Neues aus dem Ausland am Dienstag

Neues aus dem Ausland am Dienstag

Nach Tod von Al-Kaida-Chef warnt US-Außenministerium vor Anschlägen

WASHINGTON: Nach der Tötung des Al-Kaida-Anführers Aiman al-Sawahiri durch einen US-Drohnenangriff hat das US-Außenministerium Amerikaner weltweit zu erhöhter Wachsamkeit vor Anschlägen aufgerufen. «Nach dem Tod von Al-Sawahiri könnten Anhänger von Al-Kaida oder mit ihr verbundenen Terrororganisationen versuchen, amerikanische Einrichtungen, Personal oder Bürger anzugreifen», hieß es in einem aktualisierten Warnhinweis des Ministeriums, der am Dienstagabend (Ortszeit) veröffentlicht wurde.

Man sei nach wie vor besorgt über die anhaltende Bedrohung durch Terroranschläge, Demonstrationen und andere gewalttätige Aktionen gegen US-amerikanische Bürger und Interessen im Ausland. Nach dem Tod des Anführers des Terrornetzwerks Al-Kaida gebe es «ein höheres Potenzial für anti-amerikanische Gewalt».

Die USA hatten Al-Sawahiri nach eigenen Angaben am vergangenen Wochenende mit einem gezielten Drohnenangriff in der afghanischen Hauptstadt Kabul getötet. Der 71-Jährige war Nachfolger von Osama bin Laden, dem Kopf der Terroranschläge vom 11. September 2001 mit annähernd 3000 Toten in den USA. Nach Bin Ladens Tötung durch eine US-Spezialeinheit in Pakistan 2011 war Al-Sawahiri an die Spitze der Terrorgruppe aufgerückt.


Waldbrand in Nordkalifornien wütet weiter - vier Tote

YREKA: In Nordkalifornien sind bei einem großen Waldbrand nach Angaben der Behörden mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Nach Mitteilung der Polizei im Bezirk Siskiyou County vom Dienstag (Ortszeit) fanden Suchteams zwei Leichen in Häusern in dem Brandgebiet.

Tags zuvor hatten die Behörden von zwei Toten in einem ausgebrannten Fahrzeug nahe der Ortschaft Klamath River berichtet. Alle Opfer befanden sich nahe einer größeren Straße, die mitten durch die Feuerzone führt. Die State Route ist seit dem Ausbruch des sogenannten McKinney-Feuers am vorigen Freitag für den Verkehr gesperrt.

Der Waldbrand hat sich seither auf eine Fläche von über 224 Quadratkilometern ausgebreitet. Mehr als 1300 Feuerwehrleute kämpften am Dienstag gegen die Flammen. Die Ursache des Feuers ist noch nicht bekannt. Nach wochenlanger Trockenheit kam den Einsatzhelfern am Montag leichter Regen bei der Bekämpfung des Brandes zur Hilfe.


14-Jährige im Schlaf getötet - lange Haftstrafe für 18-Jährigen

MÜNCHEN: Nach dem tödlichen Stich auf seine 14 Jahre alte Freundin ist ein 18-Jähriger in München wegen Mordes zu einer Jugendstrafe von acht Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Das Landgericht München I behielt sich am Dienstag zudem die Anordnung der Sicherungsverwahrung vor; dies ermöglicht die Verhängung der Sicherungsverwahrung bis zum Ende der Strafvollstreckung. Das Gericht habe diese Möglichkeit genutzt, da die Sachverständigen von einer äußerst hohen Wiederholungsgefahr auch für schwerste Gewalttaten ausgegangen waren, teilte ein Gerichtssprecher mit.

Die Kammer sah die Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe als gegeben an, habe der zum Tatzeitpunkt 17-Jährige das Tatmesser doch gezielt angeschafft. Außerdem sei die 14-Jährige «am vermeintlich sichersten Ort, den man sich vorstellen könne, getötet worden: schlafend im eigenen Bett in ihrem Elternhaus». Als Motiv erkannte das Gericht echte Mordlust sowie einen ganzen Strauß niedriger Beweggründe.

Der junge Mann hatte im Prozess gestanden, seine Freundin im Schlaf erstochen zu haben. Die Mutter der 14-Jährigen, die als Nebenklägerin am Prozess teilnahm, hatte das Mädchen im Oktober vergangenen Jahres tot im Bett gefunden. Ihr Freund, mit dem sie die Nacht in ihrem Kinderzimmer verbracht hatte, war verschwunden. Der Deutsche wurde rund 24 Stunden nach der Tat widerstandslos festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag in ihrem Plädoyer eine Jugendstrafe von acht Jahren und zehn Monaten gefordert. Außerdem hatte die Anklagebehörde die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus sowie die Anordnung einer vorbehaltenen Sicherungsverwahrung beantragt. Die Verteidigerin hingegen hatte nur eine Verurteilung wegen Mordes mit einer Jugendstrafe von achteinhalb Jahren gefordert. Die Verhandlung vor der Jugendkammer fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


Ausländische Soldaten müssen Flughafen in Malis Hauptstadt verlassen

BAMAKO: Die Regierung im westafrikanischen Mali verbietet den Aufenthalt ausländischer Soldaten auf einem Teil des Flughafens in der Hauptstadt Bamako, auf dem sich auch ein UN-Stützpunkt befindet. Das schrieb das Verkehrsministerium in einer Mitteilung, die am Dienstag bekannt wurde. Das Verbot der «Aufnahme und Unterbringung» ausländischer Soldaten richtet sich demnach gegen das Unternehmen «Sahel Aviation Services», auf dessen Betriebsgelände sich ein Stützpunkt der Vereinten Nationen befindet. Dort sind auch Bundeswehrsoldaten im Rahmen der Friedensmission Minusma im Einsatz.

Sämtliche ausländische Soldaten müssten innerhalb von 72 Stunden die Örtlichkeiten der Firma «SAS» verlassen, hieß es weiter. Das Unternehmen verstoße gegen vertragliche Vereinbarungen und gefährde damit die Sicherheit Malis. Ob das Verbot praktisch die Auflösung des UN-Stützpunktes bedeutete, war zunächst nicht klar. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums erklärte, Kenntnis von dem Schreiben an «SAS» zu haben. Welche Auswirkungen es auf den Bundeswehreinsatz in Mali habe, würde nun vom Einsatzführungskommando geprüft.

Am Mittwoch wollte der Verteidigungsausschuss in Berlin über die aktuelle Lage in Mali beraten. Unter der Militärregierung von General Assimi Goita nahmen die Spannungen mit den Staaten wie Deutschland, die sich an der UN-Mission beteiligen, zuletzt deutlich zu.

Mali mit seinen rund 20 Millionen Einwohnern hat seit 2012 drei Militärputsche erlebt und gilt als äußerst instabil. In Teilen des Landes sind auch islamistische Terrorgruppen aktiv.


Waffenruhe im Jemen um weitere zwei Monate verlängert

SANAA: In letzter Minute haben die Konfliktparteien im Jemen sich auf eine erneute Verlängerung der Waffenruhe um weitere zwei Monate geeinigt. Diese werde unter den bereits geltenden Bedingungen nun bis 2. Oktober verlängert, teilte der UN-Sonderbeauftragte für den Jemen, Hans Grundberg, am Dienstagabend mit - kurz nach Ablauf der geltenden Feuerpause im Land. Beide Seiten hätten zudem versichert, gemeinsam auf eine noch weiterreichende Einigung hinarbeiten zu wollen, teilte Grundberg mit.

