Neues aus dem Ausland am Dienstag

Neues aus dem Ausland am Dienstag

Biden nominiert Diplomatin Tracy als US-Botschafterin in Moskau

WASHINGTON: Inmitten schwerer Spannungen mit Russland hat US-Präsident Joe Biden die erfahrene Diplomatin Lynne Tracy als neue Botschafterin der Vereinigten Staaten in Moskau nominiert. Das teilte das Weiße Haus am Dienstag in Washington mit. Tracy, die Russisch spricht, dient derzeit als US-Botschafterin in Armenien. Zuvor war sie den Angaben zufolge leitende Beraterin für Russland im Büro für europäische und eurasische Angelegenheiten des US-Außenministeriums und als stellvertretende Missionsleiterin in der US-Botschaft in Moskau tätig.

Nach den Regeln des diplomatischen Protokolls stimmt die Regierung des Gastlandes, also Russland, der Personalie vor der Nominierung durch den US-Präsidenten zu. Eine solche Genehmigung ist in der Regel Routine, in Zeiten besonders angespannter Beziehungen aber nicht zwingend selbstverständlich. Nach der Nominierung durch den US-Präsidenten muss noch der US-Senat über die Personalie abstimmen, bevor die Botschafterin offiziell ernannt und in den Empfangsstaat entsandt werden kann.

Der vorherige US-Botschafter in Moskau, John Sullivan, hatte Russland Anfang des Monats verlassen, um in den Ruhestand zu gehen. Der Diplomat hatte immer wieder autoritäre Tendenzen, Justizwillkür und die Verletzung von Menschenrechten in Russland öffentlich angesprochen.


Spenden für Wahlkampf in den USA: Biden wirbt für Transparenz-Gesetz

WASHINGTON: US-Präsident Joe Biden hat bei den Republikanern im US-Senat um Zustimmung für ein Gesetz geworben, das für mehr Transparenz bei der Finanzierung von Wahlkampagnen in den USA sorgen soll. «Es gibt viel zu viel Geld, das im Verborgenen fließt, um unsere Wahlen zu beeinflussen», sagte Biden am Dienstag in Washington. Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass stärker offengelegt werden soll, wer hinter der Wahlwerbung von politischen Gruppen steckt. Bei Spenden in Höhe von mehr als 10.000 US-Dollar pro Wahlperiode müsste demnach künftig angegeben werden, von wem sie stammen. «Sogar ausländische Organisationen, die keine Beiträge zu politischen Kampagnen leisten dürfen, nutzen Schlupflöcher für Schwarzgeld, um unsere Wahlen zu beeinflussen», sagte Biden.

Das Gesetz steht in dieser Woche im US-Senat zur Abstimmung, wie der Mehrheitsführer der Demokraten, Chuck Schumer, am Montag mitteilte. Es ist nur noch ein Bruchteil dessen, was die Demokraten einst durchsetzen wollten - ein ehrgeiziges Wahlrechtsgesetz scheiterte am Widerstand der Republikaner. Es wird erwartet, dass die erforderliche Unterstützung im US-Senat erneut nicht erreicht wird.


Mindestens 300 Tote in Nigeria durch Überschwemmungen seit Juli

LAGOS: Die Zahl der Toten nach Fluten in Nigeria ist auf über 300 gestiegen. Bei den seit Juli andauernden Überschwemmungen handele es sich um die schlimmsten seit Jahrzehnten, sagte Manzo Ezekiel, Sprecher der Katastrophenschutzbehörde Nigeria National Emergency Management Agency (NEMA), der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. 500 Menschen seien bei den Fluten verletzt worden, mehr als 100.000 mussten demnach ihr Zuhause verlassen.

Grund für die verheerenden Überflutungen sei starker Regen in den vergangenen Monaten gewesen, erklärte NEMA-Direktor Mustapha Habib Ahmed nach einer Krisensitzung am Montag. In der Folge führten der Niger sowie dessen größter Zufluss Benue immense Wassermassen.

Die Behörden in dem mit rund 200 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Land Afrikas befürchten, dass sich die Lage weiter zuspitzen könnte. Mehrere Staudämme in Nigeria und im benachbarten Kamerun drohen bis spätestens Ende Oktober überzulaufen.

Besonders bedroht sind die drei nördlichen Regionen Borno, Yobe und Adamawa, die schon große Ackerflächen durch die Fluten verloren haben. Andauernde Konflikte mit der extremistischen Terrorgruppe Boko Haram sind ein weiterer Grund für eine schwere Hungerkrise in der Region.


Neuer Zusammenschluss der Staats- und Regierungschefinnen bei UN

NEW YORK: Die bei der Generaldebatte der Vereinten Nationen vertretenen Staats- und Regierungschefinnen haben sich in einem neuen Verband zusammengetan und für mehr Gleichberechtigung ausgesprochen. «Wenn mehr Frauen anführen, im politischen wie im privaten Leben, profitieren alle davon, besonders in Krisen», sagte Sima Bahous, Vorsitzende der UN-Frauenorganisation UN Women am Dienstag bei einem Treffen des neuen Zusammenschlusses «UNGA Platform of Women Leaders». «Wir müssen jeden möglichen Weg finden, die Stärken, die weibliche Anführer mitbringen, zum Ausdruck zu bringen.»

Von den 193 Mitgliedsländern der Vereinten Nationen haben nach Angaben des Zusammenschlusses derzeit nur 28 Staats- oder Regierungschefinnen - darunter die ungarische Präsidentin Katalin Novák oder die Premierministerin von Aruba, Evelyn Wever-Croes, die bei dem Treffen dabei waren. Zudem stellten Frauen weltweit lediglich 21 Prozent der Minister, 26 Prozent der Parlamentarier und 34 Prozent der gewählten Lokalpolitiker.

Am Auftakttag der Generaldebatte der Vereinten Nationen waren am Dienstag unter den 33 angekündigten Rednern nur 2 Frauen. Bis Montag werden bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung insgesamt mehr als 140 Staats- und Regierungschefs erwartet - die überwiegende Mehrheit ist männlich.


