Neues aus dem Ausland am Dienstag

Neues aus dem Ausland am Dienstag

Tichanowskaja stellt alternative Regierungsmannschaft für Belarus vor

VILNIUS: Um die Ablösung von Machthaber Alexander Lukaschenko voranzutreiben, hat die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja eine alternative Regierungsmannschaft vorgestellt. Zwei Jahre nach der als gefälscht geltenden Präsidentschaftswahl in Belarus verkündete sie am Dienstag in der litauischen Hauptstadt Vilnius ein «Vereintes Übergangskabinett» und ernannte erste Mitglieder. Das Gremium solle die nationalen Interessen von Belarus vertreten, einen demokratischen Wandel herbeiführen und die Rechtsstaatlichkeit wiederherstellen, sagte sie. Staatliche Befugnisse hat die Gruppe nicht, sie agiert aus dem Exil. Zu ihren Mitstreitern gehören auch Oppositionelle, die früher dem belarussischen Führungssystem angehörten.

Bei der Wahl am 9. August 2020 hatte sich Lukaschenko zum Sieger der Wahl ausrufen lassen und damit beispiellose Proteste in Belarus ausgelöst. Viele sehen Tichanowskaja als wahre Siegerin des Urnengangs. Sie flüchtete nach der Wahl nach Litauen. In Belarus gibt es aufgrund massiver staatlicher Repressionen inzwischen so gut wie keine größeren Demonstrationen mehr.


Weißes Haus: Biden wusste nichts über Durchsuchung von Trumps Anwesen

WASHINGTON: US-Präsident Joe Biden hat nach Angaben des Weißen Hauses nicht vorab über die Durchsuchung des Anwesens seines Vorgängers Donald Trump Bescheid gewusst. «Der Präsident wurde nicht unterrichtet und wusste nichts davon. (...) Niemand im Weißen Haus wurde vorgewarnt», sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, am Dienstag. Man habe über die Durchsuchung wie die Öffentlichkeit aus Berichten erfahren. Das Justizministerium sei unabhängig und führe entsprechend Ermittlungen durch. «Es wäre nicht angemessen, wenn wir uns zu laufenden Ermittlungen äußern würden», sagte Jean-Pierre weiter.

Am Montag hatte die Bundespolizei FBI Trumps Anwesen in Mar-a-Lago durchsucht. Hintergrund der Aktion war nach ersten Erkenntnissen die Suche nach Regierungsdokumenten. Anfang des Jahres war bekanntgeworden, dass das für die Aufbewahrung präsidialer Korrespondenz zuständige Nationalarchiv 15 Kisten mit unter anderem vertraulichem Material in Trumps Privatclub vermutete. Trump übergab danach mehrere Dokumente der Behörde.


US-Polizei nimmt Verdächtigen nach Mordserie an Muslimen fest

WASHINGTON: Nach der Mordserie an Muslimen hat die Polizei in Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexico einen Verdächtigen festgenommen. Man habe das Fahrzeug ausfindig gemacht, das vermutlich mit dem jüngsten Mord an einem muslimischen Mann in Albuquerque in Zusammenhang stehe, teilte Polizeichef Harold Medina am Dienstag bei Twitter mit. Der Fahrer sei festgenommen worden. Er sei «Hauptverdächtiger» in den Mordfällen.

Die Polizei in Albuquerque hatte am Samstagabend mitgeteilt, dass sie einen Mord an einem muslimischen Mann untersucht, der möglicherweise in Verbindung mit drei ähnlichen Taten in der Stadt stehe. In allen vier Fällen aus den vergangenen neun Monaten habe es sich bei den Ermordeten um muslimische Männer aus Südasien gehandelt. Die Bundespolizei FBI unterstütze die örtliche Polizei bei den Ermittlungen. Die drei jüngsten Morde ereigneten sich innerhalb von zwei Wochen und versetzten die Stadt in Aufregung.


Ex-Vize Pence: Durchsuchung untergräbt Vertrauen in Rechtssystem

WASHINGTON: Der ehemalige US-Vizepräsident Mike Pence hat sich nach der Durchsuchung des Anwesens von Ex-Präsident Donald Trump hinter seinen ehemaligen Chef gestellt. «Ich teile die tiefe Besorgnis von Millionen von Amerikanern über die beispiellose Durchsuchung des Wohnsitzes von Präsident Trump», schrieb er am Dienstag bei Twitter. Der Anschein von Parteilichkeit seitens des Justizministeriums müsse beseitigt werden. «Die gestrige Aktion untergräbt das Vertrauen der Öffentlichkeit in unser Rechtssystem, und Generalstaatsanwalt Garland muss dem amerikanischen Volk umfassend Rechenschaft darüber ablegen, warum diese Maßnahme ergriffen wurde, und er muss dies unverzüglich tun», schrieb er an Justizministerminister Merrick Garland gerichtet.