Im Jemen tobt seit mehr als sieben Jahren ein Bürgerkrieg, der das arme Land auf der Arabischen Halbinsel in eine humanitäre Katastrophe gestürzt hat. Saudi-Arabien kämpft dort mit Verbündeten seit 2015 gegen die Huthi-Rebellen, die weite Teile des Nordens beherrschen. Riad betrachtet sie als verlängerten Arm seines Erzfeinds Iran. Die UN und Hilfsorganisationen bemühen sich, rund 23 Millionen Menschen im Land zu versorgen, darunter 11 Millionen Kinder. Etwa 19 Millionen Menschen haben nicht genügend zu essen.

Die Waffenruhe war Anfang April für zunächst zwei Monate in Kraft getreten und dann im Juni verlängert worden. Zuvor hatte es seit 2016 keine Feuerpause mehr in dem Land gegeben. Die Zahl der getöteten Zivilisten ging zurück, ebenso die sonst regelmäßigen Angriffe der Huthis über die Grenze nach Saudi-Arabien mit Raketen und Drohnen. Zivilisten kamen aber weiterhin etwa durch Landminen ums Leben. Das Analyseprojekt ACLED zählte 300 Todesopfer und 1700 Verstöße gegen die Waffenruhe seit deren Beginn.

Die Vereinbarung habe der notleidenden Bevölkerung einen Moment der «Ruhepause und Hoffnung» geben, teilten 30 Hilfsorganisationen mit, darunter CARE, Oxfam und das International Rescue Committee. Dieser Fortschritt dürfe nicht verspielt werden. Die Konfliktparteien müssten den Menschen «erlauben, ihr Leben wieder herzustellen und aufzubauen». Alle Bemühungen um eine politische Lösung des Konflikts scheiterten bisher.


Brasilianische Klinik: Ärzte trennen am Kopf verbundene Zwillinge

RIO DE JANEIRO: Eine brasilianische Klinik hat die erfolgreiche Trennung eines am Kopf verbundenen Zwillingspaars verkündet. Nach fast vier Jahren und neun Operationen sei es den Ärzten gelungen, die siamesischen Zwillinge zu trennen, hieß es in einer Mitteilung der Klinik. «Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis, weil niemand an diese Operation geglaubt hat», sagte der verantwortliche Neurochirurg Gabriel Mufarrej vom Hirnzentrum Paulo Niemeyer in Rio de Janeiro, das dem öffentlichen brasilianischen Gesundheitssystem SUS angehört. «Aber wir haben immer geglaubt, dass es eine Chance gibt.»

Das Verfahren war demnach auch deshalb so komplex, weil die 2018 geborenen siamesischen Zwillinge Arthur und Bernardo aus dem Bundesstaat Roraima im Norden Brasiliens auf eine äußerst seltene Art miteinander verbunden waren: Sie teilten demnach ein Gehirn und auch eine große und wichtige Vene. Die größte Herausforderung sei die Trennung der Vene gewesen.

Weltweiten medizinischen Empfehlungen folgend begannen die Ärzte mit dem weniger starken Zwilling, machten die Operation in Etappen - und stellten erstaunt fest, wie gut Arthur sie überstand. Beim letzten und entscheidenden Eingriff wurde das Team dann von dem britischen Neurochirurgen Owase Jeelani unterstützt.

«Wir sind sehr müde, aber unsere Priorität sind immer die Jungen gewesen», sagte die Mutter der Zwillinge, Adriely Lima, der Mitteilung vom Montagabend (Ortszeit) zufolge. Jede Operation sei eine Erleichterung gewesen, weil es nie Gewissheit gegeben habe, was passieren würde. «Aber wir haben immer geglaubt, dass es gut gehen würde.»


Baerbock kritisiert chinesische Drohgebärden gegenüber Taiwan

NEW YORK: Außenministerin Annalena Baerbock hat die chinesischen Drohgebärden gegenüber Taiwan erneut kritisiert. «Wir haben schmerzhaft in den letzten Monaten seit dem 24. Februar gelernt, dass aggressive Rhetorik zu gefährlichem Handeln führen kann», sagte sie am Dienstag in einer Rede in New York. «Chinas Äußerungen mit Blick auf Taiwan haben ernsthafte Fragen aufgeworfen.» Baerbock fügte hinzu: «Es kann nicht in unserem Interesse sein, wenn China zusätzlich noch ausufernde wirtschaftliche Abhängigkeiten in der Region kreiert.»

Die Grünen-Politikerin hatte China bereits am Montag kurz nach ihrer Ankunft in New York kritisiert, was einen offiziellen Protest aus Peking zur Folge hatte. Der Abteilungsleiter für Europa im chinesischen Außenministerium, Wang Lutong, übermittelte ihn am Dienstag der neuen deutschen Botschafterin in Peking, Patricia Flor. Die Taiwan-Frage sei eine «innere Angelegenheit Chinas», so der chinesische Diplomat.

Kurz vor Baerbocks neuen Äußerungen landete die US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi zu einem Besuch in Taiwan. Der Aufenthalt der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses ist für die demokratische Inselrepublik der ranghöchste Besuch aus den Vereinigten Staaten seit einem Vierteljahrhundert. Peking sieht Taiwan als Teil der Volksrepublik an. Offizielle Kontakte anderer Länder zu Taipeh lehnt es entschieden ab.


China kündigt Manöver mit Schießübungen rund um Taiwan an

PEKING: Als Reaktion auf den Besuch der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Taiwan hat China Manöver mit Schießübungen in sechs Meeresgebieten rund um die demokratische Inselrepublik angekündigt. Wie das Verteidigungsministerium in Peking laut Staatsfernsehen mitteilte, beginnen die Manöver bereits an diesem Dienstag und sollen bis Sonntag dauern.

Die Manöver dienten der «ernsten Abschreckung gegen die jüngste Eskalation durch negative Schritte der USA in der Taiwanfrage und eine ernste Warnung an die Unabhängigkeitskräfte, die eine Abspaltung wollen», sagte der Sprecher. Es gehe um die Abwehr «der Einmischung ausländischer Kräfte und separatistischer Versuche von Unabhängigkeitskräften in Taiwan».

Mit den Übungen sollten die nationale Souveränität und territoriale Integrität China entschieden verteidigt werden, sagte der Sprecher. Staatsmedien veröffentlichten eine Karte mit sechs Meeresgebieten rund um die 23 Millionen Einwohner zählende Insel.


Pelosi sagt Taiwan Solidarität der USA zu

TAIPEH: Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat Taiwan die weitere Unterstützung der USA zugesichert. Ihr Besuch unterstreiche das «unerschütterliche Engagement der USA für die Unterstützung der lebendigen Demokratie in Taiwan», teilte Pelosi am Dienstagabend (Ortszeit) nach ihrer Landung in der Hauptstadt Taipeh mit. «Amerikas Solidarität mit den 23 Millionen Menschen in Taiwan ist heute wichtiger denn je, da die Welt vor der Wahl zwischen Autokratie und Demokratie steht.» Pelosi besucht Taiwan trotz Warnungen der chinesischen Führung.

«Unsere Gespräche mit der taiwanesischen Führung werden sich darauf konzentrieren, unsere Unterstützung für unseren Partner zu bekräftigen und unsere gemeinsamen Interessen zu fördern, einschließlich der Förderung einer freien und offenen indo-pazifischen Region», hieß es in der Mitteilung weiter. Die 82-Jährige betonte, ihr Besuch ändere nichts an der bisherigen China-Politik der Vereinigten Staaten. Auch die Regierung von US-Präsident Joe Biden hatte darauf verwiesen, dass Pelosis Aufenthalt nichts an der Ein-China-Politik der USA ändere.

Pelosi landete am Dienstagabend aus Malaysia kommend in Taipeh. Es ist der ranghöchste Besuch aus den USA seit einem Vierteljahrhundert in Taiwan, das die Führung in Peking als Teil der Volksrepublik China ansieht. Erwartet wird, dass Pelosi am Mittwoch mit Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen sowie mit Abgeordneten zusammenkommt.