Einsatz in Mali: Überfluggenehmigung für Rettungsflüge erteilt

BERLIN: Die nach Mali entsandten Bundeswehrsoldaten können ihre Aufklärungseinsätze für die UN-Mission Minusma wieder aufnehmen. Die Regierungsbehörden des Landes hätten die zwischenzeitlich ausgesetzten Flüge zur medizinischen Evakuierung wieder erlaubt, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos am Dienstag. Zuerst hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet.

Eine funktionierende Rettungskette zur Behandlung möglicher Verletzter ist eine Voraussetzung für Patrouillenfahrten. Weiterhin nicht erlaubt sind allerdings Flüge mit dem Militärtransporter A400M sowie die eines zivilen Vertragspartners. Zuletzt hatte es verstärkt Streit zwischen den Militärmachthabern und der UN-Mission gegeben.

Mali mit seinen rund 20 Millionen Einwohnern hat seit 2012 drei Militärputsche erlebt und gilt als politisch äußerst instabil. Seit dem jüngsten Putsch im Mai 2021 wird das Land von einer militärischen Übergangsregierung geführt. Europäische Staaten kritisieren deren militärische Zusammenarbeit mit Russland.


Kretinsky stützt französische Tageszeitung Libération mit Millionen

PARIS: Der tschechische Investor und Milliardär Daniel Kretinsky stützt die linksliberale französische Tageszeitung «Libération» mit einem Kredit in Höhe von 14 Millionen Euro. Damit solle die Finanzierung der Zeitung bis zur geplanten Rückkehr in schwarze Zahlen 2026 gesichert werden, schrieben die Zeitungen «Le Figaro» und «Le Monde» am Dienstag unter Verweis auf eine interne Mitteilung der Eigentümergesellschaft von «Libération». Trotz anhaltender Millionenverluste konnte die Zeitung ihren Fehlbetrag zuletzt reduzieren und die verkaufte Auflage um rund elf Prozent steigern.

Der frühere Eigentümer, der französische Medienkonzern Altice, hatte «Libération» 2020 in einen Stiftungsfonds für eine unabhängige Presse überführt, um die Selbstständigkeit des renommierten Blattes zu sichern. In diesen Fonds zahlt Kretinsky nach den Zeitungsberichten zusätzlich eine Million Euro ein.

Kretinsky hält über seine Firma Czech Media Invest (CMI) Anteile am Medienkonzern ProSiebenSat.1. In Frankreich ist er an «Le Monde» beteiligt und hatte die Zeitschriften «Marianne» und «Elle» übernommen.


UN: Maduro nutzt Geheimdienste zur Unterdrückung Andersdenkender

GENF/CARACAS: Die venezolanische Regierung nutzt nach Einschätzung der Vereinten Nationen die Geheimdienste des südamerikanischen Landes zur systematischen Unterdrückung politischer Gegner. «Unsere Ermittlungen haben gezeigt, dass sich der venezolanische Staat bei der Unterdrückung abweichender Meinungen auf die Geheimdienste und ihre Agenten stützt. Dabei werden schwere Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen begangen, darunter Folter und sexuelle Gewalt», sagte die Vorsitzende der UN-Ermittlungskommission zu Venezuela, Marta Valiñas, am Dienstag. «Diese Praktiken müssen sofort eingestellt und die verantwortlichen Personen strafrechtlich verfolgt werden.»

Einige der von den Geheimdiensten Sebin und DGCIM verübten Taten seien als Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu werten, hieß es in dem Bericht weiter. Verantwortlich für die Vergehen seien der autoritäre Präsident Nicolás Maduro und hochrangige Regierungsmitglieder. Die Geheimdienste sind demnach so strukturiert, dass sie die Befehle der Regierung in absolutem Gehorsam umsetzen. Deshalb gebe es gute Gründe, wegen der von den Geheimdienstagenten verübten Verbrechen gegen Maduro als Drahtzieher zu ermitteln.

«Die von den staatlichen Geheimdiensten begangenen Menschenrechtsverletzungen, die auf höchster politischer Ebene orchestriert wurden, fanden in einem Klima fast völliger Straflosigkeit statt», sagte Francisco Cox von der UN-Ermittlungsgruppe. «Die internationale Gemeinschaft muss alles tun, um sicherzustellen, dass der Anspruch der Opfer auf Gerechtigkeit und Wiedergutmachung gewährleistet wird.»

Venezuela steckt in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. Die autoritäre Regierung von Präsident Maduro geht seit Jahren mit harter Hand gegen die Opposition vor. Zahlreiche Regierungsgegner sind in Haft. Viele Regierungskritiker sind mittlerweile ins Ausland geflohen. Mehr als sechs Millionen Venezolaner habe ihre Heimat verlassen.


Regierungskrise - Präsident dringt auf Neuwahlen

PODGORICA: Nach dem Scheitern von zwei Regierungen seit den Parlamentswahlen vor zwei Jahren dringt Montenegros Staatspräsident Milo Djukanovic auf vorgezogene Neuwahlen. Er habe der Parlamentspräsidentin vorgeschlagen, die gegenwärtige Legislaturperiode zu verkürzen, teilte das Staatsoberhaupt am Dienstag in der Hauptstadt Podgorica mit. Folgt Parlamentspräsidentin Danijela Djurovic dem Vorschlag, kann Djukanovic Neuwahlen ausschreiben.

Bei den Wahlen im August 2020 hatte eine pro-serbische Koalition 41 von 80 Mandaten errungen und damit erstmals seit 30 Jahren die pro-westliche Präsidentenpartei DPS entmachtet. Das neue Regierungsbündnis war mit dem Versprechen angetreten, die Korruption, die unter der DPS-Herrschaft grassierte, zu beenden. Doch stattdessen verzettelte es sich in internen Kämpfen und Blockaden. Dem letzten Kabinett von Ministerpräsident Dritan Abazovic, das als Minderheitsregierung von der DPS geduldet worden war, hatte das Parlament im August das Vertrauen entzogen.

Seitdem bemühte sich die pro-serbische und pro-russische Demokratische Front (DF) um eine Neuauflage der Koalition vom August 2020. DF-Chef Andrija Mandic scheiterte jedoch mit diesem Vorhaben innerhalb der von der Verfassung vorgesehenen Frist, die am Montag ablief.