Pence hatte sich zuletzt von Trump distanziert. Ihm werden Ambitionen für eine Kandidatur als Präsidentschaftskandidat im Jahr 2024 nachgesagt. Auch Trump kokettiert immer wieder mit einer Kandidatur, hat diese aber bisher noch nicht offiziell erklärt.

Am Montag hatte die Bundespolizei FBI Trumps Anwesen in Mar-a-Lago durchsucht. Hintergrund der Aktion war ersten Erkenntnissen nach die Suche nach Regierungsdokumenten. Anfang des Jahres war bekanntgeworden, dass das für die Aufbewahrung präsidialer Korrespondenz zuständige Nationalarchiv 15 Kisten mit unter anderem vertraulichen Material in Trumps Privatclub vermutete. Trump hatte schließlich mehrere Dokumente der Behörde übergeben.


15 Soldaten sterben bei Minenexplosionen in Burkina Faso

OUAGADOUGOU: Im westafrikanischen Burkina Faso sind 15 Soldaten bei aufeinanderfolgenden Minenexplosionen getötet worden, einer wurde verletzt. Ein Fahrzeug eines Militärkonvois geriet nach Angaben der Armee am Dienstagmorgen im Norden des Landes auf eine Mine, die daraufhin explodierte. Während der Erstrettung sei dann eine zweite Mine detoniert, vermutlich durch Fernzündung, hieß es weiter.

Der Sahelstaat mit rund 21 Millionen Einwohnern befindet sich seit 2019 in einer schweren humanitären und politischen Krise. Bewaffnete Gruppen, die zum Teil der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder der Terrororganisation Al-Kaida angehören, sind dort sowie in den Nachbarstaaten Mali und Niger aktiv. Auch langwierige Dürren und Hungersnöte machen dem trotz reicher Goldvorkommen verarmten Land zu schaffen. Seit einem Putsch im Januar regiert in Burkina Faso das Militär.


Anwalt: Hafturlaub für im Iran inhaftierte Französin

TEHERAN: Der im Iran inhaftierten französischen Wissenschaftlerin Fariba Adelkhah wurde ein fünftägiger Hafturlaub gewährt. Das gab ihr Anwalt Hosdchat Kermani am Dienstag laut der Nachrichtenagentur Isna bekannt. Kermani hoffte, dass Adelkhahs Hafturlaub seitens der Justiz verlängert werde.

Die Anthropologin, die auch die iranische Staatsangehörigkeit besitzt, war zusammen mit ihrem Kollegen und Lebensgefährten Roland Marchal im Juni 2019 am Flughafen von Teheran festgenommen worden. Beide wurden wegen Gefährdung der nationalen Sicherheit und Verbreitung regimefeindlicher Propaganda zu fünf Jahren Haft verurteilt. Der 64-jährige Marchal kam im Zuge eines Gefangenenaustauschs zwischen Paris und Teheran im März frei. Adelkhah musste jedoch trotz heftiger Kritik aus Paris in Haft bleiben.


10 Tote und 18 Verletzte nach Überfall auf mehrere Busse im Südsudan

JUBA: Unbekannte haben zehn Menschen beim Überfall auf mehrere Busse im ostafrikanischen Südsudan erschossen. Weitere 18 Menschen seien verletzt worden, 20 Fahrgäste würden vermisst, sagte Brigadegeneral Justin Boula Daniel der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

Die bewaffneten Angreifer überfielen die drei Busse am Dienstagmittag auf einer Straße 80 Kilometer südlich von der Hauptstadt Juba. Es sei unklar, wer hinter dem Angriff stehe, sagte der Polizeisprecher. Bisher hat keine Rebellengruppe die Verantwortung übernommen.

Vor rund einer Woche hatte die Übergangsregierung im Südsudan eine Verschiebung demokratischer Wahlen um 24 Monate angekündigt. Das Land am Horn von Afrika mit seinen rund elf Millionen Einwohnern wird seit Anfang 2020 von einer fragilen Übergangsregierung von Präsident Salva Kiir Mayardit und dem ehemaligen Rebellenführer Riek Machar geführt.

