Neues aus dem Ausland am Dienstag

Neues aus dem Ausland am Dienstag

Gefährliches Engagement: Über 200 Umweltschützer weltweit getötet

RIOHACHA: Immer mehr Umweltschützer bezahlen ihren Einsatz für die Natur, sauberes Wasser und die Landrechte indigener Gruppen mit dem Leben. Im vergangenen Jahr seien weltweit 212 Umweltaktivisten getötet worden, teilte die Nichtregierungsorganisation Global Witness am Mittwoch mit. Über zwei Drittel aller Fälle wurden demnach in Lateinamerika registriert. Die Organisation geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der getöteten Umweltschützer noch deutlich höher liegt.

Hinter den Gewalttaten stecken meist Unternehmen, Bauern und teilweise auch staatliche Akteure sowie kriminelle Banden, paramilitärische Gruppen und Rebellen. «Landwirtschaft, Öl, Gas und Bergbau sorgen für die Gewalt gegen Umweltschützer - das sind genau die Industrien, die durch Abholzung und Emissionen auch den Klimawandel befeuern», sagte Rachel Cox von Global Witness.


Intel-Konkurrent AMD mit starkem Quartal

SANTA CLARA: Während der Chip-Riese Intel mit Verzögerungen bei seiner nächsten Prozessor-Generation kämpft, ist der kleinere Konkurrent AMD auf Aufholjagd. Im vergangenen Quartal steigerte AMD den Umsatz im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 1,93 Milliarden Dollar (rund 1,65 Mrd Euro). Der Gewinn sprang von 35 auf 157 Millionen Dollar hoch, wie AMD am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. Die Aktie stieg im nachbörslichen Handel zeitweise um rund zehn Prozent.

AMD verzeichnete höhere Verkäufe bei seinen PC-Chips der Marke Ryzen sowie den Epyc-Prozessoren für Rechenzentren. Unter den Kunden sind unter anderem Google und Amazon mit ihren riesigen Server-Anlagen. Das Geschäft mit Rechenzentren macht jetzt rund 20 Prozent der AMD-Erlöse aus, wie Firmenchefin Lisa Su betonte. Aber auch bei PC-Chips habe AMD den höchsten Umsatz seit 12 Jahren erzielt.

Intel steigerte im vergangenen Quartal zwar auch den Umsatz um ein Fünftel auf 19,7 Milliarden Dollar. Doch dies wurde überschattet von der Ankündigung, dass die nächste Prozessor-Generation mit Strukturbreiten von 7 Nanometer sechs Monate später als geplant frühestens Ende 2022 auf den Markt kommen wird. AMD hat unterdessen bereits Produkte im 7-Nanometer-Verfahren im Angebot. Je niedriger die Strukturbreiten, desto mehr Prozessoren passen auf eine Halbleiter-Scheibe bei der Produktion. Zudem arbeiten die Chips dadurch effizienter und stromsparender.


Biden plant Milliardenprogramm für bessere Chancen für Minderheiten

WASHINGTON: Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Joe Biden, will die wirtschaftliche Benachteiligung von Minderheiten mit einem Milliardenprogramm bekämpfen. Das Wahlkampfteam des Herausforderers von US-Präsident Donald Trump veröffentlichte am Dienstag (Ortszeit) einen Plan, wonach sich Biden für die Bereitstellung von 50 Milliarden Dollar (knapp 43 Mrd Euro) zusätzlichem Kapital für Unternehmer etwa aus der schwarzen oder der Latino-Gemeinschaft einsetzen will. Zudem will er den Zugang zu Krediten mit niedrigen Zinsen in einem Volumen von 100 Milliarden Dollar fördern.

«Wir werden dafür sorgen, dass denjenigen mit den besten Ideen nicht wegen ihrer Rasse oder ihrer Postleitzahl nicht das benötigte Risikokapital oder die Finanzierung vorenthalten wird», schrieb Biden auf Twitter. Der Ex-Vizepräsident kündigte außerdem Steuererleichterungen für Erstkäufer von Eigenheimen an. Angehörige von Minderheiten besitzen statistisch deutlich weniger Eigenheime als Weiße. Biden teilte mit, man werde die Barrieren für Wohneigentum für Angehörige von Minderheiten beseitigen.


Visa erleidet Gewinneinbruch in Corona-Krise

SAN FRANCISCO: Der Kreditkarten-Gigant Visa hat im jüngsten Geschäftsquartal deutliche Abstriche aufgrund der Corona-Pandemie machen müssen. Der Nettogewinn brach in den drei Monaten bis Ende Juni im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar (2,1 Mrd Euro) ein, wie Visa am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz ging um 17 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar zurück.