In einem Brief an Djukanovic schrieb er zwar, dass er die mündlichen Zusagen von 41 Abgeordneten erhalten habe, den pro-serbischen Ex-Diplomaten Miodrag Lekic zum Ministerpräsidenten zu wählen. Da ihm jedoch diese Zusagen nicht in schriftlicher Form vorgelegt wurden, lehnte Djukanovic die Designierung von Lekic ab. «Die dafür erforderlichen Voraussetzungen sind nicht erfüllt», erklärte er am Dienstag. Montenegro ist seit 2017 Mitglied der Nato.


Suche nach zwei Unwetter-Vermissten weiter erfolglos

ANCONA: Im Unwetter-Katastrophengebiet an der italienischen Adria suchen Helfer weiter vergeblich nach den zwei vermissten Menschen.

Die Feuerwehr setzte unter anderem Taucher ein, um einen acht Jahre alten Jungen sowie eine 56-jährige Frau zu finden, wie die Einsatzkräfte am Dienstag mitteilten. Am Montag war der Rucksack des kleinen Mattia etwa acht Kilometer entfernt von jenem Punkt entdeckt worden, an dem er seiner Mutter von den Wassermassen aus den Armen gerissen worden war. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Heftige Niederschläge hatten am Donnerstagabend zu Überschwemmungen in der Region Marken geführt. Bislang wurden elf Tote geborgen.


Haftstrafe nach gewaltsamen Zusammenstößen im englischen Leicester

LEICESTER: Nach gewaltsamen Zusammenstößen mit etlichen Festnahmen und verletzten Polizisten im englischen Leicester ist einer der Beteiligten zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Der 20-Jährige, der sich des Besitzes einer Angriffswaffe schuldig bekannte, muss nach der Entscheidung des Leicester Magistrates' Court für zehn Monate ins Gefängnis, wie die BBC am Dienstag berichtete.

Am Wochenende hatte es in Leicester Auseinandersetzungen zwischen größeren Gruppen vor allem jüngerer Männer gegeben, die Berichten zufolge der hinduistischen und der muslimischen Glaubensgemeinschaft angehören sollen. Nach Angaben der Polizei wurden 25 Polizisten verletzt, jedoch keiner davon schwer. Seit Beginn der gewaltsamen Auseinandersetzungen Ende August wurden 47 Beteiligte festgenommen.

Die unabhängige Abgeordnete für den Wahlbezirk Leicester East, Claudia Webbe, führt der Nachrichtenagentur PA zufolge die Auseinandersetzungen zwischen den Glaubensgemeinschaften auf Desinformation und Hetze in sozialen Netzwerken zurück. Sie hatte schon vor Ausbruch der Gewalt in einem Brief an die örtliche Polizei auf die zunehmenden Spannungen hingewiesen. Einige Bürgerinnen und Bürger hätten sich mit der Sorge an sie gewandt, die Gewalt könne teilweise mit «unterschwelliger Islamfeindlichkeit in einigen Gemeinschaften in Leicester» zusammenhängen.

Beide Glaubensgemeinschaften - sowohl die muslimische als auch die hinduistische - verurteilten die Ereignisse und ermahnten ihre Mitglieder, Konflikte nicht mit Gewalt auszutragen.


Deutsches Schiff mit knapp 400 Migranten darf anlegen

TARENT: Das deutsche Seenotrettungsschiff «Humanity 1» hat mit knapp 400 Migranten an Bord die Zusage erhalten, in Süditalien anlegen zu dürfen. Wie die Berliner Organisation SOS Humanity am Dienstag mitteilte, wurde ihr der Hafen von Tarent (Taranto) in der Region Apulien zugewiesen. Dies habe bei den 398 im Mittelmeer geretteten Menschen zwar für «freudige Erleichterung» gesorgt, weil manche bereits rund zwei Wochen auf dem Schiff verbracht hätten. Zugleich aber kritisierte die NGO, dass der zugeteilte Hafen 42 Stunden Fahrtzeit entfernt sei. Die «Humanity 1» war vor der Südküste Siziliens gekreuzt, ehe sie sich auf den Weg nach Apulien machte.

«Die Situation ist prekär, Wasser- und Essensversorgung wurden stark rationiert, das Wetter soll wieder schlechter werden», twitterte die deutsche Organisation. Während die «Humanity 1» einen Hafen ansteuerte, wartete das spanische Rettungsschiff «Open Arms Uno» auf eine entsprechende Erlaubnis aus Italien. Nach Angaben der Crew sind an Bord 402 Migranten sowie eine Leiche, die bei einer Rettungsaktion auf einem Holzboot zwischen Überlebenden entdeckt worden war.

Zivile Rettungsschiffe müssen oft tagelang warten, ehe ihnen von Italien ein Hafen zugeteilt wird. Sie werfen Rom Schikane und Verzögerungen vor. Für die Behörden wiederum ist es dem Vernehmen nach oft schwierig, einen Hafen zu organisieren - muss dort doch die Aufnahme der Migranten und Flüchtlinge samt Registrierung und medizinischen Tests vorbereitet werden. Nach Angaben der Retter antwortet das EU-Land Malta seit langem gar nicht mehr auf Anfragen.

Viele Menschen wagen immer wieder von Nordafrika aus die gefährliche Überfahrt über das zentrale Mittelmeer, weil sie sich in der EU ein besseres Leben erhoffen. Nach Angaben der Vereinten Nationen kamen dabei allein in diesem Jahr 1039 Migranten ums Leben oder werden vermisst. Rom registrierte 2022 mehr als 68.200 Migranten, die an Italiens Küsten ankamen - im Vorjahreszeitraum waren es gut 43.200.


Gedenkfeier in Tel Aviv für Opfer des Olympia-Attentats 1972

TEL AVIV: Bei einer Gedenkveranstaltung in Tel Aviv soll am Mittwoch der elf israelischen Sportler gedacht werden, die während des Olympia-Attentats 1972 in München getötet worden waren. Die Veranstaltung findet am 50. Jahrestag des Massakers nach dem hebräischen Kalender statt, im Beisein des Staatspräsidenten Izchak Herzog, des IOC-Präsidenten Thomas Bach sowie der Opferfamilien.

Ein palästinensisches Terrorkommando hatte am 5. September 1972 während der Olympischen Spiele in München die israelische Mannschaft im Olympischen Dorf überfallen und elf Geiseln genommen. Bei Schießereien im Dorf und später auf dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck starben alle elf Geiseln, ein deutscher Polizist sowie fünf der acht Terroristen.