2013 brach in dem ölreichen und von Jahrzehnten der Konflikte gebeutelten Land ein Bürgerkrieg aus, in dem Tausende Menschen starben und Millionen flohen. Dem Friedensabkommen von 2018 traten nicht alle Rebellengruppen bei.


Pelosi verteidigt ihren Trip nach Taiwan

WASHINGTON: Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat ihren Besuch in Taiwan trotz der massiven Spannungen mit China verteidigt. «Ja, es hat sich gelohnt», sagte die 82-Jährige, die in der vergangenen Woche nach Asien gereist war, dem US-Sender NBC am Dienstag in einem Interview. «Das, was die Chinesen jetzt tun, ist das, was sie immer tun», sagte sie mit Blick auf neue Militärmanöver in der Straße von Taiwan. Die Demokratin sagte, sie habe «überwältigende parteiübergreifende Unterstützung» für ihren Besuch erfahren.

Nach Einschätzung Pelosis befindet sich Chinas Staats- und Regierungschef Xi Jinping in einer «schwierigen Lage». Er habe Probleme mit seiner Wirtschaft, außerdem wolle er wiedergewählt werden. «Er verhält sich wie ein ängstlicher Tyrann.»

Die chinesische Führung lehnt offizielle Kontakte anderer Länder zu Taiwan ab und empfindet Besuche wie den von Pelosi als Provokation, weil sie die Insel als Teil der Volksrepublik ansieht. Hingegen versteht sich Taiwan längst als unabhängig. Mit ihren seit der vergangenen Woche anhaltenden Manövern übt die Volksbefreiungsarmee nicht nur eine See- und Luftblockade, sondern auch eine mögliche Eroberung der Insel.


Wald- und Flächenbrände

SOFIA: In Bulgarien sind bei Temperaturen über 30 Grad und heftigen Winden mehrere Wald- und Flächenbrände ausgebrochen.

Am stärksten betroffen waren am Dienstag Gebiete im Süden und im Osten des Balkanlandes. In drei Gemeinden unweit der türkischen Grenze riefen die Behörden den Notstand aus, da das Feuer einem Bericht der Nachrichtenagentur BTA zufolge außer Kontrolle geriet. Mehrere unbewohnte Ferienhäuser brannten nieder. Feuerwehrleute kämpften bei Panagjurischte in Südbulgarien mit einem auf 300 Hektar wütenden Waldbrand. Zwei Hubschrauber waren dort im Einsatz.


Weiterer Schlag für Trump - Niederlage im Streit um Steuerunterlagen

WASHINGTON: Der frühere US-Präsident Donald Trump hat im Rechtsstreit um die Herausgabe seiner Steuerunterlagen an einen Ausschuss des Repräsentantenhauses erneut eine Niederlage kassiert. Ein Berufungsgericht des Hauptstadtdistrikts District of Columbia entschied am Dienstag, dass Trump die Unterlagen herausgeben müsse. «Jeder Präsident tritt sein Amt in dem Wissen an, dass er nach seinem Ausscheiden aus dem Amt denselben Gesetzen unterliegt wie alle anderen Bürger. Dies ist ein Merkmal unserer demokratischen Republik, kein Fehler», heißt es in der Urteilsbegründung. Erst am Montag hatte die Bundespolizei FBI das Anwesen von Trump im US-Bundesstaat Florida wegen einer anderen Angelegenheit untersucht.

Trump kann gegen die Entscheidung Berufung einlegen - sie ist noch nicht rechtskräftig. Der Ex-Präsident wehrt sich seit Jahren gegen die Herausgabe seiner Steuerunterlagen. Das Finanzministerium der Regierung von Trumps Nachfolger Joe Biden wies die Steuerbehörde IRS im vergangenen Jahr an, die Unterlagen an den Ausschuss zu übergeben. Im Widerspruch zu politischen Gepflogenheiten in den USA hatte der Immobilienunternehmer Trump seine Steuererklärung weder als Präsidentschaftskandidat noch nach seinem Einzug ins Weiße Haus öffentlich gemacht. Kritiker mutmaßen daher, er habe etwas zu verbergen. Die aktuelle Entscheidung bestätigt ein vorheriges Gerichtsurteil.