Visa verdient wie die Konkurrenten Mastercard und American Express an Gebühren, die bei Kartenzahlungen anfallen, und bekommt sinkende Ausgabebereitschaft während Wirtschaftskrisen deshalb deutlich zu spüren. Bei Anlegern kamen die Quartalszahlen nicht gut an, die Aktie verbuchte nachbörslich zunächst Kursverluste. Der Gewinn übertraf zwar die Markterwartungen, aber beim Umsatz lag Visa etwas drunter.


Online-Shopping-Boom beschert Ebay starke Zuwächse in Corona-Krise

SAN JOSE: Bei der Online-Handelsplattform Ebay brummt während der Corona-Pandemie das Geschäft. Im zweiten Quartal legte der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreswert um 18 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar (2,5 Mrd Euro) zu, wie das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Das gesamte abgewickelte Verkaufsvolumen der Plattform kletterte um 26 Prozent auf 27,1 Milliarden Dollar.

Acht Millionen neue Kunden seien in den drei Monaten bis Ende Juni hinzugekommen, verkündete Ebay-Chef Jamie Iannone. Unterm Strich verdiente das Unternehmen 740 Millionen Dollar (632 Mio Euro), das waren 85 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit Kursgewinnen, drehte dann jedoch ins Minus, obwohl die Zahlen deutlich über den Prognosen lagen.


Jemen-Vermittler: Chance für Friedensgespräche könnte schwinden

NEW YORK: Das Bürgerkriegsland Jemen droht, seine Chance auf erfolgreiche Friedensgespräche zu verpassen. «Es besteht die reale Gefahr, dass die Chance für Verhandlungen schwindet und der Jemen in eine neue Phase der anhaltenden Eskalation, der unkontrollierten Ausbreitung von Covid-19 und des schweren und bedrohlichen wirtschaftlichen Niedergangs eintritt», sagte UN-Vermittler Martin Griffith am Dienstag vor dem UN-Sicherheitsrat in New York.

Noch immer gebe es keine Einigung zwischen den Huthi-Rebellen und der international anerkannten Regierung des Landes für einen landesweiten Waffenstillstand sowie zu wirtschaftlichen und humanitären Maßnahmen. Der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock sagte, dass «die humanitäre Krise im Jemen nie schlimmer» gewesen sei. Die Lebensmittelpreise seien stark angestiegen und die Währung verliere an Wert.

Im Jemen tobt seit mehr als fünf Jahren ein Bürgerkrieg. Die Huthis kontrollieren große Teile des Landes im Süden der Arabischen Halbinsel, darunter die Hauptstadt Sanaa. Eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition unterstützt die international anerkannte Regierung im Kampf gegen die Rebellen.


Polen plant eigene Elektroautos - Designstudien vorgestellt

WARSCHAU: Polen will in die Produktion von Elektroautos einsteigen. Am Dienstag stellte das Unternehmen Electromobility Poland (EMP) in Warschau erste Designstudien vor, wie die Agentur PAP berichtete. Die Fahrzeuge sollen demnach unter der Marke «Izera» auf den Markt kommen und zu mehr als der Hälfte in Polen hergestellt werden. Die geplante Reichweite wurde mit 400 Kilometern angegeben.

Electromobility Poland ist eine Gründung mehrerer staatlicher Energieunternehmen. Die Firma hofft, dass die ersten Fahrzeuge im Jahr 2023 vom Fließband laufen können. Die Kosten bis zum Produktionsstart werden nach Medienberichten auf knapp eine Milliarde Euro geschätzt. Der Markenname «Izera» ist inspiriert von der Iser, einem Nebenfluss der Elbe im tschechisch-polnischen Grenzgebiet.


Diebstahl aus Museum in Düsseldorf - Paar festgenommen

ROM: Die italienische Polizei hat nach eigenen Angaben ein deutsches Paar gefasst, das mit der Rückgabe wertvoller Glaskunst an ein Museum in Düsseldorf Geld erpressen wollte. Die historischen Vasen, Gläser und Karaffen seien vor 20 Jahren, im Februar 2000, aus dem Kunstpalast Glasmuseum Hentrich gestohlen worden.

Wie die Ermittler aus Turin am Dienstag mitteilten, wollten der 73-jährige Mann und die 63-jährige Frau fünf Gegenstände aus dem 15. und 16. Jahrhundert an das Museum zurückgeben. Dafür hätten sie 200.000 Euro verlangt.

Der Mann, der seit langem im Nordwesten Italiens wohnt, hatte ein Treffen in einem Hotel in Alba bei Turin arrangiert, wie die Kunstfahnder weiter berichteten. Dort sollte das Diebesgut übergeben werden. Stattdessen griff die Polizei zu. Auf die Spur des Paares kamen die Italiener den Angaben zufolge, weil die deutsche Botschaft in Rom sie Anfang Juli informiert hatte. Es sei zu einer guten Kooperation der Behörden beider Länder gekommen.