Fall Simone Strobel : Kautionsverhandlung für Ex-Freund

SYDNEY: Im Fall der vor 17 Jahren in Australien getöteten deutschen Erzieherin Simone Strobel soll an diesem Mittwoch die Kautionsverhandlung für ihren in Untersuchungshaft sitzenden Ex-Freund stattfinden. Der ebenfalls aus Deutschland stammende heute 42-Jährige war vor einer Woche in seinem Haus im westaustralischen Perth festgenommen und nach Sydney überführt worden. Dort wurde er des Mordes angeklagt.

Seine Anwältin Vivian Evans hatte vergangene Woche erklärt, sie sei dabei, mit der Staatsanwaltschaft die Bedingungen für die Kaution auszuhandeln. Die australische Nachrichtenagentur AAP berichtete unter Berufung auf die Justiz, das Gericht in Sydney wolle am 3. August entscheiden, ob der Verdächtige vorläufig freikommt. Das Verfahren soll anschließend nach Lismore nördlich von Sydney verlegt werden, wo Strobel 2005 gewaltsam zu Tode gekommen war.

Die damals 25-jährige Simone Strobel aus Unterfranken war mit ihrem 24-jährigen Freund per Wohnmobil in Australien unterwegs. Anfang 2005 kamen die Schwester des Freundes und deren Freund aus Deutschland dazu. Die vier waren auf einem Campingplatz in Lismore, als Strobel plötzlich verschwand. Wenige Tage später wurde ihre Leiche in der Nähe des Campingplatzes unter Palmwedeln gefunden. Trotz eingehender Ermittlungen blieb der Fall bis heute ungelöst.


Somalia macht ehemaligen Al-Shabaab-Anführer zum Religionsminister

MOGADISCHU: Somalias Premierminister Hamsa Abdi Barre hat am Dienstag einen ehemaligen Anführer der islamistischen Terrorgruppe Al-Shabaab als neuen Religionsminister ernannt. Sheikh Mukhtar Robow Ali, der auch unter dem Namen Abu Mansur bekannt ist, soll die Regierung des Krisenstaats am Horn von Afrika demnach im Kampf gegen den Extremismus unterstützen. Robow ist einer von 25 neu ernannten Ministern und stellvertretenden Ministern des Kabinetts.

Robow ist einer der Gründer von Al-Shabaab und agierte von 2007 bis 2013 als ihr stellvertretender Anführer und Sprecher. 2013 sagte er sich jedoch von der Gruppe los und kehrte nach eigenen Angaben dem Terrorismus den Rücken zu. Fünf Jahre später wurde Robow von somalischen Sicherheitskräften festgenommen und in der Hauptstadt Mogadischu unter Hausarrest gestellt. Kurz nach der Präsidentenwahl im Mai wurde Robow von Somalias neu gewähltem Staatschef Hassan Sheik Mohamud ohne öffentliche Erklärung entlassen.

Das ostafrikanische Land mit rund 16 Millionen Einwohnern wird seit Jahren von Anschlägen der Terrorgruppe Al-Shabaab auf Sicherheitskräfte und Zivilisten erschüttert. Al-Shabaab kontrolliert weite Teile des Südens und der zentralen Regionen des armen Landes.


Pelosi zu Besuch in Taiwan - Taipeh sieht Rückschlag für China

TAIPEH: Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, ist zu einem Besuch in Taiwan eingetroffen. Ihr Flugzeug landete am Dienstagabend (Ortszeit) in der Hauptstadt Taipeh. Die Spitzenpolitikerin setzte sich damit über Warnungen aus China hinweg, das die demokratische Insel als Teil der Volksrepublik ansieht. Ungeachtet der Spannungen mit China wird der Besuch in Taiwan weitgehend begrüßt. Der Aufenthalt gilt als Aufwertung der demokratischen Inselrepublik. In Taipeh wurde er auch als Rückschlag für Peking gewertet, das Taiwan international zu isolieren sucht.

Parteiübergreifend hießen taiwanische Parlamentarier die 82-jährige willkommen. Der oppositionelle Abgeordnete Chen Yi-hsin von der Kuomintang äußerte die Hoffnung, das Peking nicht «überreagiert». Pelosi repräsentiere den Kongress und das Volk der USA, aber nicht US-Präsident Joe Biden, sagte er der Nachrichtenagentur CNA. So stelle ihr Besuch auch keine Änderung der «Ein-China-Politik» der USA dar, die Peking als einzige legitime Regierung Chinas anerkennen.

Der Abgeordnete der regierenden Fortschrittspartei (DPP), Wang Tingyu, erwartet, dass Peking zwar einige «störende Aktionen» unternehmen werde. Er rechne aber nicht mit einer Reaktion, die einen Konflikt mit den USA auslösen könnte. Der Generalsekretär der taiwanischen Menschenrechtsvereinigung, Shih Yi-hsiang, sieht in dem Besuch ein «Signal, dass wir Demokratie und Menschenrechte vertiefen und uns dem Autoritarismus der Kommunistischen Partei Chinas widersetzen sollten».


Chinesische Kampfflugzeuge überfliegen Taiwanstraße

PEKING: Kurz vor einem Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in Taiwan haben chinesische Kampfflugzeuge nach Angaben des chinesischen Staatsfernsehens den Meeresweg der Taiwanstraße übeflogen. Es handelt sich demnach um Maschinen des Typs SU-35, wie der Sender CCTV am Dienstag berichtete. Wie viele es waren und welches Ziel sie hatten, wurde nicht mitgeteilt. Die knappe Mitteilung erfolgte kurz vor der erwarteten Landung der Vorsitzenden des amerikanischen Repräsentantenhauses in Taiwans Hauptstadt Taipeh.

Schon im Vorfeld hatte Pelosis Besuch der demokratischen Inselrepublik die Spannungen um Taiwan erhöht. China betrachtet Taiwan als Teil der Volksrepublik, hatte mit Gegenmaßnahmen gedroht und auch militärische Aktionen in Aussicht gestellt.


Parlamentsbesetzung im Irak: Protestbewegung ruft zum Rückzug auf

BAGDAD: Im Irak hat die Führung der Protestbewegung nach der Besetzung des Parlaments in Bagdad zum Rückzug aufgerufen. In einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung forderte ein Sprecher der Bewegung des einflussreichen schiitischen Geistlichen Muktada al-Sadr die Besetzer dazu auf, das Parlament innerhalb von 72 Stunden zu verlassen. Sie sollten den Protest auf die Gegend um das Gebäude in der hoch gesicherte Grüne Zone verlagern, hieß es weiter.

Am Samstag waren die Demonstranten in das Gebäude vorgedrungen und hatten einen Sitzstreik begonnen. Aktuelle TV-Bilder zeigten am Dienstag gut gelaunte Menschen auf Sofas im Plenarsaal.

Mit der Stürmung des Parlaments war am Wochenende ein alter Machtkampf zwischen den politischen Eliten entbrannt. Mit den Protesten will die Al-Sadr-Bewegung verhindern, dass ihre politischen Gegner um Ex-Regierungschef Nuri al-Maliki eine Regierung bilden können. Die Rivalen des 47 Jahre alten Religionsführers hatten vor kurzem einen eigenen Kandidaten als Premier vorgestellt. Aus Sicht Al-Sadrs steht der für das Amt vorgesehene ehemalige Minister Mohammed Schia al-Sudani aber Ex-Premier Al-Maliki viel zu nahe.