Polizei auf Kreta stoppt Migranten mit gefälschten Dokumenten

ATHEN: Erneut haben Migranten versucht, mit gefälschten Reisedokumenten per Flug von der Touristeninsel Kreta nach Deutschland und in andere EU-Staaten einzureisen. Beamte der griechischen Polizei teilten am Dienstag mit, allein in der vergangenen Woche hätten insgesamt 22 Migranten die Ausreise mit falschen Pässen versucht. Vom Hauptstadtflughafen Iraklion versuchten die Migranten neben Deutschland auch in die Schweiz, Belgien und Spanien zu reisen.

Das Problem ist der griechischen Polizei schon länger bekannt. Experten vermuten, dass trotz der Kontrollen der Behörden einer großen Zahl an Migranten auf diesem Weg die Reise nach Mitteleuropa gelingt. Offizielle Daten gibt es jedoch nicht.

Laut Polizeiinformationen kosten die gefälschten Reisedokumente je nach Qualität zwischen 3000 und 7000 Euro. Zudem versprächen die Schleuser ihren Kunden aktuell besonders hohe Ausreise-Chancen. Die Grenzbehörden seien beim Abflug in Griechenland während der Urlaubssaison überlastet. Entsprechend ungenauer sind die Kontrollen an den Flughäfen, so die Polizei.


London lehnt schottisches Referendum ab - Supreme Court am Zug

LONDON: Im Konflikt zwischen London und Edinburgh lehnt die britische Regierung ein neues Unabhängigkeitsreferendum der Schotten weiterhin strikt ab. Die Anwältin der Regierung reichte am Dienstag die schriftliche Position Londons beim obersten britischen Gericht - dem Supreme Court - ein, wie eine Sprecherin bestätigte.

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon will ihre Landsleute im Herbst des kommenden Jahres erneut darüber abstimmen lassen, ob Schottland ein unabhängiger Staat werden soll. Bei einem Referendum im Jahr 2014 hatte eine Mehrheit der Schotten (55 Prozent) noch für den Verbleib im Vereinigten Königreich gestimmt. Das war allerdings vor dem Brexit, den der nördlichste britische Landesteil mit klarer Mehrheit (62 Prozent) abgelehnt hatte. Daher hoffen die Unabhängigkeitsbefürworter, dass sich bei einer erneuten Abstimmung die Verhältnisse ändern.

Eigentlich ist für eine solche Abstimmung die Zustimmung der britischen Regierung notwendig. Sturgeon will das Referendum jedoch notfalls auch ohne diese Zustimmung auf rechtmäßige Weise abhalten. Daher hat ihre Regierung den Supreme Court eingeschaltet, um prüfen zu lassen, ob eine «beratende Abstimmung» auch ohne grünes Licht aus London möglich wäre. Mit «beratend» ist gemeint, dass Schottland durch einen Sieg der Unabhängigkeitsbefürworter nicht automatisch aus dem Vereinigten Königreich ausscheiden würde.

London ist überzeugt, dass dies unrechtmäßig wäre. «Es bleibt die klare Ansicht der britischen Regierung, dass ein Unabhängigkeitsreferendum außerhalb der Gesetzgebungskompetenz des schottischen Parlaments liegen würde», sagte eine Sprecherin. Der Fall soll vor Gericht im Oktober verhandelt werden.


Viel mehr Bergtote in Bayern

SCHÖNAU AM KÖNIGSSEE: Die Zahl tödlicher Bergunfälle hat im bayerischen Alpenraum einen markanten neuen Höchststand erreicht.

Allein im ersten Halbjahr starben im südlichen Oberbayern 30 Menschen - nach 19 im Vorjahr, wie Innenminister des süddeutschen Bundeslandes, Joachim Herrmann und Justizminister Georg Eisenreich', am Dienstag bei einer Rettungsübung an der Jennerbahn in Schönau am Königssee mitteilten.

Dabei hatten die Zahlen schon im gesamten Jahr 2021 mit 55 Bergtoten in der betreffenden Region einen Spitzenwert erreicht - es war der höchste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen 2009. «Überschätzen Sie sich nicht, informieren Sie sich und nehmen Sie die Gefahren in den Alpen ernst», mahnte Herrmann. Er erinnerte an die «SOS-EU-Alp»-App, über die Retter schnell alarmiert werden können.