Wieder schwerer Verkehrsunfall - vier Kinder tot

LAON: Bei einem schweren Verkehrsunfall in Frankreich sind vier Kinder ums Leben gekommen. Der Unfall habe sich am Dienstagnachmittag auf einer Nationalstraße in der Nähe der französischen Gemeinde Laon in Nordfrankreich ereignet, teilte die zuständige Präfektur mit. Ein Lkw, zwei Lieferwagen und zwei Autos seien zusammengestoßen. Ein Fahrzeug habe dabei Feuer gefangen, im Inneren seien die vier Kinder verbrannt, so der Sender Franceinfo. Die Fahrerin wurde laut Präfektur mit schweren Verbrennungen in ein Krankenhaus gebracht. Eine weitere Person wurde leicht verletzt.

Erst vor rund einer Woche waren bei einem Autounfall in Frankreich fünf Kinder ums Leben gekommen. Nach ersten Erkenntnissen war die Ursache technisches Versagen am Fahrzeug. Das Auto hatte Feuer gefangen und war von der Straße abgekommen.


Wallfahrt Hadsch beginnt - Strenge Corona-Auflagen

MEKKA: Unter strengen Auflagen und mit einer stark begrenzten Anzahl Pilger beginnt am Mittwoch die muslimische Wallfahrt Hadsch in Saudi-Arabien.

Wegen des Coronavirus sind dieses Jahr nur wenige Tausend Teilnehmer zugelassen - vergangenes Jahr waren es rund 2,5 Millionen gewesen. Die Gläubigen müssen während des fünftägigen Ereignisses unter anderem Abstand halten, Mund- und Nasenschutz tragen und sich vorab und anschließend in Quarantäne begeben. Das religiöse Großereignis wurde wegen Epidemien und Konflikten schon häufig abgesagt. Saudi-Arabien, das seine Wirtschaft unabhängiger vom Öl machen will, bringt es aber auch wichtige Einnahmen.


Güterzüge in St. Petersburg zusammengestoßen - teilweise entgleist

ST. PETERSBURG: Auf einem Bahnhof der russischen Metropole St. Petersburg sind zwei Güterzüge zusammengestoßen und teilweise entgleist. Das teilte der Zivilschutz der Stadt im Norden Russlands am Dienstag mit. Medien berichteten, dass ein Lokführer mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden sei.

Auf Bildern in sozialen Netzwerken waren schwere Zerstörungen am Gleisbett zu sehen. Zwei Elektroloks und ein leerer Waggon seien entgleist, hieß es. Die Eisenbahnschienen wurden durch den Unfall aus dem Boden gerissen, verschoben und verbogen. Die Loks verkeilten sich in den Schienen.

Die Ursache für das Unglück außerhalb des Stadtzentrums der Millionenmetropole auf einem Güterbahnhof war zunächst unklar. Der Personenverkehr sei nicht betroffen, teilte der Zivilschutz weiter mit. Demnach waren Dutzende Einsatzkräfte und schwere Technik zur Beseitigung der Schäden vor Ort.


«Süddeutsche Zeitung» zu Corona

Seuchen respektieren keine Schlagbäume.

Sie sind keine inneren Angelegenheit einzelner Länder, sondern der ganzen Erde. Sie erfordern, um die Menschen zu schützen, eine Weltinnenpolitik, die gerade nicht an Staatsgrenzen haltmacht. Wie nötig das ist, demonstriert das Beispiel der chinesischen Regierung, die durch ihre anfängliche Vertuschungspolitik die Ausbreitung des Virus begünstigt hat. Und das zeigen die Regierungen Bolsonaro in Brasilien und Trump in den USA, die verächtlich über Erkenntnisse der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Wissenschaftsgemeinschaft hinwegtrampeln. Sie fordern die Menschheit heraus, weil sie alle in Gefahr bringen. Nicht nur ihre eigenen Bürger, sondern auch all jene, die Bolsonaro und Trump nicht wählen konnten und nicht abwählen können.


Taliban verkünden Waffenruhe für islamisches Opferfest

KABUL: Die militant-islamistischen Taliban haben wenige Tage vor Beginn des islamischen Opferfests Eid al-Adha eine dreitägige Waffenruhe angekündigt. Die Taliban wiesen ihre Kämpfer an, sich nur im Falle eines Angriffs zu verteidigen, wie ihr Sprecher Sabiullah Mudschahid am Dienstag mitteilte. Den Anhängern der Gruppe sei nicht erlaubt, während der Waffenruhe in «feindliche» Gebiete zu gehen.

Bereits während des Festes des Fastenbrechens Ende Mai gab es in Afghanistan eine dreitägige Waffenruhe. Danach war der Konflikt zwischen der afghanischen Regierung und der islamistischen Gruppe wieder aufgeflammt. Präsident Aschraf Ghani hatte die Taliban am Dienstag zu einer Feuerpause während des Opferfests aufgefordert.