Fast zehn Monate nach der Parlamentswahl befindet sich das ölreiche Land in einer Pattsituation. Al-Sadrs Bewegung ging damals als klarer Wahlsieger hervor, konnte jedoch nicht die wichtige Zweidrittelmehrheit erreichen, die für die Präsidentenwahl erforderlich ist. Erst mit der Unterstützung des Staatschefs kann eine neue Regierung gebildet werden. Wegen der Blockade im Parlament traten Abgeordnete der Sadr-Strömung geschlossen zurück - ein Schritt, der Beobachter auch verwunderte.


Mensch vor Südwestengland mutmaßlich von Hai verletzt

PENZANCE: Ein Mensch ist beim Schnorcheln vor Englands Südwestküste offenbar von einem Hai verletzt worden. Wie die Küstenwache am Dienstag mitteilte, wurde ein Rettungsteam losgeschickt. Das Opfer habe «einen mutmaßlichen Haibiss» am Bein erlitten und sei am Hafen von Penzance in der Grafschaft Cornwall an Rettungskräfte übergeben worden. Der Vorfall habe sich bereits am Mittag des 28. Juli ereignet.

Nach Informationen der Lokalzeitung «Falmouth Packet» handelt es sich bei dem Opfer um eine Frau. Sie habe über ein örtliches Unternehmen einen Schnorchelausflug gebucht, um Blauhaie zu sehen.

Der Tourenanbieter Blue Shark Snorkel Trips veröffentlichte am Dienstag ein Statement auf seiner Internetseite, in dem sich die betroffene Person für die erfahrene Hilfe bedankte: Trotz des «furchteinflößenden Vorfalls» sei sie dankbar, solch «majestätische Kreaturen in der Wildbahn» erlebt zu haben. Details zu den Verletzungen und der betroffenen Person wurden nicht genannt.

Vor der Küste von Cornwall werden immer wieder Haie gesichtet. Neben Blauhaien kommen dort auch Heringshaie und Riesenhaie vor. Haiangriffe sind in britischen Gewässern aber äußerst selten. Im August 2012 wurde ein Strand in Westwales vorübergehend gesperrt, nachdem dort ein Blauhai gesichtet worden war. Kurz danach gab es einen ähnlichen Vorfall im südenglischen West Dorset. 2016 wurde das Brett eines Windsurfers vor dem ostenglischen Felixstowe in der Nordsee von einem Hai attackiert, der Mann blieb unverletzt.


Wahlkampf : Mitte-Links-Block gegen rechte Parteien geformt

ROM: In Italien haben sich die Sozialdemokraten (PD) mit den Kleinparteien des Zentrums Azione und +Europa auf einen Pakt im laufenden Wahlkampf geeinigt. Damit hat sich im Mitte-Links-Lager ein erstes Bündnis gegen den derzeit in Umfragen weit vorne liegenden Mitte-Rechts-Block geformt. «Die nächste Wahl ist eine Entscheidung zwischen einem Italien unter den großen europäischen Ländern und einem mit Orban und Putin verbündeten Italien», hieß es in der Übereinkunft, die die Parteien am Dienstag in Rom veröffentlichten.

Die Parteien verabredeten, die Außen- und Verteidigungspolitik der aktuellen Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi weiterzutragen. Das Bündnis wolle mit dem Ausbau erneuerbarer Energien das Land unabhängiger von Energielieferungen aus Russland machen. Außerdem will es den von der EU vorgesehenen Mindestlohn einführen, wie die beiden Spitzenkandidaten Enrico Letta (PD) und Carlo Calenda (Azione) klarstellten.

Um dem Mitte-Rechts-Block aus den derzeit in Umfragen führenden Fratelli d'Italia (etwa 24 Prozent), der rechten Lega und der Forza Italia Konkurrenz machen zu können, brauchen PD und Azione/+Europa noch weitere Bündnispartner. Die Sozialdemokraten wären mit etwa 23 Prozent zwar aktuell zweitstärkste Kraft. Aber die rund 5 Prozent von Azione/+Europa reichen nicht, um Mitte-Rechts gefährlich zu werden.

Rund 40 Prozent der aktuell Befragten sind noch unentschlossen oder wollen nicht zur Wahl am 25. September gehen. Die Türen stünden allen offen, erklärte Calenda. Damit könnte es womöglich auch Gespräche mit dem umstrittenen Ex-Ministerpräsidenten und früheren PD-Vorsitzenden Matteo Renzi und seiner Splitterpartei Italia Viva geben.


Deutschland setzt neue EU-Regeln für Vaterschaftsurlaub später um

BRÜSSEL: Deutschland setzt neue EU-Regeln für einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub nach der Geburt eines Kindes zunächst nicht um. Eigentlich gelten in der EU seit diesem Dienstag zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf neue Vorgaben, die Vätern nach der Geburt mindestens zehn Tage bezahlten Urlaub zusprechen. Die Bundesregierung hat nach Angaben des Familienministeriums in der EU jedoch eine Ausnahme ausgehandelt. Grund seien bereits bestehende Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die teils weit über die neuen EU-Regeln hinausgingen.

«Insbesondere durch das umfassende System aus Elterngeld und Elternzeit werden Eltern in Deutschland schon jetzt besser gestellt als dies durch die Vereinbarkeitsrichtlinie verpflichtend wird», sagte eine Sprecherin des Ministeriums der Deutschen Presse-Agentur. In Deutschland können Arbeitgeber bis zu drei Jahre Elternzeit nehmen. Teilen sich beide Eltern die Zeit, können bis zu 14 Monate davon bezahlt werden. Die Richtlinie, auf die sich EU-Staaten und Europaparlament 2019 geeinigt hatten, schreibt lediglich vor, dass jedes Elternteil bis zu vier Monate Elternzeit bekommen soll, von denen mindestens zwei bezahlt werden müssen.

Einigen Verbänden reicht das nicht. Eine vom Väterzentrum Dresden organisierte Petition fordert auch in Deutschland zehn Tage Vaterschaftsurlaub. In ihrem Koalitionsvertrag hat die Regierung aus SPD, Grünen und FDP sich bereits dazu bekannt. «Dazu soll noch in diesem Jahr ein eigenes Gesetz auf den Weg gebracht werden», sagte die Ministeriumssprecherin der dpa.


Moskau nennt Pelosis Besuch in Taiwan eine Provokation

MOSKAU: Das russische Außenministerium hat den Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in Taiwan als «klare Provokation» kritisiert.

China sei im Recht, Maßnahmen zum Schutz seiner Souveränität und territorialen Unversehrtheit zu ergreifen, hieß es in der Mitteilung vom Dienstagabend in Moskau. «Wir betrachten den Besuch als klare Provokation im Geist der aggressiven Linie der USA zu einer umfassenden Eindämmung Chinas.» Russlands Haltung sei unverändert, dass es nur ein China mit der legitimen Regierung in Peking gebe. Pelosi als Vorsitzendes des US-Repräsentantenhauses war am Dienstag zu einem Besuch des Inselstaates eingetroffen. China sieht Taiwan als abtrünnige Provinz und droht mit Wiedereroberung.


Experten erwarten Siegeszug des selbstfahrenden Lastwagens

MÜNCHEN: Fahrerlos fahrende Lastwagen dürften nach Einschätzung der Unternehmensberatung Berylls schon 2030 etwa 10 Prozent des Absatzes ausmachen. Der autonome Lkw helfe der Transportbranche gegen den weltweit immer größeren Fahrermangel und spare ihr zugleich etwa ein Fünftel der Kosten ein, schrieben die Branchenexperten in einer am Dienstag veröffentlichten Studie.

Allein in den USA dürften 2030 etwa 160.000 Lkw-Fahrer fehlen. Selbstfahrende Lastwagen seien der einzige Ausweg aus diesem Engpass. Zugleich machten Fahrerlöhne über 40 Prozent der Kosten aus - wenn nur jeder zehnte Schwerlastwagen in den USA autonom fahren würde, ließen sich demnach 25 Milliarden US-Dollar (24,5 Mrd Euro) jährlich sparen. Der autonome Lkw sei «der ultimative game changer» und werde die Wertschöpfung in der Branche neu aufteilen, heißt es in der Studie.

Allein die fünf größten darauf spezialisierten Tech-Firmen in den USA - Waymo, TuSimple, Aurora, Embak und Plus - hätten im vergangenen Jahr 5,6 Milliarden Dollar von Investoren eingesammelt. Die Investoren erwarteten aber bald einmal Rückflüsse. Die Mehrheit dieser Tech-Firmen verkaufe die Technologie nicht als Zulieferer an die Lkw-Bauer, sondern biete sie den Transporteuren als Dienstleistung gegen Gebühr an. Bei geplanten Bruttogewinnmargen von 80 Prozent für die Tech-Firmen bleibe den Spediteuren und Flottenbetreibern immer noch eine Ersparnis zwischen 14 und 27 Prozent gegenüber den heutigen Gesamtkosten. Sie dürften vom Wettbewerb der Tech-Firmen profitieren, heißt es in der Studie.

Die Lkw-Bauer dagegen müssten sich für Partnerschaften öffnen, ihre Fahrzeuge und Software für die neue Technlogie fit machen und Entwicklungszeiten und Produktzyklen drastisch verkürzen.


Ferrari hebt Aussichten für Umsatz und Gewinn leicht an

MARANELLO: Der Luxussportwagenbauer Ferrari erwartet dank des schwachen Euro und besserer Geschäfte mit Wunschausstattungen in diesem Jahr etwas mehr Umsatz und Ergebnis als bisher. So wollen die Italiener den Umsatz von 4,3 Milliarden Euro im Vorjahr auf nun rund 4,9 Milliarden steigern, wie das Unternehmen am Dienstag in Maranello mitteilte. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen dürfte zwischen 1,7 und 1,73 Milliarden Euro landen. Zuvor hatte Ferrari mit rund 4,8 Milliarden Euro Umsatz gerechnet und sich davon einen operativen Gewinn von im besten Fall bis zu 1,7 Milliarden Euro versprochen.

Im zweiten Quartal kletterten die Auslieferungen gegenüber dem Vorjahr um 29 Prozent auf 3455 Fahrzeuge - davon waren 17 Prozent mit Hybridantrieben ausgestattet, der Rest mit Verbrennungsmotoren. Vor allem in Amerika sowie in China, Hongkong und Taiwan verkaufte Ferrari mehr. Der Umsatz wuchs um ein Viertel auf knapp 1,3 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um 15,5 Prozent auf 446 Millionen Euro zu. Dass die teuren Ferrari-Modelle Monza SP1 und SP2 weniger beitrugen, konnte das Unternehmen auch durch bessere Geschäfte mit Wunschausstattungen nicht komplett wettmachen, weswegen das Ergebnis weniger stark zulegte als der Erlös.

Unter dem Strich verzeichnete das Unternehmen einen Gewinn von 251 Millionen Euro, 22 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der saldierte Auftragseingang habe im zweiten Quartal einen Rekord erreicht, sagte Ferrari-Vorstandschef Benedetto Vigna.


Schwerkranker Archie: Oberstes britisches Gericht lehnt Einspruch ab

LONDON: Im Fall des unheilbar kranken Jungen Archie hat das oberste britische Gericht einen erneuten Rettungsversuch seiner Eltern abgeblockt. Der Supreme Court in London lehnte am Dienstag einen Antrag ab, mit dem die Eltern die Fortführung lebenserhaltender Maßnahmen erwirken wollten.

Zuvor hatte sich die Familie des Zwölfjährigen an einen UN-Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen gewandt - dieser forderte daraufhin, die Maßnahmen fortzusetzen, bis der Antrag geprüft sei. Die Gerichte mussten dem Antrag allerdings nicht folgen. Nun dürfte der Rechtsweg ausgeschöpft sein.

Der kleine Archie hatte sich bei einem häuslichen Unfall im April schwere Hirnverletzungen zugezogen - womöglich bei einer Internet-Mutprobe. Er liegt seither im Koma. Mehrere britische Gerichte entschieden, dass die Ärzte den Jungen sterben lassen dürfen. Dies sei in seinem besten Interesse, hieß es zur Begründung.

Der Fall erinnert an ähnliche Auseinandersetzungen um unheilbar kranke Kinder in Großbritannien. Der finanziell stark unter Druck stehende britische Gesundheitsdienst neigt dazu, lebenserhaltende Maßnahmen sehr viel früher zu entziehen, als das in Deutschland der Fall wäre. Zudem werden die Wünsche von Eltern und Angehörigen dabei nicht im selben Maße berücksichtigt. Was im besten Sinne des Patienten ist, entscheiden oft Richter auf Empfehlung von Medizinern.


Brände im Juli : 13.000 Hektar in Schutt und Asche

ATHEN: Bei etlichen großen Waldbränden sind im Monat Juli laut dem Europäischen Waldbrandinformationssystem EFFIS in Griechenland rund 13.000 Hektar Fläche den Flammen zum Opfer gefallen.

Der Tageszeitung «Kathimerini» zufolge entspricht der Wert rund 60 Prozent der insgesamt in diesem Jahr abgebrannten Fläche, die mehr als 21.000 Hektar beträgt. Gewaltig war der Schaden vor allem durch ein tagelang wütendes Feuer im Nationalpark Dadia im Nordosten Griechenlands. Allein dort wurden rund 4500 Hektar Wald vernichtet.


Nordgriechenland: Migranten rauben Migranten aus - ein Toter

ATHEN: Banden von Migranten haben in den vergangenen Tagen in Nordgriechenland andere Geflüchtete überfallen. Dabei ist nach Angaben der griechischen Polizei nahe der Grenze zu Nordmazedonien ein 23-jähriger Pakistaner totgeschlagen worden. Eine schwangere Frau aus dem Libanon verlor bei einem der Überfälle ihr Kind. Wie die griechische Polizei am Dienstag mitteilte, waren die Betroffenen auf dem Weg nach Mitteleuropa. Die mutmaßlichen Täter seien wegen Totschlags sowie des Überfalls auf die schwangere Libanesin festgenommen worden.

Marodierende Banden von Migranten aus Syrien, Pakistan und Afghanistan bedrohten und überfielen in letzter Zeit immer wieder Geflüchtete, die sich entlang der Eisenbahnlinie gen Nordmazedonien bewegten, berichtete die halbamtliche griechische Nachrichtenagentur ANA. Zum Teil handele es sich um die Schleuser selbst, die den Menschen noch das letzte Bargeld abnähmen.

Die Opfer hoffen, auf Routen von Griechenland nach Nordmazedonien und weiter nach Mitteleuropa zu gelangen. Der Übertritt ins Nachbarland ist nicht einfach, große Teile der Grenze werden von riesigen Zäunen gesichert. Schleuser schaffen es dennoch immer wieder, die Grenze an ungesicherten Stellen zu passieren.


Fast 700 Migranten an einem Tag auf Booten im Ärmelkanal

LONDON: Fast 700 Migrantinnen und Migranten haben nach offiziellen Angaben am Montag auf kleinen Booten die gefährliche Fahrt über den Ärmelkanal nach Großbritannien unternommen. Das sei der Tagesrekord in diesem Jahr, teilte das britische Verteidigungsministerium am Dienstag mit. Insgesamt haben seit Jahresbeginn knapp 17.100 Menschen die Meerenge überquert. Im Vorjahr waren es zu einem ähnlichen Zeitpunkt erst knapp 9500. Im vergangenen November kam es im Ärmelkanal zu einem tragischen Unglück: 27 Menschen starben, nachdem ihr Schlauchboot kenterte.

Die Überfahrten von Frankreich nach Großbritannien, die seit Brexit und Pandemie unter anderem aufgrund strengerer Kontrollen auf den Landwegen zugenommen haben, sind der konservativen Regierung in London ein Dorn im Auge. Die Kontrolle über die eigenen Grenzen zu gewinnen, war eines der zentralen Versprechen der Brexit-Kampagne. Die Briten wollen daher bestimmte Aslysuchende verschiedener Nationalitäten nach Ruanda ausfliegen und haben dafür einen umstrittenen Pakt mit dem ostafrikanischen Land geschlossen. Beide verbliebenen Kandidaten für die Nachfolge des scheidenden Premierministers Boris Johnson wollen an dem Plan festhalten, in dem die Vereinten Nationen einen Bruch internationalen Rechts sehen.


Beschwerden gegen Lkw-Nachtfahrverbot auf Inntalautobahn eingelegt

FRANKFURT/MAIN: Der deutsche Logistikverband BGL und andere europäische Branchenverbände haben bei der EU-Kommission Beschwerden gegen das Lkw-Nachtfahrverbot auf der Tiroler Inntal-Autobahn eingelegt. Durch das generelle Verbot werde die von den EU-Verträgen garantierte Grundfreiheit des freien Warenverkehrs massiv eingeschränkt, teilte der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) am Dienstag in Frankfurt mit. Es handele sich um eine unverhältnismäßige Maßnahme, die die Interessen der Wirtschaft erheblich beeinträchtige. Die Luftqualität im Inntal werde dadurch nicht wie behauptet verbessert, weil der Verkehr nur von der Nacht auf den Tag verlagert werde, mit zusätzlicher Verkehrsverdichtung. Ein Sprecher der EU-Kommission bestätigte den Eingang der Beschwerde.

Den BGL-Angaben zufolge beteiligten sich auch Handelskammern an den förmlichen Beschwerden. Gegen andere Maßnahmen Tirols wie die Blockabfertigung und das Sektorale Fahrverbot, plant der BGL ebenfalls eine Beschwerde bei der EU-Kommission. Um die zum Brenner führende Inntalautobahn zu entlasten, hat das österreichische Bundesland in diesem Jahr an mehreren Dutzend Tagen die Einreise für Lastwagen beschränkt - am Grenzübergang Kufstein/Kiefersfelden dürfen dann pro Stunde höchstens etwa 300 aus Deutschland kommende Lkw einreisen. Gegebenenfalls wird der Schwerverkehr auch völlig zum Erliegen gebracht.

Den Angaben zufolge prüft die EU-Kommission förmliche Beschwerden innerhalb von zwölf Monaten und entscheidet, ob sie ein formelles Vertragsverletzungsverfahren gegen den betreffenden Mitgliedsstaat einleitet.


Riesiges Loch tut sich in Bergbau-Region auf

TIERRA AMARILLA: In einem Bergbaugebiet im Norden Chiles hat sich unvermittelt ein gewaltiges Loch aufgetan. Das Loch mit einem Durchmesser von etwa 25 Metern sei am vergangenen Samstag auf dem Gebiet der Alcaparrosa-Mine in der Atacama-Region aufgetaucht, meldete das Nationale Amt für Geologie und Bergbau (Sernageomin) am Montag (Ortszeit) in einem Tweet. Aufnahmen zeigten die kreisrunde Aushöhlung, die sich in der trockenen Landschaft auftut und in unabsehbare Tiefe erstreckt. Einer Sernageomin-Grafik zufolge befindet sich das Loch 200 Meter über einem Teil der Kupfermine.

Der kanadische Betreiber Lundin Mining bestätigte das Loch. Das betroffene Gebiet sei umgehend abgesperrt und die Arbeit dort vorübergehend eingestellt worden. Seit seiner Entdeckung sei das Loch «stabil», auch seien seither keine Bewegungen im Boden in dem Zusammenhang festgestellt worden, teilte das Unternehmen mit. Aktuell versuche man herauszufinden, was zur Entstehung des Lochs führte.

Der Bürgermeister der betroffenen Gemeinde Tierra Amarilla, Cristóbal Zúñiga, zeigte sich beunruhigt, da die Aushöhlung unweit eines Wohngebietes und eines örtlichen Gesundheitszentrums entstand. Ein Loch solchen Ausmaßes habe man in seiner Gemeinde noch nicht gesehen, sagte Zúñiga in einem auf seinem Facebook-Kanal veröffentlichten Video. Es müsse geprüft werden, inwiefern das Loch mit den Minenarbeiten zusammenhänge und ob der Bergbau eine Gefahr für die Gegend und seine Anwohner werden könnte. «Wir fordern Antworten von Sernageomin und der zuständigen Behörde, sie sollen untersuchen, warum das passiert ist, und die Risiken abschätzen, ob das in einem weiteren bewohnten Gebiet unserer Gemeinde Tierra Amarilla passieren könnte», sagte Zúñiga dem Radiosender ADN.


China warnt USA vor «gefährlichem» Besuch Pelosis in Taiwan

PEKING: China hat die USA nach Angaben des chinesischen Außenministeriums auf verschiedenen Kanälen mehrfach vor einem «gefährlichen» Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in Taiwan gewarnt. Außenamtssprecherin Hua Chunying sagte am Dienstag in Peking: «Wenn die USA weiter auf diesem falschen Weg vorangehen, werden wir energische und resolute Maßnahmen ergreifen, um unsere Souveränität und territoriale Integrität zu sichern.»

Chinas Regierung habe ihren «starken Widerstand» gegen die mögliche Visite Pelosis in Taiwan deutlich gemacht. Die «Provokationen» der USA hätten zur Eskalation der Lage um Taiwan geführt. Die USA trügen die Verantwortung und würden «einen Preis zahlen» für die Untergrabung der Souveränität und Sicherheitsinteressen Chinas.

Die Führung in Peking betrachtet Taiwan als Teil der Volksrepublik China und lehnt offizielle Kontakte anderer Länder zur Regierung in Taipeh ab. Eine Visite der Nummer Drei der USA wäre der ranghöchste US-Besuch in Taipeh seit Jahrzehnten.

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem taiwanischen Parlament erfuhr, wird die 82-jährige Pelosi im Rahmen ihrer Asienreise am Dienstagabend Ortszeit in Taipeh erwartet. Lokale Medien berichteten, dass sie gegen 22.30 Uhr Ortszeit (16.30 Uhr MESZ) eintreffen könnte. Wegen der Drohungen aus China hat Taiwans Militär seine Kampfbereitschaft erhöht.


Israels Armee nimmt Dschihad-Anführer fest - 17-Jähriger getötet

RAMALLAH/TEL AVIV: Bei einem israelischen Militäreinsatz im Westjordanland ist nach palästinensischen Angaben ein 17-Jähriger erschossen worden. Der Jugendliche sei im Krankenhaus gestorben, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium am späten Montagabend mit. Nach Angaben der israelischen Armee reagierten die Sicherheitskräfte bei der Anti-Terror-Operation in Dschenin auf den Angriff mehrerer bewaffneter Palästinenser mit Schüssen.

Zwei Terrorverdächtige wurden demnach bei dem Einsatz festgenommen. Medienberichten zufolge handelte es sich um den Anführer der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad (PIJ), Bassem Saadi, sowie einen Helfer. Der militärische Arm der Organisation, die Gruppe Saraja al-Kuds, kündigte als Reaktion an, ihre Streitkräfte «in vollem Umfang in Alarmbereitschaft zu versetzen». Die Organisation ist auch im Gazastreifen aktiv.

Israel sperrte daraufhin Gebiete am Rande des Küstenstreifens. Dies geschehe «aufgrund einer direkten Bedrohung und zur Verhinderung eines möglichen Angriffs auf Zivilisten», teilte das israelische Militär am Dienstagmorgen mit. Mehrere Straßen, die nach Gaza führen, seien blockiert. Zudem sei der Zugverkehr zwischen angrenzenden Städten eingestellt und ein Strand nahe des Gazastreifens für Besucher gesperrt worden. Der Grenzübergang Erez wurde für palästinensische Arbeiter sowie Journalisten geschlossen.


Schotten und Gewerkschaften empört über Premier-Kandidatin Truss

LONDON: Die Favoritin auf die Nachfolge des britischen Premierministers Boris Johnson, Liz Truss, hat die schottische Regionalregierung sowie Vertreter des Öffentlichen Diensts gegen sich aufgebracht.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung ihrer Konservativen Partei nannte die Außenministerin die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon eine «Selbstdarstellerin». «Das Beste, das man mit Nicola Sturgeon machen kann, ist, sie zu ignorieren», sagte Truss, die ein neues schottisches Unabhängigkeitsreferendum ablehnte. Die 47-Jährige ist für Auftritte im Stil der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher bekannt. Der schottische Vizeregierungschef John Swinney sagte der BBC am Dienstag, solche Kommentare gegen eine demokratisch gewählte Führungspersönlichkeit seien «völlig unangebracht».

Truss kündigte zudem an, mit Reformen beim Öffentlichen Dienst rund elf Milliarden Pfund (13,1 Mrd Euro) einzusparen. Dazu will sie die Zahl der Urlaubstage von 27 auf 25 senken und Freistellungen für Gewerkschaftsarbeit sowie Stellen für Diskriminierungsbeauftragte streichen. Der Großteil soll aber dadurch frei werden, dass die Gehälter von Beschäftigten außerhalb der wohlhabenderen Gebiete London und Südengland gesenkt werden und damit die regionalen Lebensverhältnisse besser widerspiegeln. Dies dürfte nach Einschätzung von Experten vor allem Pflegekräfte und Lehrer treffen. Gewerkschaften kündigten harten Widerstand an.

Die Aussagen der Außenministerin zielen vor allem auf die Mitglieder der Tory-Partei, die derzeit über die nächste Premierministerin oder den nächsten Premierminister entscheiden. Außer Truss steht noch der frühere Finanzminister Rishi Sunak zur Wahl. Das Ergebnis soll am 5. September bekannt gegeben werden.


Frankreichs Senat stimmt für Abschaffung der Rundfunkgebühr

PARIS: Die geplante Abschaffung der Rundfunkgebühren in Frankreich rückt näher. Nach der Nationalversammlung hat auch der Senat als zweite Parlamentskammer für einen entsprechenden Artikel im Rahmen der Prüfung des Nachtragshaushalts votiert. In der Nacht zum Dienstag sprachen sich in erster Lesung 196 Senatorinnen und Senatoren dafür aus, 147 stimmten dagegen.

Künftig soll der öffentlich-rechtliche Rundfunk unter anderem durch einen Teil der Mehrwertsteuer finanziert werden. Der Senat will allerdings, dass diese Regelung nur bis Ende 2024 gilt. Die Regierung solle in der Übergangszeit eine echte Reform des Sektors vorlegen, die mit einer angemessenen Mittelzuweisung einhergeht, hieß es in einem angenommenen Änderungsantrag.

Die Rundfunkgebühr beträgt bislang in Frankreich 138 Euro im Jahr. Sie wird für alle Haushalte fällig, die einen Fernseher besitzen. Präsident Emmanuel Macron hatte die Abschaffung der Gebühr im Wahlkampf angekündigt. Damit wollte er den gestiegenen Lebenshaltungskosten entgegenwirken und die Kaufkraft der Menschen erhöhen.


Weitere kräftige Erdbeben in isländischem Vulkangebiet

REYKJAVIK: Seit dem Wochenende bebt die Erde auf Island - nun hat es im betroffenen Gebiet weitere kräftige Erschütterungen gegeben. In der Nacht zum Dienstag überstiegen gleich fünf davon die Stärke von 4,0, wie Daten der isländischen Wetterbehörde zeigten. Eines hatte gegen 2.30 Uhr die Stärke 5,0, wie die Behörde am Dienstagmorgen auf Facebook schrieb. Die Beben seien sowohl in der Hauptstadt Reykjavik als auch an anderen Orten zu spüren gewesen. Verursacht werden die Erschütterungen demnach von Magmaströmen unter der Erde.

Auf der südwestisländischen Reykjanes-Halbinsel hatte es im vergangenen Jahr einen monatelangen Vulkanausbruch gegeben, der sich mit einer starken Erdbebenserie angekündigt hatte. Das Gebiet liegt nicht weit von Reykjavik entfernt. Den Behörden waren von der Halbinsel zuletzt kleinere Schäden gemeldet worden, allerdings keine Verletzten. Die Stärke des bislang kräftigsten Bebens der vergangenen Tage, das am Sonntagabend aufgetreten war, wurde von 5,4 auf 5,5 nachjustiert.


Generali verdient mehr - Halbe Milliarde Euro für Aktienrückkauf

TRIEST: Der italienische Versicherer Generali hat im ersten Halbjahr im Tagesgeschäft überraschend zugelegt. Mit gut 3,1 Milliarden Euro lag der operative Gewinn fast fünf Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie der Rivale des deutschen Versicherers Allianz am Dienstag in Triest mitteilte. Unter dem Strich zehrten jedoch Abschreibungen auf russische Wertpapiere und die Beteiligung am russischen Versicherer Ingosstrach am Ergebnis. Der Überschuss sank daher im Jahresvergleich um neun Prozent auf 1,4 Milliarden Euro.

Gut lief es für Generali vor allem in der Lebensversicherung. Die Sparte steigerte ihren operativen Gewinn im ersten Halbjahr um 17 Prozent auf fast 1,7 Milliarden Euro. Im Schaden- und Unfallgeschäft stieg das operative Ergebnis nur um drei Prozent auf 1,3 Milliarden Euro, nachdem das Unternehmen ein Jahr zuvor infolge der coronabedingten Lockdowns in Italien von einem geringeren Straßenverkehr und dadurch weniger Kfz-Schäden profitiert hatte.

Nun will Generali für maximal eine halbe Milliarde Euro eigene Aktien vom Markt zurückkaufen. Der Rückkauf soll an diesem Mittwoch beginnen und Ende des Jahres abgeschlossen sein.


37 Tote nach Überflutungen in Kentucky - erneut Starkregen erwartet

FRANKFORT: Die Zahl der Toten nach den verheerenden Überflutungen im US-Bundesstaat Kentucky ist auf mindestens 37 gestiegen. Zudem würden viele Menschen im Katastrophengebiet noch vermisst, teilte Kentuckys Gouverneur Andy Beshear am Montagabend (Ortszeit) auf Twitter mit. «Wir beenden den Tag mit weiteren herzzerreißenden Nachrichten», schrieb er.

In der Nacht zum Dienstag wurden weitere heftige Regenfälle in den betroffenen Gebieten im Osten des Bundesstaates und dem benachbarten West Virginia erwartet. Der Nationale Wetterdienst warnte vor lebensgefährlichen Sturzfluten. Gouverneur Beshear forderte die Menschen in der Überschwemmungsregion auf, Schutz in höher gelegenen Gebieten zu suchen. «Achten Sie auf das Wetter und bleiben Sie sicher», warnte er auf Twitter.

Nach heftigen Regenfällen hatte es in Kentucky sowie in den im Osten angrenzenden Bundesstaaten Virginia und West Virginia Mitte vergangener Woche Sturzfluten und Erdrutsche gegeben. Am härtesten traf es den Osten Kentuckys, dessen Landschaft von Flüssen wie dem Mississippi, dem Ohio oder dem Big Sandy sowie dem Appalachen-Gebirgszug geprägt ist.


Japan stöhnt unter Sommerhitze - Warnung vor Hitzeschlag

TOKIO: Die schwüle Sommerhitze macht auch den Japanern schwer zu schaffen.

Die Regierung des Inselreiches warnte die Bevölkerung am Dienstag vor der Gefahr durch Hitzeschlag und rief die Menschen in weiten Teilen des Landes auf, genug Wasser zu trinken und sich in klimatisierten Räumen aufzuhalten. Bereits seit dem frühen Morgen (Ortszeit) wurden an Hunderten von Orten Temperaturen von über 30 Grad gemessen. In Kumagaya in Tokios Nachbarprovinz Saitama wurden die Bewohner vor einem Anstieg der Temperatur auf 41 Grad gewarnt. Für das zubetonierte Tokio sagte die Wetterbehörde 37 Grad voraus.


Mehr als sieben Jahre Haft für Kapitol-Randalierer

WASHINGTON: Für seine Rolle im Zusammenhang mit dem Angriff auf das US-Kapitol ist ein Mann aus Texas zu mehr als sieben Jahren Haft verurteilt wurden. Ein Bundesgericht verhängte am Montag (Ortszeit) in Washington eine Haftstrafe von 87 Monaten gegen den 49 Jahre alten Guy Wesley Reffitt wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, Behinderung der Justiz und anderer Vergehen. Der Beweislage zufolge war Refitt Mitglied der Miliz «Texas Three Percenters». Unter anderem habe er anderen Mitgliedern der Gruppe Nachrichten geschickt, um sie für die Reise nach Washington am 6. Januar 2021 zu rekrutieren.

Refitt war der erste Angeklagte, der sich wegen der Stürmung des Kapitols vor Gericht verantworten musste. Eine Jury hatte ihn bereits am 8. März für schuldig befunden, unter anderem mit einer Waffe in einen geschützte Bereich eingedrungen zu sein. «Guy Reffitt kam am 6. Januar bewaffnet und mit der Absicht zum Kapitol, Gewalt anzuzetteln», sagte der Staatsanwalt für den Bundesdistrikt Washington, Matthew Graves. «In seinen eigenen Worten war sein Ziel, das Kapitol einzunehmen, «bevor der Tag endet».»

Anhänger des damaligen US-Präsidenten Donald Trump hatten am 6. Januar 2021 gewaltsam den Parlamentssitz in der Hauptstadt Washington gestürmt. Dort war der Kongress zusammengekommen, um den Wahlsieg von Trumps demokratischem Herausforderer Joe Biden bei der vorausgehenden Präsidentschaftswahl zu zertifizieren. Durch die Krawalle kamen fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist. Trump hatte seine Anhänger kurz zuvor bei einer Kundgebung mit der Behauptung aufgewiegelt, ihm sei der Wahlsieg gestohlen worden. Seit dem 6. Januar 2021 sind nach Angaben des US-Justizministeriums mehr als 850 Menschen in Verbindung mit dem Kapitol-Sturm festgenommen worden.


USA erwarten Reaktion aus Peking auch nach Pelosis Taiwan-Besuch

WASHINGTON: Als Reaktion auf den Besuch von US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in Taiwan rechnet die Regierung in Washington mit längerfristigen Reaktionen Chinas. «Wir gehen davon aus, dass sie über einen längeren Zeitraum hinweg reagieren werden», sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, am Dienstag in Washington. Er könne keinen genauen Zeitraum nennen, die US-Regierung erwarte aber, dass Peking auch nach Pelosis Besuch in Taiwan noch reagieren werde - etwa mit militärischen Manövern oder wirtschaftlichen Maßnahmen. Bislang bewege sich die Reaktion Chinas voll im Rahmen dessen, was die US-Regierung erwartet und vorausgesagt habe.

Kirby betonte, die Vereinigten Staaten wollten keine Krise und beteiligten sich auch nicht an einem Säbelrasseln. Die US-Regierung sei aber darauf vorbereitet, mit allem umzugehen, was die chinesische Regierung beschließe. Mit Blick auf Pelosi sagte Kirby, US-Präsident Joe Biden respektiere ihre Entscheidung, Taiwan zu besuchen. Erneut betonte er, Pelosis Besuch ändere nichts an der Ein-China-Politik der USA.

Allen Drohungen aus China zum Trotz war Pelosi am Dienstag zu einem Besuch in Taiwan eingetroffen. Der Aufenthalt der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses ist für die demokratische Inselrepublik der ranghöchste Besuch aus den Vereinigten Staaten seit einem Vierteljahrhundert. Peking sieht Taiwan als Teil der Volksrepublik an, lehnt offizielle Kontakte anderer Länder zu Taipeh strikt ab und hatte die USA vehement vor einem Taiwan-Trip Pelosis gewarnt.

China protestierte auch sofort nach der Landung in scharfer Form gegen Pelosis Besuch. Das Außenministerium in Peking sprach von einem «sehr gefährlichen Spiel mit dem Feuer». China werde «alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die nationale Souveränität und territoriale Integrität zu verteidigen». Unmittelbar vor Pelosis Landung überflogen chinesische Kampfflieger den Meeresweg der Taiwanstraße. Zudem kündigte China Manöver mit Schießübungen in sechs Meeresgebieten rund um die demokratische Inselrepublik an.

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Strauss 04.08.22 00:20
Na Richard,
dann sag endlich dem Olaf, den Russen nichts mehr abkaufen . Auch keine Energie.
Auch ohne China und Russland gibt es davon von wo anders genug. Alles nur Geldmacherei mit dem Spritaufschlag. Gut nützt es wenigstens dem Klimawandel. Hungersnot in Afrika wegen weniger Weizen aus der Ukraine?,. alles verstunken und verlogen. Mit Weizen macht man Brot . Davon isst man dort nur wenig. Reis ,Hartweizen, Hafer Leguminosengemenge etc, ist dort die Nahrung. Dies wird in der Ukraine nicht angepflanzt.
Bernd Lange 03.08.22 18:30
@Amiguet-kann es sein, daß Taiwaner auch Freiheit
wie Sie die noch haben lieben- ist es sinnvoll diese zu unterstützen, zu verteidigen--oder spenden Sie Ihre Freiheit den Russen oder Chinesen--na dann bitte--überlegen bevor man schreibt!
Hansruedi Bütler 03.08.22 17:40
Der III. WK wäre eigentlich gewünscht
So würde alles den Bach runtergehen und niemand würde sich einen Deut über Covid, Impfungen, Affenpocken, möglicher Wahlbetrug und Zusammenbruch von US$ und € scheren.
Persönlich denke ich aber, dass der 3. WK verhindert werden kann.
Heftige Scharmützel wird es aber wohl geben, denn es brennt an zu vielen Orten.
Max Strauss 03.08.22 15:20
Wenn man diesen Araber auf Distanz so trifft....
weshalb nicht auch Putin? Wenn die Europäer nur halb so viel Mut hätten, wie die AMIS im Fernen Osten demonstrieren, würden sie umgehend alle Balkanstaaten bis zu den Zähnen bewaffnen.
Rene Amiguet 03.08.22 15:00
Unnötige Provokation
Man kann sich fragen ob die USA auf der Suche nach einem zweiten Vietnam in Taiwan ist. Wenn China sich diese Insel Republik einverleiben möchte kann die USA wohl kaum etwas dagegen unternehmen ohne einen neuen vernichtenden Weltkrieg auszulösen.