem Auffliegen des Skandals Kursverluste erlitten hatten. Derzeit geht es um rund 4,4 Milliarden Euro.


Arsenverdacht: Deutsche Uni-Bibliothek sperrt 60.000 Bücher

BIELEFELD: Weil bei der Produktion von Büchern und Zeitschriften im 19. Jahrhundert mitunter Arsenverbindungen zum Einsatz gekommen sein können, hat die Bibliothek der westdeutschen Universität Bielefeld Zehntausende Bücher für die Ausleihe gesperrt.

Wie viele der 60.000 Bände tatsächlich betroffen sind, sei unklar. Vermutlich seien es weniger als zehn Prozent, teilte die Universitätsbibliothek mit. Man nehme das Thema aber sehr ernst. Die Bibliothek bittet um Verständnis, dass es Zeit brauche, Bücher in diesem Umfang aus dem Bestand zu entfernen, einzulagern und zu überprüfen. Mehrere Medien berichteten darüber.

Das giftige Arsen könne in grünen Farbstoffen vorkommen. Daher würden Bücher aus der Zeit mit grünen Einbänden, Buchschnitten, Titelschildern, Spiegeln oder Vorsatzblättern ohne Überprüfung grundsätzlich als verdächtig gelten, erläuterte die Universitätsbibliothek. Seit Kurzem lägen hierzu erste wissenschaftliche Erkenntnisse vor. Es gebe für den Umgang mit dieser Gefährdung bislang aber keine gesetzliche Regelung oder Handlungsempfehlungen. «Wir sind im Austausch mit anderen Bibliotheken», erklärte die nordrhein-westfälische Universitätsbibliothek weiter.

«Zu einer möglichen Gefährdung kann es kommen, wenn die Bände mit Grünschnitt angefasst und zum Umblättern der Seiten die Finger mit der Zunge angefeuchtet werden, der Staub möglicherweise Arsen enthält und eingeatmet wird oder durch das Anfassen der Bände Arsen in die Augen gerät», heißt es in einer Mitteilung der Universitätsbibliothek. Solange die Bücher im Regal stehen, würden sie als unbedenklich gelten, hieß es.


Britische Ermittler nehmen Männer wegen Terrorverdachts fest

LONDON: Ermittler haben in Großbritannien drei Männer wegen Terrorverdachts festgenommen. Vorausgegangen seien Ermittlungen zu möglichen rechtsextremen Aktivitäten, teilte die Polizei am Dienstagmorgen mit. Den Männern wird vorgeworfen, einen Terrorakt vorbereitet zu haben. Details waren zunächst nicht bekannt. Zwei der Männer sind 24 Jahre alt, der dritte Mann ist im Alter von 33 Jahren.

Die Verdächtigen sollten noch am Dienstag vor Gericht erscheinen. Sie seien vor einer Woche festgenommen worden, teilte die zuständige Einheit mit. Auch ein vierter Verdächtiger wurde demnach festgenommen, aber ohne Anklage freigelassen.


Pakistans Bundespolizei nimmt bekannten Blogger fest

ISLAMABAD: Pakistans Bundespolizei (FIA) hat einen bekannten Blogger festgenommen. Beamte nahmen den Journalisten Asad Toor am Montagabend in der Hauptstadt Islamabad fest, wie seine Anwälte und pakistanische Medien übereinstimmend berichteten. Die Sicherheitsbehörden werfen dem Youtuber eine «böswillige Kampagne» gegen Juristen des Obersten Gerichtshofs vor. Mehr als 160.000 Menschen folgen dem Blogger auf seinem Youtube-Kanal.

Das in den USA ansässige Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) forderte die sofortige Freilassung des Journalisten. Zwei Anwälten sei nicht erlaubt worden, Asad Toor zu dessen Verhör zu begleiten. Bereits am Freitag war der Journalist kurzzeitig von einer auf Internetkriminalität spezialisierten Einheit der Bundespolizei festgenommen worden.

«Die pakistanischen Behörden müssen Toor sofort und bedingungslos freilassen und sicherstellen, dass Journalisten für ihre kritische Berichterstattung über Institutionen, einschließlich der Justiz, nicht mit Vergeltungsmaßnahmen rechnen müssen», forderte CPJ-Programmdirektor Carlos Martinez de la Serna laut einer Mitteilung.

Toor ist einer von Dutzenden Journalisten, die für ihre kritische Berichterstattung im Rahmen der umstrittenen Wahlen in Pakistan ins Fadenkreuz der Justiz gerieten. Bereits im Jahr 2021 hatten unbekannte Angreifer die Wohnung Toors gestürmt und den Journalisten nach Kritik am Militär gefoltert. Am Donnerstag soll die Nationalversammlung erstmals nach den Wahlen zusammenkommen.

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Leserkommentare

Vom 10. bis 21. April schließen wir über die Songkranfeiertage die Kommentarfunktion und wünschen allen Ihnen ein schönes Songkran-Festival.