Die USA hatten mit den Taliban am 29. Februar in Doha (Katar) ein Abkommen unterzeichnet. Es sieht einen Abzug der internationalen Truppen sowie einen Gefangenenaustausch als vertrauensbildende Maßnahme vor und soll den Weg für innerafghanische Friedensgespräche bereiten. Die Regierung in Kabul war nicht daran beteiligt worden, weil die Taliban direkte Gespräche mit ihr bisher abgelehnt hatten.


Kythera-Kulturpreis an Historiker Volker Reinhardt

DÜSSELDORF: Der Historiker Volker Reinhardt erhält für sein Lebenswerk den mit 25.000 dotierten Kythera-Preis. Das teilte die Kythera-Kulturstiftung am Dienstag in Düsseldorf mit. Reinhardt (66), der seit Anfang der 1990er Jahre Professor an der Universität Fribourg in der Schweiz ist, hat zahlreiche Bücher etwa zur Geschichte Italiens und der Schweiz sowie über Luther und die Reformation und zur Geschichte der Päpste geschrieben. Dem Autor gelinge es, Deutung wie Erzählung von Geschichte elegant und anregend zu verknüpfen, hieß es weiter. Der Preis wird dem deutschen Historiker am 24. September in Fribourg überreicht.

Der Kythera-Preis war 2001 von der Düsseldorfer Industriellen Gabriele Henkel gestiftet worden, die 2017 starb. Preisträger waren etwa der Soziologe Wolf Lepenies, der Verleger Klaus Wagenbach, der Dirigent Claudio Abbado, die Regisseure Patrice Chéreau und Volker Schlöndorff sowie die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy.


Zoo statt Kochtopf: US-Restaurant rettet seltenen blauen Hummer

AKRON: Statt ihn als Speise zu verarbeiten, hat ein Restaurant im US-Bundesstaat Ohio einen seltenen blauen Hummer in einem Zoo untergebracht. Die Einrichtung in der Stadt Akron hat das Tier nach eigenen Angaben aufgenommen, nachdem Mitarbeiter des Lokals es in einer Lieferung entdeckt und die Seltenheit der blauen Schale erkannt hätten.

Nach dem Vorbild des Restaurantmaskottchens gaben die Angestellten dem Tier demnach den Namen «Clawde» - offenbar ein Wortspiel mit dem englischen Wort «claw» (Klaue oder Schere). Grund für die ungewöhnliche Farbe sei eine Genmutation. Im Zoo lebt das Krebstier nun in einem Spezialbecken mit dem Namen «Clawde's Man Cave» (zu Deutsch: Clawdes Männerhöhle). Akron mit seinen rund 198.000 Einwohnern liegt im Nordosten von Ohio nahe der Grenze zu Kanada.


Anschlag auf Belgiens Parlament: Mann wird Haftrichter vorgeführt

BRÜSSEL: Im Zusammenhang mit einem Anschlag auf das belgische Parlament ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen 36-jährigen Mann aus der belgischen Provinz Limburg. Der Verdächtige sollte noch am Dienstag dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden, wie die Staatsanwaltschaft in Brüssel mitteilte. Er begründete seinen Anschlag vom Vortag demnach damit, dass die Politik die Corona-Krise schlecht gemanaget habe.

Der 36-Jährige hatte am Montagmittag einen Molotow-Cocktail auf das Parlament in der Hauptstadt Brüssel geworfen. Bei dem Versuch wurden nur einige geparkte Autos beschädigt. Der Mann wurde noch vor Ort festgenommen. Die Straßen um das Parlament waren vorübergehend gesperrt.

Bei dem Verdächtigen habe man Dokumente gefunden, die darauf hindeuteten, dass er extreme Überzeugungen haben könnte, teilte Staatsanwaltschaft mit. Die Tat lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt trotzdem noch nicht einer politischen Überzeugung zuordnen. Der Mann selbst bestreite, ideologisch gehandelt zu haben.


Iran bestätigt Verhaftung von zwei schwedischen Staatsbürgern

TEHERAN: Die iranische Justiz hat Medienberichte über die Verhaftung von zwei schwedischen Staatsbürgern wegen Drogenhandels bestätigt. Das iranische Außenministerium habe die schwedische Botschaft in Teheran darüber bereits in Kenntnis gesetzt, sagte Justizsprecher Gholam-Hussein Ismaili am Dienstag. Die beiden Schweden hätten auch das Recht auf konsularischen Beistand, sagte der Sprecher laut Nachrichtenagentur Isna.

Das schwedische Außenministerium erklärte der Deutschen Presse-Agentur, den Fall seit Januar zu kennen und «eng zu verfolgen». Beide Männer seien in den 20ern und die schwedische Botschaft sei «ständig in Kontakt» mit ihnen, sagte der Sprecher Christian Ugge. Zu den Vorwürfen wollte er nichts sagen.