«2021 starben im Landkreis Berchtesgadener Land mehr Menschen in den Bergen als im Straßenverkehr», sagte Eisenreich. Voraussetzung für Touren sei die richtige Ausrüstung und eine gute Vorbereitung mit der richtigen Routenauswahl. «Dazu ist wichtig, sich selbst richtig einzuschätzen.» Immer mehr Hobby-Bergsteiger verließen sich auf teure Ausrüstung und Apps, warnte der Minister.


Tusk: Kaczynski versucht, Polen aus der EU zu ziehen

WARSCHAU: Der ehemalige EU-Ratspräsident und polnische Oppositionsführer Donald Tusk hat dem nationalkonservativen Parteichef Jaroslaw Kaczynski vorgeworfen, Polen aus der EU zu ziehen. Dies geschehe «konsequent und mit der Hartnäckigkeit eines Wahnsinnigen», schrieb Tusk am Dienstag auf Twitter. «Alle Anhänger der (Europäischen) Union müssen das endlich begreifen.»

Mit seiner Kritik bezog sich Tusk auf Äußerungen Kaczynskis in einem Interview der rechtskonservativen Wochenzeitschrift «W Sieci». Darin hatte er gesagt, bei einem Sieg seiner Partei - der Regierungspartei «Recht und Gerechtigkeit» (PiS) - bei der in diesem Jahr anstehenden Parlamentswahl in Polen müssten die Beziehungen zur EU neu geordnet werden. «Es kann nicht sein - und es wird nicht sein - dass die EU Traktate, Vereinbarungen, Verträge mit uns nicht anerkennt», sagte er.

Auf Veränderungen in der EU hatte am Montag auch PiS-Generalsekretär Krzysztof Sobolewski gedrängt. Das Ziel seiner Partei sei kein Austritt aus der EU, sagte er im polnischen Rundfunk. Es müsse allerdings Veränderungen der EU geben, in der er zu starken deutschen Einfluss kritisierte. Polen werde alle Möglichkeiten ausnutzen, etwa durch eine breite Anwendung des Veto-Rechts. «Wir werden eine «Zahn um Zahn»-Taktik anwenden», sagte er.

Seit Jahren gibt es Streit zwischen der EU und Polen um die Medien- und Justizreform der nationalkonservativen Regierung. In einem vor wenigen Wochen veröffentlichten Bericht sah die EU-Kommission deswegen den Rechtsstaat in Polen in Gefahr.


Brand auf Ferieninsel - Tausende Partygäste in Sicherheit gebracht

NOVALJA: In einem Kiefernwald auf der kroatischen Ferieninsel Pag ist am frühen Dienstagmorgen ein Brand ausgebrochen. Die Flammen gefährdeten die Clubs am Zrce-Strand nahe dem Ort Novalja, der für seine Partys bekannt ist. Die Behörden brachten mehrere Tausend Menschen in Sicherheit, die dort feierten, berichteten kroatische Medien unter Berufung auf die Polizei. Verletzt wurde demnach niemand. Die Flammen hatten sich rasch ausgebreitet und waren den Clubs gefährlich nahe gekommen.

Außerdem mussten 200 Autos entfernt werden, die vor den Clubs geparkt waren, weil sie den Feuerwehren den Zugang zum Kiefernwald erschwerten. Schließlich brachten 50 Feuerwehrleute mit 20 Löschfahrzeugen sowie mehrere Löschflugzeuge die Flammen unter Kontrolle.

Entlang der kroatischen Küste waren am Dienstag mehrere weitere Waldbrände aktiv. Feuerwehren vermochten die Brandherde weitgehend einzugrenzen und von bewohnten Gebieten fernzuhalten.


Seibert nun offiziell neuer deutscher Botschafter

TEL AVIV: Der ehemalige deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert hat offiziell sein Amt als neuer Botschafter in Israel übernommen. Der 62-Jährige überreichte dem israelischen Präsidenten, Izchak Herzog, am Dienstag sein Beglaubigungsschreiben.

«Die Freundschaft zwischen Israel und Deutschland ist ein Schatz, und es ist mir eine Ehre, daran zu arbeiten, sie zu stärken», schrieb der 62-Jährige am Dienstag nach der offiziellen Zeremonie in Jerusalem auf Twitter.

«Ohne die Vergangenheit zu vergessen, blicken wir gemeinsam in die Zukunft», teilte der israelische Präsident mit und lobte Deutschlands Engagement für Israels Sicherheit.