Die Sicherheitsvorkehrungen galten als mangelhaft, ein Befreiungsversuch der deutschen Einsatzkräfte endete katastrophal. Die Hinterbliebenen der israelischen Opfer einigten sich vor drei Wochen nach jahrzehntelangen Verhandlungen mit der Bundesregierung auf Entschädigungszahlungen in Höhe von insgesamt 28 Millionen Euro. Dies ebnete den Weg für ihre Teilnahme an einer Gedenkveranstaltung auf dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck zu Monatsbeginn.


Prozess gegen Istanbuler Bürgermeister wird fortgesetzt

ISTANBUL: Der Prozess gegen den oppositionellen Istanbuler Oberbürgermeister Ekrem Imamoglu wird am Mittwochmittag fortgesetzt. Die Staatsanwaltschaft fordert wegen öffentlicher Beleidigung von Staatsbeamten bis zu vier Jahre Haft und Politikverbot, wie Imamoglus Anwalt Kemal Polat der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Dem Politiker der größten Oppositionspartei CHP wird in der Anklageschrift vorgeworfen, die Mitglieder der türkischen Wahlbehörde YSK rund um die Kommunalwahlen im Jahr 2019 öffentlich beleidigt zu haben. Es heißt, Imamoglu habe «diejenigen, die die Wahlen am 31. März abgesagt haben», als «Idioten» bezeichnet. Die YSK hatte die Kommunalwahlen Ende März 2019 annulliert, bei denen Imamoglu als knapper Sieger hervorgegangen ist.

Man erwarte kein Urteil, so Polat. Man sei aber auf Überraschungen gefasst. Gegen eine eventuelle Entscheidung könne in jedem Fall auch noch Einspruch eingelegt werden. Sein Amt müsse der Bürgermeister nur bei der rechtskräftigen Erteilung eines Politikverbots oder einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr aufgeben.


Proteste nach Ausbruch von Rinderkrankheit

NEU DELHI: Angesichts der Verbreitung einer potenziell tödlichen Rinderkrankheit im indischen Bundesstaat Rajasthan haben Menschen auf den Straßen protestiert. Dabei stießen sie am Dienstag auch mit Polizisten zusammen, wie Videoaufnahmen der indischen Nachrichtenagentur ANI aus der Stadt Jaipur zeigen. Die Lumpy Skin Disease habe bislang mehr als 57.000 Rindern in dem Bundesstaat das Leben gekostet, berichtete der örtliche Fernsehsender NDTV. Auch andere indische Bundesstaaten sind von der Krankheit betroffen. Die Tierseuche kann zu hohen wirtschaftlichen Einbußen führen.

Kühe sind für die hinduistische Mehrheitsbevölkerung Indiens heilig. Viele Hindus essen deshalb kein Rindfleisch, aber sie konsumieren Milch und Joghurt von Kühen. Das Problem: Die Milchpreise seien wegen der Rinderkrankheit gestiegen, berichtete NDTV.

Die Lumpy Skin Disease wird von Stechinsekten übertragen. Die Viruskrankheit, die auch in Teilen Europas vorkommt, kann bei Wiederkäuern unter anderem zu Fieber sowie Knötchen auf der Haut führen. Für den Menschen ist sie ungefährlich.

Bereits am Montag habe ein Abgeordneter der hindunationalistischen Partei von Premierminister Narendra Modi, die in Rajasthan aber in der Opposition ist, eine Kuh ins Lokalparlament gebracht, um auf die Krankheit aufmerksam zu machen. Der örtliche Regierungschef Ashok Gehlot bat die Zentralregierung um Impfstoffe und Medikamente gegen die Krankheit, wie lokale Medien berichteten.


Zwei Arbeiter sterben auf U-Bahn-Baustelle in Istanbul

ISTANBUL: In der türkischen Metropole Istanbul sind zwei Arbeiter bei U-Bahn-Bauarbeiten getötet worden. Auf der Baustelle im asiatischen Teil der Stadt sei ein Kran umgekippt, teilte die Istanbuler Stadtverwaltung am Dienstag mit und schrieb von einem «unglücklichen Unfall». Der Grund war zunächst unklar. Laut der Zeitung «Cumhuriyet» wurde eine weitere Person verletzt.

In der Türkei sind laut dem Zusammenschluss «Rat für Arbeiter- und Arbeitsplatzsicherheit» 2022 bis Ende August bereits mindestens 1202 Arbeiter getötet worden.


UN-Chef fordert Besteuerung von Übergewinnen von Energieunternehmen

NEW YORK: UN-Generalsekretär António Guterres hat die Industrieländer dazu aufgerufen, unerwartete Zusatzgewinne etwa von Öl-Unternehmen zu besteuern. Die Erlöse sollten für den Kampf gegen die Klimakrise eingesetzt werden sowie Menschen zugutekommen, die unter steigenden Lebensmittel- und Energiepreisen litten, sagte Guterres am Dienstag zum Auftakt der 77. Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York.

Einige Öl- und Gasunternehmen profitieren derzeit wegen der hohen Energiepreise von Rekordgewinnen. Auch in Deutschland wird über die Einführung einer sogenannten Übergewinnsteuer diskutiert.


Falsche Markenwaren für halbe Milliarde Euro in Spanien konfisziert

LAS PALMAS DE GRAN CANARIA: Die spanische Polizei hat auf den Kanarischen Inseln ein großes Netzwerk für Markenpiraterie in Europa ausgehoben. Auf Teneriffa und Fuerteventura seien rund fünf Tonnen von in China gefälschten Luxusartikeln im Gesamtwert von etwa einer halben Milliarde Euro beschlagnahmt worden, teilte der Vertreter der spanischen Zentralregierung auf den Kanaren, Anselmo Pestana, am Dienstag mit. Das sei die größte bisher jemals in Europa beschlagnahmte Menge gefälschter Markenartikel, sagte Pestana.

Bei dem Einsatz «Django» seien insgesamt 17 Personen, darunter auch die drei chinesischen Köpfe der Bande, festgenommen worden. Die Waren wurden in 14 Geschäften, vier Lagerhallen und drei Privathäusern gefunden, wie Pestana weiter mitteilte. Zudem seien 70.000 Euro in bar und drei Fahrzeuge sichergestellt worden. Die Bande sei darauf spezialisiert gewesen, in China gefälschte Markenartikel vor allem in spanischen Touristengebieten zu vertreiben. Nachgemachte Uhren oder Textilien werden gerne während des Urlaubs im Ausland gekauft, wie aus einer im August veröffentlichten repräsentativen Umfrage der Unternehmensberatung EY hervorgeht.

Der Schmuggel von gefälschten Markenartikeln ist ein Milliardengeschäft auf Kosten der betroffenen Unternehmen. Nach Angaben der EU-Agentur für geistiges Eigentum (EUIPO) im südspanischen Alicante beschlagnahmten EU-Behörden 2020 insgesamt 66 Millionen gefälschte Gegenstände vor allem aus China und anderen asiatischen Ländern.


UN-Generalsekretär: Social-Media-Plattformen machen Geld mit Hassrede

NEW YORK: UN-Generalsekretär António Guterres hat internationale Technologie-Konzerne in seiner Rede zum Auftakt der UN-Generaldebatte scharf angegriffen. «Social-Media-Plattformen, die auf einem Geschäftsmodell basieren, das Empörung, Wut und Negativität zu Geld macht, richten in Gemeinschaften und Gesellschaften unermesslichen Schaden an», sagte Guterres am Dienstag zum Auftakt der 77. Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York.

Hassreden, Fehlinformationen und Beleidigungen im Internet nähmen zu, persönliche Daten würden verkauft und die Überwachung von Menschen sei außer Kontrolle geraten. Künstliche Intelligenz gefährde zudem die Demokratie - Quantencomputer könnten mit ihrer unvergleichlichen Rechenkraft digitale Sicherheitssysteme zerstören.


Schlag der spanischen Polizei gegen Mafia-Ableger auf Ibiza

MADRID: Der spanischen Polizei ist zusammen mit italienischen Kollegen und Europol ein größerer Schlag gegen zwei Drogenbanden auf der Ferieninsel Ibiza gelungen. Eine der Banden sei ein Ableger der wohl größten europäischen Mafia-Organisation, der italienischen 'Ndrangheta, die andere albanischen Ursprungs, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Bei zwei Großeinsätzen unter dem Codenamen «Dragon Ball» auf der Mittelmeerinsel und in anderen Regionen Spaniens hätten vergangene Woche insgesamt 400 Beamte bei 42 Hausdurchsuchungen 31 Personen festgenommen, hieß es von der spanischen Polizei. Zugleich seien Häuser und anderes Vermögen im Gesamtwert von 22 Millionen Euro sowie große Mengen Drogen, Bargeld, Waffen und Dokumente sichergestellt worden.


Migranten auf Ferieninsel gebracht - Sheriff kündigt Untersuchung an

WASHINGTON: Die öffentlichkeitswirksame Aktion von Floridas Gouverneur, Migranten per Flugzeug auf die Ferieninsel Martha's Vineyard zu bringen, ruft nun auch die Polizei auf den Plan. Ein texanischer Sheriff kündigte am Montag (Ortszeit) eine Untersuchung des Falles an. «Ich glaube, dass jemand von außerhalb unseres Staates kam und auf diese Menschen Jagd machte und sie mit Versprechungen eines besseren Lebens lockte», sagte der demokratische Polizeichef von Bexar County, Javier Salazar.

Der republikanische Gouverneur Ron DeSantis hatte vergangene Woche unangekündigt mehrere Dutzend Migranten per Flugzeug auf die Insel Martha's Vineyard im Bundesstaat Massachusetts bringen lassen. Sie ist als nobler Ferienort bekannt. Die Migranten waren vom US-Bundesstaat Texas aus über Florida auf die Insel geflogen worden. DeSantis behauptete, dass sie ausgewählt worden seien, weil sie eigentlich von Texas aus nach Florida hätten kommen wollen. In US-Medien hieß es, dass etliche der Migranten nicht gewusst hätten, wohin sie eigentlich gebracht würden.

«Soweit wir wissen, wurden 48 Migranten unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zu einem mehrtägigen Aufenthalt in einem Hotel gelockt», so der texanische Sheriff. Dann seien sie per Flugzeug weggebracht worden. «Wir alle wissen, dass während einer politischen Kampagne die Dinge aus dem Ruder laufen können», sagte Salazar. Aber wenn man mit dem Leben von Menschen spiele, die sich bereits in einer verzweifelten Situation befänden, sei das beunruhigend.

Der Sheriff machte keine Angaben dazu, gegen welche Gesetze möglicherweise verstoßen worden sei. «Wir glauben, dass hier einige kriminelle Aktivitäten im Spiel sind», sagte er. Die US-Regierung hatte DeSantis scharf kritisiert. Der Gouverneur hatte hingegen angekündigt, dass es weitere Aktionen geben solle. Auch andere republikanische Gouverneure hatten zuletzt in großer Zahl Migranten in demokratisch geprägte Regionen des Landes geschafft.


Zehn Tote bei Busunglück in südafrikanischem Malawi

KASUNGU: Bei einem Busunfall im südafrikanischen Malawi sind nach Angaben der Polizei zehn Menschen ums Leben gekommen. Der Bus stieß in der Nähe der Stadt Kasungu - gut 120 Kilometer nördlich der Hauptstadt Lilongwe - mit einem parkenden Fahrzeug zusammen. Das bestätigte der Sprecher der lokalen Polizeibehörde, Joseph Kachikho, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Drei weitere Menschen seien schwer verletzt in ein nahes Krankenhaus gebracht worden. Der Bus war demnach von der Hauptstadt in Richtung Norden unterwegs. Die Ursache für den Unfall am Dienstag war zunächst unklar.

Im dem Land mit knapp 20 Millionen Einwohnern sterben immer wieder zahlreiche Menschen bei Verkehrsunfälle. Nach Polizeiangaben kamen allein in der ersten Hälfte dieses Jahres 565 Menschen so ums Leben.


Angelina Jolie besucht Flutopfer

ISLAMABAD: Angelina Jolie hat sich auf den Weg zu den Opfern der Flutkatastrophe in Pakistan gemacht. Am Dienstag landete die Schauspielerin in der Hauptstadt Islamabad. Die 47-Jährige wolle zur Unterstützung für die überfluteten Gebiete aufrufen, so die Hilfsorganisation International Rescue Committee, die Jolie bei ihrer Mission begleitet. Auch fordere die Schauspielerin Lösungen für die vom Klimawandel verursachten Probleme.

Wenige Stunden zuvor hatten Behörden in Pakistan die Bürger ihres Landes zu Spenden aufgerufen. Die Regierung könne das Ausmaß der Katastrophe allein nicht bewältigen. Pakistan erlebt derzeit die schwersten je aufgezeichneten Fluten seiner Geschichte. Nach ungewöhnlich starken Regenfällen steht ein Drittel des Landes unter Wasser, mehr als 1500 Menschen haben bereits ihr Leben verloren. Insgesamt sind 33 Millionen Menschen von den Fluten betroffen.

Experten machen den Klimawandel für die steigende Anzahl von Naturkatastrophen in dem südasiatischen Land verantwortlich. Pakistan gehört zu den Ländern, die am meisten vom Klimawandel betroffen sind, obwohl es selbst kaum zu den weltweiten Emissionen beigetragen hat.

Auch UN-Generalsekretär António Guterres war bereits zu Besuch in Pakistan. Dort betonte er, noch nie eine Klimakatastrophe dieses Ausmaßes gesehen zu haben. «Wir haben einen Krieg gegen die Natur geführt, und die Natur schlägt jetzt auf verheerende Weise zurück», sagte Guterres und rief die Weltgemeinschaft zu umfassender Hilfe auf.


EU-Kommission will Krebs-Vorsorge deutlich stärken

BRÜSSEL: Die Früherkennung von Krebs in der Europäischen Union soll nach dem Willen der EU-Kommission deutlich ausgeweitet werden. «Wir müssen der Floskel «Früherkennung rettet Leben» Taten folgen lassen», sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Dienstag in Brüssel. Es müsse mehr und bessere Vorsorgeuntersuchungen geben. «Wenn wir nicht handeln, wird Krebs bis 2035 die häufigste Todesursache in der EU sein.»

Konkret legte die EU-Kommission Empfehlungen an die Mitgliedstaaten vor, wonach 90 Prozent der EU-Bürger bis 2025 eine Vorsorgeuntersuchung angeboten werden soll, wenn sie für Brust-, Gebärmutterhals- und Darmkrebs-Screenings infrage kommen. Heute gebe es noch inakzeptable Unterschiede bei der Abdeckung mit Screenings, sagte Kyriakides. Diese liege für die Zielbevölkerung bei Brustkrebs zwischen 6 und 90 Prozent. Auch sollten benachteiligte Gruppen wie etwa in ländlichen Regionen Zugang zu Untersuchungen haben, sagte Kyriakides. Das gezielte Screening soll auf Prostata-, Lungen- und Magenkrebs ausgeweitet werden.

Nach Ansicht der EU-Kommission sollte Brustkrebsscreening außerdem auf Frauen zwischen 45 und 75 Jahren ausgeweitet werden. Derzeit liegt die Spanne zwischen 50 und 69 Jahren.

Die Vorschläge vom Dienstag sollen veraltete Empfehlungen von 2003 ersetzen und sind Teil eines umfassenden Plans der EU gegen Krebs. Als nächstes befassen sich die EU-Staaten mit den Vorschlägen, deren Umsetzung für die Länder nicht verpflichtend ist.


14 tote Pottwale bei Tasmanien an Land gespült

HOBART: Nördlich von Tasmanien sind mehr als ein Dutzend tote Pottwale an Land gespült worden. Bei den Meeressäugern handele es sich um junge Männchen, die vermutlich alle derselben Junggesellengruppe angehört hätten, zitierten australische Medien am Dienstag die tasmanische Behörde für natürliche Ressourcen und Umweltschutz. Die 14 Kadaver seien am Montag auf King Island entdeckt worden, einer Insel zwischen Tasmanien und dem australischen Festland. Meeresbiologen und Veterinäre waren auf dem Weg zum Fundort, um die Todesumstände zu untersuchen.

Pottwale seien in dem Gebiet kein ungewohntes Bild, so die Behörde. Aus der Luft soll nun geprüft werden, ob sich eventuell weitere Tiere in der Region befinden. Pottwale werden von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als gefährdet eingestuft. Schaulustige wurden aufgefordert, Abstand zu halten. Auch Surfer und Schwimmer wurden gewarnt, da die Wal-Kadaver Haie anlocken könnten. Wie lange die toten Wale schon an der Küste liegen, war unklar. Jedoch sagte eine Augenzeugin dem Sender ABC, die Tiere verströmten bereits einen starken Geruch.

Vor zwei Jahren waren an der Westküste von Tasmanien hunderte Wale gestrandet, viele verendeten. Insgesamt hatten sich damals rund 470 Grindwale in die flache und abgelegene Macquarie-Bucht im Westen der Insel verirrt. Es war die größte bekannte Massenstrandung in der Geschichte Australiens. Bei einer aufwendigen Rettungsaktion konnten nur 111 Tiere gerettet werden.


Schwerer Hurrikan «Fiona» trifft weitere Karibik-Inseln

COCKBURN TOWN: Nach schweren Überschwemmungen in Teilen der Karibik hat der Sturm «Fiona» als Hurrikan der Stärke drei auch den Turks- und Caicosinseln heftigen Regen gebracht. Die Regierung des britischen Überseegebiets rief die rund 30.000 Bewohner am Dienstag auf, zu Hause zu bleiben. Der Wirbelsturm hatte an Kraft gewonnen und zog mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 Stundenkilometern an der Inselkette vorbei. Das US-Hurrikanzentrum sagte voraus, «Fiona» werde noch stärker werden und sich am Donnerstag Bermuda nähern.

Noch als Hurrikan der Kategorie eins (von fünf) war «Fiona» am Sonntag in Puerto Rico auf Land getroffen und hatte schwere Schäden angerichtet - Gouverneur Pedro Pierluisi nannte das Ausmaß der Zerstörung gar «katastrophal». Es gab ihm zufolge mindestens zwei Tote. Nach einem inselweiten Stromausfall hatten am Dienstag nach Angaben des Anbieters Luma mehr als 1,1 Millionen der etwa 1,5 Millionen Anschlüsse auf Puerto Rico noch immer keinen Strom.

Am Dienstag jährte sich in dem US-Außengebiet zum fünften Mal der verheerende Durchzug des Hurrikans «Maria». Diesem wurden fast 3000 Todesopfer zugeschrieben, der Wiederaufbau ist längst nicht abgeschlossen und wird nun abermals erschwert. Die US-Katastrophenschutzbehörde Fema kündigte am Dienstag an, in den kommenden Tagen Hunderte zusätzliche Mitarbeiter nach Puerto Rico zu schicken.

Nahe der bei Touristen beliebten Stadt Punta Cana war «Fiona» am Montag auch in der Dominikanischen Republik auf Land getroffen. Dort, wie auch in Puerto Rico, wurde nach Angaben der jeweiligen Behörden vielerorts die Wasserversorgung unterbrochen. Präsident Luis Abinader sagte seine geplante Reise nach New York zur UN-Generalversammlung ab und machte sich vor Ort ein Bild der Schäden.


Volvo Cars verkauft in Dänemark keine reinen Diesel und Benziner mehr

KOPENHAGEN: Der Autobauer Volvo Cars verkauft in Dänemark keine Fahrzeuge mehr, die ausschließlich mit Benzin oder Diesel fahren. Stattdessen setzt das Unternehmen in dem nördlichsten deutschen Nachbarland nur noch auf E- und Hybrid-Autos, wie Volvo Car Denmark am Dienstag mitteilte. Nach Norwegen ist Dänemark demnach das zweite Land weltweit, in dem sich der Konzern ausschließlich auf Fahrzeuge zum Aufladen fokussiert. Auf der dänischen Volvo-Webseite waren Fahrzeuge mit Verbrennermotor am Dienstag bereits verschwunden.

Die Maßnahme sei ein wichtiger Meilenstein in der globalen Firmenstrategie, bis 2030 ein vollelektrischer Autohersteller zu sein, erklärte die dänische Sparte von Volvo Cars. Von den Hybriden wolle man sich im Laufe der Zeit ebenfalls vollständig verabschieden. Die Zukunft sei elektrisch, erklärte die Chefin von Volvo Car Denmark, Sarka Heyna Fuchsova.

Im Vergleich zu anderen europäischen Märkten sind E-Autos und Plug-In-Hybride nach Volvo-Angaben in Dänemark äußerst gefragt. Die Ladeinfrastruktur sei stark und wachse weiter, hinzu kämen der generelle nationale Fokus der Dänen auf Nachhaltigkeit und Elektrifizierung sowie die Steuervorteile beim Kauf solcher Wagen.

Volvo Cars ist seit Jahrzehnten vom Nutzfahrzeughersteller Volvo AB getrennt und seit Jahren eine Tochter des chinesischen Autokonzerns Geely, der das Unternehmen 2010 dem US-Konzern Ford abgekauft hatte. Ende Oktober 2021 war Volvo Cars an die Börse gegangen.


Frauenleiche in Kühlschrank entdeckt - Mann festgenommen

GRASSE: Als sie einen Kühlschrank auf den Müllhof bringen wollten, haben zwei Menschen in Südfrankreich eine Frauenleiche in dem Gerät gefunden. Die Polizei nahm den Eigentümer des Kühlschranks wegen Mordverdachts fest. Es wurde ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet und er kam in Untersuchungshaft. Bei der Leiche handelt es sich mutmaßlich um die Frau des 32-Jährigen, wie die Staatsanwaltschaft Grasse am Dienstag mitteilte. Laut Gerichtsmedizin starb sie durch eine Schusswaffe.

Der Staatsanwaltschaft zufolge hatten die zwei den mit einem Vorhängeschloss verriegelten Kühlschrank auf Bitten ihres Freundes wegbringen wollen. Dabei fiel ihnen ein starker Geruch auf. Auf Nachfrage sagte der Eigentümer, er habe einen Hund getötet und in das Gerät getan. Doch nach dem Aufbrechen des Schlosses entdeckten die zwei neben einem Hundefell die Frauenleiche und verständigten ihren Anwalt.

Die Polizei fand bei dem dänischen Verdächtigen zu Hause geladene Waffen und Drogen. In einem Gefrierschrank entdeckten sie zudem die Leiche eines Welpen. Der Mann war zuvor bereits wegen Tierquälerei in Gewahrsam gewesen.


Palästinenserpolizei nimmt Hamas-Mitglieder fest - Unruhen in Nablus

RAMALLAH/TEL AVIV: Nach der Festnahme zweier Hamas-Mitglieder ist es in Nablus zu schweren Konfrontationen zwischen Einwohnern und palästinensischen Sicherheitskräften gekommen. Bei einem Schusswechsel zwischen Polizisten und militanten Palästinensern sei ein 53-Jähriger getötet worden, teilte ein Krankenhaus in der Palästinenserstadt im nördlichen Westjordanland am Dienstag mit. Es war zunächst unklar, ob es sich dabei um einen Unbeteiligten handelte. Videobilder zeigten, wie ein Fahrzeug der palästinensischen Polizei mit Steinen beworfen wurde.

Palästinensische Sicherheitskräfte hatten am Montagabend zwei Mitglieder der islamistischen Hamas-Organisation festgenommen. Einer davon galt als örtlicher Anführer, der auch von Israel gesucht worden war. Die israelische Armee hatte der Palästinenserpolizei zuvor vorgeworfen, sie gehe in den Autonomiestädten Nablus und Dschenin nicht effektiv gegen militante Palästinenser vor.

Seit einer Terrorwelle in Israel im Frühjahr macht Israels Armee im besetzten Westjordanland verstärkt Razzien. Vor einer Woche waren bei einem Schusswechsel am Übergang zum Westjordanland ein israelischer Offizier und zwei bewaffnete Palästinenser getötet worden. Nach israelischen Militärangaben gehörte einer der Männer dem Sicherheitsdienst der palästinensischen Autonomiebehörde an. Dieser arbeitet für gewöhnlich mit der israelischen Armee zusammen, auch im Bemühen, Anschläge zu verhindern. Gerade vor den jüdischen Feiertagen, die am Sonntagabend beginnen, herrscht die Sorge vor weiteren Attacken.


Ehrlich-Preis für Forschung zum Immunsystem

FRANKFURT/MAIN: Zwei Immunologen erhalten den Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2023: Frederick W. Alt (73) von der Harvard Medical School und David G. Schatz (64) von der Yale Medical School. Die beiden US-amerikanischen Forscher werden für die Entdeckung von Molekülen und Mechanismen ausgezeichnet, die unser Immunsystem dazu befähigen, Milliarden verschiedener Antigene schon beim ersten Kontakt zu erkennen, wie der Stiftungsrat der Paul Ehrlich-Stiftung am Dienstag in Frankfurt bekanntgab.

«Sie haben unser Wissen über die Entwicklung des Immunsystems auf eine neue Stufe gehoben», erklärte der Vorsitzende des Stiftungsrates, Prof. Thomas Boehm. 2022 hatten Ugur Sahin, Özlem Türeci und Katalin Karikó von der Mainzer Firma Biontech den Preis bekommen. Die renommierte Auszeichnung für medizinische Grundlagenforschung wird seit 1952 verliehen. Sie ist mit 120.000 Euro dotiert. Überreicht wird der Preis traditionell am Geburtstag des namensgebenden Nobelpreisträgers Paul Ehrlich, dem 14. März, in der Frankfurter Paulskirche.


Deutsche Vorratsdatenspeicherung verstößt gegen EU-Recht

LUXEMBURG: Die deutsche Regelung zur Vorratsdatenspeicherung verstößt nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) im Wesentlichen gegen EU-Recht.

Das teilte der EuGH am Dienstag in Luxemburg mit. Die Regelung liegt seit 2017 auf Eis.


Hunderte Migranten vor Zypern aufgegriffen

NIKOSIA: Die zyprische Küstenwache hat am Dienstag 137 Migranten an Bord eines Bootes östlich der Insel aufgegriffen. Die Menschen seien aus dem Libanon gestartet und sollen bald wieder zurückgeschickt werden, berichtete der staatliche Rundfunk (RIK) unter Berufung auf die Küstenwache. Zwischen dem Libanon und Zypern gibt es ein Rückführungsabkommen. Wie die Küstenwache weiter mitteilte, hatten die Behörden bereits am Montag bei einer umfangreichen Aktion zusammen mit einem Frachter rund 300 Migranten gut 110 Seemeilen südöstlich der Mittelmeerinsel gerettet.

Die Menschen hätten ein Notsignal gesendet. Alle Menschen wurden demnach mit Hubschraubern und Booten der Küstenwache zum Frachter gebracht und aufgenommen. Sie sollen auch aus dem Libanon gestartet sein. Welcher Nationalität sie angehörten, blieb zunächst unklar, ebenso, wohin die geretteten Menschen gebracht werden sollten.

Schleuserbanden versuchen zunehmend, Migranten aus Staaten im Osten des Mittelmeers - wie dem Libanon oder Syrien - nach Süditalien zu bringen. Die Route ist lang und gefährlich, sie führt südlich von Zypern an Kreta und Südgriechenland vorbei. Auf den langen Fahrten kommt es immer wieder zu Maschinenschäden oder anderen Havarien der meist veralteten Boote. Pro Fahrt verlangen die Schleuser nach Angaben von Migranten pro Kopf zwischen 3000 und 5000 Euro.

Zypern verzeichnete laut EU-Statistik in den vergangenen Jahren gemessen an der Bevölkerungsgröße bei weitem die meisten Asylanträge pro Jahr. Die Regierung in Nikosia hat deshalb wiederholt um Hilfe der EU gebeten.


Paris Hilton sucht nach ihrem Hund: «Erwägen den Einsatz von Drohnen»

LOS ANGELES: US-Realitystar Paris Hilton hat nach eigenen Worten eine groß angelegte Suchaktion nach ihrem entlaufenen Chihuahua «Diamond Baby» gestartet. «Ich tue alles, was in meiner Macht steht, um sie zurückzubekommen», teilte die 41-Jährige ihren Fans bei Instagram mit. «Wir haben einen Tierdetektiv, einen Hundeflüsterer und einen Tierpsychologen engagiert und erwägen jetzt auch den Einsatz von Drohnen, die Hunde aufspüren können.»

Laut Hilton wird der Hund seit einer Woche vermisst. «Ich war bei einem Fotoshoot und wir ziehen gerade um», schrieb Hilton. Einer der Umzugshelfer müsse demnach eine Tür offen gelassen haben. Freunde und Familie hätten daraufhin die Nachbarschaft durchkämmt - doch bislang ohne Erfolg. Hilton rief auch ihre Fans auf, ihr bei der Suche zu helfen, verlinkte auf Instagram auch die Suchanzeige, in der das Tier als «etwas schüchtern» beschrieben wird.

«Ich habe das Gefühl, dass ein Teil von mir fehlt und ohne sie nichts mehr wie früher ist», schrieb Hilton. «Diamond Baby ist mein Ein und Alles, wirklich wie eine Tochter für mich.» Dem Finder versprach sie eine große Belohnung.


Konzerne erlauben Beschäftigten bis 60 Tage Arbeit aus dem Ausland

GERLINGEN: Ob vom Strand oder aus dem Hotelzimmer: Immer mehr große Unternehmen erlauben ihren Beschäftigten zeitweise aus dem Ausland zu arbeiten. So können Angestellte bei Bosch seit April bis zu 54 Tage im Jahr außerhalb Deutschlands arbeiten, wie aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht. Beim Pharmakonzern Merck sind es 60 Tage. Der Zulieferer Continental erlaubt seit Jahresanfang bis zu 40 Tage, beim Software-Riesen SAP sind es 30 Tage. Beide erhoffen sich damit auch eine größere Attraktivität als Arbeitgeber. Adidas macht 10 Tage möglich.

Andere große Unternehmen prüfen derzeit solche Möglichkeiten, darunter etwa die Autobauer VW und Mercedes-Benz. Noch fehlten rechtliche Rahmenbedingungen, was zu aufwendigen Einzelfallprüfungen und rechtlichen Risiken führe, hieß es von Mercedes. Auch bei der Deutschen Bank ist mobiles Arbeiten derzeit nur in Deutschland möglich - die Bank beobachte aber die laufenden Rechtsentwicklungen.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.