Schon Anfang des Monats hatte die Nachrichtenagentur Tasnim über die Verhaftung der beiden Schweden berichtet. Laut Tasnim sollen sie Mitglieder eines internationalen Drogenkartells gewesen sein. Weitere Details sind nicht bekannt. Im Iran steht auf schwereren Drogenhandel die Todesstrafe.


Diesel-Kauf nach Herbst 2015: BGH macht VW-Klägern wenig Hoffnung

KARLSRUHE: Diesel-Kläger, die ihr Auto erst nach Auffliegen des Abgasskandals gekauft haben, dürften es schwerhaben, trotzdem Schadenersatz von VW zu bekommen. Das zeichnete sich am Dienstag in einer Verhandlung des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe ab.

Volkswagen hätte zwar möglicherweise noch mehr zur Aufklärung unternehmen können, sagte der Vorsitzende Richter Stephan Seiters. Angesichts der Mitteilungen des Konzerns am 22. September 2015 und der umfangreichen Medienberichterstattung, die folgte, scheint der Senat aber nicht davon auszugehen, dass Käufer noch völlig arglos gewesen sein könnten. Auch in der zweiten verhandelten Frage, ob erfolgreiche Kläger neben dem Schadenersatz auch noch Zinsen von VW bekommen können, sieht es für Diesel-Besitzer schlecht aus.

Beide Urteile (Az. VI ZR 397/19 u.a.) sollten nicht mehr am Dienstag, aber kurzfristig verkündet werden, wie Seiters sagte. Wann genau, stand zunächst nicht fest. Für Donnerstag hat der Senat bereits die Urteilsverkündung in zwei anderen Diesel-Fällen angesetzt.


Diplomarbeit des slowakischen Ministerpräsidenten laut Uni mangelhaft

BRATISLAVA: Die Abschlussarbeit des slowakischen Ministerpräsidenten Igor Matovic erfüllt nach Einschätzung eines Expertengremiums nicht die Anforderungen an eine Diplomarbeit. Die Arbeit hätte im Jahr 1998 nicht angenommen werden dürfen, teilte die Comenius-Universität in Bratislava nach einer Sitzung der Hochschulleitung und des Akademischen Senats mit. «Die derzeitige Rechtslage in der Slowakei erlaubt es indes nicht, einen bereits erlangten Titel abzuerkennen», erläuterte eine Sprecherin am Dienstag auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur. Gleichwohl verurteile die Universität jede Art von Plagiat und setze sich für eine Gesetzesänderung ein.

Der erst seit vier Monaten regierende Matovic steht wegen der Plagiatsaffäre unter Druck. Vorige Woche überstand er ein Misstrauensvotum der linken Opposition in der Angelegenheit. Der Gründer der konservativen Protestpartei Gewöhnliche Menschen und unabhängige Persönlichkeiten (Olano) hatte nach den Enthüllungen der Zeitung «Dennik N» selbst Fehler eingeräumt. Als Unternehmer habe er nicht genug Zeit für das Studium des Finanzmanagements gehabt, könne sich aber nicht genau erinnern. «Wenn dem so ist, dann habe ich etwas gestohlen, was mir nicht gehört, bin also de facto in dieser Sache ein Verbrecher», schrieb der 47-Jährige bei Facebook.


Schlechtes Betragen: Emus bekommen in australischem Pub Hausverbot

SYDNEY: In einem Pub im australischen Outback haben Emus wegen unmanierlichen Betragens Hausverbot bekommen. Die nur in Down Under beheimateten riesigen Laufvögel hätten gelernt, die Treppen zum Restaurant des Yaraka Hotels im Südwesten Queenslands hochzusteigen und sich dort hemmungslos und ungefragt auf den Tellern der Gäste bedient. Das Schlimmste aber sei, dass Emus nicht stubenrein seien, zitierte der Sender ABC Hotelbesitzer Chris Gimblett: «Das ist das größte Problem, denn sie entleeren sich sehr häufig. Wir wollten einfach nicht, dass sie Stammgäste des Hotels werden.»

Deshalb hat Gimblett den Eingang zu seinem Pub jetzt mit einer stabilen Kordel gesichert - die menschlichen Gäste sollen diese «Emu-Barriere» hinter sich wieder verschließen, wie auf einem Schild zu lesen ist. «Emus ist der Zutritt wegen schlechten Benehmens verboten.»

Die flugunfähigen Vögel, die über 40 Kilo schwer werden können, werden in der Gegend gezüchtet und gelten als Touristenattraktion. Das Yaraka Hotel liegt in einer winzigen Gemeinde rund 1000 Kilometer nordwestlich von Brisbane. Der Ort ist ein beliebter Zwischenstopp für Reisende, die ins riesige australische Outback unterwegs sind.