Seibert war mehr als elf Jahre lang Regierungssprecher unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Zuvor arbeitete er als Fernsehjournalist beim ZDF. In Israel übernimmt er den Posten von der bisherigen Botschafterin Susanne Wasum-Rainer, die dort Ende Juni ihren letzten Arbeitstag hatte.


Japanischer Modedesigner Miyake gestorben

TOKIO: Der japanische Modeschöpfer Issey Miyake ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Er erlag bereits am 5. August einer Leberkrebs-Erkrankung, gab sein Büro am Dienstag laut Medien bekannt. Seit den 70er Jahren verfolgte er das Konzept, Kleidung aus einem einzigen Stück Stoff herzustellen. Berühmt sind seine Entwürfe mit innovativen Silhouetten und stark plissierten Stoffen. So entstanden Miyakes Aufsehen erregende Kollektionen «Pleats Please» (Plissee bitte) und «A-POC». Der in Hiroshima geborene Miyake studierte in Tokio und Paris, seine erste Kollektion stellte er 1970 in New York vor.

2005 wurde er für sein Lebenswerk mit dem japanischen «Praemium Imperiale» geehrt, der auch als Nobelpreis der Künste gilt. Ein Jahr später wurde er für seine «visionären Bekleidungskonzepte» mit dem Kyoto-Preis ausgezeichnet. Der 1984 von Kazuo Inamori, dem Gründer des japanischen Technologie-Konzerns Kyocera, ins Leben gerufene Kyoto-Preis zählt neben dem Nobelpreis zu den wichtigsten Auszeichnungen auf dem Gebiet der Wissenschaft und Kultur.


Präsidentschaftswahlen angelaufen

NAIROBI: In Kenia haben die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen begonnen. Letzte Umfragen sahen den langjährigen Oppositionsführer und ehemaligen Premierminister Raila Odinga mit knappem Vorsprung vor dem bisherigen Vizepräsidenten William Ruto. Sie konkurrieren um die Nachfolge von Präsident Uhuru Kenyatta, der das Land mehr als zehn Jahre führte.

In dem bei Touristen beliebten Land sind Unruhen und Gewalt bei Wahlen nicht ungewöhnlich - insbesondere wenn ein knappes Ergebnis zu erwarten ist. Grund sind Spannungen zwischen den verschiedenen Volksgruppen. Hinzu kommt derzeit die angespannte wirtschaftliche Lage durch steigende Lebensmittel- und Kraftstoffpreise.

Dennoch gilt Kenia als eines der stabilsten Länder auf dem afrikanischen Kontinent. Beide Kandidaten hatten im Vorfeld angekündigt, die engen Beziehungen zu den USA und Europa aufrecht zu halten. Beide erklärten, bei einer Niederlage darauf zu verzichten, die Wahl anfechten zu wollen. Es sind rund 22 Millionen Menschen aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Ergebnisse müssen gemäß der Verfassung binnen sieben Tagen veröffentlicht werden.


WHO: Freunde haben und geistig aktiv bleiben fördert Gehirnfitness

GENF: Gute soziale Kontakte und anregende Beschäftigungen fördern der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge die Gesundheit des Gehirns. Aber nicht nur das: Regierungen müssten auch die Bedingungen für körperliche Gesundheit, eine saubere Umwelt, Sicherheit, Bildung, soziale Netzwerke und ein erreichbares und bezahlbares Gesundheitswesen schaffen. Das könne vielen neurologischen und psychischen Krankheiten vorbeugen, heißt es in einer am Dienstag präsentierten WHO-Broschüre. Die Organisation ruft Länder auf, mehr für die gesunde Entwicklung und Erhaltung des Gehirns zu tun.

Jeder dritte Erdenbürger entwickle im Leben eine neurologische Krankheit. Diese Krankheiten seien die zweithäufigste Todesursache nach Herzerkrankungen, schreibt die WHO.

Die Menschen könnten viel tun für ihre geistige Gesundheit: darunter lebenslange Weiterentwicklung und das Lernen neuer Fähigkeiten. Menschen mit geistig anregenden Berufen hätten nach einer Studie ein geringeres Risiko, an Demenz zu erkranken als Menschen mit weniger anregenden Berufen. Erstere hätten geringere Mengen bestimmter Proteine, die die Bildung von Verbindungen zwischen Nervenzellen im Gehirn beeinträchtigen.

Gut für die Gesundheit des Gehirns sei es auch, Fremdsprachen zu sprechen, Musik zu machen, zu Lesen und sich mit anderen intellektuell auszutauschen. Menschen mit einer größeren Anzahl von sozialen Beziehungen im Erwachsenenalter hätten nach einer anderen Studie umfangreichere Gehirnstrukturen in der Großhirnrinde als einsamere Menschen. «Soziale Isolation und Einsamkeit im älteren Erwachsenenalter sind mit einem höheren Risiko der Entwicklung von kognitiven Beeinträchtigungen und Demenz verbunden», so die WHO.


Palästinenser: 32 Verletzte bei Zusammenstößen mit Israels Militär

RAMALLAH/TEL AVIV: Bei Zusammenstößen mit dem israelischen Militär im Westjordanland sind nach palästinensischen Angaben 32 Menschen verletzt worden. Sie seien durch Schüsse bei einem Militäreinsatz in der Altstadt von Nablus verletzt worden, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Viele Menschen schweben demnach in Lebensgefahr. Vom israelischen Militär lag zunächst keine Bestätigung vor.

Nach dreitägigen Kämpfen war am Sonntag zwischen Israel und der palästinensischen Organisation Islamischer Dschihad im Gazastreifen eine Waffenruhe in Kraft getreten. Das israelische Militär hatte am Freitag die Militäraktion «Morgengrauen» mit Luftangriffen gegen den Dschihad im Gazastreifen gestartet. Während der Operation wurden zwei Dschihad-Militärchefs getötet. Seit Freitag feuerten militante Palästinenser daraufhin nach Militärangaben mehr als 1000 Raketen auf israelische Ortschaften. 200 davon seien im Gazastreifen eingeschlagen.

Der Einsatz gegen den Dschihad im Gazastreifen ist als Fortsetzung einer Kampagne im Westjordanland zu sehen, die schon seit Monaten andauert. Seit einer Terrorwelle in Israel im Frühjahr hält die Armee dort verstärkt Anti-Terror-Einsätze ab.


Studie zeigt Umweltauswirkungen von über 57.000 Lebensmitteln auf

OXFORD/BERLIN: Wer beim Lebensmitteleinkauf der Umwelt etwas Gutes tun will, sollte Fleisch, Fisch und Käse meiden und lieber verstärkt zu Obst, Gemüse und Brot greifen. Das belegt eine britische Studie, in der die Umweltauswirkungen von mehr als 57.000 im Supermarkt erhältlichen Produkten eingeschätzt wurden. Darunter waren viele verarbeitete Lebensmittel. Wie die Autoren in den «Proceedings» der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften («PNAS») zudem berichten, weisen viele nahrhafte Produkte eine geringe Umweltbelastung auf.

Um die Umweltfolgen von Supermarkt-Produkten besser abschätzen zu können, hat ein Team unter Leitung von Forschern der Universität von Oxford einen Algorithmus entwickelt, mit dem es die Gesamtwirkungen von mehr als 57.000 im Einzelhandel erhältlichen Lebensmitteln und Getränken im Vereinigten Königreich und Irland abschätzte. Die Autoren quantifizierten dabei etwa die Auswirkungen der Lebensmittel auf Treibhausgasemissionen, Landnutzung und Wasserverbrauch.

Daraus ermittelten die Forscher dann einen einzigen zusammengesetzten Umweltauswirkungswert, der von 0 (keine Auswirkungen) bis zu 100 (größte Auswirkungen) reicht. Den höchsten Wert erreichten in der Studie Produkte aus getrocknetem Rindfleisch wie Biltong oder Beef Jerky - derartige Dörrfleisch-Produkte finden sich als Snacks auch hierzulande in immer mehr Supermärkten. In der Regel hatten Produkte aus Fleisch, Fisch und Käse einen eher höheren Wert, während sich viele Desserts und Backwaren im mittleren Bereich und Produkte aus Obst, Gemüse, Zucker und Mehl wie Suppen, Salate, Brot und viele Frühstücksflocken am unteren Ende der Skala befanden.

«Die britischen Ergebnisse decken sich insgesamt mit dem, was wir für die aktuellen Ernährungsgewohnheiten in Deutschland ermittelt haben», kommentiert Rolf Sommer, Leiter des Bereichs Landwirtschaft und Landnutzung beim WWF Deutschland, in einer unabhängigen Einschätzung.

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