Fall Maddie: Polizei durchsucht Kleingarten in Hannover

HANNOVER: Im Fall der verschwundenen Maddie McCann hat die Polizei mit der Durchsuchung einer Kleingarten-Parzelle in Hannover begonnen.

Der Einsatz stehe im Zusammenhang mit den Ermittlungen wegen Mordes gegen den verdächtigen 43-jährigen Deutschen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig am Dienstag. Was in dem Kleingarten gesucht werde, sagte sie nicht. Über den Polizeieinsatz, bei dem auch ein Mini-Bagger benutzt wurde, hatte zuerst die «Hannoversche Allgemeine Zeitung» berichtet. Der in Kiel inhaftierte 43-Jährige steht im Verdacht, 2007 die dreijährige Britin Maddie aus einer Ferienanlage in Portugal entführt zu haben.


Vier Verletzte bei Explosion von Tanklastern in Westiran

TEHERAN: Bei einer Explosion von acht Tanklastern in der westiranischen Stadt Kermanschah sind vier Fahrer verletzt worden.

Die Explosion ereignete sich am Dienstag auf dem Lkw-Parkplatz der Industriezone Dolatabad, sagte Kermanschah-Gouverneur Fasollah Randschbar der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA. Wegen Reparaturen an einem der Tanklaster war es zu einem Feuer gekommen, das sich sehr schnell auf sieben weitere parkenden Lkw ausdehnte. Der Brand sei unter Kontrolle, so der Gouverneur.


Bahn fährt Milliardenverlust ein

BERLIN: Die Deutsche Bahn ist tief in die roten Zahlen gerutscht. Von Januar bis Juni fuhr der Staatskonzern ein Minus von 3,7 Milliarden Euro ein, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Aufsichtsratskreisen erfuhr. Nach Rekordzahlen im Januar und Februar war in der Corona-Krise im März die Fahrgastzahl eingebrochen und hat sich bis heute nicht erholt. Die Bahn hielt dennoch einen Großteil ihres Angebots aufrecht.

Der Umsatz erreichte von Januar bis Juni den Kreisen zufolge nur noch 19,4 Milliarden Euro. Das waren 2,5 Milliarden Euro weniger als im Vorjahreszeitraum. Im laufenden Geschäft habe es einen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Höhe von 1,8 Milliarden Euro gegeben. Außerdem seien 1,4 Milliarden Euro auf den Firmenwert der Auslandstochter Arriva abgeschrieben worden. Der Konzern präsentiert seine Halbjahresbilanz an diesem Donnerstag.


Justiz: Todesurteil gegen iranischen Blogger noch nicht bestätigt

TEHERAN: Das Todesurteil gegen den iranischen Blogger und Dissidenten Ruhollah Sam ist nach Angaben der Justiz noch nicht bestätigt worden. «Das Urteil muss noch vom obersten Gericht bestätigt werden, was aber bis jetzt nicht der Fall war», sagte Justizsprecher Gholam-Hussein Ismaili am Dienstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna. Sam war im vergangenen Monat von einem Revolutionsgericht zum Tode verurteilt worden.

Sam wurde vorgeworfen, er habe mit seiner Webseite Amad News Propaganda gegen die Führung im Iran gemacht und Menschen zu teilweise auch gewaltsamen Protesten provoziert. Er hatte besonders die angebliche Wahlfälschung bei der Präsidentenwahl 2009 und die Wiederwahl von Mahmd Ahmadinedschad scharf verurteilt. Danach war er über Malaysia nach Frankreich geflohen. Sam hatte auch mehrmals Interviews mit persischsprachigen Sendern im Ausland geführt, in denen er stets die iranische Führung heftig kritisierte.

Der Blogger wurde Medienberichten zufolge angeblich von iranischen Sicherheitskräften in das Nachbarland Irak gelockt, im Herbst vergangenen Jahres dort verhaftet und danach in den Iran gebracht. Seitdem hat sich Sam bei mehreren Gerichtsterminen schuldig bekannt und um Vergebung gebeten. Daher rechnen politische Kommentatoren damit, dass seine Todesstrafe revidiert wird.


Neuseeland setzt Auslieferungsabkommen mit Hongkong aus

WELLINGTON: Nach Kanada, Australien und Großbritannien hat auch Neuseeland seine Auslieferungsvereinbarung mit Hongkong auf Eis gelegt. Grund ist die Sorge über Chinas umstrittenes Sicherheitsgesetz für die frühere britische Kronkolonie. «Chinas Verabschiedung seines neuen nationalen Sicherheitsgesetzes hat die Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit untergraben (...) und gegen die Verpflichtungen Chinas gegenüber der internationalen Gemeinschaft verstoßen», teilte Außenminister Winston Peters am Dienstag mit. Neuseeland könne nicht mehr darauf vertrauen, dass das Justizsystem in Hongkong ausreichend unabhängig von China sei.

Die chinesische Botschaft in Neuseeland kritisierte die Entscheidung als «schwerwiegenden Verstoß gegen das Völkerrecht und die grundlegenden Normen für die internationalen Beziehungen». Es handele sich um «eine grobe Einmischung in Chinas innere Angelegenheiten», erklärte ein Botschaftssprecher. Jeder Versuch, China in Bezug auf Hongkong unter Druck zu setzen, werde ohne Erfolg bleiben.

Neuseeland will zudem den Export von Rüstungsgütern ab sofort stärker kontrollieren. «Von nun an werden wir militärische Waren- und Technologie-Exporte nach Hongkong genauso behandeln wie die Exporte nach China», betonte Peters. Die Überprüfung der allgemeinen Beziehung des Pazifikstaats zu Hongkong dauere an. «Neuseeland ist nach wie vor zutiefst besorgt über die Einführung des Gesetzes, und wir werden die Situation in Hongkong bei Anwendung des Gesetzes weiterhin überwachen.»


Kurz sieht sich bei EU-Finanzen als Sachwalter deutscher Interessen

WIEN: Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sieht sich in seinem Ringen um einen möglichst sparsamen Umgang mit europäischem Steuergeld als Sachverwalter der Interessen deutscher Bürger. «Es ist sicherlich nicht negativ für den deutschen Steuerzahler, wenn die Budgets, die in Richtung Süden Europas fließen, nicht ins Unendliche wachsen», sagte er am Dienstag im «Morning Briefing» des Journalisten Gabor Steingart. Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sei er bei den Verhandlungen nicht immer auf einer Linie gewesen. Er glaube aber, dass sein Kurs bisher in ähnlicher Art und Weise auch von der deutschen Politik vertreten worden sei.

Den Konflikt mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der bei den Beratungen für höhere - nicht zurückzahlbare - Zuschüsse statt Krediten eingetreten war, kommentierte der 33-Jährige selbstbewusst. «Dass man das als lästig empfindet, dass noch andere Staaten mitreden wollen, kann ich emotional nachvollziehen.»

Die Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedsländer hatten sich vor einer Woche auf ein Corona-Krisenprogramm im Umfang von 750 Milliarden Euro und einen siebenjährigen EU-Haushalt von 1074 Milliarden Euro geeinigt. Dabei hatten die sogenannten Sparsamen Vier (Österreich, Niederlande, Dänemark und Schweden) wesentlichen Anteil an der Ausgestaltung. Der Haushalt braucht die Billigung des EU-Parlaments, das in einem Vermittlungsverfahren Änderungen durchsetzen will.


Top-Manager bei Intel geht nach erneuter Chip-Verzögerung

SANTA CLARA: Intel krempelt nach einer erneuten Verzögerung bei einer neuen Chip-Generation das Management um. Der bisherige Hardware-Chef Murthy Renduchintala geht Anfang August und sein Verantwortungsbereich wird unter mehreren Managern aufgeteilt, die direkt Konzernchef Bob Swan unterstellt sein werden. Das teilte der Chipriese in der Nacht auf Dienstag mit. Die Schlüsselaufgabe der Technologieentwicklung übernimmt die bisherige Produktionschefin Ann Kelleher: Sie ist dafür zuständig, die nächsten Chip-Generationen zur Marktreife zu bringen.

Intel musste vergangene Woche einräumen, dass die neuen Prozessoren mit Strukturbreiten von 7 Nanometer sich um sechs Monate verzögern und erst Ende 2022 oder Anfang 2023 auf den Markt kommen werden. Der Grund ist ein Fehler im Produktionsverfahren, der zu einem überhöhten Anteil unbrauchbarer Chips führte. Das Problem sei zwar inzwischen entdeckt worden - Swan hielt aber die Möglichkeit offen, die neuen Prozessoren komplett bei anderen Fertigern statt in den eigenen Werken produzieren zu lassen.

Die 7-Nanometer-Technologie zu meistern, ist extrem wichtig für die Zukunft von Intel. Je niedriger die Strukturbreiten, desto mehr Prozessoren passen auf eine Halbleiter-Scheibe bei der Produktion. Zudem arbeiten die Chips dadurch effizienter und stromsparender. Der Konkurrent AMD hat bereits ein 7-Nanometer-Produkt im Angebot. Kelleher ist nun auch für den nächsten Schritt mit 5-Nanometer-Technologie zuständig. Schon bei der aktuellen 10-Nanometer-Technik hatte Intel mit Verzögerungen zu kämpfen.


Opel-Mutterkonzern PSA macht trotz Corona-Krise Gewinn

PARIS: Der Opel-Mutterkonzern PSA hat ungeachtet eines Einbruchs wegen der Corona-Krise im ersten Halbjahr schwarze Zahlen geschrieben. Die Sparte mit Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall trug mit 111 Millionen Euro zum Betriebsergebnis des Konzerns bei, wie PSA-Finanzvorstand Philippe de Rovira am Dienstag in einer Telefonkonferenz sagte. Er nannte das Abschneiden von Opel unter den widrigen Umständen ein «exzellentes Ergebnis».

Der Umsatz des französischen Konzerns, der auch die Marken Peugeot, Citroën und DS führt, sank von Januar bis Ende Juni jedoch gemessen am Vorjahreszeitraum um 34,5 Prozent auf 25,1 Milliarden Euro. Der auf den Konzern entfallene Nettogewinn betrug 595 Millionen Euro nach 1,83 Milliarden Euro zuvor.

Zu der geplanten Fusion mit dem italienisch-amerikanischen Hersteller Fiat Chrysler (FCA) sagte de Rovira, man sei zuversichtlich, den Deal wie geplant Anfang kommenden Jahres abschließen zu können. Es gebe «normale Gespräche» mit der Brüsseler EU-Kommission, die bei dem Zusammenschluss Wettbewerbsbedenken geltend gemacht hatte.


Mutmaßlich tödlicher Haiangriff vor US-Nordostküste

WASHINGTON: Vor der Nordostküste der USA ist eine Schwimmerin anscheinend von einem Hai getötet worden. Ein Augenzeuge habe gesehen, wie die Frau vor Bailey Island im Bundesstaat Maine bei dem vermuteten Angriff verletzt wurde, teilte die Küstenwache mit. Kajakfahrer hätten sie an den Strand gebracht, wo ihr Tod festgestellt wurde. Der Vorfall werde untersucht.

Die Küstenwache rief Badegäste und Bootsfahrer zur Vorsicht auf und mahnte, Robben oder Fischschwärmen unbedingt aus dem Weg zu gehen. Diese gelten als Beute für Raubfische.

Haiangriffe sind in der Gegend rund 175 Kilometer nordöstlich von Boston extrem selten. Laut einer Statistik des Florida Museums gab es in ganz Maine erst einen einzigen. Laut örtlichen Presseberichten ereignete er sich 2010 und war nicht tödlich. Der Meeresforscher James Sulikowski sagte dem «Portland Press Herald», dass es sich im aktuellen Fall höchstwahrscheinlich um einen Weißen Hai handele. Die gefräßigen Räuber können mehr als fünf Meter lang werden.


Deutschland schickt Fregatte für Libyenembargo-Einsatz ins Mittelmeer

BRÜSSEL/WILHELMSHAVEN: Deutschland wird in der kommenden Woche eine Fregatte für den EU-Marineeinsatz zur Überwachung des UN-Waffenembargos über Libyen ins Mittelmeer entsenden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur werden an Bord der «Hamburg» etwa 250 Soldaten sein. Sie sollen Mitte August im Einsatzgebiet eintreffen.

Ziele der Operation Irini sind die Stabilisierung des nordafrikanischen Bürgerkriegslandes Libyen sowie die Unterstützung des UN-geführten politischen Friedensprozesses. Neben Waffenschmuggel soll sie auch Ölschmuggel verhindern.

In Libyen herrscht seit dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Bürgerkrieg. Die Regierungstruppen werden maßgeblich von der Türkei unterstützt, ihre Gegner von Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Russland. Alle Versuche, in dem Konflikt zu vermitteln, blieben bisher erfolglos - darunter auch eine Libyenkonferenz in Berlin im Januar.


Waffenschmuggel von USA nach Mexiko: 20.000 Patronen entdeckt

NOGALES: Mexikanische Zöllner haben nach eigenen Angaben eine Frau beim Versuch erwischt, rund 20.000 Gewehrpatronen aus den USA einzuschmuggeln. Diese wurden bei der Überprüfung eines Pick-Ups ohne Nummernschilder am Grenzübergang Nogales - der an die Stadt mit demselben Namen im US-Bundesstaat Arizona grenzt - gefunden, wie der Zoll am Montag mitteilte. Die Gewehrpatronen vom Kaliber 7,62 x 39 Millimeter befanden sich demnach in Pappkartons. Erst vier Tage zuvor waren an einem Übergang ebenfalls an der Grenze zu Arizona dem Zoll zufolge mehr als 9000 Patronen beschlagnahmt worden.

Neben Munition werden nach Schätzungen jedes Jahr 200.000 Waffen aus den USA nach Mexiko geschmuggelt. Empfänger sind größtenteils Kartelle und Banden, die in Drogenhandel, Entführungen und Erpressung verwickelt sind und oft Verbindungen zu örtlichen Sicherheitskräften pflegen. In Mexiko, das rund 130 Millionen Einwohner hat, gibt es pro Tag fast 100 Morde. Die meisten Verbrechen werden nie aufgeklärt, geschweige denn geahndet